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SAMMLUNG
KTJEZEE &RAIIATIKEÍÍ
aEEIAIISCHEE DIALEKTE.
HERAUSGEGEBEN
VON
WILHELM BRAUNE.
IV. ALTNORDISCHE GRAMMATIK L
HALLE.
MAX NIEMEYER.
18 9 2.
ALTNORDISCHE (iRAMMATÍK I,
ALTISIÅIDISCHE
UND
ALTIOEWEGISCHE GEAIMATIK
UNTER BERÜCKSICHTIGUNG DES URNORDISCHEN
VON
ADOLF NOREEN. [iz.nL-í^'é--'^-^-^'^^)^
ZWEITK VOLLSTANDIfi lIMGEAliBErrETF. AUFLAGE.
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HALLE. /^KM- ^ðÍ^
MAX NIEMEYER.
18 9 2,
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in 2011 With funding from
University of Toronto
http://www.archive.org/details/altislndischeundOOnore
v 0 r w 0 r t.
[I. A)! fl. /SS4.] Beim ausarheiten der .rorlief/eudcu dlf/s-
/(Ufdis(:/f-tflfuor!re(/fsdieii (inminiafih Itahe ivli in rrsfrr li nie
midl hestreht der in den rorliandenen verken dieser art irenijf-
stens nach heutigen anforderungen gar zti kärglich Ijcdaehten
lautlehre die ihr gebührende sorgfältige hehandhing angedeihen
zu lassen. Aus der besonders in den letzten jähren auf diesem
gebiete so reich emporgewachsenen literatur. die ich mit allem
fleiss ausgebeutet zu Jutben glauljc, ist in meine darstellung alles
das aufgenommen irorden, iras mir con wesentlicher bedeutung
zu sein und dabei die rergleiehsweise gesicherten ergebnisse der
forschung darzustellen schien, u'ährend noch unahgesehlossene
Untersuchungen und flüssige theorien nur in geringerem masse
beräcksichtigung finden konnten.
Ein anderer punkt, auf welchen ich auch ganz besonders
mein augenmerk gerichtet habe, ist die zeitliche und örtliche
auseinanderhaltung der vielartigen in der cdtnordischen lautge-
schichte zu tage tretenden er scheinungen. Ich habe also den
rersuch gemacht, soivol den lautentivichelungenihr rechtes Sprach-
gebiet als entweder urnordisch, altislündiselh oder altnorwegiseh
anzuweisen, als auch innerhalb jedes der genannten sprachkreise
das gegenseitige chronologische rerhältnis der erscheinungen, so-
weit möglich, festzustellen.
In der flexionslehre hahe ich, dank dem allbekannten treff-
lichen tverke Wimmers, eine bedeutend leichtere aufgcd)e zu lösen
gehcd)t, und ich bin hier mit geringerer .Selbständigkeit zu werke
gegangen. — —
Zur zweiten aufläge: Die schnellen förtseli ritte unserer fcissm-
schaft haben dazu geflilhrt , dass diese grammatik schon nach
wenigen jähren fast tvie ein neues buch erscheint. Von arbeiten,
die mir bei der ausarbeitung dieser neuen ausgäbe besonders
VI Vorwort.
nützlich getvesen sind, nenne ich nur für das altnoriveyische
die ausgeseiclinete cd)handlun() E. Wadsteins, Fojnnorsla honii-
lieholens Ijtidlära, üx)sala 1890, für das alt isländische das
iimsterhafte wer],- L. Larssons, Ordforrådet i de älsta islänsl:a
handshiftema , Lund 1801 , das 'mir durch die (jUte des Ver-
fassers schon ror dem abschhiss des ganzen durch aushänge-
bogen .cugänglich getvesen ist. Die monumentale arbeit Lugges,
Norges Lndslrifter med de œldre Buner, Christiania 1891,
Ixonnte ich leider nur mehr für die letzten drei bogen benutzen.
Betreffs der altnordischen ortlwgraphie habe ich in dieser
aufläge (icie auch schon in meiner ßescliichte der nordischen
sprachen' in FauVs Grundriss Z V, 4) nur die eine wichtige
Veränderung durchgeführt, irelche mir dringend geboten schien,
indem ich konsonantisches i und u überall durch i, resp. ii
((nicht j, resp. y) wiedergebe, jenes im einliang mit allen, dieses
mit den besten hand seh riften. Dagegen habe ich eine scheidung
zivischen altisländischer und altnorwegi scher Schreibweise nur
da für angemessen gehalten, wo ein unterschied der gesprochenen
formen dadurch zum ausdruch hommen lonnte. Daher habe ich
es nicht über mich geivinnen hönnen in altisländischer schrift
(mit den ältesten isl. hand Schriften) p statt <) — das ja in alt-
norwegischer schrift unumgänglich ist — zu schreiben und
dadurch einen ganz unnötigen gegensatz zwischen demselben
Wort in isländischem und norwegischem geu-and zu erschaffen.
Uebrigens verweise ich auf die treffliche argumentatiou, ivelche
zu gunsten des ð von Brate in Bezzenbergers Beiträgen XI,
179 ff. vorgebracht worden ist; vgl. auch Wadstein, Forn. hom.
Ijudl., s. 107 f.
Herzlichen dank schulde icJi herrn .pro f. W. Braune, der
uti r mit betvährter freundlichkeiteinen teil der miihsauwn korrektur
ahgenommen hat, sowiejierrn cand. phil. F. Lidén, der auf meinen
ivunsch die Zusammenstellung des (jetzt das ganze bucli um-
fassenden) registers zu übernehmen die gute hatte.
Uppsala^ 15. dez. 1891.
Adolf Noreen.
1 11 11 a 1 1.
seite
EÍDleitimg § 1 — 16 1
Lautlehre.
I. Abschnitt: Einleitendes über schrift und ausspräche 12
Kap. 1. Die rimen § 17—21 20
Kap. 2. Das lateinische aiphabet ^ 22 — 52 23
I. Aussprache der vokalzeichen § 23 — 33 24
IL Aussprache der konsonantenzeichen § 34 — 45 .... 20
III. Phonetische Übersicht § 46—52 29
II. Abschnitt: Die sonanten 34
Kap. 1. Lautgesetze der starktonigen silben § 54 — 116 ... 34
I. Urnordische Vorgänge § 54 — 60 34
IL Umlaut § 61—79 39
A. Verschiebung durch palatalisierung § 62 — 69 ... 39
1. i-umlaut § 63—67 40
2. is^-umlaut § 68-69 45
B. Verschiebung durch labialisierung § 70—79 .... 47
III. Sonstige Verschiebungen des vokalsystems § 80 — 87 . . 57
IV. Brechung § 88-94 60
V. Die diphthonge § 95—102 63
A. Alte diphthonge § 95—98 . .• 63
B. Isl.-anorw. diphthongierung § 99—102 64
VI. Kontraktion bei hiatus § 103—108 65
VIL Dehnung § 109— 113 67
VIII. Kürzung § 114—116 69
Kap. 2. Lautgesetze der schwachtonigen silben § 117 — 138 . . 71
I. Urnordische Vorgänge § 117 — 120 71
IL Kürzung § 121 — 122 74
IIL Qualitative Veränderungen § 123—129 76
IV. Synkope § 130—137 79
V. Svarabhakti § 138 84
Kap. 3. Vokalwechsel aus urgerm. zeit stammend § 139 — 150 . 85
I. Spuren urgermanischer lautgesetze v5 139 — 141 . . . . 85
IL Ablaut § 142—150 , 87
VIII Inhalt.
Seite
Kap. 4. Etymologische Übersicht über die sonanten § 151 — 172 94
I. Die sonanten der starktonigen silben § 151 — 168 . . . 94
IL Die sonanten der schwachtonigen silben § 169 — 172 . 98
IIT. Abschnitt: Die konsonanten 99
Kap. 1. Urnordische Vorgänge § 174—181 99
Kap. 2. Altwestnordische lautgesetze § 182 — 250 102
I. Wechsel der artikulationsarten § 182—196 102
A. Die tönenden spiranten § 182—184 102
B. Die tonlosen spiranten §185 — 188 107
C. Die tönenden explosivæ § 189 — 190 108
D. Die tonlosen explosivæ § 191— 193 109
E. Die halbvokale, nasale und liquidæ § 194—196 . . 110
IL Wechsel der artikulationssteilen § 197—206 111
A. Die labiale § 197—199 111
B. Die interdentale und dentale § 200—203 111
C. Die palatale und gutturale § 204—206 113
III. Quantitative Veränderungen § 207 — 226 114
A. Dehnung § 207—222 114
1. Assimilation § 207—219 114
a) Regressive assimilation § 207 — 214 114
b) Progressive assimilation § 215 — 219 .... 119
2. Sonstige fälle von konsonantendehnung § 220 — 222 122
B. Kürzung § 223-226 125
IV. Uebrige lautgesetze der konsonanten § 227 — 250 ... 128
A. Wegfall von konsonanten § 227—245 128
1) Im anlaute § 227—230 128
2) Im in- und auslaute § 231—245 130
B. Einschub von konsonanten § 246 — 247 138
C. Metathesis § 248—250 1 10
Kap. 3. Konsonantenwechsel aus urgermanischer zeit stammend
§ 251—257 142
I. Spuren urgermanischer lautgesetze § 251—253 .... 142
IL Spuren indoeuropäischer lautgesetze § 253 — 257. . . . 14(i
Kap. 4. Etymologische übersichtüberdie konsonanten §258—200 118
I. Die tonlosen explosivæ § 258—263 148
IL Die tönenden explosivæ § 264—269 150
III. Die tonlosen spiranten § 270 — 276 151
IV. Die tönenden spiranten § 277—279 152
V. Nasale § 280-284 153
VI. Liquidæ § 285—288 154
VII. Halbvokale § 289-290 155
Flexionslehre.
I. Abschnitt: Deklination 156
Kap. 1. Deklination der substantiva § 291—351 156
Inhalt. IX
Seite
A. Vokalische stamme (starke deklination) § 291 — 3,'U . . 156
I. a-stämme § 291—307 156
a) Keine a-stämme § 292—298 157
b) WJii-stämme § 299—301 162
c) , /«-Stämme § 302-304 163
d) m-stämme § 305—307 163
IL ö-stämme § 308—319 . 165
a) Reine <7-stämrae § 309—314 166
b) ^í;ö-stämme § 315 167
c) ^ö-stämme § 316—318 168
d) i<7-stämme § 319 168
III. i-stämme § 320-327 169
IV. ^^-stämme § 328—331 174
B. n- Stämme (schwache deklination) § 332 — 341 176
I. «Ti-stämme § 332—338 176
II. ön-, rm-stärame § 339—340 179
III. in-stämme § 341 . 181
C. Die übrigen (konsonantischen) stamme § 342 — 351 ... 181
I. Einsilbige stamme § 342—347 181
II. r-stämme § 348—350 184
III. wii-stämme § 351 185
Kap. 2. Deklination der adjektiva § 352—370 185
A. Starke deklination § 353—360 186
a) Reine a-, o-stämme § 355 — 358 188
b) wa-, iüö-stämme § 359 191
c) ja-, ,/ö-stämme § 360 191
B. Schwache deklination §361 — 364 192
a) Flexion des positivs und superlativs § 362—363 . 192
b) Flexion des komparativs und partic. präs. § 364 . 193
C. Komparation § 365—370 . , 193
Anliang: Komparation der adverbia § 371 — 372 196
Kap. 3. Die Zahlwörter § 373—392 198
a) Kardinalzahlen §373—382 198
b) Ordinalzahlen § 383—387 . 200
c) Andere numeralia § 388—392 201
Kap. 4. Pronomina § 393 202
1. Persönliche § 393—395 202
a) Ungeschlechtige § 393—394 202
b) Oeschlechtiges § 395 204
2. Possessiva § 396 205
3. Demonstrativa § 397—401 206
4. Relativa §402 210
5. Interrogativa § 403 210
6. Indcfinita § 404— 40S - 211
11. Abschnitt: Konjugation 215
A. 'rempusl)il(lung § 409—453 215
x Inlialt.
Seite
I. Starke verba § 409—433 215
a) Ablautende verba § 409—428 . 216
Klasse I § 4ü9— 410 216
Klasse II § 411—415 217
Klasse III § 416—422 219
Klasse IV § 423 221
Klasse V § 424—425 222
Klasse VI § 426—428 224
b) Redupliclerende verba § 429—433 225
Klasse I § 429 225
Klasse II § 430 225
Klasse III § 431 226
Klasse IV § 432 227
Klasse V § 433 227
II. Schwache verba § 434—447 228
a) Erste schwache konjugation § 436—438 .... 229
b) Zweite schwache konjugation § 439—441 .... 229
c) Dritte schwache konjugation § 442—445 .... 231
d) Vierte schwache konjugation § 446 — 447 .... 234
III. Verba, die zum teil stark, zum teil schwach gehen § 448 — 453 235
a) Verba präterito-präsentia § 448 — 452 235
b) Das verbum valda § 453 237
B. Endungen § 454—473 237
I. Aktivum § 454—468 237
a) Infinitiv § 455—456 239
b) Präsens indikativ § 457 — 459 240
c) Präteritum indikativ § 460—461 244
d) Konjunktiv (optativ) § 462—464 246
e) Imperativ § 465 247
f) Participium § 466-68 248
II. Medio-passiv § 469—473 249
Anhang: Die wichtigsten urnordischen inschriften 256
Nachträge und berichtigungen 268
Register 270
Verzeichnis einiger abkürzungen.
Aarboger = Aarbøger for nordisk
oldkyndighed, Kopenhagen 1 bG& ff.
adäu. = altdänisch.
ags. = angelsächsisch.
agutn. = altgutnisch.
ahd. — althochdeutsch.
aisl, = altisländisch.
an. = altnordisch.
Annaler = Annaler for nordisk old-
kyndighed, Kopenhagen 1836 ff.
anorw. -= altnorwegisch.
Ant. tidskr. f. Sv. = Antiqvarisk
tidskrift for Sverige, Stockholm
1864 ff.
Anz. f. d. A. = Anzeiger für deut-
sches alterthum, Berlin 1876 ff.
aostnorw. = altostnorwegisch.
Arkiv = Arkiv for nordisk filologi
(s. § 16, a).
as. — altsächsisch.
aschw. = altschwedisch.
awestnorw. — altwestuorwegisch.
asl. = altslavisch.
Beitr. = Beiträge zur geschichte der
deutschen spräche und literatur,
Halle 1874 ff.
Bezz, Beitr. = Beiträge zur kunde
der indogermanischen sprachen,
herausgg. von A. Bezzenberger,
Göttingen 1877 ff.
Bugge, Studier = Studier over de
nordiske (Jude og Heltesagns
Oprindelse af S. Bugge, Christi-
ania 1881—1889.
Burg = Die älteren nordischen ru-
neuinschrifteu von Fritz Burg,
Berlin 1885.
Cod. Tunsb. = Codex Tunsbergensis
(s. § 15 B, d).
Gering, Isl. Æv. = Islendzk Ævcn-
tyri, herausgg. von H. Gering, Halle
1882, 1884.
germ. = germanisch.
got. = gotisch.
Grundriss = Grundriss der germani-
schen Philologie, herausgg. von
H. Paul, Strassburg 1891, 1802.
Gott. gel. anz. = Göttingische ge-
lehrte anzeigen.
hdschr. = handschrift.
ieur. = indoeuropäisch.
isl. = altisländisch.
K. Z. = Zeitschrift für vergleichende
Sprachforschung herausgg. von
A. Kuhn u. a., Berlin 1852 ff.
ugutn. = neugutnisch.
nisl. = neuisländisch.
nnorw. = neunorwegisch.
No. Hom. — das anorw. homilienbuch
(s. § 15, 4).
onorw. = ostnorwegisch.
ostn. = ostnordisch.
Reykj. Mäld. =Reykjaholts Máldagi
(s. § 12, 1 und 8).
schw. = neuschwedisch (wo won
si)rachen die rede ist, sonst — )
schwach (in der flexion).
st. = stark.
XII
St. Hom. = das Stockholmer ho-
inilienbuch (s. § 12, 11).
Sv. Landsm. = Nyare bidrag till
kännedom om de svenska lands-
målen ock svenskt folklif, Stock-
holm 1S79 ff.
Tids kr. f. Fil. N. R. = Nordisk Tid-
skrift for Filologi (og Pædagogik),
Ny Række, Koi)enhagen 1874 ff.
Tidskr. f. Phil. og Pæd. == Tidskrift
for Philologi og Pædagogik,
Kopenhagen 1860 ff.
urgerm. = urgermanisch.
uru. = urnordisch.
Wadstein = Fornnorska homiliebo-
kens Ijudlara af E. Wadstein,
Upsala 1890.
westn. = westnordisch.
wgerm. = westgermanisch.
Wimmer, Forn. forml. = L. F. A. Wim-
mer, Fornnordisk formlära (s.§16,a ;
die citate stimmen auch mit dessel-
ben Verfassers 'Altnordische gram-
matik, aus dem dänischen über-
setzt von E. Sie vers', Halle, 1871).
Wimmer, Læsebog = L. F. A. Wim-
mer, Oldnordisk læsebog (s.§ 10,f.).
wnorw. = westnorwegisch.
Einleitung.
§ 1. Unter altnordisch (an.) verstehen wir hier die
spräche der germanischen bewohner des skandinavischen nor-
dens (mit eÍDSchluss von Island, Grönland und den Färöern)
und der vom norden aus besiedelten gegenden der jetzigen
britischen, russischen und deutschen reiche, von den anfangen
dieser spräche bis zur reformation (in der ersten hälfte des
16. Jahrhunderts). Seit welcher zeit die germanische be-
völkerung im norden wohnhaft gewesen ist, kann noch nicht
einmal annäherungsweise exakt angegeben werden. Jedenfalls
steht es fest, dass sie schon vor Christi geburt da war, ja
höchst wahrscheinlich schon im anfang des sogen, steinalters
(im 3. Jahrtausend v. Chr.); vgl. 0. Montelius in Nordisk tid-
skrift 1884, s. 21 ff. Indessen kennt man nichts von der be-
schaffenheit der spräche in der zeit v. Chr.
Anm, Man wendet bisher oft — aber sehr inkorrekt — die be-
zeichnung altnordisch als gemeinsamen namen für nur zwei (übrigens
nicht hinlänglich scharf aus einander gehaltene) altnordische sprachen (das
altisländische und das altnorwegische) an. Diese ausdrucksweise, an-
fänglich auf einem theoretischen Irrtum beruhend, muss aber jetzt, weil
auch praktisch irre führend, vermieden werden.
§ 2. Seinen Verwandtschaftsverhältnissen nach bildet das
(alt)nordische einen selbständigen zweig innerhalb der ger-
manischen (germ.) familie des indoeuropäischen (ieur.)
Sprachstammes. Seine nächsten verwandten sind also die
beiden übrigen zweige derselben familie, der (vandilische oder)
gotische (got.) und der westgermanische (wgerm.), von denen
vielleicht jener etwas näher steht, weshalb er oft mit dem an.
unter dem namen ostgermanisch (ogerm.) zusammengefasst
wird. Die vorzugsweise wichtigen Übereinstimmungen der
ogerm. sprachen sind:
Noreen, Altial. gramm. 2. aufl. l
2 § 2—4. Einleitung.
1. Die Vertretung des urgerm. ww durch ggw.
2. Die Vertretung des urgerm. jj durch an. ggj, got. ddj.
3. Die erhaltung der alten endung -t in der 2. sg. prät.
ind. (wgerm. auf -i).
Anm. Am zweckmässigsten dürfte sein — was auch schon hie und
da geschieht — eine Spaltung des urgermanischen in drei zweige zu
statuieren: ostgerm. (gotisch), nordgerm. (skandinavisch) und westgerm.
§ 3. Das altnordische ist keine einheitliche spräche, son-
dern eine kollektivbezeichnung vieler zu verschiedenen zeiten
und in verschiedenen gegenden existierenden sprachen, von
denen die älteste, die zugleich die mutter der übrigen ist,
passend als urnordisch (urn.) bezeichnet wird. Unter der
urnordischen spräche versteht man demnach das altnordische
bis zu der zeit seiner Verzweigung in verschiedene dialekte,
die später als völlig selbständige sprachen hervortraten. Diese
Spaltung fällt in die sogenannte vikingerzeit (c. 700 bis c. 1050)
und ergab statt einer altnordischen spräche zunächst drei:
altnorwegisch (anorw.), altschwedisch (aschw.), das in
weiterem verstand auch den sehr eigentümlichen altgutni-
schen (agutn.) dialekt umfasst, und altdänisch (adän.), zu
denen nach der besiedelung Islands (c. 900) bald als vierte
altisländisch (aisl, isl.^) kam. Erst im 11. jahrh. sind die
differenzen so gross, dass man von vier (literatur)sprachen,
statt dialekten, reden darf, wenn auch noch lange zeit einer-
seits aisl. und anorw., andererseits aschw. und adän. einander
sehr nahe stehen, so dass man die beiden ersten als west-
nordische (westn.), die beiden letzteren als ostnordische
(ostn.) gruppe zusammenzufassen pflegt.
Anm. In der vikingerzeit und noch später wurde sowol in Skan-
dinavien als in England das altnordische als donsk tunga bezeichnet.
Später kam dieser ausdruck auch, obwol selten, in der bedeutung von
westnordischer spräche statt des dann in dieser bedeutung üblichen
norrønt mal vor.
§ 4. Die hauptkennzeichen des urnordischen gegenüber
dem gotischen sind:
1. Anlautendes /?- gegenüber got. />/-.
1) Weil das altisländische von ungleich grösserer bedeutung als das
neuisländische ist, bezeichnet man abkürzend oft jenes mit isl., dieses
mit nisl.; vgl. dagegen schw. (neuschwedisch) neben aschw. (alt-
schwedisch) u. d.
§ 4. 5. Einleitung. 3
2. Die erhaltung der stammauslautenden a und i im nom.
und acc. sg. der a- und i-gtämme (got. synkope).
3. Die endung -as im gen. sg. der a-stämme (got. -is).
4. Die endung -e im dat. sg. der a-stämme (got. -d).
5. Die endung -an im gen. und dat. sg. der «w-stämme
(got. -ins, resp. -in).
6. Die endung -iu im dat. sg. der ?i-stämme (got. -au).
7. Die endung -iU im nom. pl. der r-stämme (got. -jus).
8. Die endung -ö in der 1. sg. des schwachen Präteritums
(got. -a).
§ 5. Die denkmäler des urnordischen bestehen ausschliess- -t 6vy>' ^'^^"^
lieh aus runeninschriften. Diese, die an alterttimlichkeity^^ "^**^ ^ ^\
der sprachform alle übrigen germanischen Sprachdenkmäler ^ ""•^'^i
überragen, bedienen sich des älteren, allen germanischen stäm- ^ *'"'■'''* ^ ^
men gemeinsamen runenalphabets von 24 zeichen und sind zu'^^*^ /? ^^o
einer anzahl von über 100 in Schweden, Norwegen, Dänemark -j'^^^ s'^^
und Schleswig vorhanden. Von dieser ziemlich grossen anzahl
sind jedoch nur etwa die hälfte von eigentlich sprachlicher
bedeutung, und auch von diesen sind die meisten sehr kurz.
Die wichtigsten sind: Aus der zeit 200 — 400 n. Chr.: Die In-
schriften von Thors bjærg (3. jahrh.) und Nydam (4. jahrh.)
in Schleswig, Vi (c. 300), Gallehus (c. 800—350), Himlingøje
(4. jahrh.) und Kragehul (gegen 400) in Dänemark, sowie
die von Ein ang (4. jahrh.) in Norwegen. Aus dem 5. jh.
stammen die Inschriften von Steinstad und Fonnas in
Norwegen. In Schweden ist wenigstens die von Etelhem
(auf Gotland) aus der zeit c. 500. Von den zahlreichen brakteat-
inschriften fallen die weitaus meisten in den Zeitraum 400 bis
550; vielleicht aber ist die wichtigste von allen, die von
Tjurkö im südlichsten Schweden etwas jünger. Andere
wichtige inschriften aus alter zeit (wenigstens vor 600) sind
die von Järsbärg (oder Varnum), Tanum, Krogstad,
Vånga, Möjebro (oder Hagby), Lindholm, Skaäng und
Skärkind in Schweden, sowie die von Bø, Opedal, Strand
(Stavanger amt), Tomstad, Tune (verhältnismässig lang),
Valsfjord, Veblungsnæs und die ältere inschr. von Jondal
(oder Torvik) in Norwegen. Aus dem 7. jahrh. möchten z. b.
die Inschrift von Reidstad und wol auch die von By, beide
in Norwegen, sein. Auf der grenze zwischen dem 7. und dem
1*
4 § 5—8. Einleitung.
8. Jahrhundert stehen die inschriften von Istaby, Gommor,
Stentofta (die längste aller dieser inschriften) und Björketorp
(alle e. 700) in Schweden, Vatn und Myklebust (beide
c. 700—725) in Norwegen.
Anm. 1. Aus der vikingerzeit schreiben sich her die beiden in-
schriften von Räfsal und Sölvesborg (c. 750 — 775) in Schweden. Da
sie aber noch im wesentlichen mit dem gemeingermanischen runen-
alphabete geschrieben sind und keine dialektspuren aufzuweisen haben,
mögen sie auch hier erwähnt werden.
Anm. 2. Ueber die urn. inschriften vgl. u. a. besonders die bahn-
brechenden abhandlungen von S. Bugge in Tidskrift for Philologie og
Pædagogik B. (VI), VII, VIII; ferner desselben aufsätze in Aarbøger for
nordisk oldkyndighed , jahrg. (1870), 1871, 1872, 1884 und Christiania
Videnskabsselskabs Forhandlinger, 1872; Wimmer in Aarbøger f. nord.
oldk., 1867 und 1868, Die runenschrift, Berlin 1887; F. Burg, Die älteren
nordischen runeninschriften, Berlin 1885; E. Brate in Bezzenbergers Bei-
trägen XI, 177 if. Zur Chronologie vgl. 0. Montelius in Svenska fornminnes-
föreningens tidskrift VI, 236 ff. Abbildungen bei G. Stephens: Handbook
of the old northern runic monuments of Scandinavia and England,
Kopenh. 188Í %c^>^»Ki/ mir. i^.fi^'trf'^J^^^-^r.ftr^r^^j.U^ÁJ^^^.f.^^^^^^^
§ 6. Eine andere, zum teil weit ältere quelle zur kennt-
niss des urnordischen haben wir in den lehn Wörtern, die
aus dem urn. in die finnischen und lappischen sprachen hinein-
gekommen sind, und die oft noch altertümlichere sprachformen
als die der runeninschriften voraussetzen, was daraus erklär-
lich ist, dass die entlehnungen zum teil schon in den ersten
Jahrhunderten unserer Zeitrechnung (oder noch früher) statt-
fanden.
Anm. Vgl. V. Thomsen (übers, von E. Sievers), Ueber den einfluss
der germ. sprachen auf die finnisch-lappischen, Halle 1870; K. B. Wiklund,
Lule-Lappisches Wörterbuch, Helsingfors 1890 (bes. s. 179 ff.). ^
§ 7. Eine Übersicht der urn. grammatik zu geben, ist
wenigstens zur zeit nicht wol möglich, da die quellen teils an
umfang unzureichend, teils oft nicht sicher deutbar sind. Die
bisherigen ergebnisse der forschungen auf diesem gebiete finden
daher am besten ihren platz als momente in der darstellung
der beiden altertümlichsten tochtersprachen des urnordischen.
Dies sind die westnordischen.
§ 8. Die wichtigsten Übereinstimmungen der beiden west-
nordischen literatursprachen, wie sie in den ältesten quellen
hervortreten, gegenüber den ostnordischen sind:
1. Umlaut in vielen fällen, wo er im ostn. nicht da ist.
^icu.v w^^jt^^V^'^'-t^ c^v/^^cAW^A ^fi^^UMk^ iu.a^-;<^:
Li«-
§ 8. 9. Einleitung. 5
2. Ein silbenauslautendes ü in gewissen Wörtern, wo im
ostn. ö auftritt, z. b. kú : kö kuh, sú : so sau, gnúa : gnöa reiben
u. dgl.
3. üebergang von i, e, ý in konsonantisches i vor a, o, u,
welcher dem ostn. mit wenigen ausnahmen fremd ist.
4. Assimilation von mp, nk, nt zu resp. pp, kk, tt in weit
grösserem umfange als im ostn. durchgeführt.
5. Die endungen pl. nom. -er, -ir, acc. -e, -i statt ostn.
nom. -iar, -iœr, acc. -ia, -iœ bei sehr vielen maskulinen {i- und
/ö-stämmen).
6. Die endung -onom, -unum gegen ostn. -omen, -umin im
dat. pl. des mit suffigiertem artikel versehenen substantivs.
7. Einzelne wichtigere pronominalformen, wie z. b. ek :
ostn. lak, iœk ich; vér (anorw. auch mar) : ostn. vi{r) wir; er
oder þér: ostn. t{r) ihr; sem : ostn. sum gleichwie; u. a.
8. Die präteritalbildung auf -ra, welche im ostn. nicht
vorkommt.
9. Die medio-passiv-form auf -sk neben der im ostn. fast
ausschliesslich gebräuchlichen auf -s.
Anm. Was hier angefiilirt ist, gilt nur für die eigentlichen literatur-
sprachen. Dialektisch kamen ohne zweifei vielfache abweichungen vor,
wie dies besonders in moderner zeit der fall ist. (Ueber die gruppierung
der neunordischen dialekte s. J. A. Lundell: , Svenska folkmålens fränd-
skaper' in Antropologiska sektionens tidskrift B. I, h. 5, Stockholm 1880).
§ 9. Die hauptunterschiede des altisländischen und
altnorwegischen unter einander, wie sie in den ältesten
literarischen quellen hervortreten, sind:
1. íAumlaut im isl. in vielen fallen, wo er im anorw. nicht
vorhanden ist.
2. Isl. regelmässig e, o statt resp. i, u überall in endungen
und ableitungssilben, während dagegen im anorw. durch eine
art von vokalharmonie e, o nur nach gewissen vokalen der
vorhergehenden silbe eintreten.
3. Erhaltung (normaler weise) im isl. von anlautendem h
vor /, n, r, welches im anorw. (ausser im Orkney-dialekt) ziem-
lich früh schwindet.
4. Üebergang von tautosyllabischem fn in mn, von dem
das isl. ziemlieh wenige spuren hat, ist im anorw. fast als
regel zu betrachten.
6 § 9—12. Einleitung.
5. Fast ausschliesslich anorw. sind die pronominalformen
mit neben vit wir zwei, mér neben vér wir, huarr neben huœrr
(isl. huerr) welcher von mehreren.
7. Speziell anorw. ist die endung -r neben -ð, -t in der 2. pl.
§ 10. In der geschichte des altisländischen möchte
man am passendsten drei perioden unterscheiden: Die erste
von den anfangen der besiedelung (ende des 9. Jahrhunderts)
bis um 1200 zeigt noch eine sprachform die anfangs natürlich
gar nicht, später fast nur durch die oben (§ 9) angegebenen
merkmale von dem ältesten anorw. unterscheidbar ist. Die
zweite, die des sog. klassischen isl., von c. 1200 bis c. 1350
zeigt dagegen wichtige sprachliche Veränderungen, die den
unterschied vom anorw. scharf hervortreten lassen, wie z. b. der
Übergang von ó in œ, später auch von é in ié; die dehnung
vor a, 0, u vor l -\- f, g, k, m, p, später auch von a vor
ng und nk\ die Vertretung älterer e, o in endungen durch resp.
i, u\ später diphthongierung von e, g zu resp. ei, au vor yig,
nk, während g sonst zu ^ wird. Die dritte periode von c. 1350
bis um 1530 zeigt spuren von mehreren sprachlichen er-
scheinungen, die sonst als das neuisländische konstituierend
betrachtet werden, wie z. b. der Übergang von r/z und nn in ddn ;
von rl und // in ddl u. a. m.
§ 11. Dialektische differenzen innerhalb des alt-
isländischen sind nur in sehr geringem mass bemerkbar, wenn
sie auch natürlich nicht ganz fehlen. So z. b. zeigt sich ein
Übergang von //, rf in Ih, rb vorzugsweise in solchen hand-
schriften des 13. und 14. Jahrhunderts, die aus dem westlichen
viertel der insel stammen. Einige isl. hdschr. schieben s
zwischen / und í ein, andere aber nicht. Die hierher gehörigen
fragen sind aber bisher fast gar nicht untersucht worden,
weshalb nähere aufschlüsse noch nicht zu geben sind. — In
wie weit die spräche Grönlands (wo von 983 bis c. 1400 is-
ländische kolonisten wohnten) ein von derjenigen des mutter-
landes abweichendes gepräge gehabt hat, ist den unbedeutenden
(runen-)denkmälern gegenüber nicht abzusehen.
§ 12. Die denkmäler des aisl. sind zweierlei art:
A. Runeninschriften. Diejenigen (etwa 40), welche
sich noch auf Island finden, sind sämmtlich in sprachlicher
§ 12. Einleitung. 7
hÍDSÍcht ziemlich wertlos, zumal die älteste (die Inschrift auf
dem kirchthor von ValþjófstaÖur) erst aus dem anfang des
13. jahrhs. stammt und also schon jünger als die ältesten
handschriften mit lateinischem aiphabet ist. Weit wichtiger
— wenn überhaupt hierher gehörig — ist die bedeutend ältere
ausführliche Inschrift zu Karle vi, welche zwar sich auf der
schwedischen insel Oland befindet, aber wol am ehesten von
einem isländischen (oder möglicherweise norwegischen) skalden
an einem dänischen hof herrührt, in erwägung, dass sie in
'dróttkuætt' und — wie es scheint — untadelhafter altwest-
nordischer spräche einen dort begrabenen dänischen häuptling
besingt.
B. Handschriften mit lateinischem aiphabet, die
sowol überaus zahlreich als auch zum grossen teil sehr wert-
voll sind. Von den durch alter oder sonst besonders wichtigen
seien hier erwähnt:
a) Aus dem ende des 12. jahrhs. und der zeit um 1200:
1. Das älteste stück (wahrscheinlich aus der zeit 1178
bis 1193) von dem als Reykjaholts máldagi (inventarien-
verzeichnis) bekannten originaldokument im stiftsarchiv zu
Reykjavik; hrsgg. (photolithographisch) von Sam fund til udgivelse
af gammel nordisk litteratur, Kopenh. 1885.
2. Ein kleines fragment eines homilienbuches, Cod.
AM. 237, fol.; herausgegeben von Þ. Bjarnarson in Leifar
fornra kristinna frœða íslenzkra, Kopenh. 1878, s. 162 if.; vgl.
dazu V. Dahlerup in Nordisk tidskrift for filologi IV, 153.
3. Eine komputistische abhandlung ('Rímbegla')
und eine glossensammlung, Cod. Reg. g. s. 1812, ältester
teil, und (von derselben hand) Cod. AM. 249 1, fol.; jene hdschr.
hrsgg. von L. Larsson, Kopenh. 1883, diese von G. Þorláksson
in Småstykker udg. af Samfund &c., Kopenh. 1884, s. 78 íF.
4. Zwei bruchstücke der Grågås, Codd. AM. 315 d
und (ein wenig jünger) c, fol.; hrsgg. von V. Finsen, jene
hdschr. in Grågås, Kopenh. 1852, 1, 219 ff. (vgl. dazu J. Hoffory
in Nord, tidskr. f. filol. III, 294 f note), diese ib. I, 231 fi. und
Grågås, Kopenh. 1883, s. 490 ff.
5. Eine teilung sur kunde in der sog. Dingeyrabök, Cod.
AM. 279 a, 4"; hrsgg. (von J. SigurÖsson) in Diplomatarium
islandicum I, Kopenh. 1857—76, s. 305 f.
8 § 12. Einleitung.
6. Plácitúsdrápa, Cod. AM. 673 b, 4^; hrsgg. von
F. Jónsson in Mindre afhandlinger udg. af det philologisk-
historiske samfund, Kopenh. 1887, s. 210 ff.
b) Aus der zeit c. 1200 bis gegen 1250:
7. Ein fragment des Elucidarius, Cod. AM. 674 a, 4^;
hrsgg. (photolithographiseh) von der Arnamagnæanischen Kom-
mission (durch K. Gislason), Kopenb. 1869; vgl. dazu Gislason
in Aarbøger 1870, s. 262 ff. und Hoffory in Det pbilologisk-
bistoriske samfunds mindeskrift, Kopenh. 1879, s. 140 ff.
8. Das zweite stück von Reykjaholts máldagi (vgl. 1 oben)
aus der zeit 1204 — 1208; hrsgg. wie 1.
9. Cod. AM. 673 a, 4^, umfassend teils zwei verschiedene,
aber gleichzeitige fragmente von dem sog. Physiologus,
hrsgg. (photolithographisch) von V. Dahlerup in Aarbøger 1889,
s. 199 ff.; teils eine allegorische auslegung vom schiff
und regenbogen, hrsgg. von L. Larsson in Zeitschr. f.
deutsches alterthum XXXV, 244 ff.
10. Neun bruchstücke der legendarischen Olafs-
sage des priesters Styrmer fróÖe, im norwegischen reichs-
archiv zu Kristiania; hrsgg. (die ersten 7) von R. Keyser und
C. R. Unger in Olafs saga hins helga, Chra. 1849, s. 90 ff., wozu
(die übrigen 2) von G. Storm in Snorre Sturlassöns historie-
skrivning, Kopenh. 1873, s. 233 ff.
11. Das umfangreiche und in sprachlicher, besonders ortho-
graphischer, hinsieht sehr wichtige Stockholmer homilien-
bu^h^, Cod. Holm 15, 4^; hrsgg. von Tb. Wisén, Homiliu-
Bók, Lund 1872; vgl. dazu L. Larsson, Studier över den
Stockholmska homilieboken I — II, Lund 1887 und Svar på
prof. Wiséns 'Textkritiska anmärkningar'. Lund 1888, sowie
Wisén in Arkiv f. nord. fil. IV, 193 und Några ord om den
Stockholmska homilieboken, Lund 1888.
12. Ein grosses fragment einer legendensammlung.
Cod. AM. 645, 4^, alterer teil; hrsgg. von L. Larsson, Isländska
handskriften Nr. 645, 4», Lund 1885.
13. Die homilien und dialoge Gregors des grossen.
Cod. AM. 677, 4^, älterer teil; hrsgg. von Bjarnarson in
Leifar &c., s. 19 ff.; vgl. hierzu Dahlerup in Nord, tidskr. f.
fil. IV, 150 ff
§ 12. Einleitung. 9
c) Aus der zeit c. 1250—1300:
14. Die haupthandschrift der Grågås, Cod. Reg. g.
s. 1157, um 1250 geschrieben; hrsgg. von V. Finsen, Grågås I, II,
Kopenh. 1852.
15. Die haupthandschrift der sog. Eddalieder, Cod.
Reg. g. s. 2365, aus dem ende des jahrhs.; hrsgg. von S. Bugge,
Norrœn fornkvæði, Chra. 1867; vgl. Arkiv f. nord. fil. II, 116 ff.
Eine phototypische ausgäbe wird im 1891 in Kopenhagen er-
scheinen. 4"
16. Die haupthandschrift der Snorra Edda, Cod.
Ups. Delag. 11, 4«, aus derselben zeit; hrsgg. (das meiste)
von der Arnamagnæanischen kommission (durch J. Sigurðsson) in
Edda Snorra Sturlusonar II, Kopenh. 1852, s. 250 ff. (vgl. Dahlerup
und Jónsson in Islands grammatiske litteratur, Kopenh.
1884 — 86, 1, 56 ff., sowie E. Mogk in Zeitschr. f deut. philologie
XXII, 129 ff., 364 ff.), III, Kopenh. 1880-87, s. 259 ff und (der
kleine rest) in Diplomatarium islandicum I, s. 500 f., 504 ff.
d) Aus der zeit c. 1300 bis c. 1350:
17. 'Annales islandorum regii', Cod. Reg. g. s. 2087,
von verschiedenen Schreibern zwischen 1306 — 1328 (mit einigen
jüngeren Zusätzen) geschrieben; hrsgg. von G. Storm, Islandske
annaler, Chra. 1888, s. 79 ff.
18. Cod. reg. g. s. 2367, umfassend teils den interpolierten
text der Snorra Edda, hrsgg. von der Arnam. komm, in Edda
Sn. Sturl. I, Kopenh. 1848, s. 24 ff. (vgl. Th. Möbius, Hattatal I,
Halle 1879, II, Halle 1881), teils zwei gedichte des Orkney-
bischofs Biarne Kolbeinsson: lómsvíkingadrapa, hrsgg. von
C. af Petersens, Jómsvíkinga Saga, Lund 1879, s. 103 ff., und
MålshåttakuæSe, hrsgg. von Th. Möbius in Zeitschr. f.
deutsche philologie, Ergänzungsband (Halle 1874), s. 1 ff. und
615 f.
19. Die grosse sagenkollektion 'Möðruvallabók', Cod.
AM. 132, fol., hrsgg. von F. Jónsson, Egils saga, Kopenh. 1886 — 88;
Kr. Kålund, Laxdœla saga, Kopenh. 1889 ff.; K. Gislason,
Hallfreðs saga in Fire og fyrretyve prøver &c., Kopenh. 1860,
s. 6 ff.; H. Gering, Finnboga saga. Halle 1879, und Olkofra Påttr
in Beiträge zur deutschen philologie J. Zacher dargebracht, Halle
1880; ferner (mit 'normalisierter' Orthographie:) Th. Möbius,
Kormaks saga, Halle 1886; G. Þorláksson, Gluma in íslenzkar
10 § 12. Einleitung.
foi-DSögur I, Kopenh. 1880, s. 1 if.; K. Gislason, Sagan af
Droplaugarsonum, Kopenli, 1847, und Fóstbrœðra saga, Kopenh.
1852; H. Friðriksson, Bandamanna saga, Kopenh. 1850; unediert
sind drei bruchstücke der Nials saga.
Noch spätere handsebriften sind in sprachlicher hinsieht
weniger bedeutend.
Die ältesten isl. (und anorw.) sprachformen sind oft nicht in
den ältesten handsebriften zu finden, sondern in einigen skalden-
gedicbten, die zwar erst in handsebriften des 13. jahrbs. erbalten
sind, die aber in folge der metrischen abfassung manche form
von besonderer altertümlichkeit aufbewahrt haben. Eine den
heutigen forderungen der Wissenschaft genügende ausgäbe dieser
hochwichtigen denkmäler wird jetzt von der Arnamagnæanischen
kommission vorbereitet.
Anm, 1. Ueber die rimeninschriften Islands s. Kr. Kålund in Aar-
bøger 1882, s. 57 if.; über die Karlevi-inschrift s. S. Söderberg, Anti-
qvarisk tidskrift för Sverige IX, 2, s. 3 ff., E. Brate (und S. Bugge) ib. X, 260 ff.
Anm. 2. Ueber die isl. literatur s. vorzugsweise K. Maurer, Ueber
die ausdrücke altnordische, altnorwegische und isländische spräche,
München 1867 (in den Schriften der bair. akademie); Udsigt over de nord-
germaniske retskilders historie, Kra. 1878; Ueberblick über die geschichte
der nordgermanischen rechtsquellen, Leipzig 1882 (in v. Holtzendorff's
Encyclopädie der rechtswissenschaft P, 321 ff.); G. Storm, Snorre Sturlassöns
historieskrivning, Kopenh. 1873; G. Vigfusson, Sturlunga saga I (prole-
gomena), Oxford 1878; G. Þorláksson, Udsigt over de norsk-islandske
skålde, Kopenh. 1882; G. Cederschiüld, Fornsögur Suðrlanda (einleitung),
Lund 1884; J. Þorkelsson, Om digtningen på Island i det 15. og 16. årh.,
Kopenh. 1888. Eine sehr knappe aber treffliche Übersicht über die
wichtigsten Schriftwerke bietet 0. Brenner, Altnordisches handbuch, Leipzig
1882, s. 7 ff.; eine zeitgemässe gesammtdarstellung bietet E. Mogk in
Paul's Grundriss der germ. philologie IIa, s. 71 ff. (vgl. K. v. Amira,
ib. IIb, s. 101 ff.).
Vollständiges verzeichniss der textausgaben bei Th. Möbius, Ver-
zeichniss der auf dem gebiete der altnordischen (altisländischen und alt-
norwegischen) spräche und literatur von 1855 bis 1879 erschienenen Schriften,
Leipzig 1880, und Catalogus librorum islandicorum, Leipzig 1856 (für die
zeit vor 1855); die nach 1880 erschienenen ausgaben verzeichnet Arkiv
for nordisk filologi, Christiania 1882—88, Lund 1889 ff.
Die handsebriften sind vorzugsweise in folgenden grossen Samm-
lungen aufbewahrt: 1. Die Arnamagnæanische (AM.) der Universitäts-
bibliothek zu Kopenhagen; s. (Kr. Kålund,) Katalog over den Arnam.
håndskriftsamling, Kopenh. 1888 ff. 2. Die alte Sammlung der königlichen
liehen bibliothek (Reg. g. s.) zu Kopenhagen. 3. Die Delagardiesche der
Universitätsbibliothek zu Upsala (Ups. Delag.); vgl. Antiquarisk tidsskrift
§ 13. 14. Einleitung. H
1846 — 1848, s. 97 íf. 4. Die Sammlung der königlichen bibliothek zu Stock-
holm (Holm.); s. A. J. Arwidsson (und J. Sigurösson), Förteckning öfver
kongl. bibliotekets i Stockholm isländska handskrifter, Stockh. 1848. —
Zur datierung der ältesten hdschr. vgl. u. a. Hoifory, Göttinger gel. an-
zeigen 1884, s. 478 ff.
§ 13. Innerhalb der geschichtliehen entwickelung des
altnorwegischen kann man dieselben drei perioden wie im
isl. unterscheiden. Die sprachform der ersten periode ist in
ihrem gegensatze zum isl. durch das oben (§ 9) angeführte
schon hinlänglich charakterisiert worden. Die zweite periode
(e. 1200 bis c. 1350) scheint zunächst keine grösseren Ver-
änderungen durchgeführt zu haben. Das 14. jahrh. bringt aber
mehrfache abweichungen vom älteren sprachgebrauche mit sich.
So z. b. treten ziemlich allgemein // (schon im 13. jahrh.), nn,
SS statt resp. rl, rn, rs auf; i wird vor r + kons, oft zu y,
zwischen kons, und auslautendem r entsteht ein svarabhaktivokal,
nach welchem das r bisweilen schwindet; u. a. m. Die dritte
periode (c. 1350 bis um 1530), die übrigens fast gar keine literatur
aufzuweisen hat, zeigt in folge der Vereinigung Norwegens
(1319) in Personalunion mit Schweden einen starken einfluss
des schwedischen (z. b. die endung -in in der 2. pl. des verbs)
und, nachdem Norwegen später mit Dänemark vereint worden
ist, noch mehr des dänischen (z. b. tönende statt tonloser ver-
schlusslaute nach vokalen, -e statt -a in endungen, einzelne
dänische lehnwörter und wortformen, u. a. m.) auf die spräche
Norwegens. Endlich hört das Norwegische zur zeit der
reformation auf als literatursprache zu existieren, wird durch
das dänische ersetzt und lebt von da ab bis in die erste hälfte
dieses Jahrhunderts nur in seinen dialekten.
§ 14. Schon in alter zeit sind im anorw. dialektische
dif feren zen bemerkbar, wie es auch bei den geographischen
Verhältnissen nicht anders zu erwarten war. Besonders hervor-
tretend — je später je mehr — ist der gegensatz zwischen
der spräche des westlichen Norwegens, welche zum teil die-
selbe entwickelung wie ihre tochtersprache auf Island durch-
läuft, und derjenigen des östlichen Norwegens, welche noch
mehr in die äugen fallende Übereinstimmungen mit dem gleich-
zeitigen altschwedisch aufzuweisen hat. Die hauptunterschiede
des ostnorwegischen (onorw.) vom westnorwegischen
(wnorw.) um 1350 dürften sein:
12 § 14. Einleitung.
1. Onorw. (oft schon in der ältesten literatur) þœnn 'den',
þcet 'das', þær 'dort' gegen wnorw. þann, þa(, þar.
2. Onorw. zeigt (schon im 13. jahrh.) spuren sowohl
progressiver als regressiver vokalharmonie.
3. Onorw. wird y vor r oder / unter umständen in iu ge-
brochen.
4. Onorw. geht a in endungen nach langer Wurzelsilbe in
œ über.
5. Onorw. erscheint der zwischen auslautendem r und
einem vorhergehenden konsonanten eintretende svarabhakti-
vokal oft als a, wnorw. dagegen als w oder o.
6. Onorw. werden Id, 7id zu //, nn assimiliert.
7. Onorw. gehen rs und (zum teil) Is in kakuminales
s über.
8. Onorw. kann auslautendes r nach dem svarabhakti-
vokal schwinden.
9. Onorw. wird tl zu tsl, woraus dann sl
10. Wnorw. geht sl in tl über.
Schwieriger ist — wegen des fast gänzlichen mangels an
hingehörigen denkmälern — zu bestimmen, in wie weit die
dialekte, die sich auf den westlichen inseln Europas aus-
bildeten, nachdem sich dort skandinavische — wol meist
norwegische — auswanderer angesiedelt hatten, von der
spräche des mutterlandes abwichen. Diese kolonien waren:
a) Die Färöer, deren charakteristischer dialekt in neuerer
zeit vielfache beachtung gefunden hat wegen der umfangreichen
gedichte altertümlichen Inhalts, die in diesem Jahrhundert auf
den inseln nach der volkstümlichen tradition aufgezeichnet
worden sind. Schon aus anorw. zeit stammen nicht ganz un-
bedeutende handschriftliche quellen (s. Diplomatarium nor-
vegicum, passim; G. Storm in Norges gamle love IV, 665, 698),
unter denen die wichtigste eine grosse, von einem färöischen
Schreiber zwischen 1320 und 1350 abgeschriebene Sammlung
altnorwegischer gesetze (Cod. Hist. Lit. 12 fol. in der Universitäts-
bibliothek zu Lund; einige stücke daraus hrsgg. von Keyser
und Munch, Norges gamle love III, 12. 41. 68. 90. 108. 121.
134) sein dürfte. Von dialekteigentümlichkeiten seien hier
bemerkt: æ, é statt ð, é\ der svarabhaktivokal u vor auslauten-
§ 14. 15. Einleitung. 13
dem r; die präposition met^ statt vib; die konjunktion nea statt
né '(weder) noch'.
b) Die Orkney-inseln, wo der nordisclie dialekt um 1800
ausgestorben ist. Denkmäler der alten zeit sind die 30 runen-
inschriften zu Maeshowe aus der zeit um 1150 (s. P. A. Muncb,
Samlede Aíhandlinger IV, 516 íF.), sowie einige diplome (s. Dipl.
norv., passim), welche uns belehren, dass h vor /, n, r hier
wenigstens 200 jähre später als in Norwegen verstummte, und
dass in einigen Wörtern u, ú vor o, 6 bevorzugt wurden.
c) Die Shetland-inseln (Hialtland), deren um 1800 aus-
gestorbener nordischer dialekt als denkmäler aus alter zeit
nur einige diplome (s. Dipl. norv., passim) aufzuweisen hat.
Diese zeigen ey oder ay statt Jdy\ bisweilen u statt au\ iah
neben e/r 'ich'; h vor konsonantischem i wurde wie 'ich '-laut
gesprochen; ia ist, wie oft im onorw., in iæ übergegangen.
d) Auf Man existiert schon seit Jahrhunderten kein nor-
discher dialekt, von dessen einstigem dasein jedoch 14 aus
der zeit 1050 — 1150 stammende runeninschriften zeugen.
(s. P. A. Munch, Saml. Afh. III, 181 ff.). In betreff der spräche
geben diese nur sehr wenige aufschlüsse.
e — g) In Irland und dem nördlichen Schottland,
sowie auf den Hebriden (Suðroyiar) ist die nordische spräche
längst erloschen (in Irland um 1300, auf den Hebriden um
1400 oder etwas später); keine denkmäler aus alter zeit.
§ 15. Die denkmäler des altnorwegischen (mit aus-
schluss der eben erwähnten inseldialekte) sind zweierlei art:
A. Runeninschriften (etwa 150), die jedoch fast alle
gleichzeitig oder doch wenig älter als die literaturdenk-
mäler sind, daher in sprachlicher hinsieht nicht besonders
wichtig. Hier mögen deshalb nur erwähnt werden aus der
zeit um 1050 die Inschrift von Frösö in der jetzt schwedischen
provinz Jämtland, aus der zeit um 1150 die von Flatdal in
Telemarken und aus dem 13. jh. die zum teil metrischen in-
schriften von Aar dal in Sogn.
B. Handschriften mit lateinischem aiphabet, die
zwar nach anzahl hinter den isl. unvergleichlich zurückstehen,
aber in betreff des alters diesen fast gleich kommen. Als die
ältesten und wichtigsten mögen hier erwähnt werden:
14 § 15. Einleitung.
a) Aus dem ende des 12. jahrhs. und der zeit um 1200:
1. Drei legendenbruchstücke, Cod. AM. 655, 4«,
fragm. IX a, b, c, die sicher vor 1200 niedergeschrieben sind;
hrsgg. von Unger in Heilagra manna sögur I, 269 — 71, 823—5,
II, 207-9, Chra. 1877.
2. Drei bruchstücke des ältesten Gulathings-
gesetzes. Cod. AM. 315 f, foL; hrsgg. von G. Storm, Norges
gamle love IV, 3—13, Chra. 1885.
3. Vier bruchstücke des älteren Gulathings-ge-
setzes, Fragm. 1 B im reichsarchiv zu Kristiania; hrsgg. von
Keyser und Munch, Norges gamle love II, 495 — 500, Chra. 1848
(1 — 3 auch photolithographisch, ibid. IV, facsimil. XIII — XV;
vgl. s. 795 f.).
b) Aus der zeit c. 1200 bis gegen 1250:
4. Das sehr v^ichtige homilienbuch, Cod. AM. 619, 4^,
im anfang des 13. jahrhs. zu Hamar niedergeschrieben; hrsgg.
von Unger, Gammel norsk homiliebok, Chra. 1864; vgl. hierzu
E. Wadstein, Fornnorska homiliebokens Ijudlära, s. 4 — 33,
Ups. 1890.
5. Ein bruchstück des älteren Eidsivathings-(oder
vielleicht Borgarthings-) ge setz es, Fragm. 1 A im reichsarchiv
zu Kristiania; hrsgg. photolithographisch in Norges gamle
love IV, facsimil. XVII (vgl. s. 797).
6. Ein bruchstück des älteren Gulathings-gesetzes,
Cod. AM. 315 e, fol.; hrsgg. in Norges gamle love l|t 115 — 18.
7. Ein bruchstück des stadtrechtes von Dront-
heim (NiÖaróss biarkøyiarréttr). Cod. AM. 315 g, fol., gegen
1250 geschrieben; hrsgg. in Norges gamle love IV, 71—4.
c) Aus der zeit c. 1250 bis c. 1300:
8. Die einzige vollständige handschrift ('Rantzovianus')
des älteren Gulathings-gesetzes, Cod. 137, 4« e dona-
tione variorum in der Universitätsbibliothek zu Kopenhagen,
um 1250 geschrieben; hrsgg. von Keyser und Munch, Norges
gamle love I, 3—110, Chra. 1846.
9. Die einzige vollständige handschrift der legenda-
rischen Olafssage, Cod. Ups. Delag. 8, fol., um 1250
geschr.; hrsgg. von Keyser und Unger, Olafs saga hins helga,
Chra. 1849.
§ 15. Einleitung. 15
10. Die haupthandscbrift der Barlaamssage, Cod.
Holm. 6, fol., um 1250 geschr.; hrsgg. von Keyser und Unger,
Barlaams ok Josaphats saga, Chra. 1851.
11. Der grösste teil einer miseellanhandschrift, Cod. Ups.
Delag. 4 — 7, fol. und AM. 666 b, 4 ^, romantisclien inhalts und
um 1250 von drei verschiedenen Schreibern gescbr.; hrsgg. von
Kölbing, Pamphilus und Galathea in Germania XXIII,
129 — 41; Elis saga ok Rosamundu, Heilbronn 1881; Keyser
und Unger, Strenglei kar, Chra. 1850; unediert ist ein dialog
zwischen muth und feigheit.
12. Die haupthandscbrift des Speculum regale (oder
Konungsskuggsiá), Cod. AM. 243 b a, fol., nach 1250 gescbr.;
hrsgg. von Brenner, Speculum regale, München 1881.
13. Drei bruchstücke des Speculum regale im reichs-
archiv zu Kristiania; hrsgg. von Brenner, a. a. o., s. 6 — 15,
21—3, 24—7, 35-9.
14. Ein bruchstück des Speculum regale, Cod. Reg.
n. s. 235g; hrsgg. von Brenner, a.a.O., s. 89 — 93.
15. Drei bruchstücke des älteren Frostuthings-
gesetzes. Cod. Me. II, 2 in der Universitätsbibliothek zu
Tübingen, um 1260 — 70 gescbr.; hrsgg. von Sievers in Ver-
zeichniss der doctoren ... im decanatsjahre 1885 — 1886,
Tübingen 1886; und von G. Storm, Norges gamle love V, 1 — 7
(und photolithographisch ib. facsim.), Chra. 1890.
16. Ein bruchstück der Karlamagnussage im reichs-
archiv zu Kristiania; hrsgg. von Unger in Karlamagnus saga
ok kappa hans, s. 556 — 8, Chra. 1860.
17. Die haupthandscbrift der Dietrichssage, Cod.
Holm. 4, fol., von fünf verschiedenen Schreibern im ende des
13. jahrhs. gescbr.; hrsgg. von Unger, Saga Þiðriks konungs
af Bern, Chra. 1853.
18. Die haupthandscbrift der sage erzbischof
Thomas', Cod. Holm. 17, 4<^; hrsgg. von Unger, Thomas
saga erkibyskups, s. 1 — 282, Chra. 1869.
19. Das überaus interessante, aus wachstafeln zusammen-
gesetzte notizbuch von Hoprekstad in Sogn; hrsgg. photo-
lithographisch von H. J. Huitfeldt -Kaas, En notitsbog paa
voxtavler (Chra. videnskabs-selskabs forhandlinger 1886, nr. 10).
16 § 15. 16. Einleitung.
d) Aus der zeit c. 1300 bis c. 1350 sei hier nur erwähnt
die grosse gesetzsammlung Codex Tunsbergensis (Cod.
Reg. n. s. 1642), deren ältester und grösster teil zwischen 1320
und 1330 geschrieben ist; hieraus hrsgg. photolithographisch
Borgarthings ældre kristenret, Chra. 1886; anderes von Keyser
und Munch in Norges gamle love III, 17 f., 32 f., 44—55, 63—7,
70—3, 86—90, 93—7, 114 f., 118—20, 125—34; das meiste noch
un ediert (vgl. G. Storm, Norges gamle love IV, 425 ff.).
Uebrigens mag als in sprachlicher hinsieht besonders
wichtig hervorgehoben werden die grosse menge von diplomen,
die seit dem anfang des 13. jahrhs. das ganze mittelalter hin-
durch auftreten, nach 1400 fast die einzigen literaturdenkmäler
ausmachen und vorzugsweise für die erforschung der dialektischen
differenzen der jeweiligen sprachform von belang sind; hrsgg.
von Lange, Unger und Huitfeldt-Kaas, Diplomatarium norvegi-
cum, Chra. 1847 bis jetzt (B. I— XIII).
Anm. 1 . Ueber die anorw. runeninschriften s. besonders Nicolaysen,
Norske fornlevninger, Chra. 1862 — 66; Undset, Indskrifter fra middelalderen
i Throndhjems domkirke (Chra. videnskabs-selskabs forhandlinger 1888,
nr. 4); S. Boije in Bidrag till kännedom om Göteborgs och Bohusläns
fornminnen och historia III, 266 íf., Sthlm. 1886 (behandelt die Inschriften
der jetzt schwedischen provina Bohuslän; dazu auch Brusewitz und
Montelius ibid. I, 425 ff.). Ueber die inschr. von Frösö s. Noreen in Arkiv
f. nord. fil. III, 31 ff.; die von Flatdal Wimmer, Døbefonten i Åkirkeby
kirke, s. 53 f., Kopenh. 1887; die von Aardal Bugge in Foreningens til
norske fortidsmindesmærkers bevaring aarsberetning for 1868, s. 30 ff.,
Chra 1869.
Anm. 2. Ueber die anorw. literatur (welche fast immer mit der aisl.
zusammen behandelt worden ist), die textausgaben und die handschrift-
sammlungen s. die oben § 12, anm. 2 erwähnten werke (speciell über das
anorw. handelt Brenner, Altnorw. handb., s. 3ff.; Hoffory, Gott. gel. anz.
1884, s. 482 ff.).
§ 16. Aus der menge von hilfsbüchern zum studium der
aisl. und anorw. sprachen — die bisher fast nie gesondert be-
handelt worden sind — mögen als die brauchbarsten hervor-
gehoben werden:
a) Laut- und flexionslehre:
L. F. A. Wimmer, Fornnordisk formlära. Lund 1874, ver-
glichen mit der vorrede zu dem lesebuche desselben Verfassers.
(Die eigentliche formenlehre besonders gut; die lautlehre knapp
und jetzt veraltet).
§ 16. Einleitung. 17
Eine kurzgefasste gescliicbtliche darstelliiug giebt A. Noreen
in Gruudriss der germanischen philologie hrsgg. von H. Paul I,
445-74, 490 ff.
Einzelne gebiete behandeln ausführlicher u. a. J. Þorkelsson,
Athugasemdir um islenzkar málmyndir, Reykjavik 1874; Brey-
tingar á myndum vidtengingarháttar , Reykj. 1887; Beyging
sterkra sagnorða, Reykj. 1888 bis jetztf die einleitungen zu
L. Larsson's ausg. der Isl. handskr. nr. 645, 4^ Lund 1885,
und des Cod. 1812, 4^, Kopenh. 1883; H. Gering's ausg. der
Finnboga Saga, Halle 1879, und der Islenzk Ævintyri I, Halle
1882; V. Dahlerup's ausg. des Agrip, Kopenh. 1880, u. a.; end-
lich verschiedene — zum teil sehr wichtige — abhandlungen
von u. a. S. Bugge, Hj. Falk, K. Gislason, J. Hoifory, A. Kock,
E. Lidén, Fr. Läffler, A. Noreen, H. Paul und E. Sievers in u. a.
folgenden Zeitschriften: Beiträge zur geschichte der deutschen
spräche und literatur, Halle 1874 ff.; Aarboger for nordisk
oldkyndighed, Kopenhagen 1866 ff.; Nordisk Tidskrift for Filo-
logie (og Pædagogik), Ny Række, Kopenh. 1874 ff.; vor allem
aber Arkiv for nordisk filologie I — IV, Christiania 1882—88,
V ff. (= Arkiv for nord. fil, Ny foljd I ff.). Lund 1889 if.
Das altnorwegische berücksichtigt — doch nur in einzeln-
heiten — N. M. Petersen, Det danske, norske og svenske sprogs
historie II, 57 ff., Kopenh. 1830 (jetzt veraltet); Th. Möbius,
lieber die altnordische spräche, s. 15 ff., Halle 1872; die ein-
leitungen zu Sievers' ausg. der Tübinger bruchstücke, Tübingen
1886; Vigfusson's ausg. der Eyrbyggja Saga, Leipig 1864;
Keyser's und Unger's ausg. der Olafs Saga, Chra. 1849 und
der Barlaams Saga, Chra. 1851; Unger's ausg. der Saga Þiðriks,
Chra. 1853; aber vor allem die wichtige abhandlung E. Wad-
stein's Fornnorska homiliebokens Ijudlära, Upsala (universitets
årsskrift) 1890.
b) Stammbildungslehre:
Eine zusammenfassende und einigermassen erschöpfende
darstellung giebt es noch nicht. Einzelnes bieten: F. Kluge,
Nominale stammbildungslehre der altgerm. dialecte, Halle 1886;
F. Tamm' Om fornnordiska feminina afledda på // och på iþa,
Upsala (univers, årsskr.) 1877; W. Schlüter, Die mit dem
sufiixe ja gebildeten deutschen noniina, Göttingeu 1875;
Noreen, Altisl. gruiniii. 2. aud. 2
18 § 16. Einleitung.
K. V. Bahder, Die verbalabstracta in den gerra. sprachen, Halle
1880; L. Sütterlin, Geschichte der nomina agentis im germani-
schen, Strassburg 1887; Hj. Falk, Die nomina agentis der alt-
nord. spräche (in Beitr. z. gesch. d. deut. spr. XIV, 1 ff.), 1889;
E. Hellquist, Bidrag till läran om den nordiska nominal-
bildningen (in Arkiv f. nord. fil. VII, 1 íf., 97 ff.), 1890 (sehr
reichhaltig).
c) Syntax:
G. Lund, Oldnordisk ordföjningslære (Nord. Oldskrifter
XXIX— XXXI), Kopenh. 1862 (materialsammlung); K. Hilde-
brand, lieber die conditionalsätze und ihre conjunctionen in
der älteren Edda, Leipz. 1871; Th. Wisén, Om ordfogningen i
den aldre Eddan, Lund (univers, årsskrift) 1865; M. Nygaard,
Eddasprogets syntax I, II, Bergen 1865, 1867; desselben ab-
handlungen über das hilfsverb munu in Aarbøger 1878, über
den gebrauch des partic. präs. in Aarbøger 1879 und über
den gebrauch des konjunktivs in Arkiv f. nord. fil. I — III,
1882—6.
Eine knappe übersieht der syntax giebt M. Nygaard, Oldnorsk
grammatik til Skolebrug, 3. aufl., Bergen 1883, so wie auch
Pœstion, Einleitung in das studium des altnordischen I,
Wien 1882.
d) Metrik:
Grundlegend sind die abhandlungen von E. Sievers, Bei-
träge zur skaldenmetrik I — III in Beiträge z. gesch. d. deut.
spr. V, VI, VIII; Das Verhältnis der ags. metrik zur altuord.
und deutschen, ibid. X; Proben einer metrischen herstellung der
Eddalieder, Tübingen 1885. Einzelne ausführungen bieten
ferner: Th. Wisén, Málahattr in Arkiv f. nord. fil. III; desselben
einleitung zu Riddara Rímur, (Lund-) Kopenh. 1881; K. Hilde-
brand, Die versteilung in den Eddaliedern, Halle 1873;
J. Hoffory in Göttinger gel. anz. 1888, s. 153 ff.; W. Ranisch,
Zur kritik und metrik der Ham]^ismál, Berlin 1888; A. Heusler,
Der Ljó);aháttr (in Acta Germanica I, 2), Berlin 1890.
Eine kurzgefasste übersieht geben E. Brate, Fornnordisk
metrik, Upsala 1884, und Th. Wisén, Carmina norræna I, 169 ff.,
Lund 1886. Eine ganz genügende gesammtdarstellung giebt
es zur zeit noch nicht.
§ 16. Einleitung. 19
e) Wörterbücher:
(R. Cleasby und) G. Vigfusson, An icelandic-english dictio-
nary, Oxford 1874. (Das reichhaltigste Wörterbuch, aber nicht
immer ganz zuverlässig; die etymologien gänzlich verfehlt).
J. Fritzner, Ordbog over det gamle norske sprog (2. ausg.
in drei bänden) Kristiania, I (A— Hj) 1886, II (bis jetzt Hl — 0),
1887 ff., durchaus zuverlässig; legt auf das semasiologische
besonderes gewicht; berücksichtigt vorzugsweise den anorw.
Wortschatz. ^ \^\ - ? \f^ii
S. Egilsson, Lexicon poeticum antiquæ linguæ septentrio-
nalis, Kopenh. 1860. (Ein seiner zeit sehr gutes Wörterbuch,
jetzt aber in vielen beziehungen veraltet).
J. Þorkelsson, Supplement til islandske Ordboger, Reykja-
vik 1876; Suppl. t. isl. Ordb., anden Samling, Reykj. 1879—85.
Tb. Möbius, Altnordisches Glossar (Wtb. zu einer auswahl
altisl. und altnorw. texte), Leipzig 1860.
H. Gering, Glossar zu den liedern der Edda, Paderborn
und Münster 1887.
L. Larsson, Ordforrådet i de älsta islänska handskrifterna,
Lund 1891 (absolut vollständiges Verzeichnis aller belegten
formen der ältesten isl. hdschr.; ohne Übersetzung der Wörter).
f) Lesebücher für anfänger:
L. F. A. Wimmer, Oldnordisk læsebog, 4. aufl., Kopenh.
1889 (eine ganz vorzügliche arbeit).
H. Sweet, An icelandic primer, Oxford 1886 (ein kleiner
auszug aus dem vorhergehenden).
M. Nygaard, Udvalg af den norröne Literatur (I — III),
3. aufl., Bergen 1889 (ein sehr gutes buch).
Anra. 1. Sonstige hilfsbücher verzeichnen Th. Möbius' schon (§ 12
anm. 2) erwähntes Verzeichniss &c. und die bibliographie im Arkiv f. nord.
fil. I ff.
Anm. 2. Betreffend die in dieser einleitung erörterten fragen vgl.
meine 'Allgemeine historische übersieht' in Grundriss der germ. philologie
hrsgg. von H. Paul I, 417 ff.
2*
Lautlehre.
I. Abschnitt. Einleitendes über schritt und
ausspräche.
Kap. 1. Die runen.
§ 17. Es kommen im alten norden zwei verschiedene
runenalphabete vor. Das eine ist das, welches auch bei den
übrigen germanischen stammen im gebrauch war. Es wird
daher das germanische genannt oder, weil es im norden
von einem jüngeren abgelöst wurde, das ältere; wegen der
grösseren anzahl der zeichen wird es auch wol manchmal das
längere genannt. Die zeichen sind 24, von denen einige von
denjenigen, die in Deutschland und England in gebrauch
waren, abweichen. Mit lateinischen buchstaben transskribiere
ich im folgenden diese als
f u þ ark^Wyhnijé'^p r s ,t f) em I 73 o t>,
welche hier in der Ordnung angeführt sind, die sie auf dem
brakteaten von Vadstena (wo jedoch ð fehlt) haben.
Dieses alphabetes bedienen sich alle urnordische runen-
inschriften sowie zum teil einige aus der vikingerzeit.
§ 18. Welche ausspräche diesen zeichen im norden zu-
kam^ ist natürlich schwer ganz genau zu bestimmen. Aller
Wahrscheinlichkeit nach waren f), t), g zeichen für tönende
Spiranten, für explosivæ nur unmittelbar nach nasalen; /" war
bilabial, nicht dentilabial; w ein mitlautendes u; h wol in den
meisten Stellungen als deutsch ch zu sprechen; r ist ein pala-
tales oder dorsales r (andere halten es für ein sehr dentales.
§ 19—20. Die rimen. 21
lispelndes r); u drückt die verbinduug von gutturalem nasal
und folgendem g aus (wol auch nur den ersten laut, aber y^^^^^r^.
belege fehlen). Die übrigen zeichen sind wol wie in der
späteren spräche auszusprechen.
Anm. Ganz unsicher ist der lautwert des sehr seltenen é (ge-
schlossenes e? nasaliertes i? ursprünglich hiol).
§ 19. Dies runenalphabet, dessen sich die urnordischen
Inschriften bedienten, wurde in der vikingerzeit durch ein
anderes ersetzt. Dieses jüngere runenalphabet ist aus dem
älteren entwickelt, hat aber nur 16 zeichen, weshalb es auch
als das kürzere bezeichnet werden kann. Weil es den
Skandinaviern eigen ist, hat es auch einen dritten nanien, das
nordische. Dies ist in lateinischer transskription :
f u þ q, r k ,h n i a s ,t h l m R.
Dieses alphabetes bedienen sich während der vikingerzeit
fast ausschliesslich, später nur teilweise (s. § 21), so wol die
ostnordischen als die westnordischen runeninschriften. Unter
diesen letzteren nehmen die von Jäderen (Norwegen) und der
insel Man eine besondere Stellung ein durch verschiedene
eigentümlichkeiten der runenformen.
§ 20. Ueber die ausspräche dieses höchst mangelhaften
alphabetes sei hier unter vergleichung des isl.-anorw. normal-
alphabetes (s. kap. 2 unten) nur folgendes bemerkt (vgl. meine
altschwed. gramm.):
a entspricht sowol (unnasalirtem) a wie ce (und o?); f(, be-
zeichnet die entsprechenden nasalirten laute.
/ bez. / und e, später auch ce ; dann werden œ und e auch
durch die Verbindung ai, seltener ia, ausgedrückt; sonst bez.
ai, ia die diphthonge cei, ia.
u bez. sowol u und o wie y und .ø, selten o; später werden
0, 0 und ^ auch durch au ausgedrückt; sonst bez. au teils au,
teils //// (und ey).
/] l, n, m, r, s sind die entsprechenden isl.-anorw. laute.
Die nasale werden indessen gewöhnlich nicht vor b, k, oft
nicht vor l ausgeschrieben, z. b. liki = lœngi, ailafns =
(cndabiss.
22 § '-^1- Die runen.
b, k, l sind sowol mediæ, resp. h, g, d, wie tenues, resp.
p, k, t\ ausserdem bez. h bisweilen tönendes / (/>), k oft
spirantisches g (g).
li bez. h und, besonders etwas später, spirantisches g {^).
E bez. palatales r (vgl. § 18), selten e, ce oder /.
/> bez. þ und ð.
Länge (sowol der vokale wie der konsonanten) wird nur
ganz ausnahmsweise (dann durch doppelschreibung der be-
treifenden rune) bezeichnet, z. b. trutin = dróltinn.
Anm. In gewissen fallen ist der lautwert der runen nicht genau
zu ermitteln.
§ 21. Schon um 1000 zeigen sich spuren einer neuen
modifikation des runenalphabetes, die dahin zielte die runen
in stand zu setzen ebensoviele laute auszudrücken wie das
lateinische aiphabet. Diese bestrebungen gewannen durch die
reformvorschläge, welche in Schriften Thorodd's runameistare
(um 1125, jetzt verloren) und Olafs hvitaskald (um 1250;
hrsgg. von B. Magnússon Olsen in Den tredje og fjærde
grammatiske afhandling i Snorres Edda, Kopenhagen 1884)
dargestellt wurden, ihren abschluss. So entstanden allmählich
die jüngsten runen, die punktierten (sogenannt, weil einige
der alten runen durch pünktchen modificiert sind) oder, wie
sie auch wol (nach dem königlichen gönner Olafs) genannt
werden Waldemarsrunen. Dies aiphabet, das in trans-
skription natürlich ganz mit dem lateinischen alph. der gleich-
zeitigen altnord. literatur zusammenfallt, hat schon im 13. jahrh.
die kürzere runenreihe so gut wie ganz verdrängt. Da aber
seit dem 12. jh. das lateinische aiphabet — auch für inschrift-
liche zwecke — immer häufiger angewandt wurde, so schwinden
allmählich die runeninschriften überhaupt, in Norwegen mit
dem ende des 14. jahrhs., auf Island dagegen erst nach der
reformation. Isl.-anorw. runenhandschriften hat es wahrschein-
lich nie gegeben.
Anm. Ueber die entstehung und geschichte der runen s. vor allem
das hauptwerk von L. F. A. Wimmer, Die runenschrift, übersetzt von
F. Holthausen, Berlin 1887 (vgl. dazu R. Henning, Die deutschen runen-
denkmäler, Strassburg 1889, passim; gute referate über Wimmers und
Hennings arbeiten liefert E. Brate in Svenska fornminnesföreningens
tidskrift VII, 50 íf. und 247 ff.); weiter P. G. Thorsen "Om runernes brug
til skrift udenfor det monumentale", Kopenh. 1877 und B. Magnussen
§ 22. Das lateinische aiphabet. 23
Olsen 'Runerue i den oldislandske literatur', Kopenh. 1883 (vgl. dazu
G. Storm in Arkiv f. nord. fil. II, 172 ff.; V. Dahlerup und F. Jónsson, Den
første og anden grammatiske afhandling i Snorres Edda, s. VI ff., Kopenh.
1886). Eine gute, populär gehaltene Übersicht bietet P. Købke 'Om runerne
i Norden', 2. aufl., Kopenh. 1890. Jetzt veraltet ist P. A. Munch, Kort-
fattet fremstilling af den ældste nordiske runeskrift, Chra. 1848 (mit lese-
iibungen). Eine sehr kurze orientirende Übersicht giebt E. Slevers in
Grundriss der germ. phil. hrsgg. von H. Paul, I, 238 ff.
Kap. 2. Das lateinische alphalbet.
§ 22. Wenigstens schon um 1100 begann man die heimische
Sprache in lateinischer schrift aufzuzeichnen, dies sowol auf
Island als in Norwegen. Um den bedürfnissen der spräche
zu entsprechen musste aber das lateinische aiphabet einiger-
m assen bereichert werden. Deshalb wurde aus dem runen-
alphabete ein zeichen, þ, beibehalten ; aus dem angelsächsischen
entlehnte man ?/ und ð; ausserdem nahm man zu digraphen
(œ, w, co u. d.), modificierung der lateinischen buchstaben durch
'zweige' {e, o, o u. d.) und accente seine Zuflucht. Diese
reformversuche fanden — wenigstens was Island betrifft —
durch die ganz hervorragende orthographische abhandlung
eines unbekannten Isländers (um 1140; hrsgg. von V. Dahlerup
und F. Jónsson in Den forste og anden grammatiske afhandling
i Snorres Edda, Kopenh. 1886) ihren einstweiligen abschluss
(die aufnähme des ð geschah erst um 1200).
Die Orthographie der handschriften ist natürlich sehr ver-
schieden; oft ist sie in derselben hdschr. sehr inkonsequent.
Im allgemeinen unterscheiden sich die anorw. handschriften
von den isl. vorzugsweise durch folgende zwei eigentümlich-
keiten der Orthographie. 1. þ wird fast nie im in- und aus-
laute gebraucht, während es in isl. hdschr. in dieser Stellung
entweder ausschliesslich oder neben ð vorkommt. 2. gh kommt
oft (im isl. selten) statt y in spirantischer funktion vor.
Anm. Ueber die Orthographie der handschriften vgl. vorzugsweise:
K. Gislason 'Um frumparta islenzkrar tiingu í fornöld', Kopenh. 1846;
K. J. Lyngby 'Den oldnordiske udtale' in Tidskr. for Philol, og Pædag. II,
Kopenh. 1S61; Möbius, Analecta Norroena, 2. ausg., Leipz. 1877, s. 290 ff.;
Hoffory, Arkiv f. nord. fil. II, 1 ff. ; Wadstein, Fornnorska homiliebokens
IJudlära, Ups. 1890; die einleitungen zu den in § 12 und § 15 erwähnten
textausgaben (besonders den in § 16, a nochmals angeführten); endlich
24 § 23—27. Aussprache der vokalzeichen.
Islands grammatiske litteratur i middelalderen, udg. for Samfund til udg.
af gammel nordisk litteratur, Kopenh. 1884—86.
Das bisher in den meisten gramm atiken und sehr vielen
textaiisgaben vorkommende normalalphabet nimmt auf die
Schreibung" der ältesten und besten handschriften oder, was
auf dasselbe hinauskommt, die phonetische seite der spräche
allzu wenig rücksicht. Das aiphabet, dessen wir uns in dieser
grammatik bedienen, ist: a á b d Ü e é f g h i i k l m n o 6
prstuúvxyýzþoóceéðé.
I. Aussprache der vokalzeichen.
§ 23. a bezeichnet kurzes offenes, á langes geschlossenes a.
Anm. Hier (wie im folgenden) wird zunächst die ausspräche um
1200 — die zeit der ältesten hdschr. — berücksichtigt. Später wurde
d wol im allgemeinen als langes offenes o {å) ausgesprochen (s. § 80), ja
auf Island vielleicht schon vor der reformation als au (wie im ncuisl).
§ 24. e bez. kurzes (sowol geschlossenes wie offenes),
é langes (geschlossenes) e.
§ 25. i bez. sowol konsonantisches als sonantisches /:
1. Kons, i (nicht spirans j) unmittelbar vor vocal (z. b.
Marta herz, skióta schiessen, dylia verhehlen) und in den Ver-
bindungen ei, cei.
Anm. 1. Die hdschr. haben vor vokal fast ausnahmslos i, selten im
inlaut gi. Die Schreibung e der aller ältesten hdschr. deutet vielleicht
eine etwas verschiedene ausspräche an; kaum aber wenn sie ganz aus-
nahmsweise in jüngeren hdschr. vorkommt. Das in 'normalisierten' text-
ausgaben (und im neuisl. seit c. 1794) übliche j kommt nur sehr selten
in einigen anorw. und norvagisierend isl. hdschr.- (vgl. Wadstein, Fornn.
homil. Ijudl, s. 111 f.) vor.
2. Son. kurzes i in übrigen Stellungen; i ist der ent-
sprechende lange laut.
Anm. 2. Die in anm. 1 angedeuteten hdschr. haben sehr selten J in
der bedeutung von i oder i.
§ 26. 0 bez. kurzes, ó langes geschlossenes o.
§ 27. u bez. sowol konsonantisches als sonantisches u:
1. Kons, u (nicht spirans v, w) unmittelbar vor vokal
(z. b. hua7^ wo, suá so, hoggua hauen) sowie in den Verbindungen
au, ou (ou).
Anm. 1. Nur einige von den ältesten hdschr. schreiben konsequent
u vor vokal (s. z. b. L.Larsson, Cod. 1812, 4°, s. XV); sonst ist die
§ 28 — 32. Aussprache der vokalzeichen. 25
Schreibung v häufiger; selten ist w. Auch kommt av (oder die ligatur «;)
statt au vor.
2. Son. kurzes u in übrigen Stellungen; ú ist der ent-
sprechende lange laut.
Anm. 2. Die hschr. haben sehr oft v.
§ 28. tj bez. sowol konsonantisches wie sonantisches ü:
1. Kons, ü nur in den Verbindungen ey {cetj, ay\ øy.
Anm. 1. Statt des seltenen a\j kommt in den hdschr. auch at; oder
die ligaturen ^y, œ vor.
2. Son. ü in übrigen Stellungen; ij ist der entsprechende
lange laut.
Anm. 2. Die hdschr. haben oft n oder v.
§ 29. 0 bez. kurzes offenes o; ó ist der entsprechende
lange laut.
Anm. 1. Die ältesten hdschr. haben o^ o oder die ligatur co: später
kommt gewöhnlich o, bisweilen ao, au (w) vor. Die normalisierten aus-
gaben schreiben gewöhnlich, aber sehr irreleitend, nach Vorgang des
neuisländischen ö, ein zeichen das erst im 16. Jahrhundert aus der deut-
schen Schrift entlehnt ist.
Anm. 2. Später bez. o einen ö-laut (s. § 84) ; ó ist dann durch das
gleichwertige d (s. § 23 anm.) ersetzt.
§ 30. œ bez. kurzes, é langes offenes ä.
Aum. Die hdschr. haben statt œ (so besonders anorw.) auch e oder
e, sehr selten ae. Die normalisierten texte geben gewöhnlich, sehr un-
zweckmässig, den kurzen laut durch e, den langen durch œ wieder.
§ 31. 0 bez. kurzes (geschlossenes und offenes), ó langes
(geschlossenes) Ö.
Anm. Die hdschr. verwenden ausser ó und (in anorw. hdschr. auch)
æ — welche beiden verwandten zeichen wir hier aus praktischen gründen
durch & wiedergeben — nicht selten o, bisweilen ey, eo (in alten isl.
hdschr.). Die normalisierten textausgaben verwenden im allgemeinen —
sehr unzweckmässig — ö für den kurzen, œ für den langen laut.
§ 32. Die nasalität der vokale wird in dieser grammatik
— wie auch sonst allgemein — der regel nach nicht be-
zeichnet.
Anm. Nur die in § 22 erwähnte alte orthographische abhandluug be-
zeichnet die nasalität, und zwar durch einen über das vokalzeichen ge-
setzten punkt, welcher bezeichnungsweise wir uns auch ganz ausnahms-
weise hier bedienen.
26 § 33. Aiisspr. d. vokalzeicheu. § 34—30. Ausspr. d. konsonantenzeichen.
§ 33. Länge wird — wie wir schon oben gesehen haben
— durch einen über den vokal gesetzten akut (') ausgedrückt.
Anm. 1. Nur die ältesten hdschr. verwenden in dieser weise accente.
Die hdschr. des 13. jahrhs. bezeichnen die länge gewöhnlich nicht; die
noch späteren verdoppeln das vokalzeichen.
Anm. 2. Die hdschr. drücken durch den accent bisweilen den platz
des haupttones, bisweilen nur den punkt des i, bisweilen diæresis aus;
vgl. Wadstein, Fornn. homil. Ijudl, s. 122 f.
IL Aussprache der konsonantenzeichen.
§ 34. b, d, m, p, r, s, t, x sind etwa wie im deutschen
auszusprechen.
Anm. 1. Statt å haben die hdschr. nicht selten ð, selten ð, sehr
selten >; vgl. Hoflfory, Tidskr. f. fil, N. r. III, 294 f.. Arkiv f. nord. fil. II,
25 note.
Anm. 2. In dem alveolaren r-laute, der durch r bezeichnet wird,
sind zwei laute zusammengefallen, die in runenschrift (doch nicht der
jüngsten) durch verschiedene zeichen ausgedrückt wurden: das alveolare
r und das palatale R\ vgl. oben § 18 und § 20. Ob der unterschied in
einigen anorw. dialekten noch in literarischer zeit bewahrt ist, und das r
also zum teil zwiefache geltung hat, bleibt unsicher. — Auslautend nach
einem konsonanten (wenigstens nach tonlosem) ist wol r in den meisten
gegenden tonlos gewesen (vgl. Sievers, Beitr. V, 457 note), z. b. akr,
apr, otr.
Anm. 3. Wo bei ableitung und flexion Jcs, gs entstehen, gebrauchen
die normalisierten texte diese etymologischen Schreibungen statt x, das
in den hdschr. auch in diesem falle oft vorkommt.
§ 35. ð bezeichnet die tönende interdentale spirans (engl.
weiches th); s. Wadstein, Fornn. hom. Ijudl., s. 107 f.
Anm. Statt ð schreiben die ältesten isl. hdschr. fast immer p,
selten ð; spätere (seit dem anfang des 13. Jahrhunderts) haben ohne unter-
schied þ oder Ö (das immer häufiger wird), nach 1350 d. Die anorw.
hdschr. haben (ausser einigen aus Söndhordaland) fast nie />, sondern
schon in ältester zeit ð. Die meisten normalisierten textausgaben haben
ð, einige aus letzter zeit p.
§ 36. / bezeichnet zwei verschiedene laute:
1. Bilabiales, später dentilabiales / im anlaut (des wortes
oder des Zusammensetzungsgliedes), vor k, s, t, þ und in der
Verdoppelung, z. b. fara, rifka, Imfs, liüfl, iylfþ, o/fra.
2. Bilabiales v (^), später dentilabiales v in den übrigen
Stellungen, z. b. hafba, œrfa, kœlfa, gefa, ga f, huarf.
§ 37 — 39. Aussprache der konsonantenzeichen. 27
Anm. 1. Die ältesten hdschr. schreiben oft inlautend v; jüngere
haben in dieser Stellung nicht selten fu, besonders nach l, z. b. kcelfua.
Anm. 2. lieber die bilabiale ausspräche des f s. Noreen, Arkiv f.
nord. fil. I, 297 f.; Hoffory, ibid. II, lOif.; B. Magnusson Olsen, Germania
XXVII, 271 f.; Mogk, Zeitschr. f. d. Altert. X, 60 f., 186.
§ 37. g hat fünffache geltung:
a) Tönender verschlusslaut {g) im anlaute, nach n und
in der Verdoppelung:
1. palataler vor palatalen vokalen, z. b. gefa, gilde, giarn,
lœggia.
Anm. 1. Die hdschr. schreiben bisweilen gi (doch nicht vor i).
2. gutturaler in den übrigen fallen , z. b. gamall, gripa,
hanga, hoggua, dogg.
Anm. 2. Nach n kommt in anorw. hdschr. bisweilen gh vor, das
wol eine etwas verschiedene ausspräche andeutet.
b) Tönende spirans (^) in- und auslautend (ausser in der
Verdoppelung, nach n und vor s. ty.
1. palatale vor palat. vokalen, z. b. berge, sægia.
2. gutturale in den übrigen fallen, z. b. draga, dog om,
biarga, hœlgan, lagba, log.
c) Tonlose spirans (cÄ-laut) inlautend (ausser nach n) vor
s und t, z. b. vegs, blóbogs, dringt, blót5ogt\ vgl. Hoífory, Arkiv
í. nord. fil. II, 16 ff.
Anm. 3. In anorw. (selten in isl.) hdschr. wird die spirans (tönend
und tonlos) oft nach vokalen, bisweilen auch nach Z, r durch gh (wie im
aschwed. und adän.) wiedergegeben.
§ 38. h hat dreifache geltung:
1. h im allgemeinen, z. b. hafa, himenn.
2. Tonlose spirans (cÄ-laut) vor konsonantischen u (wenig-
stens in den meisten gegenden) und i (wenigstens in gewissen
gegenden), z. b. huat, Maria.
3. Tonloses /, n, r in den (nur im isl. vorkommenden)
Verbindungen hl, hn, hr, z. b. hlaupa, hniga^ hringr.
§ 39. k hat zweifache geltung:
1. Palatales k vor palat. vokalen, z. b. kippa, rike, kiolr.
Anm. 1. Die hdschr. haben bisweilen ki (doch nicht vor i) oder c7í;
vgl. anm. 2.
2. Gutturales k in den übrigen Stellungen, z. b. kasiu, kuiba,
kræ/ia, sok.
28 § ^ö — 44. Aussprache der konsonantenzeichen.
Anm. 2. Die hdschr. haben oft c, ch oder (vor konsonantischem ii) q.
Viele der ältesten und besten hdschr. bez. das gutturale k durch c, das
palatale durch k (nur nach s auch durch c); andere bez. jenes durch c
oder k, dieses durch ch.
§ 40. / hat wahrscheinlich zweifache g-eltung:
1. Dentales / anlautend und (fast immer) in unmittelbarer
Verbindung mit dental, sowie in der Verdoppelung, z. b. Uós,
halda, hasl, falla:
2. Ein kakuminaler, zwischen r und / schwebender laut
('dickes' /) in den übrigen fällen, z. b. kliiifa, flíúga, tala, half r,
folk, holmr, ol.
Anm. lieber ein eventuelles tonloses l im inlaut s. § 183, 2, b.
Sicher war wol auslautendes l tonlos nach tonlosen konsonanten, z. b. hasl.
§ 41. n hat ebenso zweifache geltung:
1. Dentales w; so im allgemeinen, z. b. nenna, hond, lin.
Anm. 1. Ueber ein eventuelles tonloses n im inlaut s. § 183, 2, b.
Sicher war wol auslautendes 7i tonlos nach tonlosen konsonanten, z. b.
sók7i, vdpn, lausn, vatn.
2. Gutturales n (») vor g, k, z. b. syngua, long, honk.
Anm. 2. Die hdschr. bez. bisweilen diesen laut — oder auch oft die
Verbindung dieses lautes mit folgendem g (was sonst mit ng bezeichnet
wird) — durch ein besonderes zeichen: ?;, 7j oder q.
§ 42. V bez. bilabiales v ($), später dentilabiales v.
Anm. Die hdschr. haben oft u, selten xü.
§ 43. z ist ursprünglich (d. h. bei der einführung des
lateinischen alphabetes) nur in der bedeutung von ds gebraucht
worden. Aber schon in den ältesten der uns erhaltenen hdschr.
tritt es — in folge des lautlichen Überganges von ds in ts —
auch (und zwar häufiger) in der bedeutung von ts auf, weshalb
es in dieser grammatik nur für ts gebraucht wird. Noch später
bezeichnet es — in folge des Überganges von inteívÆali^hera
ts in SS — swiß^hefr-^s^okaJbn ss. Vgl. Wadstein, Fornn. homil.
Ijudl. s. 118 f.; Mogk, Anzeiger f. d. Alt. X, 65 f.; Gering, Zeitschr.
f. d. philol. XVI, 380; Hoífory, arkiv f. nord. fil. II, 79 ff.; Gislason,
Njála II, 626 ff.
Anm. Statt z kommt in den hdschr. hie und da þ vor.
§ 44. þ bez. die tonlose interdentale spirans (engl, hartes th).
Anm. Die ältesten anorw. hdschr. haben im anlaut auch die
majuskel Ð, welche wol nur eine andere form des þ ist; im 13. jh. kommen
§45. Ausspr. d. konsonantenzeichen. §46—47. Phonetische Übersicht. 29
anlautend sowol Ð wie ð in der bedeutung von þ auch (aber sehr selten)
in isl. hdschr. vor. Einige, vorwiegend anorw. hdschr, haben í/í. — Die
meisten normalisierten textausgaben schreiben ohne genügenden grund
inlautend ð (vor k und nach h, j)).
§ 45. Länge wird durch doppelschreibung des betreffen-
den Zeichens ausgedrückt.
Anm. Die hdschr. drücken die länge auch durch grosse buchstaben
oder durch ein über den konsonanten gesetztes pünktchen aus. Neben
kk kommen cc, ck, kc vor.
III. Phonetische übersieht.
Das altwestnordische lautsystem um 1200 war also —
mit dem jetzt erörterten normalalphabete ausgedrückt —
folgendes:
§ 46. Sonanten (nur vokale):
Palatale
Gutturale
od. Hintere
Ohne labialisierung: a á
0 0
i/ c ■
Mittlere
œ œ e é
jø
Vordere
i i
Labialisierte :
0 0
ð 0
\ii
^..
y y
§ 47. Konsonanten:
Labiale
Interdent
Dentale
Palatale
u, íxutturale
Halbvokale:
w; y
i\ y
Liquidæ: tönende:
1 11; r r r
,, tonlose
íanl. h h
|ausl. / r
Nasale: tönende:
m mm
n nn
n
„ tonlose:
íanl. h
(ausl. n
Spiranten : tönende
Janl. V
'|in.u.ausl.
f
ts
9
„ tonlose:
f fr
P
s ss
i 7 Is .7' hs\
íanl.
Hnl
h
n
Explosivæ: tönende: h hb —
V PP —
tonlose;
d dd g gg
t it k kk
{z = ts) (x = ks).
30 § 48—50. Phonetische Übersicht.
Hierzu kommen laryngales h (hauchlaut) und kakuminales /.
lieber kakumiuale d, n, s, t ^,% 195.
§ 48. Eine Verbindung von einem sonantischen mit einem
konsonantischen vokale nennt man diphthong. Solche kom-
men im isl.-anorw. in grosser anzahl vor und sind zweier-
lei art:
1. Fallende, die mit dem sonanten anfangen: (vorzugs-
weise isl.) au, ei, ey, resp. (vorzugsweise anorw.) ou {ou)^ æi,
œy (ay) und ðy.
2. Steigende, die mit dem konsonanten anfangen: kurze:
la, 10, iu, 10, (vorzugsweise ostnorw.) iœ\ ua, ue, ui, uo, (vor-
zugsweise anorw.) uæ\ lange: iá, ió, iú, ig, (vorzugsweise ost-
norw.) ice; ua, ue, ui, ug, uœ.
Anm. Auch fünf triphth on ge (Verbindungen von einem sonan-
tischen mit zwei konsonantischen vokalen) hat das isl.-anorw. aufzu-
weisen: uei (uœi) z. b. in sueigia biegen, uey {uœy) und uðy z. b. in kueykua,
kuoykua beleben; endlich iau {iou), uau {uou) in je einem einzigen bei-
spiele: siau sieben, tuau zwei.
§ 49. Ihrer quantität nach treten — wie wir schon
oben gesehen haben — sämmtliche vokale und explosivse,
dentales tönendes / und n, ferner /, m, r und s sowol als kurz
wie als lang auf.
Als 4ange wuri^ze^lsilbe' gilt, historisch (nicht metrisch)
betrachtet, diejenige, die entweder einen langen vokal (oder
diphthong) mit folgendem konsonanten (oder mit nasalierung)
oder einen kurzen vokal mit zwei folgenden konsonanten
(ausser gg) enthält, z. b. Ost, œiga, halda. Eine 'kurze w^irz-e4^
silbe' ist dagegen vorhanden, wo entweder ein kurzer vokal
von nur einem konsonanten (oder ^^) gefolgt wird, oder die
silbe einen langen unnasalierten vokal (oder diphthong) ohne
folgenden konsonanten enthält, z. b. fara, ægg, hua, dýia.
Anm. Ueber die metrische geltung einer silbe s. Sievers, Beitr.
XV, 401 flf.
§ 50. Alle vokale (auch diphthonge) können auch als
nasalierte vorkommen. Aus der alten (in § 22 oben er-
wähnten) orthographischen abhandlung wissen wir, dass um
1140 nasalität wenigstens im isl. in folgenden fällen da war
(s. Noreen, Arkiv f. nord. íil. III, 1 ff., 36 ff.; Bugge, ibid. II,
230 ff.):
§ 51. Betonung. 31
1. Unmittelbar vor nasal (nur nicht wenn diese Stellung
durch altn. synkope entstanden ist), z. b. sý'na zeigen (aber
sijna gen. pl. von f. sýid)^ ra'mr stark, va'nr gewöhnt.
2. Unmittelbar nach nasal, z. b. mé'r mir, pl. fra'me'r zu
fra'mr unverschämt.
3. Wo ein urnordischer nasal nach dem vokale fortgefallen
ist, z. b. i' in, nom. pl. f. o'rar unsere.
4. Wo schon in urgerm. zeit ein nasal hinter dem vokale
fortgefallen ist, z. b. f æ' r empfangt, ó're jünger, þé'l feile,
há'r hai.
Diese nasalirung schwindet allmälich, wol zu sehr ver-
schiedener zeit in verschiedenen gegenden.
Anm, Ob im falle 3 auch schwachtoniger vokal nasalirt war, bleibt
flir das isl. unsicher, weil beispiele in der erwähnten orthographischen
abhandlung fehlen. Im anorw. war — wenigstens nach der Frösö-inschrift
zu urteilen — in diesem falle schon um 1050 die nasalierung nicht mehr
da, z. b. liirua (d. h. gerua aus -an) machen; "s. Arkiv III, 31 ff.
§ 51. Ueber die altwestn. beton ung ist bis jetzt nur
sehr wenig genauer ermittelt worden. Es lässt sich aber ver-
muten, dass sie im wesentlichen mit derjenigen des ältesten
altschwedisch übereinstimmte; vergl. meine darstellung im
Grundriss I, 455 ff. Hier sei nur in aller kürze folgendes
bemerkt:
In betreff des exspiratorischen accents konnte eine silbe
entweder haupttonig, stark nebentonig, schwach nebentonig
oder unbetont sein. Die haupt- und stark nebentonigen fassen
wir als starktonige, die andern als schwachtonige zusammen.
1. Der hauptton ruht der regel nach:
a) In zusammengesetzten Wörtern auf der Wurzelsilbe des
ersten gliedes. Doch giebt es sehr viele Wörter, bei denen
die Wurzelsilbe des letzten gliedes wenigstens alternativ den
hauptton trägt. Solche sind die meisten auf of{r)- 'allzu' und
for- 'ver-', z. b. ofrgiald übergrosse Vergeltung, forhot^ verbot,
und ausserdem eine grosse menge einzelner Wörter mit ein-
silbigem ersten glied, z. b. miskunn erbarmen, isl. úhreinn (anorw.
úræinn) unrein, fram far enn gestorben, Nor{v)egr Norwegen,
hörd('mr hurerei, einvalde herrscher, rét{t)lútr rechtfertig, hugskot
gemüth u. a. m. Weil die hdschr. nur ausnahmsweise den
platz des haupttones angeben (s. § 33 anm. 2), und die metrik
32 § 51. Betonung.
uns auch oft im stiche lässt, sind wir in vielen fällen darauf
beschränkt mit hülfe der lautlichen Verhältnisse — wie sie im
folgenden werden erläutert werden — konstatieren zu können,
dass bei einem worte die letzterwähnte betonungsweise wenigstens
einst vorhanden gewesen ist, z. b. forynia {*/dr-rynia) verböte,
árhialmr bronzehelm (zu œir, eir erz), der personenname Þuribr (zu
Þórr); bisweilen geht sogar aus der lautentwickelung hervor,
dass die früher vorhandene accentuierung mit haupttonigem
lezten gliede schon zu gunsten der gewöhnlicheren betonungs-
weise gewichen ist, z. b. forab (^for-rát^) verderb, ellefo {^æin-
lifu) elf, der personenname Þyri (^Þúr-wi zu Þórr). Oft stehen
neben einander doppelformen, die in folge der alternativen be-
tonung lautlich mehr oder wenig verschieden gestaltet sind,
je nachdem das erste oder zweite glied den hauptton trägt
oder einst getragen hat, z. b. lik{h)amr : likamr korper, óstvinr :
asivinr lieber freund, fósi{r)syster : fósysíer pflegeschwester,
Grik{k)land : Girkland Griechenland, personennamen wie Oläfr,
-lafr : -lei fr, Þórlákr : -leikr, Hróarr : Hró^geirr, Þórarr : Þorgeirr,
Guttormr {^Guþ-þormr) : Got>ormr, Ein{d)rit5e : lndrit5e, (latinisiert)
Herioldus : Haraldr (vgl. isl.-anorw. Hœriulfr, Bryniulfr : aschwed.
HarulfR, BrunulfR).
b) In einfachen Wörtern auf der Wurzelsilbe. Doch ist in
einzelnen fällen die ableitungssilbe, wenigstens alternativ,
haupttonig; so besonders in vielen mit -ing- und -ung- ab-
geleiteten Wörtern, z. b. þrening dreieinigkeit, mining erinnerung,
kening poetische Umschreibung, teningr Würfel, peningr pfennig
neben resp. þrenning u. s. w. mit haupttoniger Wurzelsilbe.
2. Starker nebenton tritt in folgenden fällen auf:
a) In zusammengesetzten Wörtern auf der Wurzelsilbe des
nicht haupttonigen gliedes, z. b. klrkiogarbr friedhof. Doch
ist das letzte glied schwachtonig in artikulierten nominal-
formen, z. b. harnet, -eno das, dem kind, so wie in vielen
sonstigen Wörtern, denen das gefühl der Zusammensetzung ab-
handen gekommen ist, z. b. Alrekr i^Al-rikr)^ Hammer (älter
Hamþér), Sigurbr {*Sig-rvgrbr)^ gaman freude, panneg {^þann-
weg) dorthin, nekkuat (^ne-weii' ek-hual) etwas, totiogo zwanzig,
fílórribe Thor.
b) In einfachen Wörtern auf sehr vielen ableitungssilben
(zum teil aus alten Zusammensetzungsgliedern entstanden), wie
§ 52. Natur des haupttons. 33
-and-, -ind-, -und-, -ing-, -ung-, -ærn-, -tán- (aber nicht -iián)
und noch anderen (wofern sie nicht haupttonig sind, s. 1, b),
z. b. isl. eigande besitzer, sanninde Wahrheit, tiunde zehnte, vikingr
vikinger, lausung falschheit, fatterne väterliche seite, sextan
sechszehn, kaupangr Stadt, apaldr apfelbaum, heimill von rechts-
wegen gestattet u. a. Dialektisch können jedoch auch diese _.
Silben schwachtonig seinAV^^^ -(^^wÄ.r (^^<^ p.^í-.-i^-/^<Oð^vi«lr- O^j" 0
3. Schwacher nebenton kommt der regel nach der-
jenigen silbe zu, die in einem einfachen wort unmittelbar auf
eine haupttonige silbe folgt (wofern jene nicht starken neben-
ton hat, s. 2, b), z. b. tunga zunge, kallabe rief. Doch fehlt
jedweder nebenton (also auch starker) in den meisten 2-silbigen
komparativen, z. b. isl. større grösser, yngre jünger, færre
weniger, hetre besser (aber meire grösser, fleire zahlreicher mit
nebenton. ultima); ausserdem in einzelnen Wörtern, z. b. yiio
neun, tio zehn, deren anzahl mit der zeit immer zunimmt.
Anm. 1. Wenn die haupttonige silbe kurz ist, so ist früher — und
wol noch in gewissen dialekten — der folgende nebenton stark gewesen,
z. b. gata gasse, talade redete.
4. Unbetont ist eine silbe in allen übrigen fallen; natür-
lich auch die Wurzelsilbe proklitisch oder enklitisch stehender
Wörter, z. b. isl. eba oder, meban während, eke (neben betontem
ekke) nicht, þikia (bet. þykkia) dünken u. s. w.
Anm. 2. Vgl. noch u. a. Wadstein, Fornn. hom. s. 122, 125; Bugge,
Norrœn fornkvæði, s. 36 note, Aarbøger 1884, s. 87f.; Jessen, Zeitschr. f.
d. philol. II, 139 f.; Sievers, Beitr. VIII, 75; Kock, Arkiv V, 67 note.
§ 52. Ueber die natur des haupttons ist zu merken,
dass er mehrfacher art ist und zwar wahrscheinlich (s. Noreen,
Arkiv VI, 319 ff.; dagegen Kock, ib. VII, 334 ff.):
1. Stark geschnitten (Sie vers im Grundriss I, 286):
a) in ursprünglicher (d. h. urnordischer) ultima, z. b. im-
perat. grmtt weine, 2. sg. prat. ind. Mott hiebst, anorw. út{i)
hinaus;
b) wo unmittelbar nach dem haupttonigen vokal ein un-
betonter vokal synkopiert (nicht mit jenem kontrahiert, vgl. 3, a)
worden ist, z. b. nér{r) aus "^náiR (vgl. hœldr aus "^hal^'m) näher,
nom. sg. m. grár{r) aus "^gráan (vgl. góbr gut aus *^ó()a^í), gen.
sg. m., ntr. g?^ás(s) aus "^gráas (vgl. go^s aus *^óðtíí), sg. nom.,
Noreen, Altisl. gramm. 2. auíl. 3
34 § 53. Die sonanten. § 54. Die starkton. silben. Urnord. vorgange: (f.
acc. ntr. grát{t) aus "^gráat (vgl. gotl aus "^góbat) grau, sék{k)
aus "^sé-ek ich sehe;
c) wo in einem unsynkopierten wort nach der haupt-
tonigen silbe eine unbetonte folgt (vgl. 2), z. b. siauiián siebzehn,
tottogo zwanzig.
2. Schwach geschnitten, wo in einem unsynkopierten
wort nach der haupttonigen silbe eine nebentonige folgt (vgl.
1, c), z. b. 3. pl. prät. ind. bwido banden.
3. zirkumflektiert:
a) wo mit dem haupttonigen vokal ein unmittelbar folgen-
der (nebentoniger) vokal kontrahiert (vgl. 1, b) worden ist, z. b.
fá empfangen (älter fáa, vgl. lala lassen), acc. sg. m. gy^án
grauen (älter gräan, vgl. gåtan guten);
b) wo nach dem (oder den) auf dem haupttonigen vokal
folgenden konsonanten ein (urnordischer) vokal synkopiert
worden ist, z. b. horn (urnord. horna) horn, démha (urnord.
'^dömibö) urteilte.
II. Abschnitt. Die sonanten.
§ 53. Das urnordische übernahm aus urgerm. zeit folgende
sonanten:
Kurze: a, e, i, o, u. Lange; ä, e, i, ö, ü, ce.
Dazu kamen mehrere diphthonge:
Fallende: al, au, eo, eu, iu. Steigende: rva, we, rvi; wü,
jve, wi, rvœ.
Diese vokale (und diphthonge) waren nasaliert, wenn ein
nasaler konsonant unmittelbar vorherging oder nachfolgte oder
doch in urgerm. zeit nachgefolgt war; ä scheint immer nasaliert
gewesen zu sein und zwar aus letztgenanntem grunde.
Die entwickelung dieser laute innerhalb des (urnordischen
und) altwestnordischen wurde durch folgende lautgesetze
bestimmt.
Kap. 1. Lautgesetze der starktonigeii silben.
L Urnordische Vorgänge.
§ 54. œ war noch um Christi geburt als solches erhalten,
wie aus den ältesten finnischen lehnwörtern, z. b. n(i)ekla (got.
§ 55. 56. Urnordische Vorgänge: it, ü, i, 1. 35
neþld) nadel, miekka (got. mekeis) schwert hervorgeht. Aber
schon vor 300 tritt statt dessen ä auf, z. b. mariR (got. mers)
'berühmt' in einer Thorsbjærger inschrift; später Jondal warwaR
(vgl. got. wer jan) 'wäringer', Möjebro Frawara^aR (vgl. got.
redan) personenname; vgl. ferner isl.-anorw. grata (got f/re tan)
weinen, måne (got. mena) mond u. s. w. Die meisten altnord. ä
sind in dieser weise aus älterem æ entstanden.
§ 55. u, ü gehen vor h in o (woraus ö, nach dem Schwund
des h, s. § 110, § 234), resp. ö über, z. b. Tune t^ohtriR
(griech. ^vyartQsg) töchter; vgl. ferner aschwed. lö luchs, isl.-
anorw. knesbot (d. bucht) kniehöhle, drottsete truchsess, gnótt
(ahd. ginuht) genüge, ismótt das, worin man schmiegt, flotte
flucht; otta (got. ühtwö) früheste morgenzeit, þótta (got. þuhta)
dünkte, þrö (ags. þrúh) trog, øre (got. jühiza) jünger.
Anm. 1. Die älteren inschriften zeigen noch U, nach den namen
Muha einer Kragehul - inschr. und Hariuha auf einem Seeländischen
brakteaten zu urteilen.
Anm, 2. Konsonantisches u in den diphthongen eu, iu bleibt da-
gegen, wie aus ostnord. liUs (vgl. got. liuhaþ; nicht Hiaúhaþ!) licht, liUre
lichtöifnung u. dgl. hervorgeht (über westnord. liós, lióre u. dgl. s. § 98).
Ueber diphth. au s. § 58.
Anm. 3. Unerklärte ausnahmen sind: sút gram, anorw. sutt gram,
krankheit neben sott, sót (d. sucht) krankheit (vgl. Wadstein, Fornn. hom.
s. 127); orknoisch fúa neben sonstigem fóa fdchsin.
§ 56. i, i gehen vor h in e (woraus e, nach dem schwund
des h, s. § 110, § 234), resp. e über, doch nicht wenn in
der folgenden silbe ein i, i steht (vgl. J. V. Lindgren in De
svenska landsmålen XII, 154 ff.). Urnord. beispiele fehlen; vgl.
aus späterer zeit isl.-anorw. {H)lobvér {-ver) Chlodwich, Ludwig,
tuénn (got. pl. tweihnai) doppelt, tue- zwei-, þrénn dreifach,
vela (lit. weikalóti) sich beschäftigen, hela {*hihlön-, vgl. sskr.
cicira-) reif, lé (got. teiha) zeige, U (got. leiha) leihe, aber
z. b. þisl (ahd. dihsila) deichsei, nit{t)a i^nihtian) sich weigern,
aschw. sir siehst, sieht (neben gewöhnlicherem ser nach inf.
sea, wie umgekehrt selten inf sia nach su^), nschw. dial. ralta
i^ritta] isl. rétia nach dem adj. réttr recht, wie sletta schlichten
nach sléttr u. dgl. m.) richten^ nschw. tita {*tJhtiön-; vgl. nnorw.
teta aus "^tihtön-) meise.
Anm. Wenn in einem paradigma Wechsel von e, e und l, % nach
obiger regel entstehen sollte, ist oft ausgleichung eingetreten, entweder
3*
36 § 57. Ürnordisclie Vorgänge: ai.
zu gunsten des e, c, z. b. stett {"^stihti- zu stiga steigen) fuss eines bechers,
sett anzahl von sechs, frett frage, véttvangr (zu vig kämpf) kampfplatz,
idttyrde (aus *eM-, s. § 89, § 1 1 1 , 1 ; ahd. jiht) einwilligung, Uttr (ahd.
lihti) leicht; oder zu gunsten des i, t, z. b. sia seihen,^^snia (vgl. ahd.
swlgan) weichen; oder auch sind doppelformen entstanden, z. b. isl.
vét{t)r : agutn. vitr (vgl. isl. hialmvitr valküre) wicht, isl. réttr (subst.)
recht : l^ritr gesetzliches verbot, isl. þél (sehr selten fei) : aschw. fU feile,
isl. þél : nschw. fil-mjölk geronnene milch, isl. vé : aschw. vi (vgl. isl. pyri
aus *prtr-wt) heiligtum, isl. þéttr : nschw. dial. titt dicht.
§ 57. ai wird schliesslich zu œi (z. b. urnord. Krogstad
stainaR > anorw. stœ'mn, isl., daraus entwickelt, sieinn stein)
ausser in folgenden Stellungen, wo es in ä kontrahiert wird:
1. Vor h] in den ältesten Inschriften noch nicht, z. b.
Einang (4. jahrh.) faihi^o schrieb, wahrscheinlich Fonnas
(5. jahrh.) aih (isl.-anorw. ä) besitze, aber schon Asum-brakteat
(vor 550) fahi[bo\ = isl.-anorw. fába schrieb. Sonstige beispiele
sind: fár {^oi. f ai lis) schimmernd, flår (vgl. got. />/a/Äö/i) hinter-
listig, mar (ahd. meh) möwe, lán (neben dem deutschen lehn-
wort léu) lehn, ætt (vgl. §63,2; got. aihts) familie, ló (vgl.
§ 71, 2) zehe, ro reh, Isáld {^saihabla zu sia seihen?) sieb; vgl.
noch nschw. slan-hä?^ schiebe und ? aschw. tuanne i^trvaihnai =
ahd. zweneT) zwei.
2. Vor r. Urnord. beisp. fehlen; spätere sind: ár (got.
air) früh, sår (got. sair) wunde, sárr (lappisch sairas) ver-
wundet, harr (ahd. her) grauhaarig, arna (got. airinön) aus-
richten, orr (got. ai?^us) bote, ór (finnisch airo) rüder, skœrr
(vgl. got. skeirs) hell.
Anm. 1. Vor r tritt dagegen kontraktion nicht ein, z. b. eir (got.
aiz) erz, meire (got. maiza) grösser, geirr (latinisiert gaisus) ger u.a.
Ags., resp. deutsches lehnwort sind kéra (got. laisjan) lehren, (tra ehren
(echt nordisch eira schonen).
3. Vor w; in älteren inschriften noch nicht, z. b. Bø hlaiwa
grabhügel, Strand hlaairvibo begrub. Spätere urnord. beisp.
fehlen; vgl. aber isl.-anorw. ská (lat. scœvus, gr. úxaLÓg) schräge
(adv.), sól (got. saiwala) seele, vó (finn. vaiva) weh, Unglück,
sær (got. sai7vs) see, sncér (got. snai?vs) schnee, slér (ags. slarv,
ahd. sleo) stumpf, mær schmal, {h)ræ (got. hraiw) leichnam, fræ
(got. fraiiv) same, frér fruchtbar, hevirke (ags. låwerce, mhd.
lewer ich) lerche, é (aschw. auch ä; got. aiw) immer, lang-ér
(lat. longævus) lange dauernd, æfe (vgl. lat. ævum) lebenzeit,
§ 57. Urnordische Vorgänge : ai. 37
éfen- (got. aiweins) ewig-, ? sceing (vgl. aschw. siang) bett, ? sår
(^saitvaR oder "^saihaR zu 1 ?) zuber; vgl. noch anorw. å-rofe
(ahd. ervd) zeuge (s. Falk, Arkiv III, 343 f.), aschw. M-, äöp-
skaper (neben hi-skaper, agutn. hi-skepr, vgl. got. heiwa-frauja)
familie, Wirtschaft (s. Schagerström, ibid. III, 138 f.).
Anm. 2. Unter — noch nicht ermittelten — umständen bleibt einst-
weilen aiw , woraus später antevokalisch œifj- (isl. ei/"-), sonst (s. § 72,
8 mit anm. 9) ^y (aschw.-adän. å, agutn. oy), ey, z. b. isl. dat. sg. (sehr
selten) hreife zu hrcé {*hraiivi) neben hr^yr {*hraiwÍR) leichnam, isl-
anorw. ey, ey (und schwachtonig cei, ei, é) neben cé immer, ferner ngutn.
snoy (nschw. snö), sloygur (nschw. slö), aschw. frö, dän. sú gegenüber
resp. isl.-anorw, sncér, sloer, frœ (und frcér), sær. Hierher vielleicht auch
isl. þreifa (ags. prdwan?) gegenüber aschw. þrava, þrœva tappen (vgl.
isl. þrifa schnappen).
4. In stark nebentoniger silbe (s. §51,2) und zwar:
a) Im ersten gliede einer Zusammensetzung, z. b. isl.
árhialmr bronzehelm (zu eir erz, vgl. anm. 1), aschw. Suänalder
Personenname (zu Suen, isl. Sueinn)^ nnorw\ amyrja neben isl.
eimyria heisse asche; vgl. mit später gekürztem vokal (s. § 115)
isl. nakkuarr i^nc-wail-ek-hwa riR) neben nokkuarr (^tie-wdit-ek-
hwariR) irgend ein.
b) Im letzten gliede einer Zusammensetzung, z. b. isl.-anorw.
Þorlákr u. a. personennamen auf -lákr neben (anders betontem,
8. § 51, 1, a) Þorleikr u. s. w., Olaf r (woraus nach § 12t, 1 (HÖfr)
neben Aleifr personenname (wozu das entsprechende fem. Alof
aus *-/(9/', ^-låfu, s. § 12t, 6), afräh {-rab und -rob aus *-róð)
neben aschw. [afraþ und) afreþ abgäbe (zu isl.-anorw. afreiba
abtragen), anorw. œrfœ(5e (und -at)e, s. § 65) arbeit, aschw.
Porslän u. a. personennamen auf -siän neben Porsten (isl. Þor-
steinn)^ Ovägher neben Öfegher (isl. Öfeigr) personenname, agutn.
(runisch) SihrafR (d. h. SigräbR) neben -raifR (isl. r ei fr) per-
sonenname; vgl. noch mit später gekürztem (schwachtonigem)
vokal die vielen personennamen auf -arr (aus ^'[^]äRaR) neben
(haupttonigem oder vom simplex beeinflusstem) -{g)eirr, z. b.
Þörarr'.Þor geirr (vgl. aschw. Þurir, isl. Þórer aus *Þunr-œiRR
s. § 232, 3, § 122, 1; altiriscli entlehnt Thomrair), Ifarr {*InwäRR
s. § 239, 5, § 121, 1; ags. entlehnt Inwœ?-) : aschw. /vir {^lntvæiRR,
air. Imhair), {H)róarr (^HröbwäRR s. § 179, § 121, 1) : {Il)róbgeirr,
sowie nafarr {*nal)a[g]äRaR , finn. napakaira , ahd. nabager)
bohrer. Hierher wol auch das negierende verbalsuffix -at (got.
38 § 58. 59. Urnordische Vorgänge: au, eo, eu, iu.
ainata-, also ursprünglich gleich '(nicht) irgend etwas'),' z. b.
varat war nicht.
Anm. 3. Aus den häufigen Zusammensetzungen losgelöst sind
wol hdtr (neben ntr. heit) schiff, klœlie kleid (s. Noreen, Arkiv VII,
82 f.) und vielleicht tdkn (neben teikn) zeichen (sowie die nur in der
neueren spräche belegten gdri : aisl. geire streifen, rdk : aisl. reik furche,
Scheitel). Tdkn könnte doch wol auch ags. lehnwort (ags. tdcn) sein,
was bei sdpa (ags. sdpe; lapp. saipo) seife, vdkr (ags. wdc) neben veikr
(vsykr) weich, Idtímadr (ags. Iddmon) lootse (zu leid weg) wol die einzig
mögliche erklärung ist. Hdss heiser ist vielleicht von ahd. heisi, ags. hds
zu sondern und zu isl. hucésa zischen, hoste husten zu stellen (vgl. Falk,
Arkiv VI, 114 note). Bd^er (got. bai þai) beide kann nach 4, a (mit später
verschobenem hauptton) erklärt werden, aber das d kann auch vom acc.
hdda (got. bans pans; s. § 12|, 1) aus weiter verschleppt worden sein.
Anm. 4. Der Vorgang ist wol urnordisch belegt durch Lindholm
hateka gegenüber (anders betontem) Seeland-brakteat (nr. 57) haitika,
Kragehul (lanzenschaft) haitega ich heisse sowie durch Tune dalitíun
gegenüber isl. deildo (sie) teilten, indem jene formen wahrscheinlich so
zu erklären sind, dass der hauptton einstweilen noch auf der ultima
ruhen könnte (vgl. Bugge, Beitr. XIII, 334).
§ 58. au wird schliesslich zu gu (z. b. urnord. auf mehreren
brakteaten laukaR, woraus loukr, gewöhnlich isl. laukr, anorw.
loukr , beides aus loukr entwickelt) ausser vor h, in
welcher Stellung es in ö kontrahiert wird. Urnord. belege
fehlen; aus späterer zeit z. b. þó (got. þavh) doch, fló (got.
þlauli) floh (verb), fló (ahd. fJöh) floh (subst.), hór (got. hauhs;
über die gewöhnlichere nebenform hår s. Läffler, Arkiv I, 266 ff".)
hoch, 16 (ahd. Wh, lit. laukas, lat. lücus) hain (besonders in Orts-
namen, z. b. Oslo)\ ferner nisl. íóa (ahd. zöhd) füchsin. Vgl.
Läfifler a. a. o. und VII, 257 £f.
Anm. Eine kontraktion au^^ä existiert nicht, lieber [hdr) fdr (lat.
paucus) gering, frdr (asächs. frö) keck s. Läifler a. a. o. ; bdkn (ahd. bouhhan)
zeichen (in sigrbdkn) ist fremdwort (afries. büken) \ ob auch das seltene
ddmr geschmack (vgl. ahd. toum duft)?
§ 59. eo, eu sind in älteren urnord. inschriften (vor 600)
noch erhalten, z. b. Skärkind -leubatt (über Opedal liubu
s. Bugge, Arkiv VIII, 22) lieb, Skåang -leugaR lügenhaft;
später werden sie zu resp. io, iu. Noch später gehen sie
(sowie altes iu) von fallenden in steigende diphthonge, resp.
iö, iu, über, z. b. isl.-anorw. þiófr (ahd. deob, ags. þéof) dieb,
Mfr lieb. Nur wo die silbe anfänglich schwachtonig ge-
wesen ist und erst verhältnismässig spät den hauptton über-
§ 60. Die urnord. sonanten. § 61. Umlaut. § 62. Palataler. 39
nommen hat, stehen (die ebenfalls steigenden diphthonge) io,
tu, z. b. 3. pl. prät. ind. hioggo oder hiuggo hieben, iuso (neben
ióso mit aus dem sing, iós entlehntem io) schöpften; dies weil
hier wol noch in urnord. zeit der hauptton auf der ultima
ruhte (vgl. § 57, anm. 4).
Anm. Vielleicht war in irgend einem anorw. dialekt der Übergang
in steigende diphthonge noch im anfang des 13.jahrhs. nicht durchgeführt,
s. Wadstein, Fornn, hom. s. 123.
§ 60. Die vikingerzeit tibernahm also aus urnordischer
zeit folgende sonanten (von etwaigen dialektischen abweichungen
abgesehen):
Kurze: a, e, i, o, u. Lange: ä, e, i, ö, ü,
Diphthonge: Fallende: œi, gu. Steigende: io, iu, wa, we,
wi\ iöy iü, rvä, we, rvi.
Von diesem stand gehen wir im folgenden aus.
II. Umlaut.
§ 61. Mit Umlaut bezeichnet man im allgemeinen eine
Verschiebung des vokalsystems, die durch den assimilierenden
einfluss benachbarter laute hervorgerufen wird. Die artiku-
lationsstelle des vokals wird also nach der seite hin ver-
schoben, wo der den umlaut bewirkende laut gebildet wird.
Von diesem gesichtspunkte aus ist der an. umlaut zweierlei
art: entweder eine palatalisierung oder eine labialisierung
des betreffenden vokals.
Anm. Je nach dem platze des umlautwirkenden lautes nach oder
vor dem umgelauteten unterscheidet man zwischen regressivem und
progressivem umlaut. Im westn. jedoch ist der letztere nur spärlich
vertreten (im ostn. dagegen von grösserer bedeutung).
A. Verschiebung durch palatalisierung.
§ 62. Die palatalisierung findet in starktoniger silbe
(vgl. § 126) nur bei denjenigen vokalen statt, die nicht schon
mehr oder weniger palatal sind (vgl. das vokalschema § 46),
also bei den gutturalen a, o, u, o, á, ö, ü, 6 so wie bei solchen
diphthongen, die diese vokale enthalten, also m (und den daraus
entwickelten au, ou, s. § 96), io, iu, ua, io, iu, uá. Bewirkt
aber wird im westn. dieser umlaut:
40 § 63. i-umlaut von a, d, o.
1. durch ein in der nächsten silbe — nach einem oder
mehreren konsonanten (also nicht unmittelbar) — folgendes
(sonantisches oder konsonantisches) ^^, welches in literarischer
zeit sehr oft entweder in folge der synkope (s. § 130 ff.) nicht
mehr da ist, oder auch in e (s. § 124) übergegangen ist;
2. durch ein unmittelbar folgendes palatales (also /-haltiges)
r (urn. r, urgerm. z; vgl. § 18; § 34 anm. 2; § 174; § 206).
Jenen nennt man ^-umlaut, diesen ^-umlaut.
Anm. 1. Ueber eine mutmassliche dritte art von palatal -umlaut
s. § 88 anm.
Anm. 2. Dass ein vokal nicht durch unmittelbar folgendes i um-
gelautet wird, geht z. b. aus dem gegensatz prät. fdtia (-==: fäi^a, urnord.
fähidö, älter faihit^ö, s. § 57, 1) schrieb : dømda {*tíomi?Sö) richtete hervor;
s. Brate, Bezzenbergers Beitr. XIII, 27 ff.
1. 2-umlaut.
§ 63. Die falle sind:
1. a'> œ (isl. ^ s. § 85), z. b. anorw. kœtill, isl. keiell (got.
kaiils) kessel, tœlia (telia) zählen zu tal zahl, hældr {heldr\
got. haldis) lieber, ncefna {nefha\ got. namnjari) nennen.
Anm. 1. In anorw. (bes. ostnorw.) quellen kommt auch nach 1200
ein progressiver umlaut ia-==^iœ vor, z. b. giœrn (giarn) begierig,
gicelda (gialda) entgelten, bezahlen, Jiiœrta {Marta) herz.
2. á (über dessen entstehung vgl. § 53, § 54, § 57) > œ,
z. b. 1. sg. präs. mæle spreche zu ?nál spräche, kleia neben klá
reiben, létr (got. letis) lässt.
3. ö > ^ (geschlossenes), z. b. ssner söhne zu sonr söhn,
3. sg. konj. prät. þðlöe zu þola dulden, nort^re nördlicher zu
norbr nord, pl. jøxn zu oxe ochs. Dieser fall ist verhältnis-
mässig selten, weil (nach § 141) o nie lautgesetzlich in der
betreffenden Stellung stand, sondern erst durch ausgleichung
innerhalb eines paradigmas dazu gekommen ist.
Anm. 2. Weil (nach § 141) o sehr oft mit t* wechselt, entsteht häufig
der schein, als ob y der i-umlaut von o (statt von u, s. 5 unten) wäre,
z. b. sonr (älter und seltener sunr) : pl, synir, -er (jünger und seltener
sener).
Anm. 3. Da dieses s oft mit c wechselt (s. § 86), entsteht auch
bisweilen der schein, als ob o zu e umgelautet wäre, z. b. sefr (älter sefr)
schläft zu sofa schlafen.
§ 63. i-umlaut von ó, u, ú, g, ó, gu, ia, io. 41
4 Ó > 0, z. b. 1. sg. präs. bøle btisse zu &o/ busse, sékia
(got. sökjan) suchen, 2. sg. präs. ind. hlétr (got. hlötis) zu 6/Ó/«
mit Opfer verehren.
Anm. 4. Weil (nach § 143 anm.) d bisweilen mit ú wechselt, ent-
steht unter umständen der schein, als ob d zu ý umgelautet worden wäre
(vgl. oben anm. 2), z. b. hýli, -c (neben bøle) aufenthaltsort zu ból ort, wo
man sich niedergelassen hat und zu biia wohnen (vgl. orknöisch landbüli
gegenüber gewöhnlichem landbóle pächter.
5. u '> y, z. b. synir, -er söhne zu sunr (neben sonr, vgl.
anm. 2) söhn, dylia verhehlen zu dulr verbergung, fylla (got.
fulljan) füllen.
6. ü ^ ý, z. b. 1. sg. präs. hýsi, -e beherberge zu hús haus,
gnyia tosen zu gyiúa reiben, 2. sg. präs. lýkr (got. lükis) zu luka
schliessen.
7. g (über dessen entstehung s. § 71, 1, § 72, 1) > ^ (offenes),
z. b. øt5le (aus *at5uli, vgl. § 66 anm.) neben at^al beschaffenheit,
deglengr i^ba^lingR) prinz. Beispiele sind sehr selten (vgl.
jedoch § 72 anm. 8).
8. Ó (s. § 71, 2, § 72, 2) > 0, z. b. pl. spøner (neben spener)
zu spónn {spann § 73, 2, c) span. Beispiele sind äusserst selten,
weil Ó nie lautgesetzlich, sondern nur durch ausgleichung inner-
halb eines paradigmas in der betreffenden Stellung steht.
9. gu (über dessen entstehung s. § 58) oder vielmehr die
daraus entwickelten (s. § 96) ou (vorzugsweise anorw.) und au
(vorz. isl.) > resp. ^y und ey (œy), z. b. 1. sg. präs. drøymi,
dreyme träume zu droumr, draumr träum, døyia, deyia sterben
zu dout^r, daut^r todt, 2. sg. präs. Uypr, hleypr (got. hlaupis)
läufst, høyra, heyra (got. hausjan) hören.
Anm. 5. Dieser fall ist natürlich nur ein korollar der in 1, 3, 5 u. 7
oben behandelten fälle.
10. ia (über dessen entstehung s. § 89) > ö? (isl. <?), das
zunächst aus */«? entstanden ist (s. § 235), z. b. Ærlingr {Erlengr)
eigenname zu iarl häuptling; hœlpr (helpr) hilft zu hialpa
helfen u. dgl. Die beispiele sind verhältnismässig selten, weil
das dem ia zu grunde liegende e (nach § 139, 1) nie laut-
gesetzlich, sondern nur durch Übertragung in die betreffende
Stellung gekommen ist.
11. io > 0, zunächst aus iø (s. § 235), das durch einfluss
verwandter formen mit io wieder auftreten kann, z. b. 3. sg.
42 § 64. i-uralaut in nebenton. silben.
konj. prät. hegge {liœgge) neben 1. pl. ind. prät. hioggom (wir)
hieben, h^igge [bwgge) neben hioggom (wir) wohnten. Beispiele
sind sehr selten.
Anm. 6. Der scheinbare Übergang io -=^ y, z. b. hyggi, hyggi neben
H'^)^99^, H^)^g9^ ist nach anm. 2 oben zu beurteilen.
12. io > 0, zunächst aus ié (s. § 235), z. b. 8. sg. konj.
prät. {h)løpc neben 1. pl. ind. prät. {li)Hópom (wir) liefen, ose
neben iósom schöpften, åke {iéke vgl. 11 oben) neben iökom
vermehrten. Beispiele sind sehr selten.
Anm. 7. Wenn es bisweilen aussieht, als ob io zu ý umgelautet
worden wäre, so ist das Verhältnis nach anm. 2 oben zu beurteilen, z. b. 1. sg.
präs. lýsi, -e leuchte zu liós licht, 2. sg. präs. hij^r (got. biudis) zu bióda
bieten.
13. tu > y, zunächst aus iy (s. § 235), z. b. 3. sg. konj.
prät. yki, -e neben 1. pl. ind. prät. lukum, -om (wir) vermehrten,
nisl. ysi {jysi) neben jusum schöpften. Beispiele sind sehr
selten (vgl. anm. 6 oben).
14. m > ý, zunächst aus */?/ (s. § 235), z. b. sýki, -e krank-
heit zu siúkr krank, mijkia besänftigen zu miúkr weich, dýpþ
(got. diupiþa) tiefe zu diúpr tief
15. ua y' uœ (isl. iie)^ z. b. kuœlla (kuelid) quälen neben
kualt5a (ich) quälte.
16. ua > uœ, z. b. 3. sg. konj. prät. kuceme (ahd. quämi)
käme.
§ 64. Die vokale der stark nebentonigen silben werden
in derselben weise umgelautet, z. b. pl. gefœndr (aus "^-andlR)^
-endr zu ge fände geber, tit5ende neuigkeit, fa^ærni, -erne,
mötiærni, -erne väterliche, resp. mütterliche seite, réltyndi, -e
recht. Dagegen werden schwach nebentonige vokale nicht
umgelautet, z. b. pl. ßandr zu ßande feind, 3. sg. konj. prät.
kallahe riefe. Wo die betonung zwischen starkem und
schwachem nebenton schwankt (s. § 51, 2, b), finden sich natür-
lich doppelformen, z. b. bindende : bindande enthaltsamkeit,
dömœri , -ere (vgl. got. dömareis) : dómare richter, sg. fem.
gefende (got. gibandei) : gefande gebend, dýrœri, -ere : dýrare
teurer, allyngis -.qllungis (durch kontamination auch allungis,
gl lyng is) ganz und gar.
Anm. Ueber eine art späteren umlauts in schwachtoniger silbe
s. § 126.
§ 65. t-umlaut durch schwachton. vokal. § 66. Entwickehmgsgang. 43
§ 65. Andererseits wird der umlaut nur durch schwach-
tonigen vokal bewirkt. Daher unterbleibt er in Zusammen-
setzungen wie ostvinr lieber freund, fáviss unwissend u. dgl.,
sowie in ableitungen mit stark nebentoniger ableitungssilbe
wie sannindi, -e Wahrheit. Wo aber ein ursprünglich starktoniges
i (Í) zur schwachtonigkeit niedergesunken ist, bewirkt es natür-
lich umlaut (sofern dieser nicht durch association mit ver-
wandten unumgelauteten formen beseitigt wird, vgl. § 67), z. b.
(B)rørekr Rodrich, Gýrihr (neben Gubiibr) weiblicher eigen-
name, ÞytH (^Þúr-wi neben Þórvé, vgl. § 56 anm.) weibl. eigenn.,
ýmiss wechselnd, isl. seytián (neben saulián, gewöhnlich siautián)
siebzehn, þmjgi, þeyge i^þau-gi) doch nicht, nom. acc. pl. ntr.
bœbe i^ba-þiu) beide, œrfit^i, erfe^e (neben anorw. œrfœbe,
cerfabe, aschw. (wviþi, kontaminiert von ærfibi und ^arfæ^e,
"^arfabe aus "^arMbi-^ nach § 57, 4, b aus "^arhaitii- entwickelt)
arbeit, deglengr (neben doglingr) prinz, œrfingi (neben arßiigi)
erbe; vgl. aschw. drðtneng (neben isl. drotning, droining) königin,
hafþinge (neben isl. hoftiingé) häuptling u. a. m. Vgl. Wadstein,
Fornn. hom. s. 145 i.
Anm. Aus den in § 64 und § 65 entwickelten gesichtspunkten er-
klären sich gegensätze wie Gýrid'r : ÞuriÖr, (latinisiert) Herioldus : Haraldr,
Bryniulfr : aschw. BrunulfR, ps^nniyigr : aschw. panninger pfennig u. a.
(vgl. § 51, 1, a und b); ferner scéll {*síiIír) glücklich : vesall unglücklich,
■mcÉrr (urnord. mariR Thorsbjærg) : Ingemarr u. dgl. Also ist um{b) 'um'
die ursprüngüch schwachtonige form neben einstigem starktonigen *ymb
(ags. ymb aus *umbi).
§ 66. In der historischen entwickelung des i-umlautes
haben wir mehrere verschiedene perioden zu unterscheiden
(s. Kock, Beitr. XIV, 53 ff., XV, 261 ff.; Noreen im Grundriss I,
422 f., 453 f.):
1. Eine periode, wo umlaut nur durch dasjenige i bewirkt
wird, das, in ultima oder vor einer schwachtonigen silbe stehend,
nach langer starktoniger silbe synkopiert wird (vgl. § 130, 1).
Dieser prozess, der wahrscheinlich zunächst als eine art von
epenthese dessynkopierten vokals aufzufassen ist, gehört schon
dem ende der urnord. zeit, denn schon um 700 treffen wir
z. b. Björketorp 3. sg. präs. fjarutn , d. h. isl. brýír aus urnord.
*MutiR (got. 2. sg. briutis) brichst, -t, Stentofta dat. pl. ^estumR
(= anorw. gœstum) zu *^estR aus urnord. (Gallehus) -^astiR
44 § 66- Entwickelung des i-umlautes.
gast; gleichzeitig ist wol démt^a (ich) richtete aus urnord.
*t^ömibö u. dgl.
2. Eine periode — etwa das 8. jahrh. — , wo kein umlaut
eintritt, also weder durch erhaltenes i bewirkt wird, noch durch
dasjenige, welches teils, vor einer starktonigen silbe stehend,
nach langer starktoniger silbe, teils, in ultima oder vor einer
schwachtonigen silbe, nach kurzer starktonigen silbe synkopiert
wird (vgl. § 130, 1 u. 2), z. b. kuánfang heirat aus "^ kuámfang{a)
zu kuen (^kuáni-) weib, salr saal aus "^saliR, talba (ich) zälte
aus *ialibö (vgl. got. talida).
3. Eine periode, wo umlaut (jetzt doch wol nicht epen-
thetischer natur) wieder auftritt, bewirkt sowol durch das i,
welches, vor einer starktonigen silbe stehend, nach kurzer
starktoniger silbe synkopiert wird, wie durch erhaltenes, z. b.
anorw. hærskip kriegsschiíf aus ^hariskip, dømer (got. dömeis)
richtest, lykill (pl. luklar) Schlüssel aus HukilR (pl. HuklaR, älter
"^lukilaR). Dieser prozess ist zwar ostnord. erst um 960 bezeugt
durch die adän. Inschrift von Store Rygbjærg, wo liki (d. h.
længí) = anorw. lœngi (got. lagget) 'lange' belegt ist; doch dürfte
er — wenigstens westnord. — beträchtlich älter sein (vgl. 4
unten), denn der Norweger Þióðolfr ór Huini (um 900) lässt
schon længi mit drœngr i^drangiR nach 1 oben) junger mann
assonieren.
4. Eine periode, die keinen umlaut mehr eintreten lässt;
wo also diejenigen i nicht umlautswirkend sind, welche durch
kürzung urnordischer œ, ai, e entstanden, ein tibergang, welcher
nach ausweis ags. lehnwörter wie die eigennamen Bondi, Tosti,
Tofi u. a. (s. Sievers, Beitr. XII, 482 ff.) schon um 1000 voll-
zogen war. Also z. b. faber, -ir vater, 2. sg. prat. ind. valtrer, -ir
got. walides) wähltest, 3. sg. konj. präs. lúki, -e (got. lukai)
schliesse, Hamber, -ir (älter Hamþér) u. a.
Anm. Aus dem oben 2 und 3 angeführten geht hervor, dass unter
umständen ein % der ultima den vokal der ursprünglichen antepænultima
umlauten kann, z. b. 3. sg. prät. konj. vœldi (velde) aus ^tvaltSi aus *walidi
(vgl. got. tvalidedei) wählte, nom. sg. f. bœtri {betre) aus ^baÍRÍ aus '^ÖatÍRi
(got. batizei) besser (vgl. § 67, 3), doglengr aus dpglingr (s. § 63, 7) aus
*da^ulingR prinz u. a.; vgl. aschw. hefpinge (hyfþinge) aus (isl.) hpßinge
(aschw. u. anorw. hußingi) aus ^hal/udinge häuptling. Vgl. F. de Saussure
in Mélanges Renier, s. 391.
§ 67. Ausgleichung des í-umlautes. § 68. Ä-umlaut. 45
§ 67. Ein durch den umlaut hervorgerufener Vokalwechsel
ist sehr häufig durch analogische ausgleichung aufgehoben
worden. Wo nämlich in einem paradigma oder in einer gruppe
von Wörtern, die unter einander nahe verwandt sind, ein um-
gelauteter vokal und der diesem entsprechende unumgelautete
neben einander vorkamen, ist manchmal der Wechsel aus-
geglichen worden, so dass bald jener, bald dieser vokal durch-
gedrungen ist, bald doppelformen entstanden sind, z. b.: a) Sg.
präs. ind. flyg, flíjgr, flýgr statt */?«% (ahd. ßiugu), flýgr (ahd.
fliugis)^ flggr von ßüga fliegen ; sg. nom. fœrt5 (fer^)^ gen. fœr'^ar
statt fœr'6 (^fartii-)^ "^fartiar fahrt; sg. tœkinii {tekenn)^ pl. acc.
tœkna statt lœkinn, "^lakna (wonach aschw. sg. iakin) genommen.
b) Sg. stat5r, pl. staber statt stabr, "^stœbir (^steöer; hiernach
agutn. sg. steþr) statte; sg. valebt\ pl. acc. valba statt "^vœlibr
{^veleÜr\ valt)a gewählt, c) høn neben hon aus urspr. nom. hén^
gen. hónar bitte; pl. ly klar neben luklar zu lykill, -eil Schlüssel
(vgl. §66, 3); hæ tri (beire) und (seltener) batre aus urspr. sg.
m. hatre, i. hæirí (s. § 66 anm.), ntr. hatra, pl. bœtri besser;
myrginn und morgonn morgen geben zu den kontaminations-
bildungen nwrgenn (vgl. § 63, 3) und mor g enn anlass; ebenso
sind haztr und bœzir {bezir) best aus urspr. nom. ^bœtistr, acc.
baztan kontaminiert. S. weiter die flexionslehre.
Anm. Es giebt auch einige fälle, wo der umlaut in ein wort hinein-
gekommen ist, dessen paradigma lautgesetzlich keine einzige umgelautete
form aufzuweisen hatte. In solchen fällen ist also die analogie anderer
paradigmen massgebend gewesen. Z. b. [h)not nuss, pl. {h)nstr statt *]mutr
(aus *lmutÍR s. § 66, 2) nach analogie von fótr, pl. føtr fuss u. dgl.; gala
singen, sg. präs. gæl [gel), yælr nach falla fallen, präs. fæll {fell),
fællr u. a.
2. Ä-umlaut.
§ 68. Dieser umlaut ist junger als der i-umlaut, aber
doch in vorliterarischer zeit vollzogen. Die fälle sind:
1. a > œ (e)^ z. b. kcer, ker (got. kas) gefáss, glœr,
gler glas.
Anm. 1. Zweideutig sind isl. herr (vgl. asl. hosu) baar, here hase,
meryr (asl. mozyu) mark, die sowol hierher gehören (vgl. anorw. äusserst
selten 6«/t, aschw. bar, hari), wie auch altes mit a ablautendes (s. § 146)
e haben können (vgl. neuschw. dial. bær aus ^Dena-, neunorw. jase aus
*hiase aus *hesan-, aschw. miæryher aus *miarg}ir aus *meji^a-). Vgl.
J. V. Lindgren, Sv. Landsm. XII, 57. Für anorw. here (nicht *hæri) nisl.
hjeri steht nur die letztere möglichkeit offen (vgl. § 85; § 100).
46 § 69. Nícht-eíntreten des Ä-umlautes.
2. « > é, z, b. i gcer (aschw, ? gär) gestern, nom. pl. f. þœr
(aschw. Rök þaR, vgl. g-ot. þös) die, tuer (aschw. tuär, vgl. got.
twös) zwei, mar (adän. mär) mädchen, f ær (aschw. für) schaf,
lær (aschw. lär) Schenkel.
3. 0 (aus u nach § 83, 2) > ^ (geschlossenes), z. b. präfix
^r- (got. UZ-) mit privativer bedeutung, 3. pl. prät. ind. frøro
und part. prät. frftrenn zu friosa frieren, resp. k^ro, kørenn zu
kiösa wählen, frer frost, kør wähl, isl. hrer leiche und hrørna
gebrechlich werden neben hriosa schaudern, snør (und snor,
sanskr. snusä) schnür, {li)løra neben isl. hlusta lauschen, mann-
løra neben mannløysi, -leyse memme, {h)nøre das niesen zu
{h)niósa niesen.
Anm. 2. Statt s steht oft e, vgl. oben § 63 anm. 3 und unten § 86.
4. ö > i, z. b. øre (got, juhiza, vgl. § 55) jünger, her dorf
neben hol Wohnort. Doch kann in beiden, fällen der umlaut
auch anders erklärt werden.
5. w > ?/, z. b. sýr (lat. süs) sau, kýr (ags. cú) kuh , ýr
(vgl. got. us) präp. von — her; vielleicht auch hyr dorf neben
húa wohnen.
6. ou (ou, au) > øy {cey, ey), z. b. øyra (eyra, vgl. got.
ausö) ohr, røyrr (reyrr, vgl. got. rí/w^) röhr, dr øyr i {dreyre;
vgl. got. driusan herabfallen) blut.
7. m > ý, z. b. dyr (anorw. äusserst selten diúr, got. dius,
gen. diuzis) tier, 7?/r (urgerm. '^Tieuz, gr. Zei'^) gott des Zwei-
kampfes, isl. hlyr (ags. Ä/^'ör) wange neben hlust ohr.
§ 69. Wo bisweilen der umlaut fehlt, scheint dies teils
dessen nicht-eintreten in gewissen (anorw.) dialekten (so wol in
den oben erwähnten harr, snor, diúr)^ teils der schwachtonig-
keit der silbe zuzuschreiben zu sein, z. b. präfix tor- (got. tuz-)
schwer-, lir oder ór neben ýr (selten er) präp. von — her,
präfix or-, ur- neben ør- (s. oben 3), nafarr (aus "^nafjal^äRan,
s. § 57, 4, b) u. a.; teils endlich liegen analogiebildungen vor,
z. b. 3. pl. prät. ind. kuru, -o und part. prät. korenn (neben resp.
køro, kørenn) zu kiósa wählen nach analogie von himtu, -o,
brotenn zu hriota brechen u. dgl; nom. sg. wie när leiche
statt "^nœr nach gen. nås (vgl. oben mar, das zuletzt durch ein
dem gen. møyiar, meyiar nachgebildetes møy, mey ersetzt
wird).
§ 70. Labialer iimlaut. § 71. lí-umlaut. 47
B. Verschiebung durch labialisierung.
§ 70. Die labialisieruDg trifft zunächst (vgl. § 73) uur
diejenigen vokale, die nicht schon mehr oder weniger labialisiert
sind (vgl. das vokalschema § 46), also a, e, i, œ, á, é, i (für é
fehlen beispiele), endlich auch solche diphthonge, die als letzten
komponenten einen dieser vokale enthalten. Bewirkt wird im
westn. dieser umlaut vorzugsweise und in älterer zeit aus-
schliesslich durch ein folgendes (sonantisches oder — in weit
zahlreicheren fällen — konsonantisches) u, das in literarischer
zeit sehr oft entweder in folge der synkope (s. § 130 ff*.) nicht
mehr da ist, oder auch in o (s. § 125) übergegangen ist; später
aber auch durch andere benachbarte laute labialer klangfarbe.
§ 71. Die fälle des (durch sonantisches u hervorgerufenen)
r<-umlautes sind:
1. a ^ 0, z. b. isl. 1. pl. präs. ind. kgllom (anorw. kalium,
s. § 78, 4) zu kalla rufen, isl, anorw. sok i^saku) Sache, pl. lond
i^landu) zu land land; vgl. unten 5.
2. rt > 0 (später á geschrieben, s. § 80), z. b. isl. pl. otom
(anorw. álom § 78,4) zu át ass; isl., anorw. skóí schale, pl. sor
zu sár wunde. Vgl. unten 6.
3. ^ > ^ (geschlossenes) tritt nur dann ein, wenn e nach /(ei^ s^Ure^ ^
§ 91 (vgl. § 90) nicht gebrochen werden konnte, also z. b. nach /^ >t^.>.je^^
r wie in røk (^reku\ auch rok, "^raku) manifestation, 3. pl. prät. -et, «^n^cucJr
ind. r (fro (auch rero nach sg. r era, wie umgekehrt sg. vðra
nach dem pl.) ruderten, grero {grer 6) keimten, þrðskoldr (öfter
preskoldr s. § 77, § 127) türschwelle, Hallfrð^r, Gubrø^r u. a.
nåmen auf -(/')r^ðr {^-fret)UR)\ oder wo e ursprünglich schwach-
tonig gewesen ist wie in anorw. messa, obl. mosso (aus Zu-
sammensetzungen wie blafsmessa, -møsso u. dgl. losgelöst)
messe, isl. tmjr i^le^uR, vgl. feriagr u. dgl., andererseits das
haupttonige aschw. IhiQher) neben legr (aus gen. -tegar) anzahl
von zehn. Vgl. Bugge, Arkiv II, 250 flp., Wadstein, Fornn. hom.
s. 150 note.
Anm. I. Anorw. rsttyndi recht ist wol eine kontamination von
réttyndi (s. § 64) und *røttimdi {*rettundi, aus *rétfmidi verkürzt, s. § 1 14, 2).
Anm. 2. Ganz ausnahmsweise scheint æ ebenso zu ß umgelautet
worden zu sein; doch ist wol hier immer anzunehmen, dass œ zunächst
wegen schwachtonigkeit in c übergegangen ist (s. § 128). Beispiele sind:
anorw. sllykti [ßllyfti; vgl. rúttyndi oben anm. 1) elfte zu anorw. œlluyu
48 § '72. i^-umlaut von a, d.
(aschw. œllovo) elf, das einst haupttonige pænultima hatte (s. Noreen
im Grundriss I, 456 unten, 461 unten); gegnom {gogn) 'durch' neben haupt-
tonigem qœgnum und proklitischem gegnum (das in der seltenen neben-
form giognum als haupttoniges wort gebraucht worden ist und dem zu
folge der brechung unterliegt).
4. ia > ig, z. b. isl. 1. pl. präs. ind. hiolpom zu hialpa helfen,
isl., anorw. fiol brett zu gen. f'ialar. In der betreifenden Stellung
stand ia nie lautgesetzlicb, sondern nur durch Übertragung aus
formen mit a in der endung (vgl. § 90).
5. ua > ug, z. b. suoppr schwamm zu gen. suappar.
6. uä > i^uo, das nach § 73, 2, a zu *uó wird, woraus
nach § 244) o, z. b. sóno so (nun) aus suá nú (s. § 12|, 5) ; pl.
kongor-{kangur-)óvor zu kgngorváfa spinne; þóþöro nichtsdesto-
weniger aus ^þó-{a)h-huáru', 3. pl. prät. ind. ofo, óro, kó^o, kótno,
sófo zu sg. resp. vaf wob, var war, kuat) sagte, kuam kam, suaf
schlief; ón hoffnung neben gen. vånar\ s. Wadstein, a. a. o.,
s. 66 ff.
Anm. 3. Für i^e ==- ø und ué ::=- ø fehlen ganz sichere beispiele.
Jedoch dürfte s{u)øfn neben suefn schlaf dem dat. pl. ssfnom unter mit-
wirkung des verbs sofa (präs. s-øf, -r) schlafen entsprungen sein. Ebenso
wol hierher dat. pl. vølom zu vél (vøl) kunstgriíf und vielleicht der name
Vélundr (vgl. ags. Wéland). Dat. sg. und pl. sønskom zu suœnskr neben
sønskr kann auch ein beispiel von ttœ =- ø sein (vgl. § 72, 13).
7. ui > i^uy, woraus nach § 244) y, z. b. kyrr, kuirr ruhig
(urspr. nom. kyrr, acc. kuirr an\ vgl. got. qairrus, acc. qairrjand)\
syll (anal. suiU) zu gen. suillar (anal, sylla?') schwelle; sykn
(got. swikns) schuldlos aus urspr. m. *suikn, f. sykn u. s. w.;
systir, -er Schwester aus "^suistir, obl. sy stur] forvista {-ysta) zu
obl. forystu, -o {-vistu, -o) leitung; pyr ill, -ell (ahd. dwirií) quirl
setzt wol eine nebenform "^þíjrulí, -oll voraus (vgl. auch dat. pl.
þyrlum < ^þuirlum).
Anm. 4. Für ui-==^ý fehlen beispiele. Tordýfill, -ell scarabæus steht
nehmlich statt Hortiyfill (aschw. torpyvil, ags. tordtvifel; vgl. oben þyrill),
wol in folge volksetymologischer anlehnung an dúfa tauchen (s. Bugge,
Arkiv II, 219 f). Der name Úsýfr (ags. unsijfre, ahd. imsUhiri unsauber)
ist von Osnifr (mit dem adj. úsuífr unfreundlich identisch) zu sondern.
§ 72. Die fälle des (durch konsonantisches u hervor-
gerufenen) w-umlautes sind:
1. « > 0, z. b. sgngr, pl. sgnguar, gesang.
2. M > {Ó, woraus nach § 73, 2, b) o, nur unmittelbar vor
tautosy Ilabisch em (später nach § 244 geschwundenem) w, z. b.
§..72. íoumlaut von e, é. 49
mór möwe zu pl. máfa)^ (^marvan < ^maihíröz)^ siór (gen. siáfa?-)
see, sniór (gen. syiiáfar) sclinee, miót^ (acc. miúfan) schmal, sliór
(acc. sliáfan) stumpf, frier fruchtbar, frió same, präfix no- {*näw
aus *nährv § 234; got. ne/v) neben schwachtonigem (vgl. § 76)
na- nahe (vgl. nmd aus "^näund § 104, "^nährvundi- nachbarschaft
zu got. nehundja nachbar), klö (ahd. chläwa, ags. clårvu) klaue
neben schvrachtonigem -kla i^-klä § 121, 1) in gk{k)la (ahd.
anchlüo) fussknöchel, flo flötz, schiebt neben flá flösse, absatz;
vgl. noch aschw. hrö brücke (ahd. hräwa braue, altgall. hnva
brücke; vgl. ags. hrú braue, isl.-anorw^. hrú brücke) neben isl.-
anorw. hrä wimper.
Anm. 1. Ob hör, här (urspr. nom. Jiór : acc. hdfan) hoch und frÓ7\
frär hurtig auch hierher gehören können, bleibt fraglich; vgl. oben § 58
(und Läifler a. a. o.), sowie S. Söderberg in Öfversigt af filologiska säll-
skapets i Lund förhandlingar 1881—1888, s. 93.
Anm. 2. Auffallend ist lofe neben läfe dreschtenne. Das d ist wol
in denjenigen — nach ausweis der aschw. form löe einst vorhandenen —
kasus entstanden, wo w wegfiel, weil tautosyllabisch. Wie aschw. löe zu
beurteilen ist wol isl.-anorw. floe untiefe wassersammlung mit dessen als
Ortsname gebrauchter pl. Flóar, oder Flär (aus '^fldar, ^'fläivaR); vgl. das
oben erwähnte fló neben fld.
Anm. 3. Zu dem hier vorgetragenen vgl. u. a. Gislason, Annaler f.
nord. oldk. 1858, s. 92 ff.; Bugge, Arkiv II, 208 f.; Wadstein, Fornn.
hom. s. 73.
3. e > ^ (geschlossenes) tritt nur dann ein, wenn e nach
§ 91 (vgl. § 90) nicht gebrochen werden konnte, z. b. nach ;%
wie m^r.økk?''(got riqis, gr. sgsßog) finsternis, ?^skkua finster
werden, skr^k fabelei, skrskua fabeln, ku^kua (statt lautges.
*k^kua; vgl. ahd. quec lebendig) anzünden; oder wo e aus
älterem i (nach § 82) entstanden ist, z. b. søkkua sinken, stðkkua
(got. stigqan) springen, {]i)r.ffkkua zurückweichen, kløkkua stöhnen,
dfikkr (afries. djunk) dunkel, ðkkvenn geschwollen, ðkkr (vgl.
lat. inguen) geschwulst.
Anm. 4. Nicht ganz klar sind die umgelauteten formen (bes. anorw.)
smer, kot neben den gebrochenen smior butter, kiot fleisch; vgl. Wad-
stein, a.a.O., s. 150 note; S. Söderberg in Öfversigt af filologiska säll-
skapets i Lund förhandlingar 1881 — 1888, s. 87 f.
Aum. 5. e wechselt oft mit e nach § 86.
4. é > 0, nur unmittelbar vor tautosylhibischem (später
nach § 244 geschwundenem) 7r, z. b. soiir, setir genäht (aus
urspr. *séfiÖ7^, acc. sóhan ausgeglichen), isl. prät. hióöa {^hlctvibo)
Xoreeu, Altisl. gramm. 2. auíl. 4
50 § 72. lü-umlaut von i, í, œ.
ZU hlýia schirmen, neunorw. prat. mífdde zu anorw. mýia drücken
(vgl. neuscbw. diall. moll ball aus ^méfill, pl. '^ molar, vgl. unten
6 mit anm. 7), neunorw. dial. U neben anorw.-isl. lé{e) sense
(vgl. ascbw. loe : anorw. Idfe, oben anm. 2).
5. i > y, z. b. syngua singen , þryngiia dringen , slyngua
schleudern, lyyig (dat. -ui, -ne) heidekraut, Yngui^-e (aschw.
Inge)^ iyggua kauen, tryggr (got. triggws) sicher, treu, {h)ryggr
(acc. -nan) betrübt, dyggr treu, styggr abschreckend, hygg (dat. -ui,
-ue) gerste, gyggua verzagen, skyggua schatten machen, þryskua
dreschen, yt)ua7^r (got. izwa?^) euer, ykkr (got. igqis) euch beiden,
þykkr dick, nykr nix, smyrua schmieren, tyrid, -e kien, fyrua
ebben, myrkr (asächs. mtrki) dunkel, pl. fyr'^ar i^ßrhwihöz^ vgl.
got. fairJvus weit) menschen, þrysuar dreimal.
Anm. 6. Unmittelbar vor heterosyllabischem (daher in D über-
gegangenem, s. § 194) w bleibt i unumgelautet, z, b. part. prät. snifinn,
-enn beschneit.
6. i > ý, Btti- unmittelbar vor 4autosyllabischem (später
nach § 244 geschwundenem) w, z. b.' blý (ahd. blJo, gen. hliwes)
blei, ýr (ahd. m« f.) taxus, slý (vgl. ahd. í/íö schleie) byssus,
hý-býli, -e (vgl. got. heirva-frauja hausherr) hauswesen, präs.
snýr (ahd. snlwit) schneit, spyr (got. speiwis) speist, mýll (siehe
anm. 7) ball. Vgl. 12 unten.
Anm. 7. Vgl. dagegen mit heterosyllabischem (daher als l) er-
haltenem) IC z. b. tifar (wonach sg. selten tir) gotter, Ifarr ein Personen-
name. Mýfill (selten) neben mý{i)ll ball ist aus ^mifill, pl. mýlar kon-
taminiert.
7. æ (isl. e) > -0 (offenes), z. b. sðkkaa (got. sagqjan) senken,
dfíkkua verdunkeln, støkkua (got. -stagqjan) besprengen, (h)rdkkua
scheuchen, sUkkua (aschw. slækkia und slðkktd) auslöschen,
nøkkuet5r nackt, klðkkr (acc. -uan) sentimental (vielleicht zu 3
oben), þr^ngua drängen, slßugua (aschw. slœngia) schleudern,
jøngua (got. -aggwjan) engen, ffngr (und ongr aus urspr. gngr,
acc. miguan\ got. aggrvus, acc. aggwjand) eng, snøggr (snoggr) kurz-
haarig, gUggr {gloggr\ got. glaggrvus) genau, deutlich, {h)nøggr
(ags. hnéaw) knapp, deggua betauen, ^x (vgl. got. aý^z«) axt,
gørua (mhd. yerwen) machen, gørue kleidung, gðrr {gorr) fertig,
sørue (vgl. mhd. geserrve) haisschmuck ; auch wo œ aus œi ent-
standen ist (s. § 115), z. b. jiøkkuarr, -err irgend ein, sngr (acc.
Jdnguan) neben úpw^? (^w^^) kein. Vgl. die scheinbar gleich-
^ró KU ^ [ ^Ud . ^^ rTlo^ B^) 'rf re< c W'
§ 72. tü-nmlant von œi, ia, im, ui, ui. 51
lautenden s^kkua, siðkkua, {h)rskkua mit geschlossenem ð,
oben 3.
Anm. 8. In einigen von diesen fällen ist s vielleicht eher als i-um-
laut von p (s. § 63, 7) aufzufassen. Ebenso sind zweideutig prät. moWa
(got. malwida) zermalmte^ präs. ind. sg. heggr {ViaggwÍR), (ftJrw-ggtLjiu
>esp. hpggua hauen, ^ {h)ngggua stossen. Die entscheidung hängt davon
ab, ob in formen wie ^haggwiR u. dgl. zunächst i- oder ?/;-umlaut eintrat,
worüber die noch ziemlich unklare Chronologie des u*-umlautes auskunft
zu geben hat.
8. æi (isl. ei) > //?/ {ey)^ z. b. køykua (keykud) neben kuceikla
(kuelkid) beleben, vfiykr (veykr)^ acc. -uan, weich, prät. vmjk
(veyk) zu ýkua (s. 12 unten) weichen, susyk {sueyk) statt laut-
gesetzlichen ^sf>yk zu sýkua (s. 12) betrügen, ^y {ey) neben
schwachtonigem cei {ei, got. aiw) immer.
Anm. 9. Unmittelbar vor heterosyllabischem iv (=^ i) tritt kein umlaut
ein, z. b. dat. sg. isl. hreife zu hrßyr {lireyY, got. hraiw] vgl. § 57 anm. 2)
leichnam.
9. ia > ip, z. b. isl. dat. sg. hlprue schwert, smiprue butter,
miplue mehl. In der betreffenden Stellung stand ia nie laut-
gesetzlich, sondern immer durch Übertragung aus verwandten
formen, wie z. b. gen. hiarar (neben hioi^s), "^smiarar (durch
smiprs ersetzt, aber vgl. agutn. smier aus "^smiar, sowie anorw.
dat. sg. smyrui, aus ^smirui nach 5 oben, zu "^smiarar wie dat.
hirni zu hiarnar bar u. a.), "^mialar {rniols, vgl. agutn. miel).
Vgl. S. Söderberg, a. a. o.
10. ua > {up, das nach § 73, 1 zu *wö wird, woraus nach
§ 244) 0, z. b. horuetna (agutn. hurvilna) aus ^hivar-wetna wo
auch immer, holuetna i^hwat-rvetna) was auch immer, neunorw.
diall. solo {suhl, neuschw. diall. solva, sula) aus ^swalwa schwalbe
(vgl. § 79 anm. 2). Bei anlautendem wa {ua) ist w {u) so früh
in V übergegangen (s. § 194), dass es zu der entwickelung
0 > 0 (§ 73, 1) nicht mehr hat als w beitragen können , und
folglich bleibt hier wa {ua) als vo, z. b. vglua Weissagerin,
vobui, -e muskel.
11. ui > (zunächst *wi/, woraus nach § 244) y, z. b. part.
prät. y kutan, -eiin gewichen , acc. sg. m. kykuan zu kuikr (ags.
crvicu) lel)endig, lysuar (ahd. zivirö) zweimal, kyrkia (statt
*kyrkua) neben kuirkia erdrosseln.
12. ui > (zunächst ^uý, woraus nach § 244) //, z. b. ýkua
(neben vikia) weichen, sýkua (neben suikia) betrügen.
52 § 73, 74. Spätere labíalisatíon.
Anm. 10. Unmittelbar vor heterosyllabischem w (::=- f/) tritt kein
Umlaut ein, z. b. der name Snifor, -vor.
13. uœ (isl. ue) > i^ufi , woraus nach § 244) ^, z. b. der
name S^rkuer (aschw. Suœrkir); vøkkua (statt ^fikkua) 'zum
fliessen bringen' hat v aus prät. valipa entlehnt.
§ 73. Die durch u- und ;z;-umlaut entstandenen vokale
0 und Ó werden in folgenden Stellungen durch nochmalige
labialisation zu resp. o und ö\
1. Postkonsonantisches uo wird (über uo s. § 244) zu o
vor einem konsonanten, auf den noch ein konsonantisches u (rv)
folgt. Beispiele s. § 72, 10.
2. Ó wird zu ö: a) Unmittelbar nach rv (das dann schwindet,
s. § 244); beispiele s. § 71, 6. b) Unmittelbar vor tauto-
syllabischem (dann geschwundenem) w\ beispiele s. § 72, 2.
c) Wo es nasaliert ist (s. § 50), z. b. spönn i^spänuR, gen. spánar)
span, ón (ahd. äao) neben schwachton. an ohne, hon und
(schwächt.) hån sie, hönom und luinom ihm, 1. pl. söm zu sä
sah, monot^r (gen. mánabar) monat, 3. pl. nömo zu nam (wozu
neu gebildet yiómo, nåmo nach analogie von bar : ^órö, håro u. a.)
nahm, ?/íö/ö zu mat mass, nött (gen. nåttar) nacht, osl (gen.
áííú5r; got. ansis) liebe, ö^^ name der germ. rune ansuz (identisch
mit åss gott, älter oss, gen. åsar)^ Ole (latinisiert Anulo) neben
Äle (ahd. Analo)^ Oläfr, -lafr neben Áleifr (mit haupttoniger
ultima; vgl. § 57, 4, b und § 51, 1, a) aus '^Anulai'baR (air. lehnwort
Amlaib, ags. Anlcif)^ 61 (gen. ålar) riemen (gr. ayy.vXr])^ oll (und
åll\ sskr. ankurä-) keim, dat. sg. ntr. sbtto zu sattr (lat. sanctus)
versöhnt, ró (und analogisch rå) zu pl. 7^är (analogisch roar)
winke! (vgl. rortg spant), eld{sytó heerd neben schwachtonigem
-tå in neunorw. elta heerd und neuschw. spilta verschlag (vgl.
finn. lehnw. tanhua bürde und ags. ioh zäh), Ottarriþú Are
noch Óttarf',yg\. ahd. «Ä/a, ags. óht Verfolgung); vgl. noch aschw.
pötter = isl. þáttr (urspr. ^þóttr, gen. þáttar) docht, faden,
aschw. hös bei (got. hansa gesellschaft, finn. lehnw. kansa bei, mit).
Nach ausweis der assonanzen (wie nott : oita) ist ó schon um 1050
— wenn auch nur dialektisch (denn vgl. Óítarfhei Are) — statt
6 eingetreten. Vgl. Wadstein, a. a. o., s. 64 if.; Gislason, Njála II,
607 ff., 612 ff.; Kock, Arkiv V, 46 ff; Falk, ibid. VI, 114 ff
§ 74. Später als der eigentliche u- und ^'-umlaut, aber
doch aus der zeit vor 1200, ist der — sporadische — über-
§ 75. Speziell isl. labialisation. § 76. tt-umlaut in nebenton. silben. 53
gang* / > y unmittelbar nach m oder /;, wenn die folgende
silbe ein sonantisebes u entbält, z. b. mysu-ostr (scliwed. incs-
osi) molkenkäse, myskunn {miskunh) barmberzigkeit, mykill (bes.
anorw.) neben mikell (bes. •isl.) ans dat. myklum, -u {tniklom, -o)
gross, Miß'm ein ortsname zu mitir mittlerer, byskup (biskup)
bischof.
Vorzugsweise anorw. ist der besonders nach 1300 häufige
— aber doch sporadische — Übergang / > y vor tautosyl-
labischem f, p, m, l, r mit folgendem konsonanten, z. b. allyfti
{cellifli) elfte, klyppa {klippa) scheeren , pl. ymhrudagar (imbru-)
jejunia quatuor temporum, yl?}m {ilma) duften, fyrra (firra) ent-
fernen, herby?yi {-birgi) herberge, hyrba (hirba) schützen, hyrbir
{hirbir) hirt, hyrta (hirta) züchtigen.
§ 75. Noch später und speziell isl. sind folgende Übergänge:
1. á (jetzt wie ó auszusprechen, s. § 80) > ó unmittelbar
nach tautosyllabischem v oder (konsonantischem) u, z. b. vó^l
(älter väbe) gefahr, svó (suá) so, huórki (huárke) weder. Der
Übergang tritt nicht vor 1350 ein (s. Gislason, Aarbøger 1889,
s. 360 und 363).
2. ^ > 0 (obwol die schrift das e gewöhnlich behält) un-
mittelbar nach tautosyllabischem hii, z. b. huort (huert) wohin,
huorfa (huerfa) weggehen. Hiervon sind spuren schon im an-
fang des 14. jahrhs. bemerkbar (s. R. C. Boer, Orvar-Odds Saga,
s. III, Leiden 1888).
3. e > ^ (obwohl die schrift das e behält) unmittelbar
nach konsonantischem u, dem ein anderer konsonant als h
(vgl. 2 oben) vorhergeht, z. b. kv^rn aus kuern mühle. Der
Übergang ist wenigstens um 1500 durchgeführt (s. Björn Mag-
niisson Olsen, Germania XXYII, 266).
§ 76. Die vokale der stark nebentonigen silben werden
in derselben weise wie die der haupttonigen u- und jv- um-
gelautet, z. b. isl. dat. pl. gefmdom (anorw. gefandum, s. § 78, 4)
zu ge fände geber, þegnskopom {-skapum) zu þegnskapr tapfer-
keit, heldentat. Dagegen in schwachtoniger silbe steht kein
Umlaut, und schwankende betonung giebt zu doppelformen an-
lass, z. b. ok{k)la fussknöchel neben klö klaue, präf. na- und
nó- nahe- (s. § 72, 2); an und ón ohne, hänom und hönom ihm
u. a. m. (s. § 73, 2); isl. yrenion (anorw. grœnian) heulen nach
54 § '77. ií-umlaut durch schwacliton. vokal. § 78. Entwickelungsgang.
gen. grenianar umgebildet statt lautgesetzlichen grenion (s. § 117,
1 u. anm. 2); 3. pl. elskgbo (anorw. ælskabtx) liebten nach 3. sg.
clskabe statt lautges. elskobo (s. § 117, 1 n. anm. 2). Vgl. isl.-
anorw. tjbr (got. izrvis) neben (urspr. nur schwaehtonigem) aschw.
iper euch u. dgl.
§ 77. Der u- und ^-umlaut wird nur durch schwaeh-
tonigen vokal bewirkt. Daher fehlt er in fällen wie z. b.
harnungr jung wie ein kind, andsuar antwort, náltúra natur u. a.
Wo ein urspr. starktoniges u {ü, w) zur schwachtonigkeit
niedergesunken ist, bewirkt es natürlich umlaut, z. b. die per-
sonennamen Hðruer (ahd. Hariwih), eluer (ahd. Alawih). Durch
schwankende betonung (eventuell auch association mit ver-
wandten formen) entstehen doppelformen, z. b. dogurt^r : dagverbr
frühstück, ondurt5r : andverbr anfänglich, onduge : andvege hoeh-
sitz, oluge : alhuge ernst, Olfúss ein name : alfúss sehr begierig,
Olvalde ein name : alvaldr herrscher, o/wð : ahjt) gewogenheit,
gfund : afund neid , nøkkuarr {nokkuarr) : nekkuarr (nakkuarr)
irgend ein , horvetna : huarvetna wo auch immer (vgl. § 72, 10),
oUiingis : alhjngis ganz und gar (vgl. § 64) , olmusa : almusa
almose u. a. m.
Anm. Aus den in § 76 und § 77 entwickelten gesichtspunkten er-
klären sich auch gegensätze wie Rognvaldr : Haraldr {^HaruvaWaR, vgl.
§ 51, 1, a), Ortiolfr : Arnaldr {^-waWaR) zu gm adler.
§ 78. Wahrscheinlich haben wir auch in betreff des
w-umlautes mehrere perioden — in hauptsächlicher Überein-
stimmung mit denjenigen des «-Umlautes (s. § 66) — zu unter-
scheiden; also:
1. Eine periode, wo umlaut nur durch dasjenige u bewirkt
wird, das, in ultima oder vor einer schwachtonigen silbe stehend,
nach langer starktoniger silbe synkopiert wird (vgl. § 130, 1).
Eine form wie pl. Igyid (aus ^landu) zu land land ist also vor
800 entstanden, weil zu dieser zeit das umlautwirkende -u
nicht mehr da war; gleichzeitig ist wol z. b. acc. mólkan (später
motkan, s. § 73, 2, c) zu mdtiugr (später auch móUogr, móttogr,
s. 4 unten) 'mächtig' entstanden.
2. Eine periode — etwa das 9. jahrh. — , wo kein umlaut
eintritt, also weder durch erhaltenes u bewirkt wird, noch
durch dasjenige, welches, vor einer starktonigen silbe stehend,
nach langer starktoniger silbe synkopiert wird (vgl. § 130, 2),
§ 78. Entwickelungsgang des ít-iimlautes. 55
z. b. katthcelgr {-helgr) katzenfell aus "^kattu-hœlgR, *-bal^(')R zu
kgtir (^kattun) katze. -
3. Eine periode, wo umlaut wieder auftritt, bewirkt durch
dasjenige u, welches nach kurzer starktoniger silbe synkopiert
wird, z. b. pl. log (aus *lagif) gesetz zu lag lage, Ordnung, gen.
Skoglar (^SkagulaR) zu '^Skagul (später Skggol, s. 4 unten) ein
valkyrienname, Iggskrg (^la^u-skráu) gesetzbuch. Dieser umlaut
war vor 900 nicht da nach ausweis ags. lehnwörter wie lagu
gesetz; andererseits muss er bald danach durchgeführt worden
sein, weil das betreffende u zu dieser zeit synkopiert wird
(s. § 130, 4), womit auch stimmt, dass Egell Skallagrimsson
(um 950) Wörter wie Igtj i^lat^u), kugt) {*kuabu) u. dgl. als ein-
silbige reime gebraucht.
Anm. Nach der analogie des i-umlautes (s. § 66, 2) sollte man er-
warten, dass in fällen wie log, Skoglar, wo ^i in ultima oder vor einer
schwachtonigen silbe stand, kein umlaut da wäre (also *lag, "^Skaglar wie
salr, taWa). Und wirklich finden sich beispiele, die dafür zu sprechen
scheinen, dass dies u schon in der vorigen periode (oben 2) synkopiert
wäre, also ohne umlaut zu bewirken. So kommen neben isl. Sgrle
{'^'Sarule) auch Sarle (s. J. Þorkelsson, Bemærkninger til nogle steder i
Heimskringla, s. 19 f., in Oversigt over d. k. d. Vidensk. selsk. forhandl.
1884) ein personenname, neben ^ð7e (^atiuli, s. §63,7) auch œ^li [eMé)
beschafifenheit vor; neben isl. Hggne (ahd. Haguno) steht aschw. -adän.
Hagni (s. Brate, Bezz. Beitr. XI, 184), neben Hgrd'ar (vgl. aschw. gen. sg.
Hamps Rok) ein volksname steht Har'd'angr die entsprechende landschaft
(ib. s. 187) u. s. w. Aber vielleicht ist in diesen formen ein anderer
mittelvokal als in jenen synkopiert worden (z. b. Sarle = ahd. Sarah oder
Serilo, vgl. taltSa = ahd. zelita) ; vielleicht sind auch hie und da formen
ohne mittelvokal anzunehmen (s. Brate, a. a. o., s. 183 ff.).
4. Eine periode, wo umlaut auch durch erhaltenes u
bewirkt wird, z. b. Skggul, -ol aus "^Skagul (vgl. 3 oben), pl.
sggur, -or zu saga aussage. Dieser prozess ist — wenn auch
im ostnord. (adän.) vielleicht schon im 10. jahrh. belegt
(s. Wimmer, Die runenschrift, s. 316 ff., 326 f. ; Söderberg, a. a. o.,
s. 102 f. note) — doch westnord. wahrscheinlich erst im 12. jahrh.
vollständig durchgeführt worden, denn bis um 1150 finden
sich bei den isl. skalden häufige assonanzen wie faxa : lai^nsaxo,
randar : strando, varg : niargom u. dgl. statt resp. -sgxo, strgndo,
mgrgom. Erst um 1200 sind formen wie die letztgenannten aus-
schliesslich herrschend (s. Gislason, Om helrini, s. 9 ff., Kopenh.
1877; Arkiv VIII, 52 ff'.; J. Dorkelsson, a.a.O., s. 15 ff.; Mübius,
56 § 79. Ausgleichung des it-umlautes.
Kormaks saga, s. 99 ff.; Söderberg, a.a.O., s. 94 f. note), dies
doch nur im isl. und altwestnorw. Im ostnorwegischen da-
gegen steht zwar konsequenter weise umlaut vor erhaltenem
konsonantischen u (w), z. b. hoggua hauen, sfgbua hemmen,
døkkue der dunkle u. s. w.; aber vor sonantischem u steht —
mit wenigen ausnahmen (s. Wadstein, a. a. o., s. 42 f.) — un-
umgelauteter vokal, z. b. dat. sg. aru (pl. arum) zu or pfeil,
gafugr bedeutend neben acc. gofgan, hafut) haupt neben dat.
hof^i, Aniindr (isl. Onundr) ein personenname u. s. w. Zwar
kann dies in vielen fällen lediglich nach § 79 und § 77 (vgl.
auch § 76) erklärt werden; aber wahrscheinlich ist im altostnorw.
der betreffende umlaut nie — ausser vielleicht vor gewissen
konsonanten — vollständig durchgedrungen. Vgl. über diese
vielumstrittene frage bes. Wadstein, a. a. o., s.42 ff., 142 ff.; Söder-
berg, a. a. o., s. 46 ff.; Kock, Sv. Landsm. XII, 7.
§ 79. Ein durch umlaut hervorgerufener Vokalwechsel
innerhalb eines paradigmas oder einer gruppe von verwandten
Wörtern ist oft durch ausgleichung beseitigt worden und
zwar in verschiedener weise, indem: a) Der umlaut überall
durchgedrungen ist, z. b. sysiir, -er, gen. systur, -or statt '^suislir,
sysiur (s. § 71, 7) Schwester; sg. präs. ind. stðkk, st^kkr, støkkr
statt '^stekk (< '^sünku s. § 82; vgl. aschw. stinker)^ støkkr
(< ^stink7viR)^ støkkr springe, -st, -t. b) Der umlaut ist überall
geschwunden , z. b. harter statt "^hgrbr (got. kardus) hart nach
Zusammensetzungen wie harbgørr (vgl. § 78, 2) hart gemacht u. a.
c) Doppelformen sind entstanden, z. b. holl, hall saal aus nom.
holl, gen. hallar\ r ond, rand schild; holkr, hal kr balken; on,
van hofifnung (s. § 71, 6); mar, mär möwe (§ 72, 2); spann,
spann span (§ 73, 2, c); hjng, ling heidekraut aus sg. lyng
i^Ungwa)^ pl. Img (^Ungu, vgl. schwed. lingon preiselbeere);
iysuar, tuisuar (nach tui- zwei-) zweimal; hý-, hi-hýli, -e haus-
wesen (von einem ausgestorbenen *Äy, dat. "^liifí familie; vgl.
§ 72, 6 mit anm. 7); øngr, œngr (engr) kein (§ 72, 7); gørr, gœrr
{gerr) bereit; øx {ox\ ccx (ax) axt; ørr (gn^)^ ær (aschw.-adän.
ar) narbe, u. a. m. S. weiter die flexionslehre.
Anm. 1. Schreibungen wie vdn, spann n. åg\. (statt lautgesetzlichen
on, spann u. dgl.) sind wol in den meisten fällen mit den auch vor-
kommenden von, spann u. dgl. gleichwertig (vgl. § 80). Die letztgenannten
formen sind gen. vánar, spdnar u. dgl. nachgebildet in analogie mit ent-
§ 80. 81. Sonstige Verschiebungen von d, e. 57
sprechungen wie sJwl, gen. skalar, schale, ör, gen. drar, rüder u. dgl. Sie
sind natürlich erst zu einer zeit entstanden , wo der Übergang ó ===- o
(s. § 73, 2), dem formen wie ón, spónn u. dgl. sein dasein verdanken, längst
durchgeführt ist.
Anm. 2. Es giebt auch fälle, wo eine umlautlose form in ein para-
digma hineingekommen ist, das lautgesetzlich keine einzige unumgelautete
form aufzuweisen hätte. Hier ist also die analogie anderer paradigmen
massgebend gewesen, z. b. gata statt "^gotua (got. gativö) gasse zu pl. isl.
ggtor, anorw. gatiir, nach dem Verhältnis von saga aussage zu pl. spgor,
sagur u. dgl; ebenso suala statt *solua (s. § 72, 10) schwalbe zu pl. suplor,
snalur u. a. m. Vgl. noch tiara theer statt Hioriia (finn. lehnw. terra) zu
obl. kas. tioru (später isl. ti pro, anorw. tiaru; s. § 71, 4) nach stiarna
gestirn zu stiornu (später stiprno, stiarnu) u. a.; ebenso flara strandwasser
statt *fiorua (lapp. lehnw. fjervva) zu fioru (später fipro, fiaru).
III. Sonstige Verschiebungen des vokalsystems.
§ 80. á fällt allmälich im laute mit 6 zusammen. Schon
um 1250 ist diese entwickelung- abgeschlossen, und seither
wird von den beiden nunmehr gleichwertigen zeichen á und ó
nur jenes — also mit der lautlichen geltung des ehemaligen ó
— gebraucht, z. b. pl. áto assen, sár wunden statt älteren oto,
sor u. s. w. (Anfangs bisweilen umgekehrt ó statt á, z. b. in
No. Hom. vorr unser, mal spräche, kuoma ankunft st. várr, mal,
kuäma, s. Wadstein, a. a. o., s. 76).
§ 81. e geht im anorw. schon um 1200 in œ über
zwischen v oder w (kons, u) und r, z. b. vœrk werk, vœrha
werden, huœrfa weg gehen, suærb sch wert; in gewissen dialekten
in geschlossener silbe nach v oder w, weniger konsequent nach
b, r, l, z. b. vœl wol, vœsir westen, vœgr weg (aber pl. vegar,
wonach analogisch sg. vegr), suœfn schlaf, kuœt5r (kuebr zu
kueba) sagt, bœrg berg, bœrr {berr zu bero) trägt, rœgn regen,
brœgi)a schwingen, blwza segnen, klær kr clericus. Endlich in
anderen dialekten tritt œ überall ausser nach g und k ein,
z. b. nœma nehmen, pl. vœgar wege, bcct^a tragen (aber gefa
geben, gela bekommen, kerie kerze). Vgl. Sievers, Tübinger
brucbstücke, s. 9; Wadstein, a.a.O., s. 55 if.; Brenner, Literatur-
blatt für germ. und rom. philol. 1885, sp. 52.
Anm. Weil dieser Übergang in schwaclitonigen silben unterbleibt,
steht also in Wörtern, die oft proklitisch oder enklitisch vorkommen, e
neben Wj z. b. vera, seltener væra, sein.
58 § 82. 83. Sonstige Verschiebungen von i, i, u.
§ 82. /, i werden zu e, resp. é, wenn unmittelbar nach dem
vokal ein nasal in vorliterarischer zeit (nach § 207 oder § 239,
2 — 4) geschwunden ist, z. b. drekka trinken, brekka brink, ekke
(ags. inca) schmerz, rekkr (ags. rinc) mann, sßkkua (aus "^sekkua
s. § 72, 3, wo auch viele andere hierhergehörige beispiele mit ð)
sinken, kletir (aschw. klinter) feisen, kleppr (aschw. kumper)
klumpen, krepp-hendr (vgl. mhd. krimpferi) mit krummen bänden,
skreppa (nschw. skrympa aus *skrimpa) gleiten; mit dehnung
des e (nach § 110) mél (aus "^mbinl-, ^minJ4-, ags. midi, ahd. ga-
mindii) mittelstück des gebisses; (mit urspr. i) lérept leinwand
zu lin lein.
Anm. 1. Durch ausgleichung kann i wieder hergestellt werden, z. b.
imperat, sprikk zu springa zerspringen, hitt zu hinda binden, vittr (alt
und selten) neben vet{t)r winter aus urspr. nom. vettr, dat. "^vintri, (selten)
Uript; ebenso gen. ykkar euer beiden, dat. ykkr euch beiden aus urspr.
*ynkuar (got. igqara), "^'Bkkr (got. igqis). Vgl. § 207, anm. 3.
Anm. 2. Weil der Übergang in schwachtoniger silbe unterbleibt,
steht in Wörtern, die gewöhnlich proklitisch sind, natürlich i (i), z. b. í in
(vgl. aschw. sehr selten starktoniges œ aus *é, etwas häufiger — wiederum
schwachtonig gewordenes — e, z. b. in e f^rstonne anfänglich, e mœllan
zwischen, e gen wiederum u. dgl.).
§ 83. u wird zu o {o) in folgenden fällen:
1. 'Wenn unmittelbar nach dem vokal ein nasal in vor-
literarischer zeit (nach § 207 oder § 239, 2 — 4) geschwunden
ist, z. b. sokkenn gesunken, {h)rokkenn (dän. runken) runzlich,
stokkenn (got. slugqans) gesprungen, okkarr (got. ugkar) uns
beiden zugehörig, þokke (agutn. þunki) wolwollen, skroppemi
(nschw. sk?'umpen) entschlüpft, kropp en\\{2i^Q\iyf. krumpln) ein-
geschrumpft, toft (^lumft-, ahd. zumft) bauplatz, Rata-toskr
i^iunsk-, ags. túsc zahn) mytischer eichhorn; mit dehnung des o
(nach § 110) ósk wünsch, orer i^unnren, ^unzare-z) die unsrigen,
0SS (^ósiR, got. unsis) uns, ós (got. uns; vgl. øs und oss, beides
von ÖS und ^ss kontaminiert) uns.
Anm. 1. Durch ausgleichung kann u wieder hergestellt werden,
z. b. drukkenn, -inn getrunken statt ^'drunkinn (vgl. aschw. drunkna er-
saufen) nach präs, drekk(r), prät. drakk-, stuttr (aschw. stunter) kurz aus
nom. *stottr, acc. *stimtan. Vgl. § 207, anra. 3.
Anm. 2. Weil der Übergang in schwachtoniger silbe unterbleibt,
steht in Wörtern, die gewöhnlich pro- oder enklitisch sind, u, z. b. pyk{k)ia
{*pukkia), pik{k)ia (vgl. § 126 und §225, 1) dünken, scheinen. Wo die
betonung schwankt, entstehen doppelformen, z. b. präfix schwachton. (bes.
§ 84—86. Sonstige Verschiebungen von o, œ, &. 59
anorw.) ú- neben starkton. o- un-; ßuridr weiblicher name neben Þórr
(nach dat. Þór, -e aus *Atr?rc) Donner(gott); Þyri (früher mit haupttoniger
ultima) neben'^ári'é weiblicher name; fuss (aus Zusammensetzungen wie
Vigfüss u. a.) neben aschw. fös (ahd. funs) begierig; ebenso i/skia {*ú8kia,
vgl. aschw. üsk wünsch) neben óskia wünschen.
Anm. 3. Die scheinbaren ausnahmen hiisl (got. himsl) sakrament,
dust (ahd. dunst) staub sind aus ags. húsl, dust entlehnt.
2. Vor (dem Dach § 174 aus z entstandeneD) r. In dieser
Stellung musste o durch R-umlsiüt zu s werden; beispiele
s. § 68, 3 (vgl. auch § 69).
§ 84. g geht im isl. überall ausser vor ng, nk (s. § 102)
in (offenes) s (neuisl. ö geschrieben) über; dies in einzelnen
gegenden schon im 13., sonst allgemein im 14. jahrh., z. b. dat.
sg. ntr. /)(^ru (gbro) anderem, dat. sg. ^^/w (ffofo) gasse. Vgl.
Lyngby, Tidskr. f. Phil, og Pæd. II, 300 f.; L. Larsson, Isländska
handskriften Nr. 645, 4^ s. LIIL
Anm. Im anorw. (wie im ostn.) kommt dieser Übergang nur vor r
und kakuminalem l und nur in gewissen dialekten (aber schon in den
ältesten hdschr.) vor, z. b. 4)rn [prn] adler, ^l {(ß) bier.
§ 85. æ fällt im isl. früh — im allg. schon im anfang
des 13. jahrhs. — orthographisch und wol auch lautlich mit e
zusammen, z. b. selia (anorw. sœlia) übergeben, er/'a (anorw.
œrfa) erben u. s. w. Vgl. L. Larsson, a. a. o., s. LII. — Dagegen
im anorw. tritt der Übergang œ ^ e im allgemeinen nur vor
nn so wie vor ?2 mit folgendem heterosyllabischen konsonanten
ein; dies schon im anfang des 13. jahrhs., z. b. kemia (got.
kannjan) kennen, menn männer, dat. hende (aber pl. lucndr)
hand, lenge lange (aber lœngr länger). S. Wadstein, a. a. o.,
s. 50 f.; Sievers, a. a. o., s. 8.
§ 86. Geschlossenes /> (nach § 63, 3, § 68, 3, § 71, 3 und
§ 72, 3 entstanden) wechselt, bes. in isl. hdschr., mit e, ohne
dass man überall im stande ist zu entscheiden, ob ein laut-
licher Übergang fi ^ e vorliegt. In einzelnen fällen kann
nämlich e der alte, nicht durch u- oder w-umlaut veränderte,
laut sein, z. b. ket {k^i) fleisch, smer (snifír) butter; in anderen
fällen vielleicht (nach § 85) aus æ, dem /-umlaut eines in ab-
lautsverhältnis zu o {/>) stehenden a, entstanden sein, z. b. isl. pl.
hnetr (hn/f(r) nüsse, vgl. hnataskög?^ nussgebüsch und die anorw.
flexion netr, gen. naia, dat. natum\ mergenn {mf)rgenn) morgen,
vgl. aschw. (selten) marghan neben morghon u. a. Sonstige
60 § 87. UebergaDg von ø 'm cé. § 88—90. Brechung.
bei spiele sind n. a. präs. kenir {kønw) kommt, sefr {søfr) schläft,
tre<)r (trßbr) tritt, prät. konj. per^e (psi^t^e) wagte, part. prät.
frerenn {fr^renn) gefroren, pl. slet)r (stsbr) stützen, sener {sðner)
söhne, komparat. efre {fífré) oberer, ner'^re {nørhré) nördlicher.
§ 87. 0 geht im isl. schon etwas vor 1250, in é über,
z. b. dœma (døma) richten, starre {større) grösser u. s. w.
S. J. Þorkelsson, Breytingar á myndum etc., s. 30 f.
Anm. Sporadisch kommt sowol im anorw. wie im isl. ý statt ø un-
mittelbar vor gl, kl vor, z. b. ýgis- (øgis-) hialmr schreckhelm, f/giask
stössig werden (aber øgla schreck einflössen), ýgr (øgr) wild (nach acc.
ýgian u. dgl), ýki Übertreibung (zu got. wakan, wök). S. Bugge, Arkiv II,
350 íf.
IV. Brechung.
§ 88. Unter brechung verstehen wir hier die entstehung
eines parasitischen vokals nach einem andern durch den ein-
fluss eines in der nächsten silbe folgenden (sonantischen oder
konsonantischen) vokals. Brechung tritt im isl.-anorw. nur bei
dem aus urnord. zeit stammenden e ein, welcher vokal — mit
den unten § 91 erwähnten ausnahmen — gebrochen wurde, so
oft in der nächsten silbe ein — in literarischer zeit oft in
folge der synkope (§ 130 ff.) geschwundenes — a oder u (son.
oder kons.) folgte. Je nach der verschiedenen qualität des para-
sitischen vokals haben wir zu unterscheiden zwischen der
durch a hervorgerufenen a-b rechung und der vor u (w) ein-
tretenden u- (und w-)brechung.
§ 89. Durch die «-brechung wird aus e zunächst *ea,
woraus dann ia (vgl. § 106, a und § 59), z. b. biat^ffa bergen,
hiarta herz, stiania stern, gialda vergelten, hialdr (urnord. Tjurkö
Helt^aR als personenname) kämpf, sialdan selten, iafa eben,
siat7ia sich vermindern, iat)arr rand, iaxl backzahu u. a.
Anm. Ueber a(ost)norw. ice aus ia s. § 63 anm. 1.
§ 90. Durch die u- (w-) brechung wird aus e zunächst
*éfö^ aus welchem später io wird (vgl. § 106, a und § 59), z. b. iort^
erde, ]iior() herde, i fiorb (gr. jiúqvöl) im vorigen jähre, hiortr
(ags. heorot) hirsch, hiorr (got. hairus) schwert, fior (got. fairhus)
leben, iniolk (got. miluks) milch, ßol'igoi. ßlu) viel; ioforr, -urr eher,
fürst, iotonn, -unn riese, miok (gr. nija) sehr, tiogo (vgl. tegr zehnl^^^
§ 91. 92. Brechung. 61
zwanzig, kiot (dat. kioiue, -i) fleisch u. s. w. Dies io ist aber
später in den weitaus meisten fallen durch ein auf analogischem
wege geschaffenes ig (w-, w-umlaut von ia, s. § 71, 4 u. § 72, 9)
verdrängt worden, z. b. /orð (statt iort)) nach gen. iartiar u. s. w.
Wo verwandte formen mit ia nicht vorhanden waren, blieb io
verhältnismässig lange (wie in fiogor vier, miok, kiot, i /iort>)^
bis es endlich dem spät-isl.-anorw. i^ (neuisl. io geschrieben)
wich.
Anm. In einigen fällen findet man iu statt oder neben io, z. b. fiogor,
-ur, fiugur vier (ntr.), þiokkr, þiukkr (dies besonders in anorw. hdschr.)
dick, SiugurZr Sigwart. Wahrscheinlich steht m ursprünglich nur vor
erhaltenem u.
§ 91. Brechung findet nicht statt, wo ein v, w (kons, w),
/ oder r dem e unmittelbar vorhergeht, oder heterosyllabisches
h (das früh hauchlaut geworden war, s. § 177, 1) folgte, z. b.
verha (anorw. vœ?^ba § 81) werden, velta (vœlta) wälzen, vefa
weben; huer f a ihuærfd) sich wenden, suelta {suœlta) hungern;
lesa lesen, leka leck sein, reka treiben, rðkkr (vgl. dagegen
þiokkr) finsternis; siá (aus "^séa § 106, b, 2) sehen.
§ 92. Wo in einem paradigma oder einer gruppe von <^r-nL^
verwandten Wörtern gebrochene und ungebrochene formen ^e/ci^el^-
wechseln sollten, ist oft ausgleichung eingetreten, so dass ent- it.<r/qA
weder der gebrochene vokal durchgeht, z. b. iatiarr, dat. iat^re, -i
{eðre bei Þióðolfr um 900, s. Hoffory, Arkiv I, 45 f.) rand, ioforr,
-urr, dat. iofre, -i (ÞióÖolfr, Yt. 36, noch efre) fürst; oder es
ist der ungebrochene vokal verallgemeinert worden, z. b.
selr (aschw. sicel) seehund, sterlr (aschw. stiœrler) sterz, hera
(aschw. biœra) tragen, mela (aschw. micela) messen, þele, gen.
þela (statt '^piala-^ aschw. þiœii, gen. -a) frost in der erde; oder end-
lich sind doppelformen entstanden, z. b. biarg und berg feis,
skialla und (jünger) skella klatschen, kiaplr, kioptr und keptr
kinnlade, spiall und spell schaden, giafa (sehr selten) und gefa
geben, giata (sehr selten) und geta bekommen, u. a. m.
Anm. 1. Das den brechungs vokalen zu grunde liegende c, kann in
gewissen formen (zu e) ?/;-umgelautet worden sein (§ 72, 3), in anderen schon
in urgermanischer zeit (zu i) i-umgelautet (s. § 139, 1), endlich in andern
zunächst in genannter weise i-, dann (zu y) tü-umgelautet. Durch aus-
gleichung entstehen dann doppelformen wie z. b. tiogo (sehr selten) zwanzig :
tigo, -u, acc. pl. zu iigr {tcgr) anzahl von zehn, ShigurÖr : Sigurdr Sig-
wart; miorkuc, -i {miorkac) : tiujrkuc, -i duukelheit; piokkr {þiokkr) oder
62 § 93. 94. Brechung.
þkikkr : þykhr dick; smior [smior) : syner (smer), dat. auch (anorw.) smyrui,
butter; klot (kipt) : ket {ket) fleisch.
Anra. 2. Auch wo a-brechung mit it-brechung innerhalb eines
paradigmas wechselte, sind bisweilen ausgleichungen eingetreten oder
doppelformen entstanden, z. b. fiptorr, fiaturr (kontaminirt von fioturr,
pl. fiatrar, s. Kock, Sv. Landsm. XII, 7, s. 24 note; vgl. aschw. fiœtur) fessel,
iptonn, iatunn (vgl. aschw. iœtim) riese; kipptr und kiapfr kinnlade, ipdorr,
iab'urr und iadarr rand u. dgl. Vgl. § 79, anm. 2 über tiara, fiara.
§ 93. In schwachtoniger silbe tritt keine brechung ein,
z. b. nema wenn nicht, et^a oder, ef wenn (vgl. aschw. icef
zweifei). Verschiedene betonung giebt anlass zu doppelformen
wie z. b. ßall feisen : Mos fell u. a. Ortsnamen, spiall schaden :
forspell schwerer verlust, lak (sehr selten) : ek ich, iiogo (sehr
selten) zwanzig : tego, acc. pl. zu tegr (aschw. iiughe?^) anzahl
von zehn.
§ 94. Wahrscheinlich haben wir auch in betreff der
brechung mehrere perioden — in hauptsächlicher Überein-
stimmung mit denjenigen der nahe verwandten umlaute (s. § 6G,
§ 78) — zu unterscheiden; also z. b. bei der «-brechung:
1. Eine periode wo brechung nur durch dasjenige a be-
wirkt wird, welches, in ultima oder vor einer schwachtonigen
silbe stehend, nach langer starktoniger silbe synkopiert wird
(vgl. § 130, 1 und 2). Formen wie hialdr (urnord. Helt)aR Tjurkö
um 500 — 600) kämpf, hiarg i^herga) gehören demnach schon
der letzten urnord. zeit, weil das betreifende a um 700 nicht
mehr da war.
2. Eine periode — etwa das 8. jahrh. — wo keine
brechung bewirkt wird, weder durch erhaltenes a, noch durch
dasjenige, welches, vor einer starktonigeu silbe stehend, nach
langer starktonigeu silbe synkopiert wird, z. b. herghüe, -i
felseneinwohner aus ^tfergabüe zu hiarg isberga) berg, ert)gróenn
(bei Egell Skallagrimsson mit verba assonierend) aus der erde
gewachsen zu iorb {;ig?^'()), gen. iarüar, erde. Vgl. Kock, Arkiv
VI, 49 note.
3. Eine periode, wo brechung wieder auftritt, bewirkt
durch dasjenige a, welches nach kurzer starktoniger silbe
synkopiert wird, z. b. giafmildr freigebig aus *gefjamilÖ{i)ii.
4. Eine periode, wo brechung durch erhaltenes a hervor-
gerufen wird, z. b. hiarla herz. Dieser fall ist schon um 900
§ 95. 96. Entwickelung der alten diphthonge. 63
belegt durch assonanzen wie hlat) : fiahrar (Þióðolfr). got)vart)r :
iart)o (Hornklofe), dat. sg. nach gen. iartiar umgebildet.
Anm. 1. Assonanzen wie vez : peza (I^ióðolfr um 900), vczla \ peza
(Kormak im 10. jahrh.) beweisen nicht, dass brecliung vor a noch nicht
eingetreten wäre, sondern nur, dass die lautgesetzliche flexion des riesen-
namens nom. peze, gen. þiaza durch ausgleichung zu einer doppel-
formation peze, gen. -a und piaze, gen. -a anlass gegeben hat (vgl. § 92).
Anm. 2. Die entsprechenden perioden der n-brechung treten natür-
lich respektive etwas später ein in folge der späteren synkopierung des
u in den betreifenden Stellungen (vgl. den it-umlaut § 78). So z. b. wird
urnord. *skeWuR erst im 8. jahrh. zu s/iioWr schild, *meku erst im 10. jahrh.
zu miok viel (vgl. dass Egell um 950 miot aus *metu u. dgl. als einsilbiges
reim verwendet).
V. Die diphthonge.
A. Alte diphthonge.
§ 95. œi (urnord. ai, s. § 57) wird im anorw. (in aeii
meisten gegenden) als solches erhalten, dagegen im isl. musste
es natürlich bei dem Übergang des ce in e (s. § 85) zu ei
werden, z. b. anorw. hccit, isl. heit (got. halt) biss, œinn, einn
(got. ains) ein, hceill, heill (got. hails) heil, hœita, heita (got.
haitan) heissen. Nur wo es durch den schwund eines (schon
in urnord. zeit auslautenden) g (s. § 233, 1) in den auslaut zu
stehen kam, wurde es in é kontrahiert, z. b. 1. sg. prät. {h)né
zu {h)niga sich neigen, sie zu sliga steigen, sé zu siga sinken,
mé zu miga harnen. Dialektisch (z. b. in Codd. AM. 677, 4"
und 655, 4^) kommt — etwas vor 1250 — dieselbe kontraktlen
auch in anderen Stellungen vor (s. L. Larsson, Arkiv V,
142 ff.)
Anm. lieber die kürzung von cei, ei zu æ, e s. § 115.
§ 96. ou (urnord. au, s. § 58) wird in einigen dialekten
als solches erhalten, im allgemeinen anorw. zu ou, isl. zu au,
z. b. anorw. gout, isl. gaut (got. gaut) goss, ouka, auka (got.
aukan) vermehren, dout)r, dau^r (got. dauþus) tod, ouga, auga
(got. augö) äuge. Nur wo es durch den schwund eines (schon
in urnord. zeit auslautenden) ^ (s. § 233, 1) in den auslaut
treten sollte, wurde es in 6 kontrahiert, z. b. 1. sg. prät.i nd. lo
(got. laug) zu linga lügen, so zu süga saugen, smö zu smiuga
schmiegen. Dialektisch (z. b. in den § 05 genannten hdschr.)
kommt — etwas vor 1250 — dieselbe kontraktiou auch in
64 § 97. 98. Entwickel. d. alten diphtli. § 99. Isl.-anorw. diphthongierung.
anderen Stellungen vor (s. L. Larsson, a. a. o.); selten steht ø
(z. b. oft in Cod. AM. 645, 4^, s. L. Larsson, Isländska hand-
skriften Nr. 045, 4<*, s. XLVIII) oder ú (in Shetländischen Ur-
kunden, s. Wadstein, Fornn. hom., s. 67 note), z. b. høh, hud
statt haut) bot.
§ 97. Das durch palatalen umlaut aus m, ou entstandene
fiy ist demnach überwiegend anorw., das aus au entstandene
eij (anorw. œ\j) vorzugsweise isl. Im 13. jahrh. schwindet f^y
im isl. ganz, wozu der in § 86 erwähnte Übergang ei '> e bei-
getragen haben mag. Dialektisch kommt kontraktion in 0 vor
(z. b. in den § 96 genannten hdschr. , s. L. Larsson, a. a. 0.);
selten steht ý^ (z. b. in Cod. AM. 320 fol. und 625, 4 0, s. Gislason,
Om navnet Ymir, s. 7 ff., Um frumparta, s. 196), z. b. hyra statt
heyra (hœyrd)^ Iwyra {høra) hören.
§ 98. lö (urnord. eo, s. § 59) bleibt als solches erhalten,
z. b. (h)liómr ton, þiófr (selten jnufr\ ahd. diob) dieb, miökr
(gewöhnlich miiikr s. unten) weich. Dagegen lü (urnord. eu, lu,
s. § 59) steht nur vor f, g, k, p und im auslaut, z. b. liúfr lieb,
fliúga fliegen, siuki- krank, kriúpa kriechen, hiú pl. mann und
weib; in den übrigen Stellungen (also vor dentalen konsonanten)
steht 10, das zwar oft wol aus urnord. wechselformen mit eo
(s. § 141) stammt, aber zum teil doch sicherlich durch laut-
lichen Übergang von iü in iö (eigentlich wol iu > io, vgl. § 59)
entstanden ist, z. b. sion (got. siuns) das sehen, þiót) volk, kiosa
wählen.
Anm. Hiún mann und weib (neben hión) ist wol vom gleich-
bedeutenden hlú beeinflusst. Unklar ist das seltene iúl neben iól
Weihnachten.
B. Isl.-anorw. diphthongierung.
§ 99. In gewissen anorw. hdschr. aus dem anfang des
13. jahrhs. (und später) stehen statt e, œ, œ resp. ei, æi, éi,
wenn die folgende silbe ein i enthält, z. b. dreipinn getödtet,
veirii gewesen, hæifir hat, sæilium (wir) setzen, lœiyi lage,
landamœiri grenze; s. V. Dahlerup, Agrip, s. XIV, Wadstein,
a. a. 0., s. 62. Dagegen im isl. tritt seit 1300 statt e — altes
oder (nach § 85) aus œ entstandenes — vor ng überall — doch
nicht im westlichen teil der insel (mitteilung des herrn ama-
nuensis R. Arpi) — ei ein, z. b. geingu (sie) gingen, leingi lange.
§100—103. Isl.-anorw. diphthongierung. §103. Kontraktion bei hiatus. 65
§ 100. é wird im isl. zu ié, dialektisch schon um 1200,
allgemein erst um 1300, z. b. hier hier, iél sehneeschauer, miér
mir, lief liess. Die schrift behält gewöhnlich das zeichen é.
S. J. Dorkelsson, Breytingar, s. 34, Dahlerup, Aarbøger 1889,
s. 248. Nach (den palatalen) k, g, h hat kurzes geschlossenes
e die analoge entwickelung zu ie durchgemacht, z. b. kielill
kessel, giekk ging. Mekk hing (danach wol analogisch ßekk
bekam), hielt hielt (danach anal, fiell fiel), hiet5an von hier, hieri
(vgl. § 68 anm. 1) hase, Biebinn personenname. Vgl. Sievers,
Beitr. XVI, 242; Hoffoiy, Kuhns Zeitschr. XXVII, 602.
Anm. Hiérad (zu ags. Mered familie) ist wol ursprünglich von herati
— anorw. hcer(r)ad, aschw. hcer{r)ap, harap zu hcerr heer, vgl. Noreen,
Arkiv V, 390 f. note — bezirk verschieden gewesen.
§ 101. y wird sporadisch im aostnorw. des 14. und
15. jabrhs. zu iu (selten io) vor r oder / mit folgendem konso-
nanten, z. b. Giurh(e)r (Gyrbr) personenname, hiurtiir {hyrt5ir
aus hirt)ir nach § 74) hirt, kiorkia (kyrkia, kirkid) kirche, kiulna
{kylna) darrofen, miulna (mylna) mtihle. Der Übergang tritt
auch in — stark nebentonigen? — ableitungssilben ein, z. b.
lykiull {lykyll § 124 anm. 4, lykilí) Schlüssel, mykiuU gross, kœtiull
kessel. S. Noreen, Arkiv Vi, 335.
§ 102. 0 geht im isl. in an über vor ng und yik, z. b.
siaung {stong) stange, nom. acc. ntr. pl. laung {long) lang,
haunk (Jionk) handhabe. Spuren hievon zeigen sich um 1300.
VI. Kontraktion bei hiatus.
§ 103. Wo zwei gleiche sonanten — e, é sind hierbei
mit i, i, so wie o, ó mit u, ú gleichwertig — zusammentreffen,
werden sie zu einem langen von der qualität des stärker be-
tonten kontrahiert. Hier wie in allen folgenden kontraktions-
fallen bieten die ältesten skaldengedichte (bis gegen 1200) sowie
mehrere Eddalieder noch häufig unkontrahierte formen (s. Sievers,
Beitr. V, 515, Gislason, Njála II, 260 ft'.). Z. b. fá (got. f^ä/ian)
bekommen, acc. sg. m. blá?! (älter bláan) zu bldr blau, der OÖens-
name //árr aus Hä-arr, Ic {lue) sichel, 3. sg. präs. konj. sé (sée)
sehe, dat. sg. knc {knée) knie, dat. pl. skom {^skó[h]om) zu skor
schuh, bände i^böunde neben búande) bauer, {Ií)rólfr (^Hróolfr)
Rudolf, dat. pl. húsfrúm {-frúom) hausfrauen, gen. sg. Irü
Noreen, Altisl. gramm. 2. aufl. 5
66 § 104—106. Kontraktion bei hiatus.
{trúu) zu trua glaube. Später treten durch analogie hiatus-
formen wie hlämi (zu hlár nach trúan zu trur) u. dgl. wieder auf.
Anm. Wo der eine komponent ein diphthong ist, bleibt dieser als
kontraktionsprodukt, z. b. vœill, veill {'^ve[h]œill) krank.
§ 104. á -\- 0, u giebt ó, z. b. dat. sg. ntr. blo (bláo) zu
blår blau, dat. pl. óm (áom), óm (s. § 73, 2, c) zu nom. pl. ár
(aar) flüsse. Später wurde o, wie gewöhnlich (§ 80), von á
verdrängt, also am u. dgl. Noch jünger sind analogiebildungen
wie áu?n nach anderen dat. pl. auf -um u. s. w.
Anm. Wo ausnahmsweise kurzes a mit folgendem u zusammentrifft
(vgl. § 231), entsteht der diphthong ou, ou, au (vgl. § 97), z. b. isl. Jiaiikr,
anorw. hoiikr {*hahikaR) habicht.
§ 105. á -\- e, i bleibt unverändert, z. b. dáenn, -inn todt,
páe, -i pfau.
Anm, Ausnahme macht urnord. *hähistaR (aus urgerm. *hanhistoz,
vgl. ahd. hengist) pferd, woraus mit diphthong ai zunächst *haistR, *Jiœistr,
dann (nach § 115) anorw. liœstr, isl. hestr (vgl. aschw. dial. heist, nschw.
dial. hest, hist).
§ 106. e, é, i, i, + a, å, o, o, u, ú werden in mehrfacher
weise behandelt:
a) Wo der zweite vokal starktonig ist, geht der erste in
konsonantisches i über, z. b. ßorer aus *fe{h)wöriR (vgl. sskr.
catväras) vier, niol (ahd. nebul) dunkelheit, biorr (ags. beofor)
biber, ßös ijfé-hós, -Ms, -hansu, s. § 73, 2, c, zu got. hansa
Sammlung) Viehhof, miÖialdre von mittleren jähren, namen
wie líœr-, Heriulfr aus urnord. Hariwulf(a)R, Ncef-, Nefiulfr,
Bryniolfr u. a. dgl. (s. Sievers, Beitr. XII, 486 fif., Zeitschr. f. d.
philol. XXI, 104 note), frials aus "^fri-hálsan (vgl. got. freihals
freiheit) freigeboren.
Anm. 1. Dieselbe entwickelung scheint auch bei ý, de + o, ó, u, ú
vorzukommen, z. b. móskióttr {^mó-skýóttr?) dunkelfleckig, namen wie
Biolfr {""By-olfr?), Siolfr {*Sœ-olfr?\ Sniolfr {*Snœ-olfr?).
b) Wo der zweite vokal schwachtonig ist, wird die Ver-
bindung verschieden behandelt: 1. Nach v, rv (kons, u) bleibt
überall der hiatus, z. b. g. pl. vea, dat. pl. véom zu vé heilige
Stätte, pl. Suiar die Schweden. 2. Sonst zeigt sich ein
schwanken, so dass in gewissen Wörtern nur hiatusformen auf-
treten, z. b. nio, -u neun, tio, -u zehn, sia seihen, sia ge-
schmolzenes eisen, knia diskutieren; in anderen geht (ausser in
§ 107. 108. Kontraktion bei hiatus. § 109. Dehnung. 67
gewissen anorw. hdschr., s. z. b. Wadstein, a. a. o., s. 53) ohne
ersichtlichen grund der erste vokal in kons, i über, wobei der
zweite vokal gedehnt wird (eventuell seine ursprüngliche
länge behält), z. b. siá (anorw. auch séa) sehen, IIa (léa) leihen,
gen. sg. ßar {féar)^ t'uinde (neben ßande s. § 114, 1; aschw. fiande)
feind, dat. pl. fiöm {féom) zu fé vieh, ntr. þriú zu þrir drei.
Anm. 2. Sehr selten zeigt sich in diesem falle anorw. (dialektisch)
ein hiatusfüllendes kons, i zwischen den beiden vokalen, z. b. freiadagr
(isl. friddagr, aschw. fréadagher) freitag; s. Bugge, Arkiv IV, 123.
Anm. 3. Ausnahmsweise scheint ý (ø?) + a, o, u in diesem falle
auch zu id, resp. ió entwickelt worden zu sein, z. b. gen. sg. Mar {^hýar?)^
dat. pl. hióm {*hýom?) zu hijr, hør dorf. Vgl. anm. 1.
§ 107. 0, Ó, u, Ú -{- a, á, e, e, i, i werden in zweifacher
weise behandelt:
a) Wo der zweite vokal starktonig ist, geht der erste in
konsonantisches u über, z. b. die namen Bo^uarr, Botiuildr aus
resp. '^Bat5u-{h)arR, -{h)ildR, fioluerrenn vielbeschäftigt zu fiol
(got. filu) und errenn (vgl. Sievers, Beitr. XII, 487 f.).
b) Wo der zweite vokal schwachtonig ist, bleibt gewöhn-
lich der hiatus, z. b. roa rudern, floe untiefe wassersammlung,
snúa wenden, húe^ -i bewohner. Selten geht der erste vokal
in kons, u über (vgl. § 106, b, 2), z. b. skuár (und skúar) schuhe;
vgl. Wadstein a. a. o. s. 79.
Anm. Ebenso setzen wol anorw. Rdl'b{é)r neben Röaldr (isl. Hröaldr)
und gen. sg., nom. acc. pl. brdr neben brúar zu bm brücke älteres *Riüdldr,
*briodr voraus ; s. Bugge, Beitr. XV, 396 f.
§ 108. Bei y, œ, 0 -\- e, i schwanken schon die ältesten
hdschr., sodass bald hiatus, bald kontraktion in resp. ý, é, é
stattfindet, z. b. mýell, -ill und mýll ball, nye der neue, dat. sg.
hlýe blei, fré und frcee, -i samen, hée dorf zu resp. hlý,
frœ, hør, sÁ^H^ 'Uetf; .3 s^ f ri't c^ . ^ <ig<> (^i^ c) '^r^^^'
VII. Dehnung.
§ 109. Gedehnt wird jeder kurze vokal, der entweder
ursprünglich oder durch Schwund eines konsonanten aus-
lautend steht, z. b. sá (got. sa) dieser, fm (got. />w) du; á an,
þá dann, i in, så (got. sah) sah, ó (got. aha) fluss, fé (got.
faihu) vieh, prat. vå zu vega aufheben, brå zu hregt)a schwingen,
präs. má zu meya können, kné i^knewa) knie, tré bäum.
Anm. Wo im auslaute kein konsonant geschwunden ist, kann die
länge des vokals möglicherweise schon urgermanisch sein.
6*
68 §110.111. Dehnung.
§ 110. Sogenannte ersatzdehnung kommt vor, wo un-
mittelbar nach dem vokal ein konsonant schwindet ohne sich
einem folgenden zu assimilieren (d. h. ohne konsonantische
ersatzdehnung), z. b. tår zähre, når i^nawiR) leichnam, får (vgl.
got. fawai) gering an zahl, påe (lat. pavo) pfau, Ale, Öle (ahd.
Analo, resp. Anuló)^ þórr der donnergott, gós gans, óst (got.
ansts) liebe, åss (got. ans) balken, Åke (ahd. Enihho)^ nom.
pl. hvårer zu huabarr (gewöhnlich huårr nach dem pl.; got.
haþar) welcher von beiden, Gór^(5r statt Gobr-øbr Gottfried,
Frírekr Friedrich, 7iól nadel, 7nål (got. maþl) spräche u. a. m.
(s. §§ 232—244).
§ 111. Dehnung vor konsonantenverbindungen tritt
in folgenden fällen ein:
1. Vor ht (später zu ti assimiliert, s. § 209), z. b. dóííer
tochter, åtta acht, rétía richten; vgl. Kock, Beitr. XV, 252 note.
Die dehnung muss schon um 900 vorhanden gewesen sein,
weil die assimilation ht > tt schon aus dem 10. jahrh. be-
legt ist.
jL pfUAM^.it. 2. Yorrh und Ih (später r, resp. /, s. § 234) findet selten
i^e[\.C|^>^<^e^igpQy^(^|ge]2e dehnung statt, z. b. ßre, -i, fyre, -i und fura,
fura (ahd. foraha) föhre, pl. Våler, Valer (vgl. ahd. Valaho)
Kelten; aber nur pl. firar (asächs. firllws) männer, marr (ags.
mearh) pferd, fior, fior (ags. feorh) leben, þuerr (ags. þweorh)
quer, for (doch schwed. dial. für) furche, fela (got. filhan) ver-
bergen, fair hülse, Fialarr, Fiolner, -ir '(meth)verstecker', or
(ags. earli) pfeil, selr (ags. seolli) seehund, var (aber als mengl.
lehnwort wär\ ahd. war ali) eiter, hiartr (ags. heorht) hell, licht
u. a.; vgl. Bugge, Studier over de nordiske gude- og heltesagns
oprindelse, s. 208 not; Brate, Beitr. X, 64 f.
3. Vor kakuminalem / (s. § 40, 2) -|- konsonant (also haupt-
sächlich vor //; lg, Ik, lm, lp) sind a, o, o,u im i sl., wenigstens
seit der mitte des 13. jahrh. gedehnt, z. b. hål fr, f. hol f {half)
halb, úlfr wolf, golf fussboden im zimmer; gålgi galgen, sólginn
verschlungen; skålkr diener, folk volk; hålmr stroh, hiålmr,
dat. pl. hiólmum (hiålmum) heim, hólínr kleine insel; hiålpa
helfen, hiólp (hiålp) hilfe, hólp'mn geholfen.
Anm. 1 . Die seltenen ausnahmen beruhen auf analogie, z. b. prät.
halp, hulpum zu hidlpa (älter hiáÍ2>a) helfen, sualg, sulgum zu suelga ver-
schlingen, skalf, shdfuyn, part. prät. skolfinn zu skidlfa (skialfa) zittern
nach barg, biirgiim, borginn zu biarga bergen u. dgl.
I ^^ U. ( ^ci^ ,{u\^. -$^ ^+. -fu( Uv^ í^ '^-^ '^-^ '
§112.113. Dehnung. §114. Kürzung. 69
Anm. 2. Vor dentalen ist kakuminales l äusserst selten, ausser wo
die gruppe durch nordische synkope entstanden ist (z. b. valda ich wählte),
in welchem falle keine dehnung stattfindet; vgl. § 40, 1. Demnach steht
dehnung nur in hals neben hals hals, óln (din) neben gin elle; vgl. schwed.
diall. hals, aln mit kakuminalem l.
Anm. 3. Sehr selten sind beispiele dieser dehnung in anorw. dia-
lekten, z. b. kdlfr (kalfr) kalb, skdlf (skalf) zitterte, hals {hals) hals;
s. Wadstein, a. a. o., s. 121.
4. Vor ng, nk wird a im isl. — doch nicht im westlichen
teil der insel (mitteilung des herrn amanuensis Arpi) —
wenigstens um 1350 gedehnt, z. b. längr lang, kránkr krank.
Vereinzelt steht kóngr (kongr) neben konungr, -ongr könig.
§ 112. Zu welcher zeit die in der jüngeren spräche aus-
nahmslos durchgeführte dehnung jedes kurzen vokals in offener
silbe eingetreten ist, ist unsicher. Wahrscheinlich fand sie
statt zu verschiedenen zeiten je nach verschiedenen orten, auf
Island wol erst nach 1400, stellenweise jedoch vielleicht schon
im 13. jahrh.
Anm. Vgl. Bugge, Beretning om forhandlingerne på det første
nordiske filologmøde, s. 141, Th. Wisén, Riddara Rimur, s. V, Wimmer,
Oldn. Læsebog*, s. XVI fif., Dahlerup, Agrip, s. VII, Kock, Studier i
fornsvensk Ijudlära, s. 234 ff.
§ 113. Sonstige fälle:
1. Vor dem aus urnord. r (urgerra. z) entstandenen r steht
sporadisch gedehnter vokal, z. b. präpos. ör, år, er, ijr (got. us)
'aus' neben privativ-präfix or-, ur-, ør-, prät. sera (selten), sera
(got. saiisö) säete, smra (selten), snora wandte, låm, tarn eisen
(vgl. Noreen, Arkiv IV, HO note).
2. lieber io, lu > iö, resp. iü s. § 59.
3. lieber eventuelle dehnung bei hiatus (z. b. fear > fmr
Viehes) s. § 10(5, b, 2.
VIII. Kürzung.
§ 114. Vor zwei konsonanten — doch nicht den in
§ 111 genannten Verbindungen — oder geminata tritt kürzung
eines laugen vokals ein, aber zu sehr verschiedenen zeiten je
nach verschiedenen Stellungen. Doch ist dies Verhältnis sehr
oft nicht mehr aufrecht erhalten, so dass faktisch die laut-
gesetzliche kürze nur in verhältnismässig wenigen fällen auf-
tritt. Dies beruht teils auf ausgleichuugen nach verwandten
70 § 114. Kürzung.
formen, wo die länge vor nur einem konsonanten stand, teils
wol auch darauf, dass in gewissen dialekten die kürzung- vor
gewissen Verbindungen nie eingetreten ist. Jedenfalls ist das
lautgesetz durch die isolierten formen als solches gesichert.
Von beispielen mögen hier angeführt werden:
1. á > a in hann (gen. hans) er zu dat. honom, hánum (Jiónom)
ihm, gasse gänserich zu gas gans, vabmál (váb-) kleidstoff zu
vót^ zeug, fiande (fianäe) feind zu fiå hassen, skald {skåld)
dichter, vandr (vandr) böse, haske (håske) gefahr, arna (åma)
bote sein, nait (gewöhnlich nåtl, nótt, nótt) nacht, att (gew. ått,
óu) geschlecht, gen. hals (håls) zu hål Scheiterhaufen, ntr. vari
(vårt) unser zu f. vår {vor, ör), ntr. sart (sårt) verwundet zu
f. sår (sór)^ nakkuatT (s. § 57, 4, a) irgend ein.
2. é "> e in þrettan dreizehn zu þrir (vgl. aschw.
þrer) drei.
3. i > i in minn, þinn, sinn (ntr. mitt, þitt , sitt) zu
f. min, þin, sin mein, dein, sein, vitke, -i (ags. wit^a) zauberer,
pl. litlir, -er (selten titler) zu litill, -eil klein, Skirnir, -er zu
skir a (prat. skir-a, skirba) hell machen, skirr (skirr) zu acc.
skiran hell, Vig fuss zu vig kämpf, sild {sild, vgl. sil) häring, huilb, -d
(huilb, -d) ruhe zu huila ruhen, litt (litt) neben litit, -et wenig, iss
(iss) zu pl. isar eis, ntr. frltt (fritt) zu f. /rið schön, fifl (fiß)
idiot, ibvandr (ib-) thatkräftig zu ib that.
4. ö > 0 in þorstœinn (-steinn), -finnr u. a. neben þóroddr,
-(fi)ildr u. a., Solvœig (-veig) zu söl sonne, isl. Hrobhiartr (Hrób-\
ferner Hrolleifr, Hrollaugr, Hrokkell u. a.) zu hröbogr ruhm-
voll, ntr. gott (gott) zu f gob gut, toft (tófi) bauplatz, drot(t)ning
(drot-) königin zu drotterin (drottenn) könig, tolf (^tó-lef) zwölf,
tottogo i^lo-togo) zwanzig, ogn (ógn) schreck, forii (föni) opfer,
hriost (briost) brust, Þorbr (Þórbr) ein personenname, lioss (liöss)
zu acc. liósan licht, hell, fiorbe (fiörbe) vierte zu florer vier.
5. Ú > u in hrulloup, -laup hochzeit zu hrübr (gen. hrubar)
braut, Bv^ití:r-^^--''mi'§^^T-^úngr zu ^z^d^buder-
6. ?/ > ?/ in KnylVmgr, -engr zu Knúlr (dat. Knuti, -e)^ pl.
ymsir, -er zu ýmiss (anal, ymiss) wechselnd, ytii, -e (ýtri, -e)
äusserer, yzlr (ýzír) äusserster zu út hinaus, dyrka (dyrka)
verehren, dyrb (dtjrb) herrlichkeit , dtjrr (dijrr) zu acc. di/rayi
teuer, hyski, -e Wirtschaft zu hús haus, prät. sißida (synda) zu
syna zeigen, brynn (brynn) augenscheinlich zu acc. hrynan.
§115.116. Kürzung. §117. Die schwachton. silben. Urnord. Vorgänge. 71
7. cé > äP (isl. e) in henyie ihr neben hánum ihm, væt(f)r
{vetlr, vetr) und vœl{t)r wicht.
8. ^ > ^ (isl. auch ß s. § 86) in ðss (und ö^í s. § 83, 1)
neben os (und ø^) uns, isl. stedda stute neben ^/óð gestüte, edda
poetik zu öðr poesie. rUdda
Anm. Vgl. K. Gislason, Aarbøger 1866, s. 242 ff.. Annaler 1858, s. 89,
Om helrim, s. 49 f., Njåla II, 953; E. Mogk, Anzeiger f. d. Alt. X, 62 f.;
Wimmer, Oldn. Læsebog. ^ s. XIII ff.
§ 115. In ganz derselben weise wird der diphthong cei
(isl. ei) in æ (isl. e) verkürzt, z. b. œkki, ekke (elke) 'nichts' aus
"^œiti-gi, "^eitt-ge, nœkkuœrr, -arr, nekkuerr, -arr irgend ein
aus "^ne-wæit-ek-hwærr, -hwarr, hælgi, helge der heilige zu
hceilagr (analogisch hœlagr)^ heilagr heilig, superl. mœsir, mestr
zu mæiri, meire grösser, fJœsir, flestr zu flœirl, fleire mehrere,
læsta, lesta (lat. læderé) verletzen, œllifu, ellefo (got. ainlif) elf,
flœsk, flesk (schweine-)fleisch, ældr, eldr (ags. éled) feuer, isl. edda
grossmutter zu eit)a (vgl. got. aiþei) mutter, frœ{i)sta, fre(i)sía
versuchen, ve(i)tka ich weiss nicht, gen. pl. þœ(i)rra, þe(i)rra
ihr, klœ{i)ss, kle(i)ss lispelnd, Endribe {^Ei7in-þri(3e § 176), ve{i)zla
bewirtung, œ{i)nn, e{i)nn ein, œ(í)ngi, e{i)nge kein, isl. endeme
(eindømé) etwas alleinstehendes, pl. œ(i)gnir, e(i)gner zu ceiginn
(anal, cegin)^ eigenn eigen, suce{i)nn, sue{i)nn bursche.
Anm. Sehr selten und unsicher sind spuren einer dergleichen
kürzung von gu {ou, au) zu g (o oder a), s. Wadstein, a. a. o., s. 76 und s. 50.
§ 116. Ein langer vokal wird unmittelbar vor einem
andern verkürzt, wenigstens fakultativ bis um 1400 (später
steht wieder ausschliesslich länge), z. b. bua iþúa) wohnen^ gloa
{gloa) glühen, huinn, -enn {húinn, -enn) fertig, aber pl. húnir, -er.
Anm. 1. Vgl. Bugge, Første nordiske filologmøde, s. 142 f., Beitr. XV,
391 ff.; Sievers,Beitr. V, 462, 468, XV, 401 ff".; J. Þorkclsson, Beyging sterkra
sagnorða, s. 59; Gislason, Njåla II, 945 (vgl. dagegen Hoffory, Gott. gel.
auzeig. 1888, s. 155 f.; Wadstein, Arkiv VIII, 87.).
Anm. 2. Eine derartige kürzung darf man als Zwischenstufe in den
Übergängen ó, i, i/, œ ^==- kons, i (§ 1 06, a mit anm. 1 und 3) und ó, ú :^
kons. 10 (§ 108, b) voraussetzen.
Kap. 2. Lautgesetze der scliwachtonií^en silben.
I. Urnordische Vorgänge.
§ 117. au ist durch kontraktion zu ö mit altem ö zu-
sammengefallen. Dies ö (später nach § 121, 4 gekürzt) und
72 § 11'7- Urnord. Vorgänge in schwachton. silben.
das alte aus urgerm. zeit übernommene o haben — wenn
auch zu sehr verschiedenen zeiten — ganz dieselbe ent-
wickelung durchgemacht und treten, wo sie nicht später ge-
schwunden sind, in historischer zeit in zweifacher gestalt auf:
1. Als u, 0 — über deren Wechsel s. § 125 — unmittelbar
vor in, in unnasaliertem auslaut, und wenn in der nächsten
silbe ein u (o) steht oder doch in urnord. zeit gestanden hat,
z. b. dat. pl. rúnum, -om (got. rünöm) runen, 1. pl. präs. ind.
anorw. kalium, isl. kollom (urnord. "^kallöju) rufen, Mndum, -om
(got. hindam, urgerm. '^f)indomi\z?'\} binden, dat. sg. m. hlindum,
-om (got. blindammd) blind; dat. sg. anorw. strandu, isl. sh^ondo
ufer, dat. sg. ntr. hlindu, -o blind, nom. sg. f. su (nach § 109
in haupttoniger Stellung aus urspr. "^su gedehnt; got. so) diese;
3. pl. prat. ind. isl. kollo^o (aus ^kallö(5un) riefen, nom. f. sg.
und nom. acc. n. pl. anorw. annur, isl. minor (got. miþara,
urgerm. '^anþorö) ander.
2. Als a in allen übrigen Stellungen, z. b. gen. sg. sonar
(got. sunaus) sohnes, alta (got. ahtau) acht, 1. sg. konj. gefa
(got. gibau) gebe, géfa (got. gebjau) gäbe; nom. acc. pl. runar
(got. rünös, urn. runo^ Tjurkö, Järsbärg, später rmiaR Istaby),
gen. pl. runa (urn. runo Björketorp) runen, iu7iga (got. iuggo)
zunge, Marta (got. hairíö) herz, 1. sg. präs. ind. kalla nenne
(aber kgllomk nenne mich, nach 1), 2. sg. kallar nennst, 1. sg.
prat. ind. orta (urn. worahto Tune, später wrta Etelhem) machte,
fát5a (urn. faihibo Einang) ritzte, kallada i^kallö^ö < '^-öni) rief,
mánat)r (got. menöþs) monat, komp. fró^are , sup. -astr (got.
frödöza, -ösís) klüger, -st, acc. sg. f. blinda blind^ inf. kalla (*kallön)
rufen; acc. pl. daga (urgerm. *Öagonz) tage, inf. und 3. pl. präs.
ind. bi?ida binden, acc. sg. m. blindan blind, acc. sg. ha7ia hahn.
Vgl. noch fälle wie en{n)da (^enn-bö) "und (doch)" neben en þó
(got. þauh, s. § 58) "und doch"; hérna (got. her null, s. § 55)
eben hier, dat. pl. isl. þeima (got. "^þa'mmh, s. § 55) diesen; acc.
sg. f. þá (nach § 109 in haupttoniger Stellung aus */>« gedehnt;
got. þo) die, vgl. nom. acc. pl. f. þœr (got. þös) die, íuœr (got.
Irvös) zwei aus ^þaR, resp. ^IwäR (§ 68, 2) statt "^þöR, "^þwön, nach
zweisilbigen formen wie blindar blinde u. a. umgebildet (vgl.
jedoch auch got. twa in twa þUsundja zwei tausend).
Anm. 1. Der Übergang von ö in a gehört der späteren urnordischen zeit,
wie aus Istaby runaR, Etelhem tvrta statt älteren runo r (Järsbärg, Tjurkö),
§ 118. 119. Urnord. Vorgänge in schwachton. silben. 73
tvorahto (Tune) erhellt; auffallend bleibt der späte gen. pl. runo (Björke-
torp, vgl. runono Stentofta), worüber — aber nicht überzeugend — Kock,
Beitr. XV, 257 f. Dagegen tritt urg. o schon in den allerältesten um. in-
schriften als a auf, z. b. in den zahlreichen nom. und acc. sg. auf -ür, -a
(gr. -oq, -ov, lat. -US, -um), wie -pewan Thorsbjærg, erilaR Kragehul,
Ða^ar Einang, horna Gallehus.
Anm. 2. Oft wechseln innerhalb eines paradigmas a und u (o), je
nach dem die folgende silbe urspr. u enthielt oder nicht, z. b, þrifnutir,
-ol5r (got. -ðdus) das blühen, gen. þrifnadar, gen. pl. -a(ia, dat. pl. -utiom,
-odom; skipun, -on anordnung, gen. -anar; kallada ich rief, pl. isl. kpllo-
tiom u. s. w. Bisweilen ist aber ausgleichung dieses wechseis eingetreten,
so dass entweder doppelforraen entstanden sind, wie bei den fem. auf
-im {-on), -an z. b. skipun {-on), -an, gen. sg. skijmnar {-onar), -anar, und
den mask. auf -utir {-otir), -atír, z. b. þrifnutir {-o'd'r), -ad'r; oder es ist a
als der häufigst vorkommende laut überall durchgedrungen, was im
anorw. fast regelmässig der fall ist, z. b. kalladom statt isl. kpllodom
nach kallatSa, dat. pl. spakastom statt isl. spgkostom nach spakastc der
weiseste.
Anm. 3. Aus obigem geht hervor, dass man iu fällen wie glika
(got. galeikö) gleich, 1. sg. prät. ind. ser<x (got. saísö) säete nasalierten
auslaut, resp. analogiebildung nach Wörtern mit nasaliertem auslaut voraus-
setzen muss.
§ 118. ai ist durch kontraktion zu e mit altem e zu-
sammengefallen. Wo dies e (später nach § 121, 2 gekürzt)
nicht später geschwunden ist, zeigt es sich in historischer zeit
als i, e — über deren Wechsel s. § 124 — z. b. 3. sg. präs.
konj. fare (got. farai) fahre, 2. sg. präs. ind. Iiœ/ir, he f er (got.
habais) hast, 2. sg. präs. imperat. liß, -e (got. libai) lebe, nom.
pl. m. hlincUr, -er (got. hlindai, vgl. urn. smosieR Tune) blinde,
1. sg. präs. ind. hcciti, heile (urn. halle Kragehul) heisse, dat.
sg. f. þœirí, þeire (got. jAzaí) der, dat. sg. ulß, -e (vgl. urn.
Hile Järsbärg, -kurne Tjurkö u. a.) wolf; 2. sg. prät. ind. valber
(got waliües) wähltest, fatler (gr. narijo) vater, 3. sg. prät. ind.
orte (urn. wurte Tjurkö) machte, hane (vgl. gr. "ElXiiv u. dgl.) hahn.
§ 119. Svarabhakti (d. h. entwickelung eines vokals
aus dem stimmton eines tönenden konsonanten) tritt sporadisch
schon in den ältesten urnord. Inschriften ein, indem kon-
sonantengruppen, die r, l oder (seltener) n enthalten, ein para-
sitisches a zeigen, z. b. //ar/?ja' Skaäng {llar\i]ija Vi; vgl. isl.
llrinfjr\ wi^rail Istaby (isl. reit) schrieb, 2. dual. prät. ind.
waritu Järsbärg schrieben, 3. sg. präs. ind. harulR (isl. hríjlr^
Björketorp, hariulip (got. hrmtiþ) Stentofta bricht, 1. sg. prät.
' i/y{. >r-t< w^ nr.3 I
74 § 120. Urnord. Vorgänge in schwachton. silben. § 121. Kürzung.
ind. worahto (isl. ortd) Tune machte, uþara'bas'ba (isl. úþar-
faspo) Björketorp unheilbringende prophezeiung; dat. sg. halai-
f)an (vgl. got. ga-hlaiha) Tune genösse, falahak (isl. falk) Björke-
torp ich verbarg, -wulqfR Istaby, -wolafR Stentofta (isl. -ulfr,
-Ol fr) wolf, gen. sg. A[7i\su^isalas (isl. Äsgisls) Kragehul; Hara-
"banaR (isl. Hrafn) Järsbärg u. a. Dies a ist aber später überall
geschwunden.
§ 120. Kurzer, unnasalierter, auslautender vokal ist schon
vor 600 apokopiert worden, z. b. 1. 3. sg. prät ind. was
Tanum war, w^rail Istaby schrieb (vgl. gr. fotoa, foíós = isl.
veit weiss), 2. sg. imperat. isl.-anorw. bitt (urn. *i)ind) binde
(vgl. gr. g)tQ6 = isl. ber trage) u. a.
Anm. Ueber sonstige synkope in urnord. zeit s. § 130 ff.
II. Kürzung.
§ 121. Kürzung langer vokale tritt schon vorliterarisch
und wol zum teil sehr frühe ein. Die fälle sind:
1. á y- a, z. b. Olaf r neben Óláfr (mit stark nebentoniger
ultima), higemarr (bei Tacitus higuiomerus; vgl. neunorw. dial.
Ingemar aus -^märr) zu íticérr (urnord. -mariR Thorsbjærg,
s. § 65 anm.) berühmt, vesall (selten anorw. vesäll, neunorw.
dial. vesal) unglücklich zu seil ^salÍR) glücklieb, ok{k)la (ahd.
anchläo) fussknöchel, fora^ i^for-rát^ s. § 51, 1, a) Verderb, isl.
heraÖ, anorw. hœr{r)at) (*-ráð) bezirk, gamall alt zu mål zeit,
afrah neben afrá^ abgäbe, anorw, cerfabe neben œrfœbe (s. § 65)
arbeit, acc. pl. m. bát5a (^bá-bá, got. ba7is þans, vgl. § 109) beide,
acc. sg. hana neben (seltenem) haupttonigem häna sie, nafarr
bohrer, Ifarr, Þórarr, (B)róarr aus -'^drr (s. § 57, 4, b), die
negierenden verbalsuffixe -a (vgl. § 57, 3) und -at (vgl. § 57, 4, b)
neben haupttonigem cé (aschw. auch ä; got. aiw) immer,
resp. œitt (eitl', got. ainala) etwas, missare neben misser e (aus
"^-ære) halbjahr zu år Jahr, dómare neben (seltnerem) dómere
richter u. a. auf -are (und -ere, s. § 64 und vgl. ahd. -är/).
2. é > i {e, s. § 124), z. b. Hamt^er aus älterem Ilamþér
(s. § 51, 2, a), {H)lobver aus -vér (afränk. Chlodorvich)^ hual-
velna, -vitna was auch immer und mjvit {eyvet\ -ar, -u (-o)
nichts zu véttr wicht, ding. Andere beispiele s. § 118.
3. i > i {e, s. § 124), z. b. hirbir, -er (got. hair deis) hirt,
frébe (got. frödei) Wissenschaft, nom. pl. gæstir, gester (got.
§ 122. Kürzung in schwachton. silben. 75
gasleis) gaste, 1. pl. prät. konj. hybim, -em (got. budeima) böten,
Þyri (s. § 51, 1, a) weiblicher personenname, Alrekr (§ 51, 2, a)
Alarich, {H)rørekr Rodrich u. a.
4. Ó wird bei älterer kürzung — vor 700 — teils zu u
(o, s. § 125), teils zu a nach § 117. Bei späterer kürzung steht
immer o (seltener u), z. b. hon, hun sie, honom (sehr selten isl.
hunom) ihm, das negierende prefix o-, u- neben haupttonigem
resp. hon, honom, 6-.
5. II ^ u {p, s. § 125), z. b. gen. dat. acc. sg. imigu, -o, nom.
acc. pl. iungur, -or (ahd. zungün) zunge, -en, nom. acc. pl.
ougu{n), augo (ahd. "^ougUn, ougun) äugen, uian von aussen her
und uiar weiter hinaus neben seltnerem iitaii, resp. ú/«r zu wí
hinaus (und uti, -e draussen), nu, no (bisweilen suffigiert) neben
nú nun, gefbu, -o du willst, estu, -o du bist zu þú du (s. L. Larsson,
Stud. over d. Stockh. homilieboken, s. 54).
6. Ó wird bei älterer kürzung — während der vikinger-
zeit — zu M (o s. § 124), z. b. dat. pl. dömorom richtern, nom.
sg. f. und nom. acc. pl. ntr. gamul, gomol alt, vesol unglücklich,
nom. acc. pl. foro^ verderb, hœr{r)ot5, her ob bezirk, isl. a fr ob
abgäbe, s. oben 1 ; anorw. ærfub aus *-oð {^-äbu, '^-aibu) arbeit.
Vgl. § 127. Bei späterer kürzung steht wol g, z. b. Algf {Alo/')
weiblicher eigenname zu Äleifr, Óláfr\ -lafr\ isl. honom (vgl. 4
oben) neben honom ihm.
7. é'> e, z. b. missere halbjahr, domere richter u. a., s. 1
oben.
8. Ó ^ i {e, s. § 124), z. b. isl. ejideme {-dimi) neben cin-
døme (mit stark nebentoniger pænultima) etwas ausserordent-
liches.
§ 122. Die diphthonge werden ebenso verkürzt:
1. œi {ei) > / (^ § 124), z. b. bá^er aus *bá-pæir (got.
bai þai, s. § 57, anm. 3) beide, þórer (altir. lehnwort Thomrair)
neben þorgœirr, -geirr (vgl. § 57, 4, b), Indribe neben Ein{d)ri(3e
(s. § 51, 1, a), huimleibr (mit haupttoniger ultima, vgl. aschw.
huémleþer) 'jedem verhasst' zu huœim, hueim jedem.
2. gu {pu, au) > o, z. b. Hålogaland land der Hälmjgir,
valrof (ags. wœlréaf) beute, ok 'und' neben starktonigem aak
auch, anorw. mHog, œriug (vgl. agutn. erlaug) münze.
3. tu > i (e § 124), z. b. dat. sg. sipii, -e (ahd. simiu) söhn,
øy rir, eyrer (lat. aureus) münze.
76 § 123. 124. Qualitative Veränderungen in schwachton. silben.
III. Qualitative Veränderungen.
§ 123. a wird im ostnorw. des 14. jahrlis. zu æ nach
langer Wurzelsilbe, z. b. sendœ senden, liøyræ hören u. s. w.
(gegenüber gera machen, viia wissen u. a.).
Anm. 1. Anderer art muss das schon im ostnorw. des 13. jahrhs.
allgemein auftretende œ statt a in den pronominalen Wörtern þœi das,
þœn den, þœr dort sein.
Anm. 2. Im anorw. des 15. jahrlis. steht oft durch dänischen ein-
fluss e statt a in endungen (oft auch sonst danisierter Wörter), z. b. høre
hören, seghe suchen.
§ 124. i (altes oder nach § 118, § 121, 2, 3 und 8, § 122,
1 und 3 neuentstandenes) geht schon vorliterarisch in e über:
1. Isl. in allen Stellungen, z. b. acc. pl. geste (got. gast ins)
gaste, acc. sg. hirbe (got. hairdi) hirt, 2. pl. präs. ind. hmbeb
(got. biudiþ) bietet, valeb?^ (got. walids) gewählt; nur dass
gewisse alte hdschr. i nach k und g bevorzugen, z. b. mlkill,
-eil gross, eigi^ ~e nicht. Aber schon vor 1250 tritt statt e
allgemein wieder i ein, z. b. gesti, biöbitS u. s. w., wenn auch
iü einigen endungen das e (wenigstens in gewissen hdschr.)
weit länger bleibt, z. b. nom. sg. der verwandtschaftswörter
wie f ab er, -ir vater, mober, -ir mutter, nom. pl. m. der adj. wie
blinder, -ir blinde, präpos. wie under, -ir unter, yfer, -ir über,
epler, -ir nach; in Egils saga nach Möðruvallabók steht (wie
im aschw.) e fast nur nach langer Wurzelsilbe oder neben-
toniger ableitungssilbe. Dialektisch (z. b. in der Flateyjarbók)
tritt wiederum im ende des 14. jahrhs. e statt i auf, dann aber
vorzugsweise in offenen silben.
2. Anorw. nur wenn die vorhergehende silbe ein a, á, e,
é, 0, Ó, 0, 0 oder 6, é enthält, z. b. nom. pl. m. marger viele,
rábenn geraten, 3. sg. präs. konj. gefe gebe, rélíe richte, dat.
sg. kononge könig, döine urteil, sone söhn, nom. pl. m. soler
süsse, nónge nachbar, 3. sg. prät. ind. mælte sprach (gegenüber
stjnir söhne, spurbi fragte, dat. sg. vœlli feid, skildi Schild, vini
wein, hofbi köpf u. s. w.). In gewissen hdschr. steht jedoch i
bisweilen nach é, selten nach e, c; umgekehrt e bisweilen
nach ce, selten nach ou {au).
Anm. 1. Spuren einer derartigen vokalharmonie zeigen sich auch
in einigen alten isl. hdschr., in so fern dass i statt e nach i (so z. b. in
Stockh. Ilom. und Plácitús dråpa) und y (z. b. in Plác.-dr.) beliebt ist.
§ 125. Qualitative Veränderungen in schwachton. silben. 77
Anm. 2. Wenn in gewissen, sowol isl. wie anorw., hdschr, das
Suffix -ing- regelmässig i zeigt, so beruht dies darauf, dass -ing- starktonig
war (s. § 51, 2, b), z. b. drotning (schwachton. -eng) königin. Bei
schwankender betonung finden sich natürlich doppelformen, z. b. andlet
neben andlit (mit noch starktoniger ultima) antlitz.
Anm. 3. Unklar bleiben anorw. mek mich, pek dich, sek sich, vet,
met wir zwei neben (vorzugsweise isl.) mik, pik, sik, vit, mit-, ebenso
der umstand, dass im anorw. das suffix -lig- in gewissen hdschr. regel-
mässig die form -leg- hat ohne rücksicht auf den vorhergehenden vokal,
z. b. nijlegr neulich, tnildlegr mild, u. a.
Anm. 4. Statt i, e zeigt sich dann und wann y, wenn ein y vorher-
geht, z. b. isl. systkyn, -in, -en geschwister, anorw. pykkyr, -ir es dünkt,
mijkyll, -ill gross, lykyll, -ill Schlüssel.
Anm. 5. Vgl. u. a. Wadstein a. a. o., s. 88 ff.; Gering, Finnboga saga
s. VIII, Isl. Ævintýri I, XV; J. torkelsson, Nokkur blöð úr Ilauksbók,
s. XXI; Keyser u. Unger, Olafs saga (Chra. 1849), s. IX Wisén, Homiliu-
Bók, s. VI, VIII; Sievers, Tübinger bruchstücke, s. 11 f., Beitr. XII, 482 if.;
G. Storm, En tale mod biskoperne (Chra. 1885), s. XVI f.; Kock, Studier
i fornsvensk Ijudlära, s. 228 (und Arkiv VIII, 362 note); J. Storm, ibid.
s. 321 f.; F. Jónsson, Egils saga, s. VIII.
§ 125. u (altes oder nach § 118, 1, § 122, 5 und 6, § 127
entstandenes) geht schon vorliterarisch in o über:
1. Isl. in allen Stellungen, z. b. acc. pl. sono (got. sununs)
söhne, nom. acc. pl. gotor gassen, 1. pl. präs. ind. hindom binden;
ebenso in proklitischen und enklitischen Wörtern, z. b. mono
werden (nioyi wird), skolo sollen, of (selten vf, später nicht vor-
handen) um, heyrtio höre (du), sono so (nun). Aber schon um
1225 tritt bei einigen Schriftstellern u in geschlossener silbe
ein, z. b. hindum u. dgl.; nur dass in gewissen hdschr. (z. b. der
norvagisierenden Agrip) o vor r fortwährend beliebt ist, z. b.
Ooto)\ -ur. Seit 1300 ist u auch in offener silbe gewöhnlicher
als 0, z. b. sonu, munu, skulu u. s. w.
2. Anorw. nur wenn die vorhergehende silbe ein e, é,
0, 0, ð, 0, oder å, 6, é oder endlich ein nebentoniges a ent-
hält, z. b. dat. pl. vegom wegen, velom kunstgriffen, acc. sg. kono
weib, 8. pl. prät. ind. ioko nahmen, acc. sg. ^Ö/o eidechse,
møi^gor mutter und tochter, acc. sg. gáto rätsei, .3. pl. prät. ind.
vóro waren, dat. pl. þrœlom knechten, 3. pl. prät. ind. þiónat)o
dienten (gegenüber acc. sg. dúfu taube, mylnu mühle, vlku
woche, 3. ])1. prät. ind. haftiii hatten, buhu boten u. s. w.); doch
scheint u vor m hie und da gegen die regel beliebt zu sein.
In gewissen hdschr. steht o auch nach cc, seltener nach
78 § 126. 127. Qualitative Veränderungen in schwachton. silben.
(starktonigem) a, nach o und ou (au)\ umgekehrt nicht selten
u nach e, é.
Anm. 1. Spuren solcher vokalharmonie zeigen sich gewissermassen
auch in einigen isl. hdschr., indem u statt o nach u, g, s (so z. b. in
Stockh. Hom. und AM. 645, 4"), bisweilen auch nach y und au (z. b. AM.
645, 40) beliebt ist.
Anm. 2. Vgl. u. a. die § 124, anm. 5 angeführte literatur sowie
Mogk, Anz. f. d. alt. X, 67; L. Larsson, Stud. over d. Stockh. homilie-
boken, s. 67, Isländska handskriften nr. 645, 4°, s. XLVI; Kock, Arkiv VII,
370 note.
Anm. 3, Spuren eines Überganges u ==- (geschlossenes) s zeigen
sich im isl. hie und da schon vor der mitte des 13. jahrhs.; s. Gislason,
Um frumparta, s. 129; L. Larsson, a. a. o., s. XLVII.
§ 126. y wird vorliterarisch zu i {e § 124), wenn die folgende
silbe i enthält — dies also eine art von ?-umlaut — , z. b. ifir,
-er über, firi{r), -e(f) für, þikia dünken, konj. skilt, -e solle,
prät. skil dl, -e sollte, mindi, -e würde neben starktonigem yfir,
-et\ fyrl(r), -e{r), þykkia u. s. w.; apinia affin, inniß, -e ein-
geweide neben apynia, innyfli, -e mit starktonigem y. Minni, -e
mündung, hrinia brünne, higgia verstand, lif, pl. lifia?" arznei-
mittel neben mynni, -e u. s. w. sind wol aus Zusammensetzungen
wie árminni, -e flussmündung u. dgl. entstanden. Wo ausnahms-
weise ý ZU grunde liegt dürfte zunächst kürzung (nach § 114
und § 121) zu y anzunehmen sein, z. b. prät. sindig -e zeigte,
anorw. imiss wechselnd, hibili wohnsitz neben sýndi, -e, ýmiss
(pl. ymsir § 114, 6), Mhjle. S. Noreen, Arkiv I, 168 f.; Kock,
ib. IV, 166 if.
Anm, Unklar bleibt das seltene anorw. brillouj) neben brylloup
hochzeit. — Hihýli, -e neben lautgesetzlichem hýhýli, -e ist natürlich nach
§ 72, () zu beurteilen.
§ 127. 0 und nach § 121 , 6 gekürztes 6 werden vor-
literarisch zu w (ö § 12^), z. b. fort5om {-um) aus */br-
þo7n (got. f aur þammd) ehedem, Nít)u^r, -ot5r (ags. Ni^had)^
gen. -a(5ar zu }iot5r krieg, nom. sg. f, nom. acc. pl. ntr. 7iokkor
irgend welche zu huor welche, orrosta {-rasta, -rosta\ urspr.
nom. orrasla, gen. dat. acc. orrostu, -rosio, vgl. ahd. rasta ruhe)
streit, Sig-, Siugur'hr {Sigvart)r; urspr. nom. Sigurc^r, gen. Sig-
vart) ar) Sigwart zu vgr(5r wache, lor undr zu vgndr stock, ruthe,
anorw. gen. dat. acc, Botolfsoko zu nom. Bótolfsvaka vigiliæ
S. Botulphi, anorw. liufut) (urspr. die form eines schwachtonigen
kompositionsgliedes) neben hafut^ (isl. hgfob) kopf, hinnug, -og
§ 128. 129. Qualit. veränd. in schwachton. silben. § 130. Synkope. 79
dort (vgl. aschw. vagher weg), ondugt, -oge hochsitz, úogort^r
früfetück (vgl. aschw. varþer malzeit), gndort^r anfänglich (vgl.
as. -wardes), Aubon personenname, véorr {*vé-vgr(5r, s. § 245, 3)
Wächter des heiligtums u. a. (vgl. § 121, 6). S. Noreen, Arkiv VI,
306 if.
§ 128. æ und nach § 121, 7 gekürztes æ werden vor-
literarisch zu e, z. b. anorw. pl. gefendr zu ge fände geber,
skynseme Vernunft zu skijnsamr vernünftig, 2. 3. sg. präs. ind.
hefer hast, hat, huerr welcher, epter 'nach' neben starktonigem
anorw. hœfir, resp. huœrr, œptir u. a. (§ 121, 7). S. Wadstein,
a. a. 0., s. 52.
Anm. Die auch im anorw. fast ausnahmslos mit e geschriebenen
gera machen, mega können, 1. pl. präs. ind. knegom vermögen haben
wahrscheinlich altes e, s. Wadstein, s. 54 f. (gegen Sievers, Tübinger
bruchstücke, s. 8); Brate, Bezz. Beitr. XIII, 44 f.
§ 129. Ueber é > i {e) s. § 118 und § 121, 2; ó> u (o)
s. § 117, 1, > ö s. § 117, 2; 0> i (e) s. § 121, 8.
Anm. 1. In den wenigen fällen, wo ein altes, kurzes e in schwach-
toniger Stellung zu stehen kommt, geht es ebenso wie é in i über,
welches nach § 124 wieder mit e wechselt, z. b. hinnig, -eg aus Viinnweg
(§ 218) dort, der bestimmte artikel enn (in gewissen anorw. hdschr. so
immer ohne rücksicht auf benachbarte vokale, s. Wadstein, s. 88 und 61),
inn der, die, das, en, in noch (vor komparativen , z. b. en, in mceira,
meira noch mehr) neben starktonigem enn noch, ausserdem.
Anm. 2. Ob das präfix af- neben of- über-, allzu- (z. b. of-, afstope
Übermut) einen Übergang o :^ a (vgl. d ::^ a § 117, 2) bezeugt, bleibt un-
sicher (vgl. Wadstein, s. 48 f.).
IV. Synkope.
§ 130. Gegen das ende der urnordischen zeit und im
anfang der vikingerzeit, also etwa zwischen 650 — 900, wird
jeder unbetonte vokal in "kurzer silbe" (s. § 49) synkopiert.
Wenn also in einer solchen silbe der vokal geblieben ist, so
rauss er zur zeit der synkope haupt- oder nebentonig gewesen
sein. — Ueber die Chronologie der einzelnen synkopierungs-
fálle sind folgende allgemeine bemerkungen zu machen:
1. Synkope tritt früher nach lauger als nach kurzer
Wurzelsilbe ein, weil nach jener nicht wie nach dieser ur-
sprünglich ein nebenton folgte, der erst schwinden rausste. So
80 § 130. Chronologie der synkope.
z. b. hat die Sölvesborg-inschrift (c. 750 — 775) im acc. sg. der
M-stämme ^smu[n]l (isl. Asmwid), aber sunu (isl. sun) söhn, die
adän. inscbr. von Helnæs (c. 800 — 825) ebenso Kuþumu[n\t (isl.
Gubmund)^ aber sunu. In der kompositionsfuge ist synkope
vorbanden bei Sölvesborg Asmu[n]t aus '^Asumundu (vgl. urnord.
A\n\su^isalas Kragehul), nicht aber bei Helnæs Kuþumu[n\t.
Abecedarium nordmannicum (eine St. Gallener hdschr. aus
dem 9. jahrh., welche die nordische runenreihe mitteilt) hat
die runennamen sól (^sölu) 'sonne', aber feu (isl. fe) 'vieh'
und lagu (isl. logr) 'flüssigkeit'. Die 3. sg. präs. ind. weist
in der Björketorp-inschr. (c. 700) die form harulR (isl. bryl?^)
'bricht' auf, aber noch die aschw. inschr. von Rök (c. 900 — 925)
hat sitiR (isl. silr) 'sitzt' als archaische form in der poesie
neben z. b. nipR (got. niþjis) 'verwandter' in der prosaischen
darstellung (vgl. den runennamen þuris = isl. purs, in Abeced.
nordm.).
2. Synkope tritt früher in ultima und vor schwachtoniger
silbe ein als zwischen zwei starktonigen silben. In isl.-anorw.
1. sg. prät. ind. démt^a richtete ist, wie der umlaut beweist,
synkope (aus "^(^ömiðö) früher eingetreten als in kucmfany (aus
'^kwUmfany) heirat. Vgl. § 66 und § 78; Noreen im Grundriss I,
453 f.
3. Synkope tritt früher bei unnasaliertem als bei nasa-
liertem vokal ein. Die Istaby-inschr. (um 700) hat schon nom.
sg. -wulqfR (aus '^wulfaR, s. § 119), aber noch acc. sg. -wulq/a
(aus "^-wulfa mit nasaliertem a, weil aus -om, lat. -um, gr. -ov);
ebenso die gleichzeitige inschr. von Gommor acc. sg. -rvolafa,
erst die Helnæs-iuschr. -ulf wolf.
4. Synkope tritt am frühesten bei a ein, wol etwas später
bei i, am spätesten bei u\ aber die zeitlichen differenzen sind
ziemlich unbedeutend. Schon um 700 fehlt unnasaliertes a
nach langer Wurzelsilbe, z. b. Istaby -wulqfR\ vor 900 auch
nasaliertes a nach kurzer silbe, z. b. in der adän. inschr. von
Tryggevælde acc. sg. iiar (isl. ver) mann. Fast gleichzeitig
schwindet l, z. b. nach langer silbe Björketorp barutR, nach
kurzer Rök niþR. Bei u zeigt sich synkope nach langer
silbe erst in dem AsmiilnY der Sölvesborg-inschr., nach kurzer
silbe um 900 wie in acc. sg. sun söhn der aschw. inschr. von
Gursten (vgl. § 78, 3).
§ 131. 132. Synkope. 81
Wir gehen jetzt dazu über die verschiedenen synkopierungs-
fálle zu besprechen.
§ 131. In unbetonter kurzer vorsilbe wird antekonso-
nantischer vokal synkopiert, antesonantischer vokal dagegen
nach § 103 ff. behandelt, z. b. granne (got. garazna) nachbar,
grceiba, greit5a (got. garaidjan) in Ordnung bringen, glikr (got
galeiks) gleich, gnógr (got. ganöhs) hinreichend, gnúa reiben,
gnaga nagen, grœin, grein (got. garaide'ms) zweig, abschnitt,
isl. gredder einer der zu speisen giebt (vgl. ags. gereordian
speisen), géta auf die weide führen (vgl. as. ähüan verfolgen),
gåta hüten (zu etla der acht und meinung sein, as. ahtön
beachten), gå mit aufmerksamkeit folgen; vœill, veill schwach
aus "^ve-hæill (zu hceill, heill gesund); prät. sg. suœip, sueip
i^seswœip) zu suceipa, sueipa einhüllen, prät. sg. hceit, heit (got.
haihait) neben het zu hceita, heita heissen; prät. sg. iök (got. aiauk)
zu auka vermehren; sUkr (got. swaleiks) solcher; postole apostel,
pisiill, -eil epistel, spitale hospital, pat5reimr hippodrom, Púl
Apulien u. a. — Vgl. mit betonter vorsilbe gamall alt zu mal
zeit, gaman freude (got. gaman gemeinschaft), pl. gotuar (ags.
getáwe, ^eatwe) rustung, prät. sera (got. saisö) aus älterem
*sezo zu sä säen.
Anm. S. Bugge, Arkiv II, 212 f., 226 f., 238 ff.; Noreen ibid. III, 16 ff.;
Kluge, K. Z. XXVLTO: Hoffory ibid. XXVII, 593 ff. Å^e ré^^-^.n^, A^t>
§ 132. Unbetonte 'kurze' (vgl. § 49) ultima wird synkopiert,
z. b. dagr (urn. ^agaR Einang) tag, hceitinn, heit enn (urn. haitinaR
Tanum) geheissen, gœstr, gestr (urn. -^astiR Gallehus) gast, sunr,
sonr (got. sunus) söhn, fé (got. faihu) vieh, acc. sg. stcein, stein (urn.
staina Tune) stein, horn (urn. horna Gallehus) horn, mgg (urn.
ma^u Strand) söhn, nom. sg. £ und nom. acc. pl. ntr. annur, gnnor
(got. anþara) andere, gen. sg. gisls (urn. -gisalas Kragehul) geiseis,
dat. sg. fœbr, febr (lat. patri) vater, acc. sg. m. œimi, einn
(got. ainnö-hun) ein, blindan (got. blindana) blinden, dat. sg. m.
hlindum, -om (got. Uindammd) blindem, nom. pl. détr (urn. dohtrÍR
Tune) töchter, 1. pl. konj. präs. berem (got. bairaima)^ prät.
bærem (got. bereima), 1. sg. präs. ind. ber (got. baird) zu berå
tragen, 2. sg. imperat. søk (got. sökei) suche, fiol- (got. filu)
viel-, hældr, heldr (got. haldis) mehr, hatr (got. hatis) hass,
2. sg. präs. ind. brijtr (got. bi^iutis) brichst u. a. — Vgl. dagegen
Noreen, Altai, gramm. 2. aufl. ß
82 § 133. Synkope.
mit nebentoniger ultima z. b. 3. pl. prät. ind. hut5u, -o (got.
budun, sskr. buhudhús) boten, 3. sg. prät. konj. hyndi, -e (got.
bundl) bände, dat. sg. ntr. blindu, -o (ahd. bliniu) blindem. Wo
die betonung schwankt, entstehen doppelformen, z. b. dat. sg.
hcem{i), heim{e) heim, lougiu), laugio) bad. — Ferner bleibt ja
der vokal in urspr. 'langer' silbe, z. b. nom. pl. gœstir, gester
(got. gast eis) gaste, fiskar (got. fiskas) fische, acc. pl. daga
(got. dagans) tage, gæsti, geste (got. gastins) gaste, sunu, -o (got.
sununs) söhne, gen. pl. runa (got. rUnö mit urspr. nasaliertem ö,
weil aus *-ö//í) runen, fatier (gr. jtaxTJQ) vater, 1. sg. präs. ind.
pass. gripumk, -omk zu akt. grip (aus '^gripu) greife (vgl. § 135),
acc. sg. tungu, -o (ahd. zungün) zunge u. a. Vgl. weiter § 134.
Anm. Niu, -o (got. niun) neun und tíu, -o (got. taíhun) zehn haben
-u in anschluss an niunde neunte, Hunde zehnte bewahrt, resp. an-
genommen. Die lautgesetzlich synkopierten formen liegen z. b. in ní-ródr
90 jähre alt, té-rødr 100 Jahre alt vor. — Die infinitive auf -a (got. -an
und -ön) haben keine synkope teils auf grund eines urspr. nebentones,
z. b. vita (aschw. noch dialektisch vitä u. dgl.) wissen; teils weil die ultima
lang war, z. b. fagyia (got. faginðn) sich freuen; teils durch analogie-
bildung nach dem letztgenannten falle; teils wol auch weil urspr. drei-
silbige formen (auf urgerm. -ayii) vorhanden waren.
§ 133. Unbetonte kurze pænultima wird synkopiert, z. b.
1. sg. prät. ind. fába (urn. faihit5o Einang) schrieb, gen. pl. augna
(ags. éa^ena) äugen, gen. dat. sg. f. und gen. pl. resp. blindrar,
-re, -ra (ahd. blinlera) blinder, gen. pl. gumna (got. gumane)
männer, nom. acc. pl. himnar, -a (got. himinös, -ans) himmel,
numner, -a (got. numanai, -ans) genommene, dat. pl. hof^om
(got. haubidam) köpfen, œllri, ellre (got. alþizd) älter, minzJti, -e
(got. minnista) der kleinste, fagna (got. faginön) sich freuen u. a.
— Vgl. mit urspr. langer (ev. auch nasalierter) oder neben-
toniger pænultima die in § 132 und § 134 angeführten bei-
spiele, wo in 3- oder mehrsilbigen Wörtern die ultima (ev. auch
die antepænultima) , nicht aber die pænultima, synkopiert
worden ist; ausserdem fälle, wo gar keine synkope stattfinden
konnte, weil die pænultima nebentonig, die ultima lang (ev.
nasaliert) war oder umgekehrt, z. b. armare (got. armöza, mit
urspr. nasaliertem -a, weil aus *-^n) ärmer, skapere (vgl. ahd.
-äri, got. -ar eis) Schöpfer, 1. sg. prät. ind. losnaba (got. lusnöda,
mit urspr. nasaliertem -a, weil aus *-öm) wurde los.
§ 134. 135. Synkope. 83
Anm. Fälle, wo scheinbar sowol die ultima als die pænultima
synkopiert worden ist, erklären sich teils nach § 136, teils ist gar keine
zweite Silbe vorhanden gewesen, z. b. acc. sg. m. œin^i, einn 'ein' nicht
gleich got. ainana (das im seltenen aschw. énan vorliegt), sondern gleich
got. ainnü{hun); nom. acc. sg. ntr. hlint blindes ist nicht gleich got.
hlindata, sondern setzt ein goi.*hlindat voraus, wie pat 'das' nicht got.
þata, sondern pat (in pat-üh; got. pata aus "^patð gäbe in Verbindung
mit -Uh ein *patöh, s. Noreen, Arkiv VI, 374 note) entspricht (got. pata
wäre isl. '^ppt). In einem falle endlich wie acc, sg. m. minn statt des laut-
gesetzlichen *minm (um, minino Strand) ist analogiebildung nach formen
wie cein7i, einn anzunehmen.
§ 134. Unbetonte kurze antepænultima und ultima werden
beide synkopiert, z. b. dat. sg. m. hundnum, -om (got. hunda-
nammd) gebundenem, acc. sg. m. valban (got. walidana) ge-
wählten. — Vgl. dagegen mit nebentoniger antepænultima und
langer ultima — deshalb mit synkopierter pænultima nach
§ 133 — z. b. gen. dat. sg. f. und gen. pl. mikülar {-ellar), -Uli
(-eile), -illa {-ella) zu mikill, -eil gross.
Anm. 1. Ueber fälle wie acc. sg. m. bundinn, -enn gebunden, nom.
acc. sg. ntr. hœilagt, heilagt heiliges, die scheinbar got. bundanana (in
aschw. bundnan vorliegend), hailagata entsprechen, s. § 133 anm.
Anm. 2. Fälle wo drei silben nach einander synkopiert zu sein
scheinen, sind natürlich anders zu erklären. So z. b. entspricht nom. acc.
sg. ntr. valt gewähltes nicht got. ivalidata, sondern einem Hvalidat (vgl.
§ 133 anm), das lautgesetzlich *vœlit gäbe, aber nach analogie von dem
Verhältnis blindr : blindan : blint wie vaWr : valtan : x in valt umgeformt
worden ist.
§ 135. Enklitische einsilbige Wörter werden — wo nicht
association hindert — wie sonst unbetonie ultima (s. § 132)
synkopiert, z. b. emk (em ek) ich bin, mœllak {mélta ek) ich
sprach, kollomk {^kallö[m\-mik) ich nenne mich, Utom {^létu-mR aus
*lélu-meR gleich léto mér) sie Hessen mir, kallask (*kalla-sik)
sich nennen, snúas i^snúa-sR aus ^snúa-seR) sich wenden, sås
{sá es), þeims (þeim es) derjenige, demjenigen welcher, nús {nú es)
nun ist, þaz {þal es) das ist, suát {suá at) so dass, anorw.
(selten) hit {*hi-at) hierher, mattet (*máiti-at) konnte nicht, þát
eins {þá at eins) nur dann, est (estu aus *es-bu) du bist, vilt
{vil tu) du willst, skald Stockh. hom. {skal du) du sollst, ken?id
{þú) kenne (du), anorw. aldregin (isl. ne aldrege) nie, huárgen
(isl. ne . . . . huárge) keiner von beiden u. a.
Anm. 1. In derselben weise sind wol — nach einer Vermutung
E. Lidéns — entstanden die formen der 2. pl., z. b. bindit, -et (aus
6*
84 § 136. 137. Synkope. § 138. Svarabhakti.
"^binditi-t s. § 210, 2, § 225,5), anorw. bindir (bindití-r s. § 232) gleich
bindid it, ér (auch bindi þit, per) ihr bindet.
Anm. 2. In den zweisilbigen verbalformen erom, erotS (-t), ero wird
e nur nach unmittelbar vorhergehendem r synkopiert. Das dadurch ent-
standene rr wird bisweilen vereinfacht (§ 225 anm. 2), das o der ultima
gewöhnlich gedehnt. Z. b. vér{r)óm {vér erom) wir sind, þeir{r)ó {peir
ero) sie sind, sœlerró (scéler ero) selig sind.
§ 136. Wo innerhalb eines paradigmas synkopierte und
unsynkopierte formen (resp. formen mit synkopierter ultima
und pænultima) mit einander wechselten, ist oft ausgleichung
— gewöhnlich zu gunsten der synkopierten formen — ein-
getreten oder doppelformen entstanden. Z. b. valðr neben
valibr nach pl. valder gewählt, danskr nach pl. dansker- dänisch,
karl (aschw. run. noch karilR) nach pl. karlar kerl, œldr, eldr
(aschw. noch selten eledh) nach dat. œldi, elde feuer, Horpr
(aschw. run, noch ^en. Haruþs) nach dat. Uœrt5i, Her^e ein
Personenname, skirn (got. skeireins) nach gen. skirnar taufe,
dýpþ (got. diupiþa) nach gen. dýpþar tiefe, hœztr (bezír) und
baztr aus urspr. *bœtisír (got. batisís), acc. baztan bester, magn
und mœgn (megri) neben mægin {megen) nach dat. magne
stärke u. a.
§ 137. Weit später, erst zur zeit der ältesten hdschr.
durchgeführt, ist die synkope des anlautenden vokals im pron.
enn, inn bei dessen Übergang in den suffigierten artikel. Das
nähere hierüber s. § 401, 1.
Anm. 1. Sonstige beispiele späterer synkope sind selten und unklar,
z. b. TLálgalánd (seit ijm 1400) statt älteren Hålogaland (Hólogaland) der
nördlichste teil Norwegens, gen. pl. srna neben srinda tax srindi, -e in
der spec. bedeutung 'notdurft', mdmatr neben mánamatr (zu mdne wie
das gleichbedeutende mdnadarmatr zu mdnadr) proviant für einen monat,
•M^^-i^dfíllj&iebtljifíben húit^ -.pi-^^eftigi--(¥gl«_§J.^2-aBffi'.'^ Vielleicht auf
dissimilation beruhen (adv.) lít{t) wenig neben (adj.) litit, -et klein (vgl.
§ 357, 5), kongr neben konongr könig, pengr neben pen[n)ingr münze.
Anm, 2. Das schon vorliterarisch entstandene dis ehrwürdiges weib,
Schwester statt *idis (ags. ides, as. idis, ahd. itis, itins) dürfte aus laut-
gesetzlich synkopierten Zusammensetzungen wie iód{d)is (aus *i6d[i\ti'ís
s. § 183, 1, a) milchschwester, Valdis u. a. namen abstrahiert sein. Wenn
die zweite silbe haupttonig gewesen ist, kann das wort doch auch zu
§ 131 gehören.
V. Svarabhakti.
§ 188. Svarabhakti tritt in etwas jüngerer spräche zwischen
auslautendem r und einem vorhergehenden konsonanten ein:
§ 139. Spuren urgerm. lautgesetze. 85
a) Im isl. ist der svarabhaktivokal u, von dem spuren
schon vor 1300 sich zeigen, z. b. yikur statt rikr mächtig, pl.
høndur {héndr) bauern u. s. w. Um 1400 ist wol die ausspräche
-ur allgemein üblich gewesen, ob wol die Schreibung -ur erst
nach 1550 völlig durchdringt. S. J. Þorkelsson, Um r og ur i
niðrlagi orða.
b) Im an or w. ist der svarabhaktivokal verschieden in
verschiedenen gegenden. Westnorw. (wenigstens südlich von
Bergen) tritt u oder o ein, ostnorw. dagegen regelmässig a, in
gewissen gegenden auch e oder æ, z. b. wnorw. aftiir, -or,
onorw. aftar, -er, -ær statt aftr zurück, u. s. w. Die ent-
wickelung ist wol im allgemeinen während des 14. jahrhs.
vollzogen worden. Vgl. J. Storm, Norvegia I, 35.
Anm. In anorw. runeninschriften kommen auch nicht selten im In-
laut spuren von svarabhakti nach der art der urnord. inschriften (s. § 119)
vor, z. b. beleitir (d. h. bleytir, Aaardal, 13. jahrh.) netzt, acc. huruþiir
(d.h. hrótior Tanberg) bruder. S. Bugge, Foreningen til norske fortids-
mindesmerkers bevaring, Aarsberetning for 1868, s. 33.
Kap. 3. Vokalwechsel aus urgermanischer zeit
stammend.
I. Spuren urgermanischer lautgesetze.
§ 139. e wm-de urgerm. zu i (s. Noreen, Utkast till före-
läsningar i urgerm. judlära, § 6, 2):
1. Wenn in der nächsten silbe ein / (altes oder in un-
betonter silbe aus e entstandenes), i oder / stand. Daher
wechseln im isl.-anorw. e und i in fällen wie pari prät. benenn zu
bi(5ia bitten, me^al- mittel- neben mi^r (got. mlójis, lat. medius)
mittlerer, ver^r wert und virha (urg. '^wirt3ian) würdigen.
Ebenso erklären sich z. b. miok (^meku) viel neben mikill, -eil
gross, fiort)r {ftort^r, gen. ßar^ar] aus urnord. "^fer^uR, resp.
'^fer^öR) mit pl. firt^ir, -er meerbusen, sniallr i^snellaR) begabt
neben snilli, -e begabung, Siugurt^r {^Se^u-Jvart^uR > *Siugwgrbr)
Sigwart neben (Sigu?^()r und) sigr {^siglR) sieg; iolstr : ils tri, -e
Salix pentandra. Oft ist der Wechsel ausgeglichen worden,
so dass entweder der eine vokal überall durchgeführt worden
ist, oder auch doppelformen entstanden sind, z. b. dat. ver(5e
und (selten) virbi, -e zu verbr (anorw. vcer^r) malzeit, gen. pl.
86 § 140. 141. Spuren urgerm. lautgesetze.
Venba (selten) und Tmða zu Vin^r (ahd. Winid, vgl. Venedi
bei Plinius) Wenden, iegr {iøgr) und ügr (nach pl. tigir) an-
zahl von zehn, niöl (ahd. nebul\ s. § 231) finsternis neben nifí.
(*nWil) nebel, efe und (alt) iß, -e zweifei, þiokkr (^þekhvuR)
und þykkr i^þikkwia-) dick, miorkue und myrkue dunkelheit.
2. Unmittelbar vor nasal mit folgendem konsonanten.
Daher gen. pl. kuinna i^kwen-nö, gebildet wie got. aúhsne,
ahne u. a.) neben kuenna (aus ^kwenana synkopiert, vgl. got.
qinönö) zu kona weib, snema und snimma (durch kontamination
auch snemma und snima) früh. Ebenso ist aus brinna (alt und
selten), rinna (a. u. s.) neben hrenna brennen, renna fliessen zu
erschliessen, dass in der urspr. flexion dieser verben nn mit n
gewechselt haben muss (vgl. bruni, -e brunst, runi, -e rinnen).
§ 140. i wurde zu e, wenn in der nächsten silbe ein a,
ä (ce) oder o, ö ohne dazwischenliegendes J oder nasal + kons,
stand (s. Noreen, a. a. o., § 4, 3, b), z. b. part. prät. bebenn (statt
*bebann, got. bidans) zu bit^a warten, nettan von unten neben
nibri, -e (auch nebre, nebarre) niedere. Durch ausgleichung
ist der Wechsel beseitigt worden, resp. sind doppelformen ent-
standen wie Stege (selten), stigi, -e aus urspr. nom. stigi, (gen.
dat.) acc. stega\ ebenso sele, silt, -e siele, sege, sigi^ -e schnitte,
klefe, (selten) kliß, -e kleine stube, vega, anorw. auch viga
kämpfen, töten, personennamen auf -{f)rebr, -{f)rsbr (wie Hall-
frehr, Geirr ðbr) neben fribr friede; ßekkr Stückchen neben /lik
kleidstück; ku-økua {kuekua, vgl. ahd. quec) : k^sykua {kueikm)
anzünden, kuikr lebendig.
§ 141. u ging in o über unter denselben bedingungen
(§ 140), die den Übergang i > e hervorriefen (s. Noreen, a. a. o.
§ 4, 3, a). Dieser Wechsel ist aber f^^st überall ausgeglichen
worden, so dass man nur ganz ausnahmsweise eine hdschr.
finden kann, die das lautgesetzliche Verhältnis aufrecht hält,
z, b. nom. sunr, gen. sonar, dat. sy7ii, acc. sun, pl. nom. synir,
gen. sona u. s.w. (s. Gering, Islendzk æventyri I, XVI). Ziemlich
oft sind aber doppelformen entstanden wie sonr, sunr söhn,
hugr, hogr sinn, fugl, (alt) fogl vogel, gull, (alt) goll gold, gob
(vorzugsweise von den heidnischen göttern), gub (vorzugsw.
von dem christlichen Gott) gott, bukkr, bokkr bock, munr, monr
sinn, unterschied, uxi -e, oxe ochs, kona, (selten) kuna weib,
§ 142. Ablaut. 87
koma, anorw. auch kuma kommeD, hœrioge (her-), -tugi, -e
herzog, nwninn, -enn, anorw. auch nomenn genommen, lokenn,
sehr selten Iuke?in geschlossen, klukka, klokka glocke, stob, siub
stütze, runi, -e ferkel neben rone pferd, got^e, (selten) gut^i, e
priester, burr, horr söhn, holr, hulr rümpf, bolstr, bulstr polster,
flug, flog geschwindigkeit, gul, -a, gol, -a windstoss, kuß, kofl
kapuze, hucerskonar (huers-), -kunar von jeder art, rub, (selten)
röð neuland, ulfr wolf neben personennamen auf -ol/r (wie
Þórolfr, Heriolfr u. a.; vgl. urnord. Hariwulqf^, HaþuwulqfR
Istaby neben HarlwolafR, HaþmvolafR Stentofta), u. a. m.
Anm. ]. u statt sonstigen o ist besonders in dem färöischen dialekt
beliebt, z. b. hrut (brot) bruch, mula (mola) zermalmen, turf {torf) torf u. a.,
s. Bugge, Aarbøger 1875, s. 40.
Anm. 2. In derselben weise wechselten ursprünglich die diphthongen
iu [eu] und io (eo) mit einander, aber das urspr. Verhältnis ist hier nicht
nur durch ausgleichung, sondern auch durch das § 98 erwähnte lautgesetz
verdunkelt worden. Doppelformen wie miúkr, (selten) miókr weich, þiúfr
(selten), þiófr dieb sind äusserst selten.
II. Ablaut.
Unter a blaut verstehen wir jeden Vokalwechsel, den das
urgermanische aus indoeuropäischer zeit übernommen hat. Je
nach der natur der wurzeln ist der ablaut verschiedener art.
Innerhalb einer gruppe von verwandten Wörtern zeigt sich in
den germanischen sprachen wenigstens eine von folgenden
sieben ablautsreihen, die besonders häufig und deutlich in der
tempusbildung der sog. starken verben hervortreten. Vgl.
Noreen, a. a. o., § 11 if..
§ 142. Die erste ablautsreihe lautet:
urgerm. t — ai — i (e % 140); anorw. -isl. i — œi (ei)
— i, e.
Z. b. bita beissen : prat. bæii (beit) : pl. bitum, -om : part.
prat. bitiyin, -enn (vgl. benenn zu bit5a warten) u. a. verben; ferner
stigr : stigr pfad; vit^ir, -er weidebusch : vit> gerte; vig kämpf: vega,
viga (§ 140) kämpfen; flik kleidungsstück : flikki, -e Speckseite,
flekkr Stückchen; skirr : skérr (^skairiR) hell; hæitr (heit?^) heiss :
hit i, -e hitze; fæitr (feiir) fettig : ßa fett; klæif (klei f) reihe
von klippen : kli f klippe; kæikr (keikr) zurückgebogen : kikna
hinsinken; vætt r (sehr selten våttr\ *rvaiht-) : véttr (vitr; *rvihi-)
wicht; anorw. ærfat)e, -é()e (s. § 65) : æ?Yibi arbeit; u. a.
88 § 143. 144. Ablaut.
Anm. Bisweilen kommt in dieser reihe auch ein ablautsvokal urgerm.
e, isl.-anorw. é vor, z. b. her ihitira (alt), he^ra hier, higat, hegat hierher,
hetian hievon : anorw. (selten) hü hierher; í;ér : (sehr selten) vir (aschw.
vir, got. weis) wir; prät. hét : hœita (heita) heissen; prät. lék : lœika (leika)
spielen; {h)lé : {h)lýf {Vilnv-) obdach, {h)lýia (aber prät. hlé^a aus ^hléw-
§ 72, 4) schirmen.
§ 143. Die zweite ablautsreihe lautet:
urg. eu {iu § 139, eo § 141 anm. 2) — au ~ u {o % 141)
oder w; anorw.-isl. tu (ió § 98) — gu {ou, au) — u, o oder ü.
7i. b. verben wie krmpa kriechen (^gióía giessen, süpa
saufen) : prät. kroup {kraup) : pl. krupum, -om : part. prät. kropenn',
ferner riót5r : rauter rot : ro(5e röte; styra (got. stiurjan) steuern :
staurr stange; {h)riúfr schorfig : {h)rufa rinde einer wunde :
{h)ryß, -e schorf; Huga lügen : lygi, -e Itige : lúgvitni, -e falscher
zeuge; striúpi, -e : (selten) strupt, -e kehle; striúgr : strúgr neid;
hrau^ brot : l)ro(5 brühe; gnaiS : gny^r lärm; fraut5 : fro^a
schäum; frau(5r : froskr frosch; daufr taub : dofe duselei; løygr
(leygr) flamme : loge lohe; blautr weich : hlotna weich werden;
þraut anstrengung : þrote schwulst : þrútinn, -enn geschwollen ;
aurr gries : úr schlacke; lauss los : losna los werden; raun
probe : run geheimnis; tryggr {^t?Huw-) treu : traust trost : trua
trauen; gr øy f a {greyfa) : gry fa vorüber beugen; suin (^su-)
Schwein : syr i^su-) sau; kiúklingr küchlein : kok kr hahn; {h)rúga
häufen : (h)roke (schwed. rage) ' aufmass^; bi^kr bauch : hogenn ge-
bogen; út hinaus : oddr spitze (vgl. § 257, 4).
Anm. Sehr selten kommt in dieser reihe ein ó vor, z. b. hónde
bauer, landhole (orknöisch -húli) pächter, hol Wohnort, bøle dorf, hør dorf
neben húa (anorw. selten höa) wohnen, húande (hóande) bauer, hú Wohn-
sitz, hútí bude, húi, -e einwohner, húr stube, hýhýli, -e wohnung, hýr dorf
und hyggua wohnen. Kaum hierher gehören mannfóle tor : mannfýla
Schelm; Zdn : anorw. (sehr selten) lún kleiner landsee; skor (got. skðhs) :
pl. skúar (und skuár) schuh; skole : (seltener) skúli, -e schule (deutsches
lehnwort, wie wol auch?) dókr : (häufiger) dúkr tuch.
§ 144. Die dritte ablautsreihe lautet:
urg. e (i § 139) — a — u {o § 141); anorw.-isl. e, l — a
— u, 0.
Z. b. verben wie verpa {vœrpd) werfen : prät. varp : pl.
urpufn, -om : part. prät. or penn; binda binden : prät. batt : pl.
bundum, -om : part. prät. hundinn, -etin; ferner giallr (*gella-) :
gallr hell tönend; bialke balken : holkr Scheidewand; verter
V A^Y ^Uv-^ ^ ^'^'<^ 7'^ {^ ^z^^
§ 145. 146. Ablaut. 89
(værbr) mahlzeit : dgr/orbr, dagurt^r (*-wgrbr § 127) frühstück;
gndverbr : -orbr vorwärts gerichtet; tindr zahn am rade : tonn
zahn; miolk (^melku) milch : molka melken; hiarg berg : horg
bürg, Borgund Ortsname; kiarni, -e kern : korn korn; verk [værlt)
werk : yrkia machen; duer gr {ducergr) zwerg : dyrgia zwergin;
lænd {lend\ Handi-^ lende : pl. liindir, -er schinken; isl. mergenn
(vgl. aschw. selten marghan) : myrgenn, morgonn morgen; stærkr
{s ter kr) : styr kr stark; ggltr (^galtuR) ferkel : gyltr sau; f aldr :
anorw. (selten) foldr falte; trgll (s. Aarbøger 1890, s. 256) : troll
(mhd. trolle) dämon; suarlr schwarz : sortna schwarz werden,
Surtr ein feuerriese; valda walten : prat. olla.
Anm. Ueber den ablaut i — a — u in ableitungssilben s. § 15U.
§ 145. Die vierte ablautsreihe lautet:
urg. e (i § 139) — a — æ — u (o % 141); anorw.-isl. e, i
— a — ^ (§ 54) — u, 0.
Z. b. verben wie stela stehlen : prat. stal : pl. siolom (stálom)
: part. prat. stolemi\ nema nehmen : nam : nomom (námom)
: numinn, -enn (anorw. auch riomenn); ferner g. pl. kuenna,
kuinna (§ 139, 2) : kuen (^krvani-)^ kum {kuán ; "^kwánu) : kona,
kuna weib; suima schwimmen: prat. suam : pl. suomom {suåmom)
: symia schwimmen , sund das schwimmen ; suefn schlaf :
.9WÚ!/* .schlief : pl. sófom {suófom, suäfom, § 71, 6) : sofa schlafen; vinr
freund : vanr gewohnt, Aubo7i (-*wgn) Edwin : u7ia zufrieden
sein; grimmr '.gramr feindselig; Blorgvin : gen. Biorgyniar Bergen;
me^al- mittel-, mit5r mittlerer : undorn {*umb-) nachmittag; trab
tritt : pl. tróbom {trát^om) : íroba treten; vatn wasser : váfr nass :
otr otter; fréndsæmi , -seme : -symi, -e Verwandtschaft; g. pl.
{h)na(a : {h)not nuss; duælia (duelia) verzögern : dy lia ver-
schweigen; {h)rat)r : hor skr geschwind; maþkr made : motte
(§ 252, 4; § 186) motte.
Anm. Bisweilen kommt in dieser reihe ó vor, z. b. kømr {*kömi-)
neben kimmr {*kwämi-) passabel, zu pass : koma kommen : prät. kiiam.
Vgl. § 147 anm., 1 148 anm. y^^ra ^JT^'^'^1' : JS^^r^ ^;r(«<^oU^A\ ^r^^'t
§ 146. Die fünfte ablautsreihe lautet:
urg. ^ (^ § 139) — a — œ; anorw.-isl. e, i — a — á
(§ 54).
Z. b. verben wie gefa geben (hi<)ia bitten) : prät. gaf :
pl. gofom (gdfom) : part. prät. gefenn\ ferner stiakl, -e kleiner
90 § l-l^. 148. Ablaut.
stecken : stake stecken; gista (*gestian) als gast besuchen : gœs/r
(gestr) gast; bikkia : grmj-, grey-haka hündin; gri^ungr, -ongr :
grabungr, -072gr stier; nitian (-*teha7i) neunzehn : fibrtcm i^-táhan,
vgl. got. tehund) vierzehn ; vegr weg : hinnug, -og i^-nwg § 127) dort;
af '. åf ab, von; at : dt zu; ó (got. a/i/d) fluss : Æger der meer-
gott; mogr söhn : magr verwandter durch heirat; huet-vetna was
auch immer, nekkuet i^-huet) etwas : huat was.
Anm. Bisweilen kommt in dieser reihe ó vor, z. b. løkr {*löki-)
bach : leka leck sein : prät. lak : pl. lokom; mót form, art : meta messen :
prät. mat : mdte art und weise ; fótr fuss : fet fusstapfe, fit schwimmfuss :
prät. fat fand einen weg : pl. fotom ; sót russ : sitia sitzen : prät. sat : pl.
sótom; røkr legitim, røkia beachten : réíír recht, rsk {*reku):rpk mani-
festation, beweis, rækia (rekia) spüren ; snigill, -ell Schnecke : sndkr : snókr
ringelnatter. Vgl. § 147 anm., § 148 anm.
§ 147. Die sechste ablautsreihe lautet:
urg. a — ö; anorw.-isl. a — ó.
Z. b. verben wie skafa schaben : prät. skóf : pl. skófom :
part. prät. skafenn] ferner hagr geschickt : hégr, hóglegr leicht
zu bewältigen; dagr tag : dðgr tag oder nacht; sta^r platz :
'Siéhingr -einwohner; oln [ohi, áln) : óln (gr. œlévt]) elle; dalr :
døl tal; 7iœt (net) netz : ?2Ó/ zugnetz; hane hahn : høna henne,
høns htihner; fnasa : fnésa schnauben; huatr unerschrocken:
hota drohen; skabe : skót) schade; skage Vorgebirge : skógr wald;
abal eigenart : óbal eigentum ; batna besser werden, bæiri (betre)
besser : bot besserung, busse; sama : soma passen; hake haken:
høkia krücke; age schreck : ógíask erschrecken, otte furcht;
slakr schlaíf : ^/öÄ:r herumschlenderer; gras gX2i^ : groa keimen.
Anm. Bisweilen kommt in dieser reihe ein ablautsvokal urgerm. œ,
isl.-anorw. ä vor, z. b. kucéfa : k{u)œfia {kefia) ersticken, k{u)afna erstickt
werden : køfa ersticken ; grcéfr : grøfr einer der begraben werden darf :
grafa graben; äkriakr acker, aka fahren : prät. d/r; hdfr üs(ih\iB.men : Jiceßa
{hefia) heben : prät. höf; athœfe verhalten, auti{h)ä'fe reichtum, anorw. lidfa
hab und gut : liafa haben, behalten, enthalten, hafask sich verhalten : hóf
das richtige Verhältnis, køfa das ziel erreichen, aa'd'{h)øfe reichtum.
Vgl. § 148 anm.
§ 148. Die siebente ablautsreihe lautet:
urg. ce — ö; anorw.-isl. á — ó.
Z. b. grata weinen : grata zum weinen bringen; landamére:
-møre grenze; hlár blau, blœia : bleia gefärbtes stück zeug; rdmr
heiser : romr stimme; néra nähren : yiéra stärken; fégelegr :
§ 149. Ablaut. 91
føgelegr angenehm; dqtS (dáb) geschickliehkeit, dánde tüchtig,
dæil fügsam : dómr urteil; gråpa zu sieh raffen : gröpasamlega
brutalerweise; (/^ya/: (Ä)rö/ schirmdach; skcefa (got. skewjan)
gehen : skår schuh.
Anm. Bisweilen kommt in dieser reihe a vor, z. b. latr faul : lata
lassen (: aschw. löt Hess); krake : krdkr : krókr haken. Vgl. § 145 — 7, anm.
§ 149. Berührungen dieser reihen unter einander (vokalische
'Wurzelvariation') sind nicht selten. Ausser dem, was schon
in den anm. zu §§ 145 — 148 angeführt worden ist, mögen hier
noch folgende fälle in aller kürze erwähnt werden:
1. Vermischung der 1. und 2. reihe, z. b. in skirr, skœrr
(§ 142) : skijrr hell, rein; ?i/'a : riúfa zerreissen; gripa greifen,
grœip (greip) klaue : greypa {greypa) in einander hineingreifen
lassen; gnipa : gyiupr steiler abhang, gnmjpr [gneypr) vorüber-
liegend; skit)i, -e, pl. skœltiir [skeit) er) : pl. skout5ir {skauta er)
scheide; {h)rista rütteln : {h)riósa schaudern; stritask, strceitask
{streitask) sich sträuben : þriótr widerspänstigkeit , þriózkr
widerspänstig (über st : þ s. § 256); sleipner 'springer', Odins
pferd : (Ji)laupa springen (vgl. § 256); cellifu {eile f o) : anorw.
(selten) cellugu (vgl. aschw. œllovo, ahd. einluph, ags. endlufan,
afr. andlova) elf; griär (selten) grau : grýia grauen, osgrúa das
aschgraue; hrimi, -e feuer : hreyma {breyma) brünstig; sima strick
: saumr Saumnaht.
2. Vermischung der 1. und 7. reihe, z. b. in gnipa (vgl. 1)
steiler abhang : gnapa vorüberließen ; \yw?jt?a, suœipa (sueipa) : sópa
fegen; Suiar die Schweden isuénskr {sénskr § 71 anm. 3) schwe-
disch; gripa greifen, grœip {greip) klaue : gråpa zu sich raffen,
gröpasamlega brutaler weise (§ 148, vgl. § 149, 1) ; prät. lél und
(selten) Iceit {leit), pl. (selten) litu, -o : lata lassen, latr faul
(§ 148 anm.); prät. gret und grælt {greit) : grata weinen, g?'øta
zum weinen bringen (§ 148); vér : (selten) vær wir, vdrr unser;
bleikr bleich : blakkr fahl; huisla flüstern : liuása zischen; blistra
pfeifen : blåsa blasen; gi^ina greinen : grœnia {grenia) heulen.
3. Vermischung der 2., 6. und 7. reihe, z. b. in fjiýsa :
f nasa, f nøsa (§ 147) schnauben; gnúpr steiler abhang, gneypr
(cjneypr) vorüberliegend : gnapa vorüberliegen (vgl. 1 u. 2);
gríjia grauen, osgrúa das aschgraue (vgl. 1) : ^rár grau; tugr,
togr (vgl. ahd. zwein-zug, -zog) : ligr, tegr, tf^gr anzahl von
zehn (vgl. -tiån : -tån § 146); gnaub, gmßr (§ 143) lärm \ gnadd
92 § 150. Ablaut.
brummen; dys Steinhaufen : dœs (des) heuhaufen; húfa haube,
haufo(5 (selten) : hofot5 (anorw. hafub) haupt; kllúfa spalten,
khuf {klauf) gespaltene klaue, klyf : klafe etwas zweispaltiges,
saumsattel; gréypa {greypa) hineingreifen lassen : grópasamlega
brutaler weise, gröp aushöhlung, grápa zu sich raffen (vgl. 1
u. 2 u. § 148); naust haus für schiffe : nor schiff; sifkn dagr :
anorw. auch søkn dagr tag auf dem man gerichtlich belangen
darf, søkia gerichtlich belangen, sgk sache; -ðyrmdi (eyrende) :
ærindi {erende)^ ørindi, -ende (vgl. ahd. arunti und § 71 anm. 2)
geschäft; haula kuh, hylia toben : hœlia {belia) brüllen; lasmøyrr
{-meyrr) : -merr gebrechlich; brun braue : hró (bra) wimper; stofn
stamm : stafn steven; stubbr stumpf: stafr stab; stylta stützen :
stœt5ia {stehid) fixieren; knütr knoten, ú-knytter böse streiche :
knoitr ball; fliúga fliegen, ßokkr flocke : floke haarflocke; snúa
zwirnen : s7iara schlinge , snøre schnür , snslda spindel ; raukn :
rœkinn (rekenn) zugvieh. Ob auch hierher haidbr : hglðr freier
grundbesitzer, halr freier mann, 'held'; øybla (eybia) : œ(5la (ebla)
eidechse; aublingr : sblingr (*abul-) prinz; haukstaldr vornehmer
mann : urnord. (Valsfjord) Ha^ustalbaR?
4. Vermischung der 3., 4. und 6. reihe, z. b. in part.
prät. sorenn : suarenn , prät. sor zu suceria (suer'ia) schwören;
prät. pl. nxum, -am : vaxa wachsen, prät. sg. óx\ kuldi, -e kälte :
kala frieren, prät. kol; miol mehl, mole brocken, mold (staub)-
erde : mala mahlen, prät. mól\ fiort^r (fiort^r) enger meerbusen,
'fahrwasser', fár gefahr : /ttra fahren, prät. för; anorw. drega
ziehen, dorg angelschnur : draga ziehen, drog streifen; kunna
können, kann (und kna) kann : kenn erfahren; gnott (ahd.
ginuht) reichlichkeit : gnögr (got. ganöhs) reichlich.
Anm. Noch verwickelter sind die Verhältnisse z. b. in hiprtr (hiortr)
hirsch : (h)rútr widder; higrn (biorn) bär : brúnn braun; duergr zwerg,
dyrgia zwergin (§ 144) : draugr gespenst. Ganz unklar sind z. b. /er- (aus
"^fér-, *fetír- § 232, vgl. § 200 anm. 2, verkürzt?) vier- : ßorer vier; þcrna
dirne : þiónn diener.
§ 150. Ein — in vielen fällen unursprünglicher — ablaut
i — a — u kommt in ableitungssilben häufig vor, wie in:
1. Suffix -//-, -al-, -ul-, z. b. vat)ill , -eil : vaðall : vgboll
(anorw. vat^ull) furt; hceimill, heimel l : sholoyw. hceimall'.hceimull,
heimoll verfügbar; bitill, -eil : -ull, -oll gebiss; virgill, -eil : -ull,
-oll strick; færill, ferell : farull, foroll reisender; gymbill, -eil :
§150. Ablaut. 93
gumhull, -oll schaf; isl. Reikell : reikoll fahrender; pagall : þogoll
(anorw. þagiilí) schweigsam; giafall : giofoll {giafuU) freigebig;
Jiugall '. -ull, -oll achtsam; ävitall '. -ull , -oll aDzeichen; suipall :
-ull, -ö// veränderlich ; vœítall, veitall : -ull, -oll freigebig; smugall
: smogoll durchschlüpfend; miM , -el : mebal (vgl. § 139, 1)
zwischen.
2. Suffix -md-, -and-, -und-, z. b. réitindi, -e : -œndi, -ende :
-yndi, -e recht; sannindi, -e : -œndi, -ende und (nach § 64) -ayide :
-yndi, -e Wahrheit; harbindi, -e : -œndl, -ende : -yndi, -e härte;
fœgrindi, fegrinde : -œndi, -ende : -yndi, -e Schönheit ; hégindi, -e
: högende : -ynde bequemlichkeit, kissen ; {h)lu7inindi, -e : -œndi,
-ende : -yndi, -e landwirtschaftliche ntitzlichkeit; iibindi, -e :
-œndi, -ende neuigkeit; cerindi, erinde : -œndi, -ende (vgl. § 149, 3)
geschäft, auftrag; bindindi, -e : -ændi, -ende und -ande enthalt-
samkeit; hceilindi, heilinde : -ændi, -ende : -yndi, -e gesundheit;
rangindi, -e : -yndi, -e ungebürlichkeit; vitind: -and: -und wissen;
nitiände i^-tehand-) neunzehnte : iiundi, -e zehnte.
3. Suffix -ing-, (-ang-,) -ung-, z. b. virbing Schätzung : ver-
t5ung, -ong ehrengeleit; cettingi, -e : óttongr (áltungr) verwandter;
hæmingr, hemingr : hamungr, homongr haut eines hinterfusses ;
vgl. agutn. laipingr : isl. leit)angr, anorw. Iceibangr : aschw.
lepungr kriegsexpedition.
4. Suffix -ig-, (-ag-,) -ug-, z. b. gqfegr (anorw. gafegr) : -ogr
(-ugr) edel; naut)egr (noubigr) : -ogr (-ugr) genötigt; gfegr
(afegr) : -ogr (-ugr) umgekehrt; aubegr (oubigr) : -ogr (-ugr)
reich; vgl. hœilagr, heilagr heilig.
5. Sonstiges, z. b. myrginn, -enn (morgenn, mergenri) : mor-
gonn morgen (vgl. apiann : œpiann, eplann abend, das ein "^œptinn
voraussetzt) ; undarn : -orn nachmittag; ia^arr : iat)urr, iot)orr rand;
preskildr : -aldr : -oldr (durch Volksetymologie auch preskioldr,
prepskioldr) türschwelle; u. a.
Anm. In gewissen Suffixen ist der vokal synkopiert worden, aber
der einstige ablaut ist noch in den verschiedenen Wirkungen auf den
wurzelvokal zu spüren, z. b. œx {ex), 4)x (vgl. got. aqizi) : ax, ox (ahd. acchus)
axt; œr{r), ^r{r):pr{r)r narbe; sig{r) sieg : ASm^itrðV Sigwart; setr (gr.
f!öog) : Slot sitz; œlftr, elptr (ahd. albiz) : glft, alpt schwan; halr 'held', freier
ina.un :JtpWr freier grundbesitzer; vær, ver (ahd. iveri(l):vpr (ags. warod)
platz an der see.
94 § 1^1 — 153. Uebersicht über die starktonigen sonanten.
Kap. 4. Etymologische übersieht über die
^ sonanten.
mm^ '^c.ti \r,w '■ Die sonanten der starktonigen Silben.
/
7—-, § 151. Isl.-anorw. a hat folgenden Ursprung:
rtA^.^^u^ 1. Gewöhnlich geht a auf urgerm. a zurück, z. b. ftí^er
^^uuxA.- vater, halda halten, hafa haben, dagr tag, band band, allr all.
^ 2. Im diphthong ia ist a durch brechung eines e ent-
standen. Beispiele s. § 89.
^2l.c<^. 3. Bisweilen ist a aus älterem á verkürzt, s. §114,1;
§ 152. á ist:
hvA/nfi/ .(í<fi'.'h\é^cv 1. Gewöhnlich urgerm. i'^, s. § 54.
^íLfe, • ^Aí^tvKt 2. Bisweilen aus a gedehnt, s. §§ 109—113.
(Ji^ßkA^^UJo^^^) 3. In einigen fällen urgerm. ai, s. § 57. V^k.f KUt^oSifliM.
^øtiJfU .'6tLj\ 4. Selten urgerm. ä, z. b. få (got f ähan) bekommen, þátta
^- iet/u.-teif^^got. þnhta) ich wurde gewahr, gått (got. gähts) türpfosten,
/>6i//r (ahd. dähl) abteilung, ha (vgl. lit. kanka quäl) plagen,
Aar hai, rå (jý, ro) ecke, sáttr (lat. sanctus) versöhnt, ^á mit auf-
merksamkeit folgen, kátr munter, tå {tó, to) hofplatz, all (ólí) keim,
dl (Ol) riemen, hctband (vgl. ags. höh, isl. hell ferse) vinculum
nervös poplitis adstringens, gát (gót; vgl. géta, as. ähtlan) auf-
merksamkeit; vielleicht þá (got. þahö) lehmboden u. a., vgl.
oben § 73, 2, c und Noreen, Arkiv III, 41 ; Falk, ib. VI, 115.
Dies á ist immer nasaliert (s. § 53).
Secrc^^£2j5ii)^ Anm. lieber a als orthographischer Stellvertreter des älteren ó s. § 80.
xsUM-i^ta^UieLe^ ^ 153. ^ hat folgenden Ursprung:
UniKo L^J^ f^T^'h. Gewöhnlich urgerm. e, z. b. nema nehmen, gefa geben,
i^^or Wetter, vegr weg, isl. 2;i;ro« (anorw. vcerba § ol) werden.
2. Seltener urgerm. i, s. § 82.
3. Im isl. allgemein (vgl. § 165), im anorw. selten aus
älterem æ entstanden, s. § 85.
4. Bisweilen kürzung eines älteren é, s. § 114, 2; § 116.
5. Sporadisch kommt e neben älterem ^ vor, s. § 86.
6. Der diphthong ei ist teils (im isl. allgemein) altes cei,
s. § 95; teils in späterer zeit (im isl. und anorw.) unter ge-
wissen bedingungen aus e entstanden, s. § 99.
§ 154 — 158. Uebersicht über die starkton. sonanten. 95
§ 154. é hat ebenso verschiedenen Ursprung:
1. Urgerm. e regelmässig, z. b. her (got. hei^) hier, prät. «?>** /3. JA.^
wie Ut (ags. Ut) Hess, rét> riet, het hiess u. a., s. § 142 anm.; dLJ?kK<n^qle.ri
2. Urgerm. 2 {i), s. § 56; § 82. -^e^ 3«. -fi^ -fe'^. öjl^ '^'^
3. Gedehnt aus älterem e, s. §§ 109—113. -tuiy^M. /^.]^.-Ux^j^^
4. Kontrahiert aus œi (urnord. «0. s. § 95. ^^ /^^'^ •^^'^- ^^^^^^^
Anm. Hie und da beruht é auf entlehnung aus dem deutschen, z. b.
A;Zéí2*\klein, þé7ia (die echt nordische form ist pióna) dienen, bréf brief,
Un (echt nordisch Za'íi § 57, 1) lehn.
§ 155. i vertritt:
1. Gewöhnlich urgerm. i, z. b. bmda binden, sitia sitzen,
bitum, -o?n (wir) bissen, fiskr fisch, /nWr mittlerer.
2. Hie und da urgerm. t, nach § 114, 3 und § 116 verkürzt.
Anm. Ueber i aus y (ý) in urspr. schwachtonigen, dann aber auch
starktonig gebrauchten, silben s. § 126.
§ 156. i entspricht:
1. Gewöhnlich urgerm. t, z. b. Uta (got. heitan) beissen,
rifa reiben, iss eis, siba seite, rikr reich (adj.).
2. Bisweilen urgerm. i, nach §§ 109 — 113 gedehnt.
§ 157. 0 entspricht:
1. Gewöhnlich urgerm. 0, z. b. oddr ort, spitze, ^orð' bord,
tisch, hollr hold, hora bohren, pl. hogar bogen.
2. Selten älterem 0, nach § 114, 4, § 116 verkürzt.
3. Selten urgerm. u, s. § 83.
4. Selten postkonsonantischem uo, s. § 72, 10 (§ 73, 1).
5. Im isl. (spät) e nach tautosyllabischem hu-, s. § 75, 2.
6. Der diphthong io ist teils durch brechung eines e ent-
standen, s. § 90; teils entspricht er altem eo, s. § 59. Vgl. noch
§ 101.
§ 158. Ó hat sehr verschiedenen Ursprung:
1. Gewöhnlich urgerm. 0, z. b. bróber (got. bröþar) bruder,
hók (got. boka) buch, frót5r (got. fröþs) gelehrt, prät. fór fuhr.
2. Dehnung eines 0, s. §§109—113. ^
3. Urgerm. ü (u) in einigen fällen, s. § 55, § 83. ^^k> 0't^-^<i^^^^
4. Aus ou (urnord. au) kontrahiert, s. § 96. . . f^^ " .ff.
5. Urgerm. au, s. § 58. L----^J^>^. ..■ ^uU^^
6. Aelteres 6, s. § 73, 2 (wo, w« § 71, 6).
96 § 159 — 164. Uebersicht über die starkton. sonanten.
7. Aelteres á{w), s. § 72, 2 ; isl. (spät) á nach v, s. § 75, 1.
Anm. Der diphthong ió ist teils urgerm. eo, s. § 59; teils älteres m,
s. § 98; teils e, i, ý + o (it) s. § 106.
§ 159. u entspricht:
1. Fast überall urgerm. u, z. b. hundr hund, ungr jung,
/>wrr dürr, bundinn, -enn gebunden, gutum, -om (wir) gössen.
2. Selten älterem ü, nach § 114, 5, § 116 gekürzt.
3. Der diphthong iu ist teils altes iu {eu)^ s. § 59; teils
durch brechung eines e entstanden, s. § 90 anm.; teils endlich
im anorw. vertritt er bisweilen älteres y, s. § 101.
§ 160. Ú entspricht:
1. Gewöhnlich urgerm. ü, z. b. du f a (got. dühö) taube, hús
(got. hus) haus, bi^út)r braut, luka (ags. lúcan) schliessen.
2. Bisweilen urgerm. u, nach §§ 109 — 113 gedehnt.
Anm. Der diphthong iu ist urgerm. eu (m), s. § 59. Vgl. doch
§ 106.
§ 161. y hat folgenden Ursprung:
1. Gewöhnlich /-umlaut von u oder iu, s. § 63, 5 und 13.
2. Seltener u-^ w;-umlaut von i, s. § 72, 5 und § 74, oder
von ui, s. § 71, 7 und § 72, 11.
3. Selten kürzung von ý, s. § 114, 6; § 116.
/, , p^i- § 162. ý hat mehrfachen Ursprung:
^íc .sil (suó) ' ^' Grewöhnlich i- oder >R-umlaut eines ú oder iú, s. § 63, 6
§ 162. ý hat mehrfachen Ursprung:
t ^ /ef^^^.6<i.un(i 14; § 68, 5 und 7.
^tl^'^^-^heluHó 2. Selten w;-umlaut eines i, s. § 72, 6, oder ui, s. § 72, 12.
^.MMto.^e^MiM^^ Dehnung eines y, s. §§ 109— 113.
fe^^ ^ mKMf^ ^ Dialektische kontraktion von ^y {ey\ s. § 97.
§ 163. 0 ist überall durch u-, z^-umlaut eines a entstanden,
s. § 71, 1; § 72, 1. Ebenso ist der diphthong ig umlaut eines
ia, s. § 71, 4; § 72, 9; § 90. Der diphthong gu (isl. au, anorw. ou,
s. § 96) entspricht allgemein urgerm. au, s. § 58; im späteren
isl. ist er auch durch diphthongierung eines g entstanden,
s. § 102.
/ L ' , § 164- 9 ist zweierlei Ursprungs:
^•^^' 1. Gewöhnlich w-umlaut von ú, s. § 71, 2; über 6 aus cm
s. § 104; über 6 gleich sonstigem á in späterer zeit s. § 80.
2. Selten dehnung eines o, s. §§ 109 — 113.
§ 165 — 168. Uebersiclit über die starkton. sonanten. 97
§ 165. Anorw. œ (isl. überall durch e ersetzt, s. § 85;
vgl. § 153, 3) ist:
1. i- oder ^-umlaut eines a, s. § 63, 1; § 68, 1.
2. i-nmlaut von la, s. § 63, 10.
3. Aus älterem e entstanden, s. § 81.
4. Aus cei verkürzt, s. § 115.
5. Aus ce verkürzt, s. § 114, 7 und § 116.
6. Der diplithong læ geht auf ia zurück, s. § 63 anm. 1.
7. Der diphthong œ'i (isl. ei, s. § 95) entspricht gewöhnlich
urgerm. ai, s. § 57; später auch dialektisch älterem œ, s. § 99.
§ 166. é hat folgenden Ursprung: , ^ ,
1. i- oder ^-umlaut eines å, s. § 63, 2; § 68, 2. (^tt.^^.œiUs .
2. Isl. statt älteren 6, s. § 87.^
3. Sehr selten dehnung eines œ, s. §§ 109 — 113.
Anm. Der diphthong œi steht dialektisch statt älteren á, s. § 99.
§ 167. ^ hat sehr mannigfachen Ursprung:
1. i-umlaut eines o, s. § 63, 3.
2. Ä-umlaut eines o (aus w), s. § 68, 3.
3. i-umlaut eines o, s. § 63, 7; im isl. später jedes o ver-
tretend, s. § 84.
4. i-umlaut eines io, s. § 63, 11.
5. u-, ?^•-umlaut eines e, s. § 71, 3; § 72, 3; im isl. spät
auch sonst aus e, s. § 75, 3.
6. y^-umlaut eines ce, s. § 72, 7.
7. w^-umlaut von uœ, s. § 72, 13.
8. Kürzung eines é, s. § 114, 8; § 116.
9. Der diphthong øy (ey, œy, ay, s. § 97) ist gewöhnlich
i- oder iz-umlaut von ou {ou, au), s. § 63, 9; § 68, 6; selten /^-um-
laut von œi (ei), s. § 72, 8.
VC
§ 168. 0 hat ebenso sehr verschiedenen Ursprung: £Cu^^ ^ J^ ( ei
1. i- oder Ä-umlaut eines 6, s. § 63, 4; § 68, 4. \yljA ^ ^_/^b[^ ^
2. /-Umlaut eines Ó, s. § 63, 8. Uti'^ *
3. /-Umlaut von ió, s. § 63, 12. ^^
4. /^-Umlaut eines é, s. § 72, 4.
5. Dialektisch kontraktion von ou {au, ou), s. § 96.
6. Dialektisch kontraktion von eiy, s. § 97.
7. Dehnung eines », s. §§ 109—113.
Noroen, Altisl. gramm. 2. auli. 7
98 § 169 — 172. Uebersicht über die schwachtonigen sonanten.
II. Die sonanten der schwachtonigen Silben.
§ 169. a entspricht:
1. Urgerm. und um. ö, s. § 117, 2.
2. Urgerm. o, urn. a, s. § 117, 2.
3. Urgerm. au, urn. ö, s. § 117, 2.
4. Seltener älterem å, nach § 121, 1 verkürzt.
5. Später ist a im aostnorw. svarabhaktivokal, s. § 138, b.
§ 170. e und i, nach § 124 wechselnd, entsprechen:
1. Urgerm. i, s. § 121, 3.
2. Urgerm. i, z. b. ynglingr, -engr Jüngling, vali(5r, -et)r
gewählt, acc. pl. gæsti, geste (got. gastins) gaste, 2. pl. präs. ind.
und imperat. Utib, -eb beisset, part. prät. hUinn, -enn ge-
bissen u. a.
3. Urgerm. e, s. § 118; § 121, 2.
4. Urgerm. ai, urn. e, s. § 118.
5. Urgerm. eu, iu, urn. tu, s. § 122, 3.
6. Selten urgerm. e, s. § 129 anm. 1.
7. Selten älterem y, s. § 126.
8. Selten älterem cci, s. § 122, 1.
9. Sehr selten älterem é, s. § 121, 8.
Anm, Ohne mit i zu wechseln kommt e bisweilen vor, teils ans
älterem ce, s. § 128, teils aus älterem œ, s. § 121, 7, entstanden; teils end-
lich im späteren aostnorw. als svarabhaktivokal, s. § 138, b.
§ 171. 0 und u, nach §125 wechselnd, entsprechen:
1. Urgerm. ö, s. § 117, 1.
2. Urgerm. o, s. § 117, 1.
3. Urgerm. Ti, s. § 121, 5.
4. Selten urgerm. u, z. b. acc. pl. suno, -u söhne.
5. Selten älterem 6, s. § 121, 6.
6. Aelterem o, s. § 127.
7. Im späteren isl. und awestnorw. ist u, o svarabhakti-
vokal, s. § 138.
Anm. Ohne mit %i zu wechseln kommt o bisweilen statt älteren ou
{au, ou) vor, s. § 122, 2.
§ 172. Von den übrigen vokalen kommen in schwach-
toniger Stellung nur ce und ^, beide verhältnismässig selten, vor :
§ 173. Die konsonanten. § 174. Urnordische Vorgänge: z. 99
1. ce kann im späteren aostnorw. teils älteres a ver-
treten, s. § 123; teils svarabhaktivokal sein, s. § 138, b.
2. /) kommt nur sporadisch in etwas späteren isl. hdschr.
statt eines älteren u vor, s. § 125 anm. 3.
. Abschnitt. Die konsonanten.
§ 173. Das urnordische übernahm aus urgerm. zeit fol-
gende konsonanten:
labiale
interdent.
dentale
palatale u. gutti
Explosivæ: tonlose:
P, pp
i, tt
k, kk
tönende:
h, bb
—
d, da
g, 99
Spiranten : tonlose :
f-
P
S, SS
h —
tönende:
Í —
ð
z —
6
Nasale:
m, mm
n, nn
n
Liquidæ:
l, r; U, rr
t
Halbvokale:
TV, wrv
./, i/.
Anm. 1. b, d, g kamen wahrscheinlich nur nach den entsprechenden
nasalen vor. Vgl. Paul, Beitr. I, 147 if.
Anm. 2. Ob es iirgerm. ff, p/>, hh gab ist sehr unsicher; s. Kluge,
Beitr. IX, 157 ff.; Kauffmann, ib. XII, 504 ff.
Die entwickelung- dieser laute innerhalb des (urnordischen
und) altwestnordischen wurde durch folgende lautgesetze
bestimmt.
Kap. 1. Urnordische Vorgänge.
§ 174. Die tönende spirans z (weiches s) ist schon in
den allerältesten urnord. inschriften — aber noch nicht in den
ältesten finnisch-lappischen lehnwörtern — durchgehends zu r
(palatalem r) geworden, z. b. Thorsbjærg -pervaR (got. þius)
diener, mariR (got. mers) berühmt, Gallehus -^astiR (got. gasts)
gast, Einang Ða^aR (got. dags) tag (als personenname) ; vgl.
dagegen finn. armas (got. arms, isl. ar mr) elend, tiur is (isl.
dyr r) teuer u. a.
Anm. Dass urnord. r wirklich einen r- und nicht einen s-laut be-
zeichnet, beweisen wol einige inschriften (Einang?, Tune, JUrsbärg), wo
in ein paar Wörtern r, wie es scheint, statt eines etymologisch berechtigten
r (alten r) eingetreten ist.
7*
100
§ 175—177. Umordische Vorgänge: j, þ, h.
§ 175. Anlautendes / schwindet, z. b. anorw.-isl. är jähr,
ok joch, U7igr jung, enn (got. Jains) der, osfr (finn. juusío) käse,
ýsa (finn. /wA-^ö) gadus æglefinus, æinir, einer (lat. jUni-perus)
wachholder, ^ykr, eykr zugvieh (vgl. got. juk joch), iól (ags.
geohhoi) Weihnachten, ýlir^ -er (got. jiuleis) weihnachtsmonat,
iokoll (ags. ^?c^/) eiszapfen.
Anm. 1. Eine scheinbare ausnähme, die bejahende partikel id (got.
ja)^ erklärt Lidén, Arkiv III, 235 íf. laga jagen, iungfrú Jungfrau u. dgl.
sind (spät) aus dem deutschen entlehnt.
Anm. 2. Die ältesten Inschriften bewahren das j noch, z. b. Kragehul
jah (Järsbärg iah, got.jah) 'und'. Dass aber schon um 700 j geschwunden
war, beweist die Istaby-inschrift, wo die alte jära-Yune die bedeutung a
(nicht mehr j) hat. Ihr name war also schon damals är (nicht mehr jära),
wie im Abcdarium nordmannicum (aus dem 9. jahrh.). Vgl. auch das air.
lehnwort amor jammer (zu isl. amra jammern), ^f-^j 2.6^ -f i"'3
§ 176. Die tonlose spirans þ:
1. Wird nach vokalen und r, so wie anlautend in schwach-
toniger silbe zu (5, z. b. brober (got. bröþar) bruder, kue^a (got.
qiþayi) sagen, verba, værba (got, wairþan) werden, Sigbir, -er
i^SigiþewaR)^ Hamber, Eggber u. a. mit urnord. -þervaR zusammen-
gesetzten Personennamen; bu du, binn dein, bat das, besse
dieser, bar dort u. a. neben betonten þú, þinn u. s. w.
2. Schwindet vor /, z. b. mal (got. maþí) spräche, nól (got.
neþla) nadel, stál (ahd. stadal) der einer halbstrophe eingefügte
parenthetische satz, válab (vgl. ahd. rvadaí) elend, vele (vgl. ahd.
wedií) schweif.
Anm. 1. Durchsichtige Zusammensetzungen behalten oft p nach
massgabe des simplex, z. b. arfþege erbe, hiprþing schlacht, Suípió^
Schweden u. a. neben selteneren lautgesetzlichen formen wie arßege,
higrding, Suítíiód u. s. w. zu resp. piggia empfangen, ping gericht, piód
Volk u. a. (s. Falk, Arkiv V, 120).
Anm. 2, Die ältesten Inschriften scheiden noch p und ð (s. Bugge,
Aarbøger 1884, s. 86). Aber schon um 700 zeigen sich Verwechselungen,
die wol den Übergang /)===- ð' beweisen, z. b. Björketorp ðattðe (vgl. got.
daupus) tod ; umgekehrt Stentofta 3. sg. präs. ind. f/ariutip bricht.
§ 177. Die tonlose spirans h (deutsch ch) wird:
1. Vor sonanten zu blossem hauchlaute (/?), z. b. horn horn,
hane hahn, hœföa, heßa heben.
Anm. 1. Der Übergang ist aus dem anfang der vikingerzeit bezeugt
durch das air. lehnwort elta knöpf oder Schutzvorrichtung am schwert,
aus urnord. *helta (isl. Malt). Vgl. ferner Noreen im Grundriss I, 422 f.
§ 178—180. Urnordische vorgäuge: b, ð, ^, d, g. 101
2. Vor l, n, r zu tonlosem /, n, r (geschrieben /z), z. b.
isl. hlaupa springen, hniga hinsinken, hringr ring.
Anm. 2. Der Übergang ist schon etwas nach 700 bezeugt durch die
Schreibung der Vatn-inschrift: Rlioaltn statt urnord. *IIrotiuwaWaR (isl.
Hróaldr). Vgl. weiter Noreen, a.a.O.
3. Zwischen! kurzem vokal und ^ zu ^ (ks geschrieben x),
z. b. ax (got. aJis) ähre, sex sechs, vaxa wachsen, fylxni, -e (got.
fulhsni) versteck.
Anm. 3. Der Übergang muss urnordisch sein, weil älter als die in
§ 55 und § 56 erwähnten Übergänge u^:=-' o und i^- e vor li. Sonst wären
formen wie uxi, -e ochs, vixl Wechsel unmöglich.
Anm, 4. Zwischen langem vokal und s bleibt h einstweilen, schwindet
aber dann nach § 234 (s. Tamm , Arkiv II, 342), z. b. pisl deichsei, ni/sa
(got. niuhsjan) spähen, niósn das spähen, liós (vgl. got. liuhap) licht,
lióss hell.
§ 178. Die tönenden spiranten g, t5, ^ gehen anlautend
— ð ausserdem nach / — m h, d, a über (s. Wimmer, Die
runenschrift, s. 220 ff.), z. b. hrýír (urn. ^aruiR Björketorp)
bricht, dagr (urn. Ða^aR Einang) tag, gœsir, gestr (urn. -gastin
Gallehus. Berga) gast, Jlialdr (urn. HelbaR Tjurkö), hauksialdr
(urn. Ha^usiaWaR Valsfjord) vornehmer mann.
Anm. Der Übergang ist — wenigstens für Id ^==-ld — bald nach 700
bezeugt durch die Vatn-inschrift, welche Rhoaltn (wie isl. Hróaldr aus-
zusprechen), nicht *RhoaltÍR, hat.
§ 179. Altes, oder nach § 176, 1 aus þ entstandenes, ð
schwindet vor w, wenn der folgende vokal starktonig ist
(s. Noreen, Arkiv VI, 315 ff.) , z. b. fiörir, -er (vgl. got. fidwör)
vier, {H)rölfr (ags. Hrót5wulf) Rudolf, Holfr, Hdlfr (urn. Haþu-
wulqfR Istaby, -wolafR Stentofta), Olfr, Alf r (ags. Æ^widf) Adolf,
(hin, Arm (ahd. Adwin)^ Amin (ags. Eádrvine) neben Aut5an{n),
-on (vgl. § 127), Auisl neben Au^gisl, {H)róaldr (ahd. Hrödowald),
Moold f. (vgl. ahd. Mödowald m.), Borbr, Bdrbr (ahd. Badwar d)^
{H)róarr (^Hró^rváRR, ags. I/rót)gár) Rüdiger, Móeibr (^Mót5wœibr,
*iyó(JuhœibR).
Anm. Das alter der erscheinung wird durch RhoaltR = Hróaldr in
in der Vatn-inschrift erwiesen.
§ 180. Auslautendes nd, ng wird zu /z/, ?^A: (woraus später
//, kk nach § 207, 2 und 3), z. b. imi)erat. bill, sprikk, prät. hall,
sprakk zu bi7ida binden, resp. spri7iga zerspringen. Ebenso
wird urnord. Id (aus urgerm. /ð nach § 178) auslautend zu //,
102 §181- Um. Vorgänge : m. §182. Awestn. lautgesetze: Die tön. spir. ^.
z. b. imperat. giall, prät. galt zu gialda bezahlen. Scheinbare
ausnahmen wie imperat. giald, hald, gang neben gewöhnlichem
gialt, halt, gakk zu gialda, halda halten, ganga sind dem
infinitiv nachgebildet.
Anm. 1. Der Übergang ist später sowol als derjenige von W in kl
(§ 178) wie als die in § 12u erwähnte apokope; andererseits aber früher
als die synkope eines auslautenden nasalierten a nach langer Wurzelsilbe
(§ 130), wie aus dem erhaltenen d, g in formen wie acc. sg. band (um,
*tfandq) band, giald bezahlung, gang gang erhellt.
Anm. 2. Ein entsprechender Übergang -mb =^ -mp (-pp nach § 207, 1)
ist wol anzunehmen, wenn auch sichere beispiele fehlen.
§ 181. mn wird zu dn, z. b. nafn name, sta/h (gr. ozáfivog)
steven, safa Sammlung (zu saman zusammen), dat. sg. hifni, -e
(analogisch wieder himni, -e\ gafne (gamné) zu hiniinn, -enn
himmel, resp. gaman frende; hierher wol auch der schlangenname
Fåfner (^Fabmnir § 232 anm.) neben Farmer 'umarmer' wie
adän. fafnœ neben isl. fa6ma umarmen.
Anm. Dies Ijn kann später wieder zu mn werden, s. § 182, 2.
Ohne zweifei sind mehrere der im folgenden behandelten
lautgesetze auch der urnordischen zeit zuzuschreiben, was jedoch
zur zeit nicht erweisbar ist.
Kap. 2. Altwestnordische lautgesetze.
I. Wechsel der artikulationsarten.
A. Die tönenden spiranten.
- , I § 182. Í unterliegt folgenden Veränderungen:
/vacuu^^tii y \y ^ ^ 2u (tonlosem) f vor k, s, t, z. b. n/Zra vermehren zu
\clunMd(>i'lnlou^^r^fr (ndd. nhe) freigebig, gen. liúfs und nom. acc. sg. ntr. Hüft
y^v.^ zu Im f r lieb. Nach k, s, t ist / selten, weil gewöhnlich
associationsbildungen eintreten; vgl. jedoch z. b. knesföt neben
knesbot (zu bot < *íó/ bucht, § 178) kniehöhle, vett f angr neben
véttvangr (zu vangr < ^^angr § 197 < "^wangR § 194 feid) ort
an dem ein kämpf stattgefunden.
Anm. 1. Ueber die weitere entwickelung von f 8, ft zu ps,pt s. § 185
anm. 4.
2. Zu nasaliertem f) (geschrieben mf, selten /w), woraus
^} um 1200 m, vor,yz.und vorzugsweise anorw., z. b. iafn, lamfn,
iamn (iœmii) eben. In gewissen (anorw.) dialekten tritt ^n > mn
Inf
§ 183. Die tönenden spiranten: ð. 103
überall ein; in andern nur wenn f)n tautosyllabisch ist, z. b.
suem7i, dat. suefne, schlaf (dann ausgleicbungen); in anderen
(wie z. b. färöisch) nur vor konsonanten, z. b. nafn, gen. nam{n)s,
name; in andern nur vor labialen konsonanten, z. b. iam(n)fribr
ebenso schön, aber iafndiarfr ebenso kühn; in andern nur in
schwachtoniger silbe, z. b. (mit haupttoniger ultima) anorw.
iam{7L)vcel (statt "^emnvel, aschw. œmvœl, s. § 93) 'ebenso wol' zu
iafii eben; in andern (isl.) endlich nie; vgl. Wadstein, s. 108 f.;
Kock, Arkiv VI, 37 f. Bisweilen zeigt sich auch m statt ^ vor
einem nasalierten vokal, z. b. ofan, (anorw.) oma7i von oben,
(selten) hcelfingr Qielfingr)^ hælmingr {helmlngr) hälfte, skilfingr,
(selten) skUmingr könig in Upsala, Þambarskelfe, (selten) -skelme
ein name; hierher auch? (selten) nefa, nema 'wenn nicht' (zu
ef wenn?). — Unklar ist isl. þermlask (sehr selten þer flask)
entbehren zu þgrf bedürfms.
Anm. 2. Ob seltene Schreibungen wie sopna (sofna) einschlafen, dat.
hipni {hifni) himmel die neuisl. ausspräche von fn wie bpn andeutet,
bleibt unsicher.
3. Zu b im westisländischen des 13. und 14. jahrhs. nach
l und r, z. b. tolb {tolf) zwölf, þorb {þorf) bedürfnis; s. Hoifory,
Arkiv II, 14; Vigfusson, Eyrbyggja Saga, s. XLV.
§ 183. ^ist ebenso in mehrfacher weise verändert worden:
1. Zu d in folgenden fällen: i/^ OüJUut t^y
a) Wo zwei ð durch synkope zusammentreffen, entsteht WirÅlr
schon in der vikingerzeit dd, z. b. prät. ðydda, eydda {^aubibö <
^auþibö § 176; vgl. got. auþs öde) zu hyt)a, eyba veröden, fódda
zu /'óba nähren, gladda zu glebia freuen, hadda {^habiöö, vgl.
lat. caiend) kette, stedda stute, edda poetik (§ 114, 8), edda
grossmutter (§ 115), rudda keule zu ryt)ia aufräumen.
Anm. 1. Schreibungen mit t>d {pd, § 35 anm.) beruhen auf ana-
logischem auschluss an formen mit einfachem ð (z. b. føtida, fópda nach
/lýða), s. Hoffory, Arkiv II, 31 f. note.
Anm. 2. Nach konsonant tritt ðð teils als d (aus dd nach § 223),
teils' als ð auf, z. b. prät. hirda (MrMa, hirpda, s. anm. 1) und hirda zu
Inr'Öa bewachen. Spätere formen wie prät. hirta (aus hirti-ta) haben zur
Verdeutlichung des tempus t angenommen nach der analogie anderer verba
mit lautgesetzlichem t (wie rcena rauben, prät. rœnta).
Anm. 3. Ueber /^ð {ztí) ^dd s.% 208.
b) Nach //, nn (wo sie nicht aus Iþ, np entstanden sind,
s. unten 2, b) ^chon vorliterar[sch , z. b. prät. fcclda, fei da
104 § ^83. Die tönenden spiranten: ð.
{^fallit5o) fällte, kenda kaDnte, skal{l)du, -o du sollst, mun{n)du, -o
(f/iondo) du wirst zu t)u {þú, § 176, 1), Halldorr zu þórr (§ 176, 1),
Endribe (§ 115). Um 1200 auch nach den übrigen auf /^ n aus-
lautenden langen silben (ausser in dem unten 2, b erwähnten
falle), z. b. Qiuil^) huild ruhe, prät. {girnt^a) girnda machte be-
gierig, Steindorr zu þórr. Etwas später nach einer auf /, n
ausl. kurzen silbe, z. b. prät. {tal^a) talda zu iælia, telia zählen,
(vanba) vanda zu vœnia, venia gewöhnen, Valdiúfr zu þiúfr
[þiófr) dieb (§ 176, 1). Noch später, im anorw. jedoch schon
vor 1250, im isl. erst um 1300 oder etwas später, auch nach
h, If (d. h. /i;), lg, ng und (am frühesten, wenigstens im anorw.)
m, z. b. prät. kœmbda (älter kætnbba) zu kœmha kämmen, skœlfda
zu skœlfa schütteln, ftjlgda zu fylgia folgen, hœngda zu hœngia
hängen, tamda zu læmia zähmen; vgl. Wimmer, Læsebog'^ X f.;
Wisén, Homil. Buk, s. XII; Bugge, Ant. tidskr. f. Sv. X, 247;
Wadstein, s. 106.
Anm. 4. Wo also in älterer zeit c? nach einer kurzen auf l, n aus-
lautenden silbe auftritt, wie in prät. selda zu selia verkaufen, vilda 7a\
vilia wollen, skylda zu skolo, skulii sollen, munda zu mono, mimii werden,
hat keine synkope stattgefunden, sondern d ist nach § 178 und § 173
anm. 1 zu beurteilen.
2. Zu þ, woraus dann t, allgemein nach und vor tonlosen
konsonanten, also:
a) Nach s, z. b. prät. rceista, reisia (got. raisida) zu ræisa,
reisa aufrichten, huœsta zu huœssa schärfen, busta zu hysja
strömen, estu^^es-bu) du bist, anorw. lægstu 'du legst dich' zu
bu (pú) du, u. a. (s. Wadstein, s. 115).
Anm. 5. Die mittelstufe þ zeigt sich in runeninschriften, z. b. raispi
er richtete auf.
b) Nach //, 7m, wo sie aus Iþ, nþ entstanden sind (s. § 215),
so wie nach /, n, vor welchen ein tonloser konsonant steht
oder in urn. zeit gestanden hat, wodurch /, 7i auch einmal
tonlos geworden sind (eine ausspräche dieser laute, die vielleicht
noch in literarischer zeit einstweilen stattfand; vgl. Hoffory,
Zeitschr. f. d. A. XXII, 375 ff.), z. b. prät. vilia zu villa (vgl.
got. wilþcis) irre führen, nenta zu 7ienyia (got. nanþja7i) wagen;
0x{l)ta zu éxla vermehren, vix{í)ta zu vixla wechseln, mœlla zu
mæla (got. maþlja7i) sprechen, stœlta zu stœla (vgl. ahd. stahaí)
stählen, velta zu vela (lit. vcikalóíi) sich beschäftigen, vœpnta
zu væpna bewaffnen, rcenía zu rena (ahd. hi-ralunœn) berauben.
§ 183. Die tönenden spiranten: ð. 105
c) Nach (tonlosem) f, k, p, wo die älteste literatiir noch
die mittelstufe þ bewahrt. Nach langer silbe tritt aber t neben
þ schon um 1200 auf und wird ziemlich bald herrschend,
z. b. (tylfp) tylft zwölfter, mcerkta, merkla zu mœrkia, merkia
bezeichnen, drøypta, dreypta zu drmjpa, dreypa tropfen lassen;
nach kurzer silbe dagegen dringt i erst später durch, z. b. prät.
vakþa, vakta zu vœkia, vekta wecken, glapþa, glapta zu glœpia
glepia narren; vgl. Wimmer, a. a. o., Hoifory, Tidskr. f. Filol.
N. R. III, 293, Wadstein, s. 107.
Anm. 6. Wo also in den ältesten hdschr. í nach f,p ausschliesslich
herrscht, wie in prät. purfta, k&ypta zu ßurfa bedürfen, kaupa kaufen,
ist t schon urgermanisch, purfta ist got. þaúrfta; koypta ist *keypt?ía
(§ 210, 2, § 223) zu einem einst vorhandenen verb *keypta (got. kaupatjan).
Anm. 7. Hœlfp, -t {helfþ, -t) hälfte neben lautgesetzlichera (anorw.)
hœlfb', -cl {*halMt)-) ist nach tylfp, 4 umgebildet worden.
d) Vor s, wo nicht association hindert. So steht häufig
schon in den ältesten hdschr. z statt (5s in ableitungen auf
-ska, -sla, -sli superl. auf -st und 2. pl. reflex. der verben, z. b.
gézka gute zu gó^r gut, fézla nahrung zu fø^a nähren, hrigzli, -e
Vorwurf zu bregba schwingen, sizt 'am wenigsten' zu sibr weniger,
2. pl. {h)?'ébezk zu (h)rcébask fürchten; selten vor s in ein-
silbigen reflexivformen, z. b. prät. kuazk zu kuetía sagen, und
im gen. sg., z. b. góz zu gó^r gut, adv. viz weit, eigentlich
gen. sg. zu vib}^ weit; in den ältesten anorw. hdschr. sind
aber formen wie die letzten nicht gerade selten (in einigen
späteren alleinherrschend); in isl. hdschr. werden sie während
des laufes des 13. jahrhs. regel, wo dem ð ein r vorhergeht,
z. b. gen. sg. orz zu orb wort. Am seltensten ist z (ts)^ wo ð
und s verschiedenen Zusammensetzungsgliedern gehören, z. b.
bazlofa (bat)stofa) badstube, Hœizévesþing gerichtsversammlung
der Upplond. Vgl. Hoffory, Arkiv II, 32 ff., 86 ff., Mogk, Anz.
f. d. A. X,'^64, Gering, Isl. Æventyri I, XVIII f.
Anm. 8. Die toxtausgaben haben hier gewöhnlich etymologische
Schreibung mit ðs.
e) Vor k, z. b. hlipka sänftigen zu blit)r sanft, viþka er-
weitern zu vibr weit. Hier bleibt gewöhnlich b, þ durch
association; vgl. (ohne solche) den namen {Ii)rokkeU síwb'*' Uro (kell
(s. § 213, 1) und dies aus ^J/rob-keil.
Anm. 9, Auch hier haben die meisten textausgaben etymologische
Schreibung mit ð.
106 § 184. Die tönenden spiranten: ^.
f) Ausserdem wird im etwas späteren isl. dialektisch ð
zu þ, dann t, auslautend nach schwachtonigem vokal, z. b. mei
(selten) neben ?}ieb mit, skilnat acc. sg. zu skilnabr Verschieden-
heit, hreinsut nom. sg. f. zu hreinsabr gereinigt; s. Gering, Isl.
Æv. I, XVIII, L. Larsson, Isländska hdskr. No. 645, 4», s. LXV.
Anm. 10. Formen wie acc. bet statt bet)' bett, prät. kuat st. kuad
sprach u. d. sind aus gen. bez, pass. kuazk (d oben) abstrahiert. Natürlich
können so auch formen wie forat (-að) verderb, hßfut (hgfod) köpf
erklärt werden.
Anm. 11. Unerklärt bleibt anorw. Outn, Autn als ortsname neben
oudn, autin (vgl. got. auþs) einöde.
Anm. 12. Was bedeutet t^ statt ð, z. b. mattir {mab'r) mann, yttír
[ytir] euch, bitdia (bitiia) bitten u.a. im anorw. (þidreks saga)?
3. Dialektisch, besonders im anorw., scheint ð auslautend
und (besonders) vor /, n, s in einen (interdentalen?) r-laut
(ðr geschrieben) übergegangen zu sein, z. b. orbr (schon in
St. Hom.) statt orð wort, gen. gubrs zu gub Gott, pl. hœibrnir zu
hccibinri heidnisch, œbrli (isl. eble) natur.
Anm. 13. Auf dissimilation beruht wol Suidior st. Suítíiod (Suípiód
§ 176 anm. 1) Schweden. Ebenso anorw. hofudbarmr (-badmr) männliche
Seite (Stammbaum), isl. hródrbarmr 'ruhmbaum' (doch auch céttbarmr,
-ba'ðmr Stammbaum). Aber anorw. lanzøyra neben landeyda Verwüstung
eines landes?
Anm. 14. Ueber rð ::=- kakum. l s. § 195.
§ 184. ^ wird in folgender weise verändert:
1. Zunächst tonlos, dann zu k:
a) Regelmässig nach ^, /, z. b. gen. sg. m. œnskis, enskes
zu œngi, enge keiner, huärskes zu huár{r)ge keiner von beiden,
lýski, -e lauskrankheit zu lüsugr lausig; acc. sg. m. fnát(t)kart
zu mdltegr mächtig, huatke (dat. huigi, -e) was auch immer,
huár(i)ke keines von beiden, viike zauberer zu vitugr, -ogr sagax
oder zu ags. 7vit{e)^o, ahd. wtzago prophet (vgl. § 114, 3), sys{t)kin,
-en (vgl. fœ^gln, feigen eitern) geschwister.
b) Häufig auch vor s, t, z. b. gen. Nor ex zu Nbregr Nor-
wegen, dax zu dogr tag; hrixli, -e aus %nk{i)sli, btHgzli (oben d)
Vorwurf, ntr. hœ'Uakt (heilakt), dr'mkl zu hceilagr {heilagr) heilig,
driugr tüchtig. Dass man häufiger g als k geschrieben findet,
beruht auf association.
Anm. 1. Der Übergang in k vor t ist früher in unbetonten silben
eingetreten als in betonten, welche in den allerältesten isl. hdschr. noch
immer g aufweisen; vgl. Hoffory, Arkiv II, 19 íf., Wadstein, s. 110.
§ 185. Die tonlosen spiranten. 107
Anm. 2. Isoliert steht das seltene pannoTc neben þannog dorthin;
vgl. § 183, 2, f.
2. Dialektisch geht g im 13. jahrh. vor n in gutturalen
nasal (oft ny, seltener ^ geschrieben) über, z. b. skyngn st.
skygn klarsehend, gen. r^e^s (aus reians § 245, 8 st. regns) regens.
Anm. 3. Daher erklärt es sich, dass statt etymologisch berechtigten
ng nicht selten gn geschrieben wird, z. b. gen. f agns {fangs) zu fang griff,
empfang.
3. lieber g> gg bei dehnung s. § 220, 1.
4. ^ (^ § 178) + t oder h wird zu k, z. b. kuisl (^la-twlslu
nach § 131, vgl. ahd. zwisala) zweig eines flusses, kuisb- i^ga-
íwistaR, vgl. me. twist, nhd. zwisl] jedoch vielleicht zu ahd.
questa, aschw. kuaster besen) zweig eines baumes; káti^ i^ga-
hähtaR) lustig (s. Noreen, Arkiv III, 17 f.); vgl. noch schwed.
knäcka, knycka : isl. hnekkia, hnykkia u. a.
B. Die tonlosen spiranten.
§ 185. lieber £ ist folgendes zu bemerken: íIw^íxmÆuíjÍ eÅJ}
1. Nach vokalen und /, r wird es, wenn kein s, t oder þ
folgt, gegen das ende der vikingerzeit tönend (d. h. $) z. b.
hæfia, hefia (got. hafjan) heben, ulfr wolf, þar^f bedarf.
Anm. 1. Dass derselbe Übergang lautgesetzlich auch da eintrat, wo
f als anlaut des späteren gliedes eines zusammengesetzten wortes stand,
geht aus Schreibungen wie (anorw.) Þorvastr = Þor-fastr, tvevalldr = tvé-
faldr doppelt u. dgl. hervor.
Anm. 2. Dass dieser Vorgang nicht der urnordischen zeit angehört,
beweisen runeninschriften der vikingerzeit, die noch in der bezeichnung
streng zwischen dem tonlosen /' (got. f) und dem tönenden t) (got. b)
scheiden; s. Noreen im Grundriss I, 460.
2. Vor s, t geht es ohne klare regel in /; über. Schon
in den ältesten hdschr., sowol isl. als anorw., finden sich eine A/- ^t^ /^
menge hierher gehöriger beispiele (neben formen mit fs, fi)^ -j^ ^eire^tc^toi
z. b. rœpshig, repsing (vgl. ahd. ref san) Züchtigung, gen. þórolps ^^
zu þórolfr, hœpta (hepta) hindern; besonders beliebt ist pt nach
schwachtonigem vokal, z. b. epler neben œftir, efler (vgl. got.
aftd) nach, œllipti, ellepte elfte; oder wo pt tautosyllabisch ist,
z. b. opt oft; oder wo verwandte formen mit p vorhanden sind,
z. b. skipta verteilen neben skipa ordnen; vgl. Kock, Arkiv VI,
42, Wadstein, s. 109. Später ist in isl. hdschr. pt, in anorw.
hdschr. ft (vielleicht wieder aus pl entwickelt, s. § 191) regel.
108 § 186—188. Die tonlosen spiranten. § 189. 190. Die tönenden explosivæ.
Anm. 3. Die 2. sg. prat. starker verben richtet sich gewöhnlich
nach der 1. sg.; also draj), drapt tödtete, -test, aber gaf\ gaft gab, gabst.
Auch sonst Hegen vielfach analogiebildungen vor.
Anm. 4. Auch das aus ^ (nach § 182, 1) entstandene f kann in j;
übergehen, wenn auch dies weit öfter durch analogiebildung verhindert
wird, z. b. Isyj^t (leypt), løyft (leyft) gelobt zu leyfa {leyfa) loben, ^pstr,
Jdfstr oberster. Vgl. Hoffory, Arkiv II, 4 ff.
Anm. 5. Die nicht seltenen Schreibungen ^/"i, (seltener) /þí drücken
wol verschiedene Übergangsstadien aus; vgl. Noreen, a. a. o.
Anm. 0. Nach s ist f zu p geworden in fmn¥^ húsprsyia neben
húsfreyia (nach froyia umgebildet) hausfrau.
§ 186. Wenn es ein urgerm. þþ gab (s. § 173 anm. 2),
so ist dies zu tt geworden, z. b. motte (ags. ?no(5Öé) motte,
spotta spotten, rytfa (ags. ry'^t^a) lumpenbund, tirotfall (als lehn-
wort im ags. broþþfall , noch im Orrmulnm) fallsucht. Nacb
scbwachtonigem vokal steht ð (aus þ § 176, 1 und dies aus þþ
§ 225, 1), z. b. mehan (got. miþþmi-ei) während, sihan (ags.
sibban) 'seit' neben sibo.n (nacb sibare 'später' umgebildet)
'nacbber', et5a (got. aiþþau) 'oder' neben sebr seltenem etþa
(kompromiss von ^etta und ^ða), Gobormr (mit baupttoniger
ultima) neben (s. § 51, 1, a) Guttormr (Gutlhormr, Giihþormr u.a.
Schreibungen) zu þyrma ebren. i^*^( 1^^ ^.'^^ ^'7
§ 187. W wird in westnorw. mundarten schon im 14.jabrb. zu
//, z. b. sijtla {sysla) bescbäftigung, P'mtlar {P'mslar) ein Ortsname.
Anm. lieber Is, rs ==- kakum. s s. § 195.
§ 188. hw wird zu kv westnorw. 8cbon im 14. jabrb.,
ostnorw. um 1400, im norden und westen Islands wol nocb
später, z. b. kvat (Jmal) was, kvitur, -ar {huit?) weiss.
C. Die tönenden explosivae.
§ 189. d gebt scbon zur zeit der ältesten bdscbr. vor
und nacb k, s — wo nicht association hindert — in t über,
z. b. stœntk, slentk {stœnd ek) ich stehe, Otkell i^Odd-keU) ein
Personenname, Mfírtalr {^Myrk-dalr) Ortsname; Gaustalr Orts-
name, tijrst{d)agr (tijsdagr) dienstag, þórsl{d)agr {þórsdagr)
donnerstag, gen. sg. layiz zu la^id land, œlz, elz zu œldr, eldr
feuer. Vgl. Hoffory, Arkiv II, 92 ff. i^d ^ ló^ ^ "l-W
Anm. In den ältesten skaldengedichten (und einigen späteren) ist
jedoch dSj nach ausweis der reime, noch erhalten; s. Mogk, Anz. f. d. A. X, 05.
§ 190. g wird zur selben zeit vor (tonlosem) f, s, t —
wo nicht association hindert — zu k, z. b. iunkfru (iungfru)
§ 191 — 193. Die tonlosen explosivæ. 109
Jungfrau; ynxii, -e der jüngste, gen. konunx königs; ntr. glffkt
zu gUggr deutlich, i^ankl zu rangr verkehrt.
D. Die tonlosen explosivae.
§ 191. pt tritt im anorw. sehr selten als ft auf, z. b.
prät. køy fli (køypti § 183 anm. 6), leyfü (leypti) zu kaupa kaufen,
leypa laufen lassen; s. Wadstein, s. 109 note. Key f te kommt
auch im isl. ein paar mal vor.
§ 192. In unbetontem auslaut v^erden t, k nach vokal
häufig zu t), re^p. ^. Beispiele kommen (wenigstens bei / > ð),
wenn auch selten, schon in den allerältesten hdschr. bei einigen
pro- und enklitischen Wörtern vor, z. b. «ð {at), 'zu', 'dass'.
Später werden die fälle häufiger. In hdschr. des 13. jahrhs.
treffen wir z. b. miog (migk) viel, ?n/g (mik) mich, t)ig {pik) dich,
sig {sik) sich, vit^ {vit) wir zwei, ið {it) ihr zwei, skyldut)
{skyldu-at) sie sollten nicht, nom. acc. sg. ntr. wie mikib {-it)
gross, kallat) {-at) geheissen, þakit5 {-it) das dach u. dgl. Um
1300 und später werden die beispiele noch häufiger, z. b. eg
{ek) ich, og {ok) und, huw^ {huai) was, hih {hit) jenes.
Anm. 1. Einige isl. hdschr. (z. b. Finnboga saga nach Möðruvallabók
und Jomsvikinga saga nach cod. AM. 291, 4°), die nicht zu den ältesten
gehören, haben eine art dissimilation durchgeführt, so dass immer ð steht,
wenn die silbe mit t anlautet, z. b. liW^ wenig; sonst ist t häufiger, z. b.
ieÄ;^^ genommen ; vgl. Gering, Finnb. S., s. XI. Umgekehrt ist bisweilen t
besonders gut bewahrt, wenn die silbe mit ð oder d anlautet, z. b. hoMt
geboten, bundit gebunden; vgl. P. Pálsson, Krókarefs saga, s. XV.
Anm. 2. Im anorw. des 15. jahrhs. steht durch dänischen einfluss
bisweilen b, d, g statt p, t, k auch nach haupttonigem vokal.
Anm. 3. In 'Rimur' des 15. jahrhs. steht regelmässig (sporadisch
weit früher) ð statt t auslautend nach langem haupttonigen vokal, z. b.
séð (sei) gesehen, spät) {spät) prophezeit. Häufig kommt schon früher
öúð'als adv. 'vielleicht' neben buet als adj. 'fertig' vor; ob verschiedene
Wörter?
Anm. 4. Die schon in der ältesten zeit auftretende entwickeluug
-likr ^=- -likr ^=^ -ligr, -legr in adj. wie dagligr täglich u. dgl. beruht ohne
zweifei auf anschluss an adj. wie autiigr, -egr, ntr. audikt, -ekt reich;
ebenso in adv. wie œlligar, ellegar (got. aljaleikös) 'sonst'.
§ 193. Anlautendes kn wird im isl. (doch nicht in den
nördlichen mundarten) — selten im anorw. — des 15. jahrhs.
zu h7i, z. b. hnútur {knúlr) knoten, hnifar {knifr) messer.
Anm. Hieraus erklärt sich, dass hie und da Schreibungen mit kn
statt etymologisch berechtigten hn anzutreffen sind.
110 § 194 — 196. Die halb vokale, nasale und liqiiidæ.
C^eM^J^ ^.-^^ ^- ^^® halbvokale, nasale und liquidae.
Ijjltl^ Vrv ii,a § 194. jrv fd. h. kons, u) gebt (wo es nicht schwindet,
,e,i,<t (^A-^ s. § 244) allmälich, ausser nach tautosyllabi^chen konsonanten,
cuvi.CirT^jHAAc-s gegen das ende der vikin derzeit (nach heterosyllabischen
^^.eu^.Grv4. konsonanten jedoch wol erst nach 1200| in bilabiales_g^ woraus
ii-ir«nrk.)i.l/i)CA/. dann (s. § 197) dentilabiales v, über, z. b. var (urnord. was
"^^A'^ , . Tanum) war, vinna (got. rvinnan) ertragen, pl. háfer zu hör
jU. ^^^-^^^^'Qiár^ hoch, œfe (vgl. got. aiws zeit) leben, sniofa_(8ihå. smwan)
'f^f*^^r.'?r^schneien, part. snißyin, -enn beschneit; nach 1200 auch z. b.
^yt^ca rSiÆÆO^} ^ / 11 -T / wx V.. /..1,
'"' gœrfi , gerfe kleidung (zu gcerr, gerr gemacht), sioofa (alter
sto(5ua) hemmen; vgl. auch neuschöpfungen wie mäfr möwe
statt mar (má?^) nach pl. máfar (§ 72, 2) dat. sg. f. ggrfre (statt
ggrre nach acc. ggr/'a zu ^orr gemacht. Noeh_bei skalden des
10. jahrhs. alliterieren (son.) u und w (kons. u\, z. b. und : wgllr
bei Egell; aber schon zur selben zeit assonieren ^ aus w und
altes d, z. b. Suifor : /«/(? bei Þorbiorn Dísarskald. Vgl. Gering,
Beitr. XIII, 202, Kock, Arkiv V, 88, 94. — Weit später (und
wol zu sehr verschiedener zeit in verschiedenen dialekten) tritt
derselbe Übergang nach tautosyllabischem konsonanten ein,
z. b. svartr st. suarlr u. s. w. Nach h ist w in gewissen gegen-
den noch erhalten, z. b. nisl. huat neben (nördlich u. westlich)
kvat (beides Jival geschrieben); vgl. § 188.
§ 195. r und kakuminales / schmelzen im ostnorw. —
zu sehr verschiedener zeit in verschiedenen mundarten — mit
folgendem d (p), n, s, t zu resp. kakum. d (geschrieben 7^d,
Id, d), n (rn, In, w), s {rs, Is, 5), t (ri, It, t) zusammen, z. b.
runisch (schon Flatdal) gen. sg. m. kamas (d. h. gamals) zu
g amall alt; nach 1300 kölsbro^er (st. kó?^s-) kanonikus, gen. sg.
Bœrdóls st. Bœr{g)t)ó?^s {^Bergþörs)^ Giuls st. Giur{t))s, Vardhifr
st. Valdiüfr ( Valþiófr)^ Pa{l)ne, miu{l)na mühle, kiu{í)na darrofen.
§ 196. / wird bisweilen durch dissimilation zu r oder n,
z. b. hialmur-, hialmun- {lüglmon-) neben hialmul-vglr (eine tauto-
logische Zusammensetzung, denn hialmul- = liialmvgl- nach
§ 127) helmstock, alemandr neben alemandel mandel, anorw.
(selten) yiykill st. lykill Schlüssel. — Warum kgngol- statt und
neben kongorváfa spinne?
Anm. 1. Unklar ist Z : w in ulfalde kamel gegen got. idbandus, ags.
olfend; bulki, -e (eugl. bulk) : anorw. bunki (afr. bunk) Schiffsladung.
§197—199. Dielabiale. §200. Die interdentale. 111
Anm. 2. Unklar ist auch m : f in ialmr : ialfr geräusch, pialme
(kelt. tailm, telm) : pial f e scMingQ, pyrma :2iiiorw. (1-mal) pyrfa schonen,
ehren, wo ni das ursprüngliche sein dürfte ; umgekehrt wol in huilft (vgl.
got. luilftri sarg) : huilmt höhle, ntr. féskylft (vgl. schwed. sköfla vergeu-
den) : -skylmt geld vergeudend. Skœmill {skemell) : skœfill (skefell) schemel
ist lat. scamellum, resp. scahellum.
II. Wechsel der artikulationssteilen.
A. Die labiale.
§ 197. Die bilabialen spiranten, urgerm. und noch urn. f
und f), gehen, wol während des 13. jahrhs., in die entsprechen-
den dentilabialen spiranten (beide mit f bezeichnet) über.
§ 198. tf wird in anorw. raundarten sporadisch zu g,
z. b. acc. sg. stugu (stofo) stube, Algarœim (isl. Alfarheimr)^
Libskialg (isl. Hlibskialf)^ hœlgdat^- (hœlft)ar-)land stück land
von gewisser grosse, Staglo {StaflÖ) ortsname, nagle (gewöhn-
lich nafle) nabel, Valdiúgœr {Valdiúf?% isl. Valþiófr)^ œllugu
(œllifu) elf; daher auch ollykti (§ 184, 1, b; æWfti) elfte.
>n
(j \ iBi. «M/h:
§ 199. m wird vor g^_k^ — wo nicht association hindert ä) ir^rr ^,I<'
— zu gutturalem nasal , z. b. allyngis, ollonges u. a. (s. § 64) 75- , ,
'ganz und gar' zu dat. pl. allum, ollom allen, dat. pl. molonge "^.^^* ^ ^'
zu molom malzeiten , dat. sg. pl. huoronge {-omge) zu huárge i , ^
keiner von beiden, huceriungi, huerionge zu liuœrqi , huerge ^) yF^^*^^'^'
keiner von allen, ceinungi, einonge zu œngi, enge kein, 1. sg. y.^ ^5 ^
präs. ind. pass. minnunk, -onk (gewöhnlich -umk, -omk) ich i^ íUt3U^t^
erinnere mich. ^ -f^-rt
Anm. 1. Auf dissimilation beruht m ==- w in megin, -en neben 1 l^ \T^^^
megom (s. §320 anm.) 'zu — Seiten', dnu-mapkr statt dmu-mapkr eine ^
art made ; vielleicht auch mö^ia mutter = ahd. muoma (aber ndd., mengl.
möne) muhme. — Bukran, -ram eine art zeug ist mlat. hucaramim, resp.
mhd. buckeram. — Vereinzelt steht (selten) Handir statt älteren Hamder. ^(( ^^"^ \.U-''-
Anm. 2. Ueber den Wechsel f : p s. § 200 anm. 1.
B. Die interdentale und dentale.
§ 200. Schon urnordiscli scheint — wie in den wgerm.
sprachen — urgerm. pl im silbenanlaut zu /7 geworden zu sein,
z. b. /lý'ia (got. plliihan) fliehen, /lår (vgl. got. ga-plaihan lieb-
kosen) falsch, innyßi, -e (Sievers, Beitr. V, 529 ff.) eingeweide.
112 §'20 1. 202. Die dentale.
Anm. 1. Unklar ist das Verhältnis von þ zu f m þél, (1-mal wahr-
scheinlich, s. B. M. Olsen, Aarbøger 1888, s. 85 f.,) fei f. (aschw. fæl, ahd.
fihala; vgl. Hellquist, Arkiv VII, 160 note) feile; þél n. (sch w. fil-mjölk)
geronnene milch ; pengell (ags. fengel, þengel) fürst ; fós, später þiós wall-
fischfleisch; pili, -e (ahd. dili) dielung, aber flórfili, -e (vgl. figl brett)
dielung eines viehstalls; vgl.? aschw. misfyrma = isl. misþyrma miss-
handeln, ahd. finstar, dinstar finster, ags. fœcele, þœcele fackel u. a.
Anm. 2. ð scheint zu g geworden zu sein in gagarr (aus air. ga-
dhar) hund, iúgr neben iúr {*iút)r § 232; afr. iader, mndd. jeder) euter,
fagma (selten) neben fatima (vgl. ags. fœtim) umarmen; vielleicht auch in
fiog{o)r-, fiug{u)r-tdn vierzehn neben fer-faldr (aus "^/eðV-? § 232, aschw.
fioper-, ags. fytier-, got. fidur-) vierfältig.
§ 201. nn wird vor r (nicht vor n, s. § 217, 4, b) zu ð,
z. b. rbri, -e aus "^inneri innerer (vgl. minni, -e aus '^minnim, got.
minniza minder), su(5r südwärts zu sunnan von Süden, pl. attrer
zu anyiarr anderer. Da die gruppe nnr überall durch synkope
entstanden ist, fällt demnach dieser Übergang in die vikinger-
zeit. Aber auch wo etwas später ein aus R entwickeltes r
(s. § 206) zu nn tritt, findet dieselbe entwickelung statt, z. b.
pl. mœ(5r, mebr (aus "^mœnn mit neu zugetretenem plural-r)
neben menn (^manniR, got. mans) männer, 2. sg. präs. bre(5r
i^brenn + r) neben brenn (got. brinnis) zu brenna lodern. Durch
ausgleichung entstehen dann häufig nebenformen mit nnr, z. b.
innri, -e (ibri, -e) nach innan innerhalb, (selten) mannr (mat^r)
nach dat. manne mann, brurmr {brubr) brunnen, munnr (mubr)
mund nach pl. brunnar, munnar, suinnr (suibr) weise, sa^inr
{sat)r) wahr, kunnr {kut5r) kund nach acc. suinnan, sannan,
kunnan, iuennr (tuebr) neben tuenne doppelt, 2. sg. präs. ßyinr
(/■/ðy), vlnnr (vibr) zu finna finden, vinna ausführen u. s. w.
§ 202. n wird — wo association nicht hindert — zu
1. m vor b und p, z. b. almbog e (sehr selten) neben ol{n)boge,
alboge ellenboge, acc. sg. isl. Gestumblinda aus "^Gœst unblinda
'den nicht blinden gast' (Kock, Arkiv VII, 180); kampr neben
kanpr (afr. kanep, kenep, ags. cenep) Schnurrbart, hampr, hanpr
(ags. hænep) hanf, Dampr, Danpr (got. Danaper) Dniepr.
Anm. Daher erklärt es sich, dass (selten) np statt alten mp ge-
schrieben wird, z. b. isl. kenpa, kempa kämpe.
2. Gutturalem nasal {w, gew. n geschrieben) vor g und —
wo der nasal nicht schwindet (s. § 239, 1) — k, z. b. mumt
§ 203. Die dentale. § 204. Die p:.ilatale und gutturale. 113
(mmígáf) heim\sehes h\e\\ v'wiof ivingiof) sclilüsselgeld ; kanunkr
{kanúkr) canoniciis, u. a.
§ 203. r (altes oder nacli § 206 aus r entstandenes) wird
bisweilen zu <) durch dissiinilation in folge eines in der vorher-
gehenden silbe vorkommenden r, z. b. isl. hrffhask nel)en
hrðrna in verfall gerathen, hrotSe oder hrót5a unruhe zu hi^óra
bewegen, anorw. Fribikr {Fririkr aus Frit)rikr § 232) Friedrich,
Ptißikr {Prijtnkr)^ RagncUtir (nach § 183, 1, b aus *-ðzör, *-W()>).
Vgl. Bugge, Arkiv II, 241 f, 247 if.
Anm. 1. Sehr fraglich bleibt, ob ð aus tí durch dissiinilation wegen
eines folgenden r oder r entstanden ist in yöuarr {"^idwarüR, ?*imvaraR,
got. izwar) euer, ydr {*i'd'ivÍR, '^^írivír, got, izivis) euch.
Anm. 2. Unklar bleiben auch einige fälle von (seltenem) ð statt r,
wo dissimilation nicht vorliegen kann , z. b. bóféd'a neben -ßra brünne
(vgl. hohfara brünne), mannlotia neben -lera (und mannloysi) verächt-
licher mensch, dat. sg. hg^ui und hgriii zu hgrr bäum. Vgl. § 183
anm. 13.
Anm. 3. Badmr in derselben bedeutung wie fadmr 'die aus-
gebreiteten arme' ist wol nicht, wie allgemein angenommen wird, mit got.
harms 'busen' zu identificieren, sondern eine nebeuform zu fadnir, über
deren erklärung vgl. Noreen, ürgerm. judlära, § 31 anm. 2.
C. Die palatale und gutturale.
§ 204. Die gutturale sind — vielleicht schon in ur-
nordischer, oder gar urgermanischer, zeit — vor palatalen
vokalen palatisiert worden. Die in dieser weise modificierte
ausspräche erhält der regel nach keine besondere bezeichnung
(vgl. doch § 37 anm. 1, § 39 anm. 1). Wo aber durch synkope
eines zwischensteheuden palatalen vokals ein palatales k, g, ^
vor einem nicht palatalen vokal zu stehen kommt, treten sie
als kl, gl auf, was ohne zweifei in sehr vielen mundarten als
resp. k, g, ■^-\- konsonant, i aufzufassen ist, z. b. mcerkia, merkia
(2-silbig) aus "^markian (3-silbig) merken, dat. pl. likiim^ om,
ængiuni (engiom)^ hcgiom zu riki, -e reich, œngi {enge) wiese,
hege lage. Ein durch vorhergehenden palatalen vokal hervor-
gerufenes ki, gi tritt (fast) nur in lehnwörtern auf, z. b. kirkia
(ags. c'irlce, ahd. chirihha) kirche, Grikkiar (und Grikkir, -er)
Griechen, fikia (sehr selten fika, lat. ficus) feige, gigia (mhd.
gigr) geige (und jlekkr, g. pl. -ia, Hecken). In mcrgr, gen.
Nor COM, Altisl. gramin. 2. aufl. g
114 § 205. 206. Die palatale und gutturale. § 207. Regressive assimilation.
mergiar mark scheint gl durch das einst vorhergehende pala-
tale n (vgl. asl. mozgu) hervorgerufen zu sein.
Anm. Sehr selten stehen A:, g statt zu erwartenden Id, gi, z. b.
dryMc{i)a trunk, dat. pl. v(Éng{i)om flügeln, was vielleicht nur un-
genaue Schreibung ist, vielleicht aber auch eine verschiedene ausspräche
anzugeben hat.
§ 205. Gutturaler nasal (;j) ist zu dentalem n geworden
in œnskr, enskr aus œng{l[)skr, eng{t)skr englisch, hm^hœnskr,
-ens kr einer aus Harðangr; zu m in lumfrü, iomfrú neben
iungfrü Jungfrau; beides durch partielle assimilation an den
folgenden konsonanten.
§ 206. Das aus urgerm. z entstandene urnord. r (s. § 174)
ist schon vorliterarisch — am frühesten nach dentalen und
interdentalen konsonanten — mit altem r zusammengefallen,
z. b. hatre, hœíri {heíre', got. hatiza) besser, mceiri (meire; got.
maiza) mehr, e?" (got. iz-ei) welcher u. a. (s. § 68 und § 69).
Anm. Unklar ist das Verhältnis von trane zu mhd. krane (ags. cran)
kranich ; batimr zu got. hagms bäum ; anorw. (sehr selten) kgfurr zu kpgurr
teppich. Skarlat, -ak sind merigl. scarlat, resp. mhd. Scharlach. Wenn
Cod. AM. 655, 4^, III bisweilen z statt x schreibt, so ist wol dies nur eine
orthographische grille (anders Hoffory, Arkiv II, 83 note); vgl. das aschw.
lil. Quantitative Veränderungen.
A. Dehnung.
1. Assimilation.
a) Regressive assimilation.
§ 207, Die nasale werden schon in der vikingerzeit in
folgenden fällen assimiliert:
1. mp > pp, z. b. kapp kämpf, kappe kämpe, kleppr
(aschw. klimper) klumpen, kroppenn (aschw. krumpbi) geschrumpft,
skreppa (schw. skrympa) gleiten, suoppr (schon als air. lehn-
wort sopp\ mhd. swamp) schwamm, apr (^appr § 224; schw.
amper) bitter.
Anm. 1. mp kommt wol nur in lehnwörtern, oder wo es (nach
§ 202, 1) älteres np vertritt, vor.
2. nt (altes oder nach § 180 aus nd) > it, z. b. siutlr
(aschw. slunter) kurz, veir i^veUr § 224) winter, isl. Hroite (vgl.
ags. Ilruniing) name eines Schwertes, kleltr (aschw. klinter) feis,
sprella (asl. pr^.dali, lit. spréndzu) springen, skuetla (gr. úJrtróeLv)
§ 207. Regressive assimilation. 115
verscbiitten. vollr (a>cliw. vanter) handscliuli, fatlr (lat. pandiis)
biegsam, br attr (ascliw. hranter) steil; (mit nt aus nd) prat.
hatt (sehr selten bant mit wieder an alogisch eingeführtem w),
imperat. bitt zu binda binden, prat. bletl zu blanda mischen,
vatt zu vinda winden, {Ji)ratt zu {Ji)rinda stossen u. dgl. Auch
alte lehn Wörter nehmen an dieser assimilation teil, z. b. isl.
mottoll (anorw. aucli mmitull) mantel. Wenn aber nt erst durch
synkope entstanden ist:
a) bleibt es in starktoniger silbe, z. b. prät. nenla zu nenna
wagen, ntr. vanl zu vanr gewöhnt, blint zu blindr blind, lœibint,
leit^int zu -indr (mit stark nebentoniger ultima) langweilig.
Scheinbare ausnahmen sind ntr. satt zu sannr, sa()r (§ 201)
wahr, wo! dem m. sat)r nachgebildet (nach der analogie góhr :
ff Ott gut u. dgl.) und superl. sijzter (neben syniiztr) nach komp.
syt^ri, -e südlich; ferner ntr. mitt, pitt (ð///), sit f, œitt (eitt) zu
??ii7m mein, piim (ðmr/) dein, sin^i sein, œi?i7i {einn) ein, wo der
grund der assimilation in dem überaus häufigen gebrauch der
Wörter als schwachtonige (s. unten b) zu suchen ist;
b) wird es in schwachtoniger silbe zu tt, welches aber
— wo die form nicht später als starktonige gebraucht wird
(wie mitt u. s. w., s. oben a) — nach § 225, 5 zu t verkürzt worden
ist, z. b. ntr. bundit, -et zu hundimi, -enn gebunden, hceit)it, heilet
zu hceit)inn, heibenn heidnisch, et, it {^oi. jainata) 'das' (als artikel);
auch in lehnwörtern wie z. b. klemezmessa missa Clementis.
Anm. 2. Nicht durch synkope entstandenes nt kommt wol nur in
einigen lehnwörtern vor, sowie in 2. sg. prät. ind. wie kannt kannst, mant
erinnerst dich, mant wirst u. dgl. formen, die nach 1. 3. sg. kann,
man u. s. w. neugebildet sind.
3. nk (altes oder nach § 180 aus ng) > kk, z. b. drekka
trinken, brekka brink, ekke (ags. inca) schmerz, rekkr (ags.
rinc) mann, sf)kkua sinken, pokke (agutn. punki) wolwollen,
okkarr (got. ugkar) uns beiden zugehörig, pykkia dünken,
stfikkua (aschw. stiunka) springen, {h)r/)kkua (vgl. aschw. rynkia)
zurückweichen, kUkkua (dän. klynke) stöhnen, dffkkr (afries.
djunk) dunkel, /ikkr (lat. inguen) schwulst, ykkarr (got. igqar)
euch beiden zugehörig, œkkia, ekkia (aschw. amkia) wittwe,
bœkkr, bekkr bauk, lœkkr, lilekkr (aschw. lamker) fessel, pakka
danken, blakkr (ahd. blanch) blass, pœkkia, pekkia (got. pagkjan)
gewahr werden, ok(k)la (ahd. a.nchläo\ vgl. aschw. ankul)
il6 § 208. Regressive assimilation.
knöcbel am fuss, makke (schw. manke) wampe u. a.; (mit nk
aus ng) prät. stakk zu stinga stechen, sprakk zu springa zer-
springen, gekk zu ganga gehen, hekk zu hanga hängen, fekk
neben pl. fengom zu fá bekommen u. dgl. Auch bei alten
lehnwörtern tritt assimilation ein, z. b. akkere anker, Frakkar
{Frankar) Franzosen, lieber die behandlung eines durch
Synkope entstandenen nk s. § 239, 1.
Anm. 3. ixk ist (ausser in lehnwörtern wie krankr krank n. a.)
äusserst selten, z. b. hpnk lienkel, hanke haspen, die wol darauf beruhen,
dass die gruppen m]), nt, nk einstweilen vor nebentonigem vokal un-
assimiliert blieben; also z. b. einst ^hgkk, gen. hankar u. dgl., was zu ver-
schiedener ausgleichung anlass geben konnte (s. weiter Noreen im Grund-
riss I, 461).
Anm. 4. Beispiele einer assimilation mb ==- hb sind vielleicht klubba,
klumba keule, kubbr, kimibr klotz; vgl. dagegen kamb kamm, lanib lamm,
vpmb bauch u. a.
4. 7il > // wahrscheinlich nur unmittelbar vor urspr. haupt-
tonigem vokal, z. b. œlUfu, ellefo (got. ainlif\ vgl. § 51, 1, a) elf,
mullaug (mit urspr. haupttoniger ultima) neben mun(ä)laug
Waschbecken zu mund band, lieber die behandlung des nl
nach haupttonigem vokal s. § 239, 2.
§ 208. /íð, iin (urgerm. 2Ö\ zii) werden zu (ðð, woraus nach
§ 183, 1, a) dd, resp. nn, z. b. gaddr (got. gazds) stachel, liodd
(got. huzd) hort, rodd (got. razda) stimme, oddr ort, spitze,
broddr (ahd. brort) spitze, isl. gredder einer der zu speisen
giebt (vgl. ags. gereordian speisen); rann (got. razn) haus,
granne (got. garazna) nachbar, <mn (ahd. (iran\ vgl. got. asans)
Jahreszeit für feldarbeit, {h)rpnn (ags. hcern) woge, luennr, tuinnr
i^ltvizn-^ lat. hlni aus *d?pisn-) doppelt, prennr, þrinnr dreifach,
fonn (lit. pusriis) schneefeld. Ueber die scheinbaren ausnahmen
ia)m eisen und prät. œirt5i, eirt)e (aschw. edde) zu œira, eira
(aschw. edha) gefallen s. Noreen, Arkiv IV, 110 note und V,
394 note.
Anm. 1. Diese assimilation muss sehr früh, vor dem eintritt des
Ä-umlautes (ob auch vor dem Übergang 2^ ==> 7^?), durchgeführt worden
sein; sonst würde man ja Ä-umlaut des vorhergehenden vokals (§08)
finden.
Anm. 2. Ueber eine — vielleicht schon urgerm. — assimilation
zl ===- II in knylla schlagen zu knosa zerstossen, {h)rolla zittern zu {h)riósa
schaudern s. Kluge, Beitr. VIII, 524. Ob hierher auch illr bös zu air. isel
niedrig?
§ 209—211. Regressive assirailation. 117
§ 200. lu wird in der vikiugerzeit zu //, z. b. daller (vgl.
urn. pl. bohtriR Tune) toeliter, rélla richten, nólt, nålt nacht,
alla acht, måtla mochte u. a. m.
Anm. 1. Unerklärterweise steht í statt tt in gœta hüten, (jæta auf
die weide führen, knés-böt (vgl. d. bucht) kniehöhle, kœtc lustigkeit, frœta
(gewölml. fretta) ausfragen, þrœt{t)a grollen, prät. þót{t)a schien, nit{t)a
(vgl. nœita, neita) verneinen, süt, sutt gram neben sott, söt krankheit
(s. § 55 anm. 3). Atian achtzehn, œtla meinen, rót{t)r recht, richtig,
mät{t)egr mächtig, dót{t)er tochter, drót{t)enn fürst u. a. erklären sich
nach § 224. Ueber iäta : iätta s. Lidén, Arkiv III, 238 f.
Anm. 2. Ob seltene Schreibungen wie reda st. retta, magtiqr st.
mdttegr, gcct st. gœt, aktag st. attak, pokt st. þótt, freckt st. frctt, lyridar
st. li/ritar {^lijdrcttar) eine dialektische ausspräche des alten gutturals
(noch in literarischer zeit) bezeichnen oder nur Schreibfehler sind, bleibt
unsicher; vgl. Bugge, Arkiv IV, 11 6 f., Wadstein, s. 110, Kock, Undersök-
ningar i sv. språkhistoria, s. 81 íf. Noch unklarer sind Schreibungen wie
lyriftar, liriptar (vgl. typta st. tykta züchtigen; deutsches lehnwort).
§ 210. d und ð werden in folgenden fällen assimiliert:
1. dt, ddl > tl ausnahmslos, z. b. ntr. hlinl (aus ^blínlt
nach § 223) zu hlindi' blind, fall zu fóddí^ geboren.
2. ð/ > It ausnahmslos, z. b. ntr. (jlatl zu glabr froh, golt
zu gót)7^. ~~~ " ' -^k^ kk'^.
Anm. 1 . Glatit, goUt u. dgl. in späteren hdschr. sind wol nur ety- Myrrhk^Xi.
mologische Schreibungen. Anders Iloffory, Arkiv II, 31 note.
3. t)d > dd (wo nicht association hindert), z. b. guddomr
gottheit zu gu'(5 Gott, hofoddukr kopftuch zu hofoti köpf.
4. ð/ > //, z. b. frilla konkubine zu fri(5ill, -eil liebhaber,
á milli, -e, millum^ -om neben å mehal zwischen, hrullaup hoch-
zeit zu hrvÅ)r braut, silla, sibla spät, hrálla, hrát)la plötzlich,
traulla {irau()lega) kaum, {li)rapallegr eilend zu {h)rapa<)r eile,
liuilla wehklage zu kuit)a ängstlich sein, die personennamen
Ilrolleifr (anorw. RoUce'ifr)^ {H)rollaugr statt '^Hrói)-lœifr, -laugr,
frolleikr (St. Hom.), fröhlœikr, -kikr wissen. Unter — noch nicht
bestimmbaren — umständen bleibt t)l, z. b. /fyt^la {eybla)^ ctila
eidechse, (ca)H, eble natur u. a. m. Vgl. endlich § 232 anm.
Anm. 2. ddl ist ebenso zu II geworden in dem eigennamen isl.
Olleifr aus Odd-lcifr.
§ 211. Das tönende f (íj) kann sich einem folgenden b
oder tonlosem / assimilieren, z. b. abbragt) statt afbra/ji) das
was sich vor andern auszeichnet, abbindi, -c stuhlzwang, abburt^r,
118 § 212. 213. Regressive ussimilation.
o/'burbr Überlegenheit, ohbældi, -helde {o/'bældi, -beide) Übermut;
a/for abreise. Vgl. Hoffoiy, Arkiv II, 9.
§ 212. r wird im isl. und vielen anorw. mundarten in
literarischer zeit in folgenden fällen assimiliert:
1. rl > II, z. b. kall, karl alter mann, iall, iarl jarl, valla,
varla kaum, framalla, framarla weiter vorwärts, die personen-
namen Þollcifr, Þorlœifr und Þollákr, Þorlákr, u. a. m. Bei-
spiele kommen schon aus dem anfang des 13. jahrhs. vor,
s. Gislason, Njála II, 435 íf.
2. rn > nu, z. b. auorw. bionn (schon im Hoprekstad-buche
vor 1300) bär, lionn horn st. biorn, horn, pl. pr es I anner {-arner)
die priester, pdf anner die päbste; vgl. J. Storm in Norvegia I,
101, 124 note. Im isl. ist wol die assimilation etwas später
eingetreten.
3. i^s > SS (jedoch — der association wegen — nicht wo
s der flexionsendung gehört), z. b. foss, fors Wasserfall, huœssu
{/messa), huœrsu {huer so) wie; in einigen hdschr. nur wenn n*
antekonsonantisch steht, weshalb ss (nach § 224) zu s verkürzt
wird, z. b. fy{r)slr erster, væ{t^)sna, ve{i^)sna sich verschlimmern,
po{r)skr dorsch, bu{r)st börste u. a. m. Die assimilation ist
nach ausweis der skaldenassonanzen wenigstens schon um 1300
da; s. Mogk, Anz. f. d. A. X, 186.
Anm. 1. Hieraus erklärt es sich wol, dass man (durch umgekehrte
Schreibung) bisweilen rs statt etymologisch berechtigten ss geschrieben
findet; so besonders in anorw. hdschr.
Anm. 2. Ueber eine andere behandlung der gruppen rn, rs (und rl?)
im ostnorw. s. § 195.
§ 213. t wird in folgenden fällen assimiliert:
1. ik, ttk > kk, z. b. nœkkuœrr, nekkuerr (aus "^ne-wœií-ek-
hwœrr) irgend ein, hnakke (selten), huaike was auch immer,
(vkki, ekke, clke (selten) nichts, vekke, vel{t)ke, vceltke nichts,
acc. sg. m. (schon in der Flatdal -inschr. um 1150) almakkan
(aus -mäitkan^ § 184, 1, a) zu alniátlegr allmächtig, isl. Hrokkell
(s. § 183, 2, e) ein personenname, hlykk (aus hlýí-ek) ich be-
komme, lekkat) (aus Iwl-ek-ai) ich lasse nicht, anorw. vœkka
(^vœika) feuchtigkeit u. a.; s. Bugge, Tidskr. t Phil, og Pæd.
IX, 125; Studier, s. 137 note.
2. ts {z) > SS dialektisch schon um 1150, allgemein (wo
nicht association hindert) seit um 1250, z.b. Gissurr {Glzorr)^ þiassi
§ 2U. Regressive assimilation. §215 — 217. Progressive assimilation. HO
(piazc), þi^ióska {þríózka § 224) widerspänstig-keit u. a.; s. Mogk,
Anz. f. d. A. X, ßß; GislasoD, Njála II, 626 ff.; Wadstein, s. 119.
§ 214. ggk wird kk, z. b. hijkk {Jnjgg ek) ich denke, pikkat
i^pigg-ek-al) ich empfange nicht.
b) Progressive assimilation.
§ 215. Ip, np werden_(vor 9QQ) zu //, resp. nn^ z. b. goll,
gull (got. gulp) gold, hollr (got. hulp-s) hold, ællri, cllre (got.
alpizd) älter, liallr (vgl. got. halpei) geneigt, prat. fell (sehr
selten; gewöhnlich felt, dem präs. nachgebildet, nach § 180;
vgl. got. faifalp) zu faldan falten, prät. hell {lielt, s. § 251, 2) zu
hal da halten, prät. olla zu valda walten, Ullr (got. wulpus\ vgl.
urn. Orvlpu-pewaR Thorsbjærg) uame eines gottes; annar (got.
anpar) ein anderer, ^/ma (got. finpaii) finden, munnr (tuubr § 201;
got. munp-s) mund, skinn (vgl. urn. Ski[n]pa-leuDaii Skärkind
und ahd. scindan) haut, linnr (ahd. lint) lindwurm, ihina (vgl.
mild, zinden) flinte, sinn (vgl. got. sinp-s) gang, kijnnl, -e (got.
kunpi) kunde, prät. kunna (got. kunpa) konnte, prät. U7i7ia liebte,
nenna (got. nanpjan) wagen, tonn (vgl. got. lunpus) zahn, svhinr
(svibr; got. swinp-s) weise, sumian (ags. sút5a7i) von Süden her,
^a?2?ir (sabr; ags. ^öð) wahr, alunn^ olonn (vgl. ahd. olunt) eine
fischart, Ajvwrr {*A?m7ión\ "^Arn-þórr) ein personenname, sti7inr
(stit)r\ ags. íí^'ð) steif, u. a. m. (vgl. § 251, 2).
§ 216. _/ð wird zu tt ausnahmslos, z. b. alte (got. ahtudd)
der achte, a//ß i^atii)e) seh wert zu ætta (etid) hetzen, prät. holla
(got. botida) büsste, prät. 77iatta (got. matida) speiste, ga f tat tu
(aus gaft-at-tiu) du gabst nicht, briöltu {briöt bu) brich (du),
poltu (aus />óf/í]-a/-ði<) obgleich du, littat {litt bat) ein wenig, u. a.
(s. Wadstein, s. 115). — Ebenso würde dti zu ^í^ werden; nach
§ 223 ist aber kürzung des dd eingetreten, z. b. prät. veiida
(aus *wænd-ba) zu venda wenden.
§ 217. Die gruppen Ir, 7ir, r r, sr wurden in der vikingerzeit
fast überall zu resp. //, 7i7i, rr, ss (woraus später oft /, 7i, r, s,
s. § 223, § 225, 5, § 226). Folgende fälle sind zu unterscheiden:
1. Wo ein langer vokal (oder diphthong) oder ein kurzer,
schwachtoniger vokal vorhergeht, tritt assimilation ein, z. b.
stall (got. slöls) stuhl, hu'ill, heilt heil, kœtill, ketell kessel;
3. sg. präs. sld7in zu skina glänzen, stcainrij steinn (urn. stainaR
Krogstad) stein, hœitinn, heite7i7i (urn. haitinaR Tanuni) ge-
120 § 217. Progressive assimilation.
heissen; nuerr (iirn. mar'iR Thorsbjærg') berühmt, aur r sand,
liamarr bammer; iss eis, 8. sg*, präs. øijss zu ausa scböpfen,
laiiss (urn. -laus R Björketorp) los, ýmiss wecbselnd.
Anm. 1. Statt ss tritt um 1300 bei adj. auf -b' in den obliquen kasus
analogisches sr auf, z. b. g. pl. vissa, später visra (nach gödra u. a. formen
gebildet) zu viss weise, g. sg. f. i/niissar, -srar, dat. sg. f. t/missi, -e, -sri,
g. pl. ýmissa, -sra.
2. Wo ein kurzer, starktonig-er vokal vorhergeht:
a) Treten rr, ss überall ein, z. b. barr (vgl got. bariz-ehis)
nahrung, farre (vgl. nhd. färse) stier, hyrr günstiger fahrwind,
pur r (vgl. got. þaúrsus) dürr, vœrri, verre (vgl. got. vairsiza)
ärger, 3. sg. präs. f ær r, ferr zu fara reisen, less zu lesa lesen,
yss lärm, Jnjss getümmel, gyss spott. Vgl. § 226 anm. 2.
b) Dagegen ist // verhältnismässig selten, z. b. fiall feisen,
3. sg. präs. gæll, geil (und gælr, geir) zu gala singen, stell
(und sleh^) zu stela stehlen, skill (und skilr) zu skUia scheiden,
vill (sehr selten vilr) zu villa wollen. Gewöhnlich aber steht
//•, z. b. 3. sg. präs. hylr zu hylia hüllen, selr seehund, inelr
sandhaufe. Der grund der doppelheit ist unklar (vgl. Tamm,
Beitr. VII, 453; Kock, Svensk akcent II, 452 f.. Arkiv VI, 52 f.).
c) nr bleibt unassimiliert, z. b. suanr schwan, linr mild,
3. sg. präs. vccnr, venr zu vænia, venia gewöhnen, u. a. m. Nur
scheinbare ausnahmen sind solche fälle, wo der vorhergehende
vokal entweder ursprünglich lang gewesen ist, z. b. hayin er
(§ 114, 1), henne (gen. hemiar) ihr (§ 114, 7), minn mein, Jnnn
dein, sin7i sein (§ 114, 3); oder gewöhnlich schwachtonig ist,
z. b. enn, inn (got. jains) 'der' (als artikel), hinn jener (auch
als artikel); solche formen sind also nach 1 oben regelmässig.
3. Wo ein konsonant vorhergeht, müssen die durch assi-
milation entstandenen //, n7i, rr, ss zu /, n, r, s werden
(§ 223), z. b. iarl (vgl. urn. erilaR Kragehul, Järsbärg, Lind-
holm) jarl, {}i)rafn (urn. HarattanaR Järsbärg) rabe, vakr (urn,
WakraR Reidstad) wachsam, døl{t)r (urn. bohtriR Tune) töchter,
þurs riese, lax lachs.
Anm. 2. In adj. auf -n ist in den obliquen kasus das r analogisch
wider hergestellt worden, z. b. gen. sg. f. iafnrar (nach gótirar u. dgl.),
dat. sg. f. icifnre, g. pl. iafnra zu iafn eben. Später können auch der-
artige formen bei adj. auf -s vorkommen, z. b. friáls{r)ar, -{r)i, -{r)a zu
fridls freigeboren, huass{r)ar, -(r)i, -{r)a zu Jiuass scharf
Anm. 3. Ueber die Wörter auf -II, -nn s. unten 4.
§ 218. Progressive assimilation. , 121
4. Eine Sonderstellung nehmen die Wörter auf -// und
-nn ein:
a) Naeli // steht fast ausnahmslos r, was sehr wol laut-
gesetzlich sein kann in den fällen, wo // aus Iþ (§ 215) ent-
standen ist, z. b. hollr hold, ccllri, eure älter; denn in dieser
Stellung- ging r (nach § 206) sehr früh in r über, welches nicht
assimiliert wird. Aber sonst muss wol llr auf analogiebildung
(statt des sehr seltenen //) beruhen, z. b. 3. sg. präs. fœllr,
fellr zu falla fallen, allr, gen. pl. altra (No. Hom. 1-nial alld)^
gen. sg. f. allrar (St. llom., Phicitiisdr. und No. Hom. je 1-mal
«//ötr), dat. sg. f. allre, ganz, illr, gen. pl. illra (St. Hom. 1-mal
illa), bös.
b) Nach altem nn ist r assimilirt in minni, -e (got. minniza)
minder, pl. mcnn (^mamiiR, got. mans) neben ?/iæ(^r, met)r (selten
mennr, § 201) männer, 3. sg. präs. brenn (alt; später hrennr,
hrebr) brennt, remi (rewir) rennt, fiiesst; sonst steht allgemein
(analogisches) 72)ir oder (nach § 201) ð>, z. b. hrunnr, brutir
brunnen, 7nat5r (selten mannr, erst spät mann nach dem acc.)
mann, u. a. m., s. § 201. Wo aber nn aus nþ entstanden ist
(§ 215), steht lautgesetzlich ð> oder (analogisch) mir, weil in
dieser Stellung r sehr früh (nach § 206) zu nicht assimilierbarem
r wurde, z. b. su^r (ags. sú(5) südwärts, gut)r, gunnr (ags. ^wð)
streit; jedoch hat man neben pl. iœi)r, tebr (selten iennr) auch
te7in Zähne (vgl. sg. lonn neben Hildet annr)^ neben ut)r, imnr
(ags. 11(5) woge die vielen weiblichen eigennamen auf -unn, z. b.
Ihunn, Þórunn.
Anm. 4. mr ist wol nach schwachtonigem vokal zu mm (woraus
dann nach § 225, 5 m) assimiliert, wenigstens kommt im No. Hom. lO-mal
dat. pl. ollumm neben sonstigem pllom, alluni 'allen' vor (s. Wadstein,
s. 135), Vgl. dat. pl. tuceimr {tiieimr) zweien, þrimr dreien mit -mr nach
starktonigem vokal und um. ^estuniR (Stentofta) gasten mit noch uu-
assimiliertem -niR. — Framm (got. franiis, Sievers, Beitr. XV, 405 note)
'hervor' ist wol ursprünglich nur schwachtonig gewesen (daher später
frcmi nach § 225, 1 und 3), dann aber auch starktonig gebraucht worden.
§ 218. Eine eigentümliche assimilation von anlautendem
fv mit einem vorhergehenden, auslautenden nasale kommt vor
in fallen von enklise wie isl. (ßrom megen oder megom (statt
vegoin) zu andern selten, bóöom ni. zu beiden selten, ollom m.
zu allen Seiten u. a.; dann steht megen, megom auch in aus-
f
122 § 219. ProgT. assimilation. § 220. Sonstige konsonantendehnung.
drücken, wo das näcbstvorbergeliende woit nicht auf w endet.
In derselben weise sind die (fast ausscbliesslicb) anorw.
formen mit, met neben vit, vel 'wir zwei', méi^ neben ver 'wir'
entstanden, denn diese pronomina standen oft unmittelbar nach
ihrem verbum, das auf -m auslautet, z. b. kalium mér wir rufen.
Hierher auch die adv. hinnig, -eg (oder liinnug, -og § 127) dort,
panneg {þannug, -og\ auch pinnig, -eg, vielleicht nach hinnig,
-eg) dorthin, annanneg anderswohin, diö aus ^hinn-weg u. s. w.
entstanden sind.
Aum. Gewissermassen zu vergleichen ist anorw. acc. sg. Bótolfs
soko (sahi) statt vpkii vigiliæ S. Botulplii (vgl. jedoch Bötolfsoko § 127).
Üb auch for(r)ad gefahrlicher platz, wie Wadstein (s. 133) meint, aus */br-
wa'd (zu vada gehen) entstanden ist? Vielleicht sind hier zwei urspr.
verschiedene Wörter (vgl. § 51, 1, a) mit einander zusammengefallen.
§ 219. Id, nd werden in ostnorw. mundarten im 14. jahrh.
zu U, resp. nn, z. b. V esl f oll {-fold), Rangnill (Ragnhildr), hann
(band) band.
Anm. 1. Eine assimilation td =^ tt (vgl. § 2 IG), woraus nach § 223 t,
zeigen anorw. Ortsnamen wie Aftalr {*Aft-dalr), Gœstalr u. a. (s. Fritzner,
Ordbog I, 236).
Anm. 2. mb wird nach schwachtonigem vokal (vgl. § 207 anm. 4)
zu mm, woraus nach § 225, 1 m. Beispiel ist nur die präpos. umb (alt und
dichterisch), später iimm (anorw. bald nach 1200, s. Wadstein, s. 135), ge-
wöhnlich um um. Vgl. § 65 anm.
2) Sonstige fälle von konsonantendehnung*.
§ 220. Vor einem anderen konsonanten tritt dehnung
in folgenden fällen ein:
1. Vor konsonantischem i werden (vor 900) ^ und k nach
kurzem vokal zu {gg, woraus — vgl. ð'ð > dd § 183, 1, a — ) gg,
resp. kk, z. b. Iceggia {leggia\ got. lag jan) legen, hyggia (got.
hngjan) denken, (ji)rijggr, gen. -iar, rückgrat, œgg {egg), -iar,
schneide; lykkia schlinge zu lok schluss, hikkia neben grmj-, greij-
baka hündin, bœkh- {bckkr) , gen. -iar, bach. Weil in den
meisten fällen nach ^, k bald kons. / stand, bald nicht, ist
sehr oft ausgleichung eingetreten — bei ^ gewöhnlich zu
gunsten der geminata {gg), bei k gewöhnl. (besonders im isl.)
zu gunsten des kurzen lautes — , oder auch sind doppelformen
entstanden, z. b. präs. liggr statt (anorw. nicht seltenen) ligr
(aschw. ligher, got. ligis) nach liggia liegen, pig{g)r zu piggia
§ 220. KonsouanteudehuLiug vor kousonanten. 123
cmpfang-en, sœggia {seggia) neben gewöhnlicherem sœgia (segia)
sagen nach präs. sœgir {segcr)\ þœgía {þegia, selten þeggia)
schweigen nach präs. þœgír {peger); pl. Grlkklr , -cv (und
Grikkiar, selten G?ik(r, -et^) nach gen. Grikkia Griechen,
vrckkia (vekkia) neben vœkia (vckia) wecken nach präs. vækr
{vekr\ anorw. acc. sg. sœkkian neben isl. sekian zu sœkr, sekr
schuldig, anorw. þœkkia neben isl. þekla decken zu þak dach,
anorw. rœkkia neben isl. rekia recken, isl. (oft) rckia neben
rekkla bett (vgl. u. a. Bugge, Beitr. XIII, 171 f., Gislason,
Njála II, 352, Annaler f. n. 0. 1860, s. 329).
Anm. 1. In literarischer zeit tritt im anorw. (ziemlich sporadisch)
dehnung auch bei n und t (hier auch im isl. obwol sehr selten) vor kons.
i auf, z. b. syiinia weigern, hrynnia brünne, vittia besuchen, aættia
setzen, sittia sitzen u. a. gleich isl, synia u. s. w.
2. Vor konsonantischem u (//') wird (wol zur selben zeit)
k zu kk, z. b. slokkaa auslöschen zu slo kenn erloschen, nokkue
nachen. Oft kommen durch ausgleichuug doppelformen vor,
z. b. r.ok{k)ua finster werden, r.ok{k)r (got. riqis) finsternis,
acc. sg. m. kiäkuan neben seltnerem kuikkuan {kykkuan) nach
dat. kuikum, -om zu kuikr lebendig, nfik{k)uet^r (vgl. got. naqaþs)
nackt, anorw. präs. vœkkir zu vøk{k)ua zum fliessen bringen.
3. Vor d (nicht ð) werden bald nach 1200 / und n ge-
dehnt, z. b. hallda (älter halda) halten, prät. fœllda, fellda fällte
statt fœlda, f elda (aus ^fœllba nach § 224, § 183, 1, b), sellda
aus selda verkaufte; lannd (älter land) land, sen{ii)da senden,
prät. ken{n)da kannte. Dagegen z. b. prät. valba wählte, vanöa
gewöhnte, woraus später valda, vanda\ doch kommen im anorw.
auch formen wie vallda vor (s. Wadstein, s. 134), weil hier /ð
weit früher (vor 1250, s. § 183, 1, b) als im isl. zu Id wurde.
4. Vor i wird zur selben zeit / gedehnt, z. b. alU aus all
(aus *«/// nach § 224) alles, part. prät. fœl{l)t, fel{l)t gefällt,
sel{i)t verkauft, prät. mœl{l)ia sprach. Doch steht z. b. valt ge-
wählt u. dgl., mit valha (oben 3) übereinstimmend.
5. Vor / werden ^, k sporadisch zu {gg, woraus) gg, resp.
kk, 'L. b. mofj{g)lan das brummen, pl. mik{k)lir, -er zu mikill, -eil
gross, dat. iok{k)li, -e zu iokull, -oll eiszapfen u. a.; vgl. Gislason,
Njála II, 443, Wadstein, s. 134.
Anm. 2. Vor r werden im anorw. (selten im isl.) k und t spo-
radisch gedehnt, z. b. blak{k)ra flattern, vak{k)r wachsam, gen. pl. spak{k)m
124 § 221. Konsonantendehmm^ nach langem vokal.
zu sjJdkr weise; bœt{t)ri besser, rit{f)ra Weisheit, präs. ettar (§ 138, b)
statt etr zu eta (bisweilen analogisch etta) essen. Vgl. u. a. Wadstein, a. a. o.
Anm. 3. Vor n kommt dehnung sehr selten vor, z. b. isl. vit{t)ne
zeuge, Þöt{t)n ein ortsname, nom. pl. m. lyg{g)ner zu lygcnn lügnerisch.
§ 221. Nach langem, haupttonigem vokal mit stark
gesell nitte nem accent (s. § 52, 1) wird schon vorliterarisch,
wofern nicht — wie oft der fall ist — association hindert,
jeder konsonant gedehnt; s. Noreen, Arkiv VI, 319 ff. (zum
teil anders Kock, ib. VII, 334 ff.). Die fälle sind:
1. In ursprünglichem (d. h. urnordischem) auslaut, z. b.
Partikel wie 7nói{t) neben mote gegen, anorw. tut neben út
(nach úti draussen) hinaus; 2. sg. des starken prät. z. b. bióít
wohntest, hiott hiebst (selten hiot, hiot) zu 1. sg. hiö, hw\ 2. sg.
imperat. des starken verbums, z. b. hldlt opfere, grått weine
(oft hlöt, gråt) zu blota, grata-, mit kürzung des vokals (nach
§ 114) upp (ahd. üf, ags. úp) 'hinauf neben seltenem úp nach
üpe, -i (gewöhnlich uppi, -e nach upp) 'oben', brott 'weg' aus
^brót i^braut s. § 117), wol auch prät. feil fiel aus */V/ (ahd.
fial)^ aber het (jedoch hett in Elucidarius) hiess, let Hess u. dgl.
statt Hett (aschw. lætt neben Icet) nach pl. letum, -om.
2. Wo der konsonant durch synkope mit dem vokal zu-
sammentrifft, z. b. in der adj.-flexion nom. sg. m. grårr, ntr.
grått, gen. sg. m., ntr. grass, f. grårrar, dat. sg. f. grårre, gen.
pl. grårra grau, kompar. færre weniger, smcerre geringer, in
der subst. -flexion gen. sg. ntr. véss, buss zu vé heilige statte,
bú Wohnung; ferner z. b. sék{k)a aus '^sé-{e)k-a sehe nicht,
åk{k)a ich habe nicht u. a. — Vgl. dagegen acc. sg. m. grån,
dat. sg. m., dat. pl. grom grau u. dgl. ohne dehnung des kon-
sonanten, weil die formen nicht synkopiert, sondern aus (noch
literarisch bezeugten) gråan, gråum kontrahiert sind.
Anm. 1. Bei r ist die dehnung noch nicht in den ältesten hdschr.
durchgeführt, also z. b. grár (auch später häufiger als grárr), grdrar, -rc,
-ra, f ære, smœre u. a.
Anm. 2. Von komp. adv. wie ncérr aus nær (got. nehis) ist wol -rr
neben -r analogisch übertragen worden in formen wie optar{r) 'öfter',
netSar{r) 'weiter unten' u.a., entsprechend den got. adv. auf-ös. Ebenso
stammt wol das schon in einigen der ältesten hdschr. alternativ vor-
kommende -rr- der unsynkopierten formen des pron. sei 'der' aus der
adj.-flexion, also þæir{r)ar, -r(r)i, -r{r)a, isl. þcir{r)ar, -r{r)e, -r(r)a nach
grdr{r)ar u. s.-w. Nach derselben analogie entstehen ferner zum pron.
sid 'dieser' þessar{r)ar, -ar{r)e, -ar{r)a statt pessar, -se, -sa.
§ 222. Konsonantendehnung. § 223. 224. Konsonantenkürzung. 125
3. In der kompositionsfnge, wo ein auslautender, langer,
stark geschnittener vokal mit dem anlautenden konsonanten
eines unbetonten zusammensetzungsgliedes zusammentrifft, z. b.
isl. Hlórrit)e, Hlorribe (vgl. ags. hlowan brüllen) name des donner-
gottes, totlogo, tuttngu (vgl. gr. óœ-óexa u. a.) zwanzig, þrellán
(ahd. drl-zehan) dreizehn, alle mit nach § 114 gekürztem vokal.
§ 222. Unklar ist der grund der dehnung in dem auch
sonst nicht ganz klaren worte i^ass (neben ars) arsch; ebenso
bei dem auslautenden -pp statt -p im anorw. Cod. Tunsbergensis.
Anm. 1. Einige unklare fülle von tt statt t s. bei Falk, Arkiv V,
121 f. Ueber sneyn{m)a, snim{m)a u. a. dgl. s. § 139, 2, § 252, 2.
Anm. 2. Was bedeutet die doppelschreibung eines konsonanten
nach l, n, r in der anorw. Barlaams saga, z. b. hirtta offenbaren, endda
enden, halldda halten; nach f, g, r in der Flateyjarbók; eines l nach r
und eines n nach f, g, r im anorw. Cod. AM. 655, IX, B, 4" und Cod.
Holm, der Olafs saga helga (vgl. Brenner, Beitr. X, 436fif.)? Wahrschein-
lich ist hier eine dialektische dehnung anzunehmen, denn eine solche
scheint in entsprechenden fällen im aschw., wie sicher in nschw. diall.,
vorzuliegen (vgl. Kock, Skandinavisches Archiv I, 54 if.).
B. Kürzung.
§ 223. Nach einem anderen konsonanten wird
geminata verkürzt, z. b. ntr. hiint (aus ^blintl § 210, I; got.
blindaid) blind, prät. venda (aus ^vændda, -dba § 216, 1) zu venda
wenden, ntr. huári{t)uœggia, -{i)uegg'ia jedes von beiden, karl
(^karll, ^karlR § 217, 3) alter mann, botn (^botnn, %olnR) boden,
lax (^lakss, "^laksR) lachs, hiarne i^hernne, "^lierRne § 208; vgl.
Marse Scheitel) hirn, þorna i^þorRna, vgl. got. þaúrsus) dorren.
§ 224. Vor einem andern konsonanten sind schon
vor 1200 alle geminaten — wenigstens in der schrift — ver-
einfacht worden, ausser //, mm, nn, rr vor l, m, n, r und gg,
kk vor kons, i, v. Doch ist schon in den ältesten hdschr.
diese regel durch analogische ausgleichung vielfach durch-
brochen worden (so wie durch die in § 220 erwähnten späteren
dehnungen). Beispiele des alten Verhältnisses sind u. a. {h)látr
(ahd. hlahtar) gelächter, nœtr (sg. nótt) nachte, dúlr (selten dólh^)
töchter, vál{l)r zeuge, slálr schlachtfieiscli, látr ruhestätte der
Seehunde, vetr winter, cclla {^ahlUfm, vgl. ahd. ahiön) die absieht
haben, áliún (zu Ulla acht, also eigentlich *átí-lián) achtzehn,
126 § 225. Konsonantenkürzung.
Uætlingr (kelUngr^ jiiüg-e katze (zu kolir katze), Oikell (^Odkell,
"^Oddkelí), lAtle (vgl. got. Atíilaf), œtki {etki) nichts (zu œitt, eití
ein), vetke gar nichts {*wétí-gi, vgl. ahd. wihf), broifall (§ 186)
fallsucht, miskunn barmherzigkeit (zu präfix miss-), gkla (ahd.
anchläo) fussknöchel, gugna verzagt werden (zu gugginn, -enn
verzagt), vgla eule, skygna i^skuggwinön) spähen, galdr {*gabl-
§ 249, 3, zu gaddr) fusstapfen im schnee, ntr. purt zu þurr
dürr, prät. kipia zu kippa rücken, apr (aschw. amper) bitter.
Vgl. Hoifory, Arkiv II, 38 íf., Mogk, Anz. f. d. A. X, 61 if., Wad-
stein, s. 127 if.
§ 225. Nach schwachtonigem vokal tritt regelmässig
kürzung ein, doch zu sehr verschiedenen zeiten in verschiedenen
fällen, je nachdem ein ursprünglich starktoniger vokal früher
oder später schwachtonig wird. Beispiele sind:
1. Enklitische und proklitische Wörter (von denen die
meisten natürlich auch oft haupttonig vorkommen, dann fast
immer mit erhaltener geminata), z. b. e(>a oder, me'^an während,
sitiati seit (vgl. über diese drei § 186), pikia (hauptt. pijkkia,
vgl. § 126) scheinen, ek{k)e nicht, os{s) uns, kan{n) kann, han{n)
er, hiniyi) der (als artikel), en{n) noch, pan{n) den, huœr{r),
huer{r) jeder, pes{s) des, um {umm, umh § 219 anm. 2) um,
hin{n)ig, -eg dort, pan{n)eg dorthin, ?;//(/) will, anorw. nok{k)or{r)
irgend ein, isl. pes{s)a dieses, -er (gen. sg. u. pL), sin{n), sii{i) sein.
2. Schwachtonige Vorsilben einfacher Wörter, z. b. teningr
(mit haupttoniger pænultima tenningr, s. § 51, 1, b) Würfel,
pen{n)ingr pfennig, pre(n)ning dreieinigkeit, ke(n)mng poetische
umschieibung, mi(n)ning erinnerung.
3. (Ursprünglich) schwächt, erste Zusammensetzungsglieder
(s. § 51, 1, a), z. b. forynia vorbote, fo{r)rat^ gefährlicher platz,
Verderb, puritir ein wei bern ame, ió(d)dís (§ 137 anm. 2) milch-
schwester, or osta (und or ros (a § 127) kämpf, fósystir, -er aus
*/ós{í)sysíir und dies aus fost {7')sys tir, -er (vgl. § 245, 9 und 10)
pflegeschwester, Gubormr [GuKormr, vgl. § 186), anorw. hœrat)
neben pl. hœj\r)oti bezirk.
4. Schwachtonige zweite Zusammensetzungsglieder, z. b.
vinát{t)a freundschaft , miskun{n)n barmherzigkeit, œmbœl{l)e,
embœi{t)e amt, dienst, ^yvit (eyveí), -ar, -u {-o) nichts zu vétir
wicht, ding, lýritr (acc. iýrit) gesetzliches verbot zu réítr recht.
§ 220. Konsouantenkürzung. 127
5. Scliwaclitonig-e ableituDgs- und enduDgssilbeu, z. b. dat.
sg. m, hlindum, -om (got, hUndamma) blindem, dat. pl. oUom
{ollumm § 217 anm. 4) allen, nom. acc. sg. ntr. hundit, -et i^bundint
§207, 2, b) gebunden, kallat (^kallat^t § 210, 2) gerufen, hofo{d)-
dxikr aus iiofiu^-dükr (§ 210, 3) kopftuch. Nach langem vokal
(auch wo dieser schon in der ältesten literatur verkürzt worden
ist) und wo die geminata verhältnismässig spät entstanden ist,
bleibt sie einstweilen, z. b. gen. sg. hirt^iss, -ess (vgl. þess, huess)
zu hirbir, -er (got. hair deis) hirt, koll ót ir kahl, kœtill, ketell kessel,
gen. sg. kyrennar der kuh u. dgl. Später kann die geminata
auch in diesen fällen verkürzt werden; im isl. kommt dies nur
ziemlich sporadisch vor, z. b. anyiar{r) anderer, dröiienin) herr
u. dgl. in St. Hom. (andere beisp. bei Gislason, Njála II, 628 íf.),
aber im anorw. (bes. ostnorw.) ist diese kürzung nach 1200
ganz regelmässig, z. b. nokkorif) irgend ein, krislin{n) kristen,
dreperi(n) getötet (Tüb. bruchst.), gamal{l) alt, annar{r) anderer,
gen. pl. /i'ugur{r)a vier (Cod. Tunsberg.), mykii{l) gross, hlmin{n)
himmel, ambói{i) dieustmagd (No. Hom.; weitere beisp. bei
Wadstein, s. 130 ff.), gen. pl. ýnns{s)a zu ýmis{s) wechselnd,
der suffigierte artikel -en{7i), -in{n), gen. f. sg. -en{n)ar,
-in{ii)ar u. s. w.
Anm. 1. Anders zu beurteilen sind fälle wie z. b. die namen
IIdkiin{n), -on, Audiin{n), -on{n) und das urspr. 2-silbige (s. § 179) [^n{n),
An{n), wo auch in isl. hdschr. -n häufiger als ~nn ist. In jenen formen
fehlt nämlich die nominativendung (vgl. vin, son, mun neben vinr freund,
sonr söhn, miinr sinn u. dgl.)
Anm. 2. Die oben erwähnten kürzungen können auch dann ein-
treten, wenn die geminata aus dem auslaut eines Wortes und dem anlaut
eines folgenden besteht, z. b. þákua{ti) ^at Blindr 'dann sprach so B.',
drepi{t>) d'd tötet sie, pykki tSér aus ^ þykkiti (got. þugkeiþ) der (per) 'es
scheint dir', fí(ð") Öat {at pat, s. § 192, § 176) 'dass es', tóko{m) mér (mit)
'wir (zwei) nahmen', pœi{ni) mon 'in dem masse', vé{r) röm aus vér erom
(§ 135 anm. 2) 'wir sind'.
§ 226. Nach langem starktonigen vokal (oder
diphthong) wird auslautende geminata in isl. hdschr. nur
ganz ausnahmsweise (sporadisch) verkürzt, z. b. piönin)
knecht, 3. sg. präs. skin{n) leuchtet, is{s) eis, laus{s) los, vis{s)
weise, 3. sg. präs. frýs{s) friert, slól{í) stuhl, sœl(l) glücklich,
heil{i) gesund, piór{?-) stier, skir{r) klar u. a. schon um 1200
(s. Gislason, a. a. o.), fälle die wol sämmtlich auf Übertragung
aus formen mit lautgesetzlich einfachem konsonanten (wie acc.
128 § 227. 228. Konsonantenschwund im anlaute.
sg., 1. sg. präs. 11. dgl.) beruhen können. Dagegen in anorw.
(bes. ostnorw.) hdscbr. ist diese kürzung durcbaus regelmässig
(s. Wadstein, a. a. o.), z. b. ntr. brat zu b?m(^r hastig (aber sali
zu sat^r wahr), vis weise (aber koss kuss), krös (vgl. ahd.
chrüzf) neben kross kreuz.
Anm. 1. Ueber das unklare intervokalische t sta.it tt aus ht s. § 209
anm. 1. Ueber sonstige fälle von Vereinfachung intervokahscher geminata
nach langem vokal s. Wadstein, s. 120.
Anm. 2. Fälle wo eine geminata nach kurzem starktonigen vokal
verkürzt worden zu sein scheint, beruhen wol auf analogischer Über-
tragung, z. b. .3. sg. präs. selten skil, fœr {fer), les statt sJcill (skih')
scheidet, fœrr (ferr) fährt, less liest, wol durch entlehnung aus der 1. sg.
präs. Unklar bleiben kysa (so immer in St. Hom.) neben kyssa küssen,
þaka (so immer in Cod. AM. 045,4") neben pakka danken.
IV. Uebrige lautgesetze der konsonanten.
A. Wegfall von konsonanten.
1) Im anlaute.
§ 227. Wo durch synkope einer unbetonten vorsilbe
(§ 131) eine unaussprecbbare konsonantengruppe entstehen
sollte, schwindet der anlautende konsonant, z. b. &^<rð> aus
'^g{a)fjurbiR (got. gahaúrþs) geburt u. a. Vgl. prät. suceip (sueip)
aus '^s{é)srvaip einhüllte u. dgl.
§ 228. w ist schon vorliterarisch in folgenden fällen fort-
gefallen :
1. Vor 0, ó,u, Ú, y, tj, fí, 6, vor / und vor r, wenn einer der
w- ÖTvi . genannten vokale darauf folgte (s. Bugge, Ant. Tidskr. f. Sv.
^ Ihk . X, 265), schon um 800, z. b. 3. sg. präs. orte (schon Sölvesborg
.dv -fi)u^e< ?tfe urli, got. rvaurlüd) machte, ormr (got. waúrms) schlänge, ort)
íXmI Ca^ (?t(cU wort, Obenn (ahd. Wuolan) vater der gotter, ull (got. ivulla)
ituhU) wolle, iil/r (noch Räfsal gen. -wulfs) wolf, opa (got. wöpjan)
csßxtcleU schreien, yrlda (got. waúrkjari) machen; lilr (got. wlils) färbe,
Uta (ags. wlilan) sehen, hmdr hain (Lidén, Beitr. XV, 521 f.);
rola (ags. rvrolaii) aufwühlen, rogia (as. rvrögian) vorwürfe
machen, rag streit, ros kenn (zu got. gawrisqan) gereift.
Anm. 1. Nachdem w zu v geworden ist (§ 194, § 197), kann der
in vielen Wörtern bestehende Wechsel zwischen formen mit und ohne
V in der weise beseitigt werden, dass v überall eingeführt wird, z. b.
vinna ausfüliren, prät. vann, pl. unniim, -om, später vunnum, part. prät.
unninn, -enn, später vunninn; part. prät. ordenn, später vor'd'inn zu verÖa
§ 229. Konsonantenschwund im anlaute. 129
(anorw. vœrd'a) werden ; prlit. óx, später vóx zu vaxa wachsen. Beispiele
zeigen sich gegen das ende des 13. jahrhs., am frühesten in anorw. hdschr.,
dann aber auch in isl. hdschr,, wo aber diese erscheinung immer ziemlich
selten bleibt.
2. Später aucli vor r in den übrigen Stellungen, z. b. ræit5r,
reibr (aschw. vreþer) zornig, reka (aschw. vrceka, got. rvrikan)
treiben, rangr (asebw. vranger, engl, wrong) falsch, rata (got.
wratön) wandern, rist (schwed. vrist) rist, risi, -e (vgl. as. rvrisi-
lík) riese, rit5a (aschw. vrtþa, ags. wriban) dreben, riia (ags.
Tvritan) schreiben, rát5e (vgl. ags. wré(3, got. rvreiþus, d. b. "^wreþus)
ferkel.
Anm. 2. Noch im 10. jahrh. ist w in dieser Stellung nicht fort-
gefallen, wie bewiesen wird durch gedichte, die zu dieser zeit verfasst
worden sind, wo Wörter, die später mit r anfangen, durch die alliteration
mit solchen Wörtern verbunden sind, wo iv als v auch später bleibt; z. b.
þrymskuíða: [TTJmðr vas (pd) Vingpórr, es (hann) vahiad'e, u. a. Noch
später als auf Island schwand iv in Norwegen, und hier später im süden
(wo noch heute tvr als vr in vielen dialekten herrscht) als im westen und
norden.
Anm. 3. In anorw. hdschr. seit dem 13. jahrh. kommt es einigemal
vor, dass statt Wegfall von iv metathesis von lu und r eingetreten ist,
z. b. ruœidi (gewöhnlich rœidi) zorn. Auch giebt es in der isl. -anorw.
literatur einige seltene fälle, wo nicht w sondern r fortgefallen ist, z. b.
vd (sehr selten; gewöhnlich rq, ró, rd] aschw. vrä) winkel, -yeina wiehern
(vgl. aschw. vrenskas wiehern, isl. reine hengst), veit (neben reitr, aschw.
vreter) streifen, vangr (gewöhnl. rangr, aschw. vranger) falsch. Vgl.
Noreen, Arkiv VI, 303.
§ 229. Im anorw. schwindet h (d. b. tonloses /, n, r,
s. § 177, 2) schon vorliterariscb vor /, n, r, z. b. lutr (isl. hlutr)
teil, niga (isl. Imiga) sich neigen, rœinn (isl. hreinn) rein.
Anm. 1. Die alliteration der ältesten anorw. gedichte zeigt, dass
im 10. und 11. jahrh. h noch dawar; andererseits fehlt es bei Theodoricus
Monachus (um 1175). In dem dialekt der Orknöer bUeb es wenigstens
bis ins 13. jahrh. (s. Vigfusson, Eyrbyggja S., s. XXXV).
Anm. 2. Auch in isl. hdschr. des 13. und 14. jahrhs. finden sich
einige beispiele von dem wegfall des li vor Z, n, r (s. z. b. Bugge, Norr.
Fornkv., s. XII und 446; Gering, Isl. Æveut. I, XX).
Dagegen fehlt sporadisch — sowol in isl. als anorw.
hdschr. — anlautendes h vor vokalen; so z. b. oft in St. Hom.,
in Agrip u. a.
Anm. 3. Dieser Unsicherheit des anlautenden h verdankt wol das
bisweilen zugesetzte unetymologische h (§ 247, 4) sein dasein.
Noreen, Altsl. gramm. 2. aufl. O
130 § 230. Kons.-schwimd im anlaute. § 231. 232. Im in- und ausl.: fi, ð,
§ 230. ^ei^ 1300 schwindet im isl. g vor n, z. b. Jji}naga
nagen, {g)neisti funke.
Anm. Die schon früher (und auch anorw.) auftretenden nógr hin-
reichend, Uhr gleich neben älteren gnögr, glikr sind wol selbständige
bildungen ohne das präfix ;^a-.
2) Im in- und auslaute.
§ 231. f) ist — wo nicht association hindert — vor-
literarisch vor 21 (ehe dies synkopiert wurde) geschwunden,
z. b. bión^ (ags. oeofor) biber, hlörr (lat. fíbrd) streifen, taur
^lauDur, vgl. ahd. zoubnr) neben gewöhnlicherem taufr (nach
den synkopierten kasus) Zauberei, haukr (ahd. habuh, ags.
heofoc) habicht, niöl (ags. nifol, ahd. nehul\ vgl. isl. nifl aus
'^nfoil) finsternis, siau sieben, Ghi/d, -e (^GiDuki, vgl. ahd. Gihihho)
ein Personenname, lörvik (aus ags. Eoforrvic) York, ýrinn, -enn
{^a\)urlnR, Vgl. ahd. uhur^ neben yfrinn, -enn überschüssig, zahl-
reich, siöle (vgl. mhd. un-sivel unfreundlich) eine benennung
des fürsten, anorw. (selten) œllbiftí (kontaminiert aus "^œlliu =
œll'rfu elf und ccllifti) elfte, Jianss schädel (zu hofo(5, liafu(5
köpf), präfix au- {^alm-, gr. anv = ajio) ab- in anvirt) (ags.
æfnnjrd) verächtlicher mensch, aukuisl, -e entarteter mensch,
aulancle landflüchtiger, auvisU, -e schade, präfix aur- (ahd. abur-
zurück, gegen) in aurkunnask entarten, aurvnse einer der wieder
zum kind geworden ist (vgl. schwed. rase hübe), aur gate
empfang {zn gefa) u.a.; ferner haus i r herbst^ «wwr unglücklieh,
über welche s. § 240, 2. S. Noreen, Arkiv I, 163 f, VI, 310 ff.
VtrT-í'. 6". 'H. lAt § 232. ð (altes oder nach § 176 aus p) schwindet spo-
radisch vor r, n, z. b. Górðt)r {Got)r.ot^r) Gottfried, Gýritir
(Gu(^ri(^r), Þrý{b)rekr, Mórekr (ahd. Möderih), /Járekr {^Bgbrikr,
ahd. Paturlh), Frirekr {Frit5rekr) Friedrich, Þió{p)rekr Dietrich,
{H)ró{p)rekr Roderich, á{(i)r vorher, iúr euter, ncra {nebra)
weiter nach unten, yr, ijr (yt^r) euch, iýriír i^lýbrétir) gesetz-
r w ^J liches verbot, pl. huårer zu hua<)arr (gewöhnl. analogisch hucirr)
^*^ wer von zweien; Skåamj, -ey (ags. Scedeni^, lat. Scadinavia)
Schonen, llœinir, Heiner einwohner der Hœu)mork, grcein, grein
zweig zu grœit^a, greiÖa aussondern, lionar männer zu hjiir
leute, rfiynir, reyner sperberbaum zu rau(5r rot, pl. troner
{trobnei^) zu trobcnn getreten. Beispiele schon bei Þióðolfr
(um 900). Vgl. Bugge, Ant. tidskr. f. Sv. V, 41, Ilingen i Forså
kirke, s. 56, Arkiv II, 212 f, 218 f., 246 ff.
§ 233. 234. Konsonantenschwund im in- und auslaute: ^, h. 131
Anni. Ganz ausnahmsweise ist ð vor anderen konsonanten ge-
schwunden, z. b. in ó{p)liijr, -Zcí/r wütend, gó{ti)lujr, -legr schön, {H)r<){'d)-
mundr, {H)ró{'d)biartr, Fäfner (§ 181), bófúra neben hoöfara brilnne (vgl.
Noreen, Arkiv VI, 318).
§ 233. 1. Auslautendes g ist wol schon uvnordiscb zu h
geworden, welches dann weggefallen ist (vgl. § 234), z. b. präs.
md zu mega können, prät. þá zu þiggia (aus */>/^/Vz § 220, 1)
empfangen, ^ró zu draga ziehen, sie (*i/ä?/g- § 95; analogisch
wider stœig, steig) zu siiga steigen, lö {^Igug § 96; anal, loug,
laug) zu liúga lügen, inf. óask sich furchten nach präs. akt.
*ó (got. ög).
2. Inlautendes g ist ohne ersichtliche regel fortgefallen in
Zusammensetzungen auf -gisl, -gisl (§ 114, 3), -gils (§ 249, 1),
gœirr {-geirr), -genge, z. b. At)isl , At)ils (alt Abgiis), Auisl
(selten) neben Au(5gisl (ags. Eädgils) ; {H)röarr (ags. Hróiígár),
Þórarr (Þorgeirr), J/'arr (air. Imliair), na f arr (ahd. nahager)
bohrer (vgl. § 57, 4, b); væring i , -e (ags. rvœrgenga) fremdling,
Söldner, foringi, -e (ags. foregniga, got. faúragaggja) vorsteher,
lanzofringi, -e vagabond, auorw. unniyigi, undingi (ags. úbgenge)
entwischter sklave (s. Bugge, Arkiv II, 224 f.).
Anm. 1, Wenigstens in den namen auf -isl ist der wegfall schon
urnordisch, z. b. ;icc. sg. Hahaisla (Möjebro) == aschw. Haisl (Rök).
Aum. 2. Unklar sind iartœin, -tein Wahrzeichen neben iarte{i)gn
(später iarteikn, selten iardteihi, hiartegn, iargtegn, iartign, avtegn; vgl.
Wadstein, s. 60), anorw. sgn saka neben sggn (sgkn) saka 'unschuldig',
fo{g)uti (fogiitti, folgiiti, fuviti u. a.) vogt und die vielen Zusammen-
setzungen auf -{Ji)iVd, -i/t) neben -{li)ugd, -gg'd', z. b. munüt) {-u()', -ugd,
-ygta, -Imgti) heisse liebe, ást{li)úd liebe, íllúd bosheit (vgl. Bugge, Beitr.
XllI, 508). Ueber adv. auf -la {*-leJia) neben -liga, -lega s. § 251, 3.
Anm. 3. Gegen das ende des 13. jahrhs. wurde g vor kons, i nicht
mehr ausgesprochen, wie aus Schreibungen wie gyiar statt gi/giar zu gggr
riesin, pyglar statt pijiar zu þýr magd, hlcgia statt hlcéia decke, orcnœgiar
statt Orkneyiar die Orknöer u. a. erhellt.
§ 234. h ist überall fortgefallen (inlautend vor 800, aus-
lautend etwas später), z. b. o, pl. är (got. ak-a, ahös) fluss, siá
(got, sai/van) sehen, feia (got. filhan) verbergen, prät. fal (urn.
falah Björketorp), for furche, fá (got. fühan) bekommen, fé
(got. faihii) vieh, prät. fát)a (urn. failiitio Einang) schrieb,
pi'äs. å (urn. aili Fonnas) besitze, -t, malr (ahd. malaha) sack.
In Zusammensetzungen wird li natürlich oft durch association
erhalten; doch kommen auch oft lautgesetzlichc formen vor,
132 § 235— 23t. Konsonantenschwund im in- und auslaute: i, k, l.
z. b. aiQi)œfe gebärde, ør{Ji)éfe küste ohne hafen, ðr{h)óf un-
menge, aust?^-, vestr-, nort5r{h)alfa östlicher u, s. w. weitteil,
œlsk{h)ugiy elsk{h)uge liebe, afr{h)endr vollendet, Hk{h)amf% -me
korper, frials (vgl. got. freihals) frei, Gimle Wohnort der seeligen
(zu hlé obdach), gullab (gullhlab) goldenes band, brullaup (alt
und selten brút^hlaup) hochzeit, æiii-, ein(fi)ar^7- zuverlässig,
vari)(h)ald wache; ferner eine menge von personennamen, z. b.
lllugi, -e (zu hugi, -e), Nibu(3r, -obr (gen. -at)ar zu hobr\ ags.
Nibhad), Móæibr, -eit)r, Bandeibr, Arn{h)eit)7^ (zu hœi^r, heiter),
Bgduildr, Inguildr, Grm{h)ildr (zu hild?"), Siguatr (zu huatr)
und besonders die vielen auf -arr (zu hcerr, herr), z. b. Gunnarr
(ahd. Guntheri), Ottarr (ags. Óhthere), Harr (alt Häarr).
§ 235. Konsonantisches / ist tiberall ausser vor a, å, o, 6, g, 6,
u, Ú nach kurzer silbe fortgefallen, z. b. 2. pl. präs. vœlít^, veleb
(got. waljiþ), 2. sg. präs. vœlr, velr zu vœlia, vella wählen, vill,
-e (gen. vilia) wille, hœdr, bebr (acc. sg. bœb, aber gen. pl.
bcebia, dat. pl. bcebium) bett, gen. pl. kirkna zu kirkia (vgl.
§ 204) kirche. In alten gedichten zeigt sich noch bisweilen i
vor æ, Jd, z.b. nom. pl. part. präs. dyliœndr verneinend, hyggiœndr
denkend, vini-øy Weideland am wasser u. a. (s. Sievers, Beitr.
XII, 486, Z. f. d. Phil. XXI, 104 note). Später kann lautgesetz-
lich erhaltenes i durch analogie schwinden, z. b. mit){i)aldre
'von mittleren jähren' (nach inibr mittlerer), skægg-, skegg{%)old
kriegerische zeit (nach skœggðx 'securis barbata' u. dgl.). —
Durch dissimilation ist i geschwunden in siautän, selten sautián
(seytián) neben siautián siebzehn (Gislason, Aarbøger 1879,
s. 161; Noreen, Arkiv VI, 331 f.).
Anm. Ueber das scheinbar erhaltene i nach langer auf ^, g, k
endenden silbe s. § 204.
§ 236. k kann vor sk durch dissimilation schwinden, z. b.
prät. pass. lau(k)sk schloss sich, tó{k)sk nahm sich, fe{kk)sk
(vgl. § 224) empfing u. dgl. (s. Wadstein, s. 139), gri{k)skr
griechisch, haljöy{g)skr aus Hålogaland stammend.
§ 237. l schwindet dialektisch im anorw. vor labialen
konsonanten, z. b. 3. präs. konj. (runisch) hiabi (Aardal, Bygland),
d. h. hiåpe (hialpe) helfe, üfaldl (Hoperstad) statt ulfalde kamel,
Þó{l)fr ein personenname, háfsáld, -sælda halbes mass, Am-
{Alm-)daler ein ortsname. Hörn- {Holm-)slœinn ein personen-
§ 238. 239. Konsonantenschwund im in- und auslaute: m, n. 133
name; vgl. umgekehrte Schreibungen wie þiolfr st. þiófr dieb.
— Shetländisch ist Hiatland (schon 1226) st. Uialtland (s. Wad-
stein, s. 67 f. note).
Anm. Ausnahmsweise kann Z, sowol isl. als anorw., im unbetonten
auslaut nach vokal schwinden, z. b. hcelzti{l) allzu, nokkurstiil) 'ein
bisschen zu', ska{l) soll.
§ 238. m schwindet:
1. In urspr. auslaut, z. b. frá (got. fram) 'von' (vielleicht
noch mit lautges. inlaut. m in St. Hom. framhœrr neben fråbcerr
'ausgezeichnet').
2. Vor (urspr. tonlosem) f z. b. fifl 'riese, tor' neben
fimbul- 'riesen-', toft {toft § 114, 4) 'bauplatz' neben tomt, beides
aus "^tumft- (ahd. zumft) und dies wol aus ^tumþ- (vgl. got.
-qumþs, ahd. kymft); fim, fimm (got. fim f) fünf hat sich nach
fimti, -e (got. fim f ta), fimtán u. a. gerichtet (s. Noreen, Arkiv III,
39 f. note).
3. Vor s, z. b. lass (^lamsaR zu isl. lom, lat. lamlna, s. Noreen,
a. a. 0., s. 13) riegel.
§ 239. n ist in folgenden Stellungen fortgefallen:
1. Vor k, wo die laute durch synkope zusammentreffen und
nicht association oder gelehrter einfluss das n erhält (dann als
gutturalen nasal), z. b. Åke (ahd. Anihho\ Hake (ahd. Hannihho)^
dijkr {dynkr zu dij^) lärm, múk?^ {munkr, lat. monachus) mönch,
kan(n)úkr {kanóke, kanunkr) canonicus, pl. pikisdagar (vgl. lat.
pentecoste) pfingsten (vgl. Bugge, Ant. tidskr. f. Sv. X, 42 note);
aber scchika verzögern zu sœinn spät, Suceinki zu Suceinn u. s. w.
2. Vor / nach starktonigem vokal (vgl. § 207, 4), z. b.
Åle (ahd. Analo)^ Öle (latinisiert Anulo § 73, 2, c), Ålæifr, -lei f r
(air. Amlaih, ags. Anla f), Olaf r, Ålof, Gró{n)land, Gréland {Gren-
land)^ mel i^minnl-, '^-minþl-, ags. midl, ahd. mindil) mittelstück
des gebisses.
3. Vor r, z. b. lérept (zu lin) leinwand, pl. of^er (§ 83, 1)
unsre, åsit þór{e) zn ponarr (alt und selten, s. Sijmons, Edda I,
XIV; gewöhnl. analogisch þórr) der donnergott, anorw. himi{n)-
riki himmelreich.
4. Vor s, z. b. häss (nhd. banse) kuhstall, fiiss (ahd. funs)
willig, gas gans, ost (got. ansls) liebe, áss (got. ans) balken, es
(vgl. lat. ansa griff) schuhloch, rqs (vgl. got. runs) lauf, vås
(ags. was) Strapaze, ^ss, es (got. unsis)^ oss, ós uns, ósk wünsch,
\
134 § 240. Konsonantenscliwimd im in- und auslaute: r.
ÓSS (vg-1. got. Ansi-ivulf Vi. dgl.) gott, Batatoskr (§ 83, 1) mytisclies
eichhom, iöft, toft bauplatz (s. § 83, 1), r^ysi, hreyse Steinhaufen
zu {li)raun Steinboden, pi{n)sl peinigung zu pina peinigen, /los (zu
got. hansa, s. § 106, a) Viehhof, anorw. rcei{n)son reinigung zu
rœinn (isl. hreinn) rein, isl. vistre (selten, z. b. St. Hom.) neben
vinstre (aus urspr. '^'vinistr-, "^véstr- ausgeglichen; vgl. schwed.
vänster, dial. wister) der linke, pl. Jw{n).m (aus nom. *hénis7i, gen.
hósna; vgl. høns § 250) htihner, Mo{n)st?^ ein Ortsname.
Anin. 1. Uro. Asugisalas (Kragehul) beruht wol auf verkürzter
Schreibweise (st. Ansu-). Dagegen für Asmu[n]t (Sölvesborg c. 750) dürfte
Schwund des n schon anzunehmen sein.
5. Vor w, z. b. ivibia hexe (vgl. as. inwid bosheit), ýr (alt-
preuss. invis) eibe, Ifarr i^hiwårr < "^Inu-^^aiRan, air. lehnwort
Imhair, ags. hiwcer) ein personenname.
6. Im urnord. auslaut (auch wenn in urgerm. zeit noch
ein konsonant folgte), z. b. á (urn. an Tjurkö) an, þá (got.
þan) dann (vgl. meban = got. miþþanei während), i in, inf.
binda binden, 3. pl. präs. ind. binda binden, acc. pl. daga (got.
dagans) tage, þá (got. þans) sie, die, tuá (got. twans) zwei,
gen. dat. acc. sg. hana (vgl. urn. gen. ÞrayviTdan Tan um, dat.
-halaiDan Tune, got. acc. hanan) hahn, gen. dat. acc. sg. tungu,
-0 (ahd. zungün) zunge.
Anm. 2. Wo n im urnordischen durch einen auslautenden vokal
geschützt war, bleibt es, z. b. acc. sg. blindem (got. blindana) blinden,
ceinn, einn (got. ainnö-hun) ein. Sehr auffallend fehlt jedoch n in zwei
hierher gehörigen fällen: 3. pl. konj., z. b. präs. bere (aber aschw. bcerin,
got. bairaina), prät. bcéíx (aber aschw. bärin, got. bereina) und nom. acc.
pl. der schwachen neutra, z. b. augu, -o neben seltnerem anorw. augun
(aschw. øghon, got. augöna) äugen. Zur erklärung s. Noreen im Grund-
riss I, 517 u. 495 (anders Kock, Beitr. XV, 244 if.; noch anders Holthausen,
ib. XI, 555).
Anm 3. Die präfixe ö-, ú- (got. un-) 'un-' und si- (got. sin-) 'immer-'
sind vor k, l, r, s, iv (f?, h?, in?) eines späteren Zusammensetzungsgliedes
lautgesetzlich (s. 1 — 5 oben und anm. 4) entstanden und von da aus ver-
allgemeinert worden. Vgl. das lautgesetzliche Gest-umblinda (§ 202, 1)
neben úblindr nicht blind.
Anm. 4. Ob n lautgesetzlich auch vor m schwindet? Wenigstens
hat St. Ilom. pole{n)mød'e geduld, -mödlega geduldig.
§ 240. r (urn. r) schwindet:
1. Vor n, t in schwachtoniger silbe, z. b. acc. sg. m. annan,
ntr. annat zu anyiarr ein anderer, okka{r)n, -a(i-)t zu okka?T
uns beiden zugehörig, ykka{r)n, -a{r)t zu ykkarr euch beiden
§ 241 — 243. Konsonantenschwund im in- und auslaute: r (r), s, t. 135
zugehörig, y'6ua(r)n, -a(r)t zn ybuarr euer, nokko{r)n zu nokkorr
irgend ein. Die r-formen beruhen auf analogiseher neuerung
oder wie in kofa{r)n schoosshund auf starkem nebenton.
2. Sporadisch vor w um 800 (s. Noreen, iVrkiv VI, 303 ff.),
z. b. Þóolfr, Þólfr neben Þórolfr i^-wolfR), Þóo7^t)r {^Þórwgrt)R
§ 127), Þórbr neben Þorvarb?^ (nach gen. -varbar), Ey{r)ve7idell
(ahd. örendií) , naumr i^narwumR, vgl. as. naru, ags. nearu)
eng. Ebenso vor f), wo dies (zunächst wol in tv übergegangen)
vor u schwindet (§ 231), z. b. aurm^ i^arDumR) neben armr
(*ardfn-) elend, hauslr i^harhuslR, vgl. ahd. lierhist, ags. hœrfesi)
herbst.
3. Durch dissimilation (schwankend) in z. b. F{r)irikr, -rekr
Friedrich, fyri{r), -e(?^), firi{r), -e{r) vor, für, my{r)kr finsternis,
dia{r)fr kühn u. a. (vgl. Wadstein, s. 140).
4. Sporadisch in der anlautenden Verbindung wr-, s. § 228
anm. 3.
§ 241. r (urn. r) schwindet:
1. Vor s, z. b. 3. sg. präs. ind. pass. kallask aus *kaUaR-s{í)k
wird genannt; sporadisch auch vor I, z. b. anorw. Gœilaugr zu
gœirr i^gaiRaR) Speer.
2. Durch dissimilation häufig in Krisi{r) Christus, selten
in andern nominativen auf -r, z. b. anorw. styrk{r) stärke, friÖ{r)
friede, burb(r) geburt, fyrst{r) erst, vcerstif) bösest (Wadstein,
s. 140).
3. Im ostnorw. sporadisch nach dem svarabhakti-vokal a
{œ), z. b. Gu6lœ\fœ (schon 1349) = isl. Guhleifr.
§ 242. s fehlt bisweilen durch dissimilation auslautend
nach st, z. b. gen. sg. (vorzugsweise anorw.) Krist{s) Christus,
hœslis) pferdes, prest{s) priesters, mcesl(s) meist (Wadstein,
s. 141). Ob Schreibungen wie Kriz (oft in St. Hom.), prez die
ausstossung des ersten s angeben? (vgl. jedoch § 245, 10, § 247
anm. 4).
Anm. Ueber vermeintliche fälle, wo intervokalisches s fortgefallen
sei, s. Noreen, Arkiv IV, 110 note.
§ 243. / fehlt bisweilen durch dissimilation auslautend
nach z (d. h. Is), z. b. hœlz(í)^ helz{l) am liebsten, sizij) am
wenigsten, 2. sg. prät. ind. léz{t) liesst, vcciz{l), veiz{t) weisst
(vgl. Gering, Isl. Ævent I, XIX, XXIII). Vgl. § 247 anm. 4.
136 § 244. 245. Kons.-schwund im in- und ausl.: u {w), mittlerer kons.
§ 244. ÍV (kons, u] ist während der vikingerzeit in den
meisten Stellungen fort^'efallen, nämlich vor_den vokalen o, o,
ji^_?<jnid deren^ umbt^^ 0, ó, vor konsonanten, nach
^hwachtoniger silbe, nach starktoniger langer silbe, die nicht
auf guttural endet, und (später als im injaut) im auslaute, z. b.
dat. pl. volum, -om zu volua Wahrsagerin , sorg (ahd. sworgd)
kummer, hol (got. hötd) drohung, hoste (ags. hwösia) husten, sporr
(pl. spotmar, -far) Sperling, prät. song zu sxjngua singen, sær (got.
- saiws), acc. sg. sce (pl. scefar) see, Haraldr (^HarwaldR mit haupt-
toniger ultima), Noregr (auch Nóregr^ selten Norvegr nach vegr)
aus ^NorbrwegR (mit hauptt. ultima) Norwegen, Þyri (§ 83 anm. 2),
otta (got. Tihtwö) frühe morgenzeit, benda (got. hand?vjan) an-
zeigen, {H)róaldr {^HróbwaldR, schon Vatn RhoaltR), Ärnaldr,
I ^ Ingialdr, kaupangr Stadt zu vangr feld, hceihjndi, heilynde (vgl.
.. c<rw^.rt j ags. hálwynde adj.) gesundheit, hart^indi, -e (vgl. ags. heard-
'/ .\ wende adj.) härte, /ii'i-, leibindr (ags. lab wende) langweilig u. a.;
**T* ,, '^ ♦>..> auch vor konsonantischem /, z. b. hiol i^lmiol, ags. Äw;6?W rad,
\ ( \njuA ) *"^"^^ ('^^®- -^'^^^0 schaar.
i(U (bCí^) Anm. 1. Vereinzelte fälle, wo der wegfall des w nicht aus der
/ obigen regel zu erklären ist, sind die folgenden: sä (oft in St. Hom.)
/ Jrf- lip p neben sud 'so', vielleicht analogisch nach sem 'wie' in der Verbindung
j \ a, c^ ' t;{ii)ä sem 'so wie'; þerna (got. *piiüairnö?, ahd. diorna) dirne; skuggi, -c
L L /?^^ (g^t. sJmggwa) schatten.
'^[J^'L Anm. 2. Wo in folge obiger regel w nur in gewissen formen eines
j^ia ; 1^ paradigmas vorkam, ist der Wechsel oft in der weise beseitigt worden,
^^T/j ^ /T ^^^^ *^ (oder í;, f, s. § 194) analogisch hergestellt worden ist, z. b. dat. pl.
jr^\ spprfum statt älteren spgrum, -oni zu Sj9^rr Sperling, prät. suór statt soV
' ^^'■^ zvi suceria, sueria schwören, mdfr statt mdr, ma> (nach pl. rndfar) möwe, dat.
sg. f. gprfri, -e zu gprr (nach acc. ggrfd) fertig. Umgekehrt ist id bis-
weilen analogisch ausgestossen worden, z. b. kœfia, kefia statt älteren
kuœfia, kuefia (nach prät. kóf) niederdrücken, k{u)afna ersticken, ydarr statt
y'ö'iiarr (nach dat. ytirum, -om) ihr, gata statt *ggtua (got. gatwö) nach gen.
^aííí, ýííío gasse, s^^í^Za schwalbe, ímra theer, /lara strandwasser (s. § 79
anm. 2), mý{f)ill, -ell {mýll) ball nach pl. mýlar. Ueber ddenn tot, Þrdenn
ein Personenname s. Noreen, Arkiv I, 156; über pde {ht. pavo) pfau, de
urgrossvater {lé sichel u. a.) s. Schagerström , ib. III, 138 note, Läffler,
ib. III, 188 f. — Zusammensetzungen behalten natürlich besonders oft das
w nach analogie des simplex, z. b. Bpgnvaldr, Asvaldr, ÞrúÖvangr (um-
gekehrt Lœik{v)angr name einer norweg. Stadt nach kaupangr Stadt).
§ 245. Wo durch synkope, Zusammensetzung oder sonst
eine aus drei konsonanten zusammengesetzte gruppe ent-
steht, welche sonst nicht der spräche geläufig ist, fällt der
§ 245. Schwund eines konsonanten zwischen anderen. 137
mittlere konsonant fort, wo er nicht durch association erhalten
wird:
1. h fällt z. b. in kum{h)l grabhügel, gen. dram{b)s zu dramh
(das) prahlen.
2. d, z. b. frcen(d)kona muhme, pl. sy7i{d)gir, -er zu syndugr,
-ogr sündig*, van{d)lega sorgfältig-, hal{d)knœmr nützlich^ pl. hal{d)-
ner zu haldenn gehalten, slenguan(d)'baugi, -e ringvergeuder, Vel-
lan(d)katla, Hengia7i[d)kiapta u.a. (Falk, Beitr. XIV, 42); besonders
häufig in dem präfix and-, z. b. an[d)mai'ke fehler, an{d)suar ant-
wort, an{d)skote gegner, an{d)spiall gespräch, an{d)lit antlitz, an(d)-
U'it tod, an{d)nœs, -nes Vorgebirge, a7i{d)styggr hässlich u.a.; ferner
häufig wo d zwischen zwei / oder zwei n kommt, z. b. mU(á)lega
sanft, vcral[d)legr weltlich, œl{d)lcgr, el{d)legr feurig, pl. l)un{d)nir,
-er zu hundinn, -enn gebunden, hlan(d)ner zu hlandenn gemischt.
3. ð, z. b. in Vin{t))land, norrøn (ahd. nordröni) norwegisch,
Dömarr (ahd. Domard), veurr, -orr {*?réwgrbr § 127) beiname
Thors, Noregr (§ 244, § 225, 3) Norwegen, har{b)la sehr, iar{by
legr irdisch, skur{^)got) götzenbild, sür{^)na steif werden, pl.
or{b)ner zu ort)enn geworden, dat. oi\tí)gom zu or{tí)ogr heftig,
ver(b)gangr bettelei, u. a.
4. Tönendes f (p), z. b. in ]mr{f)nask bedürfen, anorw.
hœl{f)nmgr hälfte, hæl da- neben hœlfbar-land stück land von
gewisser grosse. Tonloses f, z. b. in fimti, -e fünfte, tomt (vgl.
§ 238) bauplatz, Ianzskial{f)te erdbeben, Sigr/)br {^Sigr-/rðbr),
Gccir-, Geirr-øbr, Gab-, Gu^rs^r Gottfried u. a. namen auf -(f)ro^r
(vgl. Ballfr-øbr u. a.), Sigrit5r, GuÖrtbr, ÞuriÖr (Pur -fr ib r),
Ragn{f)ri()r u. a. auf -(f)ribr (vgl. Arnfrit5r u. a.).
5. ^ fehlt sehr häufig in den synkopierten formen von
morgonn (morgemi) morgen, z. b. dat. sg. mor{g)ne, nom. pl.
mor{g)nar\ ferner z. b. in Ber{g)dórr. In ntr. mart (so überall
in den ältesten isl. hdschr., sehr häufig auch in älteren anorw.
hdschr.; später tritt margt, markt auf) zu margr 'mancher' ist
es wol zunächst der tonlose spirant, welcher fortgefallen ist.
Explosives g fehlt in œnskr, enskr (sehr selten engskr, vgl. 7 unten).
6. k, z. b. in ntr. hceis{k)l, heis{k)t zu hœiskr, beiskr bitter,
mialtir, -er (vgl. miolk milch; doch vielleicht aus "^rnialht-, § 255)
das melken, gen. vœr{k)s, ver{k)s zu vœrk, verk werk, hœi7ns{k)-,
heims{k)legr von törichter art, fyl{k)s7ii, -e versteck, anorw.
Meirtalr {*Myrk-dalr), kir{k)messa kirchenfeier.
138 § 246. Einschub von konsonanten.
7. /, z. b. in kar(i)ma(5r (wonach sehr selten kar statt kari)
mann, gen. iar{l)s zu iarl jarl, œ7i{g)skr, en{g)skr aus "^œngipjskr
neben unsynkopiertem œngliskr englisch; besonders oft in prät.
i)x{l)ta zu óxla vermehren, sýs{l)ta zu sijsla verrichten, part.
prät. vix{l)tr zu vlxla wechseln.
8. n, z. b. in bcer{n)-, ber{7i)ska kindheit, 3. sg. prät. gi7\n)iisk,
-esk zu girnask verlaugen, ol{n)hoge ellenbog-en, ntr. iam{n)t zu iamii
(analogisch sehr selten iam) eben, iam{n)húinn, -enn 'ebenso
bereit', gen. vaz (so immer in den ältesten hdschr.) zu vatn
Wasser, boz (botns) zu botn boden, naf{n)s zu nafn name^ gen.
sg. gangs {gaids) statt gagns [gatms § 184, 2) nutzen.
9. r in den verwandtschaftswörtern fæh-, fet^gar (aschw.
runisch faþrkaR, d. h. fœt^rgar) pl. t. vater und söhn, métigor
(aschw\ runisch muþi^ku, d. h. nwbr^u) pl. t. mutter und tochter,
systkin, -en (^sysírgin) geschwister, samméddr (^-møt5ri^r) von
derselben mutter, u. a.; ferner z. b. in gen. myrk{r)s zu myrkr
finsternis, fóst{r)systir, -er pflegeschwester, nom. sg. ulfgi, -e
i^ulfr-gi) 'ein wolf nicht', nom. acc. pl. kuerk{r)nar die kehle.
10. /, z. b. in hæipit)-, heip{t)giarn rachgierig, kris[t)ni, -e
Christentum, huár{t)ke keines von beiden, sys{t)kin, -en ge-
schwister, dat. þis{t)U, -e zu þistill, -ell distel, gen. hœs{t)s,
hes(t)s pferdes, I{ris{t)s Christus (vgl. § 242), fösystir (§ 225, 3)
aus föstsystir (oben 9) pflegeschwester, brixli, -e aus brigzli
(brigbsli § 183, 2, d) Vorwurf; besonders oft in den synkopierten
kasus von aptann abend, z. b. dat. sg. ap{t)ne, nom. pl. ap(t)nar.
B. Einschub von konsonanten.
§ 246. Wenigstens zu den ältesten lautgesetzen der
vikingerzeit gehört die entwickelung von ggj aus urgerm. Jj
(got. ddj) und ggw aus urgerm. rvw (got. ggw). Nach dem
urn. JSiuwila (Varde - brakteat) zu urteilen ist der tibergang
nicht urnordisch (sonst stände "^^Ni^rvila).
1. ggj z= urgerm. JJ findet sich z. b. in gen. tuœ-, tueggia
(got. twaddjé, ahd. zweiio) zu tuceir, tuelr zwei, vccggr, veggr
(got. waddjus) wand, cegg, egg (dat. pl. œggium, eggiom) ei,
Frigg (gen. Friggiar) OÖens gattin, gnœ-, gneggia wiehern, gen.
bæ-, beggia zu batner beide.
Anm. 1. Gen. priggia zu þrír drei ist (nach ausweis des got. þrije)
analogiebildimg nach tuœggia.
§ 2-17. Einschub von konsonanten. 139
2. (jgw = urgerm. ww ist vorhanden z. b, in tryggr, acc.
-gguan (got. triggws , ahd. triurvi) ÍXQW^ ol^g^ß" {gloggr), acc-
-gguan (g*ot. glaggrvus) deutlich, skuggl, -e (got. skuggwd) schatten,
skyggua überschatten, hoggva (ahd. liauwan) hauen, dogg, gen.
-gguar tau, (h)ryggua (vgl. ahd. hnuwmi) betrübt machen,
hncgginn, -enn (vgl. ags. bréowan) gebraut, hygg, dat. -,^^w/, -e
(ags. ^^'ö;í.') gerste, {h)nsggr, acc. -gguan (ags. hnéarv) karg,
{h)aðggua stossen, snøggr, acc. -gguan (vgl. got. sniwan) hurtig,
styggr, acc. -gguan missvergnügt, tyggua kauen, gyggua schreck
einflössen^ snugga schielen (vgl. ^^iwr/ drehen), gluggr licht-
öifnung (vgl. ^/ö« leuchten), ro^^ grobe haare (vgl. ags. ruh,
gen. rúwes rau).
Anm. 2. Vor einem konsonanten ist gg zu g {^??) geworden in
skygn klarsehend, skygna genau beobachten (vgl. nhd. schauen), ugla (ahd.
üivila) eule, gugna erschrecken : s. § 224.
§ 247. Wol aus späterer zeit stammen folgende fälle:
1. t wird in vielen Stellungen eingeschoben:
a) Vorliterarisch zwischen //, n7i und einem folgenden s;
statt ts wird z geschrieben (vgl. HofiPory, Arkiv II, 88 ff.), z. b.
gen. al{l)z zu allr ganz, gol{l)z zu goll gold, superl. æ-, el{l)zír
zu kompar. ællri, ellre älter; gen. mun{n)z zu munnr, mubr
mund, san{n)z zu sannr, sa<5r wahr, superl. mm{n)zt mindest,
refl.-pass. /in{n)zk es findet sich.
Anm. 1. In den ältesten hdschr. kommt noch s statt z dann und
wann vor.
b) Zwischen s und altem r (urn. r, nicht /ü; vgl. § 217),
z. b. die Personennamen Ástrábr (^Ås-rat)?"), Astii^r (noch
runisch Äsribr), hustru (ziemlich spät) statt húsfrú (das zu-
nächst nach § 245, 4 zu "^húsrú werden sollte). Vgl. Noreen,
Arkiv I, 295 ff., Hoffory, ib. I, 38 ff.
Anm. 2. In part. prät. strotienn zu serð« (wonach analogisch sortienn)
Unzucht treiben stammt dieser einschub aus urgerm. zeit.
c) In einigen anorw. hdschr. (z. b. Barlaams S. immer im
anlaut, Ol. H. leg. S. auch sonst) zwischen s und n, z. b. s{t)nüa
wenden, s{i)niör schnee, s{t)nsggr hurtig, laus(/)n erlösung,
7iiós{t)n ausforschung, u. a.
d) Bisweilen zwischen s und /, z. b. in den personen-
namen As{t)lákr, Ás{t)lœifr, -lei fr (oder ist hier association mit
äst liebe anzunehmen?).
140 § 248. Metathesis.
2. s wird eingeschoben: a) In mehreren alten isl. hdschr.
zwischen / und t wenn die gruppe ft alt ist, d. h. nicht durch
synkope entstanden, z. b. ofst {oft, opt) oft, krafslr (kraflr,
kraptr) kraft, afstr [afir, aptr) zurück u. a. Vgl. Hoffory,
Arkiv II, 10 ff., Wisén, Homíliu Bók, s. X. — b) Dialektisch im
ostnorwegischen um 1300 zwischen t (welches später schwindet,
vgl. § 213, 2) und /, z. b. litli, litsU, lisli der kleine, A tie, Atsle,
Asle ein personenname.
Anm. 3. Ob eftr (eptr) statt gewöhnl. efstr 'letzter' nur eine um-
gekehrte Schreibung ist??
3. p tritt ziemlich selten zwischen m und t ein, z. b.
lam{p)taland, ntr. skam{p)t (in St. Hom.) zu skammr kurz,
ósóm{p)t (in St. Hom.) zu ósómr unpassend, sum{p)t (in Agrip)
zu sumr irgend ein. Noch seltener sind fälle von einge-
schobenem p zwischen 711 und n, z. b. sam{p)na (in Agrip)
sammeln. Vgl. das aschw.
4. h wird nicht selten im anlaut vor vokalen (selten /, n, r)
zugesetzt, z. b. {h)elska lieben, (h)af^ von\ (h)er 'ist' (alle in St.
Hom.) u. a.; s. Gislason, Um frumparta, s. 64 ff., Om navnet Ymir,
s. 5 f., Wadstein, s. 111, Bugge, Norr. Fornkv., s. 417. Vgl. § 229
anm. 3.
5. b wird im anorw. selten zwischen m und r einge-
schoben, z. b. dat. sg. ham{h)?'e, sum{b)ri zu resp. liamarr hammer,
sumar sommer. Vgl. das aschw.
Anm. 4. Unklar ist das, besonders in anorw. hdschr., seit c. 1250 häufige
z statt s zwischen vokal und t, z. b. Aztrid'r, syzkin (vgl. § 245, 10) ge-
schwister und bes. die vielen superl. auf -aztr, ntr. az (statt -azt s. § 243)
wie diúpaztr neben -astr tiefster (aber z. b. nur flœster zahlreichster,
sitiarstr spätester u. s. w.); s. Brenner, Beitr. X, 432, Gering, Isl. Ævent. I,
XIX, Wadsfcein, s. 118, F. Specht, Acta Germanica III, 18 f., 34 f. Nach anorw.
Schreibungen wie superl. ndnadste (in Cod. Tunsberg.) zu ndenn nahe,
syt^z{s)Jnn, zu urteilen wäre wol zunächst ein ð" (d), nicht t, vor s ein-
geschoben.
Anm. 5. In lehnwörtern tritt nicht selten ein zugesetztes auslauten-
des d nach n auf, z. h.^^'^'isund (afranz. j?rmm) kerker, vend (ags. ivén) name
des buchstaben v, u.a.; vgl. Bugge, Studier I, 130 f. — Von der neuisl.
ausspräche ddn statt nn, rn und ddl statt II, rl zeigen sich spuren schon
im 15. jahrh.
C. Metathesis.
§ 248. r + vokal wird bisweilen zu vokal + r umgestellt,
z. b. hors (selten) neben {h)ross ross, bort {burt) neben brot{t)
§ 249. 250. Metathesis. 141
weg, hÍD, akarn (got. akran) ecker, ert>r (statt "^hert^r) neben
hrebr männliches glied, Garmr und Gramr mythischer hund,
Girkir , -er und Grikkir , -er Griechen, gir skr und gri{k)skr
griechisch; vgl. Noreen, Arkiv VI, 325.
Anm. 1. Gewaltsamer ist die Umstellung gewesen in fifrildi, -e aus
*fifildri (vgl. ahd. fifaltra) Schmetterling (vgl. neuisl. fib'rildi aus *fidildri
zu aschw. fiœdhal u. a.). In kokodrilliis statt crocodilus ist die Umstellung
nicht auf nordischem boden vorgenommen.
Anm. 2. Ueber anlautendes rw statt wr s. § 228 anm. 3.
Anm. 3. Die verschiedene Stellung des r in ser(ia unzucht treiben
und dessen part. prät. strotienn (anal, sordenn) stammt aus urgerm. zeit.
So wol auch in ragr : argr (ahd. arg) feige, rass : ars arsch; vgl. noch freta
furzen : ahd. f erzen, horskr klug : got. and-hruskan erforschen, horskr
schnell : ags. hrœdlíc, u. a.
§ 249. / kann in folgenden gruppen umgestellt werden:
1. sl y- Is in den namen auf -{g)isl, die gewöhnlich auf
-{g)ils enden, z. b. Þorgils, -gul, Hær-, Her glis, Abils; auch der
kurzname heisst Gils neben Gisl; neben bœisl, beisl gebiss kommt
(selten) beils vor, neben húsl sakrament, pisl peinigung auch
huls, pils (pils); das sufíix -else (z. b. in r-øy-, reykelse Weih-
rauch) aus '^-isli? (vgl. Sievers, Beitr. V, 529 J.
2. fl, f)l > lb, z. b. innylß, -e neben -ijfli, -e (ahd. innuovlt)
eingeweide, féskylfr vergeudend zu sky flir, -er Vergeuder, alfe
und afle stärke, æ-, el fa und æ-, efla (vgl. ahd. avaWn) zu wege
bringen; ebenso? kyl f a, kyfla tappen, stottern.
3. ð/ > Id (statt lb, s. § 178) schon urnordisch regel-
mässig in dem suffixe -bla-, z. b. såld sieb, skåld (Lidén,
Beitr. XV, 507) dichter, þreskoldr, -aldr, -eldr türschwelle, hcei-
muld, heimold (vgl. got. haimöþli heimat) recht, bilda beil u. a.;
ausserdem in galdr fusstapfen im schnee aus "^gabl- < '^gabb-l-
zu gaddr i^gabb-, *^aRb-, got. gazds) Stachel.
Anm. Vereinzelt stehen atial st. alati nahrung (Gislason, Aarbøger
1881, s. 224 f.), eble st. œldi, eWe leibesfrucht, gen. galgs {gagls) zu gagl
(in zsms. auch galg-) vogel.
§ 250. s erleidet selten metathese, wie in gœispa, geispa
i^gœipsa, vgl. schwed. mun-gipa) gähnen, rispa (^ripsa, vgl.
schwed. repa) ritzen, brixtli, -e {britxli) statt brigzli Vorwurf,
fylskni, -e statt fylxni (got. fuUisni) versteck; høns hühner ist
wol eher aus hónsn (§ 239, 4) dissimiliert als aus hésn umgestellt
142 § 251. Urgerm. lautgesetze: Verner's gesetz.
Kap. 8. Konsonantenwechsel ans nrgerniani-
sclier zeit stammend.
I. Spuren urgermanischer lautgesetze.
§ 251. Unter allen urgerm. laiitgesetzen ist das weitaus
wichtigste das s. g. Ver ner sehe gesetz, wonach f, p, h und
s (ausser in den Verbindungen fs, fl, lu, ht, sk, sp, ss, st) in
resp. f), b, ^ (nach nasalen resp. h, d, g) und z (d. h. tönen-
des s) übergehen, wenn der nächst vorhergehende sonant nach
der altererbten betonung nicht den hauptton trug. Bei ver-
schiedener betonung entstehen demnach doppelbildungen mit
/ : f) {b), p : ð {d), h : ^ {y) und s : z.
1. Der Wechsel f :1) ist im nordischen durch den Über-
gang / > Í (§ 185, 1) aufgehoben worden, z. b. parf bedarf:
pl. purfum, -om gegen got. parf : paürhum. Dagegen ist von
dem Wechsel mf (nord. > /' § 238, 2) : mh eine spur bewahrt in
fiß riese, tor (ags. fifel untier) : ßmhul, -ol- riesen- (in Zusammen-
setzungen wie f.-velr -winter).
2. Von dem Wechsel p : ð ist wol noch eine spur bewahrt
in dem urnord. gegensatze von HapuwulqfR (Istaby; vgl. auch
Stentofta und Gommor) und Hat)idaikaR (Strand); vgl. ags.
Heaholäf aber MWiod. Später ist aber durch den Übergang
/> > ð (§ 176, 1) der Wechsel aufgehoben, z. b. bróöer (got.
bro par) bruder wie f aber (got. fadar) vater; jedoch nicht nach I,
weil lp ja zu // (§ 215) und /ð zu Id (§ 178) geworden sind,
z. b. ballr (got. halp-s) kräftig : Baldr (ags. bealdor fürst) ; celhi,
ellre (got. alpiza) älter : aldenn alt (aldr alter u. a.); prät. (selten)
feil (got. faifalp) bedeckte : pl. feldom (wonach sg. gewöhnlich
feit aus "^feld § 180); prät. (selten) hell (vgl. ahd, halihan neben
hal tan) hielt : pl. heldom (wonach sg. helt)\ prät. oll a : olda zu
valda verursachen; guÖsjUall : -spiald evangelium; haukstalle :
-stalde vornehmer mann; anorw. hylla : hy Ida zum wolwollen
bewegen u. a. — Ebenso ist der alte Wechsel np (nord. > nn
§ 215) : nd erhalten, z. b. ßrma (got. /mpau) finden, prät.
fann : pl. fundiun, -om, part. fandinn, -enn\ sinn (vgl. got.
sinp-s) reise : senda (got. sandJan) senden; -kunnr (-kubr) :
-kundr (got -kunds) -stammend; enne BÜrn: ender ende; grunnr
(grubr) grund : grund boden; linyir (libr) lindwurm : Imdi, -e
band; rifannskinna eine vogelart : rifande kratzend; anorw. unningi
§251. Urgerm. lautgesetze : Verner's gesetz. 143
: undlmji eütwiscbter sklave (vgl. got. unþ-þliulian : afries. und-ßa
entfliehen).
3. Der Wechsel h : ^ zeigt sich im nordischen seit dem
allgemeinen schwand des h (§ 234) als ein Wechsel zwischen
formen ohne und mit g-, z. b. sh'i (got. slaJian), prät. slö : pl.
slögom, part. skvginn, sieg enn schlagen ; flä, ßo : flo gom, flæ ginn,
flegenn schinden; þuá (got. þwahan), þó : fjógom, þuœglnn,
þuegenn waschen; {li)léia (got. hlahjan), {h)ló : {h)lógom, lœginn,
hlegenn lachen; flý'ia fliehen, prät. (selten) flo : pl. (selten)
flugum, -om\ fela (got. filhan) verbergen : part. folgenn\ tioa (got.
tiuhnn) oder tijia ausreichen : logenn gezogen; tid (got. ieihan) :
anorw. auch tega zeigen, iiginn, -enn ausgezeichnet; å (got.
aih) : pl. æigum, elgom haben, æiginn, eigenn eigen; lia leihen :
læi-, leigia mieten; tiu, -o zehn : ligr zehend; hor {hår) : anorw.
auch haugr (sehr selten) hoch, /íaz^^r hügel ; her e \ hegre \^\\i^\\
lær Schenkel : læggr, leggr i^la^ia- § 220, 1) bein; lo strand-
wasser : logr wasser; prät. vå (got. waih) kämpfte : part. veg enn
getötet, Vig kämpf; sia seihen : siga sinken; prät. (sehr selten)
gné^e (St. Hom. gnøpe-sk\ got, ganohida) : gnégia befriedigen;
adv. auf -la aus "^-leha (vgl. ahd. weither, soliher und gr. -Uxoq)
neben -lega, z. b. varla : varl ega kaum u. a.; hriå (mhd. hrehen)
oder bra funkeln : braga flammen; når (vgl. gr. véxvq) leiche :
Naglfar 'leichenschiflf', nagl fare 'der zwischen leichen fährt',
schwort; ó (got. aha) fluss : Æger gott des meeres. — Der
Wechsel nh : ng tritt, weil n schon urgerm. vor h schwand,
als ein Wechsel von formen ohne und mit ng auf, z. b. få
(got. fühan) : prät. fekk (aus '^feng § 180, dem pl. nachgebildet),
pl. fengom, part. fengenn bekommen; óre (got. jTthiza) jünger,
eska Jugend : ung r jung; ró {ro) winkel : rong querband des
Schiffes; (6 (finn. lehnwort lanliut, ags. töti zähe) fest zu-
gestanipfter boden : teyigia zusammenbinden.
Anm. Weil hw unter umständen zu /wurde (vgl. z. b. fniöskr neben
hniöskr zunder, ufs, ups § 185, 2 neben ux, *uhs § 177, 3 traufdach), ist
der Wechsel Inv : ^iv (woraus teils ^, teils nach § 25;{, 1 iv) bisweilen durch
einen Wechsel /"(nord. 0 § 185, 1) : ^ wie in ofn (vgl. got. aúJins) : anorw.
(selten) ofjn ofen, ulfr wolf : yhjr wölfin, draf treber : drœgg, dregg {*dragia-
§ 2i0, 1) liefen, oder /" (nord. /y) : w wie in úfr (sskr. ul-üka-) uhu : ugla
(ahd. Fucila § 240 anni. 2) eule ersetzt worden. Sonst ist der Wechsel hw :
{^)w im nordischen gewöhnlich nicht bemerkbar, weil sowol h als auch w in
den meisten Stellungen schwinden niusste (§ 244); nur in den wenigen
fallen, wo lo (aus ^w) schon urgerm. vokalisiert worden ist, entstehen
144 § 252. Urgerm. lautgesetze : Gemination.
(vokalische) doppelformen, z. b. sid sehen : sión {'^se;^iüni-) gesicht; 6 (got.
a/i/a) fluss : -øy, ey {*agiüia-) insel, aue; huél {^^hivehiüla-, ags. hiveohl) : hiöl
{*hwe^wla- § 244, ags. hwéol) neben (nicht redupliciertem) hiiel {Viivela-,
vgl. asl. kolo) rad; tue- {*twih-) : tui- {twigiv-) zwei-.
4. Der Wechsel s : z tritt als s : r (urnord. /s; § 174, § 206)
auf, z. b. kiósa, prät. kaus : pl. kðrom {kurum, -om, an alogisch
auch kusum, -om), part. kørenn (kor enn, kosenn) wählen; friósa,
fraus : fr ør om {f rusum, -om), fr ør enn {fros enn) frieren; vesa
(analogisch vera), vas (var) : vor om, ver et (veset) sein; så säen :
prät. sera (^sezö-, vgl. got. slepan : saízlep); moeslr, mestr (got.
maists) grösster : mæiri, meire (got. maiza) grösser u. s. w. in
der komparation; ysia feuer : æim-, eim-yria heisse asche;
þysia : þyria hervorstürzen; (h)lust das äussere ohr : {h)løra
lauschen, {h)lýr wange; gœisl, geisl geissei : gceirr, geirr ger;
liiarsi, -e Scheitel : hiarni, -e i^herzn- § 208, § 223) hirn; versna
schlimmer werden : vcerri, verre (^verRRe < "^verziz-, vgl. got.
wairsiza) schlimmer; mose moor : mýrr sumpf; hœilsa, heilsa
grüssen : hæiU, heill {^hceüR § 217, 1) heil, glück; iolstr, ilstri, -e
weide : olr erle; ós, øs, øss, oss uns : pl. orer (analogisch osser\
"^unzarai-) unsre; purs riese : þorre januar, 'riesenmonat'.
§ 252. Wechsel von geminata mit einfachem kon-
sonanten findet in folgenden fällen (meistens in folge ur-
germanischer assimilation eines n) statt:
1. In wird immer zu //. Daher z. b. holte bowle zu holr
bauch, mioll neugefallener schnee zu miol mehl, tollr zoll, 'das
gezählte' zu tat anzahl, prefix all- all- neben al- ganz.
2. mn wird nach unbekannter regel zu mrn. Daher wol
die doppelheit in z. b. suim{m)a, symia schwimmen, stam{ni)r
(got. stamtns : ags. siamor) stotternd, grim{m)r (vgl. gramr) wild,
skam{m)r kurz, ram(m)r stark, gammr (vgl. dagegen schwed. gam)
geier : gamle adler, glam{m) lärm, (h)lum{m)r handhabe des ruders,
{h)rum(m)r schwach, Hœm(rn)irigr, Hem(in)ingr ein personenname,
snimma (vgl. got. sniumundö) : snema (u. a., s. § 139, 2) früh;
vgl. noch (h)rammr bärenpfote : schwed. ram (ahd. rama).
3. k, g, g, h -\- n treten vor ursprünglich haupttonigem
vokal als kk auf; nach konsonanten oder langem vokal wird
kk zu k verkürzt. Daher der Wechsel z. b. in kokkr hahn :
kiúklingr küchlein; flikki, -e Speckseite, flekkr Stückchen : /7«/:
kleidstück; Brokkr mythischer schmied, 'der sich mit brocken
beschäftigt' : hrök hose, ''gebrochenes kleidstück'; slakkr schober,
§ 253. Sonstige urgerm. lautgesefze der kons. 145
'das stehende' (lat. stagnum) : stake stecken; flokkr flocke : floke
flocke von haar u. dgl. : fliúga fliegen; smokkr hemd : smiuga
schmiegen; lokka verlocken : liúga lügen; hokkr bock, 'krummhorn'
: lioge bogen; {h)raukr : {h)rúga häufen; snäkr, snokr (§ 146 anm.)
ringelnatter : snigill, -eil Schnecke; vikingr viking : vig kämpf;
iceikn, teikn zeichen : iartegn, -tign Wahrzeichen; sykn dagr : anorw.
auch sýgn dagr tag auf dem man gerichtlich belangen darf;
anorw. stiúk- : stiúg- stief-(mutter u. s. w.); hulkr Schiffsladung :
holgenn aufgeschwollen; horkr rinde : biarga bergen; holkr
zwinge : hol (ags. holh) höhlung.
4. t, d, b, þ -\- n treten ebenso vor urspr. hauptt. vokal
als it, nach kons, oder langem vok. als t auf, z. b. knottr ball,
pl. úknyttir, -er böse streiche : knúlr knoten; Imotie motte (vgl.
§ 186) : maþkr made; goltr kastriertes ferkel : gcelda, gelda
kastrieren; blauir weich : blauer schwach.
5. p,b, b, f -\- n treten vor urspr. hauptt. vok. als pp, nach
kons, oder langem vok. als p auf, z. b. vápn : (selten) vámn
(aschw. selten vampn, aus "^wœbna-) waffen; síiúp- (anorw. auch
stýp-) : anorw. auch síýf- stief-(mutter u. s. w.).
6. In fällen von nn : n wie spinna spinnen : spuni, -e
gespinnst, brenna brennen : bruni, -e brunst, renna fliessen :
runi, -e fluss, gen. pl. kuenna : ko7ia weib beruht nn auf n + n.
Anm. Unklar sind tälle wie stubhr : stúfr stumpf, Tuhhi, -e : Tófe,
vagga wiege : vega bewegen.
§ 253. Sonstige, spärlicher vertretene, erscheinungen sind:
1. ^ schwindet vor w, wenn der nächst vorhergehende
sonant nach der altererbten betonung nicht haupttonig war
('Sievers' regel'), z. b. (vgl. § 251 anm.) mggr söhn : mær (got.
mawi) mädchen; Æger gott des meeres : ðg, ey i^awia in
Scadinavia) insel, aue; tygill, -eil zügel : laumr zäum; ßuga
fliegen : ßaumr schwärm; draugr gespenst : draumr träum; liiiga
Xvl^qh: lausung betrug, laun gebeimnis; þegn (freier) mann \jA6nn
diener, þý (got. þiwi) magd, urn. þewaR (Einang) lehnsmann;
vceig, veig kraft : urnord. WiwaR (Tune), Wiwila (Veblungsnæs).
2. ð und þ schwinden im auslaut, bleiben aber im inlaut.
Daraus erklären sich doppelbildungen wie z. b. måne mond,
monat : mánabr monat; nefe nefí'e : nift, nipt nichte; miot mass :
miotut5r, -oör (got. mit aps mass) Schicksal; gl (ags. ealu, obl.
kas. ealob) bier : gib schmaus; halr freier mann : hglbr freier
Noreeu, Altisl. gramm. 2. auä. ^Q
146 § 254. Indoeuropäische lautgesetze der kons.
Grundbesitzer; skœr, sker klippe : skart5 kluft; skgp Schicksal :
skgpobr Schöpfer; ale-dijr haustier : öP/ðX el(5e zucht; ^/ zweifei,
'wenn' : efa{þ)samr zweifelhaft; Iceika, leika (^-anþ) \læi-, leikande
Spielzeug; Ona-vágar mythischer ortsname : unat^, ynt^i, -e genuss.
3. m wird vor d zu n, z. b, symia schwimmen : sund (das)
schwimmen; kotna kommen : samkund Zusammenkunft; skam(m)r
kurz : sky7ida beschleunigen; brim brandung : bnmdr brunft.
4. hw und krv werden vor u, ü und altem o (urn. a,
s. § 117, 2 und anm. 1), ö zu h und k; ausgleichungen sind
fast immer eingetreten. Beispiele sind u. a. huarmr : harmr
augenlied; hucerfa, huer f a sich drehen : hcerfi , herfe Q^^^'^
huésa zischen : háss heiser; huarge : sehr selten harge nirgends;
huellr hell, laut : Mala plaudern; anorw. h(u)cerr wer, hü wie,
h{u)á neben huat was; huika : neuisl. hika schwanken; gen.
pl. kuenna : kona, kuna weib; skual plauderei : skoll gelächter;
k{u)œ/ia, k{u)efia tauchen : kaf tiefes wasser.
5. k und 2^ wechseln bisweilen nach unbekannter regel,
z. b. (vgl. § 251 anm.) siiúp- : anorw. stiúk- stief-(mutter u. dgl.);
vápn : anorw. (selten) våkn, neuisl. (selten) vokn (§ 75, 1) waffe.
6. ü, eu, au, öw wechseln nach unbekannter regel mit
uww, ewrv, aww (anord. uggrv, eggw, aggrv, s. § 246, 2), z. b.
húa : byggua wohnen , trur : tryggr treu , S7iúa drehen : snugga
schielend spähen, sko-ba schauen : skugg-siá Spiegel, bro-b suppe
: brugginn, -enn gebraut, prät. hió hieb : pl. hiuggum, -om hieben,
glöa (ags. glöwan) leuchten : gluggr lichtöffnung, ryia rupfen :
rggg grobe haare, s7io-t5enn kahl : sneggr, snoggr kurzhaarig,
biórr bier : bygg gerste.
7. t, ai wechseln nach unbekannter regel mit ijj, ajj
(anord. iggj, aggj, h. § 246, 1), z. b. þrir : gen. priggia drei;
tuœir, tueir : gen. tuce-, tueggia zwei; vi-bir, -er weidebusch :
vœggr, veggr (urspr. geflochtene) wand.
Anm. Frid-dagr freitag (zu Frigg Óðens gattin) ist aus dem deut-
schen entlehnt.
II. Spuren indoeuropäischer lautgesetze.
§ 254. t, d, t>, þ + t treten als ss, nach kons, oder
langem vok. als s (vgl. § 252, 3—5) auf, z. b. vita wissen : prät.
vissa wusste, viss gewiss, viss (pl. visir, -er) weise, visa gebundene
rede; hucetia, huetia schärfen : huass scharf; sitia sitzen : sess
§ 255 — 257. Indoeuropäische lautgesetze der kons. 147
sitz; gióta giesseu : giosa sich gewaltsam ergiessen, gðysa, geysa
in heftige bewegung versetzen, neuisl. Geys'n^ name einer
quelle; {h)laba laden : {h)lass führe; {h)nióda hämmern : {/i)noss
gesehmeide; s7iiba schneiden : snceis, sneis spiess; fót)a füttern :
föstr i^ßsra-, vgl. § 247 anm. 2) nahrung.
§ 255. k, g, g, h + t treten als ht (anord. tt, s. § 209)
auf; vor ht schwindet ein n (vgl. § 251, 3). Beispiele sind u. a.
søkia suchen : prät. sótla\ þykkia scheinen : prät. p6tta\ þœkkia,
þekkia merken : prät. þátta; yrkia bewirken : prät. orta (urn.
worahto Tune); þykkr dick : þéttr dicht; siúkr krank : sötl sucht;
mega können : prät. malta; œiga, eiga haben : prät. átta\ haga
einrichten : háttr beschaffenheit; draga ziehen : dr attr zug; ganga
gehen : ^ó/í türöffnung; hanga hangen : hætta von etwas ab-
hängig sein lassen.
§ 256. Anlautendes s kann unter umständen fehlen. Statt
sk, sp, st stehen dann h, f, þ. Beispiele sind u. a. skógr
wald, skage bewaldetes Vorgebirge : hage koppel; skera schneiden
: hiorr schwert; skor : hár haar; skraumi, -e : {h)raumi, -e schlingel;
skark : hark tumult; skial : hial geschwätz; skiallr : huellr hell,
laut; ský Wölkchen : hý flaum; skœmmask , skemmask sich
schämen ('sich bedecken') : hamr bedeckung; snykr (^sknyk-) :
\{h)nykr {fnykr, vgl. § 251 anm.) stank; Sleipner (^sklœip-)
OÖens pferd, 'springer' : {h)laupa (vgl. § 149, 1) springen; slakke
i^sklank-) bergabhang : {h)lykkr biegung; sprekla fleckchen : pl.
freknor Sommersprossen ; stirßnn, -eyin starrköpfig, stiarfi, -e er-
starrung : þiarfr derb; sly nia stöhnen : Þórr, alt (in der poesie)
Þonarr der donnergott ; stritask sich sträuben : priotr wider-
spänstigkeit (vgl. § 149, 1); snos : 7iæs, nes erdzunge; snaßr
mit feiner nase : nœf, nef nase.
§ 257. Sonstige, spärlich vertretene, erscheinungen sind:
1. In anlautenden konsonantenverbindungen ist r bis-
weilen schwankend, z. b. sk{r)okkr ranzen, sk(r)ukka runzel, pl.
sk((r)ykkir, -er Wellenbewegungen; skreppa ranzen : skeppa
scheffel; skritia gleiten (z. b. vom schiff), skrœit), skreit) (das]
gleiten, lavine : skœit), skeib f. schiff, ntr. lauf
2. Wechsel von anlautendem h und g, z. b. {h)lam : glam
lärm, {]i)lymr : glymr getöse.
3. Wechsel von g und k, z. b. suffigiertes -g (urn. -^a
10*
148 § 258 — 260. Uebersicht über die tonlosen explosivæ.
Kragehul, vgl. sskr. aliärri) : ek (lat. ego) ich; {h)rúga häufen :
{h)roke (aber schwed. rage) aufmass; bog enn gebogen : hukr
bauch; suig Unterdrückung : suikia unterlassen; mega vermögen
: mikill, -eil gross, miok, miok viel.
4. Wechsel von ð oder t mit zð (anord. dd, s. § 208), z. b.
rø^a reden : rodd (got. razdd) spräche, út hinaus : oddr ort,
spitze.
5. Wechsel von d und t, z. b. {h)rinda stossen : isl. Hroite
(vgl. ags. Hruntin^ name eines Schwertes, vinda vs^indeln, wickeln
: vottr (aschw. vanter) handschuh von zeug.
6. Wechsel von anlautendem / und /;, z. b. Flor gyn mutter
des donnergottes (got. Fairguni berg) : Marg berg. Vgl. fabmr :
babmr § 203 anm. 3.
Kap. 4. Etymologische Übersicht über die
konsonanten.
I. Die tonlosen explosivæ.
§ 258. p entspricht:
1. gewöhnlich urgerm. p; dies aber nie im absoluten anlaut;
dagegen häufig im in- und auslaut sowie nach anlautendem s,
z. b. gripa (got. greipan) greifen, skæpia, skepia (got. skapjan)
schaifen, hialpa (got. hilpan) helfen, skip (got. skip) schiff, sporr
Sperling, springa entzweispringen.
Anm. Anlautendes p kommt — so weit die etymologischen Ver-
hältnisse klar sind — nur in lehnwörtern vor, z. b. penningr pfennig,
pund pfund, prestr priester und vielen anderen.
2. älterem /; s. § 185, 2.
3. älterem §, s. § 185 anm. 4 (und § 182 anm. 2?).
4. ist selten eingeschoben, s. § 247, 3.
5. ist selten aus pp verkürzt, s. §§ 223—226.
§ 259. pp entspricht:
1. gewöhnlich älterem mp, s. § 207, 1.
2. seltener urgerm. pp^ z. b. klappa klopfen, hoppa hüpfen,
snoppa schnauze, knappr knöpf.
3. ist selten aus p gedehnt, s. § 221.
§ 260. t hat mehrfachen Ursprung:
1. regelmässig urgerm. t, z. b. tuæir, tueir (got. twai) zwei,
§ 261 -263. Uebersicht über die tonlosen explosivæ. 149
íré (got. trill) bäum, hiarta^ {got hairíö) herz, eta (got. itan)
essen, vat?i (got. rvatö) wasser.
2. älteres ð, s. § 183, 2.
3. älteres d, s. § 180, § 189.
4. ist eingeschoben, s. § 247, 1.
5. aus tt verkürzt, s. § 207, 2, b, § 209 anm. 1, § 219 anm. 1,
§§ 223—226.
6. dialektisch aus s entstanden, s. § 187.
§ 261. tt hat sehr verschiedenen Ursprung:
1. älteres nt {nd\ s. § 207, 2 (§ 180).
2. urgerm. ht, s. § 209.
3. älteres ð/, s. § 210, 2.
4. älteres d{d)t, s. § 210, 1.
5. älteres tt5, s. § 216.
6. aus t gedehnt, s. § 220 anm. 1, 2 und 3, § 221.
7. urgerm. tt, z. b. skattr (got. skatts) schätz, hgttr (ags.
hætt) hut, kngttr ball (vgl. ags. cnotia knoten), kgttr katze.
8. urgerm. t -\- t, durch synkope zusammengestossen, z. b.
ntr. liott (got. liutata) zu liótr hässlich u. dgl.
9. urgerm. þþ?, s. § 186.
§ 262. k (gutturales und palatales) hat folgenden Ursprung:
1. gewöhnlich urgerm. k, z. b. kné knie, kenna kennen,
akr acker, ek (got. ik) ich, riki, -e (got. reiki) reich.
2. urgerm. h, s. § 177, 3, § 188.
3. älteres ^, s. § 184, 1.
4. älteres g, s. § 190.
5. älteres ^ + í oder h, s. § 184, 4.
6. aus kk verkürzt, s. §§ 223—226.
§ 263. kk hat mehrfachen Ursprung:
1. gewöhnlich aus älterem nk (rig), s. § 207, 3 (§ 180).
2. urgerm. kk, z. b. scekkr, sekkr sack, hokkr bock, flekkr
fleck, {h)nakke nacken, smokkr (ags. smocc) Unterkleid, stokkr
stock, lokkr locke, lokka verlocken, ßokkr flocke.
3. aus k gedehnt, s. § 220, 1, 2, 5 und anm. 2, § 221.
4. aus t{t)k assimiliert, s. § 213, 1.
5. auss gg -\- k, s. § 214,
150 § 264 — 269. Uebersicht über die tönenden explosivæ.
II. Die tönenden explosivæ.
§ 264. b kommt nur anlautend und nach m vor. Es ent-
spricht:
1. urgerm. t>, s. § 178, § 182, 3.
2. urgerm. h (§173 anm. 1), z. b. kamhr (ags. comb) kamm,
lamb (got. lamb) lamm, umb (ags. ymb) um, vomb (got. rvamba) bauch.
3. ist selten eingeschoben, s. § 247, 5.
§ 265. bb ist im ganzen selten. Es ist:
1. urgerm. bb?, z. b. krabbe krabbe, gabba (ags. ^abbian)
zum narren halten, stubbr stumpf.
2. aus ^ + & assimiliert, s. § 211.
3. aus mb assimiliert?, s. § 207 anm. 4.
§ 266. d kommt nach vokalen nur in Zusammensetzungen
(z. b. friädagr freitag) vor. Es hat folgenden Ursprung:
1. gewöhnlich urgerm. ð, s. § 178, § 183, 1, b.
2. urgerm. d {% 173 anm. 1), z. b. binda binden, hond hand,
land land u. a.
3. selten älteres þ, s. § 183, 1, b verglichen mit § 176, 1.
4. aus dd (ðd) verkürzt, s. § 183 anm 2, § 216, §§ 223—226.
5. ist eingeschoben?, s. § 247 anm. 4 und 6.
Anm. Ueber kakuminales íí s. § 195.
§ 267. dd hat folgenden Ursprung:
1. ð + ð, s. 183, 1, a.
2. urgerm. zb (urn. ^ö), s. § 208.
3. urgerm. dd?, z. b. kodde (vgl. ags. codd) tasche, iodde
(ahd. zotto) wollflocke.
4. aus t^d assimiliert, s. § 210, 3.
§ 268. g (gutturales und palatales) kommt nur anlautend
und nach (und vor?) n vor. Es ist:
1. anlautend urgerm. g, s. § 178.
2. urgerm. g (§173 anm. 1), z. b. langr lang, smgr gesang,
ungr jung.
3. ? vor n aus älterem gg verkürzt, s. § 246 anm. 2, § 224.
§ 269. gg hat dreifachen Ursprung:
1. aus gedehntem g, s. § 220, 1 und 5 mit anm. 3.
2. ist eingeschoben, s. § 246.
3. urgerm. gg?, z. b. vagga (vgl. mengl. ?vaggin) wiege,
bagge packen.
4-
l^íí
§ 270 — 274. Uebersicht über die tonlosen spiranten. 151
Hl. Die tonlosen spiranten. , n
§ 270. / kommt nur anlautend und im inlaute vor k, s, t Clu>J<e^
vor. Es entspricht: í/<nrs,^ ^
1. gewöhnlich urgerm. /, z. b. fotr fuss, ßiota fliessen, ^^^"
friösa frieren, gift (got. gifts) gäbe.
2. urgerm. ^, s. § 182, 1.
3. urgerm. />.^ s. § 200.
4. selten urgerm. p, s. § 191.
Anm. ff kommt fast nur in lehnwörtern vor, z. b. offra opfern, die
buchstabennamen ef ^= f und vaff = v. In echt nordischen Wörtern ist
es aus f/ + f entstanden, s. § 211. u u - ^
§ 271. þ kommt nur anlautend und im inlaute vor k {;^,g
sowie nach k, p vor. Es entspricht: $^í^^^
1. anlautend urgerm. þ, z. b. f>ola (got. þulan) dulden, íXvl
p7'ir (got. preis) drei, þiófr (got. þiufs) dieb. />wrt (got. þrvahan)
waschen.
2. inlautend älterem ð, s. § 183, 2.
§ 272. s ist:
1. gewöhnlich urgerm. s, z. b. 5ö?ir söhn, standa stehen,
kiosa (got. kiusan) wählen, oxe ochs, Äa/^ hals, gras gras.
2. aus SS verkürzt, s. § 217, 3, §§ 223—226.
3. eingeschoben, s. § 247, 2.
Anm. Ueber kakuminales s s. § 195.
§ 273. SS hat mehrfachen Ursprung:
1. urgerm. ss, z. b. huass (got. h^ass) scharf, vissa (got.
rvissa) ich wusste, {h)lass führe, sess sitz, {h)noss geschmeide.
2. s + s, durch synkope zusammengestossen, z. b. gen.
sg. AW.9Í hauses, viss eines weisen.
3. älteres sR (urgerm. ^ + z), s. § 217.
4. aus s gedehnt, s. § 221.
5. aus rs assimiliert, s. § 212, 3.
6. aus ts assimiliert, s. § 213, 2.
§ 274. Der gutturale (und palatale) spirant h kommt nur
anlautend vor konsonantischem u und / vor und entspricht
immer urgerm. h, z. b. huat (got. ha) was, hiai^ta herz.
Anm. Derselbe laut — jedoch g geschrieben — kommt als über-
gangsstufe in der entwickelung ^ =- spir. h ==- k vor, s. § 184, 1.
152 § 275. 276. Uebers. über die tonl. spir. § 277—279. Die tön. spir.
§ 275. Der hauchlaut h kommt (ausser in Zusammen-
setzungen) nur anlautend vor sonanten vor und:
1. entspricht gewöhnlich urgerm. spirantischem h, s. § 177.
2. ist zugesetzt, s. § 247, 4.
§ 276.°^ ^Die (anlautend durch h, auslautend durch resp.
/, n, r bezeichneten) tonlosen l-, n-, r-laute entsprechen:
1. anlautend gewöhnlich urgerm. spir. h, s. § 177, 2.
2. anlautend im etwas späteren isl. auch älterem k vor n,
s. § 193.
3. auslautend älteren tönenden /, n, r, s. § 40 anm., § 41
anm. 1, § 34 anm. 2.
Anm. lieber eventuelle tonlose I und n im inlaut s. § 183, 2, b.
^ 0 í^ . iV. Die tönenden spiranten.
:^civu^.mt^' § 277. t, später (s. § 194 und § 197) v (anlautend durch
i^fvAcl^iu v, sonst durch / bezeichnet) entspricht:
**'^ 1. urgerm. d, z. b. ^rö/a graben, liúfr lieh, ær fingt, er finge
erbe, kalfr kalb.
2. urgerm. /, s. § 185, 1.
3. urgerm. w, s. § 194.
4. selten urgerm. m, s. § 181.
■]- ^ t omJ § ^^^- ^ kommt sehr selten anlautend (s. § 176, 1) vor.
h Es hat folgenden Ursprung:
ÍU4. 1. gewöhnlich urgerm. b, z. b. fatler (got. fadar) vater,
tiiih ^^^^^ fe^*- ^'^^ö^^O bieten, garbr (got. gards) gehöft, þiób (got.
^^^þiuda) Volk.
2. urgerm. þ, s. § 176, 1.
3. älteres t, s. § 192.
4. älteres nn, s. § 201.
5. älteres þþ, s. § 186.
6. älteres ðð, s. § 225 anm. 2.
7. älteres r, s. § 203.
8. älteres d, z. b. samnwbr aus -møddr (§ 249, 9, § 244)
von derselben mutter, prät. hirt^a i^hirdda § 183 anm. 2) bewachte.
§ 279. ^ (gutturales und palatales) kommt nur nach
vokalen und /, r vor. Es entspricht:
1. fast überall einem urgerm. ^, z. b. ceiga, eiga (got.
§ 280—283. Uebersicht über die nasale. 153
aigan) haben, dagr (g'ot. dags) tag, slœginn, slegenn geschlagen,
vigia weihen.
2. selten älterem k, s. § 192.
3. dialektisch älterem 'b, s. § 198.
4. selten älterem t5, s. § 200 anm. 2.
5 ? älterem gg, s. § 246 anm. 2, Vgl. § 268, 3.
V. Nasale. ,,
§ 280. m entspricht: i)scrr^ r. ^(
1. Gewöhnlich einem urgerm. m, z. b. måne mond, nema,^ • s.^ ^ ^
nam nehmen, nahm, armr arm. j-n ^í ^ ku
2. seltener älterem i, s. § 182, 2. 4)ScVu>. '
3. selten älterem n, s. § 202, 1. i)tAcM^
4. älterem m7w durch ktirzung, s. §§ 224, 225.
Anm. Ueber anlautendes m statt lü s. § 218; über m statt ng
s. § 205.
§ 281. mm ist fast überall urgerm. mm, z. b. vamm Tgot.
wamm) schände, dimmr (ags. dimm) dunkel.
Anm. Ueber seltenes mm aus mR s. § 217 anm. 4; aus m?) s. § 219
anm. 2. Etwas unklar ist das mm in fim{m) fünf (vgl. § 238), skgmm
schände; vgl. auch einige der im § 252, 2 angeführten Wörter.
§ 282. Das dentale n ist:
1. gewöhnlich urgerm. dentales n, z. b. nött nacht, hane
hahn, kyn (got. kuni) geschlecht, laun lohn.
2. selten älteres m, s. § 199 anm. 1.
3. selten älteres gutturales n (ng)^ s. § 205.
4. selten älteres l, s. § 196.
5. aus nn verkürzt, s. § 217, 3, §§ 223—226.
Anm. Ueber kakuminales n s. § 195; über tonloses n s. § 276.
§ 283. nn ist mehrfachen Ursprungs:
1. urgerm. nn, z. b. spinna spinnen, kunna, kann können,
kann, acc. sg. brunn brunnen.
2. urgerm. nþ, s. § 215.
3. urgerm. zn (urnord. ä/z), s. § 208.
4. älteres nR (urgerm. n + z), s. § 217.
5. älteres rn, s. § 212, 2.
6. älteres nw, s. § 218.
7. älteres nd, s. § 219.
8. aus n gedehnt, s. § 220 anm. 1.
9. urgerm. n -]- n, z. b. gen. pl. kuenna zu kona weib.
154 § 294. Uebers. über die nasale. § 285—288. Uebers. über die liquidæ.
§ 284. Das gutturale n kommt nur vor g (sehr selten k
und n) vor und entspricht:
1. gewöhnlich urgerm. gutturalem n, z. b. langt^ lang, tunga
zunge, honk henkel.
2. selten älterem m, s. § 199.
3. selten älterem dentalen n, s. § 202, 2.
4. (geschrieben 7ig) älterem g (vor w). s. § 184, 2.
VI. Liquidæ.
§ 285. / ist:
1. gewöhnlich urgerm. /, z. b. langr lang, vilia (got. wiljati)
wollen, hlöme blume, stela, stal stehlen, stahl.
2. aus // verkürzt, s. § 217, 3, §§ 223—226.
Anm. Ueber tonloses l s. § 276.
§ 286. // hat mannigfachen Ursprung:
1. urgerm. //, z. b. iill wolle, falb^ voll, falla fallen.
2. urgerm. Iþ, s. § 215.
3. älteres IR (urgerm. / + 2), s. § 217.
4. älteres ð/, s. § 210, 4.
5. älteres rl, s. § 212, 1.
6. selten älteres nl, s. § 207, 4.
7. selten urgerm. zl, s. § 208 anm. 2.
8. älteres Id, s. § 219.
9. aus / gedehnt, s. § 220, 3 und 4.
§ 267. r ist folgenden Ursprungs:
1. urgerm. r, z. b. réltr recht, bera (got. bairan) tragen,
vær, ver (got. w air) mann, armr arm.
2. urgerm. z (urn. r), s. § 174, § 206 (§ 68, § 69).
3. selten älteres b, s. § 183, 3.
4. selten älteres I, s. § 196.
5. aus rr verkürzt, s. § 217, 3, §§ 223—226.
Anm. Ueber tonloses r s. § 276.
§ 288. rr ist folgenden Ursprungs:
1. älteres r r (urgerm. r + 2), s. § 217.
2. aus r gedehnt, s. § 221.
3. urgerm. rr, z. b. kuirr, kyrr (got. qairrus) ruhig, fiarri,
-e (got. f air ra) fem.
§ 289. 290. Uebersicht über die halbvokale. 155
4. aus r -{- r, z. b. norrénn (ahd. nordröni) norwegisch.
5. aus R -\- R (urgerm. z + z), z. b. rjøyrr, reyrr (vgl. got.
raus) röhr, gœirr, geirr (gr. lehnwort yaiooq) spiess.
6. aus R gedehnt, s. § 221.
VII. Halbvokale.
§ 289. t findet sich nur vor den vokalen a, å, o, ö, o, q,
u, Ú (selten vor e, y, ce, s). Es hat folgenden Ursprung:
1. urgerm. konsonantisches i nur inlautend nach kurzer
silbe, z. b. vcelia, velia (got. waljan) wählen, lœggia, leggia (got.
lag jan) legen, hrynia (got. hrunjo) panzer; anlautend nur in iå
ja und lehnwörtern, s. § 175 anm. 1.
2. aus älterem e durch brechung, s. § 89, § 90 (vgl. § 63
anm. 1, § 71, 4 und § 72, 9); oder wo es in dem diphthonge
eu, eo stand, s. § 59; oder in hiatus, s. § 106.
3. aus älterem % in dem diphthonge iu, io, s. § 59; oder
bei hiatus s. § 106.
4. aus älterem é, i, ý, é {é?) bei hiatus, s. § 106.
5. nach palatalem ^, g, k entwickelt, s. § 204.
6. vor é, sowie zwischen palatalen kons, und kurzem ge-
schlossenen e entwickelt, s. § 100.
7. anorw. selten intervokalisch nach palatalem vokal ein-
geschoben, s. § 106 anm. 2.
Anm, Ueber mitlautendes i in dem diphthonge cei, ei s. § 165, 6.
§ 290. u {w) findet sich nur nach tautosyllabischem kon-
sonanten vor vokalen (vgl. § 244 mit anm. 2). Es entspricht:
1. gewöhnlich urgerm. w, z. b. tuceir, tueir zwei, kuen
(got. qens) frau, syngua (got. s'iggtvan) singen.
2. älterem o, o, u, ú bei hiatus, s. § 107.
Anm. 1. Ueber mitlautendes u in den diphthongen ou, au, ou
s. § 163.
Anm. 2. Ueber mitlautendes y in den diphthongen øy, ey s. § 167, 9.
Flexionslehre.
mask. neutr.
Sg. N. -r —
G. -s
D. -i, -e (§ 124)
A. —
I. Abschnitt. Deklination.
Kap. 1. Deklination der snbstantiya.
A. Vokalische stamme (starke deklination).
I. a-stämme.
§ 291. Die ö-stämme sind maskulina und neutra, welche
letzteren nur im nom. sg. und nom. acc. pl. von den maskulinen
abweichen. Die endungen sind:
mask. neutr.
PI. N. -ar — (w-uml. d. wurzelv.)
U. -a
D. -um, -om (§ 125)
A. -a — (w-uml. d. wurzelv.)
Anm. 1. Nom. sg. m. endete urnord. auf -«ä (vgl. jedoch § 305 anm.).
Die hierhergehörigen beispiele sind: pewaR (Thorsbjærg, Valsfjord), WiwaR
(Tune), holthjciE (Gallehus), HaðulaikaR, IIa^usta[l]daR (Strand), Hagu-
staWaR (Valsfjord), HarafJanaR (Järsbärg), erilaR (Lindholm, Järsbärg,
Kragehul), eirilaR (Veblungsnæs, By), ÐagaR (Einang), WakraR, luphjaR
(Reidstad), StainaR (Krogstad), JialaR (Steinstad), FrawaradaR (Möjebro),
HeldaR (Tjurkö), HiwigaR (Arstad), warhjaR (Jondal), Ski[n]paleuf/aR
(Skärkind), äleugaR (Skaäng), laukaR (mehrere brakteaten), horaR (brakteat),
ÄküR (Asum-br.), HroRaR (By), EhuprowaR (Myklebostad), wozu die adj.
haitinaR (Tanum), wilagaR (Lindholm) zu stellen sind.
Anm. 2. Nom. acc. sg. ntr. hatte urnordisch die endung -a. Bei-
spiele: nom. hlaiwa (Bø), orVa? (Vi), acc. horna (Gallehus).
Anm. 3. Gen. sg. endete urnordisch auf -as. Beispiele sind:
A\n\sugisálas (Kragehul), öotíagas (Valsfjord), Hrawdas (Bø), Asugas
(Myklebostad).
Anm. 4. Dat. sg. hatte urnordisch die endung -d, z. b. WotiuritSe
(Tune), Hite (Järsbärg), wllhakurne (Tjurkö), WaTje (Thorsbjærg), Wage
(Opedal), -olaife (By), ehe? (Asum).
§ 292. 293. Reine a-stämme.
157
Aum. 5. A CC. sg. m. endet um. auf -a, z. b. staina (Tune, Gommor?),
Hahaisla (Mojebro), wraita (Reidstad), Hariwulqfq (Istaby), Hapuwolafa
(Gommor).
Anm. 6. Nom. acc. pl. m. sind aus urn. zeit nicht belegt, müssen
aber die endungen -ör, resp. an (vgl. got. -ös, resp. -ans) gehabt haben.
Nom. acc. pl. ntr. sind ebenfalls aus um. zeit nicht belegt, müssen aber
auf -u geendet haben; vgl. das finnische lehnwort joulu (isl. iól pl. t.)
Weihnachten (noch älter wol -9, in finn. jukko joch entlehnt). Diese
endung ist später fortgefallen, zeigt aber ihre frühere existenz durch
M-umlaut oder -brechung in der Wurzelsilbe des wortes. Vielleicht ist
sogar die endung in einem einzigen falle durch den accent bis in die
literatur erhalten worden, nämlich im zahlwort þriú drei.
Anm. 7. Gen. pl. ist urn. nicht sicher belegt, aber endete wol auf
(nasaliertes) -ä {arüir^a Tune?) oder -ü.
Anm. 8. Dat. pl. endet urn. auf -umR, nach ausweis zweier (ana-
logisch gebildeten) i-stamms-dative : gestumR, boruniR (Stentofta).
Als Unterabteilungen der «-stamme werden gewöhnlich
abgesondert die ia-, Ja- und wö-stämme; die übrigen fasst man
als 'reine' «-stamme zusammen. Wir behandeln hier zunächst
die letzteren.
a) Reine a-stämme.
§ 292. Paradigmen: mask. armr arm, hamarr hammer,
mor heideland; neutr. baim kind, sumar sommer, hú wohnsitz.
mas
kulina:
neutra:
Sg.N.
armr
hamarr
mór
barn
sumar
bu
G.
arms
hamars
mos
barns
sum ars
bus
D.
arme
hamre
mó
barne
sumre {-i)
bue {-i)
A.
arm
hamar
mó
barn
sumar
bu
PI. N.
armar
hamrar
móar
b9rn
sumor {-ur)
bu
G.
arma
hamra
móa
barna
sumra
bua
D.
ormom
homrom
móm
bomom
sumrom
bum
{armum)
{hamrum)
{barnum)
(sumrum)
A.
arma
hamra
móa
b9rn
sumor {-ur)
bil
Anm. Die eingeklammerten, kursiv gedruckten formen sind hier
und in allen folgenden paradigmen die altnorwegischen. |/*/f ,
§ 293. Wie arm?^ flektiert eine sehr grosse anzahl von /a*»^effiVot.f-i
einsilbigen Wörtern, z. b. dómr urteil, /iskr fisch, hesír (hœsír)^' ^- " "^^
pferd, íiundr hund, þiófr dieb, ga?'t)r Umzäunung, kamhr kamm,
skattr tribut, vargr wolf, íoppr oberste spitze etc.; ferner die
vielen zweisilbigen auf -engr, -ingr (oft daneben -inge, -i nach
§ 336), -ongr (-ungr), -angr, -leikr {-lœikr; oft daneben -leike,
lœiki nach § 334), -r«ð> u. a., z. b. huningr rustung, konongji
158 § 293. Reine a-st'ámme.
könig, leibangr kriegszug, kœrleikr liebe, A^alrá(5r ein name;
vgl. Wimmer, Forn. forml. § 32, § 35, § 36, § 47, Larsson, Ord-
forrådet, s. 422 f. lieber die einzelnen kasus ist zu bemerken:
1. Im nom. sg'. ist zu beachten die verschiedene be-
handlung* des -r (urspr. -r) bei den Wörtern auf /, n, r, s
(§ 217), z.b. stoll stuhl, steinn {stœinn) stein, iss eis; selr seehund;
fugl vogel, hrafn {ramn) rabe, akr (gen. aJirs^^A^^aJcrejx. s. w.)
acker, þurs riese; halb' stein, ?nut^r (§ 201; jünger munnr) mund,
n.i>z.-%nnÁ ^j^ubr, hrunnr brunnen.
Anm. 1. Die endung fehlt ganz in einigen fremdwörtern ; 6isfcoy>, -up
(älter byskop, -up) bischof und eigennamen wie Krist (selten Kristr vgl.
§241, 2), Satan, Simon, Salomón, Israel, Benedikt, Nikolas, Magnus (seltener
Mognús) u. a. Ueber (Jn{n), IIalfdan{r) s. § 225 anm. 1 ; stúl{l), þiór{r),
is{s) u. dgl. § 226; ulfge {*ulfr-gi) u. dgl. § 245, 9. In den 'Rimur' des
15. jahrhs. fehlt die endung durchgehends in Wörtern auf -ing, -ung.
2. Im gen. sg^ haben viele Wörter die endung -ar (wie
bei den i- und w-stämmen, aus deren flexion die meisten von
diesen Wörtern hierher getreten sind) statt -s. Solche sind
graut r grütze, þróttr kraft, mundr die gäbe mit welcher der
mann seine frau kauft , Jiofundr {hafundr) hauptmann, visundr
bisonochs, ót)r gedieht (aber Óðr ein name, gen. O^s), heibr
{hœibr; später gen. heibrs, dat. heibri u. s. w.) ehre, snúbr vor-
L 3^h teil, trübr gaukler,! rugrl roggen, úrr auerochs, regrr {rsyrr)
röhr, grobr (gen^jfyprar^ alt auch grobar) Wachstum, (h)lá(r
(gen. -rar) gelächter, jneldr (mceldr] gen. -rar) das mahlen.
i;gðr (gen. -rar) widder, lemstr {læmstr\ gen. -ro^r)^ Verstüm-
melung, rekstr (gen. -rar) das treiben; ausserdem eine grosse
anzahl von eigennamen, z. b. Egvindr (0g-), Þunðr, Onundr (An-),
(isl.) Vélundr und Volundr, Sigurt^r, Bórbr, Þórbr, Halfdan{r)
und alle auf -mundr, -frehr und -frðt^r, -rs^r, wie Sigmundr,
Hallfrebr, Geirrsbr u. a. Andere schwanken zwischen -s und
-ar, wie eit)r (ceit^r) eid, meit5r bäum, seibr Zauberei, au^r
reichtum, apaldr (gen. -drs, -ds und -dar) apfelbaum, lávai^br
herr, bastårer bastard, lundr hain, vlndr wind, skógr wald,_/írr
ehre, {h)rót5r (gen. -rs, -rar) rühm, rót5r (gen. -rs, -rar) rudern,
kraptr kraft und einige eigennamen wie Surlr (auch gen. Surta
wie von einem «^z-stamme), Heimdalr und -dallr, Ullr, Simon.
Vgl. Wimmer, Forn. forml. § 47.
i Anm. 2. In Wörtern auf s mit einem vorhergehenden konsonanten
I ist natürlich der gen. dem nom. gleich (§ 223), z. b. þurs riese, lax lachs.
-"T ^€^ %loüuMM OA^ae^irrZo : oMyT. DuJU^ O/v^dx (ßc iu^JU^^eliAU) . (AA^u/f [-iíií^)
(Xm^^ '^aJutr. iicKlcU. Ij^o-yn^tf. l)~crÍ6Ajt- . aolcLf • OU^^yvxlyf. Ka/T.
Wir(^5<^L^}-^Ku^.y^Äi^^, kwrt^ {(IAaJí . -fe^t-r. "In^ti- "KaW-
§ 294. Eeíne a-stämme. 159
Ueberfálle wie hœst(s), Krist{s) s. § 242 [hœss, Kriss § 245, 10); hós{s) u. dgl. / • ^^^^ [«
s. § 226. Sonst fehlt -s nur in einigen fremden eigennaraen wie David, Israel.
Anm. 3. Wörter auf II, nn haben z statt s (§ 247, 1, a), z. b. hal{l)z
zu hallr stein, mun(n)z zu munnr, mutir mund. Ueber formen wie elz zu
eldr feuer s. § 189; über garz zu gartir Umzäunung u. dgl. s. § 183, 2, d.
Anm. 4. Das ableitende r in artir C^ardrn) pflüg, kaupanar stadtj
apaldr apfelbaum ist schwankend im gen. ard{r)s u. s. w. ; vgl. § 245, 9.
3. Dat. sg. ist nicht selten endungslos; so besonders oft ^or . Jireiw.
bei Wörtern mit langem wurzelvokal; dagegen sehr selten bei rm^^je.)
den Wörtern auf -ingr, -ongr. xa^e^ ^a^. ^^i^
Anm. 5. Von dagr tag heisst der dat. dege {dœgi; vgl. Sievers, f ^el^s^Uc^o
Beitr. VIII, 331 note) neben (seltenem) dag, welche form nur in der ver-l^^^^- "^"^^^ ^°-
bindung i dag 'heute' häufig ist, so wie bei dem eigennamen Dagr diel
einzig gebräuchliche.
4. Im nom. ace. pl. können smit5r ktinstler und (selten)
Vermar (Fœrma?-) pl. t. bewohner von Varmland wie i-stämme
flektieren; smiör selten auch als w-stamm. Prelt?- list, sií(/r oder
sti ff r steig können nur im acc. pl. wie w -stamme flektiert
werden.
§ 294. Wie hanian^ flektieren zweisilbige Wörter mit
kurzer ableitungssilbe, z. b. isl. þumall dau ra en, þjsteU distel,
diofoll teufel, aptann abend, himenn himmel, ^o^w^riese, fiotorr
fessel; vgl. Wimmer, Forn. forml. § 37, Larsson Ordforrådet,
s. 423. Die synkopierung des ableitungsvokals tritt vor
vokalisch anlautender endung ein. Jedoch erleidet diese regel
scheinbar einige ausnahmen:
1. Synkope kommt überhaupt nicht vor in einer anzahl
von Wörtern, die meist ursprüngliche Zusammensetzungen oder
auch fremdwörter sind: blkwr becher, die eigennamen Ragnarr
(dat. Ragnare), Gunnarr (und viele andere auf -arr statt hœrr
§ 65 anm.), þióÖma?^r (u. a. auf -mar r statt mœrr § 65 anm.),
Pélarr oder Petlarr, Gizorr, Ozorr (Azurr), Heriann, Regenn (dat.
Regen), Aut5on{it), Håkon (sehr selten -nn) und einige andere.
2. Durch ausgleichung sind bisweilen sämmtliche kasus
synkopiert worden, z. b. iarl jarl statt "^erell (urn. erilaR), nom.
pl. iarlar\ karl mann statt "^kerell (kœrill, finn. lehn w. karllas,
aschw. run. noch KarilR), pl. karlar\ Þórr der donnergott neben
(seit, und dicht.) Þonarr, dat. Þóre (§ 239, 3), Þór. Eldr (œldr)
feuer statt ^cilebr (aschwed. noch einmal eledh, ags. œled),
dat. elde (§ 115) muss schon urn. synkopierte kasus gehabt
160 § 295. Reine a-stamme
haben; sonst stände — was doch nie der fall ist — in den
ältesten hdschr. *elbr (vgl. § 183, 1, b).
Anm. 1. Wörter mit kurzer Wurzelsilbe und dem ableitungs vokal i
sollten eigentlich in den nicht synkopierten kasus umgelauteten, in den
synkopierten kasus aber nicht umgelauteten vokal aufweisen (§ 66^, 2 u. 3).
Diese regel ist aber nur in wenigen Wörtern aufrecht erhalten worden:
Jcetell {kœtill) kessel, lykell Schlüssel, trygell kleine schüssel,__ii/^dZ schnür
und der eigenname Egell (Ægill), also dat. sg. katle, luJde u. s. w.; jedoch
kommen auch bei diesen Wörtern in den synkopierten kasus nebenformen
mit umgelautetem vokal vor (bei ketell doch nicht im pl. und nur selten
im sg.). Bei allen anderen Wörtern ist ausgleichung durchgeführt worden,
und zwar sowol zu gunsten des umgelauteten vokals, wie in ferell (fœrill)
reise, reisender (pl. ferlar, statt *farlar)j als des umgelauteten, wie in
stutiell stütze statt *stytiell (pl. stuMar). — Wenn der ableitungsvokal u
ist, haben im isl. und awestnorw. alle kasus u-umlaut oder -brechung in
der Wurzelsilbe, im aostnorw. dagegen nur die synkopierten, z, b. spdoll
{sab'ull) sattel, ipforr (iafurr) fürst, pl. sgtilar, ipfrar (§ 78, 3 und 4).
Anm. 2. Ueber nom. sg. mit einfachem auslautenden kons., wie
hamar{r), drótten{n), kyrtel{l) u. ág\., s. §225,5; über Aud on{n) , IIákon{n)
s. § 225 anm. 1. Umgekehrt kann, wenn auch sehr selten, doppelkonsonant
(durch analogische Übertragung aus dem nom.) vor dem gen. -s erscheinen,
z. b. (bisweilen) drótten{n)s zu dróttenn herrscher, stein{n)s steines.
Anm. 3. Die eigennamen Gizorr, Ozorr, Au()'on(n), Hdkon haben
in gen. sg. -ar statt -s (vgl. § 293, 2).
Anm. 4. Namen aijf_jcg?i!, wie Þorkell, haben ija. dat. -katle jy^X.
anm. 1.
Anm. 5. Ueber die synk. kas. von morgonn morgen, aptann abend,
himenn himmel vgl. resp. § 245, 5 und 10, § 181.
§ 295. Wie mór flektieren nur wenige Wörter, z. b. iór
pferd (dicht), skor schuh, {H)lér name des meergottes, die
eigennamen auf -vér und -þér, wie {H)lobvér, Hialmþér u. a.
(Ueber kliár, Uår s. § 337 anm. 1). Bei der flexion dieser
Wörter sind die § 103 ff. behandelten hiatus-erscheinungen zu
beachten, z. b. dat. sg. üle (< ülee\ dai pl. möm (< möom).
Anm. 1. jat. sg. ist immer ohne endung (vgl. ^§_2a^ 3).
Anm. 2. Nom. acc. pl. von iór pferd kann später wie von einem
i-stamme gebildet werden, also ióir^ -i.
Anm. 3. Im dat.pl. kommen später (selten in der älteren spräche)
analogiebildungen wie móum statt móm (vgl. § 103) vor.
Anm. 4. iSä;oV schuh flektiert im pl.: nom. skúar (später sÄ;oV) neben
(alt und seit.) skudr, gen. skua, skud, dat. skóm, acc. skua (später skó),
skua; vgl. § 143 anm., § 107 b.
Anm. 5. Die eigennamen auf -vér und -per können auch, nach
kürzung des e (§ 121, 2), wie ia-stämme (auf -ver, -der) flektieren. In der
§ 296—298. Reine ii-stamme. 161
späteren spräche kommt auch eine flexion Hlotívér, Hiahipér, gen. -vét's
-pers u. s. w. mit durchgängigem r vor.
§ 296. Wie barn gehen die meisten isl.-anorw. neutra, fo^sh aUc h^i
z. b. gob (seltener gub, vgl. § 141, § 322 anm. 1) heidnischer
(selten christlicher) gott, hialt (auch f. higlt nach § 310) schwert-
knopf, skald, skåld (§ 114, 1) skålde, hglkn (anorw. auch hœlkn)
Steinboden, þi7ig Versammlung-, fiall berg, høns, hénsn, hésn (§ 250,
§ 239, 4) pl. t. hühner,_^a^ rücken, log pl. (anorw. auch f. sg. § 310)
gesetz, laun pl. t. (anorw. auch f. sg.) lohn, logn pl. t. (anorw.
auch f. sg.) zugnetz; møtygen pl. t. mutter und söhn, herab bezirk.
Vgl. Wimmer, Forn. forml. §34; Larsson, Ordforrådet, s. 423 f.
Was oben § 293 anm. 2 und 3 für das mask. bemerkt ist,
gilt auch in betreif der neutra. Ausserdem ist hier zu be-
achten, dass durch die im nom. acc. pl. einmal vorhandene
endung -u (§ 291 anm. 6) ein Vokalwechsel in der nächst-
vorhergehenden silbe hervorgerufen wird, z. b. fiall berg, pl. fioll
durch w-umlaut(-brechung), herab bezirk, pl. herob nach § 121, 6,
mannlikan bildnis, pl. -on (vgl. sumar § 292) nach § 117, 1.
Anm. 1. Ueber den gen. sg. vaz (später ví^í?^s) zu í;ííííí wasser u. a. |
derartige fälle s. § 245.
Anm. 2. Im dat. sg. fehlt die endung gewöhnlich bei góz gut
(urspr. gen. sg. ntr. zu golSr gut).
Anm. 3. Im nom, acc. pl. haben Ms haus, holt holz, wald, porp dorf,
tun hof als Ortsnamen gebraucht auch formen auf -ar oder -ir, also Husar,
-er (ahd. hüsir), Holter (ahd. holzir), -ar, Porpar, (Sig)túner und Túnar; bei
{}i)ris gebüsch kommt der pl. {H)rlsar (vgl. ahd. hrisir) nur als fem. vor.
§ 297. Wie sumar flektieren nur sehr wenige neutra:
obal eigentum, gaman (vgl. § 181) freude, megen (niægin) stärke, ^^-^^{^y
r^^yi) regen pl. t. gotter, hofob_ {hafub) haupt. Die übrigen zwei-
silbigen neutra mit kurzen ableitungssilben synkopieren nicht,
z. b. herab, dat. sg. herabe (s. § 296).
Anm. 1. O^al kann auch ohne synkope flektieren. Nom. acc. pl.
heisst sowol ótiol (§ 76, § 117, 1) als ó'Öol.
Anm. 2. Regen hat in den synkopierten kasus keinen i-umlaut des
Wurzelvokals, megen dagegen hat doppelformen (vgl. § 294 anm. 1); bei
beiden Wörtern kann die synkope durch ausgleichung auch in den nom. acc.
eindringen, also magn, megn sg., rpgn pl. ; endlich kann zu diesem rpgfi
und dat. rggnom ein gen. rogna statt ragna gebildet werden. Bei gagn
(selten gegn) vorteil sind keine unsynkopierten formen mehr anzutreffen.
§ 298. Wie hu gehen vé_ geweihte statte, kné knie, ire bäum,
{h)lé lee, /V vieh (vgl. anm. 1), sira stroh, da entzückung, blji blei.
Nore en, Altiäl. gramm. 2. aufl. \\
162 § 299—301. wastsimme.
Hier sind die § 103 ff. erwähnten regeln zu vergleichen; z. b.
gen. pl. strå (aus stráa)^ dat. pl. s/róm (stráum)^ später sírámj§30),
noch später síráum (§ 103); dat. sg. kné {knéi\ gen. pl. k?iiá
{knéa)^ dat. pl. kniöm (knéuni), aber gen. pl. vea, dat. pl. véom\
dat. pl. hum {búum)^ später húum.
Anm. 1. Im gen. sg. kann -s oft verdoppelt werden (§ 221, 2). —
Fé, weil alter it-stamm (got. faíJm), endet auf -ar, also fidr {fear).
Anm. 2. Nach gen. pl. htid, trid wird später dat. pl. knidm, tridm
statt kniöm, trióm gebildet. Nach dem dat. pl. sind vielleicht die neben-
formen im nom. acc. pl. kniö, triö statt kné, tré geschaffen worden; vgl.
jedoch § 291 anm. 6.
b) Tva-Btämme.
§ 299. Paradigmen: mask. hor?' flachs, neutr. hogg hieb.
mask. neutr.
Sg. N. horr hogg
G. hors hoggs
D. horue (-i) hoggue {-i)
A. hor hogg
mask. neutr.
Pl. N. horuar hogg
G. horua hoggua
D. horom {-um) hoggom {-um)
A. horua hogg ,
[^Ig^rr- sckiv^^t § 300. _Wie horr flektieren J)orr_ bäum (dicht), mgrr un-
acnnr. TnAA^ j^chmolzcner talg, soruar pl. t. männer (dicht.), jwií^ gesang,
^' ,^ ^ _rpiy.<yr haarbüschel (vgl. rogg § 315), mar, mar (§ 72, 2) möwe, tir
(§ 72 anm. 7) gott (dicht.), eigennamen wie Ni^hoggr, Siglryggr,
.T^.a.TjTT. fijp (auch Tijrr, gen. Jyrs u. s. w. nach § 293), ISorr u. ^.\ sporr
Sperling, geht auch nach § 330. Das charakteristische w darf
nur vor einem a oder e (i) der endung stehen (§ 244). In der
etwas späteren spräche wird aber durch ausgleichung oft w
auch in dieser Stellung beseitigt, oder es dringt auch vor dem
u der endung ein (vgl. § 244 anm. 2).
Anm. 1. Gen. sg. endet auf -ar (seltener -s) bei sær, siör, sidr
(§ 72, 2) see und sncér, sniór, snidr schnee; vgl. § 293, 2. Hiprr schwert
h&t neben Mors auch hiarar (nach § 331).
veríckt^nA.cleT' Anm. 2. Dat. sg. ist oft ohne endung, z. b. Tý(fe), sné{fé), hor{ué)
^-^•'^•'^^'^ra (vgl. §293, 3).
§ 301. WieJiogg_ gehen Jwl Unglück, j?z/o/mehl, /gl dünner
schnee, sol eine art meertan^, p/ bier, /ior leben, smiorj^snwr;
dat. sg. auch sniyrui, s. § 92 anm. 1) butter, kigljjißt) fleisch,
skrðk Unwahrheit, lyng^ ]jng_(§ 79) heidekraut, glii^g_ wind,
hi[ß^gex^ie, {h)rœ aas, fré, frió samen, /cé betrug; heij (jimj)
heu flektiert auch wie ein ya-stamm (§ 304), dat. sg. also hege
neben heyfe.
mask.
nent r.
Sg. N. niðr
kyn
(jkifCoi^ ) Ge. niðs
kyns
D. niÖ
kyne {-i)
A. niÖ
kyn
§ 302—304. ja-stnmme. § 305. ia-stamme. 153
c) y« -stamme.
§ 302. Paradigmen: mask. nib?^ abkömmling, neutr. kyn
geschlecht.
mask. n e n t r.
Pl. N. niðiar kyn
G. niðia kynia
D. niÖiom {-mn) kyniom {-mn)
A. niðia kyn
303. i\Vðr (auch Jiibe nach § 336) ^teht fast ganz allein (^»^s^^^ (^
mit seiner flexion (die dagegen im aschw. sehr zahlreich ver- ^^ '^
treten ist). Yonjjém/r flügel, vœringr (gewöhnl. -yi nach § 336)
varäg, Ryger pl. t. einwohner von Rogaland, Grikker, Girker
pl. t. Griechen und vielleicht noch einigen Wörtern, welche ge-
wöhnlich als /-stamme flektieren, kommen in sehr alten hdschr.
hierher gehörige formen (nom. acc. pl. -m\ -ia) vor, deren i
doch wol nach § 204 zu erklären ist (vgl. dat. pl. véngom ein
paar mal in St. Hom.). Bei herr {hœrr) heer (s. § 324) fehlen
die entscheidenden kasus (nom, acc. pl.). — Sonst sind die
alten ja- stamme in die 2-deklination übergegangen.
§ 304. Wie kyn flektieren eine anzahl von Wörtern mit ^'^f'^^^>"
kurzer Wurzelsilbe: ber (bær) beere, sker {skcer) schären, ver (rd--^-^^^
(vœ?^) fangort,_^ kluft, þil diele, sel (sæl) sennhütte, fyl fohlen, . p a
men (mœn) haisschmuck, fen {fœn) sumpf, yren (yrœn) höhle, j;o^-'ji'
nes {nœs\ als Ortsname auch pl. Nœsiar, vgl. § 296 anm. 3) vor- o
gebirge, riL rippe? ly f arznei, nef {licef) nase, slef (slœf) kehr-
reim, geh (gœÖ) gemüt, veb (vceti) pfand, net (næi) netz, fiel
(flœi) fussboden, hreyy stürm, skegg (skœgg) bart, egg (œyg) ei,
^ ný neumond, skij (St. Hom, auch ski) wölke, yreyjgrðy) hündin,
/Jey schiff; spät und selten auch ein wort mit langer Wurzel-
silbe: éi schauer, guss.
Anm. Hey Qiey) heu geht auch wie ein «üii-stamm (s. § 301);_Hð dxMsa .1 kcLf^
Zicklein, gewöhnlich mö (auch f. nidar, selten neöar § 14U, pl. t. nach § 310) ^ ^
abnehmender mond und éi (sehr selten kyn) auch wie reine a-stämme (§ 290).
d) ia-stämme.
§ 305. Paradigmen: mask. /lirber hirt, neutr. kuébe gedieht.
mask. neutr.
Sg. N. hiröer {-ir) kuæðe
G. hirðes (-i.s) kuæðes
D. hirÖe (-i) kuæðe
A. hirÖe {-i) kuæðe
yu^_ *lwJfj^ - e 11*
mask. neutr.
PI. N. hirðar kuæöe
G. hirða kuæ(5a
D. hirðom (-um) kuæðom
A. hirða kuæðe
164
§ 306. 307. ia-stämme.
áK^£
icÜnae 'Ki
'f
cucl — e/f.
XAeh- fzric. )
Anm. Ein paar hierher gehörige nom. sg, m. sind vielleicht aus
der spätesten urn. zeit belegt: liroReR (By), HaermvulqfÍR (Istaby).
§ 306. Wie hirder gehen eine ziemlich grosse anzahl
von Wörtern (von denen jedoch die meisten der dichterischen
spräche eigen sind) mit langer Wurzelsilbe, z. b. þyrner dorn-
busch, lékner arzt, heller {hcellir) felsenhöhle, herser {hœrsir)
herse, mœker schwert und besonders eine grosse menge von
eigennamen wie Æger der meergott, Gylfer (auch Gylfe nach
§ 334), Suer r er , Skirner, Gr etter u. a. (s. Falk, Beitr. XIV,
20 ÍF.; Hellquist, Arkiv VII, 21 íF.). Ausnahmsweise ist die
Wurzelsilbe kurz, z. b. in den eigennamen Ymer, Hymer, Gymer,
Girner, Brimer, Mimer, Siner (Sievers, Beitr. VI, 286, 299, 355),
Glaser, Viler (gewöhnlich Vile nach § 336 oder § 334). Auf-
fallender weise fehlt der zu erwartende durchgängige i-umlaut
in einigen namen, wie z. b. Glaser, Þraser (Þráser?), Skorer
{Skorer?). Dagegen fehlt der umlaut lautgesetzlich in sehr
vielen Wörtern auf -ner, welche erst nach der umlautszeit
entweder überhaupt gebildet sind oder doch einen mittelvokal
synkopiert haben, z. b. Miqlner i^Melunir), Fäfner, Vafþriú^ner
u. a.; ebenso bei urspr. Zusammensetzungen, die hierher über-
getreten sind, z. b. Hamher, {H)lot5ver (vgl. § 295 anm. 5), Þórer
(^Þór-{g]œiRR, § 122, 1). Bei eyrer (.øf lyrjr) J^öre^' J^ejn gewichj)
fehlt auffälliger jweise der umlaut im pl. {aurar, aura u. s. w.).
Anm. 1. Im gen. sg. kann -ss neben -s vorkommen (§ 225, 5).
I Anm. 2, Gen. dat. acc.sg. werden bei dem eigennamen Mimer
ywiií4-. f'^j'^l oft wie von einem aw-stamme (§ 334) gebildet. Ausserdem kommt ein
-sjd.ox^e,-^! g^jj (nach §293) Mims vor. Ender ende geht im nom. sg. bisweilen,
a^cU[Tj. ^. -o-j im gßQ. sg. fast immer, im dat. acc. sg, immer wie ein a/i-stamm. Vgl.
I § 335 anm. und Gylfer, Viler oben.
Anm. 3. Im pl. muss das charakteristische i nach § 133 synkopiert
werden. Also hirdar aus *hirtíiaR u. s. w.
Anm. 4. In der etwas späteren spräche werden diese Wörter mit
durchgängigem r (gen. sg. kéknirs u. s. w.) flektiert, und dann entweder
nach § 293 (nom. pl. Icéknirar u. s. w.) oder nach § 294 (nom. pl. hellrar
u. s. w. zu hellir).
§ 307. Wie kuœtíe flektieren sehr viele Wörter, die ent-
oM^^Mm^- ^^^''Veder lange Wurzelsilbe oder auch zwei silben vor der endung
haben, z. b. dorne behauptung, enne^ stirn, merke (mœrki) merk-
zeichen, rike reich, enge (vgl. eng § 317) wiese; erfet^e (cerßbi)
arbeit, Grinde geschäft, for el Ire (-œllri; auch m. pl. -ellrar oder
r. OAxKe^^
^-^i-i)
§ 308. ó- Stämme. 165
-ellar, später -eidrar) eitern u. a. (s. Larsson, Ordforrådet,
s. 424 f.; Hellquist, Arkiv VII, 31 íf.). Kurze Wurzelsilbe vor
der endung kommt nur vor im vereinzelten nom. sg. þile
bretterwand (die übrigen kasus von þil, s. § 304), so wie in
späteren Zusammensetzungsgliedern, z. b. ungvlbe junge bäume
u. a. (s. Hellquist, a. a. o., s. 34).
Anm. 1. Im gen. sg. kommt -ss (z. b. oft in St. Hom.) neben -s
vor (§ 225, 5).
Anm. 2. Gen. dat. pl. von Wörtern auf -H, -qi, -xi müssen nach ^yy^a^e
§ 204 ein parasitisches i vor der endung aufweisen, also rifcm, rikiom zu ^/e
rike u. dgl. ''
Anm. 3. Lcéte betragen, laut hat gen. pl. lata, d a t. p 1. lóto'ynjw'ie
von lät nach § 296 und mit jderselben bedeutung).
Anm, 4. Von klcétíe kleid, fylke schaar, kerte Wachslicht, kiype
büschel kommen gen. pl. kl(Éd(n)a, fylkna (fylkia), kert(n)a. kippna vor:
zur erklärung (aus alten -im-stämmen) s. A. Erdmann, Arkiv VII, 7 5 ff.
IL ö-stämme.
§ 308. Die ö-stämme sind nur feminina. Die regel-
mässigen endungen sind:
PI. N. -ar
G. -a
D. -wm, -om (§ 125)
A. -ar
Sg. N. — (-u-uml. des wurzelvokals)
G. -ar
D. — (u-um\. des wzv.) oder -u, -o (§ 125)
A. — (i^-uml. des wzv.) oder -u, -o (§ 125)
Anm. 1. Nom. sg. endet um. auf -tt^ z. b. ^it/u (auf einem Sjæl-
ländischen brakteaten), alu (Arstad u. a. oft), lapu (auf drei brakteaten),
? Bir x[i]}^g II (Opedal); hiezu kommen die adj. -formen minu, lüiVu (Opedal);
vgl. noch lappische lehnwörter wie farro (isl. fgr) Wanderung, lavggo (isl.
laug) bad und finnische wie arkku (isl. prk) kasten, jpanku spange oder
(noch älteres -ö voraussetzend) runo rune, sakko sache. Die endung ist
später fortgefallen, wird aber durch den it-umlaut oder -brcchung des
wurzelvokals noch bezeugt.
Anm. 2. Gen. sg. ist um. nicht sicher belegt (þim]OR Tune?), muss
aber auf -ör (vgl. got. -ös) geendet haben.
Anm. 3. Dat. sg. ist aus urn. zeit nicht zu belegen, muss aber die
endungen -u und -ü (vgl. ahd. gebii, gebo) gehabt haben.
Anm. 4. Acc. sg. ist ebenfalls urn. nicht belegt; über die voraus-
zusetzende bildung s. Noreen im Grundriss I, 491 f.
Anm. 5. Nom. acc. pl. endeten urn. auf -ör, z. b. acc. runoR
(Järsbärg, Tjurkö). Ueber eine mutmassliche nebenform auf (nasaliertes)
-ö im acc. {runo Einang?) s. Noreen, a. a. o., s. 492.
Anm. 6. Gen. pl. um. auf (nasaliertes) -ö ist wol durch das späte
runo (Björketorp) belegt. Eine später ausgestorbene nebenform auf -onö
zeigt wol das ebenfalls späte runono (Stentofta); vgl. north, sor^ono u. dgl.
Anm. 7. Dat. pl. ist urn. nicht belegt.
166
§309—311, Reine o-stämme.
Als Unterabteilungen der ö-stämme haben wir, in analog-ie
mit den a-stämmen, aufzustellen: «^ö-stämme, yö-stämme, iö-
stämme und 'reine' ö-stämme.
a) Reine o - stamme.
§ 309. Paradigmen: sog säge, kerling (anorw. kcerUng)
.qct-c^ altes weib, Ingehigrg weiblicher eigenname. Sko gol (anorw.
3' ^ uMxrii. skagul) name einer valküre, ó fluss.
tVK^o(/sa^«-. Sg. N. sog-
G. sagar
D. sog
^Cucs cle^ DcJ'. A. sog
kerling
kerlingar
kerlingo
(kœrlingu)
kerling
PI. N. sagar kerlingar
G. saga kerlinga
D. sogom kerlingom
{sagum) (kærlingum)
A. sagar kerlingar
Ingebiorg
Ingebiargar
Ingebiorgo
(Ingibiargu)
Ingebiorgo^
(Ingibiargu)
fehlt
Skogol [Skagid)
Skoglar
Skogol (Skagul)
6
c
ár
Ó
Skogol (Skagul)
fehlt
ar
å
óm
ár
,:y^si(lhqehnil^^^j20.. % 310. Wie _^ geht eine ziemlich grosse anzahl von \/iecUv^
^, [yrlchT. wöi'tern, z. b. giorb gurt, /7obr (gen. ßat^rar) feder, rauf loch, 'TL'hí
■Ú-'T^' nól nadel, mon mahne, for furche, reim {i^ævm) riemen,^?2m ^i^,
Tj Tl (snæis) splitter u. a. (Wimmer, Forn. forml. § 33 A). Sehr viele
t'deuÁ^tti k^nen_auch wie z-stämme (nach § 325) flektieren, z. b. roð j
eJ.k-ßuMr reihe, Jend (lœnd) lende (selten nach § 325), gipf ^abe, taug dj^
■jL^lrT^ \dL^, tau, seil, sok_ rechtssache, skål schale, kue7m mühle, von^ (auch Ä*^
Ul.l^Ajrr^ vor) lippe, 77gs nase, barar (auch bgror nach § 340, selten barer l-L-uxi
'H 5f'^3 ^^^^ §325) pl. t. bahre u. a.; diese flexionsweise ist in derj^-f-f«*
IrM -&w<^T^ ^ ^P^*^^'^^ Sprache bei diesen Wörtern die gewöhnliche (bei einigen f^T*^
ryvo.bi.'M^^^^^auch die ursprüngliche). (Wimmer, Forn. forml. § 33 B). öf)i.^r^^^
^V / ' Anm. Ueber flik, tag, greip, sild, galeid, skeid, honk s. §346,3- f^ulí^
^'k^ ' ídw'^^^^^ ^ weibliches schaf s. § 347 anm. 3. . bð^^ 'KcÍ
'elk-jä.si^^^^ § 311 Wie j^er///z^ gehen zunächst die sehr zahlreichen ^ßh
' 'wV^'!/^ Wörter auf -ing und -o?ig {-ung), z. b. drotning herrin, lausong^
li unverlässlichkeit u. a. (Larsson, Ordforrådet, s. 425) ; ferner laug
bad, vok loch im eise, rdð (rœi^) das reiten, wagen, {}i)lit sg. t.
genüge, wioll sg. t. neugefallener schnee, hgll halle, ulL^S- ^^
wolle ,_ö/,j)7^(§ 73, 2, c) riemen, rgm {ræin\ rain,_or rüder, for
reise, Hleit^r (Lœibr) ein Ortsname, _paradis (auch -úfw^ nach
§ 341) paradies und wol noch einige. Alle diese Wörter können,
§ 312—314, Reine o-stämme. § 315. lüö-stämme. 167
besonders in der etwas späteren spräche, auch nach § 310
flektieren, die Wörter auf -ing, -ong jedoch fast nie.
Anm. 1. Gen. sg. zeigt bei laug die auffallende endung -nr im
anorw. laugurdagr (isl. laugardagr) Sonnabend. Vgl. § 340, 2.
Anm. 2. Selten, wenigstens in der älteren spräche, endet bei Wörtern
auf -ing auch der acc. sg. auf -o (-u) nach § 312.
Anm. 3, Hpll, for. Mit, reid, vok können, besonders in etwas å<tcle< wte.
späterer spräche, auch als i-stämme (§ 326) flektieren; vgl. § 310.
§ 312. Wie Ingehiorg gehen nur ^igennamen: die zusam-
mengesetzten auf -hiorg, -lang, -veig j-vceig), -lob, -Ulf {-lœif),
-run, -vor u. a. , z. b. Droplaug, Rannveig, Gunnlob, Asleif,
Gudrun, Skialdvor; ferner Ósk und fremdworter wie z. b. Katrin,
Kristin, Elin, Margret. '^^^^^^^ ^ef
Anm. Hie und da kommt neben der regelmässigen form ein acc.
sg. ohne -o (-u) nach § 311 vor, wie Osk (so auch im dat. sg.), Gidlveig,
Almveig.
§ 313. Wie Skqgol gehen nur Gondol name einer valküre,
Vlmor ein flussname und das auch im pl. vorkommende alen
(statt lautges. *«?/m, vgl. agutn. ein) oder (mit durchgeführter
synkope, vgl § 294, 2 und § 297 anm. 2, und dann regelmässig
nach § 310 flektierend) gln, qln (§ 111 anm. 2), óln (§ 147),
anorw. (dicht.) auch alun (wozu dat. sg. alnu nach § 311) eile;
der plural flektiert sowol als ö-stamm {alnar, álnar) wie als
2-stamm {alner, alner; vgl. § 310 und § 311 anm. 3).
§ 314. Wie 0 flektieren z. b. ^ro^wimper, j2Ó_rahe, rq reh,
þró Sehnsucht u. a. auf -ö (s. Wimmer, Forn. forml. § 38), elzlö
feuerstätte, r 6 (pl. roar^ oder rå (pl. rår; s. § 73, 2, c) ecke, ro
sg. t. ruhe, pro (auch nach § 346) trog, hru (vgl. anm.) brücke
[frü, tru u. a., s. § 340), kui bürde. Ueber die behandlung
des hiatus vgl. § 103 fí".
Anm. Brú hat pl. hrúar oder hrúr, anorw. auch hrýr (nach § 346)
oder hrdr (s. § 107 anm.), das letzte selten auch im gen. sg.
b) iüö- Stämme.
§ 315. Paradigma: dogg tau. ^^v^-
^ÍA^.'^cUaíVunA. Sg. N. d9gg
G. dogguar
D. doggo i-u), d9gg
A. dogg
fätcclew. Wie dggg gehen rggg (vgl. rgggr §300) Ziegenhaar, Iggg
die rinne in den dauben eines fasses, in welche der boden
PI. N. dogguar
G. doggua
D. doggom {-um)
A. dogguar
158 § 316—318. jö-stämme. § 319. iö-stämme.
eingefalzt wird, bgt5 kämpf (dicht.), sfgtí landun^splatz, gr pfeil,
ggUmr^ pl. t. anzug. lieber die behandlung des w vgl. § 244.
Anm. 1. Zu gr kommt auch pl. arer(§ 326) vor. Ebenso später
ixH e Í - <! L (laggir st. dpgg uar.
Anm. 2. Später werden hierhergehörige Wörter oft nach § 310 (also
ohne w) flektiert. ■
e) ^ö- stamme.
§ 316. Paradignien: ben {bœn) wunde, egg {œgg) schneide.
Sg. N. ben Qgg PI. N. beniar eggiar
G. beniar eggiar G. benia eggia
D. ben eggio (œggiu) D. beniom iþœniom) eggiom {œggium)
A. ben ^^g A. beniar eggiar
§ 317. Wie ben (selten ntr. nach § 304) gehen einige
Wörter mit kurzer Wurzelsilbe: skeljskœí) schuppe, J/ fusssohle,
jkyn (selten ntr.) einsieht, 5?/n läugnen, miniar pl. t. gaben zum
andenken, mil nutzen, fit Schwimmhaut, hrehiar (ræbiar) pl. t.
scrotum, jji^ band, klyf zweigeteilte pferdelast, des (dæs) heu-
sl^lcu- häufen, dys gYsibhügel^ fies (flæs) feis, dreQ(í {drægg) he fen; mit
langer Wurzelsilbe nur eng {œng)^MÍQ^Q (vgl. enge § 307).
§ 318. WÍG^egg_ flektieren nur wenige appellativa (sämmt-
lich mit kurzer Wurzelsilbe), wie hei (hæl) reich des todes, ey
{øy) insel; dagegen viele eigennamen, z. b. Frigg, Sif (pl. sifiar
Verwandtschaft) und besonders die zusammengesetzten auf -ey
(-■øy)y -ný, -yn oder -vin, z. b. Laufey, Borgny, Sigyn, Bigrgvin
oder Bigrgyn Bergen.
Anm, 1. Nom. sg. zu dem stamme maujð- Jungfrau heisst mœr
(aus ^mawÍR § 68, 2, vgl. got. mawi; erst jpäimid_ selten mey, noch seltener
meyia nach § 340 flekt), wie von einem iö-stamme (§ 319), aber gen. meyiar
(got. maujðs) u. s.w.; zu þý dienerin kommt eine seltene (dicht.) n eben-
form þir (aus *þiwÍR, vgl. got. þiwi), aber gen. þýiar (got. þiujos), vor,
Anm. 2. Dat. sg. kann, wenigstens in etwas späterer spräche, auch
endungslos sein, also nach § 317.
Anm. 3. Acc. sg. endet auf -io (-iu) bei eigennamen auf -ný (vgl.
§ 312).
d) iö-stäm.me.
§ 319. Paradigma: heibr Qiceit^r) haide.
PI. N. heiðar
G. heiða
hwi.^ kcutbL Sg. N. heiðr |?
^ D. heiðe (hœid'i)
D. heiðom {hœiðum)
A. heiðar
A. heiðe {hœidi)
Wie heibr flektieren eine anzahl von appellativen mit langer
vevi , skte Wurzelsilbe, z. b. byrt^r bürde, ébr eider, œbr (oder éb nach
§ 320. i-stämme. 169
§ 325) ader. Jlé^r flut. veú5r {vœi^r\ jagd, rey^ (rsy(5r) forelle, Vx^^.^^
Agrð^ føewobnl. pl.) schulter,^g//r^g/^X A^ss, /g^^r (fæstr) band,'^«^^^^' l-^
erm^J^ærmf) ärmel , /?///r fülle , g]iltr sau , mýrr sumpf, eurr
jsyrr) sandufer; ferner die zahlreichen eigennamen auf -dis
(und das lehnwort abhadis äbtissin, aber dis ehrwürdiges weib
nach §325), -eit){r), -{f)ri^{r), -gert5r {-gært5r; so auch Gert^r ^ M^r , ^vJ
und pl. gerbar kleidertracht sowie anorw. almosogærbar almosen, ^Hiídr, jf'rúj-
aber gerb handlung nach § 325), -gubr oder -gunnr, -hildr,
-unn oder -ubr oder -unnr, -þrúbr und die seltenen auf -elfr
{-celf?'), z. b. Þordis, Ragneibr, löfribr, Sigribr, Þorger'6r, Þorgubr,
Ragnhildr, I(5unn, Sigþrúbr, Þórelfr.
Der zu erwartende /-umlaut fehlt in einigen hierher über-
getretenen /- oder ö-stämmen, wie gubr (§ 201) kämpf (dicht.)
und den namen auf -gubr, -þrúbr (der umlaut im namen
Þrýbrekr, Þrijrikr ist wol nach § 65 zu erklären), -unn\ über
brúbr, væt (r (und nip i) vgl. § 325, 3; elpír § 346, 1. Zu anorw.
ælfr fluss kommt ein alter gen. sg. ohne umlaut im Ortsnamen
Alfar^hæimr vor (s. Bugge, Arkiv II, 209 íf.) ; vgl. anm. 1.
Anm. 1. Nur scheinbar ist die Wurzelsilbe kurz in merr (mœrr; stamm
*marhiö-, ahå. nieriha) stute; im anorw. kommt selten gen. sg. mar ar Yor.
Anm. 2, Im nom, s^. fehlt die endung bei den namen auf -dis
(und abhadis) statt "^-diss (§ 217, 1), -unn (aber daneben -udr, -unnr mit
-r) und in alten anorw. hdschr. auch sehr oft bei den namen auf -œíð(r)
und -{f)ri(5{r). Dagegen fehlt -r nur scheinbar in ex {*sksR § 217, 3),
ox, ex {œx), ax axt.
Anm. 3. In der späteren spräche endet der nom, sg. oft auf -i
wie dat. acc. ^^^^ ^^
Anm. 4. Wörter wie gi/gr riesenweib, rf'/gr weib (dicht.), ylgr wölfin cc^
schieben nach § 204 vor a, o (u) der endung ein i ein. Ausnahme macht - l
helgr {hcelgr), pl. heigar, feier.
III. ?'- Stämme.
§ 320. Die i-stämme sind maskulina und feminina, bei
welchen letzteren man eigentlich, ausser im acc. pl., dieselben
endungen wie bei den maskulinen erwarten sollte. Diese sind:
e - 'i
Sg. N. -r A^J . [n-éoiMA^
G. m. -S' oder -ar-, f. -ar
D. -
A. —
PI. N. -ir, -er
G. -a
D. -um, -om
A. m. -i, -e; f. -ir, -er
Die feminina folgen aber (bis auf wenige spuren s. § 325,
1, 2 und 3, § 326 anm. 1) im sg. der flexion der ö- stamme
(§ 310 und § 311).
170
§321.322. i-stämme.
Sg. N. gestr
akd.
lesitó
u.
Anm. Nom. sg. endet urnordisch auf -ír, z. b. Rlewagastiii
(Gallehus), SaligastÍR (Berga) und vielleicht ÞalÍR (Bratsberg), InÍR
(Möjebro), die jedoch auch wol ia-stämme sein können (vgl. § 305 anm.);
hierzu kommt das adj. marÍR (Thorsbjærg). Alle übrigen kasus sind
um. nicht belegt, ausser dat. pl. aus der spätesten zeit und in unursprüng-
licher form (s. § 291 anm. 8). Spuren der urspr. endung -wir (vgl. got.
-im) sind in der literatur nur das zahlwort primr drei und (mit -m aus
-mm -==z -mR, s. § 217 anm. 4) das adverbielle megen aus *-m we^im,
worüber s. § 218 und § 199 anm. 1.
§ 321. Paradigmen sind: mask. (/estr {gœstr) gast, stat5r
Stätte, elgr (celgr) elentier; fem. oxl achsel, rosi meile. ^/íi^ ß^KorrtW^^
maskulin^
staðr/ elgr
staðar elgs, elgiar
stað elg
stað elg
elger (œlgir)
elí^a
, ílH?/5
D. gest
A. gest
Pl, N. gester {gæstir) staðer
G. gesta staba
D. gestom stoðom elgipm
(gæstum) (stadum) (ælgium)
A. geste (gæsti) staðe eige (ælgi)
feminina f f^-
oxl -skiboi rost R cuxJ*. ve\i(\Ä^
axlar ski^<^cur rastar
0x1 ski-joiw rosto (rastu)
oxl " rost
axler sktbcmi^ raster
axla ' Oiy^ci rasta
oxlom , ^i^ rostom
(axlum) (rastiim)
axler . m^ raster
322. Wie gestr gehen recht viele Wörter, z. b. vapr
""^"Vj *^^ .^' j.angelschnur, bugr biegiing, hamr hülle, llik{h)amr korper, svipr
' "^ rasche bewegung, pytir pfütze, hör (dat. pl. hqm, heim, háum
§ 104) ruderdullen u. a. (Wimmer, Forn. forml. § 46). Ueber
die einzelnen kasus ist zu bemerken:
1. Im nom. sg. kommen, wie bei den «-stammen, die
§ 217 gegebenen regeln zur anwendung, z. b. ^éU bewohner
eines tales, hair mann (dicht), skellr {skœllr) klatschen, suanr
Schwan, griss ferkel.
Anm. J. In gutí (seltener goti, vgl. § 141, § 296) christlicher (selten
heidnischer) gott fehlt die nom.-endung, weil das wort ursprünglich neutr.
ist. In St. Hom, fehlt die endung einige mal auch im gen. sg.
Vötf -iiAyncU'^i^ Anm. 2. Dat. sg. hat bei gud immer, bei ndr leichnam bisweilen
die endung -e (^. ~~~ ~ "
2. Im jiom. acc. pl. haben viele Wörter -ar, resp, -a, wie
die ö-stämme, neben -er^^^^e {ir, -i). Solche sind hualr wal-
fisch, dalr (älter mit -ar, -a) tal, marr pferd (dicht), gut5
(vgl. anm. 1 oben), lýbr leute, stafr stab, Egt)er_iÆgbir) pl. ein-
wohner von Agber, griss_ ferkel, valr falke (die 4 letzten selten
mit -ar, -a), sår (pl. isl. såer, anorw. sär aus sáar). Ueber smiter,
Vermar s. § 293, 4.
CW-C-i
'iy^. v^Aytc-ktM .
<kU\ ^ui|>y: ?^ciir,^e5.^
§ 323. 324. i-stämme. 171
Anm. 3. Von hrcstr mangel ist der acc. pl. selten nach den n-stam-
men (§ 329) gebildet.
§ 323. Wie stabr flektiert eine ziemlich grosse anzahl l^f_ ^i^á^l
von einsilbigen Wörtern, wie (/ripr Kostbarkeit, jku^r hinter- c^vW. hxca/
Steven, þulr Sprecher (dicht.), konr geschlechtsangehöriger j,udM. sa^
(dicht.), geschlecht (nur in adv. wie z. b. allzkonar von jeder ^kA^r^r. stk
art), mar r meer (dicht.), hragr dichtkunst u. a. (Wimmer, Forn. j^^^^^^
fornil. § 45); ferner die zahlreichen^ Wörter auf -skapr (dat. pl.
isl. -skgpom § 76, anorw. -skapum) und -nabr (dat. pl. isl.
-nobo?Ji, anorw. -nabam), älter -not^r (s. § 117 anm. 2), wie z. b.
flandskcipr feindschaft, bwiat^r , -not)r Zubehör (über mánabr
s. § 344). Jedoch kommen bei vielen von diesen Wörtern
Schwankungen nach der seite der a- oder u-st'ámme vor:
1. Abweichungen nach § 293 sind: gen. sg. auf -s neben
-ar bei bxrr, ^orí^ söhn (dicht.), salr saal, skri(5r lauf, sultr
hunger, selten anderen; dat^sg^aM-g_(-i) bei fundr Zusammen-
kunft , sultr hunger^^toVy^ bedingung , feldr jfceldr) mantel ;
nom, acc. pl. auf resp, -ar, -a neben -er, -e {-ir, -i) bei feldr
mantel und matr (selten pl. -ar) speise.
2. Ganz wie w -stamme im sg. gehen in der ältesten
Sprache die Wörter auf -nobr, also: nom. fogno^r {fagnu^r)
freude, gen. fagnat)ar, dat. fagna^e, acc. fqgnob {fagnut)) ; etwas
später dringt -natSr, -na(5 in den nom. acc, aber -e im dat.
bleibt immer; ganz ebenso geht der personenname Mbobr
(später ]Sit5a()r). — Acc. pl. auf -o (-u) kommt, obwol selten,
bei Á:ö^/r_bedingung, {h)lufr loos, teil vor, ^^-jyuistx .
Anm. 1. Im nom, sg. kann -r fehlen bei_ m^iQr) freund, jmin(V),
jnonir^ sinn, unterschied; vgl. Aut^on (ags. Éachvine), Håkon (§ 225 anm. 1).
Zur erklärung s. Noreen, Arkiv III, J 4 f. note, VI, 3U8 f.
Anm. 2. Die Wörter auf -nodr, -nabr können im anorw. bisweilen
gen. sg. auf -nat^r (vgl. mdnad'r § 344) statt -natiar aufweisen; s. Gislason,
Um frumparta, s. 78 f , Wadstein, s. 104.
§ 324. Wie elg r gehen alle mask., welche /-umgelautete, j-^^^,o^ £ ^
entweder kurze oder auf g, g, k endende lange Wurzelsilbe <{rar <^^. cX
haben, z. b. þyir lärm, hehr (bce'^r) bett, vefr (vœfr) gewebe, C<n^. -i-f^i
slrijkr Sturmwind, veggr (væ/jgr) wand, [h)lijmr getöse, dtpir ik^^vc
getöse, bijlr windstoss, lierr {ltœrr\ nom. acc. pl. nicht belegt,
vgl. § 803) beer, gyss {*gys/i) spott, J^Ji JiP^jjr) tauwetter;
bekkr (bœkkr) bank , hekkr (Ijœkkr) bach , serkr (særk?-) hemd,
172 § 325. i-stämme.
'vKA-nf . (^lht sylgr trank, mergr mark, strengr\strœngr) strang u. viele a.
'^•'^'^^^^^'^^ (Wimmer, Forn. forml. § 41, b).
Croekr. Stø^- Anm. 1. Im gen. sg. haben glymr getose, qni/r getöse , Freyr
^cv^. V-a-nq^- (Frsyr) ein göttername, seggr (sœggr) mann (dicht.), drengr (drcengr)
junger mann, kengr (kœngr) biigel, sprengr (sprœngr) sprengen, belgr
(bœlgr) balg, suelgr {suœlgr) schhmd nur -s; hylr Schlund, ylr wärme, byrr
günstiger fahrwind, {h)ryggr vncken^JMr bach, þykkr verdruss nur (und
drykkr trank fast immer) -iar.
Anm. 2. Im dat. sg. kommt die endung -e (-i) sehr selten vor.
Anm. 3. Bør, hýr dorf, gehöft hat gen. sg. héiar (bóar), býiar (sehr
selten bøs, býs) und biár (§ 106 anm. 3), gen. pl. bøia, býia und biá, dat.
pl. bøiom, býiom {-um) und bidm (vgl. § 298 anm. 2).
Anm. 4. Einige von diesen Wörtern können auch wie reine a-stämme
flektieren, z. b. flekkr üecken, ^ekkrjsœkkr) sack (pl. also flekkar, -a u. s.w.,
nicht -iar, vgl. § 204).
§ 325. Wie gxl, also im sg. nach § 310, gehen die meisten
L lifectvsel isl.-anorw. feminina (besonders viele auf -d, -b, -t, -n), z. b.
'^sgegi^w : gQjrg gorgc, þokk dank, tí^ (scheint im ausdrucke i þann üb 'zu
x^rvt . /Ui.AA^a.f . j^^^j, zeit' mask. zu sein) zeit, vidd weite, í?oð tüchtigkeit, vist
^•n . IWfmvT. aufenthalt, norn norne, alle auf -on {-un, gen. sg. -anar, nom.
K Um . pl. -aner u. s. w., bald auch nom. dat. acc. sg. -an; umgekehrt
bisweilen, bes. in den ältesten hdschr., gen. sg. -onar; vgl.
§ 117 anm. 2) und -kunn, z. b. skipon (-im), -an anordnung,
varkunn nachsieht u. a. (vgl. Wimmer, Forn. forml. § 48). lieber
die einzelnen kasus ist zu bemerken:
1. Im nom, sg. ist die alte und ursprüngliche endung
\Mura. -r (vgl. got^_-^) noch erhalten bei Ih^br norne — ur(5r, yr'Ör
geschick, Verhängnis (dicht.) ist mask., s. Gislason, Aarbøger
1881, s. 242 f. — , naubjr) notwendi^keit , jubr, unnr welle
(dicht), hrubr braut, íx2i\x^véitr (seltener vettr, vitr, váttr § 142;
in Zusammensetzungen -vitr und dann ausnahmsweise mit nom.
acc. pl. nach § 343, z. b. hialmvitr valküre) wicht, wesen.
íf^ -Htl^e^icrU^ ^' ^^^- ^S' endet bei hiolp hilfe auf -^ in der Zusammen-
setzung hiolpsmabr hilfe. Bei den dichtem kommen solche
bildungen auch sonst vor, z. b. Hisingsbúar einwohner von Hising.
— Spuren einer uralten endung -eR (vgl. got. -ais) bieten wol
isl. vetter ges 'nichts' zu vettr, vettr und anorw. AI f er- in Orts-
namen zu dem in die flexion der iö- stamme tibergetretenen
œlfr (s. § 319 schluss).
lis xi-sf^A^el 3. Dat._acc. sg. von hrúbr und vettr enden auf -e (-?)
ÍA.. klii?. Wsi". nach §319. Ebenso einmal acc. von nipt Schwester. — Ein
§ 326. 327. i-stämme. 173
nach § 326 gebildeter dat. von vœttr, véttr scheint in vettoge
'nichts' vorzuliegen.
4. Alt und selten kommen nom. acc. pl. nach § 310 vor,
z. b. von Jiofn hafen, amhótt, ambótt dienerin. ^^ osTä^..^.
5. Gen. pl. von vœttr, véttr heisst ausser vetta (z. b. in
ekke vetta oder mit süffig, art. vceltanna 'durchaus nichts')
auch vetna in Zusammensetzungen wie hotvetna, -vitna 'was auch
-immer', hor vetna, -vitna 'wo auch immer'. Vgl. § 330, 4 und
§ 308 anm. 6.
§ 326. Wie rqst, also im sg. nach §311, gehen hr^t Kct^c^enl^.
weg, ond atem, rodd stimme, fold boden, erde, rnold staub, ,^ cdtt^cÁ
erde, old Zeitalter, grund erde, shmd zeit, rond rand, strond t^e>^^*
strand, /mrð tür. iorh erde, Ä/orÖ herde, />iöð volk, sol sonne,
von, 6n (§ 79 anm. 1) hoífnung, mqrk wald (vgl. mqrk mark
§343), slong stange, tqng zange, spqng platte und vielleicht
noch einige. Von diesen Wörtern gehen jedoch rond, strond,
rnork, stgng, tong, spqng im pl. {tqng und seltener mqrk auch
im gen. sg.) auch nach § 346 oder § 347; andere, wie qnd,
hiqrb, (selten) jort) auch nach § 325.
Anm. 1. Gen, sg. kann hei fold auf -s (vgl. § 325, 2) enden (dicht.).
Anm. 2. Alt und selten kommen in der dicht, spräche nom. acc.
pl. auf -ar (§ 311) vor, wie z. b. von old, iqrtí, sól. aJs osbu^^v^e,.
§ 327. Die /-stamme sollten lautgesetzlich im nom. acc.
pl., die mit langer Wurzelsilbe auch im nom. acc. sg. (§ 66, 1),
i-umlaut des wurzelvokals aufweisen. Aber bei sämmtlichen
Wörtern ist ausgleichung eingetreten (vgl. § 67), entweder zu
gunsten des nicht umgelauteten vokals, wie in m. (nach § 323)
stabr (agutn. stepr) statte, saut)r (agutn. soyþr) schaf, skurer
(aschw. skyrp f.) scheeren, stuldr (aschw. slyld f.) diebstal,
sultr (aschw. sylt f. und suiter m.) hunger und (nach § 322) slagr
(agutn. slegr) saitenspiel, f. urt (aschw. ijrt) pflanze, sqgn (aschw.
scegn) sage, vqrn (aschw. vœrn) Verteidigung, lunder pl. (agutn.
lyndir) fleisch (dicht.);
oder zu gunsten des umgelauteten vokals, wie in m. (nach
§ 322) gestr gast, glépr Übeltat, lýt)r (aschw. liuper und lyper^
leute, helgr balg, hekkr bank u. a. auf -^, -g, k (s. § 324), vielen
nur im pl. vorkommenden völkernamen, wie Préiider, Vesifylder
u. a., seltener in f. wie (den auch nach § 310 flektierenden)
■je/T^
174 § 328. 329. n-stämme.
døl thai, æs schuhlocb, Jiéf?' birkenrinde, gymhr juDges weib-
liches schaf;
oder es sind doppelformen entstanden, wie m. hun^ (seit.
hyrr) söhn, Huner, Hxjner (und Húnar § 293) Hunnen, (h)lumr (seit.
hlymr) griff des ruders, dünn (seit, dynn) flocke, fundr (seit, fyndr)
Zusammenkunft, hurbr (seit. f. hyr(5) geburt, ur^r, yrbr Verhängnis
(vgl. § 325, 1), fúrr (seit, fýrr^) feuer (dicht), ýrr (gewöhn!, úrr,
pl. úrar § 293) auerochs, anorw. glyggr (gew. gluggr, pl. -ar § 293)
lichtöftnung, þylr (seit, þutr) lärm, (h)lynr (seit, hlunr) ahorn;
f. o/í, íé// himmelsgegend, familie, sólt^ sœlt vertrag, kuón, kuœn,
hausfrau, bón, bén bitte, sión, sijn sehen, þurfl, þyrfi bedarf, tylft
(seit, tolft) zwölfter, nautir (jiaut), seit, neyt)) notwendigkeit, sladd,
skyld schuld, vœtlr (seit, valtr) wicht, wesen, iþrótt (seit. pl.
iprøtter) sport, ftöh, fløt) (vgl. (lehr § 319) flut, gnött (seit, gnøit)
genüge, Zusammensetzungen auf -(}i)ut), -ijty oder -{h)ugb, -yg(5
(s. § 233 anm. 2), brút^r (aber hryllaup neben hrullaup, brúhlaup
hochzeit) braut; vgl. noch anorw. Alfarhœimr zu œlfr (§ 319 schluss).
IV. ?i- stamme.
§ 328. Die w-stämme sind nur maskulina (über das fem. hond
s. § 346 anm. 1, das neutr. fé s. § 298 anm. 1; über sonstige spuren
neutr. w-stämme s. Noreen, Arkiv I, 166 f.). Die endungen sind:
PI. N. -ir, -er(i-uml. d. wurzelvük.)
G. -a
D. -%mi^ -om
A. 1) -u, -0
2) -i, -e (i-uml. d. wurzelvok.)
Sg. N. -/• (t^-nmlaut d. wurzelvok.)
G. -ar
D. 1) -i, -e (i-uml. d. wurzelvok.)
2) — («-uml.d. wurzelvok.)
A. — (w-uml.d. wurzelvok.)
Anm. 1. Nom. sg. endet urn. a,uí -ur. Beispiel ist HaukoJniR oder
HawukoþuR (Vånga), wahrscheinlich auch waruR (Tomstad). Vgl. aus
späterer zeit: aschw. run. sunuR (isl. sunr), StikuR (isl. SUgr) und das
adj. karuR (isl. gorr).
Anm. 2. Gen. sg. und der ganze pl. ist um. nicht belegt.
Anm. 3. Dat. sg. endet urn. auf -m. Beispiel: Kunimu[nydiu (Tjurkö).
Anm. 4. Acc. sg. endet urn. auf -i*. Beispiel ist magu (Strand);
vgl. aus späterer zeit simu (Sölvesborg, sowie in aschw. und adän. run.).
§ 329. Paradigmen sind: vgndr zweig, figrdr meerbusen.
"-R Sg. N. vondr fiorör PI. N. vender firðer {-ir)
fiarðar ! G. vanda fiarða
G. vandar
D. vende, vond
A. vond
firÖe {-i) D. vondom {vandum) íioröom {fiartium)
fiorð
"Hzt^sA l^f ivaW'
A. vondo {vandu) fiorðo {fiar'da)
vende ,
ioLO^Jlix/- ^cxjOA^a (^-ir^aJ- <^^ ^i^ri
§ 330. li-stämme. 175
8 330. Wie voyidr ^eht eine ziemlicli a-rosse anzahl von cLt^e^tén <
Wörtern, z. b. volb^ feld, bolkr balken, groptr (gen. graptar,'^^^^^-'^'^ '-
später graptrar u. s. w.) grab , hoiir (später auch hattr) hut, , v^V ^^!!^
kottr (und kailr) katze, kqkkr klumpen, knorr (gen. knarrar) ß^T^l t^
handelsschiff , vorr (gen. varrar) ruderzug, sporr (auch nach r^ k Z'' /
§ 300) Sperling, vibr h(^lz, wald, vegr (auch nach § 293) weg, g -L^^y^/r)
kuitlr (auch nach § 293) wortkram, Jiþgr^ bug, ^;/ó^/r (gen. ^^^X^y^
blásiar, später hlåstrar u. s. w.) blasen , þreskoldr türschwelle,
alle auf -óttr (später -áitr; vátír zeuge geht nach § 293), z. b.
hótir art und weise, þólir abteilung u. a. (Wimmer, Forn. forml. g^.(^J^J
§ 50 und § 51). Ueber pretlr, siigr, jml^r s. § 293, 4; hrestr - "íx^ . l^
s. § 322 anm. 3; kostr, {h)lu(r und die Wörter auf -Jiobr s. § 323, 2;
fótr, fingr, velr, 7nánat)r s. § 344. Ueber die einzelnen kasus
sei bemerkt:
Ijbimiyi) 1. Im nom, s^'. fehlt sehr oft das -r \)ú_son(r), smijr} Tem slö^we c
fÆru(u) söhn; über gr7i Sjdler, spmri jspcéner), spónii (% 73, 2, c, vgl. § 79 '^J'^jJ ^',
^"^ anm. 1; pl. spøner) span, ó^á^ (auch nach § 293 und so fast ^ >^'^r
immer in der bedeutung 'balken') heidnischer gott ,_ór^(pj.
auch nach §^293) bote s. § 217, 3 und 1. ^
2. Gen. sg. endet auf -s oft bei vgrbr wacht, bisweilen
bei li()r glied. Sc-n^c^ .SuA.ti, in^hr. Jieiymäcutr. \iWi ■ bro^h-f. -/cwc oÍíIa. <
3. Dat. s^. ohne_endung (j>Qjj^) ist etwas später als der ^'^
form auf -i {vende) und nicht bei allen Wörtern belegt.
Anm. 1. Vcm dem nur im sg. gebräuchlichen vertír {vœrt^r) malzeit
kommt neben vertie selten ein alter, lautgesetzlicher (s. § 139) dativ virtíe
vor. Vgl. § 331.
4. Gen. pl. von vegr (auch nach § 293 — urspr. auch
als /-sjamm^s. § 3_20_anjii. — flektiert) weg heisst ausser j^^
auch vegna (vgl. § 325, 5, § 308 anm. 6 und ags. sunena u. dgl.)
in adverbiellen ausdrücken wie minna vegna meinetwegen u. dgl.
5. Acc. pl. auf -i (wie vende) kommt in der ältesten
literatur nur bei wenigen Wörtern (alternativ) vor: so)ir^ sunr (acc.
pl. sane, syne), oss {æse), órr {ære) und Umr (auch f. pl. nach
§ 309, selten m. pl. nach § 293) glied, zweig. Sonst zeigen sich
solche formen erst später, werden aber immer gewöhnlicher.
Anm. 1. Der weclisel von umgelauteten und nicht umgelauteten
formen hat bisweilen ausgleichung und doppelformen veranlasst, z. b. sønr
(acc. son, gen. pl. søna u. s. w.) neben sonr, œrr neben órr, dat. sg. Moste
neben hlædc; vgl. auch naraen wie Æstrídr (gewöhnl. Astri'd'r) zu óss.
Vgl. § 327.
176
§ 331. ii-stämme. § 332. 333. an-st'ámme.
^-U^Uv^íZCiSí
Anm. 3. Das urspr. zu § 331 gehörende (vgl. § 92 anm. 1; § 93) te^]-
(§71, 3) neben togr, tuqr (§ 149, 3) zehner flektiert in den ältesten
hdschr. : sg. nom, tsgr, gen. tegar, pl. nom, tiger, gen. tega (s. L. Larsson,
Isl. hdskr. rio. 645, 4^^, s. XXXIX); später tigr, tegr^ tsgr, toqr, tugr, ^en^
tigar. tegar u. s. w. ohne jeden Vokalwechsel.
§ 331. Wie fior^r\ also mit schon uv^erm. i-umlaut (§ 139).
im dat. sg. und nom, pl., mit brechun^ in allen tibriffen kas_us,
/^^ gehen kioh] kiel, higrn (^biornR) bär, hiqrtr hirsch, migbr met,
skigldr Schild und der eigenname Nigrbr. Ueber higrr schwert
"sTSOÖ^anm. 2. '
B. 72-stämme (schwache deklination).
I. ö5/z-stämme.
§ 332. Die ö/i- Stämme sind maskulina (über fem. vgl.
§ 334) und neutra, die eigentlich, ausser im nom. sg. und nom.
acc. pl., dieselben endungen haben sollten, nämlich:
mask.
neutr.
Sg.
N. -i, -e
-a
D.
-a
D.
-a
A.
-a
mask.
PI. N. {-a oder -nn)
G. -na
D. -{n)um, -{n)om
A. {-a oder -nu, -no)
neutr.
-u, -0
-U, 0
Die maskulina haben aber (bis auf wenige spuren, s. § 334,
3 und 4) im pl. die flexion der öi-stämme (§ 292) angenommen.
Anm. 1. Nom. sg. m. endet um. auf-«. Beispiele: Wiwüa {Yehlüugs-
næs), Niuwila (Varde), Erla (Etelhem), Harhja (Skaäng), IIar[%\qa (Vi),
Muha (Kragehul), Hariuha (Sjæll. brakt), wol auch -loirp (Vi), La[n\tía
(Jondal), Auja (Skodborg), vielleicht auch -wmct^era (Kragehul) ; wozu das
adj. fanauisa (Sjæll. brakt.). Spät scheint -e vorzukommen: -daude
(Björketorp). — Nom. sg. ntr. ist nicht belegt.
Anm. 2. Gen. sg. endet um. auf -an. Beispiele: Praivhjan (Tanum),
vielleicht auch Kepan (Belland), -an (Tomstad). Vgl. finn. lehnwort
maanan-tai montag.
Anm. 3. Dat. sg. endet um. auf -an (vgl. jedoch Noreen im Grund-
riss I, 494). Beispiel: witabahalaiVan (Tune).
Anm. 4. Acc. sg. und der ganze pl. (jedoch vielleicht gen. pl. auna
Sjæll. brakt.) sind um. nicht belegt.
§ 333. Paradigmen sind: mask. hane hahn, harpare
harfner, hrgtt (anorw. hryti) haushälter, päe pfau; neutr. Maria
herz.
K/i/n
O^cc.
kc
Ji5Í".~a Sg. N, hane
L<5Í.-o|j^ Q- D A håna
§ 334. aw-stämme.
maskulina Sk^e . (x.yv^\>tru> .
17?
Pl.N.
G.
D.
harpare
harpara
harparar
harpara
horporom
{harjyarum)
harpara
bryte {bryti)
brytia
brytiar
brytia
brytiom
(brytium)
brytia
pae
på
par
på
pom
n e u t r.
hiarta
hiarta
hiorto (hiartu)
hiartna
hiortom
{hiartum)
hiorto {hiartu)
oÅd.
l-KJi/rxc
han ar
håna
honom
{hanum)
A. håna harpara brytia på
§ 334. Wie hane geht eine sehr grosse anzahl von masku-
linen, z. b. ar fe (der) erbe, grarme nachbar, måne mond, time {-i)
zeit, mos kue (-/; dat. pl. moskom, -nm § 244) maske, felage
g-enosse, har dage kämpf, skabe schade u. a.; ausserdem der
weibliche eigenname Skabe (die drei dichterischen benennungen
des weibes: sprakke, suanne und suarre sind mask.), lieber
die einzelnen kasus ist zu bemerken:
1. Auch der nom, sg. endet auf^^ bei den lehnwörtern
hei^ra (neben heiTe und seit, harre) herr, sira herr (besonders
von geistlichen) und (sehr seit.) postola (gewöhnl. -e) apostel
pr of eta (gew. -e) prophet. lo^,j>fciU -
2. A CC. sg. von ande geist kann bisweilen (z.b. in St. Hom.
und No. Hom.) ande statt -a heissen; ebenso einmal landskialfie
st. -a erdbeben.
3. Tm pl. zeigt uxe {uxi), oxe ochs eine eigentümliche
flexion : nom, acc. yxn {*yxnn, *yxnR, urn. "^uhsniR; vgl, ags.
(pxen) oder ðxn (beides später auch als neutr. gebraucht), gen.
yxna, ßxna (analogisch statt Hixna, "^oxna, aschw. uxna, got.
aúhsne), dat. yxnom, Jðxnom. Flexion nach § 292 (nom. pl.
uxar, oxrrr u. s. w.) kommt erst später vor. — Eine andere
urspr. endung des nom. pl., nämlich -a (vgl. got. -ans) ist in
'indeklinablen' Wörtern, wie z. b. somfet)ra {-fœt)ra), -mét)ra
'diejenigen welche gemeinsamen (-e) vater (mutter) haben' be-
wahrt. Ueber spuren der urspr. endung -nu des acc. pl.
s. Noreen im Grundriss I, 495.
4. Im gen. pl. kommen (ausser bei uxe, s. 3 oben) spuren
der alten endung -na (neben -a nach § 292) vor in einigen
Wörtern, die sämmtlich männliche wesen bezeichnen, der dichte-
rischen spräche eigen sind und oft das n aus dem gen. in die
übrigen kasus des pl. eindringen lassen: gume mann, skate
'eminenz', hragnar pl. 'principes' (sg. Urage als name), flotnar
pl. Seeleute, gol{n)ar pl. 'Goten' (sg. Gate als pferdeuame).
i^u
Norceu, Altel. gramm. 2. aufl.
12
178 § 335—338. an-summé
§ 335. Wie harpare ^eben alle mask, auf -are, z. b. dó-
mare richter, skapare Schöpfer, leikar e gaukler. Weil diese
Wörter ursprüngliche m-stämme sind (vgl. got. -areis, ahd. -äri),
zeigen sie in alter zeit noch oft -ere {-œrí) neben -ai^e (vgl.
§ 121, 1 und § 64).
Anm. Spuren der iirspr. flexion (nach § 306) kommen in alter zeit
sehr selten vor, z. b. nom. sg. gangvere{r) kleider, gen. sg. nmtares falke,
vartares ein fiscbname.
§ 336. Wie hryie (aus Hjijtie § 235) gehen alle mask.
auf -hygge (-i),^-inge j-i), -nyte {-i), -skegge {-skœggi), -v ere {-vær i),
-vwke_{4), z. b. aptrhygge krieg:er im hinterteiL_des^ ^chiffes,
erfinge (der) erbe, arfnyte (der) erbe, eyiarskegge^ Inselbewohner,
skipvere einer aug^jer Schiffsmannschaft, illvirke missetäter;
ferner stet5e (s(æbi) amboss, vile wille,_^;?^ði^/^pate, abüe führer
einer sache vor gericht, skyte schütze, skyle könig (dicht), iigg e
Jygge im^i^Jde^g^jklæ^i). heuschober, bremse, einher e {ceinhcen}
kämpfer (in Valhall), Jyrke Türke, nibe (s. § 303) und die
Personennamen ^gg/g iBœli), Ihe, Vige. Auch nach § 334 gehen
z. b. ab ile, skj^Je, selten bryfe, vile und die auf -vere; auch nach
wic-sh § 300 im pl. die auf -bygge.
§ 337. Wie páe, also unter beachtung der in § 103 ff.
enthaltenen regeln, flektieren einige wenige Wörter, wie z. b.
de urgrossvater,^/7Qg (dat. pl. fiíó?7i) sumpfige stelle (pl. als Orts-
name anorw. Flóar und Fldr, vgl. § 72 anm. 2), J)Ú£ (dat. pl.
büm) bewohner, k?iúe knöchel, lé (alt lée; gen. sg. liá aus léa
u. s. w.) sense, klé stein zum straffziehn des gewebes, Vé (gen.
sg. Véa u. s. w.) ein göttername.
Anm. 1. Im nom. sg. kommen später die formen lidr, kliär neben
lé, klé vor.
Anm. 2. In gen. pl. ist wol eine spur der urspr. endung -7ia (vgl.
§ 334, 4) in dna-sótt (viell. urn. aima, s. § 332 anm. 4) altersschwache (zu
de) bewahrt, s. Läifler, Arkiv III, 188 f., 287 f.
§ 338. Wie hiaria gehen die wenigen neutr. auf -a: aiiga
ovga\ äuge, eyra {ßyra\ ohr, lunga (nur pl. belege) lunge, nyra
niere, ok{k)la (auch m^^^iWe^ach j_334)j£iiöchel, sima (auch m.
sime nach § 334) seil, huka rad, hiöna, Jiíútio^J^y im sg. vor-
Jkommend) dienstbote, biúga wurst, eista hode, llagbrjóskahYix^i-
knorpel, heima^ hei mat, (h)no{ía knäuel, leika Spielzeug, vib-
beina Schlüsselbein, yy?^ðy/?z<?^^«_ígewöbnl. ^e_jmcli^ E34) mittel-
punkt. Von diesen haben im anorw. wenigstens ouga, f) yr a
§ 339. 340. on-, tln-stamme 179
und Maria nicht selten (s. Wadstein, s. 14) im nom. acc. pl.
-un (wie im asehwed., vgl. got. -öna) statt -u. Im i sl. ist diese
endung nur im pl. hión, hiún (neben hiú) ehegatten, liausleute
belegt; der urspr. dazu gehörige sg. hiá ist (ausser in dem aus-
druck i hiá) nur als präpos. 'bei, neben' im gebrauch und wird
als subst, ersetzt teils (und gewöhnl.) durch die nach dem pl.
neugebildeten formen hiön, hiún oder hióna, hmna (diese formen
in dieser bedeutung auch als nom. acc. pl. vorkommend), teils
durch das m. hije 'diener', über dessen Verhältnis zum ntr. hiá
(wie m. sime neben ntr. sima u. dgl.) vgl. § 72, 6 und anm. 7.
IL ön-, w?z- stamme.
§ 339. Die ön-, ?7/z-stämme sind nur feminina (über mask.
vgl. § 340). Die endungen sind:
N.
-a
PI. N.
-ur, -or
G.
-U, -0
G.
-na
D.
-U, -0
D.
-um, -om
A.
-U, -0
A.
-ur, -or
Anin. 1. Nom. sg. endete urn. auf nasaliertes -ö. Beispiele sind
vielleicht Hariso (Himlingøje), Lepro (Strårup), Fino (Berga), Talhp (V i)
vgl. übrigens finn. lehnw. kaltio (isl. kelda) quelle, saatto (isl. sdta) lieu-
haufen u. a.
Anm. 2. Gen. sg. urn. auf -ön ist viell. I^hpn (Steinstad). Die
isl.-anorw. endung setzt jedoch urn. -ün (vgl. ahd. -ün) voraus {-ön gäbe
-ä), welches auch in finn. sunnun-tai sonntag vorliegt und in -u über-
gegangen vielleicht in urn. arazeu (Stentofta, Björketorp).
Anm. 3. Dat. acc. sg. und dat. pl. sind urn. nicht belegt.
Anm. 4. Nom. acc. pl. sind urn. nicht belegt, müssen aber auf
-ün (vgl. ahd. -ün) geendet haben, wie aus acc. lq[n]kmuprku (wäre isl.
^lmigniúd'ryo) 'm der sehr alten aschw. inschr. von Kürnbo hervorgeht.
Wahrscheinlich ist die hieraus lautgesetzlich entwickelte endung -ii auch
im isl.-anorw. hie und da erhalten, nämlich regelmässig beim schwachen
adj. (z. b. gótio die guten), selten beim subst. (z. b. nom. pl. skófo 'späne'
in Haustlong, kirkio 'kirchen' in St. Hom.), endlich im zahlwort ellefo
(ællifu) elf. Die gewöhnliche endung -ur, -or hat wol ihr -r analogisch
von den übrigen deklinatiouen übernommen. Vgl. Bugge, Ant. tidskr.
f. Sv. V, 101 f,; Läffler, Tidskr. f. Filol. N. R. IV, 285 f.; Noreen im Grund-
riss I, 496.
Anm. 5. Gen. pl. ist urn. möglicherweise durch arhhjano (?Tune) belegt.
§ 340. Paradigma ist yaia Strasse.
Sg.
N. gata
PI. N. gotor (gatur)
G. goto igatu)
G. gatna
D. goto {gatu)
D. gotom {gatiim)
A. goto {gatu)
A. gotor {gatur)
1 12* • /
-■ — La, _ ^ ^
~^ O -^ . 0
icryy\ . -iéryi^
-^- — O _ ^ . 0
_^— ia-r iU
180
§ 340. on-, ?<?i-stämme.
So flektieren noch eine sehr grosse anzalil von femininen,
wie z. b. tunga zunge, siiarna (^en. pl. stiarna § 223) stern,
^^_{gen^_sgMsl^^^o/o}jräj^d , hylgia (gen. pl. hylgna (§ 236)
woge, kb^kia feen, pl. kirkna § 236) kirche, Freijia (Frøyia, sehr
selten Freyfd) name einer göttin, volua Wahrsagerin (gen. sg:.
_j^o/ö__§__2áá4 so auch slongua Schleuder und der eigenname
Roskua), Groa feen. Gi^ó § 103)_ein eigenname, trua feen, trú
§ 103; auch nom. Irú nach § 314 flektiert) glaube, skuggsiá
feen. -^/ó § 104) u. a.; ausserdem, einige wenige maskul., z. b.
skytta (vgl. skyte § 336) schütze, helia iluetia) mutiger mensch,
kempa {kœnv^a^ auch kappe nach §334) kämpfer, rj///rt_ schuft
(die drei letzten auch f.) und die personennamen Sifka, Skuta,
i<ryy..e^tí^,'3 Ella, Sturlü, Úrókia (vgl. Kock, Skandinavisches Arkiv I, 1 ff".).
f;/^ ?"7^íjéber die einzelnen kasus ist zu bemerken: " ^^'^^-^ ■ ^^ - ^^'
l^^. ^. eAe eh P»/^>^\, N 0 m. sg._i_s^ ohne^ endung J)ei_/rw (bisweilen frau,
frou, sehr alt frúua, frauva, froua, frouva) frau, Imsfrú (später
auch hustru § 247, 1, b) hausfrau, iungfrú Jungfrau. Später
kann frú im sg. auch nach § 314 flektieren.
Anm. 1. In No. Hom. kann nom. sg. (sehr selten) auf -u, -o wie
der acc. enden, wie umgekehrt (etwas häufiger) acc. sg. auf -a wie der
uom. (Wadstein, s. 103 und 100).
2. Gen. Sg. kann im anorw. (selten) auf -ur, -or (wie
im agutn.) enden, z. b. (in Cod. Tunsb.) kirklur, siefnor zu
kirkia kirche, stefna Zusammenkunft. Im isl. sind solche
formen nur aus Zusammensetzungen belegt, z. b. kleppor-nes
neben kleppo- (und kleppa?^-, vgl. § 311 anm. 1) Vorgebirge,
eisor-fala riesin zu elsa feuer, ^eigo(r)-skot feindlicher schuss.
Vgl. Noreen im Grundriss I, 496.
3. Gen. pl. endet auf -la statt -na bei denjenigen Wörtern
auf -ia, die unmittelbar vor dem % einen anderen konsonanten
als ^ g oder k haben, z. b. lilia lilie,^mið7a schmiede; ferner
auf -a statt -na bei den Wörtern auf -siä, z. b. åsiå (gen. pl.
åsiå § 103) aussehen, fürsorge. Von diesen letzteren können
einige, besonders in etwas späterer zeit, auch nach § 314
flektieren (sg. nom, äsio, -siä, gen. -siär u. s. w.).
Anni. 2. Von lona^ fetwa_(später auch kuinna) frau heisst der gen.
pl. kuenna oder kuinna (§ 139, 2, § 145).
Anm. 3. Bei den Wörtern auf -ua (und den weitaus meisten von
den übrigen) ist der gen. pi. nicht zu belegen.
iveüc
• /
§ 341. '<?i-stämme. § 342. Einsilbige stamme. 181
III. 7n-stämme.
§ 341. Die m-stämme sind nur feminina. Die endungen
sind: sg*. in allen kasus -/, -e\ pl. fehlt bei fast allen hierher
gehörigen Wörtern, sollte aber, nach ausweis von § 364 eigent-
lich nom. gen. acc. -i, -e, dat. -um, -om haben. Paradigma:
eile (celli) alter.
Sg. N.G.D.A. eile {œll%) "kbil^MUcje. j^m. cu^j^ -i
PI. fehlt.
Anm. Aus um. zeit ist kein kasus belegt.
So geht noch eine sehr grosse anzahl von Wörtern, meist
abstrakter bedeutung, z. b. frø'i)e (auch neutr. nach § 307) kunde,
Q]Æe_{cilcé(5i) freude, keie munterkeit, lete (lœti) faulheit, syiille
trefflichkeit, helge {hælgi) heiligkeit, he'ihne {hœibni) heidentum,
{h)lý()ne gehorsam, rettvise rechtschaffenheit, hygglande verstand
und viele andere auf -ande, -ende, -Í7ide {-i), -ynde (-/) u. noch a.
(Wimmer, Forn. forml. § 74). Zu den einzelnen kasus ist zu
bemerken :
1. Nom. sg. von myke dung hat die nebenform mykr.
2. Gen. sg. endet auf -ar bei q^rue tracht. garsime kost-
barkeit, rekende fessel, fiske (gen. fiskiar § 319 anm. 4, selten
fiske) fischfang (zur erklärung s. Noreen, a. o. 1, 491); bisweilen
auch bei cefe Zeitalter, milde milde. Die endung -/\y, -es zeigt oMt^'v^o.tur
sich nicht selten, z. b. bei rei()e (ræit)i) zorn, kristne Christen-
tum, ^/£rT/^7i£_ neugier , frœndseme {-sœmi) verwantschaft und
vielen andern, sowie auch oft in Zusammensetzungen, z. b.
ógle(^esklé^e trauerkleider (J. Dorkelsson, Athugasemdir, s. 7 ff.).
3. PI. kommt bei einigen wenigen Wörtern vor: gmrue
^ tracht, gðrsime kostbarkeit, lyge (pl. nom. ly gar, nicht -iar
^' 'u. S.W.) lüge gehen nach § 309; rekende fessel nach § 351; (c'^-^cL-)
freist(n)e Versuchung sehr selten nach § 321.
C. Die übrigen (konsonantischen) stamme.
1. Einsilbige stamme.
§ 342. Diese sind maskulina und feminina. Die endungen
beider geschlechter wären eigentlich:
Sg. N. -r
G. -r (i-uml. d. wurzelvok.)
D. — (i-uml. d, wurzelvok.)
A. -
PI. N. -r (i-uml. d. wurzelvok.)
G. -a
D. -um, -om
A. -r (t-uml. d. wurzelvok.)
182
§ 343—345. Einsilbige stamme.
Diese end ungen sind aber fast nur im pl. geblieben. Im
sg". nämlich flektieren die meisten mask. ganz wie u- oder
rt-stämme, die fem. ganz oder teilweise wie ö-stämme.
Anm. Aus um. zeit ist kein kasus belegt.
§ 343. Paradigmen sind: mask. /ó/r fuss, ??a^/ nagel; fem.
7^ong querband im schiffe, mork mark (geld oder gewicht).
maskulina
Sg. N. fótr nagl {^naglR%l[l,?,)
nagls
nagle
nagl
negl (nœgl; '^nœglR)
nagla
noglom
{nagliim)
negl {nægl; "^næglR)
G. fótar
D. fóte
A. fót
Pl. N. fótr
G. fóta
D. fótom
A. føtr
feminina i /
mork ^l
merkr {mœrkr) iW'-
mork f^
Kax
mork
rong
rangár
rong
rong
rengr [rœngr) merkr {mœrkr) itur'
ranga marka 1Cua>
rongom morkom /Ct</kvi.
{rangum) (markimi) ,
rengr {rœngr) merkr {mœrkr) i^ •
§ 344. Wie^otr, also im sg. nach § 330 (jedoch mit dat.
sg. nur auf -i, -e), gehen \_finQr (^ fingr R § 217, 3; also gen.
/)>2.^^r^r^_später fmQrs_ § 345, nom. pl. f'mgr^ finger (selten als ntr.
nach § 296 flektiert), vetr i^vettrR) winter, die volkernamen
Eisir(Æistr) pl. (auch ^?^^gr nach § 321) Ehsten, Vinter
"(spaté7_Fm^r § 183, 1, b) j3L_(später auch Vinder nach § 321;
gen. pl. einmal Ventja neben Vinba § 139, 1) Wenden, lamtr
pl. (ohne ^^-umlaut, also spät aus "^Tfimalr nach gen. Inmta
umgebildet;^ auch lamtar nach § 293) bewohner von Jämtland;
endlich das zweisilbige monohr, mánabr (vgl. § 323, 2; im pl.
auch als i-stamm, später sogar bisweilen auch als z<- stamm)
monat, welches wort übrigens allein (vgl. jedoch § 323 anm. 2)
unter den mask. auch den alten gen. sg. auf -r (mánabr, ana-
logisch auch mónobr, gleich nom. acc. pl.) aufweisen kann.
§ 345. Wie nagl, also im sg;. nach § 293, geht nur noch
mabr (s^lten^mmr, s. § 201; spät auch mann) mann, gen.
man{n)z, dat. manne (St. Hom, einmal mit artikel menn-enom,
die^ einzige^purj[^s_urspr. dat.; vgl, got, dat. mann), acc. mann,
pl. nom. acc. nien7i (§ 217, 4 b), ?nepr (§ 201), selten mennr, gen.
manna, dat. monnom imannuni). Die mit artikel versehene form
{menn-ener oder selten) menner (aus ^^menn-ner, vgl. § 401, 1)
wird als unbestimmte form (vgl. pl. gester u. dgl.) aufgefasst
und daher nochmals mit artikel versehen : menner-ner (selten).
§ 346. Einsilbige stamme. 183
§ 346. Wie rony, also im sg*. ganz nach § 310 oder § 314,
geht eine ziemlich grosse anzahl von Wörtern, z. b. hind hindin, \riuy^;\ii.lyu
drei f (drœif) band (aber </r^// streuen auch im pl. nach § 310), "^^ ^\ / i
hrik Í2Aú^ reikj^œik) haarfurche, ^/jzA: fliesse, rit schild (dicht.), ? "? "'
rist rist, _^ (gen. tår, pl. tcer^ zehe, fló (pl. flør\ floh, /7ó Schicht,
lo regenvogel, klo klaue, ro eisenplatte, hrok hose, jíö/jfischnetz-' M^t. Aá
und nicht wenige andere, von denen jedoch die meisten viel- ^y^-
fache Schwankungen nach andern paradigmen aufzuweisen haben:
1. Auch nach § 347, also mit /-umgelautetem gen. sS.
auf -r, flektieren : ák {ceik) eiche, ük__ hündin, ^œ{{}ng_\)QÍi^ tong
zange, ork kiste , nólt, nóll^ (§ 73, 2, b; gen._sg. nétr, náttar)
nacht; selten mork wald, bók buche, buch und_o/£í (im sg.
auch, bes. anorw., celptr, nach § 319 flektiert; im pl. gewöhnlich
alpter nach § 321; ausserdem kommen noch sehr unregelmässig
acc. sg. elptr oder elpt, gen. pl. elptra, dat. pl. elptrom vor)
schwan (vgl. § 150 anm.).
•^ 2. Auch nach § 311, also mit dat. sg. auf -u, -o, können
im sg. flektieren: r ond rand, sir ond strand, grind gitter, stong
stange, morkjw^A^ S(e{i)ng bett und natt, nott nacht.
3. Auch im pl., also durchgehends, nach § 310 können
flektieren: ßk zipfel, greip {grœip) hand, sild häring, skeib
(skœití) schiff, galep {-Iceit)) galeide, /o^ wurzelfaser, selten honk
handhabe, lieber pro ausgehöhlter bäum oder stein, brü brücke
s. § 314 mit anm.
4. Wie /-stamme können im pl. flektierem: skei(^ (skceib)
schiff, spong platte, _ íong^ zange, gewöhnlich glpt (vgl. 1 oben)
schwan, selten gnd ente, glóp glühende kohle, ki7id wesen,
familie, sehr selten (dicht.) /jol busse, spät stob stütze, welche
Wörter also ganz nach § 325 gehen können; ferner rond, strond, v^^keUi
^\^^- grjnd (selten), s^fm^ mork wald, die also ganz nach § 326 ^
^ ""X. flektieren können (vgl. oben 2).
Anm. 1. Dat. sg. von /^^^m^Miand lieisst hende, weil das wort alter
^-stamm ist (got, hnmhi.fi)- ,spiitcr_aiich honcl
Anm. 2. Nom, acc. pl. kinnr, kVd'r zu kinn wange, tetir, tenn.
Jennr zu tonn (aber Hildetannr) zahn erklären sich nach § 217, 4, b und
§ 201 ; niýss, lýss, gœss, hrjjim zu mm maus, las laus, ßos gans, hrún augen-
braue nach § 217, 1 \ ertr (œrtr) pl. (gen. erim u^. s. w.) erbsen nach § 217, 3.
Ueber (h)notr, hnetr (netr, bisweilen gen. nata, dat. natimi neben nota,
resp. notom) und ste'd'r, stetür zu {h)not nuss, stod' stütze s. § 07 anm.,
§ 80 und § \A->.
(5U^. ov-is.
OlS
184 § 347. Einsilbige stamme. § 348—350. r-stamme.
Anm. 3. ^Pj/rr^ {später auch dyr) ^L tür kommt in älteren hdschr.
auch als ntr., jedoch nur im nom. acc, vor. In etwas späterer zeit
dringt der i-umlaut im gen. dat. pl. ein: dyra, dyrmn statt älteren dura,
durom.
§ 347. A¥ie mork flektieren: kiwrk {kucerk) kehle, miolk
^milcb, vik bucht, £?/? fels (dicht.) und, wenn auch schwankend,
die oben (§ 346, 1) erwähnten eik, lik, sé{í)ng, tong, ork, nóít,
?iwrk wald, bók, olpt ; ferner ký?' kuh, ^jir sau,_^ weibliches
schaf. Die drei letzten Wörter bewahren noch im nom. S£'.
V die alte endung -r, welche dann ß-umlaut des wurzelvokals
c^.á,.ci.<ynv hervorgerufen hat (vgl. dat. acc. sg. kú, sú, o).
Anm. 1. Gen. sg. von miolk ist ohne i-umlaut (miolkr), weil spät
aus *niiolokr {^melukiR, vgl. got. miluks) nach nom. acc. umgebildet (vgl.
lamtr § 344); pl. ist nicht belegt.
Anm. 2. Wenn kýr un(Ls;/r_als beinamen gebraucht werden, können
die formen gen. sg. sýrs oder sýrar, súrar statt sýr, dat. acc. sg. ki'/r^
sýr statt kú, sú vorkommen.
Anm. 3. Nom, acc^pl. auf -«rj[§ 310) kann bei kiiet-k vorkommen;
ebenso im pl. slagdr {*-dar) weibliche schale, die geschlachtet werden
sollen (das simplex 6 statt cér, nach § 314 flektierend, ist sehr selten).
IL r-stämme.
§ 348. Die r-stämme sind maskulina und feminina. Pa-
radigmen sind: mask. faber vater, fem. motter mutter.
Sg. N.
mask.
fem.
mask.
fem.
faðer
móðer
Pl
N.
feÖr (fœdr)
móðr
G.
foðor ifatSiir)
móðor
G.
feöra {fœdra)
móðra
feðr ifœdrl
móðor
D.
feðrom
móðrom
foÖor {fadur)
{fœd'rum)
A.
foÖor (fab'ur)
móðor
A.
fe?5r (fœd'r)
móðr
Anm. 1. Aus um. zeit sind nur nom. sg. siuestar (Opedal) und
nom. pl. tíohtrÍR (Tune) belegt.
Anm. 2. Ueber nom. acc. pl. fedr, mødr {'"fœdrR, *mødrit) s. § 217, 3.
§ 349. Wie faöer geht nur noch bróber, pl. bróbr, bruder.
Anm. 1. Später und ziemlich selten kommen die formen fedr, hrødr
auch im gen. acc. sg. {febr sogar einigemal im nom. sg.) vor.
Anm. 2. Von /aðerkann (dicht.) in Zusammensetzungen eine flexion:
sg. nom. -fptír, gen. -fp^rs, dat. acc. -fotir vorkommen, z. b. valfpör eia,
name Odeiis^ Später und selten kommt fptir auch als simplex vor. —
Ein gen. sg. isl. (z. b. St. Hom.) fpd'ors, anorw. (z. b. Cod. Tunsb.) fadurs
ist einigemal belegt.
§ 350. Wie mó()er flektieren nur noch dólíer (nom. acc,
pl. døtr, selten dóiír § 224) tochter, sysler (-/;•) schwest^r.
§ 351. ?2i?-stämme. § 352. Dekl. der adj. 185
Anm. Selten kommen im dat. sg. mødr, døtr (nach § 349) vor.
Später und ziemlich selten treten dieselben formen auch im gen. acc. sg.
auf. Ein nom. sg. mób'r ist anorw. (z. b. Cod. Tunsb.) einigemal belegt.
III. 7id-^t'ámme.
§ 351. Hierher gehören fast nur maskulina. Die flexion
ist im sg. die der schwachen ß?i-stämme (§ 334), im pl. die-
jenige der einsilbigen stamme (§ 342). Paradigma ist gefande
geber.
Sg. N. gefande
G. gefanda
D. gefanda
A. gefanda
PI. N. gefendr
G. gefanda
D. gefondom (-andimi)
A. gefendr
So flektieren alle substantivisch (sehi- selten auch ad^
jektivisch) ^'ebrauchten participia präs. (meist nur als raask.
gebraucht), unter welchen drei zu reinen_su_bsjantJTen_geworden
sind : fiande (selten fiände § 114, 1; nom. acc. pj, ohne umlaut
fiandr § 64) feind (zu ftci hassen), frende (mit aus dem pl.
fréiidr, alt und selten fricendr, entlehntem umlaut) verwanter
(zu frki lieben), hicande (anorw. auch bóandé) oder bonde
(§ 103), pl. hi'iendr, héndr, selten hóendr, bauer (zu búa wohnen).
Sonstige hierher gehörigen Wörter s. bei Sütterlin, Gesch. d.
nom. agentis, s. 25 f.; Falk, Beitr. XIV, 42.
Anm, 1. Nicht selten ist der i-umlaut aus nom. acc. ^^Jn^ den_dat:
(selten gen.) pl. eingedrungen, z. b. búendom, bøndom {gen. bønda sehr
selten) zu bilande, bonde; anorw. dómœndum richtern, misgœrœnduni misse-
thätern.
Anm. 2. PI. rekendr (der seltene sg. rekende geht nach § 341)
fessel ist gewöhnlich fem., sehr selten neutr. oder mask. Sehr selten
sind auch die pluralformen rekander f., rekende (-indi) ntr.
Anm. 3. Zu anorw. œigande eigner kommt auch pl. œigandar
(§ 293) vor.
Anm. 4. Spuren der einstigen starken flexion auch im sg. kommen
hie und da noch im gen. sg. (vgl. got. nasjandis) vor, z. b. sianz-vitne
Zeugnis eines sehenden, segianz-saga hörensagen, fianz-bod botschait eines
feindes u. a. Zusammensetzungen ; vgl. Brate, Bezz. Beitr. XIII, 3S f., Bugge,
Arkiv IV, 139, Falk, Beitr. XIV, 41 f. Ausserdem ist der urspr. konsonant-
stamm in Zusammensetzungen wie dugand-ma'dr taugender mann u. a. be-
wahrt, s. Falk a. o.
Kap. 2. Deklination der adjektiva.
§ 352. Die weitaus meisten isl.-anorw. adjektiva können
im positiv und superlativ sowol stark als schwach flektiert
186 § 353. Starke adj.-dekl.
werden. Die schwaehe flexion wird gebraucht, wenn das adj.
vom artikel bestimmt steht (z. b. enn gó(5e konongr der gute
könig), oft auch im vokativ (z. b. gó(^e konongr! guter könig!)
und als beiname (z. b. Håkon gó^e H. der gute); sonst kommt
fast tiberall die starke flexion zur anwendung. Dagegen wird
der komparativ nur schwach flektiert.
Anm. üeber die im pos. und sup. nur schwach flektierenden adj.
s. § 363, § 364, § 385—387. Nur stark gehen z. b. allr all, wiðV mittlerer,
sialfr selbst, sumr irgend ein, annarr ein anderer.
A. Starke deklination.
§ 353. Eigentlich müsste man bei den adj., in Überein-
stimmung mit den Substantiven, a-, ö-, i- und t<-stämme mit
ihren verschiedenen flexionen erwarten. Dies ursprüngliche
Verhältnis ist aber durch zwei Vorgänge schon in urgerm. zeit
durchgreifend verändert worden:
1. Die -i und ^^-stämme sind mit den a- und ö-stämmen
zusamm.engefallen. Diese Veränderung ist in urgerm. zeit (vgl.
das got.) noch nicht ganz durchgeführt, im isl.-anorw. aber in
allen formen.
Anm. 1. Alte it- stamme können bisweilen noch in isl.-anorw. zeit
als solche erkannt werden durch das neben einander Vorhandensein von
formen ohne und mit i-umlaut (vgl. den gegensatz von got. har dus nom.:
hardjana acc. sg. m.), z. b. gorr {*garwu-) und gsrr {*gariüia-) fertig,
glgggr (got. glaggiviis), gløggr genau, deutlich, snpggr, snegyr mit kurzem
haare, hurtig, gnyr (got. aggivus), ^ngr eng, piokkr (piukkr, * pekkwu-)
und pykkr {* pikkwia- § 92 anm. 1) dick, isl. stklp- und anorw. sti/p{fa(íer)
stief(vater). Vgl. folgende fälle, wo die doppelheit erst durch Zuziehung
des ostn. ans licht tritt: isl. purr (vgl. got. paúrsus) und aschw. perr,
pirr (beides aus '''Þyrr) trocken, isl. punnr : dän. tynd (aus "^pynn) dünn,
isl. sniallr : aschw. snilder tüchtig, isl. liótr : aschw. lyter hässlich, isl.
hartir : aschw. (seit.) hœrper (got. Jiardus) hart, isl. skiötr : aschw. skyter
schnell, aschw. galder : isl. gcldr unfruchtbar, aschw. starker : isl. sterkr stark,
aschw. lugn : isl. lyyn still, aschw. liö : isl. hh/r lauwarm, aschw. napper :
isl. hneppr spärlich, aschw. kucer (got. qaírrus) : isl. kuirr (und kyrr,
s. § 71, 7) ruhig u.a. — Bei den i-stämmen kommen derartige doppelformen
selten und nur bei kurzer Wurzelsilbe vor, z. b. \^\. framr : aschw. frœmber
aus *frœmr (ags. freme) hervorragend, aschw. saker : isl. sekr schuldig. —
Vgl. Söderberg, Forngutnisk Ijudlära, s. 12: Noreen, Sv. Landsm. I, 691 f.,
733; Arkiv I, 167 f.
Anm. 2. Noch in urn. zeit und sogar in den allerältesten aschw.
inschr. haben die i- und ^t-stämme wenigstens im nom. sg. m. (s. § 320
anm., §328 anm. 1) ihre alten formen bewahrt, z. b. finn. lehnw. tiaris
(isl. dgrr) teuer, urn. marin (isl. mctrr) berühmt, aschw. karim (isl. ygrr) fertig.
mask.
fei
Sg--
N.
-r
— (it-iim!
G.
-s
-rar
D.
-nm, -om
-ri, -re
A.
-an
-a
Pl.
N.
-ir, -er
-ar
G.
-ra
-ra
D.
-um, -om
-lim, -om
A.
-a
-ar
§ 354. Starke adj.-deklination. 187
2. Etwa die halbe anzahl der alten nominalen endungeu
sind von pronominalen (den endnngen des pron. demonstrativum,
got. sa, SÖ, þala) verdrängt worden.
§ 354. Jedes adj. flektiert sowol als a- wie als ö-stamm.
Jener tritt in m. und ntr., dieser im f. auf. Die endungen —
die von der substantiv-dekl. abweichenden kursiv gedruckt —
sind nun:
n e u t r.
, wurzelv.) -t
-s
-U, -0
-t
— (u-iiral. d. wurzelv.)
-ra
-um, -om
— (it-uml. d. wurzelv.)
Anm. 1 . Von den mit pronominalen endungen versehenen kasus ist
bei eigentlichen adj. aus urn, zeit nur acc, sg. m. minino (Strand; vgl.
§133 anm.) und vielleicht nom. pl. m. siipstejt oder stjostenl (Tune) belegt.
Zu vergleichen sind aber die urn. belege bei einigen adjektivischen prono-
minen. — Die wenigen belege (nur nom. sg. m. und f.) der mit nominalen
endungen gebildeten kasus sind schon § 291 anm. 1, § 308 anm. 1, § 320
anm. und § 328 anm. 1 angeführt worden.
Anm. 2, Nom. acc, sg. ntr. sind selten nominal statt pronominal
gebildet, also ohne -t (vgl. got. blind neben blindata), z. b. (in St. Hom.)
vertí, all, (in No. Hom.) lang, mild, (in Cod. Tunsb.) half, slik u. a. m.
neben gewöhnl. vert werthes, allt alles, langt langes, milt mildes, halft
halbes, slikt solches. S. Noreen, Arkiv VI, 361, 366 und im Grundriss I,
502; Wadstein, s. 141. In adverbialem und substantivischem gebrauch
sind dagegen solche formen häufig, z. b. saman zusammen, sialdan selten,
miok viel, d metial zwischen, í gegn entgegen, diúp tiefe, full becher, hol
loch, liós licht, verð werth, eigen eigentum u. a. (s. verf a. a. o.).
Anm. 3. Dat. sg. ntr. hat selten statt der (nominalen, urspr.
instrumentalen) endung -u, -o (vgl. as., ahd. tagu, -o) die pronominale
-um, -om (vgl. as. blindumii, got. blindamma), z. b. (in St. Hom.) ollom
allem, gótiom gutem, o(^rom anderem, hundrafoldom hundertfältigem, réttom
rechtem, vielleicht auch die präpos. milloni und gegnom (s. anm. 5); vgl.
adäu. thotivarem = isl. þöpóro {pó at hvóro) nicht desto weniger.
Anm. 4. Acc. sg. m. zeigt im 14. jahrh. oft (z. b. in der Flateyj år-
bok) die endung -ann statt -an, s. J. Porkelsson, Breytingar ii myndum
viðt., s. 35. Vgl. die partikel sVdann (in alten hdschr.) neben sidan seitdem.
Anm. 5. Dat. pl. hat wol spuren der pronominalen endung -im, -em
(vgl. got. hlindaim) aufzuweisen in den präpos. (i) millem (anorw. auch
mellcm neben millim § 139,1) 'zwischen' neben millom {{inoTy/.millum, mellom}
188
§ 355, 356. Adj. a-, o-stämme.
aus *mít)líwi § 210, 4) zu (d, í) metíal (ahd. metal 'medius') und isl.
gegnem (einmal belegt) neben gegnom 'durch' zu gegn 'gerade' (vgl. § 357
anm. 1). S. Noreen, Arkiv VI, 362 f.
Anm. 6. In den 'Rimur' des 15.jahrlis. fehlt bisweilen jede endung
bei einem nach seinem subst, stehenden adj.
355.
a) Reine a-, o- stamme,
Paradigmen: spakr verständig, gamall alt, grär grau.
mask.
Sg. N. spakr
G. spaks
D. spokom {spakum)
A. spakan
^. Ui^d^. _P1. N. spaker
"' ^ • - G. spakra
X. — D. spokom (spakuui)
_, ^^' A. spaka
i^^^j^^^I^^^S^g. N. gamall § 217, 1
G. ganials
D. gomlom (gamluni)
A. gamlan
PI. N. gamler
G. gamalla
D. gomlom (gamlum)
A. gamla
Sg. N. grár(r) § 221, 2.
G. grás(s) §221,2
D. grom § 104
A. grån § 103
Pl. N. gráer
G. grár(r)a
D. grom
A. grå
fem.
spok
spakrar
spakre
spaka
spak ar
spakra
spokom {spakwDi)
spakar
gom ol {gamul)
gamallar
gamalle
gamla
gamlar
gamalla
gomlom (gamliwi)
gamlar
gr(} V-otei. l>-M
grár(r)ar iroUhrcx/f
grár(r)e 1rc#r^
grá
grár
grár(r)a
gróm
grár
IroMta.
"o/T
n e u t r.
spakt
spaks
spoko (spaku)
spakt
sp9k
spakra
spokom {spakuiu)
spok
gamalt
gamals
gomlo (gamlu)
gamalt
gomol (gamul)
gamalla
gomlom (gamlum)
gomol (gamul)
grått § 221, 2 VoAt.ircL
grás(s) <\nJUí.VxL^
gro Artp-ho
grått \rcM^
gro
grár(r)a
grom
gro
§ 356. Wie spakr gehen die meisten adjektiva, z. b. siúkr
krank, ku^r, kunnr (§ 201 und § 217, 4, b) bekannt, iafn_{% 217, 3)
eben, venn (§ 217, 1) schön, heill (§ 217, 1) gesund, fagr (pl. fagrer\
§217,3) schön, huass (pl. huasser\ § 217,3) scharf, viss (pl.
viser \ § 217, 1) weise, die auf -attr wie hárólir behaart, part.
prat, auf -a(5r wie kalla^r genannt, superl. auf -astr wie spakasír
verständigst.
lieber die kasus, die das paradigma mit den substanti-
vischen a- und ö-deklinationen gemeinsam hat, s. was dort
§ 3o7. Adj. a-, o-stämme. 189
angeführt worden ist. lieber die abweichenden kasus sei
bemerkt:
1. Im nom. acc. sg. ntr. assimiliert sich dem -t ein vorher-
gehendes d, ð (§ 210, 1 und 2); // wird dann nach konsonanten
und in unbetonter silbe gekürzt (§ 228; § 225, 5). Z. b. hUnt
zu hlbidr blind, féíj zu fuddr geboren, hreiti zu breibr breit,
hart zu harhi- hart, fast zu fastr fest. Mit zu hittr gefunden,
kallat zu kallath^ genannt, f^^. kgtí^-
Anm. Ueber mart (später margt, markt) zu margr mancher s. § 245, 5 ; ,
iam{n)t znjafn eben § 245, 8; satt (statt zu erwartenden ^srríií) zu satSr, hi^-u^j'uf^ /
sannr wahr § 207, 2, a; gott (neben qótt) zu^dð?' gul § 114, 4.
2. Im gen. dat. sg. f. und gen. pl. ist bei Wörtern auf-/,
-n, -r, -s zu beachten die verschiedene behandlung des an-
lautenden -;• in den endungen -rar, -ri, -ra nach den in § 217
dargestellten gesetzen. Z. b. gen. sg. f. vcennar zu venn schön,
linrar zu linr mild, iafnrar zu iafn eben, sahrar, sannrar zu
satjr, sannr wahr; vissar (später visrar) zu viss weise, huassar
(später huassrar) zu huass scharf; heillar zu heill heil, hollrar
zu hollr hold; bitrar zu Utr (pl. bit r er) bitter.
§ 357. Wie gamall gehen die meisten zweisilbigen Wörter Xs.ac/jiac^
mit kurzer ableitungssilbe, z. b. hugall aufmerksam, fgroil {fa?iill) al<xJc^UjQÍ£:-
umherstreifend, litell (pl. liil_er, litler § 114, 3) klein, mikell
{mykül § 74); opemi offen, alle part, prät. auf -Í7in, wie bundenn
gebunden; aut)egr Ye\(i\i,mátte(/r (pl. wcUlker § 184, 1, a) mächtig,
móloc[r (målogr) gesprächig, heilagr (pl. helger § 115) heilig;
rif)k{k)uet)r (pl. ywkper, nekter § 244, § 183, 2; seltener nok{k)uet)r)
nackt, alle part. i3rät. auf -/ðr, wie m/gðr gewählt; mit^urspr. f^fy^-pr^l
ganger ablejlungasilbe (miss (^jMnissR), ymiss (§ 114, 6), anorw.
auch imiss (§ 126) wechselnd.
In betreff der synkopierung ist zu bemerken:
1. Die synkope unterbleibt in folge ursprünglicher länge
des ableitungsvokals in den pari prät. auf -abr (got. -öþs),
z. b. kallabr genannt; in folge des starken nebentones in
heimell {hœimiíí), heimoll {hœimuU) verfügbar, bisweilen auch in
andern Wörtern auf-/, z. b. vesall elend; nicht selten (besonders
in etwas späterer zeit) bej_den Wörtern auf -</: endlich nicht k^t^ti- tk^cLi
selten in ynusj (dann pl. ijmisser neben ymser, ijmser, imsir. ^^ÖWp^^^HA.
2. Die synkope ist durch ausgleichung in allen kasus
durchgeführt worden bei den Wörtern auf -ihr, die schon in
190 § 357. Adj. a-, ö-stämme.
der ältesten hdsclir. keine nicht-synkopierten formen im g'en.
dat. sg. f. und gen. pl. mehr aufweisen. Später haben sie
durchgehende synkope, also nøkpr, nðktr statt nðk[k)uet)r,
val'^r statt väletir. Wenn die Wurzelsilbe auf t) oder t endet,
ist die synkope schon in der ältesten spräche durchgängig,
z. b. glaåår (nie '^gla^e^Sr) erfreut, huailr (nie "^huatebr) ge-
schärft.
Anm. 1. Auch von ýmiss kommt bisweilen ein imregelmässig syn-
kopierter gen. pl. yms{r)a vor. Neben megenn kräftig steht ein durchsynko-
piertes megn (über das substantivierte ntr. megen, megn, magn s. § 297 anm. 2
und § 354 anm. 2). Nur synkopierte formen, aber teils mit, teils ohne i-
umlaut (vgl. § 294 anm. 1 und § 297 anm. 2) sind durch ausgleichung ent-
standen bei gegn gerade, vorteilhaft, gagn-stigr richtweg, i gegnom, ggg-
noni durch, í gegn, gogn entgegen, gagn-vart gegenüber, gagn (selten gegn)
vorteil (substantiviertes neutr., s. § 354 anm. 2).
Ueber die bildung der einzelnen kasus sei bemerkt:
3. Im nom. acc. sg. n. wird bei den Wörtern auf -in7i
das n dem t assimiliert, it dann verkürzt (§207, 2, b), z. b. heitiet
zu he'i()enn heidnisch. Ueber heilakt (ebenso gen. sg. m. ntr.
heilaks) zu heilagr u. dgl. s. § 184, 1, b.
Anm. 2. Ueber litelig mikell s. unten 5.
u/i^A^.'R- 4. ^eber die behandlung des anlautenden r der endungen
^^'iíL'h^a&t■'=yylck^^v^ jm^eihjat. s_g^ f . und_gen. pl. s. § 217, 1; also gen. sg. f.
r l>ekc^dcit. Jiemellar zu heimell, heihennar zu hcii)erm. Von ýmiss kommen
txti^'ivrxi^ neben iimissar, -sse, -ssa später ijmisrar, -ri, -ra vor (8 217
* i (:5Síx/r all™- !)•
^^ 'í-s-rt^ 5, Im acc. sg. m. haben die Wörter auf -hin statt der
Endung -an nur -n (vgl. § 133 anm.), z. b. krisienn (nicht ^krist-
nan, wie häufig im aschw.) zu h^istenn christlich. — Li lell klein
und mikell gross bilden ^owol acc. sg. m. als auch nom, acc.
sg. ntr. von einem adj, auf -m?2, also acc. sg. m. litenn, mikenn,
nom. acc. sg. ntr. lilet, m'ikei, woneben als adv. lit i^lilu? oder
nach § 226 aus) litt (vgl. § 137 anm. 1) wenig, miok {^meku,
gr. (ityd) viel.
Anm. 3. Ueber die doppelformen im nom. sg. f und nom. acc.
pl. ntr. vesgl, heilgg oder vesol, heilog {hœilug) zu vesall elend, heilagr
heilig s. § 76, § 117, 1 und § 121, 6.
Anm. 4. Nom. acc. pl. von i/miss haben bisweilen die ganz unregel-
mässige form ymse.
Anm. 5. Ueber die flexion yfrenn, ýrenn, ørenn reichlich, pl. ýrner,
érner s. § 231 und Noreen, Arkiv VI, 312 f.
/^
§ 358. Adj. rt-, ö-slämme. § 35Ó. icd-, iuo-stiimme. § 360. ja-, jo-st. I9l
§ 358. Wie grár flektieren eine ziemlich kleine anzalil cL^ "hu^^^l^ a
von Wörtern, z. b. blá?^ blau, {h)rár raub, fär gering- an zahl, ^^f -L^*^ vo
smdr gering, þrár trotzig, /mar tüchtig, spar prophezeiend, die
auf -skar (z. b. herskár kriegerisch), irúr'^ xreu , jj^)/^ lau u. a.
Anm. lieber späte formen wie acc. sg. m. grárm, dat. pl. gramn n. a.
s. § 103, § 104.
b) iva-, tüiJ- Stämme.
§ ^59. Paradigma folr bleich,
mask. fem.
Sg. N. folr
(;. fols
D. folom {folnm)
A. fduan
PI. N. folner (foluir)
G. folra
D. f9lom {fglmn)
A. folua
fol
folrar
folre ifolri)
f9lua
foluar
folra
folom {folum)
foluar
n e u t r
folt
fols
Mo ifolit) iií^ -,-e 5^^
foit 3^"-^ d<^^ sxa
fol stófe//- áfe^íur sfa
folra stómj
folom {folum)sicP^ffM — ji
fol ^ sftffÄ, S-ftffvT Mit
So flektiert eine nicht grosse anzahl von Wörtern, z. b.
iriUMir treu, þrgngr eng, þifkkr, JAokkr, fnokkr (þiukkr § 90 anm.) d^^^- ^y^V
dick, kuikrjaikr^ (§ 72, 11, § 220, 2) lebendig, x^Mr rasclL .(y^rr, \x^y!fa<f^^^<.
gorr, gerr {gœrr\ § 353 anm. 1) bereit, orr (pl. orwer) rasch-, frei- k^o^k^--^^
geb]g,^wss (pl. hosuer) grau, />^6''% /r/ör fruchtbar, mœr, miór, miár T^^y J^^tüc
schmaf, sjgjr, slior, sliär stumpf u. a. (Wimmer, Forn. forml. § 82). -þ^^^, '
Anm. 1. lieber späte formen wie fplvum, fglvu vgl. § 244 anm. 2. ^
Anm. 2. Bei adj. auf langen vokal (z. b. slcér) ist § 221, 2 zu be-
achten-, also nom. acc. ntr. slcétt, sliótf, slidtt, gen. pl. slœr{r)a u. s.w.
Anm. 3. Hár, alt liór (§ 72 anm. 1) hoch, frár, fror hurtig gehen ^ ^
auch (besonders in etwas späterer zeit) nach §3^. Auch sonst (z. b. bei "^*^ oprÁ/fU^.
þykkr dick, myrkr dunkel) kommt schon ziemlich früh eine flexion ohne
das charakteristische ic (also nach ^ 356) vor. Joi-J^
Anm. 4. Dyggr treu, {h)ryggr betrübt, myrkr dunkel und vielleicht
noch einige andere gehen auch nach § 360.
c) ja-, ^0- Stämme.
§ 360. Paradigma sekr (anorw. scekr, vgl. § 220, 1) schuldig.
mask.
Sg. N. sekr
G. seks
D. sekiora {scekkium)
A. sekian
PI. N. seker (sœkir)
G. sekra
D. sekiom {scekkium)
A. sekia
fem.
sek
sekrar
sekre {sœkri)
sekia
sekiar
sekra
neutr.
sekt
seks 'h^éCsl 'Hy
sekio (sækkiu) Tu^Kntt _
sekt <yujLcL^ ^yiuia-
sek
sekra
Tu
i
tu
sekiom {sækkium) sekiom {sækkium)
sekiar sek
192 § 361. 562, Schwacíie adj.-deklinatíoil.
So gehen ziemlich wenige adj., von Wörtern mit kurzer
Wurzelsilbe nur mipr mittlerer und nýr — ntr. nytt, gen. sg. m.
und ntr. nýs{s), f. mjr(r)ar u. s. w. (§ 221, 2) — neu;
sonst einige auf -g, -g, -k endende (urspr. teils i-, teils u-, teils
- icéq^ ^^~' ^^^-stämme), wie frégr berühmt, slégr schlau, hégr bequem,
^(KnrhiÅku gengr^gœngr) gangbar, rikr mächtig, fåtøkr armselig (aber
^Ln vjA'C. tøkr annehmbar nach § 356), þekkr (þœkkr) angenehm, ^erkr
bJeqf fl^Agev^ --^^ V (st ær kr), sly r kr stark, eygr j-oygr) mit augen versehen u. a.
(Wimmer, Forn. forml. § 83); über einige schwankende s. § 359
anm. 4.
Anm. 1. Die meisten von diesen Wörtern können — einige schon
früh, andere (z. b. mitir, nýr) erst später — auch nach § 356 flektiereii.
Anm. 2. Die übrigen ia-, ii>-stämme sind, wie die meisten i- und
u-stämme (vgl. § 353 anm. 1), mit den reinen a-, ö- stammen ganz zu-
sammengefallen und sind nur durch den i-umlaut als solche zu erkennen.
B. Schwache deklination.
§ 361. Die schwache adj. - deklination (im positiv und
Superlativ) ist im allgemeinen im sg. m. und ntr. die der an-
stämme (§ 332), im sg. f. die der ön-, z^^-stämme (§ 339); der
pl. hat eine eigentümliche flexion (über welche vgl. Noreen im
Grundriss I, 495 f. und oben § 339 anm. 4). Aber die participia
präs. (in adjektivischer funktion; vgl. § 351) und komparative
flektieren im sg. f. und im ganzen pl. wie m- stamme (§ 341).
a) Flexion des positivs und superlativs.
§ 362. Paradigmen: spake der verständige (vgl. spakr
§ 355), gråe der graue (vgl. grär § 355).
mask. fem. neutr. mask. fem. neutr.
Sg.N. spake spaka spaka
G. D. A. spaka spoko {spaku) spaka
PI. N. G. spoko {npaku)
D. spokom [spakum)
A. sp9ko {spaku)
gråe grá § 103 grá
grå gro § 104 grå
gro
grom
gro
Anm. In an or w. und sehr späten isl. hdschr. endet auch der
dat. pl. auf -u, -o, z. b. sppku {spaku)-, vgl. Wimmer, Læsebog* s. XXIV f.
note, Wisén, Riddara Rímur, s. XXXIX. Sehr selten enden im anorw. gen.
und acc. m. (vgl. § 334, 2) und ntr. auf -i, -e statt -a (Wadstein, s. 102).
§ 363. 364. Schwache adj.-deklination. § 365. Komparation. 193
So flektieren die meisten adj., z. b. kunne {-i) der be- i^ u^sUn^í^
kannte (vgl. kubr, kunnr § 356), fagre der schöne (vgl. fagr ^'^^ "^ '
(§ 356), gamle der alte (vgl. gamall § 257), mättke der mächtige
(vgl. mältegr § 357) lielge {hœlgí) oder heilage_ der heilige (vgl.
heüagr § 357), folue_{4) der bleiche (vgl. /o/r § 359), j^^
{sœki)^ f. und ntr. ^gAia {scekkid), der schuldige (vgl. ^^/rr § 260).
§ 363. Sehr viele , meist zusammengesetzte, adjektiva
sind (aus verschiedenen gründen, s. z. b. § 334, 3; indeklinabel
geworden mit der schwachen endung -a, älter auch oft mit
n_Qm. sg. auf -i, -e (übrigen kasus auf -a\, z. b. andvake, -a
schlaflos, dumhe (-i; auch stark dumhr) stumm, frumvaxta aus-
gewachsen u. a. (s. Wimmer, Forn. forml. § 85).
b) Flexion des komparativs und partic. präs. c^^ oelrra^u.ei^ -
§ 364. Paradigmen: spakare weiser^ gefande gebend.
mask. fem. neutr.
Sg. N. spakare spakare spakara
G.D.A. spakara spakare spakara
mask. fem. neutr.
gefande gefande gefanda
gefanda gefande gefanda
gefande »
gef9ndom {-andumf^ ^^ I2f .j>/t. l/^cr^
gefande
PI. N. G. spakare
D. spokorom (spakarom)
A. spakare
Anm. 1. Im anorw. können alle kasus, sowol im sg. als im pl.,
auf -e (selten auf -a, s. Wadstein s. 100) enden. Im isl. kommt selten
(später häufiger) dat. pl. auf -e, -i vor. Vgl. J. Þorkelsson, Athugasemdir,
s. 10 f.; Wimmer, Læsebog* s. XXIV note; Wisén, Riddara Rímur s. XXXIX.
Anm. 2. Im anorw. kann, wenn auch selten, der komparativ nach
§ 362 flektiert werden (s. J. Þorkelsson, Athugasemdir, s. 9 f.).
C. Komparation.
§ 365. Die Steigerungsformen des adjektivs können nach
dreifacher art gebildet werden:
1. Komp. mit Suffix -ar-, superl. mit suff. -asl- {-azt- § 247
anm. 4), z. b. spakr verständig, komp. spakare^ sni^. spakastr^.
Anm. 1. Aus um. zeit ist vielleicht ein hierher gehöriger superl.
belegt: nom . pl. m . shpsteR oder sijosteR'i (Tune). Vgl. got. armöza, armosts.
2. Komp. mit suif. -r- (aus -iR-, got. -/>-), superl. mit dem
suff. -SÍ- (aus -ist-, got. -ist-); /-umlaut des wurzelvokals tritt
(bei langer silbe immer, bei kurzer gewöhnlich, vgl. § 66 anm.,
§ 67, 3) sowol im komp. als sup. ein, z. b. langr lang, komp.
lengre jlcenßrJX, superl. lengstr {lœngstr).
Noreeu, Altisl. gramm. 2. aufl. |3
194 § 366. 367. Koraparation.
3. Komp. mit suffix -r (aus -ar-, -er- und -r, vgl. got.
aflarö und aflra, abd. aftaro, -ero und -ro)^ superl. entweder
nach 2 oder 1 oben gebildet; /-umlaut tritt im komp. gewöhn-
lich (aber auch bei langer Wurzelsilbe nicht immer) ein. Positiv
fehlt bei allen hierhergehörigen Wörtern. Beispiele s. § 370.
Vgl. F. de Saussure in Mélanges Renier, s. 383.
Anm. 2. Das partic. präs. wird nie, das partic. prät. selten ge-
steigert.
Anm. 3. Der komparativ flektiert nur schwach (§ 364), der super-
lativ sowol stark (§ 356) als schwach (§ 362).
§ 366. Wie spakr gehen die meisten adj., z. b.
huass scharf huassare huassasir
vitr klug vitr are vitrastr
fegenn ifæginn) froh fegnare fegnastr
náenn nahe nánare, vgl. § 357 nänastr
ggfogr {gafugr) vornehm gofgare gofgafitr
mättegr mächtig matt kare § 184, 1, a máttkastr
heila.gr {hœilagr) heilig heigare {liœlgare) § 115 helgastr
knar tüchtig Ä-wiir(r)^§ 103,§221 anm.2 knåstr
qrr freigebig k^ch . oruare § 359 qruastr
rgskr rasch rgsk{ii)are § 359 anm. 3 rosk{ii)a.str
rikr mächtig; vgl. §368 rikare § 360 anm. 1 rikastr
Anm. 1. Analogisch kontrahiert sind mwr{r)e, mióstr neben mió-
fare (niidfare § 72, 2), miófastr zu miór schmal; ebenso frdre, frnstr neben
fräfastr (fröfastr) zu /rar, fror hurtig.
Ann). 2. Der positiv fehlt bei sialdnare 'seltener', sialdnastr und
ist nur im acc. sg. ntr. als adv. sialdan (§ 354 anm. 2) erhalten. Ein
primitiveres * sialdr ist in Zusammensetzungen wie siald-scnn 'selten'
und adv. komp. sialdar belegt.
§ 367. Wie langr gehen ziemlich viele adj., z. b.
skam(m)r kurz skem(m)re {skœmr'i) skem{m)str
lagr niedrig legre légstr
storr gross større stérstr
grunnr, grubr seicht gry wire {-i), gry Ore grynnztr § 247, 1, a
7^^ schöiT"' fegre (fægri) § 217, 3 fegrsir
hreinn (f^æi/iu) rein lireinne {-i) § 217, 1 hreinslr
§ 368. 369. Komparation. 1Ö5
Anm. 1. Im positiv fehlen helclre (hœldri), helztr vor zügWchst, ótíre,
øztr höchst, nœr{r)e, ncéstr nächst (vgl. posit. nd-, nö-, § 72, 2, § 76, 'nahe-'
in Zusammensetzungen) und fyrre {-i) früher, fyrstr, fystr § 212, 3 (sehr
selten ohne umlaut, § 67, 3, im ausdruck i f urstonne, -unni statt í fyrstonne
'anfangs') erst. Vgl. noch § 309.
Anm. 2. Von snuir gering und fdr gering an der zahl kommen im
komp. neben smœr{r}e, fœr{r)e auch (selten) smøre, føre vor (superl. nur
smœstr, fœstr). Hdr, hör hoch hat überall doppelformen: komp. liér{r)e,
høre, sup. hdestr, høstr. Vgl. Läifler, Arkiv I, 266 ff.
Anm. 3. Von ungr }üng kommt im komp. neben yngre (-i) auch
øre (§ 55; got. juhiza) vor; im sup, ist neben yngstr einmal ørstr (vgl.
anm. 4) belegt.
Anm. 4. Sehr selten dringt r aus dem komp, in den sup. hinein;
so findet sich von fdr gering an der zahl — komp. fœr{r)e — im sup. neben
fœstr auch fœrstr; über ørstr s. anm. 3 oben. Vgl. § 371, 3,
§ 368. Doppelte Steigerungsformen (nach § 366 und § 367)
haben einige adj., wie z. b. diúpr (diúpare, diúpastr und dýpre^
dýpstr) tief, skygn {skygne, skygnstr und skygnare, -astr) klar-
sehend, frégr {frœgre, frœgstr und später frégare, -astr) be-
rühmt, dýrr teuer, þungr schwer, þuyinr dünn, framr vorzüglich
(komp. und sup. in der bedeutung 'vorder', 'vorderst'), likr
mächtig, glf^ggr (cjl^^gguare, gl-øgguastr und gl-øggre, glðggstr)
deutlich, skyldr verwandt. Ueber mior, fr år s. § 366 anm. 1.
Anm. 1, Einige, die nach § 366 gehen, haben nur im komp, doppel-
_formen., z. b. slœr , komp. slobfare und slœr{r)e, stumpf; gipfoll (giafull),
komp. yip flare und gip folle (giafulli), freigebig; nýr, komp, nýiare (seit.)
u. nýr{r)e, neu; tryggr, komp. trygguare u. tryggre, treu.
Anm. 2, Einige adj., die nach § 367 gehen, haben nur im supe^.
doppelformen, z. b. sœll, sup. scélstr und sœlastrj glücklich; seinn, sup.
^einstr und seinastr, langsam; høgr, sup. høgstr und høgiastr, bequem;
sterkr, sup. sterkastr (seit, sterkstr), stark.
Anm, 3, Gemischte komparation, so dass komp. nach § 367 und
sup. nach § 366 gebildet ist, kommt auch bisweilen vor, z. b. heill, heule,
heilastr heil, vildr, vildre, vildastr beliebt, veglegr, -legre, -legastr prächtig^
u. a. auf -legr. it. - -itaete^ ,- cuC j - (nm
§ 369. Einige adj., die nach § 367 gehen, aber nur in
komp. und sup. vorkommen, ersetzen den fehlenden positiv
durch Wörter, die ihrerseits nur im pos. vorkommen:
gamall alt ellre (œllri, seit, œldri) ellztr § 247, 1, a
gót^r gut betre iþœtr'i), hatre beztr, baztr § 67, 3
% ^Q anm.
13*
196
§ 372. Komparation der adverbia.
vandr, ilh^ böse verre (værrí)
litell {-ill) klein minne § 217, 4, b
margr (anorw. seit, fleire {flæiri)
mangr) mancher
mikell {mykill) gross nieire (mæiri)
§ 370. Der dritten komparationsart {{
(vgl. adv. neban yietHre, nibre {-í)\yie-
unten) ð6írre§ 366, §371,1
(vgl. präp. of über) ^fre, efr^ § 86
(vgl. adv. inn hinein) irmre (-i), ipre § 201
(vgl. adv. ÚÍ hinaus) ytre {-i), ýíre § 114, 6
(vgl. adv. sunnan sybt^e (-i) § 201
von Süden her)
(vgl. adv. handan
jenseit)
(vgl. präp. af ab)
verstr, vesir § 212, 3
minnztr § 247, 1, a
flestr {flæsir)
115
mestr (mæstr)
115
(vgl. das seit. adv.
/iar fern)
(vgl. adv. apian von
hinten)
(vgl. adv. norban
von norden her)
(vgl. adv. austayi
von osten her)
(vgl. adv. vestan von
Westen her)
(vgl adv. sib spät)
hindre (-/) später
efre (œfri) später
fiarre, seit. ^Vr^fern ;
ßrnare entfernter
eptre, (ceptri , sehr
seit, aptre); apt are
nyrbre (-i), nm^bre,
nerbre (seit, n^rb-
re)\ norbar{r)e
eyjtre {-øy stri)
vestre
5 365, 3) gehören nur:
7ieztr Unterst
^fstr, efstr oberst
innztr innerst
yzlr, ijzlr äusserst
symiztr, syztr (§207,
2, a) südliehst
hinztr letzt
efstr, eftr (§ 247
anm. 3) letzt
firstr entferntest
epztr; aplastr hin-
terst
nyrzlr, nørztr, nerzir;
norbastr nördlichst
austastr östlichst
vestastr westlichst
Subyt: strmCr .Suitr
Ix^-VOL
YJ7re
Anm. Nur im komp. kommen vor: vinstre
und dessen gegensatz høgre recht.
sibre; sibar(r)e, Yg\. sibastr,si6arstr{\g\.
(^ § 367 anm. 4) u.
sibarastr spätest
(seit, vistre § 239, 4) link
371, 1
<Kö?«
Anhang: Komparation der adverbia.
§ 371. Die adverbia werden im allgemeinen ganz wie
die adj. gesteigert, also in dreifacher weise:
§ 372. Komparation der adverbia. 197
1. Komp. auf -ar (oft -arr § 221 anm. 2), sup. auf -ast,
z. h. ^t^ oft, optarjr), optast\ sialdan selten, sialdnar (und
sialdar § 366 anm. 2), sialdnast ; viha weit, vi^ai^^r), vibast, u. a. ;
bes. alle auf -la und -lega (vgl. dagegen § 368 anm. 3). s/C/^£e^^
2. Komp. auf ^ sup. auf ^, beide mit ?-umlaut der
Wurzelsilbe, z. b. gørua genau, geirr, geir st \ lenge lange, lengr Sy^e^yy^fy»^^^
{længr\ temporal, vgl. anm. 3), lengst; skam{m)t kurz, skem{m)r Jl^^,^^
{skœmr ; temporal, vgl. anm. 3), skem{m)st, u. a. >Pøufrt itqr. -^
LoyTHAA Anm. 1. Im positiv fehlen (vgl. § 867 anm. \) helår {hœlclr) lieber, /?- \p l^ P
helz{t) § 243; sidr weniger, siz{t), vgl. 3 unten; fyrr früher, fyrst, fyst,/ ' /
§ 212,3, zuerst; nœr{r)^ selten Tiar (alt u. åioht. ndar) nach 1 oben, näher
(auch 'nahe'), ncést. Ixc^cL^yrM , kc^rv^'
Anm. 2. Doppelformen kommen auch hier (vgl. § 368) bisweilen
vor, z. b. fram vorwärts, fremr {frœmr) und framar{r), fremst und framast,
-arst (vgl. § 367 anm. 4).
3. Die dritte komparationsart weicht bei den adv. insofern
von der entsprechenden der adj. (s. § 365, 3, § 370) ab, als
komp. auf -ar[r}, sup. smi -a(j^]st endet, z. b. sib spät, sibar{r\,
jit^a{r)si (vgl. anm. 1 oben); ofan von oben, o/ar{r) mehr nach
oben, ofa(r)sl oberst. So ffehen noch die schon §370 er- ,, . .
wähnten aav. neoan, mn^ yd> f^P^(^^^> sminari, noroa^i, ousian,i^j^ /^^J^
veslíin', abweichend fiar, firr, first. Nur im komp. kommt vor ' ' '
Iii7idat\r) später.
Anm. 3. Wie im positiv^ (z. b. vitt neben vida_ weit) und superl.
(z. b. ýzt neben júí«rsí äusserst) so kann auch im komp, die form des acc.
sg. (selten pl.) ntr. des adj^statt der eigentlichen adverbialen fon?! verwendet
werden. Bei vielen Wörtern ist in der älteren zeit diese bildung sogar die
einzig gebräuchliche, z. b. tid'ara zu titt oft, lengra (lokal, vgl. 2 oben) zu fuc^^ una/rf
langt lang, skemra_ (lokal, vgl. 2 oben) zu skamt kurz (s. J. torkelsson,
Athugasemdir, s. 25 ff.); sonst z. b. vitiara neben vidar{r) weiter, fyrre
neben fyrr früher, seltener oiitare neben optar{r) öfter.
Anm. 4. Bisweilen kann der adverbialen komparativform noch meir{r) I
angehängt werden, z. b. fyrrmeir{r) früher, fir}meir{r) ferner, nœr{r)meir{r) i
näher, ofarmeir{r) mehr nach oben.
§ 372. Besonders ist zu merken die suppletorische kom-
paration (vgl. § 369) folgender adverbia:
vel{siiiOYW.vel,vœl,val)wo\ hetr (bœ/?^) hezt, hazl
Ula, i IIa, § 114, 3 übel verr (vær?^) verst, vest
lit{f) § 357, 5 wenig minnr, miör j/ünnzt
miok, miok sehr mei{i')r {mœir) ruest (niæst)
198
§ 373—375. Kardinalzahlen.
Kap. 3. Die Zahlwörter.
a) Kardinalzahlen.
§373. Einn {ceinn), enn {œnn) §115 'ein', 'einer' flektiert:
mask.
lem.
neutr.
Sg.
N.
einn
ein
eitt § 207, 2, a
G.
eins
einnar
eins
D.
einom (ceinum)
einne (ceinni)
eino (œinu)
A.
einn § 357, 5
eina
eitt
PI.
N.
einer {œinir)
einar
ein
G.
einna
einna
einna
D.
einom {œinum)
einom {ceinum)
einom (ceinum)
A.
eina
einar
ein
Anm. 1. Der pl. kommt teils in der bedeutung 'irgend ein', teils
in der bedeutung 'allein' vor. In der letzteren bedeutung kommt auch
schwache flexion: eine (œini), eina, eina u. s. w, (nach § 362) vor.
Anm, 2. In etwas späteren Schriften kann einn auch als un-
bestimmter artikel gebraucht werden.
§ 374. Tuei?^ (tuceir) 'zwei' flektiert:
mask.
Sg. N. tueir
G. tueggia [tuœggia)
D. tueim(r)
A. tuá
neutr.
tuau {selten tuá)
tueggia § 246, 1
tueim(r) § 217,4
tuau {selten tuá)
fem.
tuær § 68, 2
tueggia
tueim(r)
tuær
Anm. 1. Aeusserst seltene formen sind isl. nom. m. tucér (St. Honi.),
nom. acc. f. tuer (Reykj, Maid., Cod. Reg. 18J2), acc. f. tueir (St. Hom.).
Der alte nom. m. dual, steckt in tottogo {Hó-tugu § 221, 3) 'zwanzig' und
tolf {*tó-lf § 114, 4) 'zwölf. Vgl. übrigens Noreen im Grundriss I, 506.
Anm. 2. Tuenner, tuinner 'zwei', 'je zwei' flektiert ganz wie ein
starkes adj. Jedoch kann im nom. acc. ntr. bisweilen tuenne (neben tuenn)
vorkommen.
§ 375. Báber ^alle zwei', 'beide' flektiert:
mask.
fem.
n e u t r.
. N.
báðer
báðar
bæt5e, báÖe
G.
beggia (bœggia), bát5ra
beggia, báðra
beggia, báöra
D.
bóÖom {báb'om)
bóðom
bóðom
A.
báða
báðar
bæðe, báðe
Anm. Nom. acc. ntr. kann im anorw. bisweilen und ziemlich spät
hcbtien, bdtíen (wie im aschw.) heissen; im isl. alt und selten beit)'e (St.
Hom.), bøde (sehr oft im Cod. AM. 645, 4"), gewöhnlieh als konj. 'sowol'
(. . . . als).
§376—381. Kardinalzahlen. 199
§ 376. Þrir 'drei' flektiert:
mask. fem. neutr.
PI. N. ]>nT ]>nkr þriú § 106, b, 2
G. þriggia pnggidi l^riggia § 246, 1
D. ]7rim(r), |?rem(r) |?rim(r) |7rem(r) ]?rim(r), ]?i'em(r) § 217, 4
A. ]7riá þriár j?riú
Anm. 1. Aus um. zeit ist vielleicht nom. f. als þrijo^ (Tune?) belegt.
Anm. 2. Þrenner, /rmner 'drei', 'je drei' geht wie ein starkes adj.
§ 377. Fiórer 'vier' flektiert:
mask. fem. neutr.
PI. N. íiórer íiórar fiogor, fiugur § 90 anm.
G. fiügorra, fiugurra fiogorra, fiugurra fiogorra, fiugurra
D. íiórom fiórom fiórom
A. fióra fiórar fiogor, fiugur
Anm. 1. Sehr selten ist gen. figurra, (spät) fiagurra (d. h. fiogorra,
s. § 84).
Anm. 2. Ferner 'vier', 'je vier' geht wie ein starkes adj.
§ 378. Indeklinabel sind die zahlen von 5 bis 20. Sie
lauten: fim{m) 5, sex 6, siau 7, alta 8, nio {-u) 9, Ho (-u) 10,
ellefo (ællifu) 11, tolf 12, þreítán 13, ßog{o)rlan, fiug{u)rlán,
fiórtán 14, fim{m)tmi 15, sextan 16, siaut{i)án 17, át{t)ián 18,
iiilián 19, tottogo, tullugu, tuitián 20.
Anm. Seltene nebenformen sind: anorw. œllugu (§ 149, 1; § 198) 11,
fiúrtdn (vgl. das aschw.) 14, isl. sautidn, seytián (§ 235), siótidn 17. Das
einmal belegte tiogo (§ 90, § 92 anm. 1) 20 ist vielleicht ein suecismus
(vgl. aschw. tiughu). Ueber neuisl. sjö 7 s. Kock, Beitr. XV, 252 f.
§ 379. Die zahlen 30, 40 u. s. w. bis 110, werden durch
3, 4 u. s. w. mit folgendem pl. des subst, tigr, iegr, tøgr, togr,
tugr (§ 330 anm. 3) 'anzabl von zehn' gebildet; also þrir tiger,
teger u. s. w^. 30, florer tiger 40, ellefo tiger 110. Später hat
man indeklinabel: þriátigi, fiorutigi, fim{m)tigi, sextigi u. s. w.,
noch später þriátiu, fiorutiu, fim{m)iiu u. s. w.
§ 380. Die zahlen 21—29, 31—39 u. s. w. werden in fol-
gender weise gebildet: lottogo ok eimi oder einn ok toltogo 21,
flarer tiger ok fim{m), fimijn) ok f t. 45, ellefo liger ok itio
119 u. y. w.
§ 381. Hun dr at) 120 {hundrab tolfrøtt; selten in der be-
deutung von 100, linndrah tiréti, das gewöhnlich durch tio
tiger bezeichnet wird) ist ein subst, neutr., das nach § 296 a-si
flektiert; also luau hundroÖ {-üb) 240, þriú hundrob 360 u. s. w.
Anm. Selten wird hundratü als indeklinables adj. gebraucht,
200 §382. Kardinalzahlen. §383 — 386. Ordinalzahlen.
§ 382. Þúsund, þúshv.nd 1200 (selten 1000) ist ein subst.
i^-sT, fem., das nacli §325 flektiert; also tuer þúsunder {-ir) 2400 u. s. w.
Die nebenform þúshundrab ist natürlich neutr. nach § 296.
b) Ordinalzahlen.
§ 383. Fyr Sir (stark nach § 356) oder fyrste, -i (schwach
nach § 362) 'der erste' (vgl. § 367 anm. 1). Bei aufzählung und
in den Verbindungen '21 ste' u. s. w. kann auch die kardinalzahl
ein?! {ceinn) oder eine (æini) gebraucht werden (vgl. § 373 mit
anm. 1).
§ 384. Annarr 'der zweite' (auch 'der eine' oder 'der
andere') wird in folgender weise (nur stark) flektiert:
f. v . hirihk
mask.
fem.
neutr.
Sg.
N.
annarr
onnor (annur)
annat § 240, 1
G.
annars
annarrar
annars
D.
oðrom {atirum) § 201
annarre
oðro {ad'ni)
A.
annan § 240, 1
aðra
annat
PI.
N.
aörer
aðrar
onnor {annur)
G.
annarra
annarra
annarra
D.
oörom {adrum)
9Örom (atirum)
oðrom (adrum)
A.
aðra
aðrar
onnor (annur)
§ 385. Die Ordinalzahlen für 3 — 12 lauten: þrit^e (-/);
fiórbe; fim{m)te (-^); séiie\ siaunde {-'i), stunde (-i); åtte, åttande,
óttonde (áttundi)\ nionde {-undi)\ úonde {-undí)\ ellepte {œllipti,
-fti § 185, 2); tolfte. Diese, wie alle folgenden, flektieren nur
schwach (nach § 362), wobei þrit^e (fem. þri(5ia u. s. w.) als
i<x 'Jan-, -;öy^-stamm geht.
Zu 13 — 19 sind die ordinalia aus den kardinalzahlen
durch zufügung von -de gebildet; also þr et lande u. s. w.
Anm. Seltene nebenforraen sind: anorw. siaudi (Wadstein, s. 140)
7te, œlliufti §231, ollyfti § 71 anm. 2, ollykti § 198, œrlipti Ilte, þren-
tdnde (aschw. þrœntande; wol ans dat. þrem -f- tän-de, vgl. ahd. zweinzug,
ags. twénti^ gleich got. dat. hvaim tigum) 13te; isl. sionde, spät siondi
7te, fiórtidnde (Gislason, Aarbøger 1879, s. 161) 14te.
§ 386. Um zu 20, 30, 40 u. s. w. die ordinalia zu be-
kommen hat man den stammen tot- oder /Mt-, pri-, fer-, fimini)-,
sex-, siau-, (Uta-, ni- die endung -tocionde, -tugonde (-U7idi\
-tegonde, -fjpfgonde, -tugande, später -tugli, noch später -tugasti
anzuhängen, z. b. tollogonde, tuttugonde u. s, w. der zwanzigste
u. s. w.
§387. Ordinalzahlen. §388 — 301. Andere numeralia. 201
Anm. 1. Neben tottogonde u. s. w. kommt auch tuiüdnde vor, neben
fertugti auch fiórtugti.
Anm. 2. Zu 100 und noch höheren zahlen kommen iu der alten
spräche keine ordinalia vor.
§ 387. Zu 21 — 29, 31—39 u. s. w. lauten die Ordinal-
zahlen tottogonde ok fyrste (oder einn) oder auch fyr sie {einn)
ok tottogonde u. s. w.
e) Andere numeralia.
§ 388. Multiplikativa (adj.) werden durch komposition mit
- f aldr gebildet: ein-, iui- (seltener tue- § 251 anm.), þri- (selten
þré-), fer-faldr u. s. w. Ausserdem bat man tuehr, tuennr (alt
auch tuibr, tuinnr, selten tuenn § 56, tuinn) doppelt, þre(5r, þrcnnr
(selten þribr, þtnnnr und þrénn) dreifach.
Anm. Die pl. tuenner u. s. w., þrenner, ferner werden sowol als
distributiva wie als reine kardinalzahlen gebraucht. Vgl. § 374 anm. 2,
§ 376 anm., § 377 anm.
§ 389. Auf die frage 'wie viele dekaden enthaltend' (be-
sonders 'wie alt') antworten die adj. tuit^gr 20 jähr alt, priietgr
30 jähr alt, fertøgr 40 j. a., fim(m)t^gr 50 j. a., sext^gr 60 j. a.,
siautfigr oder slauróbr 70 j. a., áttrébr 80 j. a., niróÖr o. niløgr
90 j. a. , tirébr (selten térøbr, § 132 anm.) 100 j. a. , tolfrø(5r
120 j. a.
Anm. 1. Statt -to gr kommt seltener -togr (später auch -tugr) vor;
vgl. J. Þorkelsson, Athugasemdir s. 25.
Anm. 2. Halffertogr bedeutet 35 jähr alt, halfnlrøtir 85 j. a. u. s. w.
§ 390. Eine anzahl kann bisweilen auch durch subst,
fem. auf -t, -d ausgedrückt werden: fimt, sett, siaund, niund,
tylft (selten iolft § 327), þritðgt u. s. w. (vgl. § 389) anzahl von
5, 6, 7, 9, 12, 30 u. s. w.; vgl. noch étt drittel des runenalphabets
(also ursprünglich 8 runen), tiund zehnt. Auf -'mg enden eining
einheit, taen[n)ing (§ 51, l,b) zweiheit, þren{ii)ing {þrinn-) dreiheit.
Isoliert steht tigr, tegr u. s. w. (§ 330 anm. 3) anzahl von 10.
§ 391. Subst. mask. durch -ung- von den Ordinalzahlen
abgeleitet drücken den teil aus: pribiongr (-utigr) drittel, fiörÖ-
ongr viertel u. s. w. Ausnahme macht helmingr {hcelmingr),
hel{f)ningr (selten helfingr § 182,2) oder helfþ, -I {hælfö, -d
§ 183 anm. 7) hälfte.
202 § 392. Zahladverbia. § 393. Persönliche pronomina.
§ 392. Von Zahladverbien kommen nur zwei vor: tysuar,
luisuar (§ 79) zweimal, þrysuar, þrisuar dreimal. Sonst bedient
man sieh der Umschreibungen: eino {æinu) sinne (-/) einmal,
tueim (tuceim) smiom {-um) oder tysuar sinnom zweimal, þrlm oder
þrysuar sinnom dreimal, fiörom sinnom viermal u. s. w.
Anm. 'Zum ersten, zweiten etc. male' heisst (ei) fyrsta sinn, (i)
annat sinn (auch ptiro sinne), {et) pritiia sinn u. s. w.
Kap. 4. Pronomina.
1. Persönliche,
a) Ungeschlechtige.
§ 393. Diese sind ek 'ich', þú, bu (§ 176, 1) 'du' und das
reflexivum der dritten person. Die flexion zeigt noch einen
dual.
Sg. N. ek, eg § 192 þú —
G. min ]?in sin
D. mér ]7ér sér
A. mik, mig §192 ]?ik, þig § 192 sik, sig § 192
(anorw. auch mek) (anorw. auch pek) (auorw. auch sek)
Du. N. vit, vit5 § 192 it, ið § 192, ]7it § 394 —
(anorw. auch mit anm. 5
§ 218, vet, met)
G. okkar ykkar 1 . .
, , , , > Wie im sg.
D.A.okkr ykkr / ^
Pl. N. vér (anorw. auch ér, þér § 394 anm. 5 —
mér § 218)
G. vår yð(u)ar § 244 anm. 2 |
D. A. oss, isl. auch øss yðr \ wie im sg.
(anorw. auch ós '
§83,1, §114,8)
Anm. 1. Aus um. zeit ist nur die erste person belegt: Sg. nom.
ek (Gallehus, Tune, Kragehul, Lindholm, Valsfjord, Etelhem, Strand,
Järsbärg und ein paar brakteaten) oder ik (Reidstad, Åsum), vgl. § 394
anm. 2; dat. men (Opedal); wol du. nom. [wi]t (Järsbärg).
Anm. 2. Im nom. sg. ist anorw. einige mal iak (wie im aschw.)
statt ek belegt (z. b. aus dem Shetlandsdialekt) ; im 15.jahrh. kommt die
form als suecismus vor, gleichwie ein danisierendes iek. Im isl. kommt
selten ék (woraus neuisl. jeg) vor.
Anm. 3. Im gen. sg. kommt pina (vgl. agutn. refl. slna) statt pin
in ein paar anorw. runeninschr. vor.
Anm. 4. Im dat. sg. ist pcér statt per äusserst selten (z. b. St.
Hom.)
§ 394. Persönliche pronomina. 203
Anm. 5. Nom. pl. vár statt vér kommt seit 1350 vor und ist in
den 'Rimur' des 15. jahrhs. häufig. Alt und äusserst selten sind vir st.
vér und es st. er. — Seit 1350 werden nom. du. und pl. it, ér von den
anfangs seltenen þit, per (s. § 394 anm. 5) ganz verdrängt. — Die formen
mit, mar sind in isl. hdschr. sehr selten.
Anm. 6. Gen. pl. vdrr st. vdr ist zweimal in St. Hom. belegt.
Anm. 7. Dat. acc. pl. isl. øs st. sss, anorw, óss st. ós (Wadstein,
s. 133) sind äusserst selten; ebenso ós im isl.
§ 394. Enklitischer anschluss von pronominalformen an das
vorhergehende verbum kommt in vielen fällen vor (vgl. § 135):
1. Ek wurde (vor 1200 in der regel, im 13. jahrh. vor-
wiegend) in der dichterischen spräche als -Å, seltener -g (vgl.
anm. 2) suffigiert, was man 'bragarmál' nennt. Z. b. méltak
ich sprach, sidkk (§ 221, 2) ich sei, emk ich bin, hykk (§ 214)
ich denke, ség (schon bei Brage) ich sehe, fréttag ich fragte.
Treten die enklitischen negationen -a, -al hinzu, so steht nach
starktoniger silbe -k , nach schwachtoniger -g , z. b. sékka
(§ 221, 2) ich sehe nicht, þikkat (§ 214) ich empfange nicht,
aber þorega ich wage nicht, gðr^ega ich tat nicht. Das -k
kann nach der negation nochmals angehängt werden, z. b.
mäkak ich kann nicht, mättegak ich konnte nicht; nicht desto-
weniger kann ausserdem proklitisches ek vorkommen, z. b. ek
mäkak ich kann nicht.
Anm. 1. Zahlreiche beispiele s. bei Gislason, Um frumparta s. 228 if.;
Sievers, Beitr. V, 501 i¥., VI, 322 ff.; Vigfusson, Eyrbyggja Saga s. XLVII.
Anm. 2. Beispiele schon um. suffigierung sind hateka (Lindholm),
haitika (Sjæll, brakt.), wol auch snuheka (Stentofta), falahak (vgl. adän.
ak) und hadera^ (Björketorp), vielleicht haitega (Kragehul). üeber das Ver-
hältnis der formen s. Noreen im Grundriss I, 498; Bugge, Norges Indskrifter
med de ældre Runer, s. 8 f.
2. Þú kann als -ðw (§ 176, 1), -du (§ 183, 1, b), -tu (§ 183, -ho -do -
2, a) suffigiert werden, wobei lautgesetzlich synkope des -u
stattfindet (§ 135), öfter aber analogisch unterbleibt. Z. b. est,
estu i^es-t^u, '^es-þú) du bist, kennä{;u) kenne (du), skald (sehr
selten), skal{l)du, skaltu i^skalt-hu § 216, § 223) du sollst, vi\l)du,
vUl{u) du willst, heyrbo, -u höre (du). Die negation -at kann
zwischen das verbum und das pron. hineingeschoben werden,
z. b. ga/'taltu {-at-t)u) du gabst nicht, grälaliu weine nicht u. a.
Vgl. aMu {al þti) dass du, þötin (þóit þu) obgleich du.
3. Dat. mér und acc. nüj; werden in alten gedichten nicht
selten als -m (aus *-?//«, s. § 217 anm. 4) resp. -mk dem
204 § 395. Persönliche pronomina.
verbum in der 3. pl. suffigiert, z. b. létom sie Hessen mir,
vaner om (§ 135 anm. 2) hoffnungen sind mir, rokomk sie trieben
mich, wider stót5omk sie standen unter mir. Die formen auf -mk
können bald diejenigen auf -m vertreten und umgekehrt, z. b.
lei^ eromk fioll leid sind mir die berge. Wo diese suffixe an
die 3. sg. treten sollten, hat das verbum die form der 3. pl.,
z. b. verpomk orbe á (statt verpr or^e å mik) er schleudert
Worte auf mich, gófomk (statt gaf mer) er gab mir, miok erom
(statt er mér) tregt sehr schwer ist es mir. Noch mehr auf-
fallend sind konstruktionen wie syyida auke hgfom (statt hefer
mik) sott die menge der Sünden hat mich niedergedrückt.
Weitere beispiele bei Egilsson, lex. poet., s. 832 f.
Anm. 3. Diese formen werden bald mit den gleichlautenden medio-
passiven auf -om{k) verwechselt und bekommen daher wie diese später
nebenformen auf -omz, -umzt, -umst, -unst, s. Dj^rlund, Tidskr. f. Filol.
N. R. VI, 262 f.
Anm. 4. lieber die suffixe -w, -mk und -s (aus sér), -sk (aus sik)
bei der bildung des medio-passivs s. daselbst.
Anm. 5. Ueber eine mutmassliche suffigierung der nom. du. und
pl. it und er als resp. -t, -r s. § 135 anm. 1. Sonst werden it, ér nicht
ganz selten unsynkopiert suffigiert, z. b. kometier ihr kommet, später als kome
Öer {f>cr), dann auch komed der, per (vgl. § 225 anm. 1) aufgefasst. So sind
die jüngeren formen per, der und pit, dit statt ér, resp. it (§ 393 anm. 5)
entstanden.
b) Geschlechtige.
§ 395. Solche sind die pron. der 3. person /ia)m er, hon
sie. Ntr. und pl. werden von dem pron. dem. sá (§ 398) ent-
lehnt.
mask.
fem.
Sg. N. hann hon, S'päter audi hun, alt auch hon
G. hans hennar
D. honom,aííaiicAhónom,hónom i henne
(hdnoni), honom (hanum)
A. hann hana, alt auch håna, (anorw. auch
I hona)
Anm. 1. Seltene nebenformen sind: mask. nom. hann, gen. hans,
hann (!), dat. hunom, alle in isl. hdschr.; fem. nom. (in Reykj. Maid.)
han (wie im agutn.), gen. anorw. henne, hannar, hennom (! nur vor subst.
im dat. pl.), dat. isl. henn, anorw. henno, acc. anorw. hena (s. Wadstein,
s. 59 note, s. 37).
Anm. 2. Ueber den sowol qualitativen wie quantitativen Vokalwechsel
s. § 73, 2, c, § 114, 1 und 7, § 121, 1,4 und 6; über den Wechsel von n und
nn s. § 217, 2, e.
§ 396. Possessivpronomina.
205
2. Possessiva.
§ 396. Diese sind: minn mein, þinn {binn) dein, sinn sein,
okkarr uns beiden zugehörig, ykkarr euch beiden zugehörig,
várr unser (von mehreren), yð{u)arr euer (von mehreren).
mask.
Sg. N. minn § 1 1 4, 3
G. mins
D. mínom (-um)
A. minn
Pl. N. miner {-ir)
G. minna
D. minom (-iim)
A. mina
Sg. N. várr
G. vårs
D. órom, ossom, vorom
(vdrom)
A. várn
Pl. N. orer, osser, várir
G. vårra
D, órom, ossom, vorom
(vdrom)
A. ora, ossa, våra
Sg. N. yð(u)arr § 244 anm. 2
G. yð(u)ars
D. yðrom (-um)
A. yð(u)a(r)n § 240, 1
Pi. N. yörer (-ir)
G. yð(u)arra
D. yörom (-um)
A. yt5ra
fem.
min
minnar
minne (-i)
mina
minar
minna
minom (-um)
minar
or, vor
várrar
várre
neutr.
mitt
mins
mino (-u)
mitt
min
minna
minom (-um)
min
vårt
vårs
óro, osso, voro
(vdro)
vårt
(Z^eJc/t-e-cUr
órar, ossär, várar
várra
órom, ossom, vórom
(vdrom)
órar, ossär, várar
óra, ossa, vára
ór, vór
várra
órom, ossom,
vórom, (vdrom)
ór, vór
yðor (-ur) yð(u)a(r)t § 240, 1
yð{u)arrar yð(u)ars
yð(u)arre yöro (-u)
yÖra yÖ(u)a(r)t
yðrar yðor (-ur)
yt5(u)arra yð(u)arra
yÖrom (-um) yðrom (-um)
yðrar
yðor (-ur)
1. Wie miíin flektieren þinn und sinn. Formen mit i vor
7in, ti {minn, mitt u. s. w.) kommen vor 1200 bisweilen vor.
Anm. 1. Urn. belegt sind nom. sg. f. minu (Opedal) und acc. sg.
m. minino (Strand), vgl. § 133 anm. und das spätere sin (Sölvesborg).
Anm. 2. Durch ausgleichung steht nicht selten nn statt n und um-
gekehrt, z. b. gen. sg. m. ntr. sinns, acc. sg. f. und acc. pl. m. sinna, sinna,
acc. pl. ntr. sinn; andererseits gen. sg. f. sinar, gen. pl. sina, acc. sg. m.
sin (vgl. § 225, 1, wonach sit neben sitt zu erklären ist).
2. In der flexion von várr kommen die mit oss- anlauten-
den formen fast nur in alten gedichten vor. Die mil ór- an-
lautenden formen werden im 13. jahrh. allmählich durch die
/CKU*v<
M.
V-f
206
§ 397 — 399. Demonstrativpronomina.
(in der ältesten zeit selteDen) mit vm^-, vor- (später natürlich
vår- geschrieben, s. § 80) anlautenden nebenformen ersetzt.
3. Wie yð(u)a?T flektieren okkarr und tjkkarr.
Anm. 2. Ueber die flexion der pron. poss. vgl. J. Þorkelsson, Athii-
gasemdir, s. 12 f., Wimmer Læsebog* XIII f., Hoffory, Tidskr. f. Fil. N. R.
III, 297 if., Gislason, Aarbøger 1889, s. 343 ff., Noreen im Grundriss I, 500.
3. Demonstrativa.
§ 397. Diese sind: sá der (pron. dem.), siá [þesse, tresse
§ 176, 1) dieser, hinn jener, enn, inn der (artikel). Auch können
hierher gerechnet werden þuilikr solcher, slikr solcher, sialfr
selbst und same (seltener samr) derselbe, welche ^anz wie adj,
(nach § 356, same nach § 362) flektieren.
S 398. Die flexion von sá ist diese:
m a s k.
Sg. N. Sa
G. þess
ai/ > p. l^eJDi ( pœim)
A. |^ann (aostnorvv.
ancli þœnn)
S^. >P1. N.J?(Æ (þœir)
G. þeir(r)a {þœir{r)a)
D. [»eim {pœim)
A. þá
fem.
su
]?eir(r)ar {þæir{r)nr)
|^eir(r)e {þæir{r)i)
n e u t r.
þat (aostnorw. auch
þæt, seltener /^œíí)
þess
þuí, alt [nié, \>\
þat (aostnorw. aucli
þœt, seltener/jref^)
]7eir(r)ra
þeim
þau
þær
)7eir(r)a
j^'eim
þsér
Anm, 1. Aus urn. zeit sind nom. sg. m. sa (Lindholm), aec. sg.
ntr. þat (By), aec. pl. f. paiau (Istaby) und vielleicht þan (Einang)
belegt.
Anm. 2. Die formen mit -rr- (über welche s. § 221 anm. 2) werden
allmälich häufiger als diejenigen mit -r-.
Anm. 3. Seltene nebenformen sind: sg. nom. m. saV, nom. acc. ntr.
þá, gen. m. ntr. þers (anorw. þers Flatdal), dat. ntr. þú (und in þúat =
þuíat 'weil'); pl. nom. m. þcér, per, f. peir, per, per, gen. per(r)a § 115,
dat. pem (mit aus dem gen. entlehntem e). S. Wadstein, s. 58 und 141,
Noreen im Grundriss I, 500 ff., Larsson, Ordforrådet, s. 266 ff. Ueber die
häufigen pes, pan statt pess, pann s. § 225, 1.
Anm. 4. Statt des anlautenden p steht häufig ð (§ 176, 1).
§ 399. Die flexion von siá ist in den ältesten hdschr.
sehr verschieden, je nachdem sie isl. oder anorw. sind. Die
im folgenden paradigma durch den druck hervorgehobenen
formen sind diejenigen, die in den ältesten isl. hdschr. die
§ 400. Demonstrativpronomina. 207
einzigen gebräuchlichen sind. Die übrigen kommen anfangs
nur in anorw. hdscbr. vor, zeigen sich aber später auch im
isl. (nom. sg. þesse schon um 1152).
mask. fem. ne ut r.
Sg. N. sia, fresse, þessor, þesser siá, þesse, þessor þetta
G. j^essa þessar, þessar(r)ar þessa
D. ]7essom, f^-æima, }^ema ]7essa, ]?essar(r)e ]:>uísa, j^esso
A. |?enna, |:'ennan {selten) |?essa ]?etta
Pl. N. I^esser þessar j^esse, |?essor
G. [^essa, ]7essar(r)a =m. =ni.
D. ]7essom, ]?æima, |?ema = m. = m.
A. þessa þessar ]?esse, þessor
Anm. 1. Aeltere formen, die den Ursprung dieses pronomens aus
pron. sd und den enklitischen partikeln -si und -a (got. -uh) klar legen,
kommen häufig in den runeninschriften der vikingerzeit vor, z. b. sg. nom.
m. sasi, f. Susi, ntr. þatsi und pita, acc. m. pansi und pana oder pina,
f. pasi, dat. m. paimsi, pl. nom, ntr. pausi u. dgl. Aus urnord. zeit ist
keine form belegt.
Anm. 2. Die formen sg. nom. m. f. pessi, gen. f. pessarrar, dat.
m. pessum, f. pessarri, ntr. pessu, pl. nom. acc. ntr. pessi, gen. pessarra, dat.
pessum werden im isl. allmälich die herrschenden. Alle formen mit -ss-
haben statt dessen nicht selten s- nach § 225, 1. Sehr seltene neben-
formen sind sg. dat. ntr. anorw. puisu, acc. ntr. isl. petti (und hitti, von
hinn § 400 beeinflusst), pl. nom. ra. anorw. pesse.
Anm. .'3. Besonders in anorw. hdschr. kommen oft formen mit -rs-
statt -SS- vor. Vgl. § 212 anm. 1.
Anm. 4. Ueber die flexion des Wortes vgl. besonders J. I>orkelsson,
Athugasemdir, s. 13 ff. Zur etymologie vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og
Pæd. IX, 111 ff.; Lidén, Arkiv IV, 97 ff. Vgl. übrigens im allgem. Noreen
im Grundriss I, 503 f.
§ 400. Hbm flektiert ganz wie m'mn (§ 396; jedoch überall
mit kurzem i in der Wurzelsilbe). In etwas späterer spräche
(doch schon vor 1250) kann hhin auch als artikel (statt enn,
inn § 401) vor adjektiven gebraucht werden; es hat dann
im nom. acc. sg. ntr. die form liit (statt hitt) und im nom. acc.
sg. m. oft län (st. hinn)^ vgl. § 225, 1.
Anm. 1. In Reykj. Maid, kommt einmal dat. sg. f. henni statt hinni
vor; vgl. aschw. sg. nom. m. hœn neben gewöhnl. hin.
Anm. 2. Von einem ursprünglicheren pronominalstamme he-, hi-
sind nur einige trümmer erhalten worden: sg. nom. f. hi/ (ags. héo) 1-mal
im isl. (Skirnesmól 42), nom. acc. ntr. hit (got. hita), dat. ntr. '''hi im
anorw. hit (aus *hi-at § 135) hierher, vielleicht auch acc. m. *hin (got.
hina) ia hin{n)ey (aus *hin-we^ oder *hinn-we^, s. § 218) 'hierher', 'dort'.
208 § 401. Flexion mit suffigiertem artikel.
§ 401. Enn, inn (§ 129 anm. 1) wird ganz wie hinn flektiert,
hat aber im nom. acc. sg. ntr. immer die form et, it (nie "^ett,
^Itl § 225, 1) und, bes. im anorw., oft en (in) im nom. ace. sg. m.
Es wird als bestimmter artikel gebraucht und zwar vor einem
adjektiv (z. b. emi göbe der gute, et goba das gute), dagegen
nach dem substantiv. Auch in dem letzteren falle ist der
artikel ursprünglich freistehend gewesen (St. Hom. und No. Hom.
haben noch einige beispiele davon); schon früh aber ist er
dem subst, suffigiert worden. Dabei treten folgende Ver-
änderungen der selbständigen Wörter ein (s. Noreen, Arkiv
VIH, 97 ff.)
1. Der artikel verliert seinen anlautenden vokal a) in den
^insilbi^ejQ formen nur_iiach schwachtonigem^onanten, z. b.
likame-nn (St. Hom. noch likameenn) der korper, trúa-n (St. Hom.
trua en) der glaube, auga-t das äuge, gen. hana-ns des hahns,
nom. acc. pl. augo-n (-u-n) die äugen, aber nom. sg. ó-en der fluss,
íré-et der bäum, fat5er-enn der vater u. s. w.; b) in den zwei-
silbigen formen mit g;eschlossener pænultima ausserdem oft
nach starktonigem sonanten, z. b. nicht nur gen. pl. orba-nna
der Wörter, dat. sg. sólo-mie und sól-enne der sonne, sondern
auch ö-nne neben ó-enne dem flusse, aber nur gen. sg. ßabrar-
ennar, dat. sg. fio6r-enne der feder u. s. w. ; c) in den zwei-
silbigen formen mit offener pænultima jmmer nach schwach-
jtoni^ei', sehr oft aber auch nach starktoniger silbe, z. b. dat. sg.
ulfe-nom (und ulf-noni) dem wolfe, harne-no dem kinde, nom. pl.
ulfar-ner, acc. pl. ulfa-na die wölfe, tungor-nar die zungen, aber
dat. sg. streng-{e)nom der saite, acc. sg. sól-{e)na die sonne,
fio^r-ena die feder neben o-na den fluss, nom. acc. pl. menn-
ener neben (seit.) menn-er (aus "^menn-ner; später seit, menner-
ner, s. § 345) die männer, negl-ener die nägel, aber mýss-nar
die mause, kuerk{i^)-nar die kehle u. s. w.
2. Im dat. pl. steht statt des nach 1, c oben zu erwarten-
den -om-nom gewöhnlich -o-nom, das wol zunächst (nach § 225, 5)
aus -on-nom (vgl. hlnna neben sehr seltenem himna häutchen)
entstanden ist, z. b. or^o-nom den Wörtern, kirkio-nom den
kirchen. In den ältesten hdschr. wie St. Hom. und No. Hom.
kommen noch einige solche formen auf -omnom oder -onnom,
z. b. kirklomnom oder -onnom den kirchen (neben noch ursprüng-
licheren auf -omenoui, z. b. siœ inomtnom den steinen) vor; weil
§ 40l. Fíexíon mit suffigiertem artikeí. 209
aber in allen derartigen fällen der erste nasal verkürzt ge-
schrieben worden ist, ist eine entscheidung* zwischen -mn- und
-nn- unmöglich; vgl. L. Larsson, Stud. over den St. hom., s. 89
note; Wadstein, s. 112 und 156.
Paradigmen: m. hoge-nn der bogen, f. laug-en das bad, ntr.
borb-et der tisch.
mask. fem. neutr.
Sg\ N. boge-nn laug-en borð-et
G. boga-ns laugar-ennar borðs-ens
D. boga-nom laugo-nne, laug-enne borðe-no
A. boga-nn laug-(e)na borð-et
PI. N. bogar-ner laugar-nar borð-en
G. boga-nna lauga-nna borða-nna
D. bogo-noiu laugo-noiu borðo-nom
A. boga-na laugar-nar borð-en
Anm. 1. In alten gedichten (z. b. der Edda) ist der gebrauch des
bestimmten artikels bei den Substantiven noch sehr wenig verbreitet. Die
bildung scheint demnach eine ziemlich Junge und überhaupt vor 1200 nur
ausnahmsweise vorhanden gewesen zu sein.
Anm. 2. Von dem bestimmten artikel bei den adjektiven findet
man bisweilen (in den ältesten hdschr. jedoch sehr selten) im pl. formen,
die von dem folgenden schwachen adj. die endung -u herübergenommen
haben, z. b. nom. acc. e7io (und nach § 400 Jiinti), gen. eiino (hinnu) statt
enna (bei wirklich schwacher flexion des artikels stünde ja ^eí^o); vgl.
L. Larsson, Stud. over &c., s. 74, Svar på prof. Wiséns &c., s. 61 (wo jedoch
die betreilenden formen als blosse Schreibfehler betrachtet werden).
Anm. 3. Bei dem mit suffigiertem artikel versehenen substantiv
kann gen. sg. m. und ntr. (selten f.) schon in den ältesten isl. hdschr.
bisweilen in der weise gebildet werden, dass die artikelform -ens (seit,
f. -cnnar) zu dem acc. sg. des subst, gefügt wird, z. b. m. suem-ens des
knaben, smi'd'-ens des Schmiedes, ntr. nafn-ens des namens, tmigl-eiw des
mondes, musfere-nn des klosters, f. !>litn}-ennar der taufe. Zur selben
zeit kommt aber auch schon vor, dass die endung -s zu dem mit artikel
versehenen acc. sg. eines mask. subst, tritt, z. b. osenn-s der mündung,
dagenn-s des tages, Jicimerm-s der weit, Ukamann-s des korpers, pdfann-s
des papstes; durch Übertragung kann dann die einheitliche endung -nns
auch bei neutren auftreten, z. b. Ixr-eiDia des fasses, muHtere-nnfi des
klosters, tré-evvs des baumes, aber auch vats-cmis des wassers. Vgl.
L. Larsson, Síud. over &c., s. 64 f.. Svar &c., s. 53. — Cod. AM. 645 4" hat
immer SHewris-r)i{n)s st. simns-cns des knaben.
Anm. 4. llie und da kann der acc. eines mask. subst, mit dem
iiom. des artikels verbunden werden und umgekehrt, z. b. (in St. Hom.
und Cod. AM. 645, 4") nom. \i\. ;postola-ner die apostel, nom. sg. pred-emi
der priester, saein-ai{v) der knabe, acc. sg. snciiin-cndi) den knaben.
Norccn, AUisl. grainin. '2. auü. 14
210 § 402. Relativpronomina. § 403. Interrogativpronomina.
4. Relativa.
§ 402. Als pron. relat. dienen teils, aber ziemlich selten, die
inteiTog'ativpronomina huai (im dat., s. § 403 mit anm. 1), huerr
Qiuart^) und huilikr (über welche s. § 403, 3 und 4), teils, und so
gewöhnlich, die partikeln seni und es (später er; in alten hdschr.
auch bisweilen en), denen gewöhnlich das pron. demonstr. sá
{sú, þat u. s. w.) vorausgeht. Ausserdem kommt nicht selten
die konjunktion_«/ in relativer bedeutung vor.
Anm. 1. Die form es (St. Hom, einmal ess; vgl. starkton. /»css neben
scliwachton. f^es u. dgl. § 225, 1) herrscht durchaus in den allerältesten
hdschr. (Reykj. Maid. I, II und AM. 237 fol.) sowie in dichtungen, die aus
der zeit vor 1200 stammen. Sonst ist schon um diese zeit die form er
allgemein — in anorw. hdschr. ausschliesslich — gebräuchlich, lieber das
etymologische Verhältnis der formen es {ess), er, en und cd s. Noreen im
Grundriss I, 504 f.
Anm. 2. Es wird sehr oft als -s (s. § 135) seinem korrelate enklitisch
angehängt, z. b. sds derjenige welcher, sås diejenige welche, þanns den-
jenigen welcher, huars, pars dort wo, da wo, pegars so bald als, hudrz
{*hudrt-es) ob u.a. Ausführliche beispiele bei Gislason, Um frumparta,
s. 235 ff.
5. Interrogativa.
§ 403. Diese sind folgende:
1. Das defektive huaf '(wer,) was', dessen fehlende formen
durch entlehnung von huerr (s. unten 3) ersetzt werden:
mask. neutr. mask.
Sg. N. — huat PI. N. —
G. hues(s) hues(s) G. —
D. bueim (Miceim) hui D. (huœim)
A. — huat A. —
Anm. 1. Seltene nebenformen sind: neutr. sg. nom. acc. anorw.
Jiud (vgl. nøkkua § 404 anm. 1 und got. Iva), lid (s. § 253, 4) und gen. isl.
hues. — Gen. sg. ist nur aus den ältesten hdschr. zu belegen, dat. pl.
nur anorw. sehr selten und nur als relativum gebraucht.
2. Huärr, selten in alten gedichteii huabarr (got. hapar\
s. § 232) 'welcher von beiden' flektiert:
mask. fem. neutr.
Sg. N. huárr, huaðarr huór huárt
G. huárs huárrar huárs
D. huórom (/mrtro;;^ huárre huóro (liudro)
A. huárn, huaðarn huára huárt
Pl. N. huárer huárar huór
G. huárra huárra huárra
D. huórom {hudrom) huórom {hiidrom) huórom {hudrom)
A. huára huårar huór
§ 404. Indefinite pronomina. 211
Anm. 2. Die lautgesetzliche form des dat. sg. ntr. ist in þóþóro (aus
pó-atí-hóró §71,0 'nicht desto weniger' erhalten.
3. Nuerr (huϒT), anorw. auch huar?^ (durch ausgleichung
einer urspr. fiexion huarf\ dat. hucerium u. s.w.) 'welcher von
mehreren'. Iluerr (hmerr) flektiert ganz wie sekr (§ 360; also
z. b. dat. sg. m. huerioin, f. huerre, ntr. huerio u. s. w.), nur mit
der abweichung, dass statt des regelmässigen acc. sg. m. huerian
(welche form nur in alten gedichten und einmal in Cod. AM.
645, 4** belegt ist) der prosaische Sprachgebrauch durchweg
die form huern aufweist. Huarr dagegen wird gewöhnlich wie
liuärr (s. oben 2) flektiert (also z. b. dat. sg. m. huarum, f. huarre,
ntr. huaru u. s. w.), seltener wie huerr (also dat. sg. m. huarium,
ntr. huariu)\ acc. sg. m. heisst spät oft huan statt huarn (vgl.
§ 240).
Anm. 3. Seltene nebenformen sind: sg. nom. m, Iten- (s. § 253, 4),
horv (vgl. § 72,10), gen. f. anorw. hnœriar (s. Noreen in Pauls Grundr. I,
502), acc. f. isl. huerio (nur nach einer anderen schwachen form auf -o,
vgl. § 401 anm. 2).
4. Hidlikr 'wie beschaffen' flektiert ganz wie ein starkes
adj. (nach § 356). Anorw. (1469) dat. sg. ntr. hulko ist vielleicht
ein suecismus.
6. Indefinita.
§ 404. In der bedeutung 'irgend ein' werden gebraucht:
ein{n)huerr (œi7i{n)huœrr) oder einshuerr, eitthuat (nur sub-
stantivisch), nakkuarr (u. a. formen, s. unten 3), sumr und einn
(œinn)\ endlich das nur in negierenden Sätzen gebräuchliche
neinn.
1. Einnliuerr, f. einhuer, ntr. eiithuerl wird in den übrigen
kasus gewöhnlich so flektiert, dass ein- unverändert bleibt und
huerr nach § 403, 3 geht; in der ältesten zeit flektiert oft auch
einn (nach § 373). In dem vorwiegend anorw. œinshuærr
bleibt œins- unverändert.
2. EUllmat wird nur im nom. acc. sg. ntr. gebraucht.
3. Nakkuarr ist durch mischung von zwei ursprünglich
verschiedenen pronominen entstanden: das Sidj. jiekkuerr (auch "kt l/ßí^ei /ol
nfikkuerr § 72, 7) oder nekkuarr (auch yi^kkuarr)^ das wie huerr
(doch oft ohne das charakteristische / vor a, o, u der endung),
resp. huarr (§ 403, 3) flektiert; und das subst, nekkuaí (auch
ufíkknal, früh daneben nakknat, das auch als adj. gebraucht
14*
2l2 § 405. iudefinite proiiomina.
werden kann; selten nekkuet)^ welches wie huai (§ 403, 1) geht.
Diese flexion kommt aber nur in den ältesten hdschr. vor.
Die Vermischung- beider Wörter ergab schon in der älteren
literatur ein pron. nakkuarr (auch nokkuarr und nakkuerr), das
sowol als subst, wie als adj. gebraucht wird und folgende
flexion hat:
mask. fem. neutr.
Sg. N. nakkuarr nf)kk(ii)or § 127 nakkua(r)t §240,1
G. nakkuars nakkiiarrar nakkuars
D. nokk(u)orom § 127 nakkiiarre nokk(u)oro § 127
A. nakkuarn nakkuara iiakkua(r)t
PI. N. nakkuarer nakkuarar nokk(u)or
G. nakkuarra nakkiiarra nakkuarra
D. iiokk(u)orom nokk(u)orom nokk(u)orom
A. nakkuara nakkuarar nokk(u)ür
Früh tritt aber daneben eine form nokkuorr (f. nokkuor,
ntr. nokkuol u. s. w.) auf. Aus diesem entsteht endlich das in
der späteren spräche gewöhnliche isl. nokkurr (f. nokkur, ntr.
ngkkut § 240, 1, seltener nokkur i)^ welches wie ein regelmässiges
adj. (ohne synkope) flektiert (jedoch im acc. sg. m. nokkurn
oder seltener nach § 240, 1 nokknn)\ selten nekkurr oder iwkkurr]
anorw. (schon in No. Hom.) nokkor (vgl. § 127, § 225, 5), seit
dem ende des 13. jahrhs. oft nokor (§ 225, 1).
Anm. 1. Alte nebenformen sind nom. sg. ntr. ^íöMhíí (1-mal belegt)
statt nøkkuat (vgl. § 403 anm. 1), dat. sg. ntr. nokld (1-mal belegt), nøkkue
(oft) St. nßkkui (§ 121,3).
Anm. 2. Ueber die flexion vgl. besonders Wimmer , Læsebog *
XXII f., Forn. forml. § 99, a, 3; zur etymologie Bugge, Tidskr. f. Phil, og
Pæd. IX, 122 ff., Hoftory, Tidskr. f Fil. N. R. III, 29(1 f; oben § 57, 4, a, § 115.
4. Sumr flektiert ganz wie ein gewöhnliches adj. (§ 356).
5. Die flexion von eimi s. § 373. Ganz ebenso geht neinn.
§ 405. 'Keiner', 'kein' wird durch enge, 'niemand' durch
man{n)fje, 'nichts' durch vet{t)ke oder véi{l)ke ausgedrückt;
über huárge 'keiner von beiden' s. § 406, 3.
1. Enge (über dessen entstehung s. § 115) hat eine sehr
bunte flexion. Im folgenden paradigma werden die ältesten
formen zuerst angeführt, die am häufigsten vorkommenden
durch den druck hervorgehoben , die seltensten [eckig] ein-
geklammert.
§ 40G. Indefinite pronoraina. 213
mask. fem, ne ut r.
Sg.N. eu(n)ge, [øngr, ønge, enge, [øng], eiiigi, etke,ekke §2i:-5,
engr], eingi, e(i)ngiim e(i)ngin . eke § 225, 1,
[ænktit, ente]
G. e(i)nskes, e(i)nkis, einegrar, eng r ar, on g- = w.
[e(i)ugis, e(i)nskins, rar, {)ng(u)arrar,
œnkÍ7is] [eng(u)arrarj
1). [eiuonge § 199], engoni, einegre, engre, ongre, einoge, [enogej,
[æingitui], øng om øng(u)arre, [eng(u)arre] engo, ongo
A. enge, øng(u)an,
[engiian], engan, eingi [einega], enga, [æinga], = nom.
øng(u)a, [engiia],
(enge)
Pl. N. cineger, enger, øng- e[i]negar, en gar, ong- enge, [engoj,
(ii)er, [enguer, engi] (u)ar, [enguar] tiiugi, e(i)ugin
G.* einegra, engra, øng r a, øng(u)arra, [eng(ii)arra]
D. einegom, engom, øngom
A. [einega], enga, øn g(u)a, = nom. = nom.
[engua]
Anm. ] . Ueber die flexion des wortes vgl. besonders J. l'orkelsson,
Athugasemdir s. 22 ff., Wimmer, Forn. forml. § 99, e, 1, Fritzner, Ordbog'-^.
2. Man(n)fje, gen. man{n)zkes, dat. mannege, acc. man{n)(je
(pl. fehlt) wird meist von dichtem gebraucht.
3. Vel{t)ke, das nur im sg. vorkommt, hat folgende formen:
Sg.N.A. vet(t)ke, væt(t)ke, vekke § 213
G. vettoges, selte^i vet(t)kes, vetterge(s)s {z. h. in St. Hom.)
D. vettoge
Anm. 2, Vgl. die ausdrücke ekke vætta (vcHtanna) durchaus nichts,
nokkot vwtta irgend etwas. Vgl. noch § 225, 2, 3 und 5. — Nur als adverb
'nicht' werden gebraucht eyfet, eyvet {ayvit), -ar, -o, s. § 121,2.
§ 406. 'Was auch immer' heisst huatke, hiiatvelna, liual\
•wer auch immer' huerge (hucergi)^ wenn von mehreren, dagegen
huárge, wenn von zweien die rede ist.
1. Huatke und huatveina werden nur im sg. gebraucht:
Sg. N. A. huatke, selten huatvetna§ 325, 5, -vitna § 121,2, huetvetna
Iniakke i^ 213 §140, -vitna, hotvetna í? 72, 10, -vitna
G. huesskes [alt u. seit.) huers vetna, -vitna (vgl. §403, 1 ííjií/ 3)
D. huige huivetna, -vitna, se/trseZi. huévetna, hóvctna
Anm. 1. Vgl. J. l'orkelsson, Athugasemdir s. 20 ff.
Huai llektiert ganz wie das pron. interr. hual (§ 403, 1).
214 § 407, Indefinite pronornina.
2. Ilaer (je (hucerg'i) flektiert:
mask. fem. " neutr.
Sg.N. huerge § 224 huerge huer(t)ke
G. liuer(s)kes, [huerges] hueregrar = m.
D. huerionge § 199, hiieregom huer(e)gre, hnerrigi huerego
A. huernge, huern(e)gan huerega = nom.
Pl.N. hnereger hueregar, liuerege, hiier(e)ge
[Imeriage]
G. hueregra
D. huerionge § 199, bueregom
A. huerega = nom. = nom.
Anm. 2. Vgl. J. Þorkelsson, Athugasemdir s. 18 ff., Wiramer, Forn.
forml. § 99, c, 2.
3. Huärge flektiert:
mask. fem. neutr.
Sg. N. huärge, [huäregr], (hudrgen) huorge huár(t)ke, [huárgi]
G. huíir(s)kes, [huárges] huárregrar = 7)i.
D. haóronge {hudronge) § 199, huáregre, huóroge {liuároge),
huár(e)gom [huárrigi] huár(e)go
A. huárnge, huárn(e)gan, huár(e)ga = nom.
huár(e)gan
Pl. N. huár(e)ger huár(e)gar [huúrge]
G. huáregra
D. huóronge (lindrongc) § 199, huár(e)gom
A. huár(e)ga = nom. = nom.
Anm. 3. Die synkopierten formen (nom. pl. linárger, hudrgar o. d.)
sind verhältnismässig selten. Vgl. übrigens J. í>orkeIsson, Athugasemdir,
s. 16 ff., Wimmer, Forn. forml. § 99, c, 1.
§ 407. 'Jeder' beisst huerr (hwærr, huarr)^ wenn von
mehreren , huärr, huär{r)tuegge i-luceggi) und (besonders im
anorv7.) huár{r)tueggia {-taæggia) oder fueggia {iuwggld) huärr,
wenn von zweien die rede ist; 'jeder für sich' wird durch sér
huerr [hucerr, huarr)^ 'jeder zweite' durch annarr hucrr (hucerr,
huarr) ausgedrückt. In diesen Wörtern flektieren die einzelnen
bestandteile ganz wie die gleichlautenden pron. interr. (§ 403,
2 und 3) und das zahlwort annarr (§ 384); tueggia (§ 374) und
ser f§ .■>93) bleiben natürlich unverändert. In huárríuegge
§ 408. Indefinite prouomina. 215
flektiert das erste g-lied nach § 403, 2, das zweite sebwaeh
nacli § 862 (und mit einem / vor a, o, u der endung), seltener
nach § 364 (so besonders im nom. sg*, f., nom. acc. pl. ntr., sein*
selten in andern kasus).
Anm. 1. Alt und selten sind sg. m. nom, hua'dartuegge, acc. huadarn-
tueyyia (vgl. § 403, 2). — Später findet man bisweilen nom. pl. m. hnríru-
tueygiii, wo also auch das erste glied schwache flexion hat.
Anm. 2. Das nur plurale bd'd'er (§ 375) mit derselben bedeutung wie
hndrr, hmr{r)tiieggia, hiuir{r)tiiegge kann auch hierher gerechnet werden.
§ 408. Als pron. indef. können auch betrachtet werden:
fnabr (s. § 345) man, annarr hnårr (§ 384 und § 403, 2), annarr
tueggia (flexion nach § 384, tueggia bleibt unverändert) oder
annarrtuegge (flexion wie huärriuegge § 407) einer von zwei
(pl. die einen von zwei parteien).
II. Abschnitt. Konjugation.
A. Teinpusbildimi»'.
Je nach der bildung des präteritalstammes sind die germ.
verba zweierlei art: starke, die ihren prä teri talstamm ohne
Zusatz am ende bilden, z. b. prät. gof zu gefa geben, lel zu
lata lassen; und schwache, die im präteritum eine mit
dentalem konsonanten beginnende ableituugssilbe anhängeo,
z. b. prät. valt)a zu vella wählen, fclda zu fella fällen, lijsia
zu hjsa leuchten. Einige verba sind zum teil stark, zum teil
schwach, s. § 448 — 453.
I. Starke verba.
Die starken verba sind zweierlei art:
1. Die ablautenden, welche ihren präteritalstamm durch
ablaut (§ 142 fl^.j des wurzel vokals bilden, z. b. zu gripa 'greifen'
prät. grell», prät. pl. grlpom, part. prät. grlpenn.
2. Die (einst) reduplicierenden, welche in urgerni. zeit
(und noch im got.j den präteritalstamm (ausser im part. prät.)
durch reduplikation der Wurzelsilbe bildeten; dies ursprüng-
liche Verhältnis ist jedoch im an. durcli Schwund der redupli-
ÜYg
L : 0.1 : L
lt. Z . ä, : i
216 § 409. 410. Klasse 1 der ablautenden verba.
katioussilbe (s. § 131) und noeb andere Vorgänge (s. Norceu
im Gnmdriss I, 511 f.) gänzlich verdunkelt worden, z. b. zu
Iielta 'lieissen' prät. hét und heit (got. haihait)^ prät. pl. hétom
und he'itom, part. prät. lieitenn\ zu sueipa 'einhüllen' prät. sueip,
part. prät. sueipenn. Bei einigen verben ist jedoch die redupli-
kation noch einigermassen erhalten, s. § 433.
a.) Ablautende verba.
Klasse I.
%a . et : ö( : I § 409. Verba der ersten ablautsreihe (§ 142), z. b.
(jripa greifen, greip (anorw. græip), grlpom {-um), gripenn {-iyin).
Ganz wie gripa gehen: klipa (älter klypa, schwach nach
§ 442) kneipen; hlifa (deutsches lehnwort des IS.jahrhs.) werden,
drifa treiben, {h)nfa greifen, klifa klimmen, rifa reissen, suifa
schweben, þrifa ergreifen; Uta beissen, drita cacare, {h)nita
stossen, Uta sehen, rista ritzen, rila schreiben, skita cacare, slita
zerreissen; kui(5a sich ängstigen, lit5a gehen, riba reiten, n'ða
(aschw. vripa) drehen, si(5a zaubern, skrika schreiten, sni^a
schneiden, swi(5a sengen; {h)niga sich neigen, miga mingere,
siga sinken, slig a steigen; fisa pedere, risa sich erheben; gina
gähnen, {h)?Hna schreien, berühren, hui?ia kreischen, skina
glänzen.
Anm. 1. Ilníya, míga, siga, sti ga haben im prät. sg. auch Jmé (ein-
mal hnég mit analogisch wieder eingeführtem g), mé, sé, sté (s. § 233, 1; § 95),
welche formen ursprünglicher, wenn auch seltener, sind.
Anm. 2, Von suifa, sida kommt selten, von lida, snida, suif)'a, gina
öfter auch ein schwaches prät. nach § 442 vor. luti'da geht gewöhnlich
ganz nach § 442.
Anm. 3. Von hnita und huina ist part. prät. nicht belegt.
§ 410. Besondere eigentümlichkeiten zeigen sich bei:
hitia warten beitü {hælti) hib'otu (-um) heticnn § 140
Uikia blinken — hliko'm{-mn) —
suilda, suikua, sei- sucik [siueik), smkom{-um) suik{u)enn {-inn), seit.
ten sý/«ta§ 72,12 seit, sueyk sgkenn {-inn) § 72, 11,
betrügen {sueyk) § 72, 8 § 244 anm. 2.
víkia, vikua, selten veik {vœik), seit, rikom {-mn) vlkcym {-inn), seit, gkumn
{v)ýkua weichen veyk {voyk) (-inn)
Anm. Von einigen ursprünglich hierher gehörigen verben sind nur
schwache spuren der alten starken bildung erhalten: part. prät. snifenn
§411—413. Klasse 2 der abkuteuden verba. 217
{-imt) beschneit und 3. sg. präs. ind. ani/r (§ 72, 6) schneit (beide formen
nur dicht.), vgl. ahd. simvan; part. prät, Jmipenn (nipinu) beklommen zu
{h)nq)a (schwach nach § 442 oder auch nach § 43Gj beklommen sein,
visenii (-inn) verwelkt (vgl. ags. tóweosan, mhd. verivesen), þiZenn (-irm)
geschmolzen zu pVÖa (schwach nach § 442) schmelzen, isl. ó-hlifenn ver-
wegen zu Jdifa (schwach nach §442) hüten, tigcnn {-'um; § 251, 3) aus-
gezeichnet, vornehm zu t'id (got. teiJuut] schwach nach i^ 447) zeigen; 1. sg.
präs. ind. lé (got. leilira; § 56) und part. prät. nom. pl. m. lener (einmal
belegt) zu liä (schwach nach § 447) leihen. Die schwachen verben digna
erweicht werden, stikna geröstet werden und lifna das leben behalten
setzen hierher gehörige starke part. prät. '■'diginn (got. digans), *stikinn
(vgl. steik braten), "^lifinn (got. hi-lihans) voraus. Ueber den isolierten,
einmal belegten inf. strf/kua (§ 72,6; vgl. ascliw. IiUpstrika, ags. sirican)
streichen vgl. §413. Iíatj. 6^
Klasse II.
§ 411. Verba der zweiten ablautsreilie (§ 143), z. b. ai ^^ , ^j.
ßdta iliessen, flaut, tlutom (anorw. fluium), llotenn: , ^
kriupa kneclieD, kraup, krupom {-um), kropenn; y <
supa sauten, saup, supofn [-umj, sopenn. ' ^ . -*
A.c. -Co '-^Ä '
Anm. Ueber die doppelheit id, iú im inf. s. § 98, § 141 anm. 2.
§ 412. Wie ßota gehen: bj^iota zerbrechen, giöta giessen,
{li)lióta bekommen, {h)rióla schnarchen, stieben, liösta schlagen.
)üola gemessen, skiota schiessen, þióta tosen, þrióla aufhören;
bióba bieten, {h)rió^a reuten, riöiia röten, siöt^a sieden; giösa
sprudeln, {h)niósa niesen.
Anm. 1. Von hniosa ist part. prät., von /^noto prät. pl. nicht belegt.
Anm, 2. Kine nebenform zu part. prät. protenn 'erschöpft' (zu priöta)
scheint das adj. priUenn i-inn) 'geschwollen' zu sein. Sehr seltene neben-
formen sind: anorw. prät. sg. hot}, pl. bo'dom, skotom, part. prät. hudinn\
isl. part. prät. Jdutenn; vgl. § 413 anm., § 414 anm. 1.
§ 413. Wie kriúpa gehen: driúpa triefen; kliúfa spalten,
riúfa zerbrechen; fiúka stieben, rnika rauchen, strh'ika (vgl.
anm.) streichen, Uüka, s. § 414; fUüga (auch ßuga nach § 414)
lliegen, liúga lügen, smiúga schmiegen, siúga, s. § 414.
Anm. Von flmga, litlga, snililga, ^iága kommen im prät. sg. neben
/laug, lang, nviaug, mug die ursprünglicheren formen /ló, lö, nmo, so vor (§ 233,
1, § i)6). Sehr seltene nebenformen sind: inf. strykia und stri/kua (vgl.
§ 410 anm., ^ 141, 1, § 253, 4), ßugia (nach ßiügW, -ir, -i u. dgl., s. § 204),
prät. sg. isl. klo f. anorw. fok.
218
§414. 415. Klasse 2 der ablautenden verba.
§ 414. Wie súpa gelien: luka (auch Uúka nach §413)
verschliessen, luta sich beugen, suga (auch smja § 413) saugeu,
flúga^ s. § 413, und wahrscheinlich die nur im inf. belegten
stüpa hervorragen und dúfa (anorw. einmal) niederdrücken ;
dazu part. prät. als adj. do fenn erlahmt.
Anm. 1. Ueber die nebenform prät. sg. so s. § 413 anm. Einmal
ist part. prät. isl. lukenn belegt, vgl. § 412 anm.
Anm. 2. Neben luka steht Ijjkia schwach nach § 439, jedoch sehr
selten in übertragener bedeutiing. Lüta hat selten schwaches prät. nach
§ 446 {liitta, pl. hltfom, -um).
§ 415. Besondere ab weichungen zeigen folgende verba:
friósa frieren [ fraus í frusom {-um)
isl. alt froroyn
isl. frerom
kiösa wählen
frans
isl. alt frs ra
isl. frera
kaus
isl. alt kera
isl. kera
Í kusom {-um)
isl. alt korom
isl. kerom
frosenn
isl. alt frsrenn
isl. fr er enn
kosenn
isl. alt kørenn
isl. kerenn
fiyia fliehen fiö (*ffauh § 58) fiugom § 251, 3 —
spi/ia speien spiö spiom —
Anm. 1. Prät. sg. frera, kora (mit schwacher flexion nach § 460)
sind den pluralformen frorom, korom nachgebildet, über welche s. § 68, 3,
§ 251, 4; über die nebenforraen frera, -om, kera, -am s. § 86.
Anm. 2. Fli/ia (statt '"ßwa, got. þliuhan) ist dem präs. pjr (got.
þliuhis) nachgebildet. Prät. fiö, ßiigom kommt nur alt und dichterisch vor.
Sonst hat das wort schwaches prät. nach §440,2: flöda {'■ßauhiiSö), ßatia
(urspr. konj.), pi/da (nach präs. flyr), part. ßae'dr, fløedr, ßjje^r, fii/^Ör; in
später zeit auch bisweilen ßiid'a, part. fliiibr, fiúdr. Nach dem prät. ßotia,
ßoedr sind ferner die nebenformen inf. ßoia, präs. ßor gebildet.
Anm. 3. Spi/ia (nach präs. sj^i/r § 72, 6 gebildet) hat später schwaches
prät. nach § 439 {spnda, part. ntr. sjrnt). Prät. spiö setzt '■''spidio (vgl.
§ 143 anm.) voraus.
Anm. 4. Nur in spärlichen resten ist die starke bildung bei vielen
verben erhalten. Neben prät. pl. bugom ist . nur noch i)art. prät. hogenn
'gebogen' belegt, neben prät. sg, {h)nauti nur part. prät. ntr. {h)no(iet 'ge-
schlagen ', neben der 3. sg. präs. ind. isl. Jm/ss nur prät. sg. kraus 'schauderte'.
Zu tlöa (got. tiuhan) 'ausreichen, helfen' (präs. ind. fiö, týr, týr, pl. tióm,
tiöe'd', tiöa) kommt in der bedeutung 'gezogen' ein altes part. prät. togenn
vor; sonst liat das wort (in seiner geAvöhnlichen bedeutung) nur schwaches
prät. (nacli § 440, 2) : UY^a, fijd'a, part. tødr. tí/'d'r, wozu die inf tøia (präs.
tø), ti'/la (präs. tij), mit derselben entwicklung wie bei ßf/ia (anm. 2 oben);
ausserdem kann üöa ganz nach § 436 gehen (präs. tlöa, prät. tiöada, part.
prät. fiöadr), im prät. ind. dazu nach § 446 {tiöda). — Nur im part. prät.
Ijelcgt sind: {]i)rotienn (vgl. ags. In'eocüan) gefärbt, lo'd'emi (vgl. ags. Uodan)
§ 416 — 418. Klasse 3 der ablautenden verba. 219
haarig, rotenn verfault, snotücnn düunhaarig; ferner liokenu zu huka (schwaeh '
nach § 446, 1) kauern, lúenn (-hui) zu li/ia (prät. schwach nach § 439) zer-
quetschen. Die seil wachen verben losna sich lösen und ghlpna stutzen
setzen starke i)art. prät. Hosinn (got. lusans), '■'glüpinn voraus.
Klasse III. 4 /
§ 416. Verba der dritten ablaiitBreibe (§ 144), z. b. .Vi.m + R,
bresta bersten hrast brustom (anorw. brustum) hrostenn; k^q-i^.i^ a/>m ,
hiarga bergen barg bur gom {-um) borgenn\ ^ít/M i*^ -f K
spinna spinnen sparin spunnom (-ufn) spuyinenn {-inn)\ Q^. i . a. . u. \
slyngua, slyngia schleudern slong slungom {-mn) sJungenn {-inn) ;^ . • ^ ^^
seikkua sinken sokk sukkom {-um) sokkenn. { zo . Ca, • k •
Anm. üeber e, i im inf. s. § 139, § 82; la § 89; /y § 72, 5; /> § 72, 3,
§ 82. Ueber o, u im part. prät. s. § 141, § 83, 1.
§ 417. Wie bresta geben: detta niederfallen, gnesta
krachen, kretta mucken, snerta berühren, spretta springen,
suelta hungern, sterben, velta wälzen; skreppa gleiten, sleppa
gleiten lassen, verpa {vær pa) werfen; scrt^a Unzucht treiben,
vert^a {vœrba) werden; huer f a {huœrfa) sich wenden, suer f a
{suærfa) feilen; suelga (auch suelgia nach der 2. pl. präs. ind.
suelgi<), 2. 3. sg. präs. konj. suelgir, -i u. a., vgl. § 204 und
fliúgia § 413 anm.), beila treffen, sueUa schwellen, vella sieden;
þuerra {þuœrra) abnehmen.
Anm. 1. Von hella und kretta ist ausser dem inf. nur prät. sg. belegt;
von gnesta ist part. prät. nicht belegt.
Anm. 2. In detta, kretta, spretta, skreppa, sleppa ist e im inf. nach
§ 82, 0 im part. prät. nach § 83, 1 (sonst nach § 141) zu erklären.
Anm. 3. In verben wo v oder kons, it dem wurzelvokal vorhergeht,
fehlt dies in alter zeit natürlich vor dem u, o des prät. pl. und part. prät.,
zeigt sich aber oft in der späteren spräche, z. b. urtiom, or'd'enn (später
rwtium^ vorbmn) zu vert)a; liurfom, horfenn zu huerfa u. dgl. (s. § 228
anm. 1, § 244 anm. 2.)
Anm. 4. Im ])art. i)rät. hat .sc/v')«, neben sor'^enn auch stro()enn (s. § 247
anm. 2); ebenso ist das adj. skorperiu 'eingeschrumpft' urspr. part. zu skreppa
(wozu part. prät. skroppjenu neugebildet ist); vgl. § 248 anm. 3. Sehr seltene
anorw. nebenformen sind inf. valla (ahd. iralkm, ags. iceallan) statt rella und
prät. pl. ror'd'oni st. {c)ur'dum; ebenso setzt anorw. prät. konj. horfa st.
hyrfa ein prät. pl. ''horfoyyi st. liurfmn zu huœrfa voraus.
§ 418. Wie biarga gehen: gialda (prät. sg. galt § 180)
gelten, gialla (part. ])rät. nicht belegt) gellen, skialfa zittern,
skialla klatschen.
220 §419 — 422. Klasses der ablaiitendeu verba.
Anm. 1. Spät geht biarga auch schwach nach § 436.
Anm. 2. Sehr seltene nebenformen sind: inf. shclla und anorw. gcida;
\)r\it. sg. giall (st. gall), entweder nach dem inf. glalla und prät. konj. gglla
(s. § 204) oder vgl. hialp (§ 422).
§ 419. AVie spinna gehen: vi7ina ausführen; binda binden,
{h)rinda stossen, vinda winden; springa zerspringen, slinga
stechen; suimma (vgl. suima, symia §423) schwimmen.
Anm. 1. Prät. sg. zu hinda, {h)rinda, vinda, springa, stÍ7iga hehsen
hatt (selten hånt), {li)ratt, vatt, sprakk (spät und selten sprang nach dem
pL), stakk, s. Í:} 18U, § 207, 2 und 3. — Ueber prät. pl. {v)iinnom, {v)undom,
smmnom, part. prät. {v)unnenn u. s. w. s. § 228 mit anm. 1, § 244 mit anm. 2.
Anm. 2. Sehr seltene nebenformen sind 1 . pl. imperat. hryndmn (so
wie die schwache 2. sg. präs. ind. lirinder, nach § 442 wie im nisl.) und
part. prät. ntr. sommet (vgl. § 423 anm. 2).
§ 420. Wie slyngua, slyngia gehen: syng{u)a (§ 244 anm. 2),
-(i)a (§204 mit anm.) singen, þryngua , -ia drängen; gyygua
(nur im inf. und part. prät. belegt) verzagen, tyggua, -ia (dies
auch schwach nach § 439) kauen.
Anm. Bei pryngua heisst präs. neben þryng{r) auch þrong{r)\ hierzu,
wie zu einem vorauszusetzenden '"sløng{r), werden dann neugebildet
þrengua, -ia und slsngua (wie nach präs. tgggr inf. tyggua statt Hioggua,
aschw. tiugga, aus "^teggwa § 90), die später oft schwach nach § 443, b flek-
tieren. — Seltene nebenformen sind isl. inf. songua — gebildet wie
{h)nogg{ii)a (schw. nagga) § 422 und valla §417 anm. 4; ebenso setzen
die eben erwähnten prongr {'■"þrangivÍR § 72 anm. S) und *slongr inf.
'■^þrongua, '-^slongua voraus ; vgl. noch aschw. togga, tugga (wäre isl. 'Hoggua)
kauen, varpa werden, Ualpa helfen — , prät. pl. spngom (nach dem sg.),
syngom (nach dem konj. synga), part. prät. syngenn (s. Noreen, Arkiv I,
150 ff. und oben § 67), songenn (nach dem inf.).
§ 421. Wie sðkkua gehen: {li)r-(ikkna weichen, klfikkua
stöhnen, slokkua springen.
§ 422. Besondere abweichungen zeigen:
hrcgda ans licht ziehen
hrd
bragtiom {-um)
hrugdenn {-hm)
brenna brennen
brann
brimnom {-um)
brnnncnn {-inn)
drekka trinken
drakk
drukkom {-um)
drukkenn {-inn) § 83
anm. 1
finna finden
fann
\ fimnom (-um)
f funnenn {-inn)
\ fundoyn {-um)
\ fundenn{-inn)^2bí,2
hialpa helfen
lialp, hialp
Itulponi {-um)
holpenn
{h)npgg{u)a stossen
{h)npgg
—
{h)nuggenn {-inn)
renna rennen
rann
runnom {-um)
runnenn {-inn)
sporna anstossen
sparn
spurnom {-um)
—
Anm. 1. Ueber die Unregelmässigkeiten bei bregZa s. Noreen im
i; •42;i Ivlasse 4 der iibhuitenden verbu.
221
Grimdriss I, 510. In den bedeutungen 'rügen", 'auf etwas ansprach machen'
kommt auch, bes. anorw., die (gewöhnlich scliwach nach § 442 flektierende)
form biigda vor, welche dem seltenen präs. (anorw.) hrig'd'r (§ 4Ó7 anm. 4)
nachgebildet ist.
Anm. 2. Neben hrenua, renna kommen alt und selten hri7ina, rinna
(wie im aschw.) vor; vgl. § KiO, 2, § 252,(1,
Aum. 3. Zu {]i)uoyg{u)a heisst präs. ind. sg. {h)uygg(r), das sich zu
{h)nggg{u)a verhält wie syng{r) zu sgngua und fygg(r) zu aschw. togga
(s. § 420 anm.). Da hier ggiu aus tvw (§ 246, 2) entstanden ist, gehört dies
verb (wie auch tyggua und gyggua § 420) ursprünglich der 2. ablautsklasse
(§ 411 ff.) zu.
Anm. 4. Von (dem gewöhnl. schwach nach § 436 flektierenden) sporna
(ahd., ags. siyarnan) ist ein starkes präs. "^'spyyii (§ 63 anm. 2) nicht belegt,
liegt aber der nebenform spgrna (schwach nach § 442) zu grunde. Neben
sporna hat wol einmal ein dem aschw. spiœrna entsprechendes '■'spiarna
gestanden — vgl. (die schwachen) hor f a sich wenden, molka melken neben
(den starken) luierfa, ahd. melchan — und zu dessen präs. '■'sperre (^■'spœrn
§ 63, 10) ist die form sperna (schwach nach § 442) ueugebildet.
Anm. 5, Sonstige, sehr seltene nebenformen sind: zu hialpa prät.
sg. holj), lielp (und 3. sg. prät. konj. helpc)^ zu hregd'a und finna part. prät.
anorw. hrog'd'enn. fynn'inn (vgl. syngenn § 420 anm.). Hialpa kann auch
schwach nach § 430 gehen.
Anm. 6. Nur (einmal) in der 3. prät. pl. belegt ist (anorw.) gnullu
schrien. Isolierte starke part. prät. sind: holgcmi angeschwollen, hruggenn
{-imi ; vgl. aschw. hryggia, ags. brcowan) gebraut, holfenn zu Jiolfa (schwach
nach § 446, 1) gewölbt sein, krop^jenn zu krep)pa (schwach nach § 442)
schrumpfen, roskenn (vgl. got. íurisqan) gewachsen, sforkenn erstarrt; das
schwache verb þorna (vgl. § 223) dorren setzt ein starkes part. prät.
'•■þorrom (vgl. got. gapaúrsans) voraus.
Klasse IV.
§ 423. Verba der vierten ablautsreihe (§ 145), z. b. Jb^^. e>vt,en,<nia^(r
bera tragen ba?^ bó?'om (anorw. härom) boremi. T^ci ^ í<a^. «e ' ♦ ^*^ • ^
So gehen noch skera (vgl. jedoch § 424 anm. 2 und § 145 anm.)
schneiden, stela stehlen und mit gewissen abweichungen
d'M ,(Uvt : it
tr,ekX,e^
fela verbergen
nema nehmen
fal
nam
suima, symia schwimmen suam
koma (anorw. auch kiima) [ '"^^'^'^'^
kommen 1 /'■^>»''
troda treten trad
sofa schlafen
ve fa w(íl»en
Kuaf
) >''if
fólom (fdlom)
\ nómom {ndmow)
\ nówoui § 73, 2, c
Siiómom {suámom)
\ kuómom {knámom)
\ kómom § 71,6
trótfom {trddom)
j suófom {sndfoin)
\ sóforn § 71, ()
I rófom (rdfoni)
\ (ifoni s^ 71,6
folgenn'% 251,3
nimicnn (-wn)
iwmenn (anorw., a,
seit, isl.) 'í
sumenn {-inn) § 244
komenn
traden)!
sofenn
ofenn
{'
/^ (P^r^
222 § 4'24. Klasse 5 der ablautenden verba.
<
Anm. 1. Fela (■'fclha § 234) gehörte urspr. der 3. ablautsklasse
(§4 16 ff.), wie auch das part. prät. bezeugt; demnach ist prät. pl. fölom
analogische neubildung (statt '■^fiilgoni) zu sing, fal nach dem Verhältnis
stal : stólom u. dgl. Sehr selten kommt anorw. schwaches part. prät. felad'r
(vgl. das aschw.) vor.
Anm. 2. Neben suima (später auch schwach nach § 436), symia
{'^su/ujan) kommt auch suhirma Q'-'siuiiiman § 252, 2 mit nur präsentischem -n-,
vgl. fregna § 425 anm. 2) nach klasse III vor (s. § 419), Aus einer urspr.
flexion simunia, prät. suam, part. sumenn, ''some^m (gebildet wie nomcmi,
s. oben) sind durch ausgleichung sowol suima, wie suamw, summen und
sommenn (§ 410 anm. 1) entstanden.
Anm. 3. Koma, trob'a. sofa, über deren vokalisation s. Noreen, Sv.
Landsm. I, 693; Sievers, Beitr. Vtll, 80 ff.) haben präs. kern, trsd, so f
(§ 63, 3), resp. hem, ireti, sef (§ 86). Zu treti ist wol das bisweilen vor-
kommende schwache prät. fradda, part. traddr gebildet nach der analogie
gle?) erfreue : gladda : gladdr u. dgl. (§ 439).
Anm. 4. Ueber prät. sg. kom s. Ljungstedt, Anmärkningar tili det
starka preteritum (Upsala 1887), s. 111 ff. (/f ist wol zu dem pl. ófom
gebildet nach der analogie f()r : fórom (§ 426) ; ebenso wol auch ein sehr
seltenes ndm, zu ndmoui nach dt : dtom u. dgl. (§ 425 anm. 6).
Anm. 5. Von '■'slokkua (däu. slakke, vgl. sgngua, hnoggua u. dgl.
§ 420 anm.; kk nach § 220,2) löschen ist aus alter zeit nur part. prät.
slokenn belegt; dann aus dem nisl. ein präs. slokkr, wozu schon im aisl.
slokkna (schwach nach § 442) neugebildet ist.
Klasse V.
§ 424. Verba der fünften ablautsreihe (§ 146), z. b.
gefa geben gaf gófom (anorw. gäfom) gefenn.
So gehen noch: drepa erschlagen; feia den weg finden, freia
pedere, geta bekommen, meta abschätzen; leka leck sein, r-eka
treiben; /í^ó« lesen; trega betrüben, i'^^a aufheben, wiegen, w^ägen.
Anm. 1. Von trega sind prät. sg. und pl, von freta prät. pl. und
part. prät., von leka prät. pl., von feta part. prät. nicht belegt. Die neben-
formen frata, fata (gebildet wie valla, songua u. a., s. § 420 anm., § 42.i
anm. 5) gehen schwach nach § 436; so bisweilen auch freta und gewöhnlich
trega, das Jedoch ein prät. treg'da in der bedeutung 'betrauerte' aufzu-
weisen hat.
Anra. 2. Sehr seltene nebenformen sind: prät. sg. gdf, mdt (s. §425
anm. 6, § 423 anm. 4 und Wadstein, Arkiv VIII, 89), prät. pl. anorw.
mótom (s. § 73, 2, c); dagegen können dröpom, gótoin — so wie die ebenfalls
sehr seltenen l)örom, sköroni zu bera, skera (§ 423) und fragom, pögom zu
fregna, piggia {^ 425) — entweder als nur ungenaue Schreibungen statt
drópom u. s. w. aufzufassen sein, oder ist d nach § 146 anm. (und § 145
anm.) zu erklären (vgl. kømr passabel) oder endlich sind die formen neu-
bildungen nach nömom (§ 423), kó<3om (§ 425) u. dgl.
§ 425. Klasse 5 der ablautenden verba.
223
425. Besondere abweiclmiigen zeigen
eta, Uta essen
fregna fragen
kuetia sagen
rek{k)ua § 72, 3,
§220,2 dunkeln
sid (séa§ 106, b, 2,
§ 234) seilen
vega (anorw. auch
vigä) tüten
vesa, Vera sein
dt, s. anm. 1 ótoiu (dtoin) etenn
frd § 233, 1 frógom (frdgom) fregenn
I ImœÖ \ kuób'oni (kudtiom) /^^g^^^,.^,
i kuat § 1 83 anm. 1 0 \ kór)om §71,6
sd § 1U9
vd, s. anm. 4
ras, var
j sam § 104
\ sóm § 73, 2, c
vógoni [mgom)
l vóroni (fdrom)
\ seit. {r)örom §71,6 seit, veset
ntr. rß^k(k)iiet
senn § 103
vegcnn (anorw.
auch viginn)
ntr. veret.
und mit dem präsensvokal / nach § 139, 1
bidia bitten
bad'
hótfoin {bdtüom)
bedenn
sitia sitzen
sat
sótom (sátom)
setenn
liggia § 220, 1 liegen
Id § 233, 1
lógom (Idgom)
legenn
piggia empfangen
/Hi
þógoni (pdgom)
pegenn
Anm. 1. Neben eta tritt éta (iéta § 100), wo die vokallänge wol aus
dem prät. (vgl. got. fr-et. lat. l'di, gr. eó-T]ða) herübergenommen ist, schon
seit dem anfange des 13. jahrh. auf, s. B. M. Olsen, Germania XXVII, 262 f.
Anm. 2. In fregna ist n ein spezifisches präsenssuffix, das den
übrigen Stammformen fremd ist; vgl. § 423 anm. 2 sowie lat. ccrno, sino,
Uno u. dgl. Statt präs. fregn kommt sehr selten freng (vgl. § 184, 2) oder
freg (zu dem prät. frd, frógoiii neugebildet nach veg : vd, vógom) vor. Das
wort geht auch schwach nach § -142, später und selten auch nach § 436.
Anm. 3. Von kueda kommt einigemal (in alten handschr.) auch prät.
sg. kiuid (in Verbindungen wie kiiati 'öat 'sprach so' entstanden, vgl.
§ 183, 1, a) vor; wenn das folgende wort mit p (oder ð) anlautet, sogar
kua. Vgl. Iloffory, Arkiv II, 33 ff.
Anm. 4. Vega (viga, vgl. § 140) gehört urspr. der 1. ablautsklasse
(vgl. got. weihan, ahd. icigan). Demnach ist prät. vd aus 'hvaih (s. § 57, 1,
§ 2."i!, 3) entstanden und pl. vógoui neubildung statt '''vigout.
Anm. 5. Ueber den Wechsel von s und r in vesa, vera s. § 251, 4.
Im inf. und prät. sg. sind die formen vera, var, wo r auf Übertragung aus
den übrigen formen beruht (wie umgekehrt s im part. veset), jünger als
vesa, vas. kommen aber schon in den ältesten hdschr. vor (z. b. Cod. Reg.
1812). Die formen mit s kommen später ganz ausser gebrauch. — Sehr
seltene nebenformen des inf. sind r((sa (St. Hom.) und (wie im aschw.)
vara (Geisli); vgl. § 420 anm , § 424 anm. 1, u. a. — Ueber die sehr eigen-
tümliche flexion des präs. s. § 450, 3 und § 464.
Anm. 6. Sonstige sehr seltene nebenformen sind: inf. sita nach präs.
sif ; prät. sg. bd'i), sdt, vdr (mehrmals) zu \)\. hó'<)oni u. s. w. neugebildet
224
§ 42G— 428. Klíisse (5 der ablautenden verba.
(nach (it: ótom; vgl. § 42:^ anm. 4) und sehr spät pa()i statt /m (vgl.
floda St. /fo § 415 anm. 2). Ueber pl. frógom, þógom s. § 424 anm. 2.
Anm. 7. Vereinzelt stehen prät. sg. huak wankte (vgl. das schwache
huika wanken nach § 436) und part. prät. iaenn zu iä (ahd. jelmn, s. Lidén,
Arkiv III, 240 f.) versprechen, das sonst schwach nach § 447 geht.
Klasse VI.
§ 426. Verben der sechsten ablantsreilie (§ 147), z. 1).
fara Ailiren for fórom farenn\
Í u^^ft- 1'^^ taka nehmen lok lokom lekenn (anorw. tœkinn) § 67.
^-J^'^^' j § 427. Wie fara gehen: ala ernähren, (jala sini>'en, kala
^ trieren, mala mahlen; grafa graben, skafa schaben; {h)laoa
(auf)laden, va(^a (prät. ó<), óbom, später vó^, vóbum, s. § 228 mit
anm. 1) waten; und mit besonderen abweichungen:
hefia (hceßa) heben höf
kefia [kœfia] niederdrücken köf
ske'pia (skœpia) schaffen skóp
sueria (snœriá) schwören
deyia {doyia; '■'dawjan)
sterben
geyia {goyia) bellen
stdnda stehen
s{a)ür § 244
mit anm. 2
da {*dDiü
§244)
sföti
hófom
köfom
skójwm
s(u)óroni
hafenn
kafenn
suarenn,sorevn
§ 149,4
daenn (vgl. §
244 aum. 2)
sta'd'enn
vaxa wachsen
ox
vaxenn
dorn Q'doivam
§ 103)
góm
stótfom
j ()Xom
\ iixom{-um)^ 149
Anm. 1. Auch schwach nach § 439 gehen kefia (besonders in alter
zeit), skepia (im part. prät. immer); nur im prät. suma^ nur im part. prät.
(aber dort fast immer) hefia. Das mit skepia gleichbedeutende skapa geht
schwach nach i^ 436.
Anm. 2. In standa ist n ein spezifisches präsensinfix, das von alters
her den übrigen Stammformen nicht zukommt; vgl. lat. timdo , tango,
cumbo u. dgl.
Anm. 3. Sehr seltene nebenformen sind : prät. (schwach) isl. reæta,
einen inf. '■■rexa (got. wahsjan, aschw. rœxa) voraussetzend; prät. pl. isl.
grófom (wie von einem ^grefa nach § 424, aschw. grœva, asl. grehq) und
anorw. hdfom, vgl. § 147 anm.; part. prät. ntr. anorw. d(it{t) wie von einem
m. *ddnn (den synkopierten kasus, pl. däner u. dgl., nachgebildet).
Anm. 4. Nur im prät. sg. belegt ist isl. Itnaf 'schnitt ab'.
§ 428. Wie taka gehen die verba, bei denen nach dem
wnrzelvokale im ])art. prät. ein palatal folgt. Ganz gehen so
aka fahren, skaka schütteln und mit besonderen abweichungen:
§ 429. 430. Klasse 1 ii. 2 der rednplicierenden verba.
225
dreycnn (au or w. dræ-
gwn und dregenn)
fiegenn {fiæginn)
Megenn (Idægmn)
slegenn (slægmn)
þuegenn {þuœginn)
{K)lógom hlegeiiii {lœginn)
draga (anorw. auch drega dro § 233, 1 dröyom
§ 149, 4) ziehen
flá {''flahan § 234, § 103) fio flógom
schinden
Met reiben klö Uógom
sid schlagen sló slógom
fmá waschen />(ií)d § 244 mit þ{u)ógom
anm. 2
{li)lcíiia {Vilakjan §110) {h)ló
lachen
Anm. 1. Ueber den Wechsel zwischen (einstigem) h und g in ßd,
sld. Jnid, hlœia s. §251,3. Kid flektierte urspr. wie deyia (§427), aber
statt Vdeyia (dän. klø) wurde kld neugebildet zu dem präs. klcer {*klaicÍR\
vgl. umgekehrt präs. deyr st. ^dcér nach deyia und nom. mey st. mcOr
nach gen. meyiar § 318 anm. 1) nach dem muster sld : slœr; zu prät.
klö wurde pl. klögom st. ^klúm (vgl. aschw. später döghom st. döni) gebildet
nach slö : slógom, und ebenso part, klegenn st. Vdderm nach slegenn.
Anm. 2. Auch schwach nach § 436 geht aka (selten). Sld geht im
prät. auch nach § 433: slera, slera, pl. slerom, slerom,
Anm. 3. Von dem schwachen (nach § 436) gnaga sind zwei starke
formen je einmal belegt: 3. sg. präs. ind. isl. gncgr und part. prät. ntr.
anorw. gnaget (vgl. § 67 und aschw. gnagliin). Vereinzelte part. prät. sind:
fegenn (fœginn ; ags. ^efœgen, vgl. got. faheds und faginün) froh, vakcnn
wach zu vaka (schwach nach § 446, 1; vgl. got. wakan) wachen und der
Personenname Þrdcnn zu preyia (schwach nach § 440, 5) oder prd (nach
§ 438; vgl. deyia : kld, s. anm. 1 oben) sich sehnen.
b) Eedupliciereiide verba.
§420. Klasse I. Verba der ersten ablautsreihe. Hierher
gehören mir:
heita (hceita) heissen hét, selten
heit {hæit)
leika spielen lék
sueipa fegen, wickeln sucip
Anm. Ueber das verhältniss der doppelten präteritalformen s. § 142
anm. und Noreen im Grundriss I, 511. Sehr seltene nebenformen sind
prät. sg. hett (Eluc.) § 221, 1, hit (Hauksbók). Sueipa geht gewöhnlich
schwach nach § 436 oder § 442. Ein isoliertes part. prät. ist eikenn rasend.
§430, Klasse II. Verba der zweiten ablautsreihe. Ilier-
hétom, selten heitenn (haHtinv)
heitom (hceitam)
lékom leikenn
— sueipenn
her gehören :
auka vermehren
iók
iókoui, iukom {-nm)
aukenn {-inn)
ausa schöpfen
iós
iósom, insom
ausen n
{h)lanpa laufen
{h)lióp
{h)li()j)om, {h)hq)0)}i
(anorw. auch Híqjnni)
(h)lai(peini
Noreeii, AUisl. gríiiiiin, "2. auíl.
15
226
§ 431. Klasse 3 der reduplicierenden verba.
bua (anorw. seit, boa bia (anorw. auch biuygom, bioggom, búemn
§ 143 anm.) wohnen biiiggi, biogge) bioggom
hggg{u)a § 246, 2 ]úó (anorw.auch hioggom, hiuggom, hogg(u)enn
hauen hiogge) Inoggom
Anm. 1. Seltene nebenformen sind: prat. sg. hiú, anorw. Up § 149,1
und biuggia (! inBarlaam); prat. pl. bioggio oder buggio, hioggio, hiuggio
oder hioggio und anorw. laupum. Zur erklärung der formen s. Ljungstedt,
Anmärkningar tili det starka preteritum (Upsala universitets årsskrift 1S87),
s. 126íf. und Noreen im Grundriss I, 511 f. — Ueber adv. biid (bilt) 'viel-
leicht' neben part. prät. ntr. buet s. § 192 anm. 3 (mit nachtrag).
Anm. 2. Auch schwach flektieren auJm (bes. im anorw.) nach § 436
und im anorw. búa nach § 446, 2 (jedoch nicht im präs.).
Anm. 3. Von bauta schlagen sind nur präs. ind. pl. und (als
zweites glied in Zusammensetzungen) part. prät. (dichterisch) belegt; später
auch ein schwaches prät. bautatia nach § 436. Ein isoliertes part. prät.
ist and'enn 'vom Schicksal bestimmt'.
§ 431, Klasse III. Verba der dritten ablaiitsreihe. Hier-
her gehören:
blanda mischen blett (^'blind) ^201, 2, ^S2 blendom blanäenn
falda den köpf be- feit § 18U feldom faldenn
decken
feil § 221,1 fellom
helt heldom
hekk C'hing) § 207, 3, §82 hengom
gekk {'' ging) j gingora,
falla fallen
halda halten
hanga hängen
ganga gehen
fallenn
haldemi
hangenn
gingenn, gengenn
\ si^iitei gen gom
fd(^fanhan%2h\^^, fekk {"'fing) f fingom, j fangenn,fingenn
§ 103) bekommen \ sip'át. f engem \ fengenn
Anm, 1. Von fd heisst die 3. sg. präs. konj. ein paar mal fange (st.
fde), einen inf. -fanga (aschw. fanga neben fä) voraussetzend, welcher
sich zu fd verhält wie hanga zu got. hähan. Die in Cod. Tunsb. belegte
3. sg. präs. konj. hœnge ist mit dera aschw. inf. hœngia zu vergleichen.
Zu ganga kommt mehrmals eine 3. sg. präs. ind. isl. gingr (st. gengr) vor,
wievon einem inf. ''Ujinga (vgl. lit. iengiu und anm. 5 unten). Sehr seltene
nebenformen sind ferner: prät. sg. feil (st. feit) § 251, 2, hell (s. Noreen,
Arkiv III, 31 note), lieilt oder helt; prät. pl. anorw. hiœldo (agutn. /iie/ííu).
Anm. 2. Hanga geht im präs. ind. immer, im prät. sg. und pl. oft
schwach nach § 446. Falda geht selten schwach nach § 436.
Anm. 3. Ein isoliertes part. prät. ist aldenn alt (vgl. got. us-alfKin
altern).
Anm. 4. Ueber die (späte und seltene) nebenform gd zu ganga,
welche ursprünglich zwei ganz verschiedene verba sind, s. Lorenzen, Tidskr.
f. Fil. N. R. IV, 223 ff.; Mahlow, Die langen vokale, s. 136 ff.; v. Fierlinger,
K. Z. XXVII, 432 ff
§ 432. 433. Klasse 4 ii. 5 der reduplicierenden verba. 227
Anm. 5. Prat. pl. fengom, gengom, hengom, blendoni sind dem sg.
nachgebildet. Part. prat. fingenn, gingenn setzen inf. "^finget, ^ginget (vgl.
präs. gingr anm. 1 oben) voraus. Ueber fangenn neben fengenn [fœnginn)
s. § 67.
§ 432. Klasse IV. Verba, die im inf. und part. prät. der
siebenten ablaiitsreihe (§ 148) gehören, im prät. dagegen der
ersten (vgl. § 149, 2). Hierher gehören folgende verba, die in
zwei gruppen zerfallen, Je nachdem der inf. á oder ó als wurzel-
vokal zeigt:
L bläsa blasen hlés blésom blcísenn
grata weinen gret, selten greit grétom grdtenn
hudta durchbohren — — huátenn
lata lassen lét, leit Utom, selten Utom Idtenn
rada raten réd, selten reið rédoni rdtienn
Anm. 1, Neben lata kommt nicht selten lata vor (s. Gislason, Njála
II, 920), ursprünglich wol nur, wenn das wort proklitisch stand (s. § 121, 1).
Ausserdem kommt anorw. bisweilen leta vor, wol nach dem präs, anorw.
letr (aus lœtr verkürzt in proklitischer Stellung? s. § 121, 7) gebildet.
Auffallend sind die seltenen anorw. (z. b. in No. Ilom. und Spec. reg.)
formen: 2 pl. imperat. litit), litit. Eine seltene nebenform im prät. sg. ist
(Ilauksbók) Ut (agutn. Ut, vgl. hit § 429 anm.). Mit prät. sg. leit ist ahd.
fur-leiz und aschw. let, mit prät. pl. litum (agutn. Utuw) aschw. gritimi
zu vergleichen.
Anm. 2. Zu dem im prät. nicht belegten hudta (s. Þorkelsson,
Supplement II, 217 f.; F. Jónsson, Egils saga, s. 380 f.) kommt später ein
schwaches part. prät. ntr. hudtat vor.
Anm. 3. Ein isoliertes part. prät. '^brdb'emi (vgl. aschw. brUjm mit
part. bräpin und ahd. brätan) wird von dem schwachen brdtina 'ge-
schmolzen werden' voraussetzt.
II. blota opfern biet blétom blötenn
söa feierlich töten — — sóe7in
Anm. 4. Auch schwach nach § 436 gehen sowol blota (im präs. ind.
und prät. gewöhnlich) wie später söa (statt *sófa nach dem nicht belegten
präs. '''sør aus *söicÍr', die nebenform sofa, aus '''söfa und '^sór kontami-
niert, geht immer schwach nach § 442).
Anm. 5. Ein isoliertes part. prät. ist fiökenn 'verworren', 'verwickelt'
(gleich ahd. far-fluohhan'^).
§ 433. Klasse V. Verba, bei denen die alte reduplikations-
silbe noch bewahrt ist (s. Noreen im Grundriss I, 512). llicrlicr
gehören :
röa rudern rera, rsra § 71,3 rerom, rø rom róemi
sd säen sera §251,4, sera serom, so rom sden)i
smia wenden stiera {'''svezo), s)u>rn suerom, snorom snuen ii
15*
228 § 434. 435. Schwache verba.
Nach róa geht groa keimen, nach snúa geht gnúa schaben.
Von slå (s. § 428) schlagen kommen alternativ die nach sä
gebildeten formen prät. sg. slera, sl-eira, pl. slerom, sUrom vor.
Anm. 1. Sd kann auch schwach nach § 438 gehen. Von sm\a ist
ein schwaches part. prät. smWr einmal belegt.
Anm. 2. Hierher gehört auch die einmal (aus Cod. AM. (577, 4") be-
legte 3. sg. prät. bnere zu einem *bnúa (got. hnauan).
Anm. 3. Das prät. sg. dieser verba flektiert schwach (§ 460).
Anm. 4. Ganz anderer art sind die § 415 mit anm. 1 erwähnten prät.
fr ora, frera und kora, kera.
II. Schwache verba.
§ 4P)4. Diese bilden regelmässig ilir ])rät. (und part.
prät.) durch zusatz eines (\ selten / (§ 445, 1; § 449, 2; § 4e50, 8;
§ 452), d (§ 440, 3; § 451,2 — selia — und 3; § 453), þ (§ 450, 1
und 2; § 453) oder s (§ 449, 1). Wenn durch synkope dies (V mit
einem vorhergehenden konsonanten zusammentrifft, treten die
im § 183 dargelegten lautgesetze ein, wodurch es sich oft als
d, þ, t zeigt.
Anm. Selten kommen formen ohne dentale ableitung (s. Noreen im
Grundriss I, 513, 518) vor, z. b. im St. Hom. prät. ind. 3. sg. horf{ti)c, haf\ti)e,
Hkelf{ti)e, misger{ð)e, 2. pl. spy{'d)o'd , part. prät. vaf{ti)r, súf{d)r, lay{tí)r,
^ay{p)r, samteng{Ti)r : im No. Hom. prät. ind. 3. sg. horf{()')e, part. prät.
samt(tng{ti)r, lay{'d)r. Gewöhnlich sind part. prät. yorr, sparr neben den
seltenen í/örðV 'gemacht', s^;aí-(a)ðV 'gespart'. Vgl. das aschw. und adän.
§ 435. Dagegen ist die bildung des prä sens stammes
sehr verschieden. Je nach dem ausgange der 1. sg. präs. ind.,
wo der präsensstamm am deutlichsten hervortritt, kann man
vier schwache konjugationen unterscheiden:
1. Präs. sg. auf -a, prät. sg. -a()a, part. prät. -atir, z. b.
kalla, kallaha, kallahr zu kalla rufen.
2. Präs. sg. auf konsonantisches *-/ (da snach § 235 fort-
fallen muss), prät. sg. -ða (ohne /-umlaut der Wurzelsilbe, s.
§ 66, 2), part. prät. -(/)ð> (ohne i-umlaut, s. § 67, b), z. b. vel (væt),
valha, val{é)br zu velia (vælia) wählen.
3. Präs. sg. auf sonantisches (urspr.) -i (mit i-umlaut
der Wurzelsilbe), prät. sg. -ba (mit i-umlaut, s. §66,1), part.
prät. -()r (mit /-umlaut), z. b. síýre{-i), siijrtia, síýrbr zu síýra
steuern.
§436—438. Schwaclie konjugation 1. §439. Scliw. konj. 2. 229
4. Präs. sg. auf (iirspr.) -e (ohne /-umlaut der Wurzelsilbe,
s. § 66, 4), prät. sg*. -Öa (ohne /-umlaut) , part. prät. -a()r oder
-(5r (ohne /-umlaut), z. b. spatie, spar()a, sparat (ntr.) oder spai^hr
zu óv^úira sparen.
a) Erste scliwaclie konjug'ation.
verba, z. b.
§ 436. Hierher gehören die meisten isl.-auorw.
elska {œlska) lieben präs. elska prät. dskada part. prät.
, elska^ir
stgdua aufhalten stodua stptiuada
stpdua(ir
heria (hceria) verheeren heria heriatia
heriab'r
spd prophezeien spd sprída
spaÖr § 103
und besonders die vielen abgeleiteten verba auf -Jia, z. b. UcjJ^L^^raei-ZLA-
faA;^« erwachen vakna vaknaTia vaknadr íy{. iud. -^OA-f'/c
Anm. Im prät. können fiöa fluten und das deponens öask sich fürchten TUS.je^íi/íCi'
nach § 446 gehen. Visa zeigen kann anorw. im prät. und part. prät. nach
§ 439 gehen.
§ 437. Verba wie heria sind von denen, die wie be?ia
(§ 439) gehen, wol zu unterscheiden. Die ersteren sind, der
regel nach, denominativa zu Ja-, ja- (oder ?-)-stämmen ; bei den
letzteren dagegen ist -i- ein verbales ableitungssufiix. Nach
heria (vgl. herr beer § 324) gehen z. b. efjgia (zu e(j(/ schneide
§ 316) anreizen, hyria (zu hyrr günstiger fahrwind § 324 anm. 1),
beginnen, steßa (zu sief kehrreim § 304) hindern, skynia (zu
skyn einsieht § 317) einsehen, lyßa (zu lyf heilmittel § 304)
heilen u. a. (s. Wimmer, Forn. forml. § 152).
Anm. Synia v^erweigern kann später (wie im aschw.) nach § 439
gehen. Vgl. übrigens § 440 anm. 6.
§ 438. Wie spá (aus spda), also mit kontraktion (§ 103),
gehen z. b. />/ mahlen, má abnutzen, stfy'i streuen, þiá quälen.
b) Zweite schwache konjugation. GíÍ^ L
§ 439. Hierher gehört eine ziemlich grosse anzahl von
verben mit kurzer Wurzelsilbe, z. b.
krefia{krœfia)yeT\2iUgen kref kraftia kraf(e)?ír
heria schlagen her har 'da ha7'{eyd'r
telia erzählen tel tal'da, später talda tal{eydr, taldr
§183,l,b
venia gewöhnen ven vaiib'a, sp. vanda van{e)dr, vandr
teniia zähmen tem fam'fia, sp. tamda tam{e)tir, tamdr
230
§ 440. Schwache koujugation 2.
gleb'ia erfreuen
vék{Jí)ia (§ 220, 1)
wecken
glepia narren
-ßytia fortschaffen
hysia strömen
leggia § 49, § 220,
legen
lýia zerquetschen
céia weiden
glcti yladda § 183, 1, a
vek váliþa § 1 83, 2, c,
sp. vakta
glep gla])þa, sp. glapta
fiyt futta § 216
bys busta § 183, 2, a
legg lagt) a
ly
gladdr § 357, 2
vaketir, vakpr, vaktr
glapetir, glappr, glaptr
fiiittr § 357, 2
lag{e)dr (vgl. jedoch
§ 434 anm.)
lú{e)t)r
á{e)b'r
smurb'r
vakþr, vaktr
liítia
(é dda
Anm. Ein ausführliches Verzeichnis hierher gehöriger verba findet
sich bei Wimmer, Forn. forml. § 145 — 148.
§440. Besondere abweiclmngen zeigen sich in vielen fällen :
1. Im präs. (auch inf.) g-eheii, wenigstens alternativ, nach
§442:
fyrna ebben (impers.) fyrucr (3. sg.) furde (3. sg.) —
melia, nwlua § 72 anm. 8 mel, molue maWa, mslda —
zermalmen
smyria, smyrua schmieren sniyr, smyrue smnrtía
vekia {vœkkia), vok{k)ua vek (vœkki) vakþa, vakta
§ 72, 13, § 220, 1 zum
íliessen bringen
Anm, 1. So ging wol einmal auch gorna (§ 445, 2) machen, wozu
in alten runeninschriften prät. karþa (d. h. gar'd'a). Zur erklärung s. Sievers,
Gott. gel. anz. 1883, s. 55 ff.
2. Im prät. (auch pari prät.) gehen, wenigstens alternativ,
nach § 442 :
selda § 183 anm. 4
setta
fryda, selten frúd'a
gnúd'a, selten gnýda, guida
{h)lý {h)lúda, selten {h)løda
§ 72, 4, {h)léd'a
hiýtía, knúda, knítfa
selia [sœlia) verkaufen sel
setia (sœtia) setzen set
fri'/ia absprechen
gnýia tosen
{li)lýia schirmen
frý
gmj
seldr
settr
frý{e)dr
{h)lú{e) í(ntr.)
knýia schlagen
'^sýja (gotsiujanjnahen
kný
seoa
knij{e)dr,knú-
(e)d'r, hiid'r
sódr § 72, 4,
sédr
Anm. 2. Knýia hat selten ein prät. knýiada, knía'd'a nach § 436.
Anm. 3. Ueber die ursprünglich starken verba fýia, spýia, týia s.
§415 mit anm. 2 — 4.
3. Das prät. ist auch in der ältesten zeit mittelst -d
(nicht ð) gebildet (s. § 183 anm. 4), ausser bei selia (s. oben 2),
auch bei
§ 441. Schwache küDjiigatiün 2. §442. Schwache konj. 3. 231
villa wollen ril cilda vilirrl: (ntr.),
dessen pari prät. übrigens nach § 486 gebildet ist.
Anm. 4. Ueber die flexion des präs. von vilia s. § 459, 7.
4. Im pari präi schwankt nach §446,1:
hygyia meinen Jt'Vgy hugtia hugdr, hugat (ntr.)
5. Aus einem urgerm. Wechsel zwischen antesoriantischem
-auj- und antekonsonantischem -awi- (vgl. gen. meyiar zu mehr
§ 318 anm. 1 und inf. deyia neben pari präi pl. dåner § 427
anm. 3, vgl. § 428 anm. 1) erklärt sich der Vokalwechsel in :
heyia (hoyici) ausführen hey hátSa hd{e)b'r
preyiqþ(proyia) sich sehnen prey prätia />rad'r
Anm. 5. Statt preyia und prcji kommt später prä (nach § 438) vor.
Anm. 6. Feria 'mit der führe über das wasser setzen' kann später
ganz nach § 436 gehen ; ebenso, obwo! selten, efia hetzen.
§ 441. Die nicht synkopierten formen auf -e^ir im pari
präi, welche überhaupt der älteren spräche gehören, kommen
nie bei verben vor, deren Wurzelsilbe auf ð oder t endet (z. b.
fluttr, nie '^/lutebr, zu ßytia), s. § 357, 2; auch bei den meisten
von den übrigen ist schon vorliterarisch die synkopierte form
durchgedrungen. Wo in der ältesten spräche -e(5- stand (also
im sg, nom. m. f., gen. m. ntr., pl. nom. acc. ntr.), ferner im
sg. gen. dat. f., acc. m. und pl. gen. tritt nach 1200 -in- ein
(nach der analogie der starken verba, gemäss der proportion
ntr. malit : m. malinn = ntr. valit : :r), z. b. sg. nom. m. valinn,
f. valin, gen. f. valinnar, acc. m. valinn, pl. nom. acc. ntr. valin
statt valet5r, valet), vaieÖrar, valtan, vaiet) zu velia wählen (aber
nie ^ßulinn u. s. w., weil kein "^fluíeör u. s. w. vorhanden ge-
wesen war).
c) Dritte schwache konjugation.
§ 442. Hierher gehören eine sehr grosse anzahl von ver-
ben mit langer Wurzelsilbe, z. b.
erfa{cerfa) erben erfe(œrfi) erß'a erför
fórd'a fór'd'r
doytia § 244, § 224 doy'Ör
kenib'da, spät kcuibda kcmbd'r, keinbdr
§183, l,b
skelfd'a, sp. skelfda tikelfÖr, skelfdr
donytia, sp. slonyda donytiv.donydr
dóin'da, sp. dunida dünidr, döuidr
hirda, hirda, sp. hirta hirdr,hir'd'r,hirtr
§ 183 anm. 2
fora führen
føre
doyyiia betauen
døyyiic
kemba kämmen
kembe
skelfa schütteln
skelfe
sl 0 nyaa schlingen
slonyue
dünta urteilen
dorne
hirda bewachen
hir'Öe
qA
232
§ 443. 444. Schwache konjiigatioii 3.
fella fällen
feile
f elda § 183, l,b
feldr
sigla segeln
sigle
sigld'a, siglda
sigld'r, sigldr
kenna kennen
kenne
kenda
kendr
nefna nennen
nefne
nefnt^a, nefnda
nefnd'r, nefndr
þi'/tía deuten
piße
Pl/dda § 183, 1, a
pl'/ddr
senda senden
sende
senda § 216
send}'
sskkua senken
sekkue
sskpa, sekta § 183, 2, c
sokpr, soktr
Opa rufen
ópe
0p þa, øpta
øppr, óptr
möta begegnen
nióte
motta § 216
ntøttr
huessa schärfen
huesse
huesta § 183, 2, a
huestr
lypta in die höhe
lypte
lypta § 223, § 216
lyptr
heben
0
Anm. Weitere beispiele sind in grosser menge verzeichnet bei
Wimmer, Forn. forml. § 137—141 und § 143. Henta 'passen' geht oft, enda
'enden' und efla 'im stande setzen' selten nach § 436.
§ 443. a) Verba, deren Wurzelsilbe auf g, g oder k endet,
müssen nach § 204 inf. auf -la aufweisen, z. b.
(h)neigia beugen {h)neige {h)neigb'a {h)neigtir
syrgia trauern ^y^'y^ syrgtia syrgdr
telgia verschneiden telge telgda, spät telgda telg'd'r, telgdr
sprengia sprengen sprenge spreng'd'a, sp, sprengda sprengt^r, sprengdr
drekkia ertränken drekke drekpa, drekta drekþr, drektr
Anm. 1. Weitere beispiele bei Wimmer, Forn. forml. § 142. In alter
zeit fehlt j in leiga 'mieten'; in steik{i)a 'braten' ist es schwankend. St. Hom.
ig)Uka statt sonstigen {gjlikia 'gleichen' ist mit got. galeikön zu vergleichen.
b) Auch einige verba, deren Wurzelsilbe auf -(jw oder -kw
endet, haben nebenformen mit j, z. b. :
hyggna, hyggia wohnen
^vogi^^y
hygU
hyg^r
pro ngua, pre ngia drängen
prsng{u)e
prengd'a, spät
prong^r,
pr&ngda
prongdr
pryskna § 72, 5, priskla
pryskue,
priskpa, priskta
priskpr,
dreschen
priske
prisktr
Anm. 2. Wie hyggna ^ -ia gehen noch {h)ryggua, -ia betrüben,
skyggna, -ia überschatten, styggua. -ia erschrecken, tryggua, -ia ruhig
machen.
§ 444. Hierliergehörige verba, deren Wurzelsilbe auf l
oder n ausgeht, haben gewöhnlich prät. auf -da oder -^a, part.
prät. auf -dr oder -rV (z. b. fella, sigla, kenna, nefna § 442).
Unter umständen (s. § 183, 2, b) kommt aber bei solchen verben
prät. auf -ta, part. prät. auf -tr vor, z. b.
Villa irre führen ville vilta viltr
rréna rauben rwne rcénta rœntr
^ 445. Schwache konjugation 3. 233
So gellen noch : hella giessen, spilla verwüsten, slilla be-
ruliig-en, heia (später regelmässig) mit reif überzogen werden,
vcla, vóla (vgl. § 72 anm. 3) sich beschäftigen, våla, våla (part. prat.
im Cod. AM. 645, 410 einmal vccldr, aus ^vóldr nach § 87) be-
trügen, 7ncela sprechen (aber mæla messen geht regelmässig),
slccla stählen, føla (auch regelmässig) höhnen, sysla (prät. sf/sta,
part. prät. sýstr § 245, 7) verrichten, vixla (part. prät. vixi?- § 245, 7,
vixltr) wechseln, óxla (prät. óxta, óxlta, part. prät. óxtr § 245, 7)
vermehren ; nenna wagen, senna sich auseinandersetzen, zanken,
spenna spannen, ginna bezaubern, inna ausführen, minna erinnern,
minnask.úoXi küssen, þynna dünn machen, væpna bewaffnen.
Anm. 1. Sysla, ríxla. úxla gehen auch nach § 436.
Anm. 2. Bei einigen von diesen verben, z. b. vela betrügen (vgl.
oben und Bugge, Arkiv II, 352 íf.), þynna, ist t nicht lautgesetzlich ent-
standen, sondern beruht auf analogiebildung.
§ 445. Besondere Unregelmässigkeiten zeigen :
1. Einige verben, die das prät. schon urgermanisch mittelst
/ (unmittelbar an der Wurzelsilbe angefügt) bildeten; über
die dann eintretenden konsonantischen Verhältnisse vgl. § 255,
§ 209; die Wurzelsilbe hat natürlich im prät. keinen umlaut.
Diese sind:
söMa suchen soke sotta, sóttr
i/rkia machen i/rke orta § 223, sp. orkta, ortr, orJdr, yr{k)tr
selten yr{k)ta § 245, 6
/jc/ti-ici gewahr werden þekke pdtta (nur dicht.), þckpy, þektr
þekþa, pekta
þyk{k)ia, pik(k)ia þy{k)kc potta § 55 póttr
§ 225, § 126 scheinen pi{k)ke
Anm. ], S amp ykkia emwiWigen geht regelmässig nach § 443,a, also
prät. sampykpa. -pykta. — Zu skemma schämen (vgl. skomni schände)
kommt im prät. neben skem'd'a auch skauid'a, das einen inf. "^skemia (vgl.
ahd., as. skama schände) voraussetzen dürfte, vor.
2. Das verbum 'machen' mit mehreren hauptformen:
gs}'{H)a y^r{u)e Í ysrÖa Í gorr, gorr, yerr (gœrr)
ger{u)a ger(u)e gertSa ' §"2,7, § 79, c, § 353 anm. 1,
gior{u)a gior{ii)e giord'a j giprr; vgl. § 434 anm.
Anm. 2. Die formen mit iv kommen nur dichterisch vor. Sehr
seltene anorw. nebenformen sind prät. yiorda, part. prät. gpri)r (zu ntr.
gort gebildet nach stf/rdr : styrt u. dgl.) vgl. noch § 434 anm., § 440 anm. 1 .
Anm. 3. Ueber die verschiedenen formen s. Gering, Finnboga Saga ,
s. VI ff.; Sievers, Gott. gel. anz. 1883, s. 55 f.; (Noreen und) Brate, Bezz.
234
Schwache konjugation 4.
Beitr. XIII, 44 if.; Söderberg, Filol. sällskapets i Lund forh audiin gar 18SI—
IS88, s. 73ff.; Wadstein, s. 54. Ueber die schwankende flexion des präs.
s. § 459, 5.
1.
duga taugen
duge{-
i)
iina zufrieden
sein
unc
skolla schlenkern
skolle
lotia anhaften
lobe
vaka wachen
vake
hrosa lächeln
brose
gd achten
gde
d) Vierte schwache konjugation.
§ 446. Hierher gehört eine ziemlich geringe anzahl von
verben. Das part. prilt. kann entweder auf -aðr oder (seltener)
auf -ðr gebildet sein; in folge der bedeutung der meisten hierher
gehörigen Wörter kommt aber diese form fast nur im neutrum
vor. Beispiele :
dugb'a dugat
imtia, später imda § 1 88, 1 , b unat
skokla § 183, l,b skollat
lodda § 183, 1, a lotíat
vakþa, sp. vakta § 183, 2, c vakat
hrosta § 183, 2, a brosat
gdba gdbr ^lOS
Anm. 1. Wie duga gehen: holfa oder hualfa gewölbt sein (part.
prat. nur als /io i/hi belegt; vgl. jedoch § 422 anm. 6), Ufa (part. prat. auch
lifdr, Ufinn, vgl. § 441, in der bedeutung 'lebendig') leben, lafa schlenkern,
vara ahnen (impers.; ?"aríí warnen geht nach §436), síara starren und die
im part. prät. nicht belegten ugga fürchten, grúfa sich niederbeugen, mara
mit dem Vorderteile (des schiffes) tief im wasser liegen, stilra betrübt sein.
Ueber spara, pora s. unten 2.
Anm. 2. Wie ima gehen: gana (später bisweilen auch nach § 430)
fortstürzen, sama oder söúa geziemen (part. prät. nur als samat belegt);
von luma loslassen kommt wol nur die 2. sg. imperat. lume vor. Ueber
pola s. unten 2.
Anm. 3. Wie skolla geht tolla anhängen.
Anm. 4. Wie vaka gehen : ga2)a gähnen und die im part. prät. nicht
belegten drúpa neigen, gnapa sich beugen, flaka gähnen, liiika (vgl. jedoch
§ 415 anm. 4) hockern; blaka flattern geht im prät. nach § 436.
Anm. 5. Wie brosa geht das im part. prät. nicht belegte prasa
schnauben.
Anm. 6. Gd kann im präs. auch nach § 438 gehen.
2. liorfa umkehren horfe JiorfÖa (vgl. jedoch Jiorft
§ 434 anm.)
skorta mangeln
skorte
skorta § 216, § 223
skort
spara sparen
spare
sparda
sparr § 434 anm.,
spar{á)t, vgl. 1 oben
pola dulden
pole
pol'da, sp. polda
§183, l,b
pol{a)t
pora wagen
pore
por^a
porat, selten þort
§ 447. Schwache konj. 4. § 448. Verba präterito-präsentia. 235
Anm. 7. Wie skorta geht wol das im part. priit. nicht belegte glotta
grinsen. Auch nach § 436 geht (bes. später) idt{t)a zugeben, bisweilen
auch spara.
§447. Unregelmässigkeiten zeigen sich bei:
hœgia quälen
hdge
hdgda
—
Jiafa haben
liefe, alt auch
liafða
hafb'r, alt u. sehr seit.
lief
ntr. hafat
id versprechen
ide, id § 438
idd a
iftðr, seit, idenn
Jcaupa kaufen
kaupe{-i)
kegpta (køypta) keyptr (køyftr)
§ 183 anm. 6,
§191
lid {léa § IOC), b, 2)
lé, spät liœ
leda
ledr, sehr seit. Unn
leihen
nd bekommen
nde, spät nœ
ndba
nddr, ndet (ntr.)
scgia (sœgia), alt u.
sege (sœgi), alt
sag da
sagb'r, dicht, sehr sel-
seit. se^^i«§ 220, 1
L u. sehr selten
ten sagadr
sagen
seg
tid zeigen
té, tide, tid
té'b'a, tidda
tédr,tidtir, adj. tígenn
trila glauben
true (anorw.
trúd'a
trúat, adj. trúa'ö'r
trili und trg)
gläubig
þegia (þœgia)
þege {þœgi)
þagda
þag{a)t
schweigen
Anm. 1. Ueber die schwankende flexion des präsens von liafa, segia,
trila und þegia s. § 459, 6. Mistrua geht ganz nach § 436.
Anm. 2. Ueber die part. prät. der ursprünglich starken verba tid, lid
s. §410 anm., id s. § 425 anm. 7. Zu tid ist eine infinitivform tega (s.
§ 251, 3) selten belegt.
Anm. 3. Kligia ekel empfinden ist nur im (inf. und) präs. klige
belegt.
Anm. 4. Sonstige sehr seltene nebenformen sind : zu hafa prät. isl.
höf (vgl. § 426), liafe (s. § 434 anm.), anorw. hofba, hefb'a (s. Wadstein,
s. 68 note); zu segia prät. saga und part. prät. sagr (§ 434 anm.).
III. Verba, die zum teil stark, zum teil schwach gehen.
a) Verba präterito-präsentia.
§ 448. Diese sind ursprüngliche starke verba, deren prä-
sens verloren gegangen ist; das alte starke präteritum hat
präsensbedeutung angenommen (vgl. lat. memini, gr. o/d«), und
ein neues schwaches präteritum mit präteritaler bedeutung ist
geschaffen worden. Die hierher gehörigen verba sind im ganzen
10, deren präsens den 1., 3., 4. und 5. ablautenden klassen
236 § i-19 — 451. Verba präterito-präsentia.
angehört; prät. und pari prät. sind am ehesten als nach der
4. schwachen konjiigation gebiklet zu betrachten. Der alte in-
finitiv ist durch einen neuen, der sich dem präs. pl. anschliesst,
ersetzt worden.
Anm. Wegen der imregelmässigen flexion des präs. ind. (s. § 459,8
und 7) werden vesa {cera) 'sein' und rilia 'wollen' oft — aber mit un-
recht — zu den verb. prät.-präs. gerechnet.
§449. Erste ablautsklasse :
1. vita wissen, präs. veii (vceil), pl. vito?}i {-um)^ prät. vissa,
part. prät. vitabr.
Anm. 1. Ueber die form vetka aus veü-ek-a ich weiss nicht s. § 115.
Ueber prät. vissd s. § 254; nicht ganz selten ist die isl. nebenform visu
(z. b. oft in Cod. AM. 645 4") mit unerklärter Vereinfachung des -ss-.
Anm. 2. Auch die adj. riss sicher und viss weise (s. § 254) sind ur-
sprünglich part. prät. zu vita.
2. eiga (æi{/a) besitzen; á {*aih § 57, 1); eigom (æigum); átta
{^aihta §209); áitr.
Anm. 3. Ueber den Wechsel von U und (j s. § 251, 3, § 255.
Anm. 4. Das adj. eigenn [æiginn) eigen ist ursprünglich ein altes
starkes part. prät. zu eiga.
Anm. 5. Beachte den unregelmässigen ablaut im präs. pl. !
§450. Dritte ablautsklasse:
1. wma lieben; ann; unnom {-um); unna {^unþa § 215);
unn(a)t ntr.
2. ku7ina können; kann; kunnom {-imi); kunna (^kunþa §215);
kunnat ntr.
Anm. 1. Auch das adj. AMðV, kunnr § 201 bekannt, kund ist ur-
sprünglich ein hierher gehöriges part. prät. — Sehr selten kommt prät.
kg7ina (aus dem konj. entlehnt, vgl. anm. 2, § 451 anm. 4) stsitt kunna vor.
3. þur/'a bedürfen; þarf'-, purfom {-um); pur f ta § 183 anm. 6;
purft ntr.
Anm. 2. Seltene an or w. nebenformen sind mi. porfa (aschw, porva),
präs. pærf, part. prät. purfat, Sehr selten ist pr'át þyrfta (aus dem konj.,
vgl. anm. 1, § 451 anm. 4).
§451. Vierte ablautsklasse:
1. mima sich erinnern; man; ?nuno?n {-um); muntra, später
inunda § 183, 1, b ; munal ntr.
2. mono, sp. munu § 125,1, werden; mon, sp. mun (anorw.
oft man); monom, sp. munum; munda § 183 anm. 4, monda, mynda,
minda § 126, mmida, menda § 86; part. prät. fehlt.
§ 452. Verba präterito-präs. § 453. Valda. § 454. Paradigmen. 237
Anm. 1. Verhältnismässig seltene an or w. nebenformen sind inf.
manu, präs. mpn, pl. manum oder moniun (s. Wadstein s. 49 und 76).
3. skolo, sp. skulu § 125, 1, sollen; skal; skol om, sp. skulum\
skylda § 183 anm. 4, skllda § 126, selten skulda; adj. skyl dr
schuldig.
Anm. 2. Ziemlich selten ist präs. pl. skplom (St. Hora. mehrmals;
skaliüu No. Hom. mehrmals). Sehr selten ist präs. sg. anorw. (Strengl.) ska
(vgl. das aschw.), s. § 237 anm.
Anm. 3. Ueber die inf. skolo, mono s. § 455. Beachte den von der
4. ablautsklasse abweichenden ablaiit im präs. pl. dieser verba so wie die
unregelmässige bildung des präs. sg. von mono.
Anm. 4. Prat. myndd, minda, monda, m,end/i und nh/lda, skllda sind
eigentlich die formen des konjunktivs (§ 462), die im ind. gebraucht
werden ; vgl. § 450 anm. 1 und 2.
§452. Fünfte ablautsklasse:
1. tnef/a können; mä § 2))3, 1, § 109; megom; malta {^mahia
§255, §209); malt ntr.
Anm. 1. Seltene nebenformen sind inf. anorw. muya (aschw. mnyhd)
oder maya (got. mayav, aschw. mayha), isl. møya (nach dem pl. '''moyom
§ 71, 3 gebildet), part. prät. yneyat.
2. knotlo (/f?2^///o) können; kncr, kyiegom; knatta; part. prät. fehlt.
Anm. 2. Ueber den inf. hinfto s. § 456. Zu knä (ags. cnáivé) sind
wol die übrigen formen nach der analogie von md : meyom u. s. w. gc-
l)ildet. — Selten ist prät. kndtia.
Anm. 3. Auffallend ist der unregelmässige ablaut im prät. pl. dieser
l)eiden verba.
b) Das verbum valda.
§ 453. Valda 'walten' geht im präs. und part. prät. wie
ein starkes verbum; das prät. aber ist schwach gebildet und
zeigt ablaut in der Wurzelsilbe : valda, präs. veld (vœld), prät. olla
(^wolþa § 215, § 228), später oldä § 251, 2 oder volla, volda
§ 228 anm. 1, part. prät. ntr. valdet, später vol dit, spät ol lat.
Anm. Einmal ist prat. pl. ullum st. olloni belegt.
B. Eiiduiigeii.
1. Aktivum.
§ 454. Als paradigmen regelmässig flektierender verba
seien aufgestellt die starken sk/óía schiessen (§ 400), falla fallen
(§ 431) und die schwachen safna sammeln (1. konj.), sue/ia
{suw/ia) beruhigen (2. konj.), stf/ra steuern (3. konj.), vaka wachen
(4. konj.j
lJihM..t^, q. al 2. skiót^
238
§
454. Paradigmen.
skiüta
falla
Präsens.
xie^initiv.^iAr^
safna suefia
styra
vaka
Sg.l.
skyt
fell (fœll)
Indikativ,
safna suef^
styreJ-Y)
-L
vake
2.
skýtr
fellr ifællr]
1 safnar suefr
styrer (-ir)
vaker
3.
skýtr
fellr ifællr)
safnar suefr
styrer (-ir)
vaker
PL 1.
skiütom
follom
sofnom suefiom
styrom
vokom
[fallum)
[safnum) [suæfimn
) (-um)
(våkum)
2.
skióteÖ, -et, falleÖ, -et,
safneð, -et, suefeÖ, -et,
stýreð, -et.
vakeÖ,
(-er §458, 4
,c) (-er)
(-er) (suæfir)
i-ir)
-et, (-er)
3.
skióta
falla
safna suefia
Konjunktiv.
styra
vaka
Sg.l.
skióta
falla
safna suefia
styra
vaka
2.
skiót^
faller
safner suefer
(suæfir)
styrer (-ir)
vaker
3.
skióte
falle
safne suefe {suæfi) styre (-i)
vake
PL 1.
skiótem
fallem
safnem suefem
stýrem {-im) vakem
[siiæfim)
2.
skióteð,-et,
, falleÖ, -et,
safneð, -et, suefe?^, -et,
styreÖ, -et,
vakeð,
i-er)
i-er)
(-er) (suæfir)
\.ir)
-et, (-er)
3.
skióte
falle
safne sneie (suæfi) styve {-i)
vake
Imperativ.
Sg.2.
skiót
fall
safna suef
styr
vake § 465, 4
PL 1.
skiótom
follom
sofnom suefiom
styrom
vokom
(fallmn)
(safnimi) (suæfiiim
) (-um)
(våkum)
2.
skióteð, et.
falleÖ, -et,
safneÖ, -et, suefeð, -et,
styreÖ, -et,
vakeð.
(-er)
(-er)
(-er) . (suæfir)
Participium.
(-ir)
-et, (-er)
skiótande
fallande
safnande suefiande
stvrande
vakande
Sg.l. skaut
2. skauzt
PL
3.
1.
3.
fell
feilt
(§461,2)
skaut fell
skutom fellom
(-um)
Präteritum.
Indikativ.
safnaða
safnaðer
suafða
suafðer
styrÖa vak}?a
styröer (-ir) vak|:'er
safnaðe suafðe styrðe (-i) vakþe
sofnoÖom suofðom stýrtiom vokþom
(safnatiom) (suafdmn) (-um) {vak/mm)
skutoÖ, -ot, felloð, -ot, sofnoÖoÖ,-ot, suofðot),-ot, styrðoð, ot, vokj^oð, -ot,
i-ur) (-'t*') (safnatíor) (suafd'ur) (-ífr) {vdkþur)
skuto (-u) fello sofnoÖo suofðo styrðo (-n) vokj^o
(safnado) (suafda) (vak/m)
§ 455. 456. Infinitiv. 239
Konjunktiv.
Sg. 1. skyta fella safnaða suefða styrt-a vekj^a
(síiœf'da) {vækpa)
ííA/u.í- 2. skyter (-ir) feller safnaðer siiefðer styrðer (-ir) vekþer
ßfit tÁ, — (suœf'dir) {vækþir)
3. skyte (-i) felle safnaðe suefðe stýrðe {-%) vek]7e
(suœf'dí) (vœkþi)
Pi. 1. skytem feilem safnaÖera suefðem stýrðem vek|?em
{-wi) (síiœfdim) i-im) {vœkþini)
2. skyteð, -et, felleð, -et, safnaöeÖ, suefðeÖ,-et, styrt^eð, -et, vek|?et5, -et,
{-ir) (-er) -et, (-er) (suœfdir) {-ir) {vœkpir)
3. skyte {-i) felle safnaðe siieföe styrðe (-i) vekþe
{suœftii) {vœkþi)
Participiiim.
skotenn fftllenn safnaðr saaf(e)Ör stýrðr vakat ntr.
a) Infinitiv.
§ 455. Präsens inf. endet regelmässig auf -a, das nach
einem á natürlich schwindet (§ 103), z. b. slá schlagen, spå
prophezeien. Nur die beiden verba präterito-präs. skolo, skulu
'sollen', mono, munu 'werden' haben die endung -u (= 3. pl.
präs. ind , wie ja auch sonst präs. inf. und 3. pl. präs. ind. die-
selbe endung haben). Vgl. Noreen im Grundriss I, 513.
Anm, Präs. inf. ist aus urn. zeit nicht belegt.
§ 456. Ein jDräteritum inf, mittelst der endung -u von
dem prät- stamme gebildet (der form nach mit der 3. pl. prät. ind.
identisch), kommt bei einigen (etwa 25) verben vor. Im pro-
saischen Sprachgebrauch finden sich nur vier beispiele: mundo
{myndo, mmido, s. §451,2), skyldo und (seltener) vlldo, ur(5u
(anorw.) zu mono werden, skoio sollen, viiia wollen, vœr()a (anorw.)
w erden. Sonst kommen derartige formen nur in der poesie vor,
z.b. in der poetischen Edda: mœlio, skipto, bendo zu fnala sprechen,
skipta schalten und walten, benda beugen; andere fälle sind /oro
zu fara fahren, stöbo zu standa stehen, voro zu vesa, vera sein,
kunno zu kunna können, motlo zu mega können, knótto (präs.
inf. fehlt) können, sendo zu senda senden, mislo zu missa ver-
lieren u. a. (s. Lund, Oldnord. ordfr)jningsla!re, s. 386). Von den
verben der 1. schwachen konjugation ist keine einzige hierher
gehiirige form belegt. — Zur erklärung dieser relativ jungen
bilduiig s. Noreen im (Inindriss I, 513.
240 § 457. Präsens indikativ.
b) Präsens indikativ.
§ 457. Die endimgen eines regelmässig' flektierenden
verbs sind:
stark schwach 1 schwach 2 schwach 3, 4
Sg. 1. — Í i-uml. d. will'- -a — -i, -c § 124
2. 3. -r j zelvokals -ar -r -ir, -er
PI. 1. -um, -om § 125 -um, -om -itim, -iom -um, -om
2. -ið', -ed oder -it, -et (anorw. auch -ir, -er)
Ó. -a -a -la -a
Anm. 1. In der 1. sg. der starken verba ist der i-umlaut aus der
2., 3. sg. entlehnt. Die um. endung der 1. sg. muss bei den starken
verben und den schwachen verben der 2. und 3. konj. -u, resp. -jn, -in
gewesen sein, aber ein sicherer beleg fehlt (wiju^^ Kragehul). Diese ur-
sprüngliche endung ist vor dem enklitischen -mk, -m{R) in der 1. sg. pass.
(s. § 469) noch erhalten, z. b. isl. hindomk werde gebunden, glediomk
freue mich, leynom verberge mich. Bei den schwachen verben der
1. konj. muss die (unbelegte) urn. endung (nasaliertes) -o gewesen sein.
Auch diese endung ist vor dem passivischen -iiik, -m{R) als -u, -o erhalten,
z. b. isl. kolloynk nenne mich, hrósom rühme mich. Die (ebenfalls unbelegte)
urn. endung der 4. schwachen klasse scheint (nasaliertes) -l' gewesen zu
sein. Vgl. Noreen im Grundriss I, 514.
Anm. 2. Die 2. sg. ist urn. nicht belegt, setzt aber die enduugen
-ÍR, -öR, -jÍR, -lR, -eR voraus.
Anm. 3. Die 3. sg. hat urn. die endung -id', -o^, -jid, -id, -et) (vgl. got.
hairiþ, salhöþ, nasjip, domeip, hahaip gehabt nach ausweis von bariuti}>
bricht (Stentofta). Aber schon mit dem anfang der vikingerzeit (wenn nicht
früher) wird die endung der 2. sg. angenommen, z. b. urn. VarutR bricht
(Björketorp). Doch sind spuren der ursprünglichen endung noch in der
literatur erhalten, teils häufig vor dem passivischen -sk, -s(r), z. b. bøtezk
wird gebüsst, leynez verbirgt sich u. s. w. (s. Brate, Aldre Vestmannalagens
Ijudlära, s. 64), .teils in vereinzelten formen wie þykke der es scheint dir
(s. § 225 anm. 2), St. Hom. yerip (aschw. einmal yœrid) macht (s. Noreen,
Arkiv V, 393 f.), verd wird.
Anm. 4. Durch ausgleichung steht bei den starken verben im ganzen
sg. e statt i, wo dies in urgerm. zeit aus e entstanden war (s. § 139, 1),
z. b. yef, gefr, yefr statt *giof, ""'yifr, ''giß zu yefa geben. Sehr selten
tritt ausgleichung zu gunsten des i ein, z. b. anorw. hriydr, wonach inf.
brigda, neben isl. breydr ti2íc\\ inf. bregda ans licht ziehen. Wenn das e im iuf.
gebrochen ist, hat das präs. zwiefache bildung, indem teils formen wie
bergr (bœrgr aus '^biargÍR, s. § 63, 10), heljjr, skelfr, yeldr, teils — seltener
und vorzugsweise anorw. — biaryr (aostnorw. biœryr, s. §63 anm. 1), hialpr,
skialfr, yialdr zu blarya bergen, hialpa helfen, skialfa zittern, gialda gelten
vorkommen; beides statt urspr. %iryr u. s. w.
§ 458. Präsens indikativ. 241
Anm. 5. Der i-umlant im sg. sollte lautgesetzlich unterbleiben in
starken verben mit kurzer Wurzelsilbe (s. § 66, 2). Jedoch sind solche
lautgesetzliche formen sehr selten (im gegensatz zu dem Verhältnis im ostn.),
z. b, 1. sg. kom (Lokasenna 6), 2. sg. konir (Vafþrúðnesmól 7), 3. sg. komr
(Háfamól 62) zu koma kommen. Nach analogie der verba mit langer
Wurzelsilbe ist nämlich umlaut eingeführt worden, z. b. køm{r), gel{t), fer{r)
zu koma kommen, gala singen, fara fahren u. s. w. (s. § 67 anm.)
Anm. 6. Starke verba, die im inf. auf -ia nach kurzer Wurzelsilbe
enden, z. b. hefia heben, zeigen die endungen der 2. schwachen konj.,
also z. b. 3. pl. hefia.
§ 458. Folgende abweicliungen sind zu bemerken:
1. Die 1. sg. nimmt schon ziemlich früh bisweilen die
form der 3. sg. an; so besonders häufig bei vesa, vera sein
(erst seit um 1350), hafa haben, se(/ia sagen und noch einigen
(z. b. býbr zu biót>a bieten im St. Hom.). Diese entlehnuug
findet früher im anorw. als im isl. statt.
Anm. 1. Dichterisch kommt bei verben der 1. schw. konj. bisweilen
-i, -e statt -a vor, wenn das pron. ek — und gewöhnlich noch dazu die
negation -a — dem verbum suffigiert wird (vgl. § 394, 1), z. b. kalligak
(statt kalla-eg-a-ek) 'ich rufe nicht', œtlig 'ich denke'. Derselbe — noch
nicht genügend aufgehellte — austausch zeigt sich unter denselben be-
dingungen auch in der 1. sg. prät. ind., z. b. vildigak 'ich wollte nicht',
þordig 'ich wagte', präs. konj., z. b. biargigak 'ich rette nicht' und prät.
konj., z. b. myndigak 'ich würde nicht'.
Anm. 2. Dichterisch kommen oft formen auf -um, -om vor, welche-
also der 1. pl. ganz gleich sind (s. J. I'orkelsson, Arkiv VIII, 34 ff.) Bei
verben der 1. schw. konj. kann diese form, wenigstens zum teil, ursprünglich
sein (s. Wadstein, Arkiv VIII, 86), z. b. þiónum (ahd. dionöm, as. thionon)
diene, cHlomk ich denke. Analogisch ist dann bei anderen verben die
form der 1. pl. in den sg. eingeführt worden, z. b. hyggiom denke, reynom
prüfe, hgfom habe, hiótiomk ich biete, leikom spiele u. a. m. Vgl. § 461
anm. 3 und § 463 anm. 3.
2. Wo bei den starken verben und den schwachen verben
der 2. konj. die endung -r der 2., 3. sg. mit einem vorher-
gehenden /, 71, r, s zusammentrifft, sind die § 201, § 218 und
§ 226 mit anm. 2 gegebenen regeln zu beachten. Es heisst
also z. b. gell und gelr, skill, sklir und (selten) skil, liylr und
sehr selten hyl, fellr zu yala singen, skllia scheiden, hylia hüllen,
falla fallen; skimi {skin), venr, fregn, brebr und brennr {2i\\. brenn),
/ibr und ßnnr zu skina glänzen, venia gewöhnen, fregna fragen,
brenna brennen, finyia finden; ferr und selten f er, þuerr zu
fara fahren, þuerra abnehmen; frgss {frys), less und oft les,
vex zu friósa frieren, lesa lesen, vaxa wachsen.
Norccn, Altisl. gramm. 2. auH. \{j
242 § 459. Präsens indikativ.
Anm. 3. Von þyh{lc)ia, bik{k)ia 'scheinen' kommen oft pyk{k)e, þik{k)e
statt -er vor; so besonders häufig vor unmittelbar folgendem i«ér mir oder
per (ðer) dir. Zur erklärung s. § 457 anm. 3.
3. In der 1. pl. fehlt sehr oft — jedoch nicht in den aller-
ältesten hdschr. — das auslautende -m, wenn die pron. vit {mit)
'wir zwei', vér {wer) 'wir' unmittelbar folgen, sonst selten, z. b.
hindo vér wir binden. Zur erklärung s. § 225 anm. 2.
4. a) In der 2. pl. fehlt regelmässig das auslautende -ð
der endung -it), -eb, wenn pron. þit (bit) 'ihr zwei', þér (ð^r)
'ihr' immittelbar folgen, und auch sonst nicht selten, wenn das
folgende wort mit þ (ð) anlautet, z. b. gefe per ihr gebet, er drepe
pá ihr tödtet sie. Zur erklärung s. § 394 anm. 5 und § 225
anm. 2.
b) Die endung -//, -et kommt schon in den ältesten hdschr.
hie und da (jedoch im St. Hom. nur sehr selten) vor und ist
schon im Cod. AM. 645, 4^ und allgemein seit dem ende des
13. jahrhs. häufiger als -ití, -eb. Zur erklärung s. § 135 anm. 1;
vgl. Hoffory, Arkiv II, 33 note, dagegen L. Larsson, Isl. handskr.
Nr. 645, 40, s. LXV.
c) Die endung -ir, -er ist ausschliesslich anorw. und
kommt (neben -i(5, -et5 und -it, -et) schon in alten hdschr. all-
gemein vor. Zur erklärung s. § 135 anm. 1; vgl. Wadstein, s. 137.
Anm. 4. Im anorw. des 15. jahrhs. kommt bisweilen (als suecismus)
-in vor, z. b. vilin wollet.
§ 459. Unregelmässige oder schwankende flexion zeigen
folgende verba:
1. Die starken verba hlikia blinken, suikna, sykua be-
trügen und vikua, ýkua weichen (§ 410) können auch wie
schwache verba der 3., 4. konj. flektieren, also z. b. 3. sg.
sýk{u)er neben suikr, sýkr.
2. Heita (§ 429) geht in der bedeutung 'rufen, versprechen'
regelmässig, aber in der bedeutung 'genannt werden' (sehr
selten — z. b. im No. Hom. — in der bed. 'rufen, versprechen')
wie ein schwaches verb der 3., 4. konj. (vgl. § 469 anm. 2).
3. Jesa, ver a (§ 425 mit anm. 5) geht fast ganz wie ein
Präteritum :
Sg. 1. em, spät er § 458, 1 PI. 1. erom
2. est § 135, später ert 2. eroð, -t, (-r)
3. es, später er 3. ero
§ 459. Präsens indikativ. 243
Anm. 1. Ueber die verkürzten formen s, (r)óm, (r)óð, {r)ó statt es,
erom, eroti, ero s. § 135 mit anm. 2. — Die formen est, es, s kommen nur
in den ältesten hdschr. vor. Vor 1 200 sind sie ausschliesslich gebräuchlich,
aber schon im anfang des 13. jahrhs. ist er ebenso häufig wie es und wird
bald allein herrschend. — Sehr seltene alte nebenformen sind 2. sg. es (got.
is), er, 3. sg. ves.
4. Die verba prate ri to -pr äs. (§ 449 — 452) gehen im all-
gemeinen wie regelmässige präterita. Jedoch kommen in der
2. sg. bei mo7io, munu 'werden' und skolo, skulu 'sollen' oft
monn, munn und skall (selten moyi, mun und skal) statt mont, munt
und skalt vor. Im pl. zeigt fast immer muna 'sich erinnern',
gewöhnlich auch unna 'gönnen, lieben' die endungen des präsens,
welche in später zeit auch bei den übrigen verba prät.-präs.
(bei eiga 'besitzen' und mega 'können' ausnahmsweise schon
in alter zeit) auftreten.
Anm. 2. Sehr seltene nebenformen sind: 2. sg. skald (s. § 135),
3. sg. skall zu skolo 'sollen', megr zu mega 'können'.
5. Unter den schwachen verben schwanken gðr{u)a,
ger{u)a, gior{u)a 'machen' § 445 und smyrua, smyt^ia 'schmieren'
§ 440, 1 zwischen der 2. und 3. konj. in folgender weise : sg. 1.
gør{u)e, ger{u)e, 2., 3. g-ør{u)er, ger{u)er, in alter zeit auch gm^r,
gerr oder gj&rrer, gerrer (vgl. den einmal belegten inf. gerra,
gleich agutn. gierra), pl. 1. gørom, gerom, giorom, 2. gðr{u)et5,
ger{u)ét5, gior(u)eb, 3. gfir{u)a, ger{u)a, gwr{u)a. Zur erklärung
s. Sievers, Gott. gel. anz. 1883, s. 55 ff., Noreen bei Brate,
Bezz. Beitr. XIII, 44 ff.
6. Zwischen der 2. und 4. schwachen konj. schwanken
hafa haben, kligia ekel empfinden, segia (sœgia) sagen, trua
glauben und pegia {þœgia) schweigen (§ 447) in folgender
weise :
Sg. 1 . hefe, alt auch hef, spät sege (sœgi), alt und sehr sei- true {-i, trý)
hefir § 458, 1 ten seg, spät segir § 458, 1
2, 3. '\itÍQx,althisweilen\iQÍY seger, alt auch segr truer (-ir, írýr)
PI. 1. hofom {hafum) segiom (sœgium) triim
2. hafeð, -t, (-r) segeð, -t, (sœgir) trúeð, -et, (-ir)
3. hafa segia (sœgia) trua
Anm. 3. Wie sege gehen klige und þegc (pœgi), bei denen Jedoch
keine einsilbigen formen zu belegen sind. Zur erklärung der schwankenden
flexion s. Sievcrs, Beitr. VIII, 90 flf.
Anm. 4. Zwischen der 3. und 4. schw. konj. schwankt fylgia 'folgen'
insofern, als im Reykj. Maid. I die 3. sg. fulger (vgl. ahd. folgen) neben
fylger heisst.
10*
244 §460.461. Präteritum indikativ.
7. Vilia wollen (§ 440, 3) flektiert wie folgt:
Sg. 1. vil, dicht, bisweilen vilia PI. 1. viliom {-um)
2. vill, später vilt § 135, bisweilen {z. b. oft im No. 2. vileð, -et, (-ir)
Hom.) vil § 225, 1, sehr selten vilr § 217, 2, b
3. vill, hisiveilen vil, sehr selten vilr 3. vilia
Anm. 5. Die form vilia (got. wiljau) in der 1. sg. ist eigentlich die
der 1, sg. konj. präs. Zur erklärung s. Kluge, Beitr. VIII, 515 ff., Sievers,
ib. IX, 563 ff.
c) Präteritum indikativ.
§ 460. Die regelmässigen endungen sind:
stark schwach
Sg. 1. — -a
2. -t -ir, -er
3. — -i, -e
stark und schwach
PL 1. -um, -oyn
-ttð, -oð" (anorw. auch
-ut, -ot -ur, -or)
3. -u, -0
2.
Anm. ]. Die 1. sg. der starken verba ist schon urnordisch ohne en-
dung: un-nam (Reidstad), aih-ek (Magiemose), falah-ak (Björketorp). Die
schwachen verba dagegen enden um. auf nasaliertes -ö, z. b. taivi^io
(Gallehus), worahto (Tune), faihi^o (Einang), hlaaiwido (Strand); später
-a (§117, 2): wrta (Etelhera).
Anm. 2. Die 3. sg. der starken verba ist schon um. endungslos: was
(Tanum), aih (Fonnas), wqrait (Istaby), gaf (Stentofta). Bei den schwachen
verben ist die endung -e, z. b. lourte (Tjurkö), orte (By), säte (Gommor),
urti (Sölvesborg).
Anm. 3. Von dem alten urgerm. dual ist in um. zeit noch ein
beispiel erhalten: 1. dual ivaritu (Järsbärg).
Anm. 4. Die 3. pl. eines schwachen verbums ist urn. einmal belegt
und endet auf -im: dalitiun (Tune).
Anm. 5. 2. sg. und 1. 2. pl. sind urn. überhaupt nicht belegt, setzen
aber die endungen -t oder -eR und -um, -ud' voraus.
§ 461. Ueber die endungen im einzelnen ist zu bemerken:
1. In der 1. sg. der schwaelien verben kann schon ziem-
lich früh (am frühesten in anorw. hdschr., z. b. schon im No. Hom.
mehrmals, s. Wadstein, s. 102) die endung der 3. sg. -/, -e statt
-a vorkommen; im 14. jahrh. ist dies -/ in gewissen hdschr.
regel; vgl. § 458, 1 mit anm. 1.
Anm. 1. Umgekehrt kommt im anorw. — z. b. im No. Hom. (s.
Wadstein, s. 101) und in runeninschriften (s. Rydqvist, Svenska språkets
lagar I, 329) — bisweilen vor, dass die endung -a aus der 1. sg. in die
3. sg. entlehnt wird.
Anm. 2. Ueber die behandlung auslautender Id, nd, ng im starken
prät. s. § 180, § 207, 2 und 3. Ueber auslautendes <^ s. § 233, 1.
Anm. 3. Dichterisch kommen oft formen auf -um, -om vor, welche
also der 1. pl. ganz gleich sind (s. J. I'orkelsson, Arkiv VIII, 34 ff.). Bei
§ 401. Präteritum indikativ. 245
dem schwachen prät. kann diese form ursprünglich sein (s. Wadstein,
Arkiv VIII, 86 f.), z. b. hpftíom (hafðum) hatte, Ipgdonik ich legte, hengdom
{liœngtium) hängte. Analogisch ist dann auch bei starken verben die form
der 1. pl. in den sg. eingeführt worden, z. b. réöom riet, kómomk ich kam,
u. a. m. Vgl. § 458 anm. 2 und § 463 anm, 3,
2. Beim zutritt der endiing -/ in der 2. sg. des starken
verbums ist folgendes zu beachten:
a) Endet die 1. 3. sg. auf vokal, so wird t gewöhnlich
gedehnt (§ 221, 1), z. b. biött, selten biöt, zu biö wohnte.
b) Endet die 1. 3. sg. auf -/, so ist die älteste endung
-st (aus -SS § 254 + nochmaliges endungs-/) sehr selten belegt,
z. b. (zweimal im St. Hom.) veist (got. waist, aschw. vest) zu
veit weiss ; sondern durch einfluss der 1. 3. sg. lautet die 2. sg.
fast immer auf -zt (woraus nicht selten -z nach § 243) aus, z. b.
veiz{t), léz(t) zu veit weiss, /ét Hess, baz(t) zu batt band, lielz{t) zu
helt hielt, oder (jedoch sehr selten) auf -tt, z. b. lett liesst, oder
endlich ist die form derjenigen der 1. 3. sg. ganz gleich, z. b.
helt hieltst, hratt stiesst, was immer der fall ist, wenn die 1.
3. sg. auf -st endet, z. b. laust zu laust schlug.
c) Endet die 1. 3. sg. auf -ð, so ist das zu erwartende
(und im aschw. bisweilen vorhandene) -st nicht zu belegen;
sondern durch einfluss der 1. 3. sg. hat die 2. sg. ältest -tt
(später nicht selten -ð7 geschrieben, s. § 210, 2 und anm. 1),
später sehr oft (aber bei gewissen verben nie) -zt, z. b. batt,
bazt zu bat) bat, reitt, reibt zu reib ritt, stött (nie ^stózt) zu
stob stand, vart {^vartt § 223) zu varb wurde.
d) Die endung -t fehlt oft, wenn þú (bu) unmittelbar folgt
(sonst sehr selten), z. b. gekk þú (mit restituiertem þú statt
(jekktu aus gekkt bu, § 216, § 223) du gingst (St. Hom. pii tök
du nahmst).
3. In der 1. und 2. pl. fehlen die auslautenden -??), -b
nach derselben regel wie im präsens (s. § 458, 3 und 4, a),
z. b. íóko vér wir nahmen, töko per ihr nähmet. Eine form wie
löko vit 'wir zwei nahmen' kann natürlich auch die alte 1. dual
(s. § 460 anm. 3) sein.
4. In der 2. pl. kommen die endung -ut, -ot und die
anorw. nebenform -ur, -or in derselben ausdehnung wie im
präsens -it, -et und -ir, -er vor (vgl. § 458, 4, b und c).
Anm. \. Im No. Hom. kommt einigemal ein aus dem präsens ent-
lehntes -id, -cd vor (s. Wadstein, s, 103).
246 § 462. 463. Konjunktiv.
d) Konjunktiv (optativ).
§462. Präsens und Präteritum konj. haben in historischer zeit
dieselben endungen. Jedoch besteht der wesentliche unterschied,
dass die endungen des prät. konj., weil urgerm. i enthaltend,
/-Umlaut hervorrufen in der Wurzelsilbe der starken verben
(welche übrigens die ablautsstufe des prät. pl. aufweist) und
der schwachen verben der 2., 3. und 4. konj., während die
endungen des präs. konj., weil urgerm. ai (urn. e) enthaltend,
keinen umlaut erzeugen. Die regelmässigen endungen beider
tempora sind:
Sg. \. -a PI. 1. -ÍM, -em
2. -^r, -er 2. J .,' ' u • n
( -%i, -et (anorw. auch -%r, -er)
3. -i, -e 3. -i, -e
Anm. 1. Aus urn. zeit sind keine hierher gehörigen formen belegt,
wenn nicht vielleicht ivíUr (Vi) eine 2. sg. präs. konj, ist.
Anm. 2. Auffallender weise zeigen die verba präterito-präs. — ausser
skyla (später skula) 'solle' vmåmyna, møna (neben mi*>ia, mo»*a) ' werde '
(so wie im No. Hom. einmal pyrfa statt purfa 'bedürfe', s. Wadstein, s. 80)
— keinen umlaut im präs. konj,, das doch ein altes prät. konj. ist. Auch
im prät. konj. zeigen zwei von diesen verben bisweilen unumgelautete
formen: munda neben mynda, minda, mønda, menda ^ würde'' und (selten)
kunna neben kynna 'könnte'; also mit einer Vermischung, die der im
§ 450 anm. 1 und 2 und § 451 anm. 4 erwähnten entgegengesetzt ist. Sonst
ist unumgelautetes prät. konj. sehr selten, z. b. biogga neben bygga,
bløgga, bsgga und {h)liópa neben {h)løpa, {h)lypa zu búa wohnen, (h)laupa
springen.
§ 463. Von abweichungen sind folgende anzuführen:
1. In der 1. sg. wird die endung der 3. sg. in derselben
ausdehnung wie bei dem schwachen präteritum (§ 461, 1; § 458
anm. 1) entlehnt, und zwar im anorw. schon im anfang des
13. jahrhs., im isl. erst um 1300 (s. J. Þorkelsson, Breytingar á
myndum viðtengingarháttar, s. Off.).
Anm. 1. Alt und dichterisch kommen einigemal formen vor, die der
1. pl. ganz gleich sind, z. b. isl. eigem besitze, fettem besässe. In fällen
wie anorw. (legend. Olafssage) kuœmomk ich käme (eigentlich mediopassiv,
s. § 469, 1) — das nur scheinbar der 1. pl. gleich ist (vgl. 2 unten) — statt
kucbma (got. qémjau) ek ist die endung -o{mk) aus '''-au vor m{i)k laut-
gesetzlich berechtigt (s. § 117, 1). Vgl. übrigens § 458 anm. 2 und §461 anm. 3.
2. Der pl. kann, besonders in der späteren spräche, die
endungen des indikativs annehmen. Im präs. konj. geschieht
dies nur in der 1. pl., z. b. anorw. schon im No. Hom. hlhium
§ 464. Konjunktiv. § 465. Imperativ. 247
statt bit)im 'bitten' u. a., isl. erst in ^löÖravallabók lálum st.
látim 'lassen' u. a. (ausnahmslos seit 1500). Im prät. konj. da-
gegen findet etwas später die entlehnimg auch in der 2. und
3. pl. statt, z. b. anorw. in der legend. Olafssage 3. pl. mindu
st. -/ 'würden', isl. in der Flateyjarbók (um 1370—80) 2. pl. vœrul
st. -il 'wäret' (bei mono und skoio jedoch schon im St. Hom.);
jedoch kommen auf Island die alten formen noch im anfang
des 16. jahrhs. bisweilen vor. Vgl. J. Dorkelsson, a. a. o.
Anm. 2. Im St. Hom. kommt (durch verschreibung?) dreimal eine
form der 1. pl. präs. konj. auf -e (wie in der 3. pl) statt -em vor, z. b.
auke 'vermehren'; ausserdem einmal haldenn (gleich aschw. haldin'^) st.
holdem 'halten'. Vg. Noreen im Grundriss I, 516.
§ 464. Besonders unregelmässig ist der konj. präs. von
vesa, Vera 'sein':
Sg. 1. siá, später auch sé § 463, 1 PI. 1. sém {séom § 463, 2)
2. sér, selten verir 2. séð, -t, (-r)
3. sé, selten vese {alt) oder veri 3. sé
Anm. In der ältesten zeit kommen natürlich auch unkontrahierte
formen {séa, seer, sée u. s. w.) nach § 103 vor.
e) Imperativ.
§ 465. Der imperativ kommt nur im präsens vor und nur
in der 2. sg., so wie 1., 2. pl. Die beiden letzten formen sind
der 1., 2. pl. des präs. indik. völlig gleich. Die 2. sg. dagegen
zeigt eine besondere form, über die folgendes zu bemerken ist:
1. Die starken verba haben keine endung, z. b. far fahre,
gef gieb. Dass dies schon urn. (vgl. das got.) der fall war,
beweisen formen wie Mit (sehr selten hhid nach dem präs., wie
umgekehrt selten präs. bitt nach dem imperat.) binde, s prikk
zerspring (s. § 181 mit anm. 1). lieber formen wie blól{t) opfere,
(jrát{t) weine s. § 221, 1.
2. Die erste schwache konj. endet auf -a, z. b. kalla rufe.
3. Die 2. und die 3. schwache konj. haben keine endung,
z. b. vel (væt) wähle, døm richte. In urn. zeit muss aber (wie
aus formen wie send^ nicht *-//, 'sende' hervorgeht, s. § 180
anm. 1) eine endung -i (vgl. got. walei, dömei) vorhanden ge-
wesen sein. Diese ist wol noch im Inlaute erhalten in formen
wie hygyiat 'denke nicht', leygialiu 'strecke nicht (du)', kueliat
'peinige nicht', deüel 'streite nicht' zu hyggia, teygia, kuelia,
de ila.
248 § 466—468. Participiura.
4. Die 4. seil wache konj. zeigt bei den meisten verben
keine endung, z. b. /// lebe, Imf habe, seg (sceg) sage. Jedoch
kommt eine endung -i (urn. -e, vgl. got. habai u. dgl.) bei
einer anzahl hierher gehöriger verben vor: isl. duge tauge,
gape gähne, lume lass los, true glaube, ugge fürchte, une sei
zufrieden, vake wache, þege (anorw. þœgt) schweige (und No.
Hom. einmal liß lebe). Ausser þege sind diese formen später
durch endungslose imperative ersetzt worden.
Anm. . Der imperativ ist aus um. zeit nicht belegt, wenn nicht viel-
leicht hleuno (Vi) hierher gehört.
f) Participium.
§ 466. Das pari des präsens wird bei allen verben
mittelst -ande gebildet, z. b. farande fahrend, kailande rufend,
veliande wählend u. s. w.; zu spå prophezeien u. d. (§ 438) heisst
das part. präs. natürlich spende (§ 103). Ueber die flexi on
des pari präs. als subsi s. § 351, als adj. s. § 364.
Anm. 1. Predikativ steht selten (wie im aschw.) -andes statt -ande,
z. b. Vera lifandes 'lebendig sein' (s. Fritzner, Ordbog'-^ II, 511). Vgl. das
mediopassiv.
Anm. 2. Ueber das ablautende suffix -und im subst, hónde (aus
%óunde, vgl. ahd. frmnt, as. flund) neben bilande [hóande) 'bauer' zu
húa (part. húande) 'wohnen' u, a. s. Noreen im Grundriss I, 517.
§ 467. Das pari präteritum endet bei den starken
verben auf -inn, -enn, z. b. far enn gefahren ; bei den schwachen
der 1. konj. auf -«ðr, der 2. konj. auf -(e)5> (vgl. § 441, § 357,2),
der 3. konj. auf -ðr (^-dr, -þr, -ir\ vgl. § 442), der 4. konj. auf
-(apr (vgl. § 446). Die flexi on ist die eines gewöhnlichen
adjektivs.
Anm. Ueber das scheinbar starke part. auf -enn bei den verben
der 2. konj. s. § 441. Dagegen ist die participialbildung auf -ðr ursprüng-
lich nicht auf die schwachen verben beschränkt, sondern spuren solcher
bildung kommen auch bei den starken verben vor, z. b. lialdr kalt zu
'kala frieren, daudr tot zu deyia sterben, skard'r vermindert zu skera
schneiden. — Ueber part. ohne dentale ableitung s. § 434 anm. und Noreen
im Grundriss I, 518.
§ 468. Das part. prät. wird in Verbindung mit dem präs.
und präi von hafa 'haben', bei einigen verben vesa, ver a 'sein',
zur bildung eines umschriebenen perfekts, resp. Plusquam-
perfekts verwendet. Das pari steht in der Verbindung mit
liafa gewöhnlich im neutr., kann sich aber auch oft (besonders
in alter zeit) nach dem objekt richten, z. b. ek hefe kallat hann
§ 469. Mediopassiv. 249
oder hann kalla^an ich habe ihn gerufen, hann hafbc sei hana
oder hana sena er hatte sie gesehen. In der Verbindung mit
vesa, Vera richtet sich das part. nach dem subjekt, z. b. þeir
ero gengner sie sind gegangen.
Anm. 1. Das hülfsverb hafa kann bisweilen ausgelassen werden.
Anm. 2. Futurum und Konditionalis werden mittelst des präsens,
resp. Präteritums von mono (selten sholo, das mehr die bedeutung von
'sollen' hat) und eines folgenden präsens infinitiv umschrieben, z. b. ek
mon kalla, ganga ich würde rufen, gehen, ek munda kalla, ganga ich
würde rufen, gehen. In derselben weise bildet man ein futur. exakt, und
kondit. exakt.: ek mon hafa kallat, resp. vera gengenn, ek munda hafa
kallat, resp. vera gengenn, wo jedoch bisweilen hafa und oft vera aus-
gelassen werden können.
II. Medio -passiv.
§ 469. Die formen des aktivums erhalten reflexive oder
auch passive bedeutung durch enklitische anfügung von per-
sönlichen ungeschlechtigen pronominen, entweder im acc. oder
— ursprünglich wol nur bei verben mit dativischer rektion, ein
unterschied, der jedoch bald verwischt worden ist — im dat.
Demnach treten zu den aktiven formen der 1. sg. teils -mk (aus
?}iik § 135), teils (sehr selten) -fn (aus ^méR > ^meR § 121, 2
> *-;?/Ä § 135 > *-mm § 217 anm. 4 > -m § 225, 5); dagegen
zu allen übrigen formen das pron. reflexivum, teils als -sk (aus
sik\ teils (seltener) als -s (aus ^séR > ^seR > ^-sr > "^-ss — so
noch oft im aschw. — § 217, 1 > -s). Hierbei sind folgende
erscheinungen zu beachten :
1. In der Lsg. präs. ind. starker verba und schwacher verba
der 1., 2., 3. konj., im prät. ind. schwacher verba sowie im präs.
und prät. konj. aller verba sind die urn. eudungen -u (got. -a),
-ö (got. -ö) und -ö (got. -au) sämmtlich als -u, -o (§ 117, 1) er-
halten, z. b. isl. tokom(k) werde genommen zu tek nehme, kollom{k)
werde gerufen zu kalla rufe, veliomik) werde gewählt zu vel
wähle, démom{k) werde gerichtet (aus ^dömiu-rnik synkopiert,
s. § 134) zu døme richte, vc)ltjom{k) wurde gewählt zu val(5a
wählte, hefbom{k) würde gehabt zu hefba hätte. Nach der
analogie dieser formen tritt -um{k)^ -om{k) auch im präs. ind.
schwacher verba der 4. konj. und im prät. ind. starker verba
ein, z. b. þolom(k) statt "^þolemk werde geduldet zu pole dulde,
gófomik) statt '"^^gafmk wurde gegeben zu gdf gab, bundom{k)
250 § 470. Mediopassiv.
statt ^batlmk wurde gebunden zu halt band; in dem letzten
•falle ist ausserdem (wie in den § 394, 3 erwähnten fällen) das
pronominale suffix an die form der 3. pl. getreten (d. b. gofomk,
hundomk sind in Wirklichkeit aus gófo mik gaben mich, buyido
mik banden mich entstanden).
2. In den übrigen formen müssen vor dem suffigierten -s(}<)
folgende lautgesetzliche Veränderungen der aktiven endungen
eintreten :
a) -r (urn. -n) schwindet nach § 241, 1, z. b. 2. sg. präs.
ind. gefs{k) zu gefr giebst, bmz{k) zu hhid?- bindest, kallas{k)
zu kallar rufest.
b) -ð wird zu -t (und t -\- s wird dann z geschrieben) nach
§ 183, 2, d, z. b. 2. pl. präs. ind. und konj. gefez{k) zu gefet)
gebet, prät. ind. dømt)oz{k) zu démbot^ richtetet, 1. 3. sg. prät.
ind. kuaz{k) zu kuab sprach, 3. sg. präs. ind. þykkez{k) zu
^þykketi (s. § 457 anm. 3) scheint, gefzik) zu ^gef^ giebt.
c) Nach -//, -yin wird / eingeschoben nach § 247, 1, a, z. b.
2. sg. präs. ind. felz{k) zu fellr fällst, ßnz{k) zu /)ð> (aus ßtmr,
s. § 201) findest, 1. 3. sg. prät. ind. fanz{k) zu fann fand.
d) Geminata wird meist vereinfacht (s. § 224), z. b. 2. sg.
präs. ind. hlésk zu blœss bläst, 1. 3. sg. prät. ind. feks(k) zu
fekk bekam, pari prät. ntr. møz{k) zu ?nóít begegnet.
Anm. 1. Ueber die bildung und geschiclite des mediopassivs s.
Wimmer, Phil.-hist. samf, mindeskrift, s. 1S4if.; Wisén, Arkiv 1,370 ff.; Hoffory,
ib. II, 96; Lyngby und Dyrlund, Tidskr. f. fil. N. R. VI, 257 ff.; Brate,
Äldre Vestmannalagens Ijudiära, s. 65; Bugge, Ant. tidskr. f. Sv. X, 117;
Larsson, Studier över den isl. homilieboken, s. 75 f.; J. Þorkelsson, Supple-
ment til islandske ordboger II, v und Breytingar, s. 32 f.; Mogk, Z. f. d.
phil. XIII, 235; Wadstein, s. 115 f.; Noreen im Giimdriss I, 518 f.; Specht,
Acta germanica III, 1.
Anm. 2. Von dem uralten indoeuropäischen, im gotischen zum teil
noch bewahrten, medio-passiv ist eine einzige spur erhalten in der 1. sg.
präs. ind. heite {hœiti) ich werde genannt (die übrigen personen wie von
einem schwachen verbum der 3. schw. konj.; s. § 45U, 2). Diese form ist
schon in urn. zeit mehrere mal belegt: haite-^a (Kragehul), hate-ka (Lind-
holm), haiti-ka (auf einem Sjællandischen brakteaten). Vgl. Sievers, Beitr.
VI, 561; Joh. Schmidt, K. Z. XXVI, 43. — Von dem neugebildeten medio-
passiv ist urn. keine form belegt,
§ 470. Die ältesten endungen des medio - passivs (vor
1200) hätten demnach folgendes aussehen:
§471. Mediopassiv.
251
Infinitiv:
Präsens.
-as{k), 'l. schw. konj. -ias{k)
Indikativ:
Präsens.
Sg. 1 . -um{1c), -om{k), 2. schw. -ium{k), -iom(k)
2. st. u. 2. schw. -s{k), 1. schw. -as{k), 3. u. 4.
schw. -is{k), -es{k)
3. st. u. 2. schw. -z{k), 1. schw. -az{k), 3. u. 4.
schw. -iz{k), -ez(k)
PI. 1. -mns{k), -onis{k), 2. schw. -iums{k), -ioms{k)
2. -iz{k), -ez{k)
3. -as(k), 2. schw. -ias{k)
Konjunktiv:
Sg. 1. -um{k), -om{k), 2. schw. -imn{k), -ioni(k) PL 1.
2. -is{k), -es{k) 2.
3. -is{k), -es{k) 3.
Imperativ:
PI. 1.
Sg. 2. -s{k), 1 . schw. -a8(k) (4. schw. unbelegt?) 2.
Präteritum,
kommt nicht vor.
Präteritum.
-om{k), -um(k)
st. -z{k), schw. -is{k),
-es(k)
st. -s(/í:), schw. -is(k),
-es(k)
-ums{k), -oms{k)
-uz(k), -oz{k) .
-us(k), -os{k)
-ims{k), -cms(k)
-iz{k), -ez{k)
-is{k), -es{k)
-ums{k), -onis{k)
-iz(k), -ez{k)
Participium :
Präsens. Präteritum ntr.
-andes(k), 2. schw. -iandes{k) [ st. u. 2. schw. -iz{k), -ez(k), I. u. 4.
i schw. -az(k), 2., 3., 4. schw. -z{k)
§ 471. Diese endurigen gelten jedoch in ihrer reinheit
nicht einmal für die ältesten hdschr. Folgende Veränderungen
treten in rascher folge ein:
1. Schon vorliterarisch sind (wie im aktivum, s. § 457) die
2. und 3. sg. präs. ind. zusammengefallen, so dass sie beide
auf -s{k) oder -z{k) enden können. Seit um 1250 im anorw.,
um 1300 im aisl. kann (wie im aktivum, s. § 458, 1, § 461, 1,
§ 463, 1) auch die 1. sg. (ausser im starken Präteritum) die
form der 2. 3. sg. (zunächst im konj.) annehmen, was immer
häufiger stattfindet und im anorw. um 1300 so wie im nisl.
ausnahmslos durchgeführt worden ist.
2. Schon etwas nach 1200 können alle endungen, die -s{/{)
enthalten, dies durch -z{k) ersetzen (selten umgekehrt), was
auf analogiebildung nach denjenigen formen beruht, welche
lautgesetzlich -z{k) zeigen, nämlich ausser den § 468, 2, b und
252 § 471. Mediopassiv.
c SO wie oben 1 erwäbnten fällen noch die 2. sg. prät. ind.
starker verba, part. prät. ntr., 2. sg. präs. ind. wie hinz{k) wirst
gebunden, Iéz{k) wirst gelassen, 1. 3. sg. prät. ind. wie Uz{k)
wurde gelassen u. a. Doch tritt z statt s nach /, ?2?, r fast
nie (besonders nicht im aisl.), zwischen m und k nur im anorw.
ein; also z. b. isl. nur präs. ind. 2. sg. spyrsk, 1. pl. spyriomsk
(anorw. -umzk) zu spyria fragen. Sonst kommen im isl. (im
gegensatz zum anorw.) seit um 1300 keine ^-formen mehr vor.
3. Bald nach 1200 können die endungen der 1. sg. und
pl. mit einander verwechselt werden. So steht in der 1. sg
ind. aisl. -omsk (sehr selten), anorw. (vgl. oben 2) -umzk (sehr
selten), resp. aisl.-anorw. (sehr selten) -oms, -ums, häufig -omz,
-umz, welche letzte form vor 1300 (bes. im aisl.) herrschend
wird und dann dieselbe entwicklung wie die gleichlautende
form der 1. pl. einschlägt (s. unten). In der 1. sg. konj. kommen
entsprechende „plural" formen auf -ems{k), -ims{k) nicht vor,
sondern nur im anorw. ein sehr seltenes -imz (einmal auch
-imk, wol durch kontamination von 1. sg. -umk und 1. pl. -imsk).
— In der 1. pl. ind. ist vor 1250 die „singular" form -omk
(einmal -om)^ -umk ebenso häufig, im anorw. sogar häufiger als
-omsk, -umsk {-umzk), -omz, -umz (-oms, -ums sind hier nicht
belegt); dagegen in der 1. pl. konj. ist das nach -omk gebildete
-emk, -imk weit seltener als -emsk, -imsk, -emz, -imz. Seit 1250
werden -umz, -imz und deren fortsetzer (s. unten 4) -umzt, -imzt
(anorw. seit 1250, isl. seit 1350) bald herrschend, um endlich
(um 1500) im isl. durch -unzt (noch später -unst geschrieben),
im anorw. durch die form der 3. pl. ersetzt zu werden.
4. Die anfangs weitaus häufigsten formen auf -k {-mk, -sk,
-zk) werden im anorw. seit 1250, im aisl. seit 1300 nicht mehr
gebraucht. Jedoch werden dadurch diejenigen auf -z (seltener
-s, s. 2 oben: -m ist immer äusserst selten gewesen) nicht
alleinherrschend. Schon in den ältesten anorw. hdschr. wird
bisweilen zu den formen auf -s und -z (ganz ausnahmsweise zu
einer auf -k) ein -t hinzugefügt, welches wol zum teil funktionell
berechtigt ist, z. b. No. Hom. 2. sg. imperat. minzt (aus minz Öu
§ 183, 2, a, § 135) erinnere dich, part. prät. ntr. farezkt (d. h.
farel 'gefahren' ^-- sk + nochmaliges neutrales -t), teils aber
analogisch übertragen. Diese -st, -zl werden allmählich häu-
figer, bis sie -s, -z überwiegen (um 1350). Seit 1300 zeigt
§ 472. Mediopassiv.
253
sich -zt (nicht ~st) auch im aisl. Da aber jetzt z und ss
phonetisch gleichwertig sind (s. § 213,2), wird ohne unter-
schied -zt, -zst und (aisl. jedoch erst seit 1450 und ausnahmslos
seit 1550) -sl geschrieben. Seit 1450 kommen im aisl. keine
formen auf -z mehr vor. Dagegen im anorw. wird seit 1350
die form ohne -t wieder immer häufiger und um 1450 (wenigstens
im aostnorw.) alleinherrschend, ohne unterschied -s{s)^ -s{s)z,
-zs{s), -z geschrieben.
§ 472. Als paradigmen seien angeführt für die starken
verba lukas {k) 'sich schliessen, geschlossen werden', für die
schwachen katlas(k) 'sich nennen, genannt werden'. Die ältesten
formen werden zuerst angeführt, die seltensten [eckig] ein-
geklammert.
Präsens.
Infinitiv
lúkask, [-as], -azk, -az, -azt (anorw.
auch -ast, -as), -ast
Indikativ
Sg. 1. lúkomk {-iimk), [-om, -onisk
{-mnzk), -oms], -umz u. s. w. =
1. pl, lýkz u. s. w. = 2. 3. sg.
2.3. lýksk, [-s], -zk, -z, -zt (und -st,
-s), -st
Pl. 1. lúkomsk {-umzk), -omk {-umk),
[-om], -umz, -umzt (und -umst,
-ums), -umst, -unzt, -unst
2. lúkezk (-izk), -iz, -izt (und -ist,
-is), -ist
3. lúkask u. s. w. = inf.
kallask u. s. w.
koUomk (kallumk) u. s. w.,
kallaz u. s. w.
kallask u. s. w.
kollomsk {kallumzk) u. s. w.
kallezk u. s. w.
kallask u. s. w.
Sg.l.
Pl.l
K o n j u n k t i v
lúkorak {-umk, [-imk]), -umz [und
-iniz], -umzt [und -inizt], -iz
u. s. w. = 2. 3. sg.
2. 3. liikesk {-isk), [-es (-is)], -ezk {-izk),
-iz, -izt (und -ist, -is), -ist
lúkemsk {-imsk), -emk {-imk), -imz,
-imzt (und -imst, -ims), -umz,
-umzt u. s. w. = ind.
lúkezk {-izk) u. s. w. = ind.
liikesk {-isk) u. s. w. = 2. 3. sg.
koUomk {kallumk) u. s. w
kallesk u. s. w.
kallemsk u. s. w.
kallezk u. s. w.
kallesk u. s. w.
254
§ 473. Umschriebenes passiv.
Imperativ
Sg. 2. liiksk, [-s] , -zk, -z, -zt (und -st, kallask u. s. w.
-8), -st
PI. 1. 1 . . . ,
; wie im md.
2-. i
Participium (selten)
lükandesk, [-es], -ezk, -iz, -izt (und kallandesk u. s. w.
-ist, -is), -ist
Präteritum.
Indikativ
Sg. 1. lukomk (-umk), [-omsk {-um zk)],
-umz II. s. w. = 1. pl. präs. ind.,
laukz u. s. w. = 2. 3. sg.
2. laukzk, -z, -zt (und -st, -s), -st
kolloðomk (kalladomk) u.s.w
3. lauksk, -zk, -z u. s. w. = 2. sg.
PI. 1. lukomsk (-umzk) u. s. w. = 1. pl.
präs. ind.
2. lukozk {-uzk), -uz, -uzt (und -ust,
-us), -ust
3. lukosk {-usk), [-os {-us)], -ozk
{-uzk), -uz u. s. w. = 2. pl.
Konjunktiv
Sg. l. lykomk {-umk) u. s. w. = 1. sg.
präs. koDJ., lykiz u. s.w. =: 2. 3. sg.
2. 3. lykesk (-isk) u. s. w. = 2. 3. präs.
konj.
PI. 1. lykemsk {-imsk) u. s. w. = 1. pl.
präs. konj., lykumz u. s. w. =:ind.
2. lykezk {-izk) u. s. w. = 2. pl. präs.
konj., lykuz u. s. w. = ind.
3. lykesk (-isk) u. s. w. = 3.pl. präs.
konj., lykuz u. s. w. = ind.
kallaðesk, [-es], -ezk, -iz, -izt
(und -ist, -is), -ist
= 2. sg.
kolloðomsk {kalladomzk)
u. s. w.
kolloöozk (kalladozk) u. s. w.
kolloðosk (kalla^osk) u. s. w.
kolloðomk (kalladomk) ii. s. w.
kallaðesk u. s. w.
kallaðemsk u. s. w.
kallaðezk u. s. w.
kallaðesk u. s. w.
Participium (nur im, neutr.)
lokezk, -iz, -izt (und -ist, -is) kallazk u. s. w.
§ 473. Ein umschriebenes passivum wird mittelst vesa,
Vera 'sein' in Verbindung mit dem pari prät. gebildet. Später
(sehr selten aber in alter zeit) kann statt ver a bisweilen ve?'t)a
{værba) 'werden' gebraucht werden. Also z. b. von kalla 'rufen,
nennen' 1. sg. präs. ind. ek em oder vert^ kallabr, konj. ek siá
§ 473. Umschriebenes passiv. 255
0. ver^a knllat)r, prät. ind. ek vas, var o. vart) k., konj. ck væra
0. yrt)a k., perf. ind. ek hefe ver et (äusserst selten erbet) k.,
konj. ek hafa ver et k., plusquamperf. ek haft)a ver et k., konj.
ek hefba v er et k., futur. ek man vesa, v er a o. verba k., kon dit.
ek munda vesa, vera o. verba k., futur. exakt, ek man hafa veret
k., kondit. exakt, ek munda hafa veret k. u. s. w.
Anm. 1. Statt perf., plusquamperf., futur. exakt, und kondit. exakt,
werden gewöhnlich präs., resp. prät., futur. und kondit. gebraucht.
Anm. 2. Im futur, und kondit. wird fast gewöhnlich der inf. vesa,
vera o. vertia ausgelassen.
Anhang.
Die wichtigsten urnordischen inschriften. )
1. stein von Belland (Norwegen):
Die inschrift lautet: (staindjR? keþan
Dies wäre in altisländischer spräche: Sleinn ^Kiatia.
Ins deutsche übersetzt: 'Der stein Kiaðe's (ist dies).'
Anm. Vgl. folgende literatur^): Wimmer, Aarbøger 1868, s. 68, Die
runenschrift, s. 156 note.
2. Stein von Berga (Schweden):
Urn.: firio \ sali^asiiR.
Isl. : Firma (nom. propr.), ^Salgeslr (anfr. Saligast).
Uebers. 'Finna, Salgestr (ruhen hier)'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 244 íf.; 313 f.
3. Stein von Björketorp (Schweden):
Urn.: uþara'óas'óa — saR þat 'úaruíR \ uti ür welabaube \ haera-
malansR g inaruyiaR ara^eu \ falahak habera^ (statt heberag?)
haibRruno ronu
1) Alphabetisch geordnet nach den fundorten. Ergänzungen sind
eingeklammert, durch ( ) was als in späterer zeit verloren gegangen, durch
[ ] was als, absichtlich oder unabsichtlich, von dem ritzer fortgelassen ver-
mutet wird. Die Interpunktionszeichen der inschriften sind durch einen
punkt wiedergegeben ; neue zeile wird durch | , neue seite des denkmals
durch — angegeben. Die hier durchführte worttrennung rührt von dem je-
weiligen interpretator her.
^) Ich verzeichne hier zu jeder Inschrift nur das wichtigste der be-
treffenden literatur. Vgl. übrigens für die zeit bis 1885 das ausführliche
literaturverzeichnis bei Fr, Burg, Die älteren nordischen runeninschriften,
s. 167, mit nachtragen von Noreen in Nordisk revy 1884 — 85, sp. 363
(=Bezz. Beitr. XI, 181.)
Die wichtigsten nrnordischen inschriften. 257
Isl.: Úþarf{d)spó. ^Sár (ascliw. sär) \ þat hrijlr, úle? er'í (laut-
g'esetzlich *ör, ascliw. ar ; vg'l. northumbr. aron pl.) vél{a)dautie.
^He?y?i(a)Iayss (vgl. hanm% hermask, hermelega) gmnrúnar ^erg'w?
(vgl. erge, arr/r) falk hetjt^ag, he}t)rrúna rono (vgl. nisl. nina
'folge', aisl. rime 'lauf').
Uebers. : 'UnglUcksprophezeiung! (Demjenigen), der dies (denk-
mal) bricht, bevorstehend (eigentlich : draussen) ist tückischer
tod. Ohne schaden habe ich hier [ich] die grossrunen der
hexerei verborgen, (so wie auch) die reihe der ehrenrunen'.
Anm. Vgl. die inschr. von Stentofta (unten 34) ; Wimmer, Aarbøger
1867, s. 58 f.; Burg, s. 59 if.; Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 323 f.,
VIII, 198 f., Norges Indskrifter med de ældre Runer, s. 8, IG, 27 note, 32,65;
V. Rydberg, Svenska fornminnesföreningens tidskrift II, 234 if.
4. Stein von Bratsberg (Norwegen):
Urn. : þaliR
Isl: ^þalr {*þœin oder þœlerl, s. §320 anm.; nom. propr.)
Uebers.: 'þalr (ruht hier).'
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VIII, 166 f.
5. Stein von By (oder Sigdal; Norwegen):
Urn.: eirilaR (statt erilaR Järsbärg, Kragehul, Lindholm) hromR
hroReR orte þat aRt)a . .? ola . .? \ rmpl?
Isl. : larl (§ 294, 2) ^Hrérr (§ 68, 4) "^Hrórer (s. § 305 anm.) or le
þat
Uebers.: 'Jarl Hrórr, Hrór's söhn, machte das (denkmal) . . .'
Anm. Vgl. Bugge, Norges Indskrifter med de ældre Runer, s. 19,69,
Arkiv VIII, 12.
6. Stein von Bo (Norwegen):
Urn.: hrawhas hlairva
Isl.: ^IJraiSsl! (nom. propr., vgl. Brau()ong?') ^hlá (got. hlaiiv).
Uebers.: 'Hrauð's grab\
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 220; Burg, s. 118.
7. Brakteat von Darum (Dänemark):
Urn. : nmj\l\a\ . laþu.
Isl.: '"^Nyle (nom. propr.; zu isl. mjr, got. niujis). Lot).
Uebers.: 'N}de. Freundschaftliches anerbieten (ist dies).'
Anm. Vgl. Bugge, Arkiv VIII, 20, 52.
Nor (teil, Altisl. f^ramin. 2. antl. 17
258 Anhang.
8. Stein von Einang (Norwegen):
Urn. : tiagaR þaR runo failüho ~^
Isl: Bagr per runar (lautges. ^rúna, s. § 308 anm. 5; oder:
þar rún?) fá^a.
Uebers.: '(Ich) Dagr diese runen (oder: dort die runeninscbrift?)
ritzte'.
Anm. Vgl. Bugge, Christiania videnskabsselskabs forhandlinger for
1872, s. 320 íf.; Brate, Bezz. Beitr. XT, 198; Wimmer, Die runenschrift, s. 290.
9. Stein von Elgesem (Norwegen):
Urn.: alu
Isl.: ^Ql.
Uebers.: 'Schutz (ist dies)'.
Anm. Vgl. Bugge, Arkiv VIII, 28 f.
10. Spange von Etelbem (Schweden):
Urn.: ek erla ivria
Isl.: ^'Ek ^larlc (aschw. larle) orte (lautges. ^urlé).
Uebers.: 'Ich larle machte (die runen)'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 24Gíf.; Noreen (bei
Brate), Bezz. Beitr. XI, 201, Arkiv VI, 383 f.; Kock, UnderscJkningar i svensk
språkhistoria, s. 108 íf.
11. Spange von Fonnas (Norwegen):
Urn. : u l s k l r \ w k s hu \ i tj r s av s r i) s e \ a \ i h s 1) i t) u l i l
Anm. Vgl. Bugge, Aarbøger 1878, s. 64 ff.. Arkiv VIII, 24 note,
Norges Indskrifter med de ældre Runer, s. 50 ff.; Wimmer, Die runenschrift,
s. 127.
12. Brakteat (Stephens nr. 24) aus Fiinen (Dänemark):
Urn.: horaR \ laþu ?
Isl. : Hórr (hier als nom. propr.). Lot5
Uebers.: 'Hurr. Freundschaftliches anerbieten (ist dies)...'.
Anm. Vgl. Bugge, Arkiv VIII, 20.
^ Sc^esarí^ 13. Goldenes horn von Gallehus (Dänemark):
«^ /" ^^'Vyü. : ek hlefmgas^R . hollw^R . horna . íawitío .
Isl. : Æk ^Hlégestr HyUengr (lautges. ^^HMiengr, vgl. § 68, 3 mit
anm. 2) horn ^'lát)a (1. sg. prat. ind. von ^leyia = got. taujan;
fiexion wie heyia § 440, 5).
Die wichtigsten iirn. inschriften. 259
Uebers. : 'Ich Hlégestr aus Holt (oder: Holte's sobn?) machte
das horn'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 215 ff.; Burg, s. lOff.
14. Stein von Gom mor (Schweden):
Urn. : ? — säte — . . . ? — haþuwolafa
Isl.: .... Seite (laiitges. "^ satte, aschw. satte) . . . Hol f (s. § 179).
Uebers.: '. . . setzte (den stein nach) Hólf'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 347 ff.; Burg, s. 84 ff.
15. Spange von Himling(h)oie (Dänemark):
Urn. : hariso
Isl.: ^Harsa (nom. propr. ; vgl. isl. herser und erulisch Hariso m.)
Uebers.: 'Harsa (besitzt dies)'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 251 f.; Burg, s. 47 f.
16. Stein von Istaby (Schweden):
Urn.: afqlR harbvulqfq \ liapuwulajn haerurvulqßn (fehler für
heruwulqßü) — wqrait riinan paiaR
Isl.: '*Afendr'^ (aschw. ruuisch afatan Gursten) Heriidf Hólfr
(s. § 179) ^Hiorylfer? (s. § 305 anm.) reit runar þwr (s. Noreen
im Grundriss I, 503 f.).
Uebers.: 'Nach Heriulfr ritzte Holfr, Hiorulf's söhn, diese runen'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 314 ff.; Wimmer
bei Burg, s. 156 ff. ; Brate, Bezz. Beitr. XI, 191 ff. — In dieser inschriit
scheint q teils die Verbindung an (in afuin^^^ teils reduziertes nasaliertes
a (in der ultima von hariivulqfq) , teils den svarabhaktivokal (in den
übrigen fällen) anzugeben,
17. (Aelterer) stein von Jondal (oder Torvik; Norwegen):
Urn. : Ia[n]^a . rvariidaR oder la[n\(^atvarÍ73aR
Isl.: Lande (nom. propr.), vcerengr oåQx'"^ Landvcerengr {nova.^xo])!'.).
Uebers.: 'Lande, ein waräger (oder : Landværengr), (ruht hier)'.
Anm. Vgl. Wimmer, Die runenschrift, s. lOOf. ; Bugge, Norges Ind-
skrifter med de ældre Runer, s. 58.
18. (Jüngerer) stein von Jondal (oder Torvik; Norwegen):
Hrn.: tiepro^wingk oder JAeprotiwin^k^^
Anm. Vgl. Wimmer, Die runenschrifl, s. 212; Stephens, Ilandbook,
s. 241; Bugge, Arkiv VIII, 7.
17*
260 Anhang.
19. Stein von Järsbärg (oder Varnum; Schweden):
Urn. : u'öan hile . harafmnaR \ {wí)t iah ek erilan runoR wa rit u
Isl. : ^Ufr (abd. ubar\ vgl. isl. of, ijfer) ^HUe. Hrafn vil *á? (vgl.
§ 175 mit anm. 1 u. 2; got. Jah) ek larl (nom. propr.; § 294, 2)
rninar into (1. dual. prät. ind. von rita\ s. § 460 anm. 3.
§461,3, §228,2).
IJebers. : 'Ueber Hitr (steht der stein). Wir zwei, Hrafn und
ich Jarl, die runen ritzten'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 237 ff.; Burg, s. 99 ff.;
Brate, Bezz. Beitr. XI, 200.
20. Lanzenschaft von Kragehul (Dänemark):
•ßJp 'V^•íx.sJu^^Jt Um.: ek erilaR a\n\su^isalas muha hailena gaga^inu gahe[lpul
Jt^ 0.\K%%irtK<iVt sa)li ja{h) ha^ala wi[^]ju bi g. . .
iM/i i^^^'^^xlsl. : Ek iarl "^Ásgisls Möe (schwacher nom. sg. m. zu mÓ7^
'braun'; gewöhnlich als pferdename) heiteg. Gogn (acc. pL,
lautges. "^ gegen, s. § 297 anm. 2, § 357 anm. 1; vgl. noch
abd. ga-gagan-werüan u. dgl.), hiolp (vgl. got. ga-hilpan)., ^sœl
(substantivierter acc, sg. ntr. zu seil, vgl. § 354 anm. 2) *«
(got. jah) ^hagal (subst. acc. sg. ntr. zu hagall 'dienlich')
vige *bi (got. bi) g . . .
Uebers. : 'Ich der jarl Asgisl's, Múe heisse ich. Vorteil, hülfe,
glück und nutzen weihe (ich) ein mit . . .'
Anm. Vgl. Wimmer, Die runenschrift, s. 123ft".; Burg, s. 37ff. ; Brate,
Bezz. Beitr. XI, 187 ff. Auf meinen obigen Vorschlag zur restitution und
deutung der inschrift lege ich kein besonderes gewicht.
21. Stein von Krogstad (Schweden):
Urn.: mrvsteiian — stainaR
Isl. : ? Steinn.
Uebers.: ' ? Steinn (ritzte die runen)'.
Anm. Vgl. Bugge, Norges Indskrifter med de ældre Runer, s. 30 note;
Wimmer, Die runenschrift, s. 155 note.
22. Beinchen von Lindholm (Schweden):
Urn. : ek erilaR sa wilagaR haieka . — aaaaaaaaRRRnnbmuttt . alu .
Isl.: Ek iarl (s. § 294, 2) sä "^Vilagr heilek (lautges. '^hálek, s.
§ 57 anm. 4) ? *(v/.
Uebers. : 'Ich jarl, der ich Vilagr heisse ? Schutz (ist dies)'.
Anm. Vgl. Bugge, Aarbøger 1871, s. 185 ff.. Ant. tidskr. f. Sv. X,
254, Arkiv VIII, 28 f.
Die wichtigsten urn. inschriften. 261
23. Brakteat (Stepbens nr 55) von Magie mose (Däne-
mark) :
Urn.: ho.R (statt horaR oben 12) | aihek ?
IsL: Hörr (nom. propr.) äk . . . .
Uebers. : 'leb Hórr besitze (dies) . .
Anm. Vgl. Bugge, Aarbøger 1871, s. 178, 200, Norges ludskrifter
med de ældre Runer, s. 8.
24. Stein von Möjebro (oder Hag*by; Scbweden):
Urn.: ana hahaisla . iniR \ /rawaraban.
IsL: A (lautg'es. ^an, got. ana) ^Háisl (ascbw. Häisl) '^Jnr
i^Inn} oder -^'Iner, '■'Incr^}, s. § 320 anm.), ^Frár(l(5r.
Uebers.: 'Ueber Iláisl lnr, Fráráðr (setzten den stein)'.
Anin. Vgl. Burg, s. 10611'.; Wimmer, Die runenschrift, s. 105 f.
25. Stein von Opedal (Norwegen):
Urn.: ?>/r5[/]y'?^w^o?roV swesiar m'inu \ liubu meR wa-ge
Isl.: hora ? (nom. propr., vgl. m. Hornbore) sysler (lautges.
^suester, vgl. § 71,7) min, Uúf mer ^Váge (oder ^Vagel).
Uebers.: 'Meine scbwester ?, mir Vágr lieb, (rubt bier)'.
x\nm. Vgl. (die abweichende deutung von) Bugge, Arkiv VIII, 1 íf.
26. Stein von Rei(d)stad (Norwegen):
Urn. : iuþingaR \ ik rvakraR . unnam wraita
IsL: "^V'bengr (abd. Eodunc). Ek (lautges. ^ík, vgl. § 129 anm. 1)
^^akr ^un{d)nam (1. sg. prät. ind. von ^U7idnema) ^reit (abd.
reiz linie; vgl. got. writs stricb).
Uebers. : ' Y'Öengr (rubt bier). leb Wacker unternalim die ritzung'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VIII, 172 íf.; Wimmer,
Die runenschrift, s. 210 ff.
27. Stein von Räfsal (Scbweden):
Urn. : hariwulfs oder hariþulfs . swainaR oder slainaR
IsL: Heriulfs oder *Harbu/fs suelnar oder sleinar..
Uebers.: 'Die burscben Heriulfs (ruben bier)' oder: 'Die steine
HarÖulf's (sind diese)'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VIII, Kili; Wimmer, Die
runenschrift, s. 2:iOf.; S. Boije, Bidrag till kännedom om Göteborgs och
Bohusliins fornminnen och historia III, 202 ff.
262 Anhang.
28. Brakteat (Stephens nr. 19) aus Schonen (Schweden)
Urn. : laþu laukan . gakaR alu
Isl. : Loh . Laukr (hier wol als nom. propr.) . *^aÅ:r? *0/ (vgl.
nr. 9 oben).
Uebers. : ' Freundschaftliches anerbieten (ist dies). Laukr . . . . ?
Schutz (ist dies)'.
Anm. Vgl. Bugge, Aarbøger 1871, s. 183, 199 f., Arkiv VIII, 20, 28.
29. Brakteat (Stephens nr. 57) aus Sjælland (Dänemark):
Urn. : hariuha haitika . fauauisa . ^if)u auna .
Isl. : ^üeriöe ? heitek fávise. Giof cma (s. § 337 anm. 2).
Uebers.: 'Herióe heisse ich, der wenig wissende. Die gäbe
der Vorväter (ist dies)'.
Anm. Vgl. Bugge, Aarbøger 1871, s. 203 ff. ; Läffler, Ant. tidskr. f.
Sv. VI, h. 2, s. 14. Die lesung hariuha beruht auf einer mündlichen mit-
teilung Bugge's.
30. Brakteat (Stephens nr. 67) von Skodborg (Schleswig):
Urn. : auja alawin auja alarvin auja alarvin jalawib
Anm. Vgl. Burg, s. 30 ff.; Wimmer, Die runenschrift, s. 122 mit note.
31. Stein von Skaäng (Schweden):
s öP -(.ee-e/in. Urn. : hqriidg^aleugqR .
Isl.: ^Hringe (s. § 119; oder "^ Her enge, vgl. ahd. Herinc zu isl.
herr, got. harjis\ nom. propr.) ^áliúgr (vgl. ahd. ä-herzer
'ohne herzen', ags. œ-mód 'ohne mut' u. dgL).
Uebers.: 'Hringe (oder: Herenge), der ohne falsch, (ruht hier)'.
Anm. Vgl. Bugge, Arkiv VIII, 19, 22; Burg, s. 98 f.; Wimmer, Die
runenschrift, s. 166, 210 note. — q scheint hier wie in nr. 16 oben zu be-
urteilen sein.
32. Stein von Skärkind (Schweden):
Urn.: ski[n\þaleuf)aR oder -wa^ .
Isl: *Skinnliúfr (nom. propr., 'mit feiner haut').
Uebers.: 'Skinnliúfr (ruht hier)'.
Anm. Vgl. Bugge, Arkiv VIII, 23.
33. Stein von Steinstad (Norwegen):
Urn. : i^imn halaR
Isl.: "^Igingo i^Iglngo^i gen. sg. f.? s. § 339 anm. 2; nom. propr.)
hallr.
Uebers.: 'Iginga's stein (ist dies)'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VIII, 176 ff.
Die wichtigsten uru. inschriften. 263
34. Stein von Stentofta (Schweden):
Urn.: jüuha {^iM niujal) "OorumR \ niuhq, (^Í2áX niujaT) ^estuniR \
haþuwolafR ^af \ hariwolafR magiu snuheka (statt snujekaí)
heb-era ginoronoR — h\a\lt)eRranono \ heramala[u]saR arageu
?vel{a)\Ö[a]ub[s] saR — fjariutiþ
Isl. : Nij (substantivierter acc. sg. ntr. zu nýr, s. § 354 anm. 2;
gewöhnlich in der bedeutuug 'das neue des mondes', d. h.
'neumond') borom (s. § 141), 7iý g es lom Hol fr gaf, Heriolfr
mege . Snýk hebra ^ginnronom (dat., lautges. ^ginnronor acc.;
vgl. nisl. runa 'folge', aisl. rune m. 'lauf) helbrrúna (lautges.
'^heibt^únana ; vgl. Heit)rún, acc. -rúno, nom. propr. und § 308
anm. 6), ^herm{a)lauss (vgl. harmr, hermask^ hermelega) ^ergio't
(vgl. erge, argr). Vél{a)dau(^s ^sár (aschw. sär) hrijtr (laut-
ges. Hrijtt).
Uebers. : 'Neues (denkmal) den söhnen, neues (denkmal) den
gasten gab Holfr, Heriolfr (gab es) dem söhne. Hier wende
ich die grossen reihen der ehrenrunen, ohne schaden (die-
jenigen) der hexerei. Des tückischen todes (ist), wer (dies
denkmal) bricht.'
Anm. Vgl. die inschrift von Björketorp (nr. 3 oben); Wimmer, Aar-
bøger 1867, s. 58 f ; Burg, s. BS ff.; Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 323 flf.,
VIII, 200 f , Norges Indskrifter med- de ældre Runer, s. 8, 14, 16, 23 f , 27 note, 64.
35. Stein von Strand (Norwegen):
Urn.: hat)ulaikaR \ ek hagusla[l]ÖaR \ hlaaiwibo (wol fehler für
hlaiivibo) magu minino
Isl.: ^fíobleikr. Ek Haukstaldr (lautges. "^ Hogst aldr) ^hket)a
(1. sg. prat. ind. zu ^hlœfa aus ^hlaiwian\ vgl. got. hlaiw
grab und urn. hlaiwa Bø) mog minn.
Uebers.: 'HoÖleikr (ruht hier). Ich Hagestolz begrub mei-
nen söhn'.
Anm. Vgl. Bugge, Aarbøger 1884, s. 81 íf.; Burg, s. 118 if.; Wimmer,
Die runenschrift, s. 14Í) note, 150, 224 note.
36. Diadem von Strårup (oder Dalby; Dänemark):
Urn.: leþro
Isl.: "^Lebra (nom. propr. V).
Uebers.: 'Leðra (besitzt dies)'.
Anni. Vgl. Burg, s. 32 if. ; Bugge, Arkiv VIII, 5.
264 Anhang.
37. stein von Sölvesborg' (Schweden):
Urn. : urii . wa(þí \ aft a)smy\iL\t sunu sin
löl.: Orte (lautges. ^uríé) Vabe "^apt (vgl. isl. ept) Asmund sun sinn.
Uebei'S. : 'Machte (die runen) Vaðe nach Asmund, seinen sohn'.
Anm. Vgl. Wimmer, Die runenschrift, s. 227 ff.
38. Stein von Tan um (Schweden):
Urn.: þraiviisan haiünaR was
Isl.: ^Þráengia heitenn vas. ♦
Uebers.: 'Dráenge's wurde (der stein) geheissen'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VII, 24Sff.; S. Boije,
Bidrag till kiinnedom om Göteborgs och Bohusläns fornminnen och historia
III, 251) ff.; Wimmer, Die runenschrift, s. 150 note.
39. Zwinge von T(h)orsbjærg (Dänemark):
Urn. : owlþuþewaR (statt wolþuþewaii) — ni (st. m) wauc marin
IsL: "^Ollþér (nom. propr. ; vgl. got. wulþus und urn. pewaR
Valsfjord), i Vange merr.
Uebers.: 'Ollþér, in Vang berühmt, (besitzt dies)'.
Anm. Vgl. Bugge, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VIII, 180 ff., Norges
Indskrifter med de ældre Runer, s. 23; Wimmer, Die runenschrift, s. 104 f.
40. Brakteat (Stephens nr. 25) von Tjurkö (Schweden):
Urn.: helt^an kunimu[n]biu . wurje^ runoR an wllhakurne (wol
fehler für walhakurne\
Isl.: Hialdr (nom. propr., vgl. das entsprechende fem. Hildr)
"^Kijnmynde (ags. Cynemund, ahd. Chunimuni) orte (lautges.
^urte) runar á ^valkurne.
Uebers.: 'Hialdr dem Kunimund machte die runen auf der
wälschen krone'.
Anm. Vgl. Bugge, Aarbøger 1871, s. 19Öff'. ; Brate, Bezz. Beitr. XI,
198 f.; Wimmer, Die runenschrift, s. 213 f.; R. Henning, Die deutschen
Runendenkmäler, s. 123.
41. Stein von Tomstad (Norwegen):
Urn. : ( . . )an . waruR
Isl.: . . . a (gen. sg. eines personennamens) '"^vorr.
Uebers.: '. . . .'s steinkreis (ist dies)'?
Anm. Vgl. Burg, s. 112 f.
Die vvichtigsteu um. inscbriften. 265
42. Stein von Tune (Norwegen):
Urn. : ek wiwaR afier woburl be witabahalaWan . tvorahio . r{unoR)
— {aftejR tvotiurit^e . staina . ( )? | (. . .)?' puwoa oder
þrijoR bohtriJi balibun \ arijirsa oder artjija siuosieR oder 6^/-
josteR arij'mano oder arhijano
IsL: Ek ^Y'r (nach § 72, 12) "^aptr (vgl. isl. ept, epler) ^Ót^ribe
(dat. sg. m.) Hitabhleifa (dat. sg. m.; vgl. got. rvitöþ und
(ja-hlaiba) orta runar. ^Aptr ^Öbribe stein ? ^Þúengar^^
(oder þriár) dótr deildo (lautges. ^áœldo, s. § 57 anm. 4)
erfengia} (oder erfé) ^síngaster (oder '^siasíerl) ^erfengna^
(oder ^erfna).
Ucbers.: 'Ich Y'r nach Oðriðr, dem bundesgenossen, machte
die runen. Nach OÖriðr den stein . . .? Iníeng'sV (oder drei)
töchter teilten, der erben V (oder: das erbe) die . V . sten
der erbinnen?
Anm. Vgl. Bugge, Norges Indskrifter med de ældre Runer, s, 1 ff.;
Lyngby, Tidskr. f. Phil, og Pæd. VIII, 194 note; Wimmer, Die runensehrift,
s. 152 ff.; Brate, Bezz. Beitr. XI, 182 f.
43. Brakteat (Stephens nr. 22) vonVadstena (Schweden):
Urn. : luwaluwa . fiiþark^w . hnijepRs . Wemi?JO
Aum. Vgl. Wimmer, Die runensehrift, s. 70; Bugge, Aarbøger 187J,
s. 202 f.
X 44. Felsen wand zu Valsfjord (Norwegen):
Urn.: ek hagiistalbaR pervaR gobagas
Isl.: Ek Haukstaldr {Isrntge^. ^Hogstaldr), ^þér (vgl. Zusammen-
setzungen wie Hialmpcr u. dgl.; got. þius) ^Góbags.
Uebers. : 'Ich Hagestolz, der mann GóÖag's, (ritzte die runen)'.
Anm. Vgl. Bugge, Christiania videnskabsselsk. forhandl, for 1872,
s. 311 ff.; Aarbøger 1884, s. 87ff.; Burg (und Wimmer), s. 140 f., 158 note.
45. Brakteat (Stephens nr. 80) von Varde (oder Næsbjicrg;
Dänemark) :
Urn.: niurvila \ Iþl \ tk
Isl.: *Aý/e (vgl. 7 oben) oder ''^'^ygle (§ 246 mit anm. 2; nom.
propr.) ....
Anm. Vgl. Bugge, Aarbøger 1871, s. 217 ff., Arkiv VIII, 22.
266 Anhang.
46. Stein von Vatn (Norwegen):
Urn.: rhoallR
Isl.: Hroaldr (nom. propr.).
Anm. Vgl. Wimmer, Die rimenschrift, s. 225 f.
47. Felsenwand zu Veblungsnæs (Norwegen):
Urn.: eirilaR (statt ei^ilaR Järsbärg', Kragehul, Lindholm) wiwHa
Isl.: lad (§294,2) ^Y'le (diminutiv zu *jPV Tune).
Uebers.: 'Jarl Y'le (ritzte die runen)'.
Anm. Vgl. Bugge, Aarbøger 187], s. 221 ff., 1872, s. 192 ff.; Beudixen,
ib. s. 185 ff.; Burg, s. 137 f.
48. Hobel von Vi (Dänemark):
Urn.: tal'mo \ ^isaiou . wilíR V — tiþis . hleuno V
Anm. Vgl. Burg, s. 46; Wimmer, Aarbøger 1867, s. 29, 1868, s. 69 f.;
Bugge, Arkiv VIII, 22.
49. Kamm von Vi (Dänemark):
Urn.: har[i]}3a
Isl.: ^/Jringe (oder ^ Herenge, s. oben nr. 29; nom. propr.).
Uebers.: 'Hringe (oder: Herenge) (besitzt dies)'.
Anm. Vgl. Wimmer, Die runenschrift, s. 63.
50. Spange von Vi (Dänemark):
Urn.: aaba^asu \ laasauwwa
Anm. Vgl. Wimmer, Die runenschrift, s. 147 mit note; Burg, s. 41 ff.
51. Stein von Vånga (Schweden):
Urn.: haukopuR
Isl.: ^Haukotir (nom. propr., 'der mit habicht jagt'?).
Uebers.: 'HaukoÖr (ruht hier)'.
Anm. Vgl. Burg, s. 95 f.; Bugge, Norges Indskrifter med de ældre
Runer, s. 17.
o
52. Stein von Arstad (oder Orstad; Norwegen):
Urn.: hhvlgaR \ sar alu \ eumnai
Isl.: ^Hífegr (nom. propr.) . ^Sár (aschw. sär) "^ol (vgl. oben nr. 9) . . .'?
Uebers.: 'Hifegr (ritzte die runen). Dieser (stein ist) schütz
Die wichtigsten iirn. inschriflen. 267
Aum. Vgl. Wimmer, Die rimenschrift, s. 214 f.; I>iigg^5 Arkiv VIII,
10 note, 20 note, 25, 29, Norges Indskrit'ter med de ældre Runer, s. ()6.
53. Brakteat (Stephens nr. 96) von A sum (Schweden):
Urn.: ehe ik akaR fahi[bo\
Isl. : . .V (nom. propr. im dat. sg. m.) ek (lautg-es. "^ík) "^Ákr
fdÖa.
Uebers. : ' . . . ich Akr ritzte (die runen) '.
Anm. Vgl. Bugge, Norges Indskrifter med de ældre Runer, s. 8.
Nachtriiíí:e imd bericlitiffuuffen.
§ ö.Buggc datiert jetzt wie folgti-J^maQg_jim 450, Founås 650 — 75,
Järsbärg^öHTT^^OO^^^j^^ § 5~anm. 2J'íigeJiinzii :
?l^aS^i-A}llý^L^IIL_L5:7-_?Í*^i^^s Indskrifter_ ined de ældre Kimer, Christiania
181U ff. — 1^6 anm, fügehipzii:^ K.JB-JWikliind, Laiit-jind-Eormealelirje
der Liüe-Lappischen^ialekte^(injGöte^
h*eís^SamhíUIesTŒ
15. T)ie phototjpische ausgäbe ist jetzt erschienen; Håndskriftet "^J'' '^*
4~to gl. kgl. Samlinga iidg. ved L. F. A. Wimmer og F. Jónsson, Ivopenh.
IjV) fr— ^1^6 iTésT"l^Ji5j:::4S, — ^|G, a. Zu Þorkelsson^Jfí^jingi^&^
vgl. jetzt Wadsl;ein, Arkiv VIIIj &3J[. — § IG^a^Von Fritzner ist jetzt
^ (III— Py 1891 vollständig erschienfiih — ,^;.jl:_z^2 llesT^äTTer sjehere^ —
§ 34 fugehinzu; Anm. 4. Ueber^ statt x s^^^i)jLaimiv — § 43, z^T^lge:
iutervokalischem ; z. 8 tilge : zwisclien vokalen. — § 49, z^_5jij}jtilge : wurzel-.
lies penningr st. yœn-
mú.f oklir.' — § 72, 6,
— .§^51,2, b füge^hinzu: VgF. /lamjrJjJM) j:egenüber fr(i)céndr (^ 35 1^—
S^JJ6j__z^3JÍ^s^_3Ís^^ (Hafr. — § 5 T,
4, b, z. 5 u. anm. 3 Jies 121 statt 122.^2IILMH:
nmgr. — § 71, 6, z^2liesj_X21_j_5^ — § ''2, 3 lies: ms
^TT— 2 lies: V^^?/, ausser unmittßlbar vor heterosyíIaBíHchem iv. z. b.
^iripcuär(3iha. strihhan) streichen. ^^/Á~:_^J^ anm. 8,^3 — 4 lies: {'''hciqgwiR)
All "TiTT^^mTiaüen, {h)ne ggiiing~l^^^^stossen^^^^{hynpggua. — § ''2, T3j_^
ÄTTTiesT^mi^l^."^^^^ 54,_z. 2^
\^»-i-^ovw. ^œlfika do . — § S3, 1 \\esj[h)7vkkemi n. krq^ z. 4_
liesj^ neBenOZ/ogg und?"— ^"^"üoT^z. 5 lies_^oZ^_ji_jziel;^^ — § 90, z, 6 liesj
ZQhjpi§X. zrj 106,Jb^z. 4 Iies7~^már3^^ 108' füge hinzu: sœ{i)ng bett, 3.
§ 111, 2, z. 3_füge hinzu: /ole (aschw.
'|TITT_tilgej_^Bitðíi^. . . bude. —
sg. prät. konj.jtó {"^dói) stärbe.
/^tirpvgír^ot. /ítZ^^sJ^^diebsgut
^TlÖ. UebeTSan;?« vgl. Anhang nr. 3j^— ^UUi.J_20 liesj^øm^ statt lüaraii.
^jT|5T^_z^^Jiesj_schriftstel^^ §. 12^^— sTT^TzTrUeJ^
frühstück. — § 131 lies: spitale. — § 131 anmTfugeJiin^uj^A^rdmajin, A^^
tidskr. f. Sv. XI^ji^_S^JJ]^^;:::=_§j53^
^^STTTs). — § 140, z. 1 2— -13liesj^(it)^j/fcMíí J^e^^
^^^^^Ji&BiHarüvulqfq. — ^J_45jLaffi.^Juge^inzu : s^øm^treit : skera schneidgnj
prä^^sfear^^artT^aL^sfeoremi. — j 147, z. 5 lies: cZøgrJag^er. —^.92, z. 15
Jies: sncéZcZa sx^indel. —§^52,4, z. 6 lies: niú. hdband. — §Jj^4 anm, lies :
Nachträge und berichtigiingen
269
kUnn. — § ITö anm. 2. Dialektisch istj^ nacli aiisweis der inschriften von
Magiemose, Skaäng und Fonnus, schon vor 600 geschwunden, s^Bugge, Norges
Indskrit'ter med de ældre Runer, s. 7 1. -^3jJ.77^nm. 3 lies : vixl^^^:^\ S3 anm. 2,
z. 2 lies : teils (nach § 1 89, 2). — - § 185 anm. 6 tilge: anorw. — § 186 füge hinzu: '^
Ebenso kuettu aus kued pil 'rede (duV^ hióttu aus ðio'ð ^ij^iete (du)', Std-
tungr {^^snti-pum^r 'vom absud beschwert' zu soti. aschw. siip 'absud') der_
riese des dichtermets._ — § 18i) füge hinzu :^^? wird -- wo nicht as^socin,- •/
tion hindert — zu ð" nach vokalen uud_i', z^. samvnátir m§_rmodtlr (^24,
^ 245, liVv^n^^erieTben mutter geboren.!^_^rät. hirtiajuis^Jiirdci (aus *hirdda_
^§J^_anni^ zu hir(^a 'bewachen'; aber abbaAisJ^'u^Assm^^^
wiirdjge&-Æ£ÍtLl--Jl4.J^Kk-rj^ 192 anm. 3; z. 4—5 lies: búd' {hút^ gebildet
wie dät § 427 anm. 3) als . . .^T^br^^^^^^^^lTanin^JJugeJiinzu: þrentdnde^
C^ prem-tändiT^ 385 anm.) ' dreizehnte' und die mediopassiv-endung -unzt
^us^^2iw£r^7sJ^53iÖ anm. lies: vœng{i)om (vgl, § 303). —
§ 205, z. 2 füge hinzu: anorw. synsaka aus ^symaka (§ 184, 2) neben sygn-
saka und syknsaka (vgl. § 252,3, § 71,7) 'unschuldig'. — § 207, 2, a, z. 6
lies: superl. syztr. — § 215, z. 7 lies: annarr. — § 215, z. 13 — 14 lies:
suinnr (suitür). — § 217, 4, b füge hinzu: (neben -imnr, -ubr, vgl. §319
anm. 2). — § 225, 4, z. 2 lies: miskim{n). — § 226 anm. 2, z. 3 lies: {fer),
oft les. — § 228, 1. Dialektisch ist lü schon vor 700 geschwunden nach
ausweis der By-inschrift, wo orte vorkommt; umgekehrt dialektisch noch
nach 800 erhalten, wie anorw. {iü)ull 'wolle' als air. lehnwort '/bZ' beweist
(vgl. die air. wiedergäbe des adän. {W)idf als Fidf im jähre 870, s. Zimmer,
K. Z. XXXII, 170 f. note). — § 230 füge hinzu: Anm. 2. In den lehnwörtern
{p)salmr psalm, (p)saltare psalter fehlt gewöhnlich das^j-. — § 233 anm. 2
tilge: anorw unschuldig'. — § 244 anm. 2, z. 9 lies 'euer' statt 'ihr'.
— § 245, 3 lies: norrønn. — § 246, 2, z. S, lies: {h)nogg(u)a. — § 248
anm. 3, z. 2 füge hinzu: so wie im adj. skorpemn 'eingeschrumpft' zu skreppa
(part. prat. skroppenn, s. § 417 anm. 4) gleiten. — § 251,3, z. 10 tilge:
anorw. auch. — § 251,3, z. 25 lies: aus *fing § 180, §207,3, §82. —
§ 253, 1 lies Vaisf jord st. Einang. — § 291 aum. 1, z. 9—10 lies: (By), Tl'i-
lagciR (Lindholm), wozu das adj. haitmaR (Tanum) zu stellen ist. — § 291
anm. 2 tilge: or^a? (Vi). — § 291 anm. 4 tilge: -olaife (By). — § 291
anm. 5 tilge: Gommor. — § 304, z. 6 lies: lyf (gewöhnl. nur pl.; sg. ge-
wöhnl. f. nach § 317). — § 322,2, z. 6 lies: sdar) zuber. — S. 177, z. 7
lies: {harparom). — § 334, z. 3 lies: masche. — § 339 anm. 2, z. 4 lies:
ara^eu. — S. 180, z. 13 lies: Sturla (auch Sturle). — S. 191, z. 8 lies: § 359.
— § 370, z. 18—19 lies: (seit, nordre). — § 393 anm. 7 füge hinzu: so
wie ýr statt ytir (s. § 232). — S. 207, z. 5 lies: þessorr, þesser. — § 405, 1
mask. sg. acc. füge hinzu: e(i)nginn. — § 405 anm. 2, z. 2 lies: § 325. —
§ 413 anm., z. 4 lies: § 149, 1. — § 436 anm. lies: 442 statt 439. — S. 233,
z. 3 lies: § 71 anm. 3.
%.
Eeffister.
A. Altisläiuliscli- altnorwegische wörter:
Die zahlen beziehen sich auf die paragraphen der grammatik. W(5rter wie
(Iroyma, dreyma sind nur in der ersten form aufgeführt; ebenso \\'örter
wie bryte, bryti oder iptonn, iotunn nur als hryte, resp. iotonn.
á präp. adv. 109.
d f., s. Ó 'fluss'.
-a negierendes suffix, s. -nt.
abbadis f. 319; nachtr. zu 189.
abbragd n., s. afbragd.
atial n. 'eigenart' 147.
atíal n. 'nahrung', s. ala^.
Atíalrdtír m. 293.
atiile m. 336.
Adils m. 233,2; 249, 1.
AÖisl m., s. Adils.
dtir (dr) adv. 232.
-atSr part.-suff. 357, 1.
de m. 244, anm. 2; 337 und anm. 2.
af, a/ präp. adv. 14(5; 370.
af- präfix, s. of.
a f bragd n. 211.
ap m. 249, 2.
af'rdti n. 57, 4, b; 121, 1,(1.
afund f., s. ofund.
age m. 147.
aka stv. 428 und anm. 2.
akarn n. 248.
Ake m. llü; 239,1.
akkere n. 207, 3.
akr m. 147, anm.; 293, 1.
dl f., s. öl.
al- präfix 252, 1 .
ala stv, 427.
alad n. 249, anm.
alamandr, s. alemandr.
alboge, s. olnboye.
aldennn adj. 251, 2; 431, anm. 3.
aldr m. 251, 2.
aldr egen adv. 135.
Åle m. 73,2; 110; 239,2.
ale-dýr n. 253, 2.
Áleifr, s. Óldfr.
alemandr m. 196.
alen f., s. oln.
Alfarheimr 319; 327.
alfe m., s. afle.
Al f er- in ortsnamen 325, 2.
Al fr m. 179.
dll 'keim', s. oil.
all- präfix, s. al-.
allr adj. 217, 4, a und anm. 4; 352,
anm.; 354, anm. 2, 3.
allyngis adv., s. ollungis.
allzkonar adv. 323.
almboge, s. olnboge.
Almveig f. 312, anm.
din f., s. pin.
Álof, Álpf f. 57, 4, b ; 1 21 , (5 ; 239, 2.
Alrekr 51,2, a; 121, 3.
alunn m. 215.
ah/d f. 77.
ambótt, IJótt f. 325,4.
Reo-ister.
271
á metíal präp. 354, anm. 2, 5.
ä mille präp. 210, 4.
d millom präp. 2 1 0, 4.
amra swv. 175, anm. 2.
ámnmaþkr m. 199, anm. 1.
dn präp. 73,2; 76.
dna-sútt f. 337, anm. 2.
and- präfix 245, 2.
ande m. 334, 2.
an{d)lit, -let n. 124, anm. 2; 245,2.
an{d)skote m. 245, 2.
an{d)siiar n. 245, 2,
andvake, -a adj. 363.
andvertUr adj. 77; 127; s. auch ^;íííí-
verdr.
andvege m. 77; 127.
anlit n., s. andlit.
Ann m. 179; 225, anm. 1; 293, anm. 1.
annanneg adv. 218.
annarr zahlw. 201; 215; 352, anm.;
354, anm. 3; 384.
annarr hudrr pron. 408.
annarrtuegge pron. 408.
ansnar n., s. andsuar.
dnumapkr m. 199, anm. 1.
apaldr m. 293, 2 und anm. 4.
apr adj. 207, 1; 224.
aptan adv. 370; 371,3,
aptann m. 150,5; 245,10; 294 und
anm. 5.
aptrbygge m. 336.
aptre, s. eptre.
dr 'früh' adv. 57, 2.
dr 'vorher', s. dtjr.
dr f., s. or.
dr n. 175.
artir m. 293, anm. 4.
-are nom.-suif. 64; 121, 1; 335 u. anm.
(irfe m. 334.
(irfnyte m. 336.
argr adj. 248, anm. 3.
drhialmr st&. 51,1, a; 57, 4, a.
armr m. 292; 293.
drna swv. 57,2; 114,1.
Arnaldr m. 244.
A morr m. 215.
d-rofe 57, 3.
drr m., s. orr.
ars m. 248, anm. 3.
d-sid f. 340, 3.
Asldkr, s. Astldkr.
Asleif f. 312.
Ásleifr, s. Ástleifr.
dss 'balken' 110; 239,4; 330,1.
rtss 'gott', s. oss.
dst f., s. ost.
As{t)ldkr m. 247, 1, d.
As{t)leifr m. 247, 1, d.
Astrdtir m. 247, 1, b.
AstrWr f. 247, l,b; 330, anm. 2.
«f, dt konj., präp. 146; 192.
at rel.-partikel 402 u. anm. 1.
-rti negierendes suffix 57, 4, b; 121,1;
135; 192; 394, 1,2.
at(h)æfe n. 147, anm.; 234.
dtidn, s. dftidn.
Atle m. 224; 247, 2.
dtt f., s. Ott.
dtta zahlw. 111,1; 117,2; 378.
dttande zahlw. 385.
åtte m. 216.
dtte zahlw. 216; 385.
dttidn zahlw. 209, anm. 1; 224; 378.
dttrødr adj. 389.
dttundi, s. óttonde.
dttungr 'verwandter' 150,3.
atæfe, s. athcéfe.
au- präfix 231.
autíegr adj. 150,4; 357.
autíenn adj. 430, anm. 3.
Audgisl m., s. Auisl.
auti(li)(éfe n. 147, anm.
autf{h)øfe n. 147, anm.
aiibiingr m. 149, 3.
aiitin f. 183, anm. 11.
Aution{n) m. 127; 145; 179; 225,
anm. 1; 294, 1 und anm. 3; 323,
anm. I.
audr m. 2!)3, 2.
auga n. 338.
Aiiisl m. 179; 233,2.
auk conj., s. ok.
(inka stv. 63, 12, 13; 131; 430 lind
anm. 2.
272
Register.
au-kuise m. 231.
anlande adj. 231.
aumr adj. 231; 240, 2.
Aiinn m. 179.
aur- präfix 231.
aurgate m. 231.
aurkunnask swv. 231.
aurr m, 143.
aurvase m. 231.
ausa stv. 59; 03, 12 u. 13; 431).
austan adv. 370; 371,3.
Aiitn f., s. au (in.
auvird n. 231.
auvisle n. 231.
ax f., s. ßx.
bdtier pron. 57, a. 3; 65; 121, 1; 122,
1; 246, 1; 375; 407, anm. 2.
badmr m. 'die ausgebreiteten arme'
203, anm. 3.
batümr m. 'bäum' 183, anm. 13; 206,
anm.
bagge m. 269, 3.
bak n. 296.
bákn n. 58, anm.
Baldr m. 251, 2.
balkr m., s. bolkr.
ballr adj. 251, 2.
barar [barer) pl. f. 310.
bardage m. 334.
BártSr m. 179; 293,2.
Bdrekr m. 232.
barmr m. 183, anm, 13; s. auch baðmr.
barn n. 292; 296.
barr adj., s. berr.
barr n. 217, 2, a.
bdss m. 239, 4.
bastartir m. 293, 2."
batna swv. 147,
bätr m. 57, anm. 3.
batre adj. komp., s, í>e^re.
baula f. 149, 3.
ftcmííí swv. 430, anm. 3.
íítt^^f, s. bezt.
baztr adj. sup , s. beztr.
betír m. 324.
beitte, s. b(étie{n).
beisl n. 249, 1.
Z>eií n., s. bdtr.
bekkr m. 'bank' 207,3; 324; 327.
bekkr m. 'bach' 220,1; 324.
Bele m. 336.
belgr m. 324, anm. 1; 327.
belia swv. 149, 3.
bella stv. 417 u. anm. 1.
ben f. 316; 317.
benda swv. 244.
?>er n. 304.
berå stv. 92; 423; 424, anm. 2.
berg n., s. biarg.
bergbúe m. 94, 2,
feeria swv. 439.
berr adj. 68, a. 1; 69.
betr adv. komp. 372.
6eire adj. komp. 66, anm.; 67; 147;
369.
bezt adv. sup. 372.
beztr adj. sup.. 67; 136; 369.
bi(>a stv. 140; 410.
bitiia stv. 425 u. anm. 6.
bikarr m. 294, 1.
bikkia f. 146; 220,1.
bilda f. 249, 3.
binda stv. 419 u. anm. 1.
biskup m. 74; 293, anm. 1.
bita stv. 409.
bitr adj. 356, 2.
bialke m. 144.
6iflr^ n. 92; 144; 257,6.
biarga stv. 416; 418 u. anm. 1; 457,
anm. 4.
biartr adj. 111,2.
biótía stv. 412 u. anm. 2.
Biolfrm. 106, anm. 1.
öioVr m. 'biber' 106, a; 231.
biórr m. 'bier' 253,6.
biórr m. 'streifen' 231.
-bigrg (in nåmen) 312.
Biprgvin {-yn) f. 145; ^18.
biprn m. 149, anm.; 331.
biúga TL. 338.
blaka swv. 446, anm. 4.
öM/ír adj. 149,2; 207,3.
blanda stv. 207,2; 431 u. anm. 5.
Register.
273
hldr adj. 148; 358.
blåsa stv. 149, 2; 432, I.
bldstr m., s. blåstr.
blaudr adj. 252, 4,
blautr adj. 252, 4.
bleikr adj. 149, 2.
ftZi/a stv. 409.
ö^íAiiíi stv. 410; 459, 1.
blistra swv. 149, 2.
blota stv. 4.i2, II u. anm. 4.
ftíósír m. 330 und anm. 2.
bly n. 72, 6; 298.
bUia f. 148.
bleia 148.
*6nMíí stv. 433, anm. 2.
6oa stv., s. bua.
bóande m. 351.
bogenn part. 415, anm. 4.
%r m. 330.
bok f. 346, 1 ; 347.
boJckr m. 141; 252, 3.
bol n. 143, anm.
bolgenn adj. 422, anm. 6.
bolle m. 252, 1.
bolr m., s. ftitZr.
bolstr m. 141.
6on f. 327.
bonde m. 103; 143, anm; 351 und
anm. 1 ; 466, anm. 2.
borg f. 144.
Bor gny f. 318.
Borgund 144.
6orr m., s. 6wrr.
bort adv. 248; s. auch brott,
bot f. 147; 346,4.
Bótolfsvaka, -oko f. 127; 218, anm.
bod f. 315.
Bgtiuarr m. 107, a.
Bgtiuildr f. 107, a; 234.
ftoVøOa f. 203, anm. 2.
bqføra f. 203, anm. 2; 232, anm.
6flZ n. 301.
ft^íAr m. 144, anm.; 330.
Bartir m., s. BdrTSr.
borkr m. 252, 3.
fcöror pl. f. 310.
bgrr m. 203, anm. 2; 300.
Nor tie», Altisl. gramm. 2. auü
brd f., s. &ró.
brd swv. 251, 3.
brdtila, s. brdlla.
brddna swv. 432, anm. 3.
öríi^a swv. 251, 3.
Brage m. 334, 4.
bragnar m. pl. 331, 4.
fcra^r m. 323.
brdlla adv. 210, 4.
ör«íír adj. 207, 2.
braut) n. 143.
ftmwi f. 326.
6ré/' n. 154, anm.
bregda stv. 109; 422 und anm. 1, 5;
457, anm. 4.
brekka f. 82; 207, 3.
brenna stv. 139, 2; 201 ; 252, 6; 422
u. anm. 2.
bresta stv. 416.
brestr m. 322, anm. 3; 330.
brigda, s. bregda.
6n^2:Zen.l83,2,d;184, l,b;245,10;250.
brik f. 346.
brilloup, s. brullaiip.
brime m. 149, 1.
Brimer m. 306.
brinna stv., s. brenna,
brixle, s. brigzle.
brid swv. 251, 3.
brióta stv. 412.
brod n. 143; 253, 6.
broder m. 251, 2; 349 u. anm. 1.
brok f. 252, 3; 346.
Brokkr m. 252, 3.
brosa swv. 446, 1.
brot adv., s. Z^roíí und bort.
brotfall n. 186; 224.
brott adv. 221, 1; 248.
bro f. 72, 2; 149, 3; 314.
bru f. 72, 2; 107, anm.; 314 u. anm.
brúdlaup, s. brullaup.
brúdr f. 325, 1, 3; 327.
brudr m., s. brunnr.
bruggenn part. 246, 2; 253, 6; 422,
anm. 6.
brullaup n. 114, 5; 126, anm.; 210, 4;
234; 327.
18
274
Register.
brun f. 149, 3; 3-J6, anm. 2
brundr m. 253, 3.
brune m. 252, 6.
brann adj. 149, anm.
brunnr m, 293, 1.
bryllaup, s. brullaup.
Bryniulfr m. 65, anm ; 106, a.
bryte m. 333; 336.
brsyma swv. 149, 1.
bu n. 143, anm.; 292; 298.
bua siv. 63, 11 u. anm. 6; 143 anm.;
253, 6; 430 n. anm. 1, 2; 462,
anm. 2.
búande m. 143, anm.; 351 u. anm. 1.
bú?í f. 143, anm.
bútí adv. 192, anm. 3 und naclitr.
dazu s. 269.
bue m. 337.
bugr m. 322.
bukkr m., s. bokkr.
búkr m. 143 ; 257, 3.
bukran 199, anm. 1.
bulke m. 196, anm. 1,
bulkr m. 252, 3.
bulr m. 141.
bulstr m., s. bolstr,
búnadr m. 323.
bunke m. 196, anm. 1.
búnodr m. 323.
bur n. 143, anm.
burtir m. 227; 327.
burr m. 141; 323, 1; 327.
burt adv., s. bort.
bygg n. 72, 5; 246, 2; 253, 6; 301.
-bygge m. 336.
byggua, -ia swv. 143, anm.; 253, 6;
443, b und anm. 2.
býle n. 63, anm. 4; 143, anm.
bylgia f. 340.
bylia swv. 149, 3.
bylr m. 324.
byr m. 68, 5; 106, anm. 3; 143, anm.;
324, anm. 3; s. auch bør.
byrd f. 327.
byrtir f. 319.
byria swv. 437.
byrr m. 324, anm. 1.
bysia swv. 439.
by skup m., s. biskup.
bæde{n) konj. 375, anm.
b(égia swv, 447.
bø de, s. bæd'e{n^.
bøle n., s. býle.
bøn f. 327.
bør m. 68, 4 ; s. iibr. byr m.
dd n. 298.
ddd' f., s. dóð.
Dagr, s. dagr.
dagr m. 293, anm. 5.
dagverbr m., s. dogurtir.
dalr m. 322, 2.
Dampr m. 202, 1.
óZamr m. 58, anm.
ddnde adj. 148.
Danpr m. 202, 1.
daudr adj. 467, anm.
åes f. 149, 3; 317.
detta stv. 417 u. anm. 2.
digna swv. 410, anm.
dis f. 137, anm. 2; 319.
-dis f. (in naraen) 319 u. anm. 2.
dipfoll m. 294.
diúp n. 354, anm. 2.
diúpr adj. 368.
cimr n., s. íZýn
íío/e m. 143.
do f enn adj. 414.
íídA;r m. 143, anm.
dómande m. 351, anm. 1.
dómare m. 335.
Domarr m. 245, 3.
dómr m. 148; 293.
fZor^ f. 149, 4.
dotter f. 111, 1; 350.
dób- f. 148; 325.
dogg f. 246, 2; 315 u. anm. 1.
dogurtir m. 77; 127; 144.
dra f n. 251, anm.
draga stv. 149, 4: 428.
drdttr, s. dróttr.
draugr m. 149, anm.; 253, 1.
draumr m. 253, 1.
ííre^a stv., s. draga.
\
I
Register.
275
dregg f. 251, anm.; 317.
dreif f. 346.
drekka stv. 82; 83, anm. 1; 207, 3
422.
drekkia swv. 443, a.
drengr va. 324, anm. 1.
drepa stv. 424 u. anm. 2.
drifa stv. 409.
drita stv. 409.
driiipa stv. 413.
drog f. 149, 4.
Droplaug f. 312.
dróttenn m. 294, anm. 2.
drót{t)ning f. 65; 114, 4; 311.
drottsete m. 55.
d/róttr m. 255.
fZrtij?« swv. 446, anm. 4.
drykkr m. 324, anm. 1.
dreyre m. 68, 6.
cM/ifc stv. 414.
duga swv. 446, 1.
dugand-matir 351, anm. 4.
di^/cr m. 143, anm.
dumhe, -a. -r adj. 303.
dunn f. 327.
dust n. 83, anm. 3.
duergr m. 144; 149, anm.
dyggr adj. 72, 5; 359, anm. 4.
dýkr m. 239, 1.
dylia swv. 145.
dy nkr m., s. cZ^/tr.
di/n?i f. 327.
dyr n. 68, 7 ; 69.
dyr pl., s. iZi/rr.
dyrgia f. 144.
dyrka swv. 114, 6.
dýrr adj. 353, anm. 2; 368.
di/rr pl. f, (n.) 346, anm. 3.
dys f. 149, 3; 317.
dæll adj. 148.
døggua swv. 72, 7; 442.
døglengr m. 63, 7; 65; 66, anm.
<Zøi/r n, \A1,
døkkr adj. 72, 3; 207, 3.
døl f. 147; 327.
dell m. 322, 1.
døma swv. 442.
iiøm(^ n. 307.
doyia stv. 244, anm. 2; 427 u. anm. 3;
428, anm. 1.
ð-, s. Þ-.
6 adv., s. æ.
edda f. ,grossmutter' 115; 183, 1, a.
edda f. ,poetik' 114, 8; 183, 1, a.
eda konj. 93; 186; 225, 1.
edla f. 149, 3; 210, 4.
etile n. ,natur' 78, anm.; 210, 4; s.
auch ^ð7e.
etile n. ,zucht', s. eltie.
ef konj. 93; 253, 2.
ef n. 253, 2.
efa{ti)samr adj. 253, 2.
e/e m. 139, 1.
efla swv. 249, 2; 442, anm.
efre adj. komp. 370.
efstr adj. sup. 247, anm. 3; 370.
efter präp., s. epter.
eftr adj. superl., s. efstr.
Egder m. pl. 322, 2.
íJ^eZÍ m. 294, anm. 1.
egg n. .ei' 246, 1 ; 304.
egg f. ,schneide' 220, 1; 316; 318.
Eggtier m. 176, 1.
eggia swv. 437.
ei adv. 72, 8; s. aucli æ adv.
eitir m. 293, 2.
-eiðV (-eið) f. in nåmen 319.
eif- adv. 57, anm. 2; s. auch œ adv.
eiga v. 57, 1; 234; 251, 3; 255;
449, 2; 459, 4.
eigande m. 351, anm. 3.
ei^en n. 354, anm. 2.
eigenn adj. 115; 251, 3; 449, anm. 4.
eik f. 346, 1 ; 347.
eikenn adj. 429, anm.
eimyria f. 57, 4, a; 251, 4.
Eindridebi, l,a;115; 122, 1; 183, l,b.
eindøme n., s. endeme.
einer m. 175.
einfaldr adj. 388.
18*
276
Register.
eingi{nn) pron., s. e7ige pron.
einher e m. 336.
einhuerr, s. einnhuerr.
eining f. 390.
einn zahlw., pron, 1 15; 132; 133, anm.;
207, 2, a; 373; 383; 4ü4.
einnhuerr pron. 404 u. mom. 1.
einshuerr, s. einnhuerr.
eir n. 57, anm. 1.
eira swv. 57, anm. 1 ; 208.
eisa f. 340, 2.
eisor-fdla f. 340, 2.
eista n. 338.
Eistr (Eister) m. pl. 344.
eitthuat pron. 404 u. mom. 2.
ek {ék, eg, iak, -k, -g) pers. pron. 93 ;
135; 192; 221, 2; 257, 3; 393 u.
anm. 2; 394, 1 ; 458, anm. 1.
ekke m. 82; 207, 3.
ekke pron. u. adv., s. enge pron.
ekkia f. 207, 3.
éi n. 100; 304 u. anm.
eldrm. 115; 136; 293, anm. 3; 294, 2.
elds-tó f. 73, 2: 314.
eWe n. 249, anm; 253, 2.
elf a swv., s. e^a.
elfr f. 319 (2-mal); 325, 2.
-elfr f. in nåmen 319.
elgr m. 321; 324.
Elin f. 312.
Ella m. 340.
eZZe f. 341.
ellefo, ellugu zahlw. 51, 1, a; 71,
anm. 2; 115; 149, 1; 198; 207, 4;
339, anm. 4; 378 u. anm.
ellegar adv. 192, anm. 4.
ellepte {ellipti, ælliufti) 185, 2; 231;
385 u. anm.
ellifte, s. ellepte.
elliufte, s. ellepte.
ellre adj. komp. 215; 217, 4, a; 251, 2;
369.
ellugu zahlw., s. ellefo. ^
ellztr adj. superl. 247, l,a; 369.
elptr f., s. plpt.
-else nom.-suffix 249, 1.
elska swv. 436.
elskuge m. 234.
elztó f., s. elds-tó.
em ,ich bin' 459, 3; s. auch vera.
embckt{t)e n. 225, 4.
en rel.-partikel 402 u. anm. 1.
enda adv., s, ennda.
enda swv. 442, anm.
endeme n. 115; 121, 8.
ender m. 251, 2; 306, anm. 2.
Endritie m., s. Eindribe.
eng f. 317.
enge n. 307.
enge pron. 72, 7 (øn gr); 79; 115;
184, 1, a [enskes)-^ 199 (einonge);
213 (ekke); 224; 51, 4 ii. 225, 1
(eÄ;e) ; 405, 1 .
englskr, s. enskr.
engr pron., s. enge.
engskr, s. enskr.
enn best. art. 129, anm.; 175; 207,
2, b; 217, 2, c; 401.
enn (en) adv. ,noch' 225, 1.
en(n)da adv. 117, 2.
enne n. 251, 2; 307.
ennge pron., s. enge pron.
enskr adj. 205; 245, 5, 7.
eptann m., s. aptann.
epter prap. 185, 2.
epirc adj. komp, 370.
epztr adj. sup, 370.
er TL., s. ^rr,
ér (pér, tier, es, -r) pers. pron. nom.
pl. 135, anm. 1; 393 u. anm. 5;
394, anm. 5.
er rel.-partikel 402 u. anm. 1.
erðr n.^ s. hretir.
erfa swv. 442.
erfetie n. 57, 4, b; 65; 121, 1; 142;
307,
erfinge m. 336.
erfuti n., s. erfetie.
erfcétie n., s. erfetie.
erinde n, 150, 2; s. auch srinde.
Erlengr m. 63, 10.
ermr f. 319.
err n., s. ßrr.
ertr f. pl. 346, anm. 2.
Register.
277
ertug f., s. srtog.
es relativ-partikel 1 35; 402 u. anm. 1,2.
eta, éta stv. 425 u. anm. 1.
ctia swv. 440, anm. 6.
etke pron., s. enge pron.
ex f., s. ^x.
fd stv. 50, 4; 234; 251, 3; 431 u.
anm, 1, 5.
fd swv. 57, 1; 234; 438.
fader m. 66, 4; 132 (2-mal); 348; 349
n. anm. 1 u. 2.
faderne n. 64.
fatima swv. 200, anm. 2.
Fadmer m. 181.
fadmr m. 203, anm. 3 ; 257, 6.
Fdfner m. 181; 232, anm,; 306.
fagma, s. fad rna.
fagnadr m. 323, 2.
fagr adj. 356; 367.
falda stv. 215; 251, 2; 431 u. anm. 1,2.
faldr m. 144.
falla stv. 221, 1; 431.
f dr ,paiicus' adj. 58, anm.; 110; 858;
367, anm. 2, 4.
fdr jSchimmernd' adj. 57, 1.
fdr n. 149, 4.
fara stv. 149, 4; 426.
farre m. 217, 2, a,
fata swv, 424, anm. 1.
fattr adj. 207, 2,
fdtøkr adj. 360.
fé n. 106, b; 109; 130, 1 ; 234; 298
u. anm. 1 ; 328.
fedgar pl. m. 245, 9.
fegenn adj. 366; 428, aum. 3.
f éi f., s. þél f.
fela stv. 111, 2; 234; 251 ,3; 423 u.
anm. 1.
felage m. 334.
feldr m. 323, 1.
-fell n., s. fiall.
fella swv. 442.
fen n. 304.
fer- zahlw. präf. 119, anm.; 200,
anm. 2; 386.
ferd f. 67.
ferell m. 150, 1; 294, anm. 1.
fer faldr adj. 388.
feria swv. 440, anm. 6.
ferner zahlw. 377, anm. 2; 388, anm.
fertugti zahlw. 386.
fert/i gr adj. 389.
féskglfr adj. 196, anm. 2; 249, 2.
festr f. 319.
fet n. 146, anm.
feta stv. 146, anm; 424 ii. anm. 1.
fidrilde n, 248, anm. 1.
fifl m. 114, 3; 238, 2; 251, 1.
f if rikle n. 248, anm. 1.
fikia f. 204.
pm, fim-, s. fimm, fimm-.
fitnbnl- 238, 2; 251, 1.
fimm zahlw. 238, 2; 281, anm.; 378.
fimmtdn zahlw. 378.
fimmtigi zahlw. 379.
fimmtiu zahlw. 379.
ßmntegr adj. 389.
fimt f. 390,
fimte zahlw. 238, 2 ; 245, 4 ; 385.
fingr m. (n.) 344.
finna stv. 215; 251, 2; 422 u. anm. 5,
fir ar m. pl. Ul, 2.
Firekr m., s. Fridrekr.
fire{r) präp., s. f grer.
firnare adj. komp. 370.
firr adv. komp. 371, 3,
firre adj, komp., s. fiarre.
firrmeir{r) adv. komp. 371, anm. 4.
first adv. sup. 371, 3,
firstr adj. sup. 370.
fisa stv. 409.
fiske f. 341, 2.
fiskr m. 293.
pt f. 146, anm,; 317.
fita f. 142.
Fialarr m. 111, 2,
fiall n. 93; 217, 2, b; 296.
fiande, fidnde m. 64; 106, b; 114, I
351; nachtr. zu § 51, 2, b.
pandskapr m, 323,
fianz-bod n. 351, anm. 4.
f i ar adv, 370; 371, 3.
fiara f. 79, anm. 2; 244, anm. 2
278
Register.
Íiarre adj. komp. 288, 3 ; 370.
pog{o)rtä7i zalilw. 2ÜÜ, anm. 2; 378.
fior n., s. fior n.
fiórtie zalilw. 114, 4; 385.
-fiórtiongr m. 391.
florer zahlw. 90, anm.; 106, a; 149,
anm.; 179; 200, anm. 2; 377.
fiórtdn zahlw. 378.
ßortugti zahlw. 386, anm. I.
flos f. ,wallfis'3hfleisch' 200, anm 1.
fiós ,viehstall' n. 106, a; 239, 4.
fipðr f. 310.
fiol- präf. 90; 132.
Fiplner m. 11 1, 2.
fipluerren adj. 107, a.
fipr n. 90; Ul, 2; 301.
fiprti adv., s. i fiprd.
fiprtir m. 149, 4;'329; 331.
Fipr gyn f. 257, 6.
fiprutigi zahlw. 379.
fipruUu zahlw. 379,
fiptorr m. 92, anm. 2; 294
fiug{o)rtdn, s. fiogortcm.
fiúka stv. 413 u. anm.
fiúrtán, s. fiörtcm.
f.á f. 72, 2.
flá stv. 251, 3; 428.
fiaghrióska n. 338.
fiaka swv. 446, anm. 4.
flár adj. 57, 1 ; 200.
flaumr m. 253, 1.
fleire adj. komp. 51, 3; 369.
flekkr m. 140; 142; 204; 252, 3;
324, anm. 4.
fies f. 317.
flesk n. 115.
, flestr adj. superl. 115; 369; s. iibr.
margr.
flet n. 304.
flik f. 140; 142; 252, 3; 310, anm.;
346, 3.
flikke n. 142; 252, 3.
flióta stv. 411; 412.
ßiuga stv. 149, 3; 413 ii. anm.
/lo f. ,floh' 58; 346.
flo f. jSchicht' 72, 2; 346.
floa swv. 436, anm.
Flóar Ortsname 72, anm. 2.
flótí f. 327.
floe m. 72, anm. 2; 107, b; 337.
flog n., s. flug.
floke m. 149, 3; 252, 3.
flókemi adj. 432, anm. 5.
flokkr m. 149, 3; 252, 3.
fórfile n. 200, anm. 1.
flotnar m. pl. 334, 4.
flotte m. 55.
fing n. 141.
flaga stv. 414.
fýia stv. 58; 200; 251, 3; 415 ii.
anm. 2.
flytia swv. 439.
fiød f. 327.
flødr f. 319.
fløia swv. 415, anm. 2.
fley n. 304.
fnasa swv. 147; 149, 3.
fnykr m. 256.
fnysa swv. 149, 3.
fnøsa swv. 147; 149, 3.
f oa 55, anm. 3.
fogl m., s. fugl.
fo(g)ute m. 233, anm. 2.
fold f. 326 u. anm. 1.
fole m. naclitr. z. 111, 2.
folgute m., s. fogute.
for f. 111, 2; 234; 310.
/br«ð" stn. 51, 1, a; 121, 1,6; 183,
anm. 10; 218, anm.; 225, 3.
fordom adv. 127.
forellre, -rar pl. 307.
foringe m. 233, 2.
forn, forn f. 114, 4.
forvista f. 71, 7.
forvitne f. 341, 2*
forynia f. 51, 1, a; 225, 3.
for ysta f., s. forvista.
fostr n. 254.
fós(tr)syster f. 51, 1, a; 225, 3;
245, 9, 10.
fótr m. 343; 314.
fouti m., s. fogute.
fpdr m. 349, anm. 2.
fpgnodr m., s. fagna^r.
Register.
279
fol n. 301.
folr adj. 359.
fonn f. 208.
for f. 311 u. anm. 3.
foroll m. 150, 1 i 357.
frd prap. 238, 1.
frdbærr adj. 238, 1.
Frakkar m. pl. 207, 3.
/'/■«»I, s. franmi.
framhærr, s. frdbærr.
fram{m) adv. 217, anm. 4; 371, anm. 2.
framr adj. 353, anm. 1 •, 368.
Frankar m. pl. 207, 3.
frdr adj. 58, anm.; 72, anm. 1; 359,
anm. 3; 366, anm. 1.
frata swv. 424, anm. 1.
frau f. 340, 1.
frauti n. 143.
frauðr m. 143.
frau va f. 340, 1.
-fredr (in nameu), s. -frs'Ör.
fregna stv. 425 u. anm. 2; 424, anm. 2.
f r eista swv. 115.
freist{)i)e f. 341, 3.
freknor f. pl. 256.
fremr adv. komp. 371, anm. 2.
frer n. pl., s. fr. er.
fresta swv., s. freista.
freta stv. 248, anm. 3 ; 424 u. anm. 1 .
frett f. 56, anm.
fretta swv. 209, anm. I.
FrWikr m., s. Fridrekr.
-fritSr (-ritir) f. in nåmen 319 u.
anm. 2.
Fritirekr m. 203; 232; 240, 3.
Frigg f. 246, 1 ; 318.
frilla f. 210, 4.
Fririkr m., s. Fri'Örekr.
friddagr m. 106, anm. 2; 253, anm.
frials adj. 106, a; 234.
fridr adj., s. fr ær.
f ria n., s. fræ.
frior adj., s. fr ær.
friósa 68, 3 ; 69 ; 25 1 , 4 ; 415 u. anm. 1 .
froda f. 143.
fror adj., s. frdr.
froskr m. 143.
frouva f. 340, 1.
/■m f. 314; 340, 1.
frumvaxta adj. 363,
frúva f. 340, 1.
fri/ia swv. 440, 2.
fræ n. 57, 3 u. anm. 2; 301.
frégr adj. 360; 368.
frænde m. 351; nachtr. zu 51, 2, b.
fræn{d)kona f. 245, 2.
frdendseme f. 341, 2.
frér adj. 57, 3; 72, 2; 359 n. anm. 3.
fræta swv., s. fretta.
frøtie f. 341.
-frßdr in nåmen 71, 3 ; 140; 245, 4;
293, 2.
fr^r n. pl. 68, 3.
Frsyia f. 340.
Fro yr m. 324, anm. 1.
fugl m. 141; 293, 1.
full n. 354, anm. 2.
fundr m. 323, I ; 327.
fur.a f. 111, 2.
fúrr m. 327.
furstonne (i f.) 367, anm. 1.
fiiss adj. 83, anm. 2; 239, 4.
fijl n. 304.
fylgia swv. 459, anm. 4.
fylke n. 307, anm. 4.
fyllr f. 319.
fylskne n., s. fylxne.
fylxne n. 177, 3; 245, 6; 250.
fyndr m. 327.
fyrdar pl. m. 72, 5.
/i/re n. 111, 2.
fyre(r) prap., adv. 126; 240, 3.
fi/rr m. 327.
/i/rr adv. komp. 371, anm. 1.
fyrre adj., adv. komp. 367, anm. 1;
371, anm. 3.
fyrrmeir{r) adv. 371, anm. 4.
fyrst adv. sup. 371, anm. 1.
fyrste adj., zahl w. 3S3.
fyrstonne (i f.) 367, anm. 1.
fyrstr adj. sup. u. zahlw. 367, anm. 1;
383.
fyrua swv. 72, 5; 440, 1.
fægelegr adj. 148.
280
Register.
febr n. 68, 2.
føgelegr adj. 148.
føla swv. 444.
føra swv. 442.
ff a st v,, s. ganga.
gd swv. 131 ; 152, 4; 446, 1 ii.anm. 6.
gabba swv. 265, 1.
gaddr m. 208.
gagarr m. 200, anm. 2.
gagl n. 249, anm.
gagn n. 245, 8; 297, anm. 2; 357,
anm. 1.
gagn-stigr m. 357, anm. 1.
gag7i-vart prap., adv. 357, anm. 1.
gala stv. 427.
galdr 'fusstapfen' 224; 2-19, 3.
galeid f. 310, anm.; 346, 3.
galg n., s. gagl.
gamall adj. 121,1,6; 131 ; 355; 357;
369.
ganiayi n. 51, 2, a; 131; 181; 297.
gamle m. 252, 2.
gam{m)r m. 252, 2.
ga7ia swv. 446, anm. 2.
ganga stv. 180; 431 u. anm. 1, 4, 5,
gangvere, -er m. 335, anm.
gapa swv. 446, anm. 4.
gartir n. 293 u. anm. 3.
gdri (nisl.), s. geire.
Garmr m. 248.
gds f., s. gós.
gasse m. 114, 1.
gdt f., s. gott.
gata f. 79, anm. 2; 244, anm. 2; 340.
gdta f. 340.
gatt f. 152, 4.
</eð n. 304.
gefa stv. 92; 424 u. anm. 2.
gefande m. 351.
gegn adj., prap. 354, anm. 2, 5; 357
anm. 1.
gegn n., s. gagn.
gcf/nom, -em prap. 71, anm. 2; 354
anm. 3, 5; 357, anm. 1.
geigo(r)-skot n, 340, 2.
Geilaugr m. 241, 1.
geire m. 57, anm. 3,
geirr m. 57, anm. 1; 251, 4.
geisl m. 251, 4.
geispa swv. 250.
gelda stv., s. gialda.
geldr adj. 353, anm. 1.
geila stv. 418, anm. 2.
gengr adj. 360.
gera swv.. s. gørua.
gerd f. 319.
gerdar pl. f. 319.
-gertir f. (in nåmen) 319.
Gertir f. 319.
gerr ad)., part, s. gerr.
gerua swv., s. gsrua.
gestr m. 146; 321; 322; 327.
Gestumblinde 202, 1.
geta stv. 92; 424 u. anm. 2.
G eg sir m. 254.
gigia f. 204.
i/ii n. 304.
Gils m. 249, 1.
-gils (in nåmen) 233, 2; 249, 1.
Gimer m. 306.
Gimle 234.
^fiwíi stv. 409 u. anm. 2.
ginna swv. 444.
Girker m. pl, s. Grikkiar.
Girkland 51, 1. a.
girskr, s. gri{k)skr.
-gisl, -gisl (in nåmen) 233, 2; 249, 1.
(xisZ m. 249, 1.
í/isía swv. 146.
Gizorr m. 294, 1 u. anm. 3.
gialda stv. 180; 418 u. anm. 1; 457,
anm. 4.
gialla stv. 418 ii. anm. 2.
giognum prap. 71, anm. 2; s. auch
gegnum.
giosa stv. 254; 412.
gióta stv. 412.
gigf f. 310.
giofoll adj. 368, anm. 1.
í/iörð f. 310.
giorr, s. i/^rr.
gior{u)a swv., s. genia.
Giúke m. 231.
Register.
281
glam{m) n. 252, 2; 257, 2.
Glaser m. 306.
gletie f. 341.
gledia swv. 439.
qlepia swv. 439.
gler n. 68, 1.
Glik{i)a swv. 443, anm. 1.
í/ííA;r adj. 131; 230, anm.
gloa swv. 253, 6.
glóti f. 346, 4.
glotta swv. 446, anm. 7.
(/Zöí/í/r adj., s. gleggr.
gluggr m. 246, 2;, 253, 6; 327.
glilpna swv. 415, anm. 4.
glygg n. 301.
glyggr m., s. //Zttryi/r.
glymr m. 257, 2; 324, anm. 1.
glsggr adj. 72, 7; 246, 2; 353, anm. 1;
368.
gløjpr m. 327,
gnacld n. 149, 3.
gnaga stv. 131; 230; 428, anm. 3.
gnapa swv. 149, 2,3; 446, anm. 4.
gnantS f. 143; 149, 3.
gneggia swv. 246, 1.
*gnella stv. 422, anm. 6.
gnesta stv. 417 u. anm. 1.
gnipa f. 149, 1, 2.
gnogr adj. 131; 149, 4; 230, anm.
gnótt f. 55; 149, 4; 327.
gnúa stv, 131 ; 433.
gnúpr m. 149, 1, 3.
gny dr m. 143; 149, 3.
gnýia swv. 440, 2.
gnyr m. 324, anm. 1.
gnøgia swv. 251, 3.
gnøtt f., s. (/ndíí.
gnøypr adj. 149, 1, 3.
/yoð m., n. 141; 296; 322, anm. 1, 2.
(jotÍG m. 141.
gö{'d)legr adj. 232, anm.
(iodormr 51, 1, a; 186.
gö'dr adj. 114, 4; 356, anm.; 369.
Gohetir m. 110; 232; 245, 4.
gol n. 141.
gölegr, s. gohlegr.
gall n., s. gull.
Görobr m., s. Go'drs^'r.
Gate m. 334, 4.
gotnar m. pl. 334, 4.
góz n. 296, anm. 2.
gogn, s. i/e/y** präp.
gpgnoni, s. gegnom.
goltr m. 144; 252, 4.
döWfZoZ f. 313.
I,
gorr adj., s. (/^rr.
g\')S f. 110; 239, 4; 346, anm. 2.
g(')t f. 152, 4.
gott f. 255,
gotuar f, pl. 131 ; 315.
grad'ungr m. 146.
i/rft/h stv. 427 u. anm. 3.
Gramr m, 248.
gramr adj. 145; 252, 2.
granne m. 131; 208; 334.
greipa swv. 148; 149, 2, 3.
grdr adj. 149, 3; 355; 358; s. auch
gridr.
gras n. 147.
grdta stv. 148; 149, 2; 432, I.
grautr m. 293, 2.
gredder m. 131 ; 208.
grei()a swv. 131.
^írem f. 131; 232.
greip f. 310, anm.; 346, 3,
gren n. 304.
grenia swv. 149, 2.
Grenland 239, 2.
Gretter m. 306.
gri(^ungr m, 146,
Grikker m. pl, s. Grikkiar.
Grikkiar m. pl. 204; 220, 1; 248;
303,
Grikkland 51, 1, a.
gri{k)skr adj. 236; 248.
grim{m)r adj, 145; 252, 2.
grina stv. 149, 2,
grind f. 346, 2, 4.
gripa stv. 149, 1, 2; 409.
gripr m. 323.
griskr, s. grikskr.
griss m. 322, 1, 2.
^riar adj, 149, 1; s. auch grdr.
Groa t'. 340.
282
Register.
groa stv. 71, 3; 147; 433.
gró(ír m. 293, 2.
f/rój) f. 149, 3.
ijrópasanilega adv. 148; 149, 2, 3.
grgptr m. 330.
grutir adj., s. grunnr.
gru fa swv. 446, anm. I.
grund f. 251, 2; 326.
grunnr adj. 251, 2; 367.
gry i a swv. 149, 1, 3.
græfr adj. 147, anm.
grø fr adj. 147, anm.
grøta swv. 148; 149, 2.
gr-&y n. 304.
grsyhaka f. 146.
gr.eypa swv. 149, 1, 3.
gu'(i m., n. 141; 296; 322, anm. 1, 2
u. morn. 2.
gude m., s. gode.
Gudormr m. 225, 3.
gildr f., s. gunnr.
-gudr t in nåmen 319 (2 -mal).
Gudridr f. 65; 245, 4.
Gudrun f. 312.
Gudrßdr m. 7], 3; 245, 4; s. Ubr.
Godrßdr.
gud si fe m. 336.
gud-spiall, -spiald n. 251, 2.
gugna swv. 224; 246, anm. 2.
</mZí n. 141 ; 215.
gidlad n. 234.
gidlhlad n. 234.
GiUlveig f. 312, anm.
Gunnarr m. 234; 294, 1.
Gunnlod f. 312.
gunnr f. 217, 4, b; 319.
-gunnr f. in nåmen 319.
Guttormr 51, 1, a; 186; 225, 3.
gyggua swv. 72,5; 246,2; 420; 422,
anm. 3.
7/ý^r f. 319, anm. 4.
Gglfer m. 306 u. anm. 2.
ggltr f. 144; 319.
gymbr f. 327.
Gy mer m. 306.
Gýrídr f. 65 u. anm.; 232.
gyss m. 324.
•^œr (i gcÉr) adv. 68, 2.
i/æfa ,hüten' 131; 209, anm. 1.
géta ,auf die weide führen' 131;
209, anm. 1.
g&gn prap. 71, anm. 2; s. auch gegn.
gsgnum prep. 71, anm. 2; s. auch
gegnum.
gora swv., s. gsrua.
gsrr adj., part. 72, 7; 79; 353, anm. 1,2;
359; 434, anm.; 445, 2.
gørua swv. 72, 7; 128, anm.; 434,
anm. ; 445, 2 u. anm. 2, 3 ; 459, 5.
gsrua adv. 371, 2.
gørue f. 72, 7; 341, 2, 3.
gersime f. 341, 2, 3.
gøyia stv. 427.
gøy sa swv. 254.
hd swv. 152, 4.
hdhand (nisl.) n. 152,4.
liadda f. 183,1, a.
hafa swv. 147, anm.; 434, anm. ; 447
u. anm. 4; 459, 6; 468.
hdfa f. 147, anm.
lidfr m. 147, anm.
hdfsdld n. 237.
hdfscélda f. 236.
hafud n., s. liofod.
hage m. 256.
hagr adj. 147.
Hdke m. 239, 1.
Hdko7i{n) m, 225, anm. 1 ; 294, 1 u.
anm. 3; 323. anm. 1.
halda stv. 180; 215; 251, 2; 431 u.
anm. 1.
hal{d)kuæmr adj. 245, 2.
Halfdan{r) m. 293, anm. 1 u. mom. 2.
halffertøgr adj. 389, anm. 2.
lialfnirødr adj. 389, anm. 2.
lialfr adj. 354, anm. 2.
Half r m., s. Hólfr.
Halldórr m. 183, 1, b.
Hallfrødr 71,3; 293,2.
hallr adj. 215.
hallr m. 293, 1 u. anm. 3.
Hålogaland n. 122,2; 137, anm. 1.
hair m. 149, 3; 150, anm.; 253, 2', 322 1.
Register.
283
hals m. Ill, anm. 2 ii. 3.
'háley{g)skr adj. 23().
hamarr m. 292; 294 u. anm. 2.
Hamder 5 1 , 2, a ; 66, 4 ; 121,2; 176,1;
199, anm. 1 ; 306.
hampr m. 202, 1.
hamr m. 256; 322.
handan adv. 370.
Handir m., s. Hamder.
hane m. 147 ; 333.
hanga stv. 431 ii. anm. 1, 2, 5.
hanke m. 207, anm. 3.
hann pron. 73, 2; 76; 114, 1, 7;
121, 1, 4, 6; 217, 2, c; 225, 1; 395.
hanpr, s. hampr.
har adj. 58; 72, anm. 1; 251,3; 359,
anm. 3; 367, anm. 2.
har m. ,liai' 50, 4; 152, 4.
hdr m. ,ruderdiillen' 322.
har n. ,haar' 256.
Haraldr 51,1, a; 65, anm.; 77, anm;
244.
liardmde n. pl. 244.
har{'(^)la adv. 245, 3.
Jiardr adj. 79; 353, anm. 1; 356, 1.
hark n. 256.
liarmr ,augenlied' 253, 4.
háróttr adj. 356.
harpare m. 333; 335.
harr adj. 57, 2.
Harr (Odins-namc) 103; 234.
harre m. 334, 1.
hdske m. 114, 1.
hdss adj. 57, anm. 3; 253, 4.
hattr m., s. hottr.
hdttr m., s. /^óíír.
häuf od n. 149, 3; s. auch hofod.
hauyr adj. 251, 3.
haugr m. 251, 3.
haukr m. 104, anm, ; 231.
haukstalde, -stalle m. 251, 2.
hmkHtaldr m. 149, 3.
haul()r m. 149, 3.
hauss m. 231.
haustr m. 231 ; 240, 2.
he-, hi- pron. -stamm: reste davon
400, anm. 2.
heiman adv. 142, anm.
hedra adv. 142, anm.
hefia stv. 427 u. anm. 1.
hegat adv. 142, anm. ; s.smch hmgat.
hegre m. 251, 3.
heidne t'. 341.
heidr f. 319.
heidr m. 293, 2.
heilagr adj. 115; 357 ii. mom. 3; 357,
anm. 3; 362; 366.
heill adj. 356 ii. mom. 2 ; 368, anm. 3.
lieill m. 251, 4.
Jieilsa swv. 251, 4.
heilynde n. 244.
heima n. 338.
Heimdallr m. 293, 2.
heimell adj., s. heimoll.
heimold f. 249, 3.
heimoll adj. 150, 1; 357, I, 4.
Heiner m. pl. 232.
heip{t)giarn adj. 245, 10.
heita stv. 57, anm. 4; 131; 142, anm.;
22), 1 ; 429 mit anm.; 459, 2; 469,
anm. 2.
hel f. 318.
Hel f. 318.
hela f. 56.
hela swv. 444.
heidr adv. komp. 371, anm. 1.
heldre adj. komp. 367, anm. 1 .
heiß f. 183, anm. 7; 391.
helfingr m. 182, 2; 391.
hel{f)ningr m. 245,4; 391.
helft f., s. helfd.
helge f. 341.
helgr f. 319, anm. 4.
helkn n. 296.
hella swv. 444.
heller m. 306 ii. anm. 4.
helmingr ra. 182, 2; 391.
helzit) adv. siiperl. 243; 371, anm. 1.
helzti adv. 237, anm.
helztr, s. heldre.
Hem{m)ingr m. 252, 2.
Hengiankiapta f. 245, 2.
lienta swv. 442, anm.
hér adv. 100; 142, anm.; 154, 1.
284
Register.
herab' n. 100, anm.; 121, 1, 6; 225,3;
296; 297.
herbr f. 319.
hére m., s. liegre.
here m. 68, anm. 1 ; 100.
herfe n. 253, 4.
heria swv. 436; 437.
Heriann m. 294, 1.
Heriulfr 51, 1, a; 106, a.
hér-na adv. 117, 2.
herr m. 303; 324.
Jierra, -e m. 334, 1.
herser m. 306.
herskcir adj. 358.
hertoge m. 141.
hestr m. 105, anm.; 242; 245, 10-,
293 u. anm. 2.
hetia m. 340.
hi-, /ie- pron. -stamm: reste davon
400, anm. 2.
hi-hili, -hýli n., s. hýbýle.
higat adv., s. hegat.
hika swv. 253, 4.
Hildetannr m. 346, anm. 2.
-hildr f. in naraen 319.
himenn m. 181; 182, anm. 2; 294 ii.
anm. 5.
hime{n)rike n. 239, 3.
himna f. 401, 2.
hind f. 346.
hindre adj. komp. 370.
hineg, s. hinneg.
hinn pron. 217, 2, c; 225, 1 ; 397;
400 u. anm. 1 .
hiiina f. 401, 2.
hinneg, -ig adv. 129, anm. 1 •, 2i8;225,
1 ; 400, anm. 2.
hinnog, -iig adv. 127; 146; 218.
hinztr adj. sup. 370.
hirda swv. 183, anm. 2; 442.
hirber m. 101; 305; 306.
Hising f. 325, 2.
Hisingsbúar m. pl. 325, 2.
hit adv. 135 ; 142, anm. ; 400, anm. 2.
hite m. 142.
hid präp. 338.
hial n. 256.
hiala swv. 253,4; 256.
hialm,ul-vglr m. 196.
hialmvitr f. 56, anm.; 325, 1.
Hialmpér m. 295 u. anm. 5.
hialpa stv. 63, 10; 111, 3 u. anm. 1;
422 u. anm. 5 ; 457, anm. 4.
hialt n. 177, anm. 1 ; 296.
Hialtland n. 237.
hiarne m. 223 ; 251, 4.
Marta n. 89; 333; 338.
hier adv., s. hér.
hiérab n. 100, anm.; s. Ubr. herab,
hieri m., s. here.
Mol n. 244; 251, anm.
Mon n. pl., s. hiún.
Mona n. 338.
Molp f. 325, 2.
hiplpsmabr m. 325, 2.
hiplt f. 296.
hiprb f. 90; 326.
Morr m. 90; 256; 300, anm. 1 ; 331.
Mprtr m. 90; 149, anm.; 331.
Mú n. pl. 338.
hiún n. pl. 98, anm. ; 338.
Múna n. 338.
hiurber, s. hirber.
hlaba stv. 427.
hlam n. 257, 2.
hlass n. 254.
hldtr m. 293, 2.
hlaupa stv. 63, 12; 149, 1; 256; 430
u. anm. 1 ; 462, anm. 2.
hlé n. 142, anm.; 298.
Hleibr f. 311.
hlekkr m. 207, 3.
Hlér m. 295.
hier a swv., s. hl øra.
hlifa swv. 410, anm.
Mit f. 3 1 1 u. anm. 3.
hlióta stv. 412 u. anm. 2.
Hlobvér m. 56; 121, 2; 295 u. anm.
5; 306.
Hlérribe m. 51, 2, a; 221, 3.
hluni{m)r m. 252, 2 ; 327.
hlunr f., s. hlgnr.
Must f. 68,7; 251, 4.
hlusta swv. 68, 3.
Register.
285
hlutr m. 323, 2; 330.
hly n. 142, anm.
hlýtfne f. 341.
hlýia swv. 72, 4; 142, anm.; 440, 2.
lüykhr m. 256.
hlymrm. 'griff des niders', s. hlummr.
hlymr m. 'getöse' 257, 2; 324.
hlynr m. 327.
hlýr adj. 353, anm. 1 ; 358.
hlijr n. pl. 68, 7; 251, 4.
hlœia stv. 251, 3; 428.
hløra swv. 68, 3; 251, 4.
*hnafa stv. (defekt) 427, anm. 4.
hneigia swv. 443, a.
hnepjjr adj. 353, anm. 1.
hnere m., s. Im øre.
hnígci stv. 95; 409 u. anm. 1.
hnipa swv. 410, anm.
hnipenn adj. 410, anm.
hnita stv. 409 u. anm. 3.
"^hniód'a stv. (defekt) 415, anm. 4.
hniósa stv. 412 u. anm. 1.
hnotía n. 338.
hnoss f. 254.
/moi f. 67, anm.; 86 ; 145 ; 346, anm. 2.
hnpgg{u)a stv. 246, 2 ; 422 u. anm. 3.
hnykr m. 256.
hneggr adj. 72, 7; 246, 2.
hnogguing f. nachtr. zu 72, anm. 8.
hnere m. 68, 3.
Aoáá f. 208.
Mf n. 147, anm.
höginde n. 150, 2.
/io^r m., s. hugr.
hokenn adj. 415, anm. 4.
hol n. 252, 3 ; 354, anm. 2.
holfa swv. 422, anm. 6; 446, anm. 1.
half enn adj. 422, anm. 6.
holkr m. 252, 3.
hollr adj. 215; 356, 2.
/io/i n. 296, anm. 3.
/ion, /ion pron., s. hann.
hor adj., s. hdr.
horfa swv. 422, anm. 4; 434, anm.
446, 2.
ho7-i> n. 248.
horskr adj. 145; 248, anm. 3.
horuetna adv. 72, 10; 77; 325, 5.
hoste m. 57, anm. 3; 244.
hot pl. n. 244.
hota swv. 147.
hotvetna, s. huatvetna.
hpfdinge m. 65; 66, anm.
4/"^ f- 325, 4.
/iö/bd n. 127; 149, 3; 183, anm. 10;
'297.
hpfundr m. 293, 2,
/iö^^ n. 299; 301.
hgggua stv. 59; 63, 11 u. anm. 6
'72, anm. 8; 246, 2; 253, 6; 430 u.
anm. 1.
Hggne m. 78, anm.
hgltir m. 149,3; 150, anm.; 253,2.
H()lfr m. 179.
holkn n. 296.
hgll f. 311 u. anm. 3.
Hålogaland, s. Hålogaland,
hgnd f. 328; 346, anm. I.
honk f. 207, anm. 3 ; 310, anm. ; 346, 3.
Hgrdr m. 136.
hprr m. 299; 300 u. anm. 2.
hpss adj. 359.
hottr m. 330.
c
lióttr m. 255; 330.
hr ad r adj. 145.
hrdf n. 148.
hrafn m. 293, 1.
hrammr m. 252, 2.
hrdr adj. 358.
hraukr m. 252, 3.
hraume m. 256.
hretiiar f. pl. 317.
/ireðr n. 248.
/ire^^ n. "304.
hreinn adj. 367.
/<tri/« stv. 409.
hrina stv. 409.
hrinda stv. 419 u. anm. 1,2.
/ins n. 296, anm. 3.
hrista swv. 149, 1.
hrioda stv. 412.
hriösa stv. 149, 1; 412 415, anm. 4.
hrióta stv. 412.
286
Register.
Hroaldr m. 107, anm.; 177, anm. 2;
179; 244.
Hróarr 51, 1, a; 57, 4, b; 121, 1;
179; 233, 2.
IIrö{'d')biartr m. 232, anm.
hrodenn part. 415, anm. 4.
Hró'd' geirr m., s. Hróarr.
IIró(ti))miyidr m. 232, anm.
Jiródr m. 293, 2.
hrótirharmr m. 183, anm. 13.
hróf n. 148.
liroke m. 143; 257, 3.
Hrokkell 114,4; 183, 2, e; 213, 1.
Hrólfr m. 103; 179.
hrolla swv. 208, anm. 2.
Hrollaugr 114, 4: 210, 4.
Hrolleifr 114,4; 210,4.
/iross n. 248.
Hrotte m. 207, 2; 257, 5.
hr onn f. 208.
/ir%ii f. 143; 252, 3; 257, 3.
hrum{m)r adj. 252, 2.
hrútr m. 149, anm.
hryggr adj. 72, 5; 359, anm. 4.
hryggr m. 324, anm. 1.
liryggua swv. 246, 2; 443, aum. 2.
/ircfe n. 57, 3 u. anm 2; 301.
hr s dask swv. 203.
/iróða f. 203.
/irø5e f. 203.
Hrøbrekr, s. Hrérekr.
hrøkkua stv. 72, 3; 83, 1 ; 207, 3;
421.
hrskkua swv. 72, 7.
hr^r n. 68, 3.
Hrérekr 65; 121, 3; 232.
hrsrna swv. 68, 3.
hr^yr n. 57, anm. 2; 72, anm. 9.
hr-øyse n. 239, 4.
M adv. 253, 4.
-/md" subst.-suif., s. -úð".
M/a f. 149, 3.
hufud n. 127; s. übr. hgfoti.
hugall adj. 357.
-hugd' subst.-suffix, s. -úö'.
hugr m. 141.
huka swv. 415, anm. 4; 446, anm. 4.
hun pron., s. hann.
hundr m. 293.
hundrab' n., zahlw. 381.
Huner m. pl. 327.
hurð f. 326.
/ms n. 296, anm. 3.
hils fru f. 247, 1, b; 340, 1.
húsfreyia f. 185, anm. 6.
húsl n. 83, anm. 3; 249, 1,
húsprsyia, s. húsfrsyia.
hustru f. 247, 1, b; 340, 1.
huab'arr pron., s. hudrr.
huadartuegge pron. 407, anm. 1.
huakke, s. huatke.
hualfa swv. 446, anm. 1.
hiialr m. 322, 2.
huarge adv. 253, 4.
hudrge(n) pron. 135; 181, 1, a; 199;
245, 10; 406 u. mom. 3.
hudrke, s. hudrge.
huarmr m. 253, 4.
huarr pron., s. huerr.
hudrr pron. 110; 232; 403, 2; 407
u. anm. 1.
hudr{r)tuegge pron. 407 u. anm. 1.
hudr{r)tueggia pron. 407.
huarvetna adv. 77; s. auch horvetna.
huass adj. 254; 356 w. mom. 2.
huat pron. neutr. 146; 253,4; 402;
403, 1 u. anm. 1 ; 406, 1.
hudta stv., swv. 432, 1 u. anm. 2.
huatke pron. 184, 1, a; 213, 1 ; 406, 1.
huatvetna pron. 72, 10; 121, 2; 146;
325, 5; 406, 1.
hueim pron. dat., s. huat.
huel, huél n. 251, anm.
huela n. 338.
huellr adj. 253, 4; 256.
huerfa stv. 253, 4; 417 u. anm. 3, 4;
422, anm. 4.
huerge pron. 199; 406 u. mom. 2.
huerke, s. huerge.
huerr ißTon. 128; 225,1; 253,4; 402;
403, 3 11. anm. 3.
huerskonar 141.
huessa swv. 442.
huetia swv. 254.
Eegister.
287
huetvetna, s. huatvetna.
huika swv. 253, 4; 425, anm. 7.
huild' f. 114, 3.
huilft f. 196, anm. 2.
huílíkr pron. 402 ; 403, 4.
huilmt f. 196, anm. 2.
huimleVd'r adj. 122, 1.
Jiaina stv. 409 u. anm. 3.
huisla swv. 149, 2.
hiidbsa swv. 57, anm. 3; 149, 2; 253, 4.
liý n. 256.
hý-hýle n. 72,6; 79; 126 u. anm.;
143, anm.
hýe m. 338.
hyggia swv. 220, 1 ; 440, 4.
hyggiande f. 341.
hylda swv. 251, 2.
hylla swv., s. hylda.
hylr m. 324, anm. 1.
Hymer m. 306.
Hýner m. pl., s. Hiiner.
hyske n. 114, 6.
hdell m. 152, 4.
hœtta swv. 255.
hofa swv. 147, anm.
høginde n. 150, 2.
høgr adj. 147; 360; 368, anm. 2.
høgre adj. komp. 370, anm.
høkia swv. 147.
høna f. 147.
/iøws pl. n. 147; 239, 4; 250; 296;
vgl. høsn.
hønsn, s. høns.
Hemer m. 77.
høsn pl. n. 239, 4; s. auch høns.
høy n. 301 ; 304, anm.
høyia swv. 440, 5.
/ prap. 50, 3 ; 82, anm. 2 ; 109; 239, 6.
i dag, s. dagr.
i'd pron., s. it.
Jðe m. 336.
-idr adj.- u. part.-suflF. 357,2; 441.
itfrc adj. komp., s. innre.
rdiinn f. 217, 4, b; 319.
Ifarr m. 57, 4, b ; 72, anm. 7 ; 121,1;
233, 2; 239, 5.
ife m. 139, 1 ; s. übr. efe.
i f er prUp., s. yfer.
i fiord' adv. 90.
i gegn prap. 354, anm. 2.
i gegnom, s. gegnom.
i gdér, s. gcér.
i hia prap. 338.
il f. 317.
Ula, Ula adv. 372.
illr, illr adj. 208, anm. 2; 369.
Illuge m. 234.
illvirke m. 336.
íZZúð f. 233, anm. 2.
-ilsi Dom.-suff., s. -else.
ilstre n. 139, 1 ; 251, 4.
imbrudagar m. pl. 74.
i me'^al, s. meðal.
i millem prap. 354, anm. 5.
imiss adj., s. ýmiss.
Indritie m., s. Eindri'de.
-ing- nom.-suffix 1 24, anm. 2; 293; 311.
-inge nom.-suff. 293; 336.
Ingebiprg f. 309; 312.
Ingemarr m. 65, anm. ; 121, 1.
Ingialdr m. 244.
Inguildr f. 234.
inn adv. 370; 371, 3.
inn best. art., s. e7in.
inna swv. 444.
innifle n., s. innyfle.
innre adj. komp. 2ol (2-mal); 370.
innyfle n. 126; 200; 249, 2.
innylfe n., s. innyfie.
innztr adj. sup. 370.
ísmótt f. 55.
Israel m. 293, anm. 1, 2.
iss m. 293, 1 u. anm. 1.
it (iff, pit) pers. pron. nom. dual,
135, anm. 1; 192; 393 u. anm. 5;
394, anm. 5.
ividia f. 239, 5.
íþrótt f. 327.
Id adv. 175, anm. 1.
id swv. 425, anm. 7; 447 u. anm. 2.
ia(iarr m. 92 u. anm. 2; 150, 5.
idenn adj. (part.) 425, anm. 7.
288
Register.
iafn adj. 89; 182,2; 245,8; 356 u.
anm.; 356, 2.
iaga swv. 175, anm.
iak pron., s. e/v.
ialfr m. 196, anm. 2.
ialmr m. 196, anm. 2.
iamn adj., s. ia/k.
ia'm{n)vel 182, 2.
mmi adj. neutr. adv. 356, anm.
lamtar m. pl. 344.
lamtr m. pl. 344.
iardteikn, s. iartei{g)n.
iargtegn, s, iartei(g)n.
iarl m. 245, 7; 294, 2.
mrn, mVw n. 1 1 3, 1 ; 208.
iartei{g)n n. 233, anm. 2 ; 252, 3.
idt{t)a swv. 209, anm. 1 ; 446, anm. 7.
idttyrbe n. 56, anm.
iód{d)ís f. 225, 3.
lo/nðr f. 319.
iól n. pl. 98, anm.; 175.
iomfrú f. 205.
iór m, 295 u. anm. 2.
loVmÄ; f. 231.
iodorr, s. iadarr.
ioforr m. 90; 92; 294, anm. 1.
ipkoll m. 175.
ipZsfr f. 139, 1; 251,4.
iord f. 90; 326 u. anm. 2.
lorundr m. 127.
iptonn m. 90; 92, anm. 2; 294.
iúgr n. 200, anm. 2; 232.
iumfrú f. 205.
iungfrú 175, anm. 1; 190; 205; 340, 1,
iunkfm, s. iungfrú.
iúr n., s. w^r.
A'a/' n. 253, 4.
kafna swv. 147, anm. ; 244, anm. 2.
kala stv. 149, 4; 427.
kaldr adj. 467, anm.
kambr m. 293.
kampr m. 202, 1.
kanóke m., s. kanúkr.
kanpr m. 202, 1.
kanúkr m. 239, 1.
kanunkr m., s. kanúkr.
kapp n. 207, 1.
kappe m. 207, 1 ; 340.
MW (Ä;ar) m. 136; 245, 7; 294, 2.
kar{l)matir m. 245, 7.
fcair adj. 152, 4; 184, 4.
Katrin f. 312.
fcaíír, s. kgttr.
kaupa swv. 183, anm. 6; 447. ^\'^\\
kaupangr m. 244; 293, anm. 4.
kefia stv., swv. 147, anm.; 244, anm. 2;
253, 4; 427 u. anm. 1.
keikr adj. 142.
-keil (in nåmen) 294, anm. 4.
kemba swv. 442.
kempa m. 202, anm. ; 340.
kengr m. 324, anm. 1.
kenna swv. 442.
ken{n)ing f. 225, 2.
kenpa, s. kempa.
keptr m., s. kiaptr.
ker n. 68, 1.
kerling f. 309; 311.
Ä;6rie n. 307, anm. 4.
/i;ei n., s. kigt.
ketell m. 294, anm. 1 .
kid n. 304, anm.
kikna swv. 142.
kind i'. 346, 4.
kinn f. 346, anm. 2.
kippe n. 307, anm. 4.
kirkia f. 204 ; 340. . .
kiaptr m. 92.
kiarne m. 144.
/ciosa 68, 3 ; 69 ; 251,4; 4 1 5 u. anm. 1 .
kiot n., s. kiot.
kiplr m. 331.
kioptr m., s, kiaptr.
kipt n. 72, anm. 4 ; 86 ; 90 ; 92, anm. 1 ;
301.
kiúklingr m. 143; 252,3.
kid stv. 428 u. anm. 1 .
klafe m. 149, 3.
klauf f. 149, 3.
klé m. 337 u. anm. 1.
klefe m. 140.
klegge m. 336.
/cZei/" f. 142.
Register.
289
kleíss adj. 115.
klemezmessa f. 2(i7, 2, b.
klénn adj. 154, anm.
kleppor-nes n. 340, 2.
kleppr m. 82; 207, 1.
kless adj., s. kleiss.
klettr m. 82 ; 207, 2.
klif u. 142.
/íZí/a stv. 409.
klife m., s. klefe.
kligia swv. 447, anm. 3; 459,6 u.anm.3.
klipa stv. 409.
kliúfa stv. 413 u. anm.
kU f. 72,2; 346.
klokka f.. s. klukka.
Klubba f. 207, anm. 4.
klukka f. 141.
%/'f. 149,3; 317.
Aríí/píí swv. 409.
klé'()e n. 57, anm. 3; 307, anm. 4.
klokkr adj. 72, 7.
klekkua stv. 207,3; 421.
Ä:nftV adj. 358; 366.
kndtto v., s. kmdto.
kné n. 109; 298 u. anm. 2.
knesbot, -fot f. 55; 182, 1 ; 209, anm. 1.
knia swv. 106, b.
knprr m. 330.
knótto v. prät.-präs. 128, anm.; 149, 4;
452, 2 u. anm. 2, 3; 456.
Änöiir m. 149, 3; 252, 4; 261, 7.
knue m. 337.
knútr m. 1 49, 3 ; 252, 4.
knýia swv. 440, 2 u. anm. 2.
knylla swv. 208, anm. 2.
knytlingr m. 114, 6.
feoááe m. 267, 3.
kofa{r)'n n. 240, 1.
Ä:o;<:Ä:r m. 143; 252, 3.
kokodrillus 248, anm. 1.
koma stv. 141 ; 423 u. anm. 3, 4; 457,
anm. 5.
kona f. 139, 2; 141; 145; 252, 6;
253, 4; 340, anm. 2.
kongr m. 111,4; 137, anm. 1.
konongr m. 293; s. auch kongr.
konr m. 323.
Nore en, Alti»!. gramm. 2. aufl.
kostr m. 323, 1, 2; 330.
kpforr m., s. kg gorr.
kggorr m. 206, anm.
kgkkr m. 330.
kgngor-vdfa 71, 6; 196.
/cíííír m. 330.
krake m. 148, anm.
/ir oi At m. 148, anm.
kramr adj., s.
kr ankr adj. 207, anm. 3.
kraptr m. 293, 2.
Are^a swv. 439.
kreppa swv. 422, anm. 6.
krepp-hendr adj. 82.
kretta stv. 417 u. anm. 1, 2.
Kristin f. 312.
kris{t)ne f. 245, 10; 341, 2.
Krist{r) 241, 2; 245, 10; 293, anm. 1 ii.2.
ArdAr m. 148, anm.
kroppenn part. 207, 1 ; 422, anm. 6.
kr oss {kros) n. 226,
kubbr m. 207, anm. 4.
kubr adj., s. kunnr.
-kubr , stammend', s. -kunnr.
kidde m. 149, 4.
kuma stv , s. koma.
kum{b)l n. 245, 1.
kuna f., s. kona.
-kundr , stammend' 251, 2.
-kunn nominal-suffix 325.
kunna v. 149,4; 215; 225,1; 450,2;
462, anm. 2.
kunnr adj. 356; 450, anm. 1.
-kunnr 'stammend' 251, 2.
kuafna swv. 147, anm.
kudn f., s. kuæn.
kuetia stv. 183, anm. 10; 425 u.anm. 3.
kuefia stv., swv., s. kefia.
kueikia swv., s. k^ykua.
kuekua swv., s. kuokua.
kuerk f. 347 u. anm. 3
kuern f. 75, 3; 310.
kui f. 314.
kiiida stv. 409 u. anm. 2.
kuikr (kuikkr) adj. 72, 11; 140; 220,
2; 359.
kuilla swv. 210, 4.
19
•290
Register.
kuinna f. 340, anm. 2.
kuirr adj., s. kyrr.
kuísl f. 184, 4.
kuistr m. 184, 4.
kuittr m. 330.
A;í*ón f., s. kuén.
kuáb'e n. 305; 307.
kudbfa swv. 147, anm.
kuœmr adj. 145, anm.
A;t«Én f. 145 ; 327.
kuskua swv. 72, 3; 140; s. auch
keykua.
ku ørn f., s. kuern.
kußykua swv. s. køykiia.
kyfla swv., s. kylfa.
kykr adj., s. kuikr.
kylfa swv. 249, 2.
kylna f. 101.
%n n. 302; 304 u. anm.
kynne f. 215.
kl/r f. 68, 5 ; 347 u. anm. 2.
kyrkia swv. 72, 11.
kyrr adj. 71, 7; 288, 3; 353, anm. 1,
kyrtell m. 294, anm. 2.
kyssa (kysa) swv. 226, anm. 2.
kæte f. 209, anm. 1; 341.
kø fa swv. 147, anm.
kømr adj. 145, anm.
kønn adj. 149, 4.
ker n. 68, 3.
/iøi n., s. kiot
keykiia swv. 72, 8; s. auch kuekua.
Id f., s. lo.
-la adv.-endung 251, 3.
Idtimabr m. 57, anm. 3.
lafa swv. 446, anm. 1.
Idfe m. 72, anm. 2; 72, 4.
Idgr adj. 367.
Idn n. 57, 1.
landamdere n. 148.
landskialfte m. 334, 2.
lang-dbr adj. 57, 3.
lanzofringe m. 233, 2.
lanzeyra f. 183, anm. 13.
lasmérr 149, 3.
lasm&yrr adj. 149, 3.
Zass m. 238, 3.
Zai n. 307, anm. 3.
Idta stv. 148, anm.; 149, 2; 432, I
u. anm. 1.
latr adj. 148, anm.; 149, 2.
Idtr m. 224.
Lauf^y f. 318.
laug f. 311 u. anm. 1.
-laug f. (in nåmen) 312.
laugurdagr m. 311, anm. 1.
laun f, 'geheimnis' 253, 1.
laun pl. n. 'lohn' 296.
lausung f. 253, 1 ; 311.
Idvardr m. 293, 2.
?é m. 72,4; 103; 244, anm. 2; 337
u. anm. 1.
-lega adv.-endung 251, 3.
leggia swv. 220, 1 ; 434, anm. ; 439.
leggr m. 251, 3.
-legr adj.-suffix, s. -ligr.
leidangr m. 150, 3; 293.
leihindr adj. 244.
-leiff. (in nåmen) 312.
leig(i)a swv. 251, 3; 443, anm. 1.
leika n. (f.) 253, 2 ; 338.
leika stv. 142, anm.; 429.
leikande f. 253, 2.
leikar e m. 335.
Leik{v)angr m. 244, anm. 2.
leka stv. 424 u. anm. 1.
lemstr m. 293, 2.
Zén n. 57, 1; 154, anm.
lend f. 144; 310
lenge adv. 371, 2 u. anm. 3.
lengra adv. komp. 371, anm. 3.
lérept n. 82 ; 239, 3.
lesa stv! 424.
lesta swv. 115.
lete f. 341.
léttr adj. 56, anm.
lit^a stv. 409.
ZiðV 'glied' m. 330, 2.
lidr 'lindwurm' m., s. linnr.
li f f.. s. ly f.
Ufa swv. 446, anm. 1.
lifna swv. 410, anm.
-liga adv.-euduug 251, 3.
Register.
291
liggia stv. 220, 1 ; 425.
-ligr iidj.-suffix 124, anm. 8; 368,
anm, 3.
Uka swv. 443, anm. 1.
lik{h)amr m. 51, 1, a; 234; 322.
likr adj., s. glikr.
lilia f. 340, 3.
limr m. 330, 5.
linde n. 251, 2.
Ung n., s. lyng.
linnr va. 215; 251, 2.
Ut adv., s. litt.
Utell adj. 114,3; 247,2; 357 u. morn.
5; 369.
Uta stv. 228, 1; 409.
litr m. 228, 1.
litt, litt adv. 114, 3; 137, anm. 1;
357, 5; 372; s. auch Utell.
lid stv., swv. 56; 106, b; 251,3;
410, anm.; 447 u. anm. 2.
liónar pl. m. 232.
Hos n. 177, anm. 4; 354, anm. 2.
lióss adj. 177. anm. 4.
liósta stv. 412.
liótr adj. 353, anm. 1.
Huga stv. 96; 253, 1; 413 u. anm.
Huka stv. 413; 414.
lo f. 'regenvogel' 346.
-lo f. 'hain' 58.
loda swv. 446, 1.
lo^enn adj. 415, anm. 4.
lófe m. 72, anm. 2.
ZoMa swv. 252, 3.
lon Ð. 1 43, anm.
losna swv. 415, anm. 4.
U) f. 251, 3.
-Igtí-í. (in nåmen) 312.
log pl. n. 296.
logg f. 315.
Zö^n n. 296.
logr m. 130, 1 ; 251, 3.
lúenn adj. 415, anm. 4.
lúgvitne n. 143.
luka stv. 414 u. anm. 1, 2.
luma swv. 446, anm. 2.
lunder pl. f. 144 ; 327.
lundr m. 228, 1 ; 293, 2.
ími^íí n. 338.
lus f. 346, anm. 2.
íiiía stv. 414 u. anm. 2.
Ifdr m. 322, 2; 327.
ly f f., n. 126; 304 u. nachtr. dazu s.
269.
lyfia swv. 437.
lyge f. 341, 3.
lygn adj. 353, anm. 1.
hjia swv. 415, anm. 4; 439.
lykellm.m,'å; 67; 196; 294, anm. 1.
lykia swv. 414, anm. 2.
íí/Zí/cm f. 220, 1.
lyng n. 72, 5; 79; 301.
lypta swv. 442.
lyritr m. 56, anm.; 209, anm. 2; 225
4; 232.
Ide n. 301.
lækner m. 306 u. anm. 3.
tór n. 68, 2; 251, 3.
Idbra swv. 57, anm. 1.
Idete n. 307, anm. 3.
Idevirke m. 57, 3.
løkr m. 146, anm.; 324, anm. 1.
-l^ra f., s. mannlsra.
loygr m. 143.
md swv. 438.
matir m. 201 (2-mal); 217, 4, b (2 mal)
345; 401, l,c; 408.
mdfr m., s. mdr.
maga v., s. mega.
magn n., s. megen. '
Magnus m. 293, anm. 1.
ma^r m. 146.
makke m. 207, 3.
mdl n. 110; 176, 2.
mala stv. 149,4; 427.
mdlogr adj. 357.
míiír m. 234.
mdmatr m. 137, anm. 1.
mdnatfrm. 73, 2; 253, 2; 323 u. anm.
2; 344.
mdne m. 253, 2 ; 334.
mange pron., s. mannge.
mangr adj. 369.
mannfule m. 143, anm.
19*
292
Hegistet.
mann f yla f. 143, anm,
mannge pron. 405, 2.
mannlíkan n. 296.
mannlöda f. 203, anm. 2.
mannlera 68, 3; 203, anm. 2.
mar m. 57, 1; 72, 2; 79; 194; 244,
anm. 2; 300.
mara swv. 446, anm. 1.
margr adj. 245, 5; 356, anm.; 369.
Margret f. 312.
marr m. 'pferd' 111, 2; 322, 2; 323.
-marr m. (in namen) 121, 1; 294, 1.
mdte m. 146, anm.
matr m. 323, 1.
mdttegr adj. 357.
mdttogr adj. 78, 1.
maþkr m. 145.
metíal präp. 150, 1 ; 354, anm. 2, 5.
metfal- 139, 1.
meðaw konj. 186; 225, 1; 239, 6.
mega v. 109; 128, anm.; 209; 233;
255; 452, 1 u. anm. 1, 3; 459, 4 u.
anm. 2.
megen adv. 199, anm. 1; 218; 320,
anm.
megen n. 136; 297 u. anm. 2.
megenn adj. 357, anm. 1.
megn adj. 357, anm. 1.
megn n., s. megen n.
megom adv. 199, anm. 1; 218.
mei dr m. 293, 2.
meÍ7'-{r) adv. komp. 372.
me%r{r)e adj. komp. 51, 3; 57, anm.
1; 251,4: 369.
mek pron., s. mik.
mél n. pl. 82; 239, 2.
meldr m. 293, 2.
meZia swv. 72, anm. 8; 440, 1.
mellem, -om präp., s. millom.
men n. 304.
mér (-m) pers. pron. dat. sing. 135;
393; 394, 3; 469.
mér pron. nom. pl., s. vér.
mergenn m. 86 ; 1 44 ; s. iibr. morgonn.
mergr m. 68, anm. 1; 204; 324.
merke n. 307.
merr f. 319, anm. 1.
messa f. 71, 3.
mest adv. sup. 372.
mesir adj. sup. 115; 369; s. auch
gób'r.
meta stv. 424 u. anm. 2.
mibaldre, s. midialdre.
mibel präp. 150, 1.
mitíialdre 106, a; 235.
mitímunda, -e n., m. 338.
miðV adj. 139, 1 ; 352, anm; 360 u.
anm. 1 .
mitir adv. komp. 372.
mig pron., s. mik.
miga stv. 95; 409 u. anm. 1.
mik (mig, mek) pers. pron. acc. sing.
124, anm. 3: 135; 192; 393; 394, 3.
mikell 2iå]. 74; 139,1; 220,5; 257,
3; 357 u. mora. 5; 369.
milde f. 341, 2.
mille, s. d mille,
millom, -em. präp. 210,4; 354, anm.
3, 5.
Mimer m. 306 u. anm. 2.
min pers. pron. gen. sing. 393.
miniar f. pl. 317.
minn poss. pron. 114, 3; 207, 2, a;
217, 2, c; 396 u. raom 1.
minna swv. 444.
minnask swv. 444.
minne adj. komp. 217, 4, b; 369.
minne n. 'miindung', s. mynne.
minning f. 51, 1, b; 225, 2.
minnr adv. komp. 372.
min(n)ztr adj. superl. 247, 1, a; 369,
misgerande m. 351, anm. 1. .
miskun(n) f. 74; 225, 4.
miss- (mis-) präfix 224.
missere n. 121, 1, 7.
mistrua swv. 447, anm. 1.
mispyrma swv, 200, anm. 1.
mit pron., s. vit.
mialter ra. 245, 6.
midr, s. mær adj.
miok adv., s. mipk.
miókr, s. miúkr.
miolk f. 90; 144; 347 u. anm. 1.
miór, s. mær adj.
Register.
293
mio?ír m. XM.
inipk adv. 90; WVl; 257, 8; 351, aniu.
2 ; 357, 5 ; 372.
miol n. 72, 9; 149, 4; 252, I ; 301.
miolk f., s. miolk
mioll f. 252, 1; 311.
Miplner m. 300.
miprkne m. 92, anm. 1; s. iibr. uiijrkue.
mipt f. 253, 2.
miptodr m. 253, 2.
))ih\kr adj. 98; 141, aiiiii. 1.
motter f. 348 ; 350 u. anm.
mótierne n. 64.
Mócídr f. 179; 234.
mold f. 149,4; 326.
mole m. 149, 4.
molka swv. 422, aum. 4.
mon m., s. munr.
mona f. 199, anm. 1.
mono v. prat. -präs. 125, 1; 126;
1S3, 1, b u. anm. 4; 451, 2 u. anm.
1,3,4: 455; 456; 459, 4; 462, anm.
2 ; 468, anm. 2.
möno'b'r m., s. mdnadr.
motiv m.j s. munr.
Monstr f. 239, 4.
Móold f. 179.
mor m. 'heideland' 292; 295.
mor m. 'möwe' 72, 2 ; s. auch mår m.
Mórekr m. 232.
morgonn m.67; 86; 144; 150, 5; 245, 5.
mose m. 251, 4.
móskióttr adj. 106, anm. J.
Mostr, s. Monstr.
mot TL. 146. anm.
mot (mott) präp. 221, 1.
motte m. 145; 186; 252, 4.
Moynús m., s. Magnus.
mpgr m. 146; 253, 1.
molo gr adj. 357.
mon f. 310.
mprk f. 'mark' 326; 343; 347.
mprk f. 'wald' 326; 346, 1, 2, 4; 347.
morr m. 300.
moskue m. 334.
motto gr adj. 78, 1.
mottoll ni. 207, 2.
»iítí^V m., s. munnr.
muga v,, s. mer/a.
ím'dr m. 239, 1.
mullaug f. 207, 4.
iw?m m., s. munr.
mana v. 451, 1 ; 459, 4.
mundlaug f. 207, 4.
mimdr m. 293, 2.
-mundr m. (in nåmen) 293, 2.
mungdt n. 202, 2.
munkr m., s. múkr.
munlaug f. 207, 4.
mannr m. 215: 293, 1 u. anm. 3
i»?mr m. 141 ; 323, anm. 1.
munn v., s. mono.
mamVd' f. 233, anm. 2.
mus f. 346, anm. 2.
mútare m. 335, aum.
mýell m., s. mi/W.
myke f. 341, 1.
mykell adj. 74; s. aucli mikdl.
mgkr f. 341, 1.
m^/Zi m. 72. 6; 108; 244, anm. 2.
my Ina f. 101.
mynne n. 126.
myrgenn m. 144; s. auch morgonn.
myrkr adj. 72, 5; 359, anm. 3, 4.
myrkr n. 240, 3 ; 245, 9.
myrkue m. 92, anm. 1 ; 139, 1.
mýrr f. 251, 4; 319.
myskunn f., s. miskunn.
mysu-ostr m. 74.
måker m. 54; 306.
mdela 'messen' swv. 444.
mela 'sprechen' swv. 183, 2, b; 444
mcfer, miór, midr adj. 57, 3 ; 72, 2;
359; 366, anm. 1.
mår f. 68,2; 69; 253, 1; 318, anm.
1; 428, anm. 1.
mderr adj. 353, anm. 2.
mødyen pl. n. 296.
mødgor f. pl. 245, 9.
mølua swv., s. mclia.
mørgenn m. 67; s. iibr. morgonn.
Mørt air m. 189; 245,6.
inossa f., s. messa.
294
Register.
møta svw. 442.
m^y f., s. mær.
nd swv. 447.
-na eukl. partikel 117, 2.
na- präfix 72, 2; 76; 3(i7, anm. I.
-natir nominal-suffix 323 u. morn. 2;
323, anm. 2; 330.
ndenn adj. 366.
nafarr m. 57, 4, b ; 69 ; 121, I ; 233, 2.
nafn n. 181.
nagl m. 343; 345.
Nagl f ar n. 251, 3.
naglfare m. 251, 3.
nakkuarr pron. 51, 2, a; 57, 4, a; 72,
7; 77; 114, 1; 115; 127; 146; 213,
1 ; 225, 1 ; 404, 3.
nakkuerr, s. nakkuarr.
nål f., s. nól.
ndnd f., s. nénd.
ndr adv. komp., s. nær.
ndr m. 69; 110; 251, 3; 322, anm. 2.
ndtt f., s. nótt.
nautí{r) t'. 325, 1 ; 327.
namnr adj. 240, 2.
naust n. 149, 3.
íieðan adv. 140; 370; 371, 3.
ne'Öra (néra) adv. komp. 232.
weðre adj. komp. 370.
ncf n. 256 ; 304.
nefa konj., s. nema.
nefe m. 253, 2.
nefna swv. 442.
neinn pron. 404 u. mom. 5.
nekkurr, s. nakkuarr.
nekkuarr, s. nakkuarr.
nekkuat pron. 404, 3.
nekjcuerr, s. nakkuarr.
nekkuet pron. 146; s. auch nakkuarr.
nema konj. 182, 2.
nema stv. 141 ; 423 u. anm. 4.
nenna swv. 183, 2, b; 215; 444.
nertire adj. komp. 370.
nes n. 304.
Nesiar pl. 304.
net n. 147; 304.
neztr adj. sup. 370.
wið n. 304, anm.
nitSar f. pl. 304, anm.
mðe m. 303; 336.
Nitahoggr m. 300.
Mbotir, -iidr m. 127; 234; 323, 2.
mðV m. 302; 303.
nibre adj. komp. 370.
nifl n. 139, 1.
m/"i f, s. nipt.
Nikolas m. 293, anm. 1.
nio zahlw. 51, 3; 106, b; 132, anm.;
378.
nionde zahlw. 385.
nipt f. 253, 2; 325, 3.
7iíró'd'r zahlw. 132, anm.; 389.
nita swv. 209, anm. 1 .
nitidn zahlw. 378.
nitta swv., s. nita.
nit ^ gr adj. 389.
niund f. 390.
niól f. 106, a; 231.
niós7i f. 177, anm. 4.
nióta stv. 412.
Nigrer m. 331.
no- präfix 72, 2 ; 76 ; s. auch nd-.
-nodr, s. -nabr.
no gr adj., s. gyiógr.
nok(k)orr, s. nakkuarr.
nor m. 149, 3.
norðan adv. 370; 371, 3.
nortfar{r)e adj. komp. 370.
nordr adv. 63, 3.
Noregr m., s. Norvegr.
norn f. 325.
norrønn adj. 245, 3.
Nor{v)egr m. 51, l,a; 244.
noi f. 147; 346.
nótt f. 73, 2; s. übr. nótt.
ngkkurr, -uarr, s. nakkuarr.
npkkue m. 220, 2.
npk{k)ue'dr adj., s. nokkuedr.
ngkkuorr, s. nakkuarr.
nål t 54; 110; 176, 2; 310.
^ó^íí f. 72, 2.
JVörr m, 300.
nos f. 310.
nótt f. 73, 2; 114, 1 ; 346, 1, 2; 347,
Register.
295
nú, -nu 121, 5.
ni/ n. 'M)A.
-ny i', (in nåmen) 'MS ii. anm. ;{.
ny keil m., s. ly keil.
nykr m. 72, 5.
nt/r adj. 360 u. anm. I ; oO'^, anm. 1.
ni/7'a n. 33S.
nyrdre adj. komp. 370.
nysa swv. 177, anm. 1.
nyt f. 317.
-nyte m. 330.
ndefr f. 327.
nær adv. komp. 371, anm. I.
ndßra swv. 14S.
«ære adj. komp. 307, anm. 1.
nærmeirr adv. komp. 371, anm. 4.
nærr adv. komp., s. iicér.
nærre adj. komp., s. iicérc.
ndést adv. snp. 371, anm. 1.
næstr adj. sup. 367, anm. 1.
nokkiirr, -uarr, s. nakkuarr.
nokkuat pron. 404, 3 u. anm. 1,
nok{k)ve'd'r adj. :i20, 2 ; 357 u. morn. 2.
nokkuerr, s. nakkuarr.
noktr, nek pr adj. 357, 2; s. auch
nekkmtír.
nora swv. 148.
nordre adj. komp. 370.
W0i/ð f. 327.
0- '\\n-\ s. Ú-.
óask swv. 233, 1; 436, anm.
oddr m. 143; 208; 257, 4.
apal n. 147; 297 u. anm. 1.
Odenn m. 228, 1.
(^ðV m. 293, 2.
ódr m. 293, 2.
of, of- präp., adv. 125, 1; 129, anm.
2; 370.
of an adv. 182, 2; 371, 3.
ofarmeir{r) adv. komj). 371, anm. 4.
ofar{r) adv. komp. 371, 3.
Ófeigr m. 57, 4, b.
offra swv. 270, anm.
ofn m. 251, anm.
ogletieskléde n. 341, 2.
agn m., s. ofn.
óJilífenn adj. 410, anm.
ok konj. 122, 2; 192.
ok n, 175.
okkar pers. pron. gen. dual. 83, 1 ;
207, 3; 393.
okkarr poss. pron. 83, 1; 207,3;
396, 3.
okkr pers. pron. gen. dat. dual., s.
okkar.
ol f. 73, 2; 152,4; 311.
Óldfr 51, 1, a; 57, 4, b; 73, 2; 121,
1; 239, 2.
Ole m. 73, 2; 110; 239, 2.
oil m. 73, 2: 152, 4.
Olleifr m. 210, anm. 2.
óln f., s. pin.
oman adv., s, ofan.
on f., s. von.
on präp. 73, 2 ; s. auch dn.
openn adj. 357.
opt adv. 371, 1 u. anm. 3.
or- präfix, s. ^r-.
or , or präp. 68, 5; 69; 113, 1.
orh n. 228, 1.
ormr m. 228, 1.
orrosta, orgsta f. 127; 225,3.
ósk f. 83, T; 239,4.
Osk f. 312 u. anm.
Oslo f. 58.
oss (ess, øs, ÓS, oss) pers. pron. dat.
acc. sing. 83, 1; 114, 8; 225, 1;
239, 4; 251,4; 393 u. anm. 7.
oss m., s. oss.
ost f., s. ost.
ostr m. 175.
Osuifr m. 71, anm. 4.
Otkell m. 189; 224.
otr m. 145.
otta f. 55; 244.
Ottarr m. 73, 2 ; 234.
otte m. 147.
-óttr adj.-suff. 356.
oxe m. 63, 3 ; s. libr. uxe.
Ó f. 'fluss' 109; 146; 234; 251, 3 u.
anm.; 309; 314.
(^ f. 'schaf , s. (Jer.
296
Register.
ofegr adj. 150, 4.
gfogr adj. 1 50, 4.
pfund f. 77.
ok(k)la n. 72,2; 70; 121, 1; 207,3;
224; 338.
pkle m. 338.
pl n. 253, 2; 301.
plboge, s. plnhoge.
pld f. 326 u. anm. 2.
pW{r) n. 'schmaus' 253, 2.
Qlfúss, -foss m. 77; nachtr. zu s. 54,
z. 4.
Qlfr m., s. Alf r.
pllungis adv. 04; 77; 199.
pin, åln f. Ul, anm. 2; 147; 313.
plnhoge m. 202, 1 ; 245, 8.
öíoím m. 215.
plpt f. 150, anm.; 340, I, 4; 347.
pir m. 251, 4.
plútí f. 76.
pluge m. 77.
Qlvalde m. 77.
pnd f. 'atem' 326.
pnd f. 'ente' 346, 4.
pnduge m., s. andvege.
pndvertir 2iáy 144; s. auch andverdr.
pndurtir adj., s. andverdr.
ongr adj. 72, 7; 353, anm. 1.
onn f. 208.
Qn?* m., s. Ann.
Qnundr m. 293, 2.
pr f. 111, 2; 315 u. anm. 1.
pr n., s. ^rr.
år f. 57, 2; 311.
^^rÄ; f. 346, 1 ; 347.
pm m. 330.
prr adj. 359; 366.
prr n., s. ^rr.
órr m. 57, 2; 330, 1, 5 u. anm. 2.
psgrúa f. 149, 1, 3.
oss m. 'balken', s. dss 'balken'.
oss m. ,gott' 73, 2; 239,4; 330, 1, 5
u. anm. 2.
ast f. 73, 2; 110; 239,4.
Ott f. 114, 1; 327.
pttonde zahlw. 385.
ox f., s. øx.
oxl f. 321 ; 326.
Qzorr m. 294, 1 u. anm. 3.
/?ac m. 110; 244, anm. 2; 333; 337.
padreimr m. 131.
paradis{e) f. 311.
pengr, s. pennmgr.
penningr m. 51, 1, b; 65, anm.; 137,
anm. 1 ; 225, 2.
Pétarr, Pettarr m. 294, 1.
pikisdagar pl. 239, 1.
pi{n)sl f. 239, 4 ; 249, ] .
pistell m. 131.
postole, -a m, 131; 334, 1.
prettr m. 293, 4; 330.
prisund f. 247, anm. 5.
pr of ete, -a m. 334, 1.
psalmr m. nachtr. zu 230, anm. 2.
psaltare m., s. psalmr.
pund n. 258, anm.
pyttr m. 322.
f*d f., s. ro.
rdtia stv. 432, 1.
rdde m. 228, 2.
Ragneidr f. 319.
Ragnhildr f. 319.
Ragnarr m. 294, 1.
Ragnditir f. 203.
ra^r adj. 248, anm. 3.
ram{m)r adj. 252, 2.
mmr adj. 148.
rangr adj. 228, 2 u. anm. 3.
rann n. 208.
Rannveig f. 312.
ras f., s. ros.
rass m. 222; 248, anm. 3.
rata swv. 228, 2.
Rata-toskr m. 83, 1 ; 239, 4.
raudr adj. 143.
rauf f. 310.
raukn 149, 3.
raitn f. 143.
refsing f., s. repsing.
regen pl. n. 297 u. anm. 2,
Regenn m. 294, 1.
mð f. 311 u. anm. 3.
Register.
297
retðe f. 841, 2.
rei'ðr adj. 228, 2.
reik f. 346.
Reikell m. 150, I.
reim f. 310.
rein f. 311.
reiiie m. 228, anm. 3.
rei{n)son f. 239, 4.
reitr m. 228, anm. 3.
reka st v. 228, 2; 421.
rekende f. (n.) 341, 2, 3; 351, anm. 2.
rekia (rekkia) 'recken' swv. 220, 1.
rekia 'spüren' swv, 14(5, anm.
rekkia f. 220, 1.
rekkr m. S2; 207, 3.
rekstr m. 293, 2.
renna stv. 139, 2; 252, Ü; 422 u.
anm. 2.
repsing f. 185, 2.
retta swv. 56; 209, anm. 2.
7'éttr adj. 146, anm.
rettvise f. 341.
réttynde f. 64; 71, anm. 1; 150, 2.
ritia stv. 'drehen' 228, 2; 409.
rida stv. 'reiten' 409.
-ritr f. (in nåmen), s. -fri'ðr.
rif n. 304.
rifa stv. 149, 1; 409.
rifannskinna f. 251, 2.
rif ka swv. 182, 1.
rike n. 307 u. anm. 2,
nkr adj. 360; 366; 368.
rinna stv., s. renna.
rip f. 347.
risa stv. 409.
rise m. 228, 2.
rispa swv. 250.
risi f. 228, 2 ; 346.
rista stv. 409.
rii f. 346.
rita stv. 228, 2 ; 409.
rió'd'a stv. 412.
riodr adj. 143.
riil/a stv. 149, 1 ; 413.
riúka stv. 4 13.
ro f. 'eisenplatte' 346.
ró f. 'ruhe' 314.
ro f. 'winkel', s. ró.
róa stv. 71, 3; 433.
ro'ð n., s. ritd".
ró'd'r m. 293, 2.
roi/ n. 228, 1.
römr m. 148.
rone m. 141.
raskenn adj. 228, l ; 422, anm. 6.
rdía swv. 228, 1.
rotenn adj. 415, anm. 4.
ró f. 'rahe' 314.
ró f. ^reh' 57, 1 ; 314.
ró f. 'winkel' 73, 2 ; 152, 4 ; 228, anm.
'3; 251, 3; 314.
rodd f. 208; 257, 4; 326.
rod' f. 310.
rogg f. 246, 2; 253, 6; 315.
roggr m. 300.
rogn pl. n., s. regen.
Rpgnvaldr m. 77, anm.
rok n. pl., s. rok.
rpnd f. 326 ; 346, 2, 4.
rang f. 251,3; 343; 346.
ras f. 239, 4.
rpskr adj. 359.
Rpskua f. 340.
rost f. 321 ; 326.
rudda f. 183, 1, a.
rud n. 141.
nt^r m. 293, 2.
rún f. 143.
rune m. 'ferkel' 141.
rune m. 'fluss' 252, 6.
Ryger m. pl. 303.
rggr f. 319, anm. 4.
rýia swv. 253, 6.
rytta m. 186; 3*40.
råna swv. 183, 2, b; 444.
røOa swv. 257, 4.
-rstür (in namen), s. -frodr.
røgia swv. 228, 1.
r^k n. pl. 71,3; 146, anm.
røkia swv. 146, anm.
j rskkr (rekr) n. 72,3; 220, 2.
rßkkua stv., swv. 72, 3; 220, 2; 425.
rékr adj. 146, anm.
rottyndi, s. réttinde.
298
Register.
roy^r f. 319.
r Dyner m, 282.
royrr m. 08, G; 2«)3, 2.
royse n., s. hrvyse.
Sd adv. 'so' 244, anm. 1.
Srt pron. 109; 115; 117,1,2; 183,
anm.; 170, 1; 221, aum. 2; 225, 1;
898 u. anm. 2—4.
SÍÍ stv. 113, 1; 117, anm. 3; 131; 251,
4 ; 433 u. anm. 1 .
sabr 'wahr', s. sannr..
safn n. 181.
safna swv. 454.
sdld n. 57, 1 ; 249, 3.
sdl f., s. sol
salr m. 323, 1.
sama swv. 147; 446, anm. 2.
såman adv. 854, anm. 2.
same pron. 397.
samfetfra m. pl. 334, 3.
samkund f. 253, 3.
sammø^r adj. 245, 9; nachtr. zu 189.
sammó'()ra m. pl. 334, 3.
samr pron. 397.
samþykkia swv. 445, anm. 1.
sanninde n. 05; 150,2.
sannr adj. 207, 2, a; 215; 350, anm.;
356, 2.
sdpa f. 57, anm. 3.
sdr m. 57, 3 ; 322, 2.
sdr n. 57, 2.
Sarle m. 78, anm.
sdrr adj. 57, 2.
Satan m. 293, anm. 1.
sdtt f., s. satt.
sdttr adj. 73, 2; 152, 4.
sautir m. 327.
saumr m. 149, 1.
santidn zahlw., s. siaididn.
sé?ir part., s. sýia.
sege m., s. sige.
seggia swv., s. segia.
seggr m. 324, anm. 1.
segia swv. 220, 1; 434, anm.; 447 u.
anm. 4; 459, 6 u. anm. 3.
segianz-saga f. 351, anm. 4.
seibr m. 298, 2.
seinn adj. 368, anm. 2.
sek pron., s. sik.
sekkr m. 324, anm. 4.
sekr adj. 220, 1 ; 353, anm. 1 ; 300.
sel n. 304.
sele m., s. sile.
seiia swv. 183, anm. 4; 220, 3 ; 440,2.
seir m. 92; 111, 2; 293, 1.
sem Partikel 402.
-seme nominalsuif. 145.
senda swv. 251, 2; 442.
senna swv. 444.
sér (-s) pers. pron. dat. 393; 409.
serda stv. 247, anm. 2 ; 248, aum. 3 ;
417 u. anm. 4.
serkr m. 324.
sess m. 254.
setia swv. 440, 2.
setr n. 150, anm.
sett f. 56, anm.; 390,
sette zahlw. 385.
sex zahlw. 378.
sextdn zahlw. 378.
sextigi zahlw. 379.
sextiu zahlw. 379.
sextsgr adj. 389.
seytidn, s. siaididn.
si- präfix 'immer' 239, anm. 3.
sia f. geschmolzenes eisen' 100, b.
sia swv. 56, anm. 106, b; 251, 3.
si'd' adv. 370; 371, anm, 1; 871, 3.
sida stv. 409 u. anm. 2.
sidan adv. 186; 225, 1; 354, anm. 4.
sitiar{r)e, -a{r)str adj. 370.
si'Ma adv. 210, 4.
sidre adj. komp. 370.
Sifi. 318.
sifiar f. pl. 818.
Sifka m. 340.
sig n., s. si gr.
sig pron., s. sik.
siga stv. 95; 251, 3; 409 u. anm. 1.
Sigder m. 176, 1.
sige m. 140.
sigla swv. 442.
Sigmundr m. 293, 2.
Register.
299
sigr u. 139, 1 ; 150, anm.
sigrbdkn n. 58, anm.
Sigridr f. 245,4; 31*).
Sigrú'd'r m. 245, 4.
Sigtryggr m. 300.
Sigtúner pl. 296, anm. 3.
Sigiirdr b\, 2, sl; 92, anm. 1; 127;
139, 1; 293, 2; s. auch Siugurdr.
Siguatr m. 234.
Sigyn f. 318.
Sigpruh- f. 319.
sik (sig, sek, -sk) pers. pron. acc.
124, anm. 3; 192; 393; 39 J, anm.
4; 469.
sild f. 114,3; 310, anm.; 346,3.
sile m. 140.
silla adv., s. sidla.
sima n. 149, 1 ; 338.
sime m. 338.
Simon m. 293, anm. 1 u. mom. 2.
sin pers. pron. gen. 393.
sinn pron. poss. 114, 3; 207, 2, a;
217, 2, c; 396, 1 u. anm. 2.
Siner m. 306.
sÍ7m n. 215; 251, 2; 392, anm.
sinne n. 392.
sira m. 334, 1.
sitia stv. 425 u. anm. 6.
siz{t) adv. Sliperi. 183, d; 243; 371,
anm. 1.
-sid f. 340, 3.
sid pron. 117,2; 176,1; 221, anm. 2;
225, 1 ; 399 u. anm. 2—4.
sid stv. 56; 73,2; 91; 106, b; 234;
425.
sid 'ich sei' 464; s. iibr. vera.
sidldan adv. 89; 354, anm. 2; 366,
anm. 2; 371, 1.
sialdnar{é) adj., adv. komp. 366,
anm. 2; 371, 1.
siald-sénn adj. 366, anm. 2.
sialfr pron. 352, anm. ; 397,
sidnz-vitne n. 351, anm. 4.
sidr m. 72, 2 ; s. auch sdßr.
siau zahlw. 23 1 ; 378.
siaund f. 390.
siaimde zahlw. 385 u. anm.
siaurøbr adj. 389.
siaut{i)dn 65; 235; 378.
siautúgr adj. 389.
sió^a stv. 412.
sióle m. 231.
Siolfr m. 106, anm. 1.
sión f. 251, anm.; 327.
siör m. 72, 2; s. auch sá'r m.
siót n. 244.
siótidn, s. siautidn.
siot u. 150, anm.
siúga stv. 4 1 3 u. anm.
Sitigur'íír m. 90, anm.; 92, aum. 1 ;
139, 1 ; 150, anm.; s. iibr. Signrdr.
siúkr adj. 356.
siimde zahlw. 385.
siønde zahlw. 385, anm.
skd adv. 57, 3.
skabe m. 147; 334.
Skade f. 334.
skafa stv. 427.
skage m. 147; 256.
skaka stv. 428.
skdl f., s. skål.
skdld n. 114,1; 249, 3; 296.
skam{m)r adj. 252, 2; 367.
skam{m)t adv. 371, 2.
Skdney f. 232.
skapa swv. 427, anm. 1.
skapare m. 335.
-skajjr nominal-suifix 323.
-skdr adj. 358.
skavd' n. 253, 2.
skardr adj. 467, anm.
skark n. 256.
skarlak, -at 206, anm.
skate m, 334, 4.
skattr m. 293.
skautier f. pl. 149, 1.
skefell m. 196, anm. 2.
skegg n. 304.
-skegge m. 336.
skegg{i)old t'. 235.
skeid f. 257, 1 ; 310 u. anm. ; 346, 3, 4.
skeid n. 257, 1,
skeider f. pl. 149, 1.
skei f. 317,
800
Register.
skelfa svw. 484, aiiiw.; 442.
skella stv., s. skialla.
skellr m. 322, 1.
akemell m. 196, anm. 2.
skeninia{sk) swv. 256; 445, aum. 1.
skepia stv. 427 ii. anm. 1 .
skeppa f. 257, 1.
sker n. 253, 2 ; 304.
skera stv. 423 ; 424, anm. 2.
skíd'e n. 149, 1.
Skilfingr, -mingr m. 182, 2.
skina stv. 409.
skinn n. 215.
sklpon f. 325.
skipvere m. 336.
Skirner m. 114, 3; 306.
skirr adj. 142; 149, 1.
skita stv. 409.
skial n. 256.
Skialdvor f. 312.
skialfa stv. 1 11, 3 u. aum. 2; 418;
457, anm. 4.
skialla stv. 418 u. anm. 2.
skiallr adj. 256.
skiöta stv. 412 u. anm. 2.
skíótr adj. 353, anm. 1.
skioldr m. 331.
i,
skób' n. 147.
skotta swv. 253, 6.
skógr m. 147; 256; 293,2.
skokkr ra. 257, 1.
skole m. 143, anm.
&7voZZa swv. 446, i.
skolo v. prät.-präs. 125, 1; 126; 135;
183, 1, b u. anm. 4; 237, anm.; 451,
3 u. anm. 2, 3, 4; 455; 456; 459, 4
u. anm. 2 ; 462, anm. 2 ; 468, anm. 2.
skor m. 107, b; 143, anm.; 148; 295
u. anm. 4.
Skorer m. 306.
skorpenn part. adj. 417, anm. 4;
nachtr. zu 248, anm. 3.
skorta swv. 446, 2.
Skpgol f. 309; 313.
skål f. 310.
skoll f. 253, 4 ; 256.
skomm f. 281, anm.
skpp n. pl. 253, 2.
skppobr m. 253, 2.
skor f. 256.
skraume m. 256.
skreib f. 257, 1.
skreppa f. 257, 1.
skreppa v. 82; 83, 1 ; 207, I ; 417 u.
anm. 2. 4.
skritta stv. 257, 1 ; 409.
skrid r m. 323, 1.
skr okk r m. 257, 1.
skrukka f. 257, 1,
skrykkr pl. 257, 1.
skr^k n. 72, 3; 301.
skugge m. 244, aum. I ; 246, 2.
skugg-sid f. 253, 6; 340.
skukka f. 257, 1.
skuld f. 327.
skille m., s. skole,
skulu v., s. skolo.
skur{())god n. 245, 3.
skurdr m. 327.
Skuta m. 340.
skutr m. 323.
sfeitrtZ n. 253, 4.
skuetta stv. 207, 2.
sk(/ n. 256; 304.
skyggua swv. 72, 5; 246, 2; 443,
anm, 2.
skygn adj. 246, aum. 2; 368.
skygna swv. 224; 246, anm. 2.
skykker pl. 257, 1.
sÄ:2/irZ f. 327.
s%ZcZr adj. 368; 451, 3.
skyle m. 336.
skyn f. 317.
skynda swv. 253, 3.
skynia swv. 437.
s/cýrr adj. 149, I.
skyte m. 336.
skytia m. 340.
sÄ;cfe/a swv. 148.
skcbrr adj. 57, 2; 142; 149, 1.
skøra f. nachtr. zu 145, anm.
sid stv. 251, 3-, 428 u. anm. 2; 433.
slagdr f. pl. 347, anm. 3.
slagr m. 327.
Register.
301
slakke m. 256.
slakr adj. 147.
sldtr n. 224.
Sleipner m. 149, 1 ; 256.
sleppa stv. 417 ii. anin. 2.
sletta swv. 56.
sUkr prou. 131 ; 354, anm. 2; 35)7.
sUta stv. 409.
slidr adj., s. slær.
sliór adj., s. slær.
slokenn part. 423, anm. 5.
slókr m. 147.
slongua f. 340.
sly n. 72, 6.
slyngua, -ia stv. 416; 420 u. anm.
slcér adj. 57, 3 ii. anm. 2; 72, 2 ; 359;
368, anm. 1.
sløgr adj. 360.
sløkkua swv. 72, 7 ; 220, 2; 423, anm.
5.
slengua stv. 72, 7; 420, anm.
smdr adj. 358; 367, anm. 2.
smer n. 86; s. auch smipr.
smitiia f. 340, 3.
smibr m. 293, 4; 322, 2.
smior, smipr n. 72,9; (86); 92, anm.
1; 301.
smiúga stv. 96; 413 u. anm.
smokkr m. 252, 3.
smyrua, -ia swv. 72, 5; 440, I.
smør n. 72, anm. 4; s. auch smior.
snaftir adj. 256.
sndkr m. 146, anm.; 252, 3.
snara f. 149, 3.
sneis f. 254; 310.
snem{m)a adv., s. snimma.
snerta stv. 417,
snitSa stv. 409 u. anm 2.
sm/ennpart. 72,anm.6; 194; 410, anm.
snigell m. 146, anm.; 252, 3.
snille f. 139, 1 ; 341.
snimma adv. 139, 2; 252, 2.
sniallr adj. 353, anm. 1.
snidr ra., s. snar.
sniöfa swv. 194.
Sniolfr m. 106, anm. 1.
sniör m., s. smér.
sno'denn adj. 253, 6; 415, anm. 4.
snókr m. 146, anm., 252, 3.
snor f., s. snor.
snpggr adj., s. snøggr.
snos f. 256.
sriúa stv. 113, 1 ; 149, 3; 253, 6;
433 u. anm. 1 .
snútir m. 293, 2.
snugga swv. 246, 2 ; 253, 6.
snykr m. 256.
sni/r präs. 'es schneit' 72,6; 410,
änm.
sncélda f. 149, 3.
snér m. 57, 3 u. anm. 2; 72, 2; 300,
anm. 1,2.
snøggr adj. 72, 7; 246, 2; 253, 6;
353, anm. 1.
snør f. 68, 3; 69.
snøre n. 149, 3.
sóa stv. 432, II u. anm. 4.
sofa stv. 423 u. anm. 3.
sol f. 130, 1; 326 u. anm. 2.
soma swv. 1 47 ; 446, anm. 2.
sóno adv. 71, 6 ; 125, 1.
sonr m. 86; 141 ; 330, 1, 5 u. anm. 2.
sópa swv. 149, 2.
sorg f. 244 ; 325.
sortna swv. 144.
sot f., s. sott.
sot n. 146, anm.
sott f. 55, anm. 3; 209, anm. 1 ; 255.
sptioll m. 294, anm. 1.
spg f. 309; 310.
spgn f. 327.
SÖÄ; f. 149, 3; 310.
sol n. 301.
i.
sol f. 57, 3.
spngr m. 300.
spngua v. 420, anm.
<S'^We m. 78, anm.
spruar m. pl. 300.
sott f. 327.
spd swv. 436.
éí2?a/tT adj. 355.
spann m., s. spann.
spar adj. 358.
spara swv. 434, anm. ; 446, 2.
302
Register.
sparr adj. 434, anm.
spell n., s. spiall.
spenna swv. 444.
sperna swv. 422, anm. 4.
spik f. 346.
spilla swv. 444.
spinna stv. 252, 0; 416; 419.
spitale n. 131.
spiall n. 92; 93.
spónn m., s. sponn.
sporna stv. 422 u. anm. 4.
spotta swv. 186.
s^ön^r f. 326; 346, 4.
sponn m. 63, 8; 73, 2; 79 u. anm. 1;
330, 1.
sporr m. 300; 330.
sprakke m. 334.
sprekla f. 256.
sprengia swv. 443, a.
sprengr m. 324, anm. 1 .
spretta stv. 207, 2; 417 u. anm. 2.
springa stv. 419 u. anm. 1.
spune ra. 252, 6.
S2;^m stv, 72, 6; 415 u. anm. 3.
spy rna swv. 422, anm. 4.
statir m. 321; 323; 327.
stafn m. 149, 3; 181.
stafr m. 149, 3; 322, 2.
sfa/ce m. 146; 252, 3.
stakkr m. 252, 3.
stal n. 'embolion' 176, 2.
stam{m)r adj. 252, 2.
standa stv. 427 u. anm. 2.
stora swv. 446, anm. 1.
stedda f. 114, 8; 183, 1, a.
síeðe m. 336.
stetiia swv. 149, 3.
sie/" n. 304.
stefia swv. 437.
stefna f. 340, 2.
sie^e m., s. stige.
steik{i)a swv. 443, anm. 1.
Steindorr m. 183, 1, b.
steinn m. 293, 1.
stela stv. 423.
sier/fr adj. 144; 353, anm. 1 ; 360;
368, anm. 2.
stett f. 56, anm.
stiga stv. 95 ; 409 u. anm. 1 .
stige m. 140.
stigr, stigr m. 142; 293, 4.
stikna swv. 410, anm.
stilla swv. 444.
stinga stv. 419 u. anm. 1.
stinnr adj. 215.
stirfenn adj. 256.
stiake ra. 146.
stiarfe m. 256.
stiarna f. 89; 340.
stiúg- 252, 3.
simÄ;- 252, 3; 253, 5.
símj?- 252, 5 ; 253, 5 ; 353, anm. 1 .
stotí f. 86; 141 ; 346, 4 u. anm. 2.
sto fa f. 198.
stofn m. 149, 3.
stoll m. 293, 1 u. anm. 1.
storkenn adj. 422, anm. 6.
storr adj. 367.
stpti f. 315.
stodua swv. 436.
síön^ f. 326 ; 346, 2, 4.
sira n. 298.
strå swv. 438.
streitask swv. 149, 1.
strengr m. 324.
stritask swv. 149, 1 ; 256.
striúka stv. 413 u. anm.; s. auch
stri/kua.
striúpe m. 143.
sír^ní? f. 326 ; 346, 2, 4.
strupe m. 143.
strykr m. 324.
strykia stv. 413, anm.
strýkua stv. 410, anm.; 413, anm,;
nachtr. zu 72, 6; s. iibr. striúka.
stubbr m. 149, 3; 252, anm.
stuti f., s, stoti.
studell m. 294, anm, 1.
stúfr m, 252, anm.
stuga f, 198.
stuldr m. 327.
síim<í f. 326.
stupa stv. 414,
síúra swv, 446, anm. 1.
Register.
303
Sturla, -e in. 340 u. nachtr. dazu s.
269.
stiitU' adj. 88, anm. 1 ; 207, 2.
stydia swv, 149, 3.
styf- 252, 5; s. auch sti/p-.
styggr adj. "2, 5; 246, 2.
stygyua, -ia swv. 443, anm. 2.
stynia swv. 256.
styp- 252, 5 ; 353, anm. 1 .
styra swv. 143; 454.
styrkr adj. 144; 360.
steela swv. 183, 2, b; 444.
-stotiingr m. 147.
stßkkua stv. 72, 3; 83, 1 ; 207, 3; 421.
stskkua swv. 72, 7.
SÚ pron. fem., s. sd pron.
sutir adv. 201; 217, 4, b.
suga stv. 96-, 414.
sultr m. 323, 1 ; 327.
smnar n, 292; 297.
smnr pron. 352, anm. ; 404 u. mom. 4.
sund f. 145; 253, 3.
sunnan adv. 215; 370; 371,3.
sunr m., s. son7\
siipa stv. 411; 414.
Surtr m. 144; 293, 2.
siU, sutt 55, anm. 3; 209, anm. 1.
ßuttungr m. nachtr. zu 186.
siid adv. 71,6; 75, 1 ; 244, anm. 1.
suala f. 72, 10-, 79, anm. 2; 244,
anm. 2.
suanr m. 322, 1.
suanne m. 334.
suarre m. 334.
siidt konj. 135.
6'Me^a swv. 454.
suefn m. 71, anm. 3; 145; 182, 2.
sueinn, suenn 115; 401, anm. 3.
sneipa stv. liil; 149, 2; 429 u. anm.
siielga, -ia stv. 417.
suelgr m. 324, anm. 1.
snella stv. 417.
siielta stv. 417.
suenm m., s. suefyi.
suenn m., s. sueinn.
suerfa stv. 417.
sueria stv. 149, 4; 427 u. anm. 1.
Suer r er m. 306.
SMÍa fnisl.^ swv. 56, anm.
Suíar m. pl. 106, b; 149, 2.
suida stv. 409 u. anm. 2.
smðr adj., s. suinnr.
suifa stv. 409 u. anm. 2.
suig n. 257, 3.
suikia, -ua, s. sykna.
snill f. 71,7.
suima stv. 252, 2; 423 u. anm. 2.
suimma stv. 252, 2; 419 u. anm. 1,
2; 423, anm. 2.
suinnr adj. 215.
s?ei^a swv. 149, 2.
snipr m. 322.
Suivor 72, anra. 10.
Snipiod f. 176, anm. 1; 183, anm. 13.
sno adv. 75, 1; s. auch sud.
sugppr m. 207, 1.
sudenskr adj. 71, anm. 3; 149, 2.
suefn m. 71, anm. 3; s. aucli suefn
sydre adj. komp. 370.
sýgn dagr, s. sykn dagr.
sygnsaka nachtr. zu 205.
sýia f. 340.
*sýia swv. 72, 4; 440, 2.
sykn dagr 149, 3; 252, 3.
sykn adj. 'schuldlos' 71, 7.
syknsaka, s. sygnsaka.
sijkiia stv. 72, 8, 12; 257, 3; 410;
459, 1.
sylgr m. 324,
syll f. 71, 7.
-syme nominalsuif., s. -seme.
symia stv. 145; 252, 2; 423 u. anm. 2.
syn f. 317.
syn f. 327.
syngua, -ia stv. 72, 5; 420 u. anm.
synia swv. 437, anm.
synnztr adj. superl. 207, 2, a; 370.
synsaka, s. syynsaka.
syr f. 68, 5; 347 u. anm. 2.
syrgia swv. 443, a.
sysken, s. systken.
sysla swv. 245, 7; 444 u. anm. 1.
syster f. 71,7; 79; 350.
systken n. 184, 1, a; 245, 9, 10.
304
Register.
syztr tiáy superl., s. synnztr.
sœing f. 57, 3; 346, 1,2; 347.
sdell adj. 368, anm. 2.
sœng f., s. sdbing.
sær m. 57, 3 u. aum. 2; 72, 2; 300,
anm. 1,2.
sdett f. 327.
S0(ir part., s. '^sýia.
søfa swv. 432, anm. 4.
søfn m., s. suofn.
søkia swv. 255; 445, 1.
søkkua stv. 72, 3; 82; 83, 1 ; 207, 3;
416; 421.
søkkua swv. 72, 7; 442.
søk7i dayr 149, 3.
sønskr adj. 7 1 , anm. 3 ; 149, 2 ; s. auch
suœ7iskr.
Sørkuer m. 72, 13.
sørue f. 72, 7.
iá f., s.- tó.
tag f., s. tag.
taka stv. 426; 428.
tdkn n., s. teikn.
-tan zahlwort-suffix 146; 149,3.
tdr n. 110.
taufr n. 231.
taug f. 310.
taumr m. 253, 1.
taur n., s. taufr.
tega swv., s. tid.
tegr m. 71,3; 93; 149, 3; s. übr.
tigr.
teikn 57, anm. 3; 252, 3.
telgia swv. 443, a.
telia swv. 439.
temia swv. 439.
tengia swv. 251, 3; 434, anm.
ten{n)ingr m. 51, 1, b; 225, 2.
tórótír zahlw. 132, anra.; s. Ubr.
tíródr.
téta f. (nnorw.) 56.
tid f. 325.
tifar m. pl. 72, anm. 7.
tigenn adj. 251,3; 410, anm.
tigge m. 336.
tigr m. 92, anm. 1; 139, 1; 149, 3;
251,3; 330, anm. 3; 379; 390.; s.
auch tegr.
tik f. 346, 1 ; 347.
time m. 334.
tindr m. 144.
tinna f. 215.
tio zahlw. 51, 3; 106, b; 132, anm.;
251, 3; 378.
tionde zahlw. 150, 2; 385.
tir m. 72, anm. 7 ; 300.
tirr m. 293, 2.
tirøtir adj. 381 ; 389; s. auch térøtir.
titt adv. 371, anm. 3.
tiund f. 390.
tiuar pl. m., s. tifar.
tid sW. 56; 251,3; 410, anm.; 447
u. anm. 2.
-tidn zahlwortsuffix 146; 149,3.
-tidnde zahlwortsuffix 150, 2.
tiara f. 79, aum. 2; 244, anm. 2.
tiöa stv., swv. 251, 3; 415, anm. 4.
tiogo zahlw. 90; 92, anm. 1; 93;
378, anm.
-té f., s. eldst Ó.
toa (nisl.) f. 58.
todde m. 267, 3.
Tófe m. 252, anm.
toft f., s. topt.
togenn part. 251, 3; 415, anm. 4.
togr m. 149, 3; s. auch tigr.
tolf zahlw. 114,4; 374, anm. 1; 378.
tolfrøbr adj. 381; 389.
tolft f. 327 ; 390.
tolfte zahlw. 385.
tolla swv. 446, anm. 3.
tollr m. 252, 1.
tomt f.', s. topt.
toppr m. 293.
topt f. 83, 1; 114, 4; 238, 2; 239, 4;
245, 4.
tor- präfix 69.
tordýfell m. 71, anm. 4.
tottogo zahlw. 51, 2, a; 52, 1, c; 114,
4; 221, 3; 374, anm. 1; 378.
to 'hofplatz' 152, 4; 251, 3.
tå f. 'zehe' 57, 1 ; 346.
iog f. 310, anm.; 346, 3.
Register.
305
t<)ng f. 320; 346, 1, 4; 347.
tonn f. 144; 215; 217, 4, b; 346,
anm. 2.
trane m. 206, anm.
trauMega adv. 210, 4.
traulla adv. 210, 4.
tré n. 109; 298 u. anm. 2.
trega stv. 424 u. anm. 1.
trotía stv. 423 u. anm. 3.
troll n. 144.
troll n. 144.
trü f. 314; 340.
trüa f. 340.
trüa swv. 447 ; 459, 6.
trúdr m. 293, 2.
intr adj. 253, 6; 358.
trygell m. 294, anm. 1 .
tryggr 2iåj. 72,5; 143; 246,2; 253,
6; 359; 368, anm. 1.
tryggua, -ia swv, 443, anm. 2.
Tubbe m. 252, anm.
tugr m., s. tigr.
tun n. 296, anm. 3. ^7~^ ^
tunga f. 340.
tuttugu, s. tottogo.
tue- 56: 251, anm.
tuedr, s. tuennr.
tue f aldr adj. 388.
íweir zahlw. 68, 2; 117, 2; 217, anm.
4; 239, 6; 246, 1; 253, 7; 374.
tuening f., s. tuenning.
tuénn zahlw. 56.
tuenner zahlw. 374, anm. 2; 388, anm.
tuenning f. 390.
tuennr zahlw. 208; 388.
tili- zahlw. 251, anm.
tuiör, s. tuennr.
tuifaldr adj. 388.
tuinner zahlw. 374, anm. 2.
tiiinnr zahlw., s. tuennr.
tuisiiar zahladv., s. tysuar.
tuitidn zahlw. 378.
tuitegr adj. 389.
tygell m. 253, 1 ; 294, anm. 1.
tygge m. 336.
tyggua stv. 72, 5; 246, 2; 420 u. anm.;
' 422, anm. 3.
týia swv. 251, 3; 415, anm. 4.
tykta swv. 209, anm. 2.
tylft f. 183, 2, c; 327; 390.
typta swv., s. tykta.
Tyr 68, 7; 300 u. anm. 2.
tyre n., s. tyrue.
Tyrke m. 336.
tyrue n. 72, 5.
tysuar zahladv. 72, 11; 79; 392.
t.øgr m. 71, 3; s. iibr. tigr.
teia swv. 415, anm. 4.
tékr adj. 360.
Ú- neg. präfix 83, anm. 2; 121, 4;
239, anm. 3.
-uti, -uti subst.-suif, 233, anm. 2 ; 327.
utir f., s. uniir.
-iitir f. (in nåmen) 319.
úfr m. 251, anm.
-ugd subst.-suffix, s. -uti.
ugga swv. 446, anm. 1,
ugla f. 224; 246, anm. 2; 251, anm.
úknytter pl. 252, 4.
ul f aide m. 196, anm. 1.
ulfr m. 141; 228, 1 (u. nachtr. dazu
s. 269); 251, anm.
ull f. 228, 1 (u. nachtr. dazu s. 269); 311.
Ullr m. 215; 293, 2.
um präp. 219, anm. 2,
umb präp. 219, anm. 2; 225, 1.
una swv. 145; 446, 1.
unati n. 253, 2.
Una-vdgar pl. f. 253, 2.
undarn m., s. undorn.
Undinge m. 233, 2; 251, 2.
undorn m. 145; 150, 5.
ungr adj. 175; 251,3; 367, anm. 3, 4.
-unn i. (in nåmen) 319 u. anm. 2.
unna v. 215; 450, 1; 459, 4.
unninge m., s. undinge.
unnr f. 217, 4, b; 325, 1.
-unnr i. (in nåmen) 319.
upp, up präp., adv. 221, 1.
uppe (lipe) adv. 221, 1.
ur n. 143.
ur- präfix, s. 3 r-,
ur präp., s. or.
20
306
Register.
ur(ír f. 325, 1 ; 327'
C/rðY f. 325, 1.
úrr m. 293, 2; 327.
urt f. 327.
Urøkia m. 340.
úsuífr adj. 71, anm. 4.
Úsýfr m. 71, anm. 4.
ut (útt) adv. 221, 1; 370; 371, 3.
iUan, utan adv. 121, 5.
útar, idar adv. komp. 121, 5.
uxe m. 141; 177, anm. 3; 334,3; s.
auch oxe.
Vd f., s. VÓ.
vatia stv. 427.
vabmdl n. 114, 1.
vatir m. 322.
Vafþ'HAtÍ7ier m. 3 OG.
va^f^a f. 252, anm.; 269, 3.
vaka swv. 428, anm. 3; 446, 1.
vakenn adj. 428, anm. 3.
vakn n., s. vdpn.
vakna swv. 436.
vdkr adj., s. veikr.
val adv. 372.
vdlati n. 176, 2.
valda v. 215; 251, 2 ; 453 u. anm.
Valdiúfr m. 183, l,b; 195; 198.
Valer m. pl. 111, 2.
valfodr m. 349, aum. 2.
viiZk stv. 417, anm. 4.
mZr m. 322, 2.
valrof u. 122, 2.
mmw n., s. m^n.
^?í^?^ f., s. von.
vdndr, vandr adj. 114, 1 ; 369.
vanr adj. 145.
vdpn n. 252, 5 ; 253, 5.
var n. (nisl.) 111, 2.
vdr pers. pron. gen. pl. 393 u. anm. 6.
vara swv. 446, anm. 1.
vargr m. 293.
varkunn f. 325.
varla adj. 251, 3.
vdrr poss. pron. 50,3; 83, 1; 114,
1; 149, 2; 239, 3; 251,4; 396 u.
mom. 2,
vartare m. 335, anm.
vds n. 239, 4.
vatn n. 245, 8; 296, anm. 1.
vdtr adj. 145.
vdttr m. 330.
í;«íír f. 'wicht', s. vcéifr.
vaæa stv. 149, 4; 427 ii. anm. 3.
Vé m. 337.
vé n. 56, anm.; 106, b; 298.
ved n. 304.
vetir m. 293, 2.
ve/a stv. 423 u. anm. 4.
vefr m. 324.
vega stv. 'aufheben' 424.
vega stv. 'töten' 140; 142; 251 , 3;
425 u. anm. 4.
veggr m. 246, 1 ; 253, 7; 324.
veglegr adj. 368, anm. 3.
vegna {minna v. etc.) 330, 4.
vegr m. 146; 330 u. mom. 4.
veibr f. 319.
veig f. 253, 1.
-veig (in nåmen) 312 u. anm.
veikr adj. 57, anm. 3.
veill adj. 103, anm.; 131.
veina swv. 228, anm. 3.
veit f. 228, anm. 3.
veizla f. 115.
vekia 'wecken' swv. 220, 1 ; 439.
vékia 'zum fliessen bringen' swv.
440, 1.
vekka f. 213, 1.
vekkia swv., s. vekia.
vekke, s. vettke.
vel adv. 372.
vél f. 71, anm. 3.
vela 'betrügen' swv. 444 u. anm. 2.
vela 'sich beschäftigen' swv. 56 ;
183, 2, b; 444.
vele n. 176, 2.
vella stv. 417 u. anm. 4.
velta stv. 417.
vend n. 247, anm. 5.
venia swv. 439.
Véorr m. 127;245, 3.
ver n. 150, anm.; 304.
vér (vir, vdbr, mér) pers. pron. nom.
Register,
307
pl. 142, aum. ; 149, 2; 218; 393 u
aum. 5.
-vér (in nåmen) 295 u. anm. 5.
vera stv. 135 ii. anm. 2; 251, 4; 425 !
u. anm. 5, 6; 459, 3 ii. anm. 1 ; 464;
468; 473.
verd n. 354, anm. 2.
vcrtia stv. 417 u. anm. 3, 4; 456; 473.
ver{(i)gangr m. 245, 3,
verbong f. 150, 3.
verdr m. 139, 1; 144; 330, anm. 1.
-vere m. 336.
Vermar, -er m. pl. 293, 4 ; 322, 2.
verpa stv. 417.
verr adv. komp. 372.
verre adj. komp. 251,4; 369.
versna swv. 251, 4.
vei'st adv. sup, 372.
verstr adj. sup. 369.
vesa stv., s. vera.
vesall Biå]. 65, anm.; 121,1,6; 357,
1 u. anm. 3.
vestan adv. 370; 371, 3.
Vest fy Ider m. pl. 327.
vestr adj. sup., s. verstr.
vestre adj. komp. 370.
vetke, s. vettke.
vetr m. 82, anm. 1 ; 207, 2; 224; 344.
vetter gis, s. vettke.
vett f angr, s. véttvangr.
vettke pron. 213, 1; 224; 325, 2 (vet-
ter gis); 325,3 (vettoge); 405.
vettr m., s. vetr.
véttr f., s. véttr.
véttvangr m. 56, anm. ; 1 82, 1 .
vexa swv. 427, anm. 3.
vezla f., s. veizla.
vidd i. 325.
ið f. 142; 317.
vid pron., s. vit.
viba adv. 371, 1 u. anm. 3.
vidbeina n. 338.
vider m. 142; 253, 7.
vitir m. 330.
Vig n. 142; 251, 3.
viga stf., s. vega 'tuten'.
Vige m. 336.
vik f. 347.
vikingr 252, 3.
vikia, -lia stv., s. gkua.
vildr adj. 368, anm. 3.
vile m. 336.
Vile{r) m. 306 u. anm. 2.
vilia swv. 135; 183, anm. 4; 217,2,
b; 225, 1 ; 440, 3; 456; 459, 7 u. aum. 5.
villa swv. 183, 2, b; 444.
Vimor f. 313.
vin m., s. vinr.
-vin f. (in nåmen) 318.
vinda stv. 419 u. anm. 1.
vindr m. 293, 2.
Vindr (Vindr) pl. m. 139, 1 ; 344.
vinna stv.- 419 u. anm. 1.
vinr m. 145; 323, anm. I.
vinstre adj. 239, 4; 370, anm.
virba swv. 139, 1.
-virke m. 336.
visa f. 254.
visa swv. 436, anm.
visenn adj. 410, anm.
viss adj. 254; 449, anm. 2.
viss adj. 254; 356 u. mom. 2; 449,
anm. 2.
vist f. 325.
vistre adj., s. vinstre.
visundr m. 293, 2.
vit (viti, vet, mit, met) pers. pron.
nom. dual. 124, anm. 3; 192; 218;
393 u. aum. 5.
vita v. prät.-präs. 115; 243; 254;
449, 1 u. aum. 1, 2.
vitke m. 114, 3; 184, 1, a.
vitr adj. 366.
vitr f., s. vdßttr.
víxl n. 177, anm. 3.
vixla swv. 183, 2, b; 444 u. aum. 1.
VÓ f. 57, 3.
vp'd'ue m. 72, 10.
vok f. 311 u. anm. 3.
vollr m. 330.
Volundr m., s. Vólundr.
volua f. 340,
vqn f. 71, 6; 79 u. anm. 1 ; 326.
vondr m. 329.
20*
308
Register.
vor f. 'lippe', s. vprr.
vor f. 'platz an der see' 150, anm.
vortír m. 330, 2.
vm-n f. 327.
vprr f. 'lippe' 310.
vprr m. 'ruderzug' 33o.
vpttr m. 207, 2 ; 257, 5.
vykua stv., s. ýkua.
vfíbngr m. 303.
vdbnn adj. 356 u. mom. 2.
vcépna swv. 183, 2, b; 444.
vær pers. pron. pl. 149, 2; s. auch
vér.
vcéringe m. 233, 2; 303.
væringr m. 303.
væt(t)ke, s. vettke.
vættr (véttr, vitr) f. 5(), anm.; 114,
7; 142; 319; 325, 1, 2, 3, 5; 327;
405, anm. 2.
vøk{k)ua swv. 72, 13 ; 220,2; 440, 1.
vøl f. 71, anm. 3; s. auch vél.
vøla swv., s. vela.
Yélundr m. 71, anm. 3; 293, 2.
veykr adj. 72, 8.
-ýð subst.-suíf., s. -ub.
ytiarr pron., s. y'd'uarr.
ytír (ýr, yr) pers. pron. dat. acc.
pl. 76; 203, anm. 1 ; 232; 393.
ytinar (y^ar) pers. pron. gen. pl.
72, 5 ; 203, anm. 1 ; 244, anm. 2 ;
393.
yduarr poss. pron. 72,5; 203, anm.
1 ; 244, anm. 2 ; 396 u. mom. 3.
yfer präp., adv. 126.
y fr enn adj. 231.
-í/í/ð siibst.-suíf., s. -iVd'.
ýgishialmr m., s, øgis-.
ýgiask swv. 87, anm.
ygr adj. 87, anm.
ýke n. 87, anm.
ykkar pers. pron. gen. dual. 72,5;
82, anm. 1; 207, 3; 393.
ykkarr poss. pron. 72, 5; 82, anm.
1 ; 207, 3 ; 396, 3.
ykkr pers. pron. dat. acc. dual., s.
ykkar.
l/kua stv. 72, 8, 11, 12; 410; 459, 1.
yler m. 175.
ylgr f. 251, anm.; 319, anm. 4.
ylr m. 324, anm. 1.
ymbrudagar m. pl., s. imhru-.
Ymer m. 306.
ýmiss (ymiss, imiss) adj. 65; 114,
6; 126; 357 u, mom. 1, 4; 357,
anm. 1, 4.
yntie n. 253, 2.
Yngue m. 72, 5.
yr m. 72, 6; 239, 5.
yr präp. 68, 5; s. auch ör.
ýrenn adj. 231 ; s. auch y f renn,
yr br f., s. urdr.
yrkia swv, 144; 228, 1; 255; 445, 1.
ýrr m., s. úrr.
ijsa f. 175.
ysia f. 251, 4.
ýskia swv. 83, anm. 2; s. auch óskia.
ytre adj. komp. 114, 6; 370.
yztr adj. sup. 37<).
þá adv. 109; 239, 6.
þá f. 152, 4.
þakka (paka) swv. 207, 3; 226, anm. 2.
Þambarskelfe, -skelme m. 182, 2.
pan{n)eg adv. 51, 2, a; 218; 225, 1.
þannog adv., s. þanneg.
pannok adv. 184, anm. 2; s. auch
þanneg.
par adv. 176, 1.
fmt pron. neutr., s. sd pron.
þdttr m., s. póttr.
pegia (peggia) swv. 220, 1 ; 447; 459,
6 u. anm, 3.
pegn m. 253, 1.
pek pron., s. pik.
pekia (pekkia) swv, 'decken' 220, 1.
pekkia swv. 'gewahr werden' 207,
3; 255; 44.5, 1.
þekkr adj. 360.
pél f. 50, 4; 56, anm.; 200, anm. 1.
pél n. 56, anm,; 200, anm, 1.
pele m. 92.
péna swv. 154, anm.
pengell m, 200, anm. 1 .
Register.
309
þér pron. nom. pliir., s. ér.
þór {þœr) pers. pron. dat. sing. 39:5
u. anm. 4.
-þér (in nåmen) 295 u. anm. 5.
per flask u.
permlask swv. 1 82, 2.
perna f. 149, anm.; 244, anm. 1.
þesse pron., s. sid pron.
pessorr pron., s. sid pron.
péttr adj. 56, anm.; 255.
Þeze m., s. piaze.
pí'ha swv. 410, anm.
pitienu adj. 410, anm.
piggia (pigia) stv. 220, 1 ; 425 ii.
anm. 6.
pik {pek, Mg) pers. pron. acc. sing.
124, anm. 3; 192; 393.
pik{k)ia swv., s. pgkkia.
þil n. 304; 307.
pile n. 200, anm. 1 ; 307.
pin pers. pron. gen. sing. 393 u.
anm. 3.
ping n. 296.
pinn poss. pron. 114, 3; 176, 1 ; 207,
2, a; 217, 2, c; 396, 1.
pinneg, -ig adv. 218 ; s. auch panneg.
pir f., s. þý f.
pisl f. 56; 177, anm. 4.
pistell m. 245, 10; 294.
pit pron., s. it.
pm swv. 438.
pialfe m. 196, anm. 2.
f-ialme m. 196, anm. 2.
piarfr adj. 256.
I'iaze m. 94, anm. 1.
pióti f. 326.
Þió{tí)rekr m. 232.
piöfr m. 59; 98; 141, anm. 2; 183,
l,b; 293.
piokkr adj., s. piokkr.
piónn m. 149, anm.; 253, 1.
piórekr, s. pió'Örekr.
pióta stv. 412.
piös f., s. fl,ós f.
piokkr adj. 90, anm.; 92, anm. 1; 139,
1 ; 353, anm. 1 ; 359 u. anm. 3.
piúfr m., s. piofr.
piukkr adj. 90, anm.; 92, anm. 1;
s. iibr. piokkr.
pö adv. 58.
pófr m,, s. pol fr.
pakke m. 83, 1 ; 207, 3.
pola swv. 446, 2.
pole{7i)mótíe f. 239, anm. 4.
Þól{f)r m. 237; 240, 2.
pora swv. 446, 2.
pórarr 51, 1, a; 57, 4, b; 121, 1;
233, 2.
pordis f. 319.
porter m. 114, 4; 240, 2; 293, 2.
pörelfr f. 319.
porer m. 57, 4, b; 122, 1; 306.
pot fastr m. 185, anm. 1.
Þörgeirr 51, 1, a; 114, 4; 122, 1.
porgerdr f. 315).
porgubr f. 319.
pórldkr 51, 1, a; 57, 4, b; 114, 4;
212, 1.
porna swv. 223; 422, anm. 6.
pórolfr m., s. pólfr.
porp n. 296, anm. 3.
Þórr m. 110; 239, 3; 256; 294, 2.
porre m. 251, 4.
Þorsteinn m. 114, 4.
porvardr m., s. pórhr.
pott konj. 209, anm. 2.
þópóro konj. 71, 6; 403, anm. 2.
pokk f. 325.
pottr m. 73, 2; 152, 4; 330.
prd f., s. pro.
prd swv. 428, anm. 3; 440, 5 u. anm. 5.
prdenn m. 244, anm. 2 ; 428, anm. 3.
prdr adj. 358.
prasa swv. 446, anm. 5.
pråser m. 306.
praut f. 143.
pretir, s. prennr.
préfaldr adj. 388.
preifa swv. 57, anm. 2.
prening f., s. prenning.
prénn zahlw. 56; s. auch prennr.
prenner zahlw. 376, anm. 2 ; 388, anm .
pren{n)ing t. 225, 2 ; 390,
prennr zahlw. 208; 388.
310
Register.
þreskgldr, -aldr, -ildr \\\.~\/.^\ 150,
5; 249, 3; 330.
þrettdn zahlw. 114, 2; 221, 3; 378.
prcttdnde zahlw. 385 ii. anm. ; nachtr.
zu 199, anm. 1.
pn^e zahlw. 385.
þri'd'iongr m. 391.
pribr, s. prennr.
prifa stv. 57, anm. 2; 409.
þrífaldr adj. 388.
prinner zahlw. 376, anm. 2.
prinnr zahlw,, s. prennr.
prir zahlw. 106, b; 217, anm. 4; 24()
anm. 1 ; 253, 7 ; 320, anm.; 376.
priskia swv., s. pryskua.
prisuar, s. prijsuar.
pridtigi zahlw. 379.
pridtin zahlw. 379.
pritøgr adj. 389.
priUgt f. 390.
prióta stv. 412 u. anm. 1, 2.
priótr m. 149, 1 ; 256.
priózJcr adj. 149, 1.
þró f. 55 ; 314.
próttr m. 293, 2.
pro t'. 314.
prgngr adj. 359.
-prútír f. (in nåmen) 319 (2-mal).
priUenn adj. 143; 412, anm. 2.
prtjtiikr m. 203.
prýtírekr, s. prýrekr.
pryngua, -ia stv. 72, 5 ; 420 u. anm.
prijrékr m. 203; 232; 319.
pryskua stv. 72, 5 ; 443, b.
þrysuar zahlw. 72, 5 ; 392.
prdet{t)a swv. 209, anm. 1.
prønder pl. m. 327.
pr-øngua, -ia stv. 420, anm.
prßngua, -ia swv. 443, b.
pre skuldr m., s. pr esk gidr.
prøyia swv. 428, anm. 3; 440, 5 u.
anm. 5.^
pú {'du, -du, -tu, -t) pers. pron. nom.
sing. 109; 121, 5; 135; 176, 1 ; 183,
• l,b; 183, 2, a; 393; 394,2; 471,4.
púat konj. 398, anm. 3.
pulr m. 323.
pumall m. 294.
Þuntir m. 293, 2.
pungr adj. 368.
punnr adj. 353, anm. 1 ; 368.
pús{]i)und f. zahlw. 382.
putr m. 327.
purfa v. 183, anm. 6; 450, 3 ii.
anm. 2; 462, anm. 2.
purft f. 327.
Þuritir f. 51, 1, a; 65, anm.; 83,
anm. 2; 225, 3; 245, 4.
purr adj. 353, anm. 1.
purs m. 130, 1 ; 251, 4; 293, 1 u.
anm. 2.
pud stv. 251, 3; 428.
puerr adj. 111,2.
puerra stv. 417.
puilikr pron. 397.
py f. 253, 1 ; 318, anm. 1.
pýtía swv. 442.
pykkia swv. 51,4; 55; 83, anm. 2;
126; 207, 3; 209, anm. 1; 225, 1;
255; 445, 1; 458, anm. 3.
pykkr adj. 72, 5; 139, 1; s. auch
piokkr.
pykkr m. 324, anm. 1.
pylr m. 324.
pynna swv. 444, anm. 2.
py reil m. 71, 7.
pyre f. 51, 1, a; 56, anm.; 65; 83,
anm. 2; 121, 3; 244.
pyrft f. 327.
py ria swv. 251, 4.
pyrnia swv. 196, anm. 2.
pyrner m. 306.
pytr m. 327.
psygi adv. 65.
pøyr m. 324.
(^ adv. 57, 3 u. anm. 2; 72,8; 121, 1.
céð" f. 319.
íéðV f. 'ader' 319.
féðV f. 'eider' 319.
æfe f. 57, 3; 194; 341, 2.
cé^n- 57, 3.
Mger m. 146; 251, 3; 253, 1; 306.
æia swv. 439.
Register.
311
(kr f. 347 u. anm. 3.
æra swv. 57, anm. 1.
æs f. 239,4; 327.
Æstritir f. 330, anm. 2.
ætla swv. 209, anm. I ; 224.
ætt f. 57, 1 ; 327; 390.
ættinge m. 150, 3.
Sdle n. 63, 7 ; 78, anm.
eðlingr m. 149, 3.
øtire adj. komp. 367, anm. 1.
sfre adj. komp. 86; 185, anm. 4;
370.
^fstr adj. sup. 370.
øgeshialmr m. 87, anm.
øgia swv. 87, anm.; 147.
■ekkr m. (nisl.) 72, 3; 207, 3.
ekkuenn adj. 72, 3.
ßllyfti, -ykti zahlw. 71, anm. 2; 74;
198; s. auch ellepte.
Øluer m. 77.
ønge, s. enge pron.
øngr adj., s. ong7\
sngr pron., s. enge pron.
/)ngua swv. 72, 7.
øpa swv. 228, 1 ; 442.
■opstr adj., s. sfre.
ør n., s. orr.
■ør- präfix 68, 3; 69; 113, 1.
ør, ør präp., s. or.
øre adj. komp. 50, 4; 55; 68, 4;
251, 3; 367, anm. 3; s. auch angr.
ør{h)of n. 234.
ør{h)æfe n. 234.
ørinde n. 137, anm. I; 149, 3; 150,
2; 307.
ørof, s. ørhof.
ørr n. 79; 150, anm.
ørtog f. 122, 2.
øska f. 251, 3.
øskia swv. 83, anm. 2.
• øss pron., s. oss.
øx f. 72, 7 ; 79; 150, anm.; 319, anm. 2.
øxla swv. 183, 2, b; 245, 7; 444 u.
anm. 1.
øy adv., s. æ adv.
øy f. 251, anm.; 253, 1; 318.
-øy f. (in nåmen) 318.
øyUa f. 149, 3; 210, 4.
øy gr adj. 360.
øyiarskegge m. 3 "i 6.
øykr m. 175.
^í/ra n. 68, 6; 338.
øyrer m. 122, 3; 306.
øyrinde n. 149, 3; s. auch orinde.
øyrr f. 319.
Øyrvcndell m. 240, 2.
øystre adj. komp. 370.
Øyvendill, s. Øyrvendell.
Øyvindr m. 293, 2.
øyvit, øyvet, -ar, -u 121^2; 225,4;
405, anm. 2.
Ó2^fr adj. superl. 367, anm. 1,
B. Urnordische wörter:
Die zahlen nach 'anh.' beziehen sich auf die nummern des anhangs.
aada^asu anh. 50.
afqt^ anh. 10.
after anh. 42.
aih 57, 1 ; 460, anm. 2; anh. 11.
aihek 460, anm. 1 ; anh. 23.
Aka^ 291, anm. 1 ; anh. 53.
alawin anh. 30.
aleugqR 59; 291, anm. 1 ; anh. 31,
alu 308, anm. 1; anh. 9; 22; 28; 52.
an 239, 6; anh. 40.
ana anh. 24.
aR anh. 3.
ara^eu 339, anm. 2 ; anh. 3 ; 34.
arbina 291, anm. 7; anh. 42.
arbinano 339, aum. 5; anh. 42.
Asmut 130, 1, 4; 239, anm. 1 ; anh. 37.
Asu^as 291, anm. 3.
Äsu;^isalas 119; 130, 1; 239, anm. I ;
291, anm. 3; anh. 20.
Anja 332, anm. 1 ; anh, 30.
312
[Register.
auna 332, anm. 4; 837, anm. 2; anh.
29.
iiariutiþ 119; 176, anm. 2; 457, anm.
3; anh. 34.
VarutR 66,1; 119; 130,1,4; 178;
457, anm. 3; anh. 3.
hi anh. 20.
Bir^[i]73^u 308, anm. 1 ; anh. 25.
f/orumR 291, anm. 8; anh. 34.
ÐagaR 117, anm. 1 ; 178; 291, anm. 1;
anh. 8.
tiaWbun 57, anm. 4; 460, anm. 4; anh.
42.
tiohtriR 55; 217, 3; 348, anm. 1;
anh. 42.
éhe? 291, anm. 4; anh. 53.
EhuproivaR 291, anm. 1.
eirilaR 291, anm. 1; anh. 5; 47.
ek 393, anm. 1; anh. 10; 13; 19; 20;
22; 42; 44.
erilaR 117, anm. 1; 217, 3; 291, anm.
1 ; 294, 2; anh. 19; 20; 22.
Erla 332, anm. 1; anh. 10.
fahiß'oj 57, 1 ; 62, anm. 2; anh. 53.
faihi^o bl, 1; 62, anm. 2; 117, 2;
133; 460, anm. 1; anh. 8.
falahak 119; 394, anm. 2; 460, anm.
1; anh. 3.
fauauisa 332. anm. 1 ; anh. 29.
Fino 339, anm. 1 ; anh. 2.
FrawaradaR 54; 291, anm. 1; anh.
24.
^af 460, anm. 2; anh. 34.
^aga^inu anh. 20.
^ahe{lpu) anh. 20.
^okaR anh. 28.
^estumR 66, 1; 217, anm. 4; 291,
anm. 8; anh. 34.
gif/u 308, anm. 1; anh. 29.
ginarunaR anh. 3.
^inoronoR anh. 34.
gotia^as 291, anm. 3; anh. 44.
hab'era^ 394, anm. 2; anh. 3.
HadulaikaR 251, 2; 291, anm. 1;
anh. 35.
haeramalausR 217, 1; anh. 3.
HaeruwulqfiR 305, anm.; anh. 16.
haloia anh. 20.
HagustadaR 291, anm. 1; anh. 35.
HagustaWaR 149,3; 178; 291, anm.
1 ; anh. 44.
Hahaisla 233, anm. 1; 291, anm. 5;
anh. 24.
hai^Rruno anh. 3.
haitega bl, anm. 4; 118; 394, anm.
2; 469, anm. 2; anh. 20.
haitika bl, anm. 4; 394, anm. 2; 469,
anm. 2; anh. 29.
haitinaR 291, anm. 1; anh. 38.
HalaR 291, anm. 1 ; anh. 33.
Haraf/anaR 119; 217, c; 291, anm.
1; anh. 19.
HqrÍTjq 119; 332, anm. 1; anh. 31.
Hariso 339, anm. 1; anh. 15.
Hariuha 55, anm. 1 ; 332, anm. 1 ;
anh. 29.
HariwolafR 119; 141; anh. 34.
Hariwulqfq 130,3; 141; 291, anm.
5; anh. 16.
Hariwulfs 228, 1; anh. 27.
Haripulfs anh. 27.
Harwa 119; 332, anm. 1; anh. 49.
hateka bl, anm. 4; 394, anm. 2; 469,
anm. 2; anh. 22.
HaukopuR 328, anm. 1; anh. 51.
HaivukopuR 328, anm. 1.
HapuwolafR 141; 179; anh. 34.
Hafmwolafa 130, 3; 291, anm. 5;
anh. 14.
Hapu-tuulqfR 119; 130, 3, 4; 141;
179; 251, 2; anh. 16.
hedera anh, 31.
HeltiaR 89; 94, 1; 178; 291, anm. 1;
anh. 40.
JieramalafuJsaR anh. 34.
MdeRrunono anh. 34.
Hite 118; 291, anm. 4; anh. 19.
Hiwi^aR 291, anm. 1; anh. 52.
hlaaiwido bl, 3 ; 460, anm. 1 ; anh.
35.
hlaiiva bl, 3; 291, anm. 2; anh. 6.
hleuno 465, anm.; anh. 48.
Hlewa^astiR 66," 1; 320, anm.; anh.
13.
Register.
313
HoltwaR 291, anm. 1; anb, 13.
horaR 291, anm. 1; anh. 12; (23).
horna 117,anm.l; 291, anm. 2; anb. 13.
Hrawbas 291, anm. 3; anb. 6.
HroRaR 291, anm. 1; anb. 5.
hroReR 305, anm.; anb. 5.
iah 175, anm.. 2; anb. 19.
I^imn 339, anm. 2; anb. 33.
ik 393, anm. 1 ; anb. 26; 53.
IniR 32U, anm.; anb. 24.
lupwaR 291, anm. 1; anb. 26.
jah 175, anm. 2; anb. 20.
KarilR (ascbw.) 294, 2.
karuR (ascbw.) 328, anm. 1 ; 353,
anm. 2.
Keþan 332, anm. 2; anb. 1.
Kunimutim 328, anm. 3; anb. 40.
Kupumufnjt (adän.) 130, 1.
laasauivwa 332, anm. 1 ; anb. 50.
Latia 332, anm. 1; anb. 17.
Iqkmuþrku (ascbw.) 339, anm. 4.
laukaR 58; 291, anm. i; anb. 28.
lapu 308, anm. 1; anb. 7; 12; 28.
Lepro 339, anm. 1 ; anb. 36.
liki 'lange' (adän.) 66, 3.
liuißu 59 ; 30^, anm. 1 ; anb. 25.
luivatuiva anb. 43.
ma^iu anb. 34.
magii 328, anm. 4; anb. 35.
mariR 54; 65, anm.; 320, anm.; 353,
anm. 2; anh. 39.
meR 393, anm. 1 ; anb. 25.
minino 133, anm. ; 354, anm. 1; 396,
anm. 1 ; anb. 35.
minu 308, anm. 1 ; 396, anm. 1; anb.
25.
Miiha 55, anm. 1 ; 332, anm. 1 ; anb.
20.
ni anb. 39.
niuha, niuhq ank 34.
NiujilfaJ anb. 7.
Muwila 246; 332, anm. 1; anb. 45.
nipR (ascbwed.) 130, 1, 4.
orte 460, anm. 2; anb. 5; nacbtr. zu
228, 1.
Oivlpu-peivaR 117, anm. 1; 176, 1;
anb. 39.
RhoaltR 177, anm. 2; 178, anm.;
179, anm.; 244; anb. 46
r onn anb. 3.
runaR 1 '7, 2 u. anm. 1 ; anb. 16.
runo (Bjorketorp) 117, 2 u. anm. 1;
308, anm. 6; anb. 3.
runo (Einang) 308, anm. 5; anb. 8.
runono 117, anm. 1; 308, anm. 6;
anb. 34.
runoR 117, 2 u. anm. 1; 308, anm.
5; anb. 19; 4n.
sa 398, anm. 1 ; anb. 22.
{sa)li anb. 20.
Sali^astiR 320, anm. ; anb. 2.
sar anb. 52.
saR anb. 3; 34.
såte 460, anm. 2; anb. 14.
SihrafR (agutn.) 57, 4, b.
sijosteR, s. siisosteR.
sin 39(), anm. 1; anb. 37.
sitsosteR 118; 354, anm. 1 ; 365, anm.
1 ; anb. 42.
sitiR (ascbwed.) 130, 1.
skipaleubaR 59; 215; 291, anm. 1;
anb. 32.
snuheka 394, anm. 2 ; anb. 34.
staina 291, anm. 5; anb. 42.
stainaR 57; 291, anm. 1; anb. 1; 21;
27.
StikitR (ascbw.) 328, anm. 1.
sunu acc. sing. 130, 1; 328, anm. 4;
anb. 37.
sunuR (ascbw.) 328, anm. 1.
swainaR anb. 27,
swestar 348, anm. 1 ; anb. 25.
Tali'ßo 339, anm. 1 ; anb. 48.
taivitio 460, anm. 1; anb. 13.
tiOaR anb. 19.
-umaVera 332, anm. 1.
unnam 460, anm. 1 ; anb. 26.
urti 228, 1; 460, anm. 2; anh. 37.
uti anb. 3.
uparahasfja 119; anb. 3.
Wage 291, anm. 4; anb. 25.
WakraR 217, 3; 291, anm. 1; anb.
26.
Wave 291, anm. 4; anb. 'M).
314
Register.
ivqrait 119; 120; 460, anm. 2; anh.
16.
wariva^ 54; 291, aDm. 1; anh, 17.
waritu 119; 460, anm. 3; anh. 19.
waruR 328, anm. 1; anh. 41.
was 120; 460, anm. 2; anh. 38.
ivapi anh. 37.
welatíautíe 176, anm. 2; 332, anm. 1 ;
anh. 3.
wel(a)?í[aju(í[sj anh. 34.
wif^Jju 457, anm. 1 ; anh. 20.
Wila^a^ 291, anm. 1 (u. nachtr. da-
zu s. 269); anh. 22.
tviliR 462, anm. 1 ; anh. 48.
[wijt 393, anm. 1; anh. 19.
witab'ahalaif/an 119; 332, anm. 3;
anh. 42.
WiwaR 253; 1 ; 291, anm. 1 ; anh 42.
Wiivila 253, 1; 332, anm. 1; anh. 47.
wllhakurne 291, anm. 4; anh. 40.
Wotiuritie 291, anm. 4; anh. 42.
worahto 117, 2; 119; 460, anm. 1 ;;
anh. 42.
wraita 291, anra. 5; anh. 26.
wrta 117, 2 u. anm. \; 460, anm. 1
anh. 10.
wurte 118; 460, anm. 2; anh. 40.
þaia^ 398, anm. 1 ; anh. 1 6.
þaliR 320, anm.; anh. 4. •
þaR (68, 2); 398, anm. 1; anh. 8.
pat 398, anm. 1 ; anh. 3; 5.
þewaR 253, 1 ; 291, anm. 1 ; anh. 44.
prawwan 332, anm. 2; anh. 38.
prijoR 376, anm, 1 ; anh. 42.
puwoR 308, anm. 2; anh. 42.
Nachträge (vgl. s. 268 f.):
§ 6 anm. füge hinzu : K. B. Wiklund, Die nordischen lehnwörter in
den russisch-lappischen dialekten (in Suomalais-ugrilaisen Seuran Aika-
kauskirja, Journal de la Société finno-ougrienne) 1892. — § 16 f. füge
hinzu: H. S. Falk, Oldnorsk læsebog, Kra. 1889 (sehr gut). — § 429 anm
üge hinzu : Selten kommt inf. hata (vgl. § 57, anm. 4) statt heita vor.
Halle a. S., Druck von ErJiardt Karras.
n
Aus dem Verlag
von
MAX NIEMEYER
m
Halle a. S,
'O'-^-^'O ^ O'-^^^-'O —
Neudrucke deutscher Litteraturwerke des XVI. u. XVII. Jahr-
hunderts.
Altdeutsche Textbibliothek.
Altnordische Sagabibliothek.
Altnordische Textbibliothek.
Quellenschriften zur neueren deutschen Litteratur.
Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte.
Materialien für das neuenglische Seminar.
Pseudo - Shakespearian Pla3s.
Romanische Bibliothek.
Sammlung geschichtlicher Quellenschriften.
□
Ausgegeben im Mai 1892.
Neudrucke deutscher Litteraturwerke
des XVL u, XVIL Jahrhunderts,
Herausgegeben von
Prof. Dr. W. Braune in Heidelberg.
kl. 80.
Bis Mai 1892 erschienen folgende Bändchen å 60 ^.
Bei Bestelliingen genügt AngaBe der hinter flei Titel verzeiclineten Nnmnieni.
Albert Heiuricli siehe „Königsberger Dichterkreis".
Bergreilien. Ein Liederbuch des XVI. Jahrhunderts. Nach den vier
ältesten Drucken von 1551, 1533, 1536 und 1537 herausgegeben von
John Meier. 1892. XVI u. 122 S. No. 99 — 100.
Doctor Faust siehe „Volksbuch von Doctor Faust".
Ferdinand II., Erzherzog von Tirol, Speculum vitae humanae. Ein
Drama. (1584.) Nebst einer Einleitung in das Drama des XVI. Jahr-
hunderts. Herausgegeben von Jacob Minor. 1889. LII u. 64 S.
No. 79-80.
Fiscliart, Johann, Aller Praktik Grossmutter. (1572.) Herausgegeben
von W. Braune. 187G. VI u. 32 S. No. 2.
Der Flöhhaz. (1573.) Herausgegeben von C. Wende 1er. 1877.
X u. 71 S. No. 5.
Geschichtklitterung (Gargantua). Herausgegeben von A. Als leben.
Erste Hälfte. 1887. XXVIIL u. 242 S. No. 65 — 71.
v. Grimmeishausen, H. J. Chr., Der abenteuerliche Simplicissimus. Ab-
druck der ältesten Originalausgabe. (1669). Herausgegeben von R.
Koegel. 1880. XXXII. u. 391 S. No. 19—25.
Gryphins, Andreas, Horribilicribrifax. Scherzspiel. (1663.) Herausge-
geben von W. Braune. Zweiter Druck. 1883. 90 S. No. 3.
— — Peter Squenz, Schimpfspiel. (1663.) Herausgegeben von W.
Braune. 1877. VI u. 42 S. No. 6.
Sonn- und Feiertags -Sonette. (1639 u. 1683.) Herausgegeben von
Dr. Heinrich Welti. 1883. XXu. 114S. No. 37/38.
Hayneccins, Martin, Hans Pfriem oder Meister Kecks. Komödie. (1582.)
Herausgegeben von Th. Raehse. 1882. VIII u. 85 S. No. 36.
Hollonius, Ludwig, Somuium vitae humanae. Ein Drama. 1665. Heraus-
gegeben von Franz Spengler. 1891. VI. 73 S. No. 95.
Das Endinger Judenspiel. Herausgegeben von Karl v. Amira. 1883,
102 S. No. 41.
Gedichte des Königsberger Dichterkreises aus Heinrich Alberts Arien
und musicalischer Kürbshütte. (1638 — 1650.) Herausgegeben von L.
H.Fischer. 1883. XLVIII u. 303 S. No. 44— 47.
Heinrich Albert. Musik -Beilagen zu den Gedichten des Königs-
berger Dichterkreises. Herausgegeben von R ob. Eitner. 1884.
20 S. No. 48.
Krüger, Bartholomäus, Hans Ciawerts Werckliche Historien. (1587.)
Herausgegeben von Th. Raehse. 1882. XXIV u. 70 S. No. 33.
Lauremberg, Johann, Niederdeutsche Scherzgedichte. (1652.) Mit Ein-
leitung, Anmerkungen und Glossar von Wilh. Braune. 1879. XXII
u. 120 S. No. 16/17.
Das Lied vom Hürnen Seyfried nach der Druckredaction des 16. Jahr-
hunderts. Mit einem Anhang: Das Volksbuch vom gehörnten Sieg-
fried, nach der ältesten Ausgabe (1726.) herausgegeben von Wolf-
gang Golther. 1889. XXXVI u. 95 S. No. 81— 82.
MAX NIEMEYEll, Verlagsbuchhandlung, Halle a. S.
Luther, Martin, An den christlichen Adel deutscher Nation von des
christlichen Standes Besserung. (1520.) Herausgegeben von Wilh.
Braune. 1877. 80 S. No. 4.
Sendbrief an Papst Leo X. Von der Freiheit eines Christen-
menschen. Warum des Papsts und seiner Jünger Bücher von D. Martino
Luther verbrannt seien. Drei Reformationsschriften aus dem Jahre
1520. Herausgeg. von J. K. F. Knaake. 1879. XII u. 54 S. No. 18.
Wider Hans Worst. (1541.) Herausgegeben von J. K. F. Knaake.
1880. VI u. 74 S. No. 28.
— — Von der Winkelmesse und Pfaffenweihe. (1533.) Herausgegeben
von G. Kawerau. 1883. X u. 76 S. No. 50.
- — Ein schöner Dialogus von Martino Luther und der geschickten
Botschaft aus der Hölle. (1523.) Herausgegeben von L. Enders.
1886. IV u. 29 S. No. 62.
Von den guten Werken (1520). Aus der Originalhandschrift heraus-
gegeben von Nie. Müller. 1891. XII. u. 111. No. 93—94.
Liither's Fabeln nach seiner wiedergefundenen Handschrift, herausgeg.
imd eingeleitet von Ernst Thiele. Mit einem Facsimile. Ib8s.
XVI u. 19 S. No. 76.
Luther und Emser. Ihre Streitschriften aus dem Jahre 1521. Heraus-
gegeben von Ludwig Enders. Band I (Flugschriften aus der Re-
formationszeit. VIII.) 1889. VIII u. 152 S. No. 83-84.
Band II (Flugschriften aus der Reformationszeit. IX.) 1891. XII
223 S. No. 96 — 98.
Muruer, Thomas, Schelmenzunft. Nach den beiden ältesten Drucken
herausgegeben von Ernst Matthias. XII u. 73 S. No. 85.
Opitz, Martin, Buch von der deutschen Poeterei. (1624.) Herausgegeb.
von W. Braune. Zweiter Druck. 1882. 60 S. No. 1.
Puschmann, Adam, Gründlicher Bericht des deutschen Meistersanges.
(1571.) Herausgegeben von Rieh. Jonas. 1888. X u. 47 S. No. 73.
Reuter, Christian, Schelmuifsky. Abdruck der vollständigen Ausgabe.
(1696/1697.) Herausgegeben von A. Schullerus. 1885. XIV u.
129 S. No. 57/58.
Schelmuffsky. Abdruck der ersten Fassung. (1696.) Herausge-
geben von A. Schullerus. 1885. IV u. 57 S. No. 59.
Die ehrliche Frau, nebst Harlequins Hochzeit- und Kindbetterinnen-
schmaus. Der ehrlichen Frau Schlampampe Krankheit und Tod. —
Lustspiele. 1695. 1696. Herausgegeben von Georg Ellinger. 1890.
XXII u. 142 S. No. 90-91.
Rotmanu, Bernhard, Restitution rechter und gesunder christlicher Lehre.
Eine Wiedertäuferschrift. (Münster 1534.) Herausgegeben von An-
dreas Knaacke. 1S88. XI u. 114 S. (Flugschriften a. d. Refor-
mationszeit VII.) No. 77—78.
Riuckhart, Martin, Der Eislebisclie Christliche Ritter. Ein Reformatious-
spiel. (1613.) Herausgegeben von Karl Müller. 1884. XVI u.
108 S. No. 53—54.
Sachs, Hans, Sämmtliche Fastnachtspiele. In chronologischer Ordnung
nach den Originalen herausg. von Edmund Goetze. 7 Bändchen.
1 . B ä n d c h e n. Zwölf Fastnachtspiele aus den Jahren 1 51 8—1 539. 1 8S0.
XIII u. 159 S. No. 26—27.
Inlialt: 1. Von der Eigenscliaft der Lielte. *2. Das Jlofgesind Veneria. 3. Klag,
Antwort und Urteil zwischen J^'rau Armut und IMuto. 4. Das l)ose Weib. 5. Buhler,
Spieler und Trinker. 6. Der ungeratene Solin. 7. Der Karge und Milde. 8. Der
Ji'ürwitz. 9. Die sechs Klageiulen. 10. Die llockenstul)e. 11. Das Narrenschneiden.
12. Das rachenholen im dcutacheu Ilof.
MAX NIEMEYER, Verlagsbuchhandlung, Halle a. S.
2. Bändchen. Dreizehn Fastnachtspiele aus den Jahren 1539—1550.
1881. XII u. 152 S. No. 31—32.
lull alt: 13. Die fünf elenden Wanderer. 14. Der Heuchler. 15. Das Krapfeuholen.
16. Der schwangere Bauer. 17. Die Lasterarznei. 18. Der Teufel mit dem alten
Weib. 19. Der Kaufmann mit den alten Weibern. 20. Der Nasentanz. 21. Der
gestohlne Fastnachthahn. 22. Der fahrende Schüler im Paradies. 23. Der junge
Kaufmann Nicola mit seiner Sophia. 24. Frau Wahrheit will Niemand herbergen.
25. Der Bauer mit dem Kuhdieb.
o. Bändchen. Elf Fastnachtspiele aus den Jahren 1550 — 1551. 1883.
XIX u. 145 S. No. 39—40.
Inhalt: 26. Von Josef und Melisso , auch König Salomon. 27. Das Wildbad. 28.
Der böse Rauch. 29. Die drei Studenten. 30. Zwischen dem Gott Apollo und dem
Römer Fabio. 31. Der halbe Freund. 32. Der unersättliche Geizhunger. 33. Der
bodenlose Pfaffensack. 34. Das Kelberbrüten. 35. Die wählerische Buhlerei. 36.
Der Bauernknecht will zwei Frauen haben. 37. Der fahrende Schüler mit dem
Teufelbannen. 38. Das heisse Eisen.
4. Bändchen. Elf Fastnachtspiele aus den Jahren 1550 — 1551. 1883.
XXII u. 149 S. No. 42-43.
Inhalt: 39. Von der verunglückten verschwatzten Buhlschaft. 40. Der Partecken-
sack. 41. Der gestohlne Pacheu. 42. Der Bauer in dem Fegefeuer. 43. Die listige
Buhlerin. 44. Das Gespräch Alexandri Magni mit dem Philosophen Diogenes. 45.
Der stark Eifersüchtige, der sein Weib Beichte höret. 46. Das Weib im Brunnen.
47. Der Tyrann Dionysius. 48. Die Reichstage Deutschlands. 49. Das böse Weib
mit Worten, Kräutern und Steinen gut zu machen. 50. Der verdorbne Edelmann
mit dem weichen Bett, das Kaiser Augustus kaufen wollte.
5. Bändchen. Elf Fastnachtspiele aus den Jahren 1553—1554. 1884.
XV u. 151 S. No. 51—52.
Inhalt: 51. Der Eulenspiegel mit den Blinden. 52. Wie Gott, der Herr, Adams und
Evas Kinder segnet. 53. Der Ketzermeister mit den vielen Kesseln Suppe. 54. Der
Bauer mit dem Plerr (Nebel vor den Augen). 55. Der schalkhaftige Bauernknecht.
56. Die Bürgerin mit dem Domherrn. 57. Die verschlagene Kupplerin mit dem
Domherrn. 58. Eulenspiegel mit der Pfaifen- Kellnerin und dem Pferd. 59. Der
Rossdieb zu Fünsing mit den tollen Bauern. 60. Der tote Mann. 61. Das weinende
Hündlein. 62. Der alte Buhler mit der Zauberei.
6. Bändchen. Zwölf Fastnachtspiele aus den Jahren 1554 — 1556.
1886. XIV ü. 164 S. No. 60—61.
Inhalt: 63. Die wunderlichen Männer gut zu machen. 64. Der liederliche Mann mit
dem mürrischen jungen Weib. 65. Der Pfarrer mit seinen ehebrecherischen Bauern.
66. Der Krämerskorb. 67. Sanct Peter vergnügt sich mit seinen Freunden unten
auf Erden. 68. Der Kampf zwischen Frau Armut und Frau Glück. 69. Der blinde
Mesner mit dem Pfarrer und seinem Weibe. 70. Der Tod im Baumstumpf. 71.
Disputation zweier Philosophen, ob es für einen Weisen besser sei zu heiraten oder
ledig zu bleiben. 72. Eulenspiegel mit dem Pelzwaschen. 73. Der Knabe Lucius
Fapirius Cursor. 74. Die kuppelnde Schwiegermutter mit dem alten Kaufmann.
7. Bändchen. Elf Fastnachtspiele aus den Jahren 1557 — 1560. 1887.
XVI u. 167 S. No. 63—64.
Inhalt: 75. Der Neidhart mit dem Veilchen. 76. Der Teufel nahm ein altes Weib.
77. Eulenspiegel mit dem blauen Tuche und bem Bauern. 78. Eine Klage über den
Wucher und Fürkauf. 79. Der Bauer mit dem Saffran. 80. Der mit dem Füllen
schwangere Bauer. 81. Der spielsüchtige Reiter. 82. Die zwei Gefattern mit dem
Zorn. 83. Der Doctor mit der grossen Nase. 84. Die junge Witwe Francisca , die
durch eine List sich zweier Buhler entledigte. 85. Esopus, der Fabeldichter.
Sachs 7 Hans 9 Der hürnen Seufried. Tragödie in sieben Acten. Zum
ersten Male nach der Handschrift des Dichters herausgegeben von
Ed. Götze. 1880. VIII u. 42 S. No. 29.
Sandriib, Lazarus, Delitiae historicae et poeticae, das ist: Historische
und poetische Kurzweil. (1618.) Herausgegeben von G. Milchsack.
1878. IV u. 154S. No. 10-11.
Scheidt, Kaspar, Friedrich Dedekinds Grobianus. (1551.) Herausgege-
ben von G. Milchsack. 1882. XXXIII u. 143 S. No. 34-35.
Schultz, P., und Chr. Hegendorf, Zwei älteste Katechismen der luthe-
rischen Reformation. Neuherausg. v. G. Kawerau. J891. 59 S. No. 92.
Schupp, Joh. Balthasar, Der Freund in der Not. (1657.) Herausgege-
ben von W. Braune. 1878. VII u. 63 S. No. 9,
MAX NIEMEYER, Verlagsbuchhandlung, Halle a. S.
Schwieger, Jacob, Geharnschte Venus. (1660.) Herausgegeben von Th.
Raehse. 1888. XVIII u. 154 S. No. 74— 75.
Thym, (x«org, Gedicht Thedel von Wallmoden. Herausgegeben von
Paul Zimmermann. 1888. XVI u. 68 S. No. 72.
Till Eiileiispiegel. Abdruck der Ausgabe vom Jahre 1515. Herausge-
geben von Hermann Knust. 1885. XXIll u. 145 S. No. 55— 56.
Vcnusgärtleiu. Ein Liederbuch des XVII. Jahrhunderts. Nach dem Druck
von 1656 herausg. von Max Freih. v. Waldberg. 1890. XII u. 223 S.
No. 86—89.
Das Volksbuch von Doctor Faust. (15S7.) Herausgegeben von W.
Braune. 1S7S. XXI u. 140 S. No. 7-8.
Waldis Burkard, Der verlorne Sohn, ein Fastnachtspiel. (1527.) Heraus-
gegeben von G. Milchsack. 1881. X u. 76 S. No. 30.
Ergänzungsheft zu No. 30. Burkard Waldis nebst einem Anhange :
Ein Lobspruch der alten Deutschen von Burkard Waldis. Heraus-
gegeben von G. Milchsack. 188L 50 S.
Streitgedichte gegen Herzog Heinrich den Jüngern von Braun-
schweig. (1542.) Herausgegeben von Fr. K old e w ey. 1883. XVI. u.
46 S. No. 49.
Weise, Christian, Die drei ärgsten Erznarren in der ganzen Welt. Roman.
(1673.) Herausg. von W. Braune. J878. XVI u. 228 S. No. 12—14.
Zinkgref , Julius Willielm , Auserlesene Gedichte Deutscher Poeten.
(1624.) Herausgegeben von W. Braune. 1879. XIIu. 65S. No. 15.
Altdeutsche Textbibliothek.
Herausgegeben von
H. Paul.
kl. 8«.
No. L Die Gedichte Walthers von der Vogelweide. Heraus-
gegeben von H. Paul. 1882. IV u. 199 S. Jk 1,80
Gregorius von Hartmann von Aue. Herausgegeben von
H. Paul. 1882. XIV u. 103 S. Ji 1,00
Der arme Heinrich von Hartmann von Aue. Herausge-
geben von H. Paul. 1882. VII U. 40 S. Ji 0,40
Heliand. Herausg. von 0. B eh a ghel. 1882. XVI u. 225 S. Ji%\SS
Kudrun. Herausg. vonB. Symons. 1883. VII u. 306 S. Jk 2,80
König Rother. Herausgegeben von K. v. Bahder. 1884. IV.
u. 162 S. Jk 1,50
Reinhart Fuchs. Herausgegeben von K. Reissenberger.
1886. IV u. 111 S. Jk 1,20
Reinke de vos. Herausgegeben von Fr. Prien. Mit 2 Holz-
schnitten. 1887. LXXIV u. 273 S. Jk 4,00
No. 9. König Tirol, Winsbeke u. W ins bek in. Herausgegeben
von Albert Leitzmann. 1888. IV u. 60 S. Jk 0,80
No. Ii». Kleinere Deutsche Gedichte des XI. und XII. Jahrliunderts.
Herausgegeben von Albert Waag. 1890. XLlu. 164S. Jíí 2,00
No.
2.
No.
3.
No.
4.
No.
5.
No.
6.
No.
7.
No.
8.
MAX NIEMEYER, Verlag^sbuchhandlung, Halle a. S.
Altnordische Sagabibliothek.
Herausgegeben von
Gustaf Cederschiöld, Hugo Gering und Eugen Mogk.
kl. 80.
Bd. I. Ar e s I s 1 ä n d e r b u cli. Herausgegeben von W o 1 f g an g G olth er.
1S92. XXVIII u. 46 S. ' Jk 1,()0
Altnordische Textbibliothek.
Herausgegeben von E. IVI 0 g k.
kl. 8«.
No. 1. Gunnlaugssaga Ormstungu. Mit Einleitung und Glossar
herausgegeben von E. Mogk. 188G. XX u. 59 S. Ji 1,60
No. 2-8. Eddalieder. Altnordische Gedichte mythologischen und
heroischen Inhalts. Herausgegeben von F. J ó n s s o n.
I. Gedichte mythologischen Inhalts. 1888. XIV u. 138S. ^/á 3,00
II. Gedichte der Heldensage. 1890. VIII. u. 189 S. Ji 2,00
Quellenschriften
zur neuen deutschen Litteratur,
Herausgegeben von A. B i e I i n g.
kl 80.
No. 1. Gottscheds Reineke Fuchs. Abdruck der hochdeutschen
Prosa-Uebersetzung vom Jahre 1752. 1886. VIII u. 144 S. J'á 1,60
No. 2. Lebens-Beschreibung des Herrn Gözens v.Berlichingen.
Abdruck der Original - Ausgabe von Steigerwald, Nürnberg 1731.
1886. X u. 111 S. Ji. 1,60
No. 8. P i card, Médiocre et rampant ou le moyen de parvenir und
Encore des Ménechmes. Abdruck der ersten Separat- Ausgaben
von 1797 u. 1802. 1888. 122 S. Ji 1,60
Sammlung kurzer Grammatiken
germanischer Dialekte.
Herausgegeben von Wilhelm Braune.
kl. 8«.
A. Hauptreihe.
Bd. I. Gotische Grammatik mit einigen Lesestücken und Wort-
verzeichniss von Wilhelm Braune. 3. Aufl. 1887. 135 S.
Ji 2,40
Bd. II. Mittelhochdeutsche Grammatik von Hermann Paul.
8. Aufl. 1889. 169 S. Ji 2,60
Bd. III. Angelsächsische Grammatik von Ed. Sievers. 2. Aufl.
1886. 228 S. -^ 4,2f»
Bd. IV. Altnordische Grammatik I. Altisländische und Altnor-
wegische Grammatik unter Berücksichtigung des Urnor-
dischen von Adolf Noreeu. 1892. 2. Aufl. 314 S. J^. 6,00
MAX NIEMEYER, Verla.^sbuchhandlung, Halle a. S.
Bd. V. Althochdeutsche Grammatik von Wilh. Braune. 2. Aufl.
1891. Jk 5,20
Bd. VI. Altsächsische Grammatik von 0. Behaghel und J. H.
Gallee. I. Hälfte: Laut- u. Flexionslehre bearbeitet von
J. H. Gallee. 1891. X. 116 S. Jk 2.00
B. Ergänzungsreihe.
Bd. I. Nominale Stammbildungslehre der altgermanischen Dialekte
von Friedrich Kluge. 188(). 108 S. Jil.K'A)
Materialien für das neuenglische Seminar.
Mit bibliographischem Material, litterarischer Einleitung und
sachlichen Anmerkungen für Studierende
herausgegeben von Ernst Regel.
8".
Bis jetzt sind erschienen:
No. 1. Thackeray's Lectures on the English Humourists of
the eighteenth Century. 1. Swift. Herausgegeben von
Ernst -Regel. 1885. IV u. 79 S. Jk 1,20
No. 2. Dasselbe. IL Con^reve und Addison. Herausgegeben von
Ernst Regel. 1887. 96 S. J'á 1,20
No. ;i Dasselbe. III. Steele. Herausgegeben von Ernst Regel. 1886.
84 S. Jk 1,>0
No. 4. Dasselbe. IV. Prior, Gay u. Pope. Herausgegeben von Ernst
Regel. 1891. 104 S. Ji 1,20
No. 5. Dasselbe. V. Hogarth, SmoHet und Fielding. Herausgegeben
von Ernst Regel. 1889. 88 S. ^á 1,20
No. 6. Dasselbe. VI. Sterne und Goldsniitli. Herausgegeben von
Ernst Regel. 1885. 100 S. Jk 1,20
No. 8. Byron's Frisoner of ChiHon und Siege of Corinth. Her-
ausgegeben von J. G. C. Schuler. 1886. VII u. 94 S. Jk 1,20
Pseudo - Shakespearian Plays,
Revised and edited with Introduction a-nd Notes by
Karl Warnke and Ludwig Proescholdt.
I. The Comedie of Faire Em. 1883. 8. XV u. 63 S. Jk. 2,00
IL The Merry Devil of Edmonton. 1884. 8. XVII u. 61 S. Jk 2,00
III. King Edward III. 1886. 8. XXXIV u. 92 S. Ji 2,00
IV. The Birth of Merlin. 1887. 8. XI u. 86 S. ^.2,00
V. Arden of Feversham. 1888. 8. XXVII u. 86 S. J^ 3,00
Romanische Bibliothek.
Herausgegeben von
Professor Dr. Wendelin Foerster in Bonn.
kl. 8".
No. 1. Kristian von Troyes, Cligés. Textausgabe mit Einleitung und
Glossar. Herausg. von W. Foerster. 1889. Ji\^m
MAX NIEMEYER, Verlagsbuchhandlimg . Halle a. S.
No. 2. Die beiden Bücher der Makkabäe-r. Eine altfranzösische
Uebersetzung aus dem 13. Jahrhundert. Mit Einleitung, Anmer-
kungen und Glossar zum ersten Male herausgegeben von Dr.
Ewald Goerlich. 1889. Ji 4,0(»
Altpro venzalische Marienklage des XIII. Jahrhunderts.
Nach allen bekannten Handschriften herausgegeben von Dr. W'.
Mushacke. 1890. Jh. 3,00
Wis tasse le Mo ine. Altfranzösischer Abenteuerroman des
13. Jahrhunderts nach der einzigen Pariser Handschrift von neuem
herausg. von W.Förster u. Johann Trost. 1891. ./(i 3,00
Kristian von Troyes, Yvain. Neue verbesserte Textausgabe
m. Einleitung u. Glossar. Herausg. von W. Foerster. 1891. Ji 4,00
Das Adamsspiel. Anglonormannisches Gedicht des XII. Jahr-
hunderts mit einem Anhang: Die fünfzehn Zeichen des jüngsten
Gerichts. Herausgegeben von Dr. Karl Grass. 1891. J'á 4,00
Walter von Arras, Sämmtliche Werke. I.Band: Ille und
Galeron. Herausgegeben von W. Foerster. 1891. ^á 7,00
Bertran von Born. Herausg. von A. St im min g. 1892. Ji 4,60
No.
3.
No.
4.
No.
5.
No.
().
No.
7.
No.
8.
Sammlung geschichtlicher Quellenschriften
zur neusprachlichen Lektüre
unter fachgenössischer Mitwirkung herausgegeben von
Dr. Friedrich Perle.
kl. 8^
1. Mémoires du Duc de La Rochefoucauld. [le^^e et II e Partie (1624
1649).] Suivis du Portrait fait par lui-meme. Herausgegeben und
erklärt von Oberlehrer Dr. F. Hummel. Ji 1,20
2. Briefe zur französischen Revolution. [Briefe Ludwigs XVI.,
Mirabeau's, La Fa} ette's u. a.] Herausgegeben und erklärt von Ober-
lehrer Dr. F. Perle. Ji 1,50
3.* Mémoires du Maréchal Marmont Duc de Raguse. Livre XXI.
[Die erste Restauration und die Hundert Tage.] Herausgegeben und
erklärt von Professor Dr. H. Lam b eck. j^á 1,50
4. Englische Parlamentsreden zur französischen Revolution. 2. Aufl.
[Reden Pitt's, Fox' u. a.] Herausgegeben und erklärt von Oberlehrer
Dr. F. Perle. Ji 1,50
6. Mémoires du Marquis de Ferrieres. Livre X. [Juni bis October
1791.] Herausgegeben und erklärt von Oberlehrer Dr. F. Perle.
Ji 1,50
7. Mémoires et Souvenirs du Comte La Valette. Tome I, chapitre
4—13. [April 1794 bis October 1800.] Herausgegeben und erklärt
von Prof. Dr. J. Sarrazin. Ji 1,50
8. Bishop Burnet's History of his own Time. Aus Book IV. [Die
Revolution von 1688.] Herausgeg. und erklärt von Director 0. Petry.
In dem mit * bezeichneten Bändchen sind die Anmerkungen als Anhang beigegeben.
Demnächst wird zur Ausgabe gelangen:
5. Mémoires de Louis XIV pour PAnnée 1666. Herausgegeben und
erklärt von Dr. P. Voelker.
••T Sämmtliche Ausgaben erscheinen in Ganzleinwand - Bänden.
Druck von Ehrhardt Karras, Halle a. S.
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Noreen, Adolf, ^ (^Su/y^"'J
,. . 1854-1925. ^^/r>
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I altnorwegische ^. JJ^
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